Run, Fatboy, Run (185)

Der erste Lauf seit über zwei Monaten – was habe ich mich davor gefürchtet. Warum diese lange Pause? Zum einen war ich in der Weihnachtszeit zu faul, danach beständig erkältet und zuletzt wollte ich meinen untrainierten Körper nicht -20 °C aussetzen. Mit Anbruch der Fastenzeit und ersten Plusgraden war nun aber kein Aufschub mehr drin und somit begab ich mich auf die leider immer noch dunkle Laufstrecke…

Distance: 5.07 km
Duration: 00:30:25
Avg Speed: 10.0 km/h
Avg Pace: 6:00 min/km
Energy: 410 kcal

Ob ich mit der Zeit zufrieden sein kann? Ich glaube nicht. So langsam war ich selbst auf den längeren Strecken schon lange nicht mehr. Heute habe ich mit Mühe und Not die 5 km geknackt und schon nach den ersten drei hätte ich am liebsten aufgegeben. Schon erstaunlich, wie schnell man aus der Form ist. Nun hoffe ich jedoch mich wieder regelmäßiger aufraffen zu können. Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich nämlich schon fünf Läufe Rückstand.

Im ersten Ohr: Celluleute Folge #31: Round Up!
Im zweiten Ohr: Sneakpod #221 – Safe House

Andreas Kieling: Mein Leben mit wilden Tieren

Eigentlich war unser Besuch von „Andreas Kieling: Mein Leben mit wilden Tieren“ aus der Not geboren, da wir endlich einmal wieder einen Ausgehabend zelebrieren wollten, aber keine geeignete Veranstaltung (außer Kino, denn das geht immer) in Sicht war. Da wir Tierdokumentationen zudem nicht abgeneigt sind, schlugen wir uns zunächst den Bauch mit kaltem, in gerolltem Reis verpackten Fisch voll, um kurz danach Andreas Kielings zahlreichen Tiergeschichten zu lauschen.

Ich gebe ja zu, dass ich zunächst ein wenig skeptisch war und ein ZDF-Zielgruppen-Publikum von im Schnitt weit über 50 Jahren erwartet hatte. Überraschenderweise jedoch war das Publikum in der ausverkauften Halle recht gemischt, wenngleich sich der Jack Wolfskin-tragende Survivaltyp schon deutlich in Überzahl befand. Dennoch erstaunlich heterogen für solch einen Vortragsabend. Aber ich tendiere ja häufig dazu eher skeptisch zu sein – insofern eine positive Überraschung. Was man auch vom Vortrag an sich behaupten kann: Ich kenne Andreas Kieling hauptsächlich vom Durchzappen und dann kurz Hängenbleiben. Es war mir immer etwas suspekt, dass der Naturfilmer selbst im Bild zu sehen war. Dennoch kann ich mich an schöne Bilder und eine gewisse Authentizität erinnern. Der Vortrag gestern verstärkte die positiven Aspekte und somit konnten wir die gut 120-minütige Multimediashow mit Livekommentar voll und ganz genießen.

Interessante Einblicke ins Leben eines Tierfilmers wechselten sich dabei mit teils doch etwas ausfgesetzt wirkendem In-Szene-setzen ab. Der Buchverkauf wurde auch ordentlich angekurbelt und Werbung für die nächsten Sendungen gab es auch. Aber nun gut, irgendwie müssen sich seine Reisen ja finanzieren lassen. Kieling selbst kam dabei durchaus sympathisch rüber und ich werde die ZDF-Mediathek bei Gelegenheit einmal nach seinen Sendungen durchstöbern. Insgesamt auf jeden Fall ein schöner und kurzweiliger Abend.

Media Monday #34

Ist denn tatsächlich schon wieder Montag? Leider ja, doch mit den Fragen des Medienjournals zum Thema Film hält der Start in die Woche wenigstens den nötigen Unterhaltungswert bereit.

  1. Der beste Film mit Willem Dafoe ist für mich „eXistenZ“ – obwohl er in „Platoon“ wohl den größten Eindruck auf mich hinterlassen hat.
  2. Tim Burton hat mit „Ed Wood“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es ihm in diesem Film gelingt seine imposante Bildsprache den Charakteren und der Geschichte unterzuordnen.
  3. Der beste Film mit Helena Bonham Carter ist für mich „Fight Club“.
  4. Der schlechteste Film, den ich in den letzten vier Wochen gesehen habe ist nicht benennbar, da mein Filmkonsum in dieser Zeit äußerst hochwertig war. Der schwächste Film war jedoch vermutlich „Kill the Boss“.
  5. Mit Filmen vom Regisseur Uwe Boll, Michael Bay, Lars von Trier o.ä. kann ich überhaupt nichts anfangen, weil… werden hier vermutlich einige antworten. Ich jedoch habe keinen persönlichen Hassregisseur – weder aus dem Bereich Blockbuster noch Arthouse – und würde bei Interesse für die Geschichte wohl jedem Regisseur eine Chance geben.
  6. Science-Fiction als Genre in all seinen Ausprägungen ist eines meiner Lieblingsgenres und ich beobachte Veröffentlichungen innerhalb dieses Genres ganz genau. Etliche meiner Lieblingsfilme (u.a. „Blade Runner“, „Alien“, „The Abyss“) entspringen der Science-Fiction.
  7. Mein zuletzt gesehener Film war „Unknown Identity“ und der war für knapp 2 Stunden äußerst unterhaltsam, weil es Jaume Collet-Serra gelungen ist den Thriller mitreißend zu inszenieren und die Spannung stets aufrecht zu erhalten.

Unknown Identity – OT: Unknown (2011)

Freitagabend. Filmzeit. Der Ausklang einer durchaus fordernden Arbeitswoche. Was kann es Schöneres geben? Natürlich muss auch der Film mitspielen. Dieses Mal gab es Jaume Collet-Serras „Unkown Identity“ zu sehen und die Wahl des Films stellte sich glücklicherweise als gelungen heraus. Einem unterhaltsamen Einstieg ins Wochenende sollte somit nichts im Wege stehen… Spoiler sind zu erwarten.

Nach Sichtung des Trailers erwartete ich mir eine Art „96 Hours“ in Berlin. Liam Neeson sehe ich ohnehin gerne und seine aktuelle Neuausrichtung als alternder Actionstar gefällt mir äußerst gut. Hinzu kommt natürlich der Handlungsort Berlin, für den der Film besonders in Deutschland doch für eine gewisse Aufmerksamkeit sorgte. Welche andere Actionfilmreihe der letzten Jahre ist für seine europäischen Schauplätze bekannt? Richtig, die Agententhriller rund um Jason Bourne. Ein Vergleich drängt sich folglich auf und wird auch von der Presse forciert. Wie also schneidet „Unknown Identity“ in diesem Vergleich ab? Meiner Meinung nach deutlich besser, als die überschätzte Bourne-Trilogie.

In der ersten Stunde bekommen wir – anders als ich erwartet hatte – eher einen ruhigen Mindfuck-Thriller zu sehen, als einen Actionfilm. Hier wäre wirklich alles möglich gewesen: von der abgedroschenen ‚Ich liege seit dem Unfall im Koma und spinne mir die Handlung nur zusammen‘-Prämisse bis hin zur ‚Eine böse Geheimorganisation hat mein Gedächtnis ausgelöscht‘-Rahmenhandlung. Der eigentliche Twist kommt zwar relativ unaufgeregt daher, doch hatte ich ihn wahrlich nicht in dieser Form erwartet. Letztendlich ist es lediglich ein Zufall – man mag es auch Schicksal nennen –, dass Liam Neesons Figur die im Film gezeigte Wandlung durchmacht.

Auch wenn mann die Logik nicht zu sehr hinterfragen sollte, so ist die Handlung des Films innerhalb seines Universums erstaunlich konsistent und nachvollziehbar aufgebaut. Selbst die Motivation der einzelnen Charaktere wird nicht sprunghaft in andere Bahnen gelenkt, wodurch sich ein äußerst rundes Gesamtbild ergibt. Dieses wird durch die teils erstaunlich ruhige, teils äußerst tempramentvolle Inszenierung unterstützt. Berlin als Handlungsort ist zudem wirklich gut gewählt, besonders da die Zusammensetzung des Ensembles aus deutschen und amerikanischen Charakteren aufgrund der überzeugenden Schauspieler auch ausgezeichnet funktioniert.

Ich hatte mit „Unknown Identity“ wirklich extrem viel Spaß. Eine Bewertung fällt mir nun dennoch nicht leicht, da es einer dieser Filme ist, die wohl nur bei der Erstsichtung 100%-ig mitreißen. Eine potentielle Folgesichtung kann nur verlieren. Dennoch bewerte ich mit dieser Besprechung natürlich den ersten Eindruck und dieser war einfach nur sehr gut. Jedem Thrillerfan kann ich diese mitreißende Suche nach der der eigenen Identität im nächtlichen Berlin nur ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Media Monday #33

Nachdem ich letzte Woche zum ersten Mal mit dabei war, schaffe ich es bereits heute doch tatsächlich erneut mich den bunten Fragen des Medienjournals zum Filmgeschehen zu stellen.

  1. Der beste Film mit Sam Rockwell ist für mich „Moon“.
  2. Lars von Trier hat mit einem seiner Filme seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich das aufgrund der Unkenntnis seiner Werke bisher nicht besser einschätzen kann.
  3. Der beste Film mit Emma Roberts ist für mich „Scream 4“.
  4. Welcher Film-Soundtrack oder Score hat euch am meisten oder nachhaltigsten begeistert?
    Da gibt es so einige, weshalb ich mich an dieser Stelle unmöglich auf nur einen Soundtrack oder Score beschränken kann. Fangen wir mit den Scores an: Hier muss ich mit „Star Wars“,  „Indiana Jones“ und „Jurassic Park“ natürlich zunächst die bombastischen John Williams-Werke nennen. Ebenso bekomme ich bei James Horners Score zu „Braveheart“ jedes Mal Gänsehaut und auch Howard Shores Score zu „Der Herr der Ringe“ hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Soundtracks sind da schon einfacher abzuhandeln: Hier waren es früher die Quentin Tarantino-Soundtracks (insbesondere „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“) und zuletzt hat mich Zack Braff mit der musikalischen Untermalung zu „Garden State“ begeistert.
  5. Den einen sind deutsche Filme verhasst, wieder andere können mit Hollywood-Produktionen nichts anfangen, den nächsten ist Bollywood ein Greuel. Gibt es (nicht nur länderspezifische) Sparten, denen ihr absolut nichts abgewinnen könnt?
    Um hier eine fundierte Aussage treffen zu können, müsste ich meinen Filmkonsum wohl weiter stecken. Generell finde ich mich in asiatische Filme häufig schwieriger ein, was ich aber – wie gesagt – meiner mangelnden Erfahrung zuschreibe. Ansonsten bin ich nahezu jeder Sparte offen, nur sollten die Filme a) einen gewissen Unterhaltungswert besitzen oder b) zum Nachdenken anregen. Im Idealfall beides.
  6. Buddy-Komödien finde ich immer wieder untehaltsam, doch wurde mit der „Leathel Weapon“-Reihe wohl bereits das Standardwerk des Genres inszeniert.
  7. Mein zuletzt gesehener Film war „Out of Sight“ und der war wieder einmal ganz wunderbar anzusehen, weil er flott inszeniert ist, durch seine Schauspieler überzeugt und Screwball-Komödie geschickt mit Gangsterfilm zu kombinieren weiß.

Out of Sight (1998)

Es gibt Filme, die in gewissen Lebensabschnitten eine besondere Bedeutung besitzen. Auch Steven Soderberghs „Out of Sight“ gehört zu diesen Filmen. Ich weiß noch genau, wie sehr ich den Film damals bei der ersten Sichtung im Kino mochte. George Clooney war spätestens seit „From Dusk Till Dawn“ enorm angesagt und bereits im Jahr zuvor gelang es Quentin Tarantino mit der Elmore Leonard-Verfilmung „Jackie Brown“ zu begeistern. Soderbergh kombinierte nur noch beide Elemente: Was sollte da noch schief gehen?

Glücklicherweise nicht viel. Auch wenn Stephen Soderbergh nicht komplett die entspannte Coolness eines „Jackie Brown“ erreicht, so ist seine Elmore Leonard-Adaption doch eine unglaublich unterhaltsame Mischung aus Caper-Movie und Screwball-Komödie. George Clooney und Jennifer Lopez geben wahrlich ein fantastisches Leinwandpaar mit erstaunlich glaubwürdiger Chemie ab. Damals hatte ich nach diesem Film und Oliver Stones „U-Turn“ sogar noch große Hoffnungen für Frau Lopez als Schauspielerin – doch das war bevor sie sich auf ihr Latinageträller konzentrierte. Auch die restlichen Schauspieler, wie Ving Rhames, Steve Zahn, Don Cheadle, Dennis Farina und Samual L. Jackson (mit einem Cameoauftritt) können sich sehen lassen.

Soderbergh inszeniert die flotte Gangstergeschichte lockerleicht und lässt Miami in sonnendurchfluteten Bildern aufleben, nur um uns in der zweiten Filmhälfte ins düsterkalte Detroit zu entführen. Die nicht chronologisch erzählte Geschichte ist ausreichend komplex, kann jedoch nicht an die in den 90er Jahren populären Gangsterfilme Tarantinos anknüpfen. Die Stärken von „Out of Sight“ liegen eher in der Kombination aus glaubwürdiger Liebesgeschichte und Gangsterkomödie. Beide Bestandteile des Films harmonieren dafür aber ausgezeichnet miteinander.

Auch wenn man dem inzwischen immerhin schon 14 Jahre alten Film die 90er Jahre ansieht, so ist er doch überraschend gut gealtert. Zwar konnte er mich bei dieser aktuellen Sichtung nicht mehr zu solchen Begeisterungsstürmen hinreißen, wie noch damals, doch hat er mich erneut zwei Stunden bestens unterhalten – und ich bin mir sicher das wird ihm auch das nächste Mal gelingen. Wer den Film noch nicht kennt, sollte sich von der Liebesgeschichte nicht abschrecken lassen und sich ganz entspannt auf das Abenteuer „Out of Sight“ einlassen: 8/10 Punkte.

Media Monday #32

Auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich nur äußerst sporadisch daran teilnehmen können werde, so stelle ich mich heute zum ersten Mal den Fragen des Medienjournals zum Media Monday.

  1. Der beste Film mit Ray Liotta ist für mich ohne Zweifel „GoodFellas: Drei Jahrzehnte in der Mafia“.
  2. Darren Aronofsky hat mit „Pi“ oder einem anderen seiner Filme seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich bisher nur „Pi“ gesehen habe und die späteren Werke somit nicht beurteilen kann.
  3. Der beste Film mit Michelle Monaghan ist für mich „Source Code“.
  4. Viel interessanter als die Helden der Geschichte sind oftmals die Bösewichter. Welches ist euer liebster Schurke, der den meisten Eindruck hinterlassen oder euch am besten gefallen hat?
    Eine schwierige Frage, gerade weil es so viele sehenswerte Bösewichter gibt. Roy Batty (Rutger Hauer) aus „Blade Runner“ verkörpert allerdings alles, was einen Charakter interessant macht. Man kann ihn hassen und dennoch Mitgefühl für ihn empfinden. Auch heute noch großartig!
  5. Filme schauen wir alle gerne, aber wie stuft ihr dies für euch ein? Ist es ein Hobby unter vielen, eine Leidenschaft, eine Passion oder etwas ganz anderes?
    Eindeutig eine Leidenschaft. Auch wenn ich Filme ganz gerne zum Abschalten und Entspannen schaue, so komme ich doch nie umhin auch ein wenig Analyse zu betreiben. Mein Blog ist Ausdruck dieser Leidenschaft. Auch im Job habe ich ein wenig mit Film (bzw. Video) zu tun – allerdings auf ganz anderem Niveau, als ich mir dies wünschen würde.
  6. Mein liebster Horrorfilm ist „Scream“, falls das als Horror durchgeht. Für nasse Hände hat damals der klaustrophobische „The Descent“ bei mir gesorgt.
  7. Mein zuletzt gesehener Film war „Tödliche Weihnachten“ und der war auf herrlich altmodische Art und Weise unterhaltsam, weil ich ihn von früher kenne und er nostalgische Gefühle bei mir ausgelöst hat.

Blogroll Reloaded #1

Endlich bin ich dazu gekommen etwas durchzuziehen, was ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit vor mir hinschiebe: die Blogroll aufräumen bzw. aktualisieren. Dank Feedreader benutze ich sie heute selbst kaum noch zum aktiven Verfolgen meiner Lieblingsblogs, doch kann sie für meine Leser doch durchaus einen Mehrwert darstellen. Also klickt ruhig öfter einmal rein!

Inzwischen befinden sich in der Blogroll eine ziemliche Menge an Blogs, die teilweise nicht mehr gepflegt werden. Zu diesen gehören teils Blogs aus meinen Anfangstagen und es fällt mir schwer mich von ihnen zu trennen. Dennoch musste ich irgendwo einen Strich ziehen und habe somit Blogs entfernt, auf denen seit über einem Jahr nichts mehr geschrieben wurde – und da war ich noch großzügig.

Natürlich gab es auch einige Neuentdeckungen. Blogs, die ich schon seit längerer Zeit emsig verfolge, aber doch nie in meine Blogroll aufgenommen habe. Dies habe ich nun hiermit geändert. Willkommen!

Die Blogroll-Veteranen:

Über ein Jahr Funkstille:

Neu und lesenswert:

Kommentare in Form von Anmerkungen, Richtigstellungen und Empfehlungen sind natürlich jederzeit willkommen!

Dexter – Season 6

In den vergangenen Jahren stellte die Serie stets eines der Highlights der aktuellen Saison dar. Bereits letztes Jahr ließen sich jedoch erste Abnutzungserscheinungen feststellen und mit „Dexter – Season 6“ hat die Serie nun endgültig ihren Stellenwert als Ausnahmeserie verloren. Bietet „Dexter“ dennoch weiterhin gute Unterhaltung oder ist der Qualitätsabfall ein Grund nicht mehr einzuschalten? Spoiler sind zu erwarten.

Bei Beginn der Staffel habe ich – wie bereits im letzten Jahr – noch über die schlechten Kritiken geschmunzelt und wurde selbst erneut sehr gut unterhalten. Schließlich gab es verrückte Serienkiller, spannende Mordfälle und eine durchaus vielversprechende Ausgangssituationen für unsere Charaktere zu bewundern. Doch bereits noch während der ersten Staffelhälfte häuften sich Füllepisoden und es zeichnete sich – noch viel schlimmer – bereits die große Wendung dieser Staffel ab. Ganze 13 Jahre nach „Fight Club“ oder auch „The Sixth Sense“ zaubern die Autoren doch tatsächlich den alten Huch, der ist ja schon tot!-Trick aus dem Hut. Die Heranführung ist dabei so penetrant offensichtlich, dass mich wirklich einmal interessieren würde, wer nicht spätestens nach der Manifestation von Dexters Dark Passenger in Form seines Bruders um das Schicksal von Professor Gellar wusste.

Der groß angelegte Twist der Staffel hat mich somit nur verärgert. Mindestens 10 Jahre zu spät und viel zu plump inszeniert. Das hatte ich von den „Dexter“-Autoren wahrlich nicht erwartet. Einmal davon abgesehen hat mir die Rahmenhandlung rund um den religiösen Fanatiker recht gut gefallen und auch den Gegenpol in Gestalt von Brother Sam fand ich gelungen. Hinzu kommen einige interessante Nebenhandlungen, wie z.B. Masukas Assistenten oder das Call Girl mit Überdosis, die zudem Potential für die kommende Staffel offenbaren. All dies täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass ich oft das Gefühl hatte die Autoren der einst so dicht und mitreißend geschrieben Serie wären nachlässig geworden; besonders was die Charakterzeichnung angeht. Wenigstens das Finale macht einen längst überfälligen Schritt in die richtige Richtung. Was für ein Cliffhanger!

Insgesamt bietet auch das sechste Jahr mit dem viel zu sympathisch gezeichneten Serienkiller gute Unterhaltung. Keine Frage. Spannung ist vorhanden, es ist nett wieder Dexters verqueren Gedanken zu lauschen und Debra fluchen zu hören. Das große Ganze mag aber nicht mehr reibungslos funktionieren. Sand hat sich im Getriebe der Serie festgesetzt – und ich hoffe sehr, dass die Autoren diesen bis zum Start der nächsten Staffel wieder zu entfernen wissen. Immer noch sehenswert, doch für „Dexter“ leider auch etwas enttäuschend: 7/10 (7.4) Punkte.

Tödliche Weihnachten – OT: The Long Kiss Goodnight (1996)

Aufgrund der winterlichen Wetterverhältnisse, habe ich gestern Abend einmal wieder einen thematisch passenden Film hervorgeholt, den ich bestimmt schon seit gut 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die Rede ist von Renny Harlins „Tödliche Weihnachten“, der mich damals bei nahezu jeder TV-Ausstrahlung ziemlich gut zu unterhalten wusste. Trügt die Erinnerung an vergnügliche Stunden oder kann der Film auch heute noch überzeugen?

Ich muss gestehen, dass mir die Handlung des Films nur noch sehr rudimentär im Gedächtnis war. An die Eckpfeiler der Geschichte – eine Art Vorwegnahme der Verfilmung von Robert Ludlums „Die Bourne Identität“ – konnte ich mich jedoch noch recht gut erinnern, weshalb die Aufdeckung der Identität Samantha Caines bzw. Charly Baltimores keine große Überraschung darstellte. Der Weg zum großen Finale ist mit diversen Actioneinlagen gespickt, die allesamt herrlich altmodisch inszeniert sind. Ein typischer Actionfilm der 90er Jahre eben – und hier macht es einem der Film manchmal nicht gerade leicht,  denn oftmals ist es nur ein schmaler Grat zwischen herrlich altmodisch und einfach nur altbacken, was sich besonders in der Figur des Mitch Henessey äußert. Ein typischer Sidekick dieser Epoche.

Ich für meinen Teil bin großer Anhänger des 80er/90er Jahre Actionkinos, weshalb mir der Film auch heute noch enorm viel Spaß macht. Dieser Wahrnehmung liegt allerdings ein nicht zu vernachlässigender Grad an nostalgischer Verklärung zugrunde, weshalb ich vermute, dass „The Long Kiss Goodnight“ für die Sehgewohnheiten heutiger Zuschauer ziemlich überholt wirkt. Auch wenn Geena Davis in diesem Film oftmals überfordert wirkt, so freut es mich doch stets eine weibliche Actionheldin zu sehen, die den starken Part in der Geschichte übernimmt und dabei wahrlich keine Gefangenen macht.

Auch wenn Look und Inszenierung heute schon ein wenig Staub angesetzt haben, so beweist Renny Harlin auch in „The Long Kiss Goodnight“ sein Händchen für imposante Action. Besonders das Finale an den Niagara-Fällen hat es mir besonders angetan. Was für ein herrlich übertriebenes Actionfeuerwerk! Von den großen Genreklassikern ist der Film weit entfernt, Shane Black hat auch schon deutlich bessere Drehbücher geschrieben und wenn man nicht mit dem Film aufgewachsen ist, sollte man vermutlich nicht zu viel erwarten. Ich jedoch hatte wieder enorm viel Spaß mit dem Ausflug zurück in eine einfachere Zeit, in der Action noch Action war und Mobiltelefone ein Kilo wogen: 7/10 Punkte.