Pacific Rim (2013)

Momentan lese ich – zumindest sporadisch wenn es die Zeit erlaubt – das wunderbare „Cabinet of Curiosities: My Notebooks, Collections, and Other Obsessions“ über Guillermo del Toros filmisches Schaffen. Mein Interesse für den Regisseur befindet sich zurzeit folglich auf dem Höhepunkt, was meine Vorfreude auf „Pacific Rim“ nur noch weiter anfeuerte. Heute war es dann endlich soweit. Ob mich der Film trotz der durchwachsenen Kritiken begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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„Pacific Rim“ ist wahrlich der bildgewordene Big-Budget-Traum eines jeden Jungen. Riesige Roboter kloppen sich mit fantastischen Monstern. Während des Prologs bekam ich den Mund vor Staunen gar nicht mehr zu. So viele Details, so viele Bilder, so viel zu entdecken. Selten hätte ich mir mehr gewünscht einen Film auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Es gelingt Guillermo del Toro unglaublich gut diese Welt lebendig und, bei aller Überzogenheit, glaubwürdig erscheinen zu lassen. Endlich einmal wieder eine originäre Mythologie – selbst wenn diese nur aus Versatzstücken bereits bekannter Werke besteht. Bravo!

Für kleine und große Jungs ist der Film folglich bereits aufgrund seiner Monster und Roboter eine Erfahrung. Wer als Kind auch gerne mal mit Actionfiguren gespielt hat und sonntagnachmittags den einen oder anderen „Godzilla“-Streifen im Privatfernsehen verfolgte, bei dem dürfte der Film ohnehin schon gewonnen haben. Leider können die Charaktere nicht mit der liebevoll austaffierten Welt mithalten, denn weder Konflikte, Entwicklungen oder Dialoge sind hier der Rede wert. Dies schadet dem Unterhaltungswert von „Pacific Rim“ zwar kaum, doch hätte mit ein wenig mehr Feinschliff am Drehbuch noch ein deutlich besserer Film entstehen können.

Unter den unzähligen überladenen Effektfilmen der vergangenen Jahre wüsste ich keinen, der unterhaltsamer und sympathischer wäre, als Guillermo del Toros Ausflug in die Spielzimmer unserer Kindheit. Ein Film, der Charlie Day („It’s Always Sunny in Philadelphia“) als verrückten Wissenschaftler besetzt, kann auch gar nicht so verkehrt sein. Keinesfalls perfekt und möglicherweise schon bald wieder vergessen, doch für zwei Stunden einfach nur wow! Davon dürfte gerne ein Sequel kommen: 8/10 Punkte.

Mein Buch: Immersion – Das Erwachen

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich diesen Eintrag veröffentlichen soll. Sehr lange. Andererseits nützt es mir auch nichts, wenn das Dokument in den Untiefen meines Rechner verschwindet. Worum es überhaupt geht? Vor ca. zwei Jahren hatte ich meinen letzten mehr oder weniger ernsthaften Versuch unternommen ein Buch zu schreiben. Macht man heute ja so. Ich schrieb jedoch schon immer gerne – und wollte es eben einmal wissen. Zumindest eine Seite pro Tag sollte ja drin sein. Weit gefehlt…

Ein Exposé war schnell geschrieben, die zumindest grobe Outline der ersten Kapitel samt Hauptfiguren hatte ich auch rudimentär zu Papier gebracht. Dann folgte der Prolog, mit dem ich wirklich viel Spaß hatte, und das erste Kapitel, das ich bis zur Hälfte geschrieben – und seit über einem Jahr nicht mehr angefasst habe. Warum? Wie so oft die liebe Zeit. Tagsüber habe ich zwischen Arbeit und Familie keine Chance – und um mich nachts an den Rechner zu setzen, fordern mich die Tage zu sehr. Dieser Traum ist zumindest im Moment einfach nicht drin. Dennoch wandern meine Gedanken immer wieder zu dieser von mir erdachten Welt.

Deshalb wähle ich nun diesen Weg, um wenigstens ein kleines Publikum zumindest am Prolog teilhaben zu lassen. Einordnen würde ich die Geschichte unter Young-adult fiction mit starkem Cyberpunk-Einschlag. Mehr will ich gar nicht dazu sagen. Schaut bei Interesse einfach selbst rein und hinterlasst, wenn ihr euch dazu äußern wollt, einen Kommentar – ich würde mich freuen! 🙂

Download: Immersion_Prolog_Blog.pdf (5 Seiten)

Media Monday #138

Schon wieder eine Woche vorbei. Im Moment rennt die Zeit, dass es nicht mehr feierlich ist. Wochentage verschwimmen ineinander und die Wochenenden sind nahezu komplett mit Gedanken rund um den anstehenden Hausbau ausgefüllt. Zeit für eine Pause, Zeit für die Fragen des Medienjournals – viel Spaß mit meinen Antworten!

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  1. Ein wortwörtlich flammendes Inferno wurde meines Erachtens in kaum einem Film besser dargestellt als in Danny Boyles „Sunshine“, denn der konstante Fokus auf das einzig wahre flammende Inferno in unserem Sonnensystem ist wahrlich beeindruckend.
  2. Was zeichnet für euch Literatur gegenüber trivialen Groschenromanen und seichter Unterhaltung aus?
    Ich mache da keine Unterschiede, weshalb ich auch Bücher jeder Art unter Literatur einsortiere.
  3. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ hätte ein richtig guter Film sein können, aber HFR (High Frame Rate) bzw. 48 fps hat ihn mir verleidet, weil das die Ästethik des Films komplett zerstört hat und mir das Eintauchen in die fantastische Welt Mittelerdes somit verwehrt blieb.
  4. Neben digitalen Medien, Blogs, Foren und Communitys: Lest ihr noch Filmzeitschriften in gedruckter Form und wenn ja welche und warum?
    Nein, schon seit Jahren nicht mehr. Vor ein paar Jahren hatte ich einmal in „torrent – Magazin für serielles Erzählen“ reingelesen, das ich – trotz des unglücklich gewählten Namens – ziemlich gut fand. Filmbücher lese ich allerdings recht regelmäßig.
  5. Filme, die auf Spielen basieren oder Spiele, die auf Filmen basieren; was empfindet ihr grundsätzlich als schlimmer/schlechter und wieso?
    Da enthalte mich und überlasse die Bühne lieber den Profis: GameOne über Video-Spielfilme, Second Unit über „Super Mario Bros.“ oder der Cinecast über Videospielverfilmungen – hört doch mal rein!
  6. Die TV-Serie „The Wire“ kenne ich noch immer nicht, obwohl ich es mir schon so lang vorgenommen habe. Das könnte daran liegen, dass ich aktuell noch mit „Friday Night Lights“ komplett ausgelastet bin.
  7. Meine zuletzt gesehener Film war „Wall Street“ und der war wirklich interessant, weil er uns einen unterhaltsamen Blick auf die Börsengeschäfte der 80er Jahre gewährt.

Run, Fatboy, Run (277)

Mein zweiter Lauf in den letzten 11 Wochen. Erst mein zweiter Lauf überhaupt in diesem Jahr. Als Ausreden könnte ich nun beständige Erkältungen, Magen/Darm-Gedöns, viel Arbeit und – brandneu in der Runde – Hausplanungen anführen, doch oft konnte ich mich auch einfach nicht aufraffen. Dies soll sich nun wieder ändern und ich möchte zumindest einmal am Wochenende wieder eine kleine Runde drehen. Mein Trainingsstand ist zurzeit nämlich wirklich nicht sensationell. Maßlose Untertreibung, ich weiß.

Distance: 6.79 km
Duration: 00:45:16
Avg Speed: 8.99 km/h
Avg Pace: 6:40 min/km
Energy: 564 kcal

Um diese schwache Zeit zu erreichen, musste ich teils ganz schön kämpfen. Wirklich ernüchternd. Aber so ist das wohl nach einer solch langen Pause. Da mir meine Frau – unter großem Protest meinerseits – einen neuen MP3-Player schenkte, konnte ich erstmals das Programm wechseln und gegen Ende ein wenig zu Musik laufen. Auch eine schöne Erfahrung. Vielleicht dann in ein paar Wochen besonders motivierend, wenn ich wieder etwas fitter bin…

Im ersten Ohr: Nerdtalk Episode 332
Im zweiten Ohr: The Lumineers, The Weakerthans, Mumford & Sons

Wall Street (1987)

Alle Welt redet über Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“, doch gab es nicht bereits zuvor einen Film, der sich mit dem Thema Börsenhandel Mitte der 80er Jahre auseinandersetzte? Der ideale Zeitpunkt sich einmal mit Oliver Stones „Wall Street“ zu beschäftigen, der bereits viel zu lange ungesehen im Regal stand.

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Wie auch Martin Scorseses Film erzählt „Wall Street“ die klassische Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Individuums innerhalb eines speziellen Settings. Egal ob Gangstermilieu oder Börse – das Prinzip ist immer gleich: Eine aufstrebende, meist männliche Hauptfigur feiert nach ein paar Niederlagen endlich Erfolge, die letztendlich seinen Charakter verderben und der am Ende zu spät Reue zeigt. Dazwischen gibt es falsche Freunde, Vertrauensbrüche, Geld, Sex und Drogen. Trotz dieses nur allzu bekannten Rahmens, fand ich Oliver Stones offensichtliche Kritik am amerikanischen Kapitalismus der 80er Jahre größtenteils wirklich packend.

Aufgrund seiner klassischen Erzählstruktur wirkt der Film heute noch modern, was man von seinem Look nicht behaupten kann: 80er Jahre wohin man nur sieht. Seien es die Frisuren, die Mode oder die schuhschachtelgroßen Mobiltelefone – wer mit den filmischen 80ern nicht klar kommt, dem wird „Wall Street“ keine Freude bereiten. Für mich unterstreichen der Look und die musikalische Untermalung jedoch das Thema des Films, was ihn insgesamt zu einem exzellent funktionierendem Zeitdokument macht.

Die Schauspielleistungen sind leider durchwachsen und reichen von großartig (Michael Douglas als Gordon Gekko), über bemüht (Charlie Sheen als Bud Fox) bis hin zu nervtötend (Daryl Hannah als Darien Taylor). Schön fand ich es Martin Sheen (Jed Bartlet, „The West Wing“) in der Rolle des Vaters zu sehen, was sich aufgrund der verwandtschaftlichen Verhältnisse natürlich angeboten hat. Auch John C. McGinley in einer Nebenrolle war einmal wieder eine Freude und hat Erinnerungen an Oliver Stones „Platoon“ geweckt, in dem er bereits im Jahr zuvor mit Charlie Sheen gespielt hat.

Letztendlich wirkt „Wall Street“ heute ein wenig angestaubt und die Botschaft mag nicht gerade sehr subtil verarbeitet worden sein. Dennoch ist das Thema aktueller denn je und wird hier auf unterhaltsame Weise präsentiert. Ein starker Film der mittleren 80er Jahre, der ein paar fantastische Monolog- und Dialogszenen beinhaltet und zurecht als Klassiker gilt: 8/10 Punkte.

Friday Night Lights – Season 1

Seit ich vor ein wenig über zwei Jahren erfuhr, dass sich Jason Katims (der Showrunner hinter „Parenthood“) auch für „Friday Night Lights – Season 1“ verantwortlich zeichnet, habe ich versucht an die Serie heranzukommen. Vor ein paar Monaten war es endlich soweit und in UK erschien eine preiswerte Komplettbox mit allen fünf Staffeln der Serie. Nach dem Ende von „Brothers & Sisters“ war mein nächstes Großprojekt also gesichtert…

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Auch wenn ich mich sehr auf die Serie gefreut habe, so war ich aufgrund der Thematik doch eher skeptisch. Eine Serie mit American Football als dem zentralen Thema? Nicht nur, dass ich mich nicht für American Football interessiere – nein, jeglicher im TV übertragener Massensport (allen voran Fußball) ist mir völlig fremd und lässt mich dementsprechend kalt. Kein Wunder also, dass mich die erste Episode ein wenig überforderte. In dieser stand der Sport zentral im Mittelpunkt – so kam es mir bei der Sichtung zumindest vor, wenngleich mich Julies wunderbarer Vergleich bereits hätte aufhorchen lassen müssen: ‚Moby Dick is actually the perfect metaphor for this town. The cold black sea representing the season in all its uncertainties. The magical white whale is the Holy Grail.‘

Ein paar Episoden später hatten mich die Charaktere gefesselt und spätestens nach der Hälfte der Staffel gab es kein Halten mehr. Ich war ein waschechter Fan der Dillon Pathers: Clear eyes, full hearts, can’t loose! Wer nun meint, ich hätte plötzlich meine Begeisterung für American Football entdeckt, der irrt. Das Spiel ist mir weiterhin fremd, ich verstehe die Spielzüge nicht – und doch schafft es die Serie diesen großen, aberwitzigen Zirkus auch für mich mitreißend und spannend zu inszenieren. Wie Julie in der ersten Episode korrekt festgestellt hatte, ist das Spiel für die Stadt Dillon ein völlig verklärtes und überstilisiertes Ziel. Eskapismus für die Massen. Absurd und doch auf seltsame Weise einnehmend.

In der Serie ist American Football jedoch nur das Setting für allzu menschliche Dramen. Es werden große Themenkomplexe, wie körperliche Behinderung, Sex unter Teenagern, die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, Drogenmissbrauch, Alkoholimus usw. angesprochen, ohne dass sich diese in den Vordergrund spielen oder die Charaktere der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Wie auch „Parenthood“ ist „Friday Night Lights“ sehr dokumentarisch inszeniert: Die Kamera ist in ständiger Bewegung, Dialoge überschneiden sich und man hat als Zuschauer das Gefühl stets live dabei zu sein. Sozusagen das „The Shield“ unter den Familienserien.

Am meisten begeistert haben mich jedoch die Charaktere, die wunderbar gezeichnet sind und von denen jeder einzelne wichtig für die Serie ist. Im Zentrum stehen natürlich Coach Eric Taylor (Kyle Chandler) und seine Frau Tami (Connie Britton), die unzweifelhaft das glaubwürdigste und sympathischste Serienpaar aller Zeiten sein dürften. Einfach nur großartig geschrieben. Doch auch die anderen Hauptfiguren besitzen Tiefe und Charakter. Was die Schauspieler angeht, so hat mich wohl Taylor Kitsch am positivsten überrascht, über den in „Battleship“ und „John Carter“ ja nur geschimpft wurde. Manchmal sind Serien für Schauspieler eben das bessere Kino.

Kritikpunkte konnte ich keine finden. Inzwischen sehe ich selbst die Football-Szenen recht gerne und würde mir sogar manchmal wünschen ein wenig mehr zu verstehen. Aber vermutlich ist das auch das größte Lob, das man der Serie machen kann: mich trotz einer Thematik, für die ich mich kein bißchen interessiere, bei der Stange zu halten, ist schließlich auch eine Kunst! Ohne die Anlaufschwierigkeiten während der ersten Episoden, wäre eine 10er Wertung durchaus denkbar gewesen – aber es ist auch schön noch Steigerungspotential zu haben: 9/10 (9.0) Punkte.

Media Monday #137

Nach einem Wochendende mit weiterer Haus-Recherche, einem entspannten Wildparkbesuch, Kinderfasching und anschließendem Magen/Darm-Gedöns, kam der Montag wieder viel zu schnell. Dennoch war ich gespannt auf die neuen Fragen des Medienjournals und freue mich, dass die Teilnehmer diese Woche Wulf wieder wohlgesinnter sind…

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  1. Weil ich die Diskussion bei Facebook aufgeschnappt habe, gebe ich die Frage gerne direkt weiter: Welcher Film hätte eurer Meinung nach durch die Beteiligung von Drachen enorm gewonnen?
    Das freut mich doch, dass meine Besprechung von „Die Herrschaft des Feuers“ Wulf indirekt zu einer Frage des Media Mondays inspiriert hat! Auf Facebook (seid ihr eigentlich schon Fan?) wurde ja bereits erörtert, dass wohl jeder Julia Roberts-Film und insbesondere „Eat Pray Love“ von Drachen profitieren würde. Allerdings sind Drachen auch kein Allheilmittel, wie man seit „Dungeons & Dragons“ weiß.
  2. Wie wichtig ist euch die musikalische Untermalung bei Filmen? Und bevorzugt ihr eher Soundtracks oder Scores?
    Sehr wichtig. Ich bin da schnell zu begeistern – und zwar von beiden Varianten: Ich liebe große klassische Scores à la John Williams oder Howard Shore ebenso wie die Soundtracks von Tarantino-Filmen oder Zack Braffs Werken (z.B. „Garden State“). So höre ich Soundtracks und Scores auch gerne abseits des Filmerlebnisses, z.B. im Live-Konzert.
  3. Aber wo wir gerade schon einmal beim Thema Musik sind: Es gibt ja diverse Filme, wo Stars sich auch mal als Gesangstalente versuchen. Welche dieser Darbietungen hat euch am meisten imponiert?
    Das waren wohl eindeutig Ewan McGregor und Nicole Kidman in „Moulin Rouge!“ – wenngleich ich auch Neil Patrick Harris, Felicia Day und Nathan Fillion in „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog“ nicht unerwähnt lassen möchte.
  4. Manche Reihen (also von Büchern, Serien oder Comics) scheinen sich endlos hinzuziehen. Manche verlieren im Laufe der Zeit an Qualität, manche halten ein konstant hohes Niveau. Wie steht ihr zu solchen Neverending-Stories und was wären eurer Meinung nach Positiv- oder Negativbeispiele?
    Man sollte immer aufhören, wenn es am schönsten ist. Positiv sind hier wohl „Six Feet Under“ oder „Breaking Bad“ hervorzuheben, negativ leider „Dexter“ oder „Entourage“.
  5. Ich tue mich im Moment ein wenig schwer, all die Serien, Filme, Comics und Bücher zu sichten, die mich interessieren würden. Wie geht es euch in der Beziehung? Fühlt ihr euch auch manchmal erschlagen von der Flut an Neuveröffentlichungen und Altlasten oder seht ihr das ganz entspannt? Habt ihr schon mal eine Reihe bewusst nicht begonnen, in dem Wissen, dass diese zu viel eurer Zeit beanspruchen würde?
    Ich fühle mich erschlagen und hätte lieber eine andere Einstellung dazu. Hinzu kommt bei mir das Bedürfnis über wirklich jeden Film bzw. jede komplett gesehene Serienstaffel schreiben zu wollen, was die Sache nicht einfacher macht. Inzwischen komme ich aber ganz gut damit klar Serien oder Filme erst nach ein paar Jahren konsumieren zu können. Der Tag hat eben nur 24 Stunden.
  6. Gewalt und Nacktheit waren seit jeher die die größten Aufreger im Film- und Serienbusiness und brachten und bringen immer wieder die Leute auf die Barrikaden. Wie steht ihr dazu? Gewollte Provokation, sinnvolles Stilmittel, überflüssige Effekthascherei oder Freiheit der Kunstschaffenden?
    Manchmal Kunst, manchmal Trash, manchmal Provokation, manchmal Botschaft. Ganz unterschiedlich. Manchmal mag ich das, manchmal nicht. Da gibt es die komplette Bandbreite. Wie auch im Humor.
  7. Mein zuletzt gelesenes Buch ist immer noch “A Feast for Crows” und das war in der ersten Hälfte ziemlich anstrengend, weil George R. R. Martin zu viele neue Figuren einführen wollte, in der zweiten Hälfte jedoch hat er den Fokus wieder gefunden und mich erneut in seinen Bann gezogen – vom Nachfolger habe ich noch knapp 200 Seiten vor mir.

Die Herrschaft des Feuers – OT: Reign of Fire (2002)

Es gibt Filme, die sowohl bei den Kritikern durchfallen, als auch beim Massenpublikum schlecht ankommen – und dennoch schaue ich sie mir immer wieder gerne an. Zu diesen Filmen gehört auch „Die Herrschaft des Feuers“, der mich nun schon seit ca. 10 Jahren stets wieder vor den Bildschirm lockt. Warum ist das so? Und konnte mich Rob Bowmans Genremix auch bei der inzwischen dritten oder vierten Sichtung überzeugen?

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Mich hatte damals die Idee des Films begeistert: Drachenkämpfe in der Moderne. Wahnsinn! Das Filmposter versprach auch viel Action, was wohl für die größten Enttäuschungen sorgte: Entgegen der Erwartungen zeigt „Reign of Fire“ nicht den Kampf der Menschheit gegen die Drachen, sondern die Zeit danach. Die Erde ist verwüstet und letzte Überlebende versuchen in einem Endzeit-Setting, das „Mad Max“ Konkurrenz machen könnte, zu überleben. Ab und zu schaut auch ein Drache vorbei, doch die erwartete Helikopter vs. Drachen-Action beschränkt sich auf ein paar wenige – und deshalb vermutlich umso effektivere – Szenen.

Wie bei den meisten Geschichten, die eine kleine Gruppe Überlebender ins Zentrum stellen, welche gegen eine Bedrohung von außen (seien es nun Zombies oder Drachen) kämpfen müssen, stehen die zwischenmenschlichen Konflikte im Mittelpunkt. Christian Bales Charakter Quinn muss sich schon bald mit dem cowboyhaften Drachentöter Denton Van Zan (großartig verkörpert von Matthew McConaughey) herumschlagen, der eine ganz eigene Agenda verfolgt. All dies ist kein großes Drama, doch hat mir das Setting und die Dynamik zwischen den Figuren wirklich gut gefallen.

Was die Geschichte angeht, so wirkt sie teils nicht sonderlich durchdacht und oft ein wenig konstruiert. Sei es drum. Die Drachen sind absolut spektakulär und fantastisch in Szene gesetzt. Die Dialoge bewegen sich eher auf B-Movie-Niveau, doch gibt es immerhin ein paar schöne Oneliner. Außerdem kann wohl niemand einem Film böse sein, in dem Christian Bale und Gerard Butler in schlecht sitzenden Kostümen und mit Holzlichtschwertern einer Horde von Kindern „Star Wars“ vorspielen, da es in dieser Zukunft keinerlei Unterhaltungsmedien mehr gibt.

„Die Herrschaft des Feuers“ mag kein perfekter Film sein, doch kann ich die teils vernichtende Kritik absolut nicht nachvollziehen. Wer Drachen, Endzeit und „Star Wars“ mag, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Ein originelles Konzept, das leider nur bedingt aufgeht – und mir dennoch bei jeder Sichtung viel Freude bereitet: 7/10 Punkte.

Blogparade: Serien-Highlights

Der Wortman hat eine Blogparade gestartet, in der er von uns die 15 Serien genannt haben will, die man einfach gesehen haben muss – und das ohne jeglichen weiteren Kommentar. Schwierig. Deshalb habe ich meine Besprechungen verlinkt, damit ihr euch wenigstens einen Eindruck machen könnt.

Hier meine Top 15 in alphabetischer und – wichtig! – nicht wertender Reihenfolge:

  1. „Arrested Development“ (Comedy)
  2. „Buffy: The Vampire Slayer“ (Drama)
  3. „Coupling“ (Comedy)
  4. „Curb Your Enthusiasm“ (Comedy)
  5. „Firefly“ (Drama)
  6. „Friends“ (Comedy)
  7. „Game of Thrones“ (Drama)
  8. „Lost“ (Drama)
  9. „Mad Men“ (Drama)
  10. „Parenthood“ (Drama)
  11. „Seinfeld“ (Comedy)
  12. „Six Feet Under“ (Drama)
  13. „The Shield“ (Drama)
  14. „The Sopranos“ (Drama)
  15. „The West Wing“ (Drama)

Nun seid ihr dran:

  • Liste die 15 Serien auf, von denen du der Meinung bist, die sollte man sich anschauen bzw. muss man gesehen haben.
  • Erstelle einen Beitrag in deinem Blog und verlinke auf diesen und den Ursprungsartikel.
  • Ende der Parade ist der 12. Februar. Danach wird der Wortman eine Top 10 Liste erstellen.

Media Monday #136 – in memoriam Philip Seymour Hoffman

Der Montag ist schon wieder fast vorbei – somit bleibt es mir nur noch das Feld der entzürnten Teilnehmer von hinten aufzurollen. Wieso entzürnt? Mit den Fragen des Medienjournals zu diesem leider sehr aktuellen Thema hat sich Wulf nicht nur Freunde gemacht. Mich hatte die Nachricht gestern Abend auch kalt erwischt – und somit finde ich es eigentlich ganz nett sich im Kreise von Filmliebhabern von einem großen Schauspieler zu verabschieden.

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  1. Philip Seymour Hoffman wird mir zuvorderst in seiner Rolle des Krankenpflegers Phil Parma in bester Erinnerung bleiben, weil er in Paul Thomas Andersons „Magnolia“ für das nötige Herz gesorgt hat – und dies der erste Film war, in dem er mir aufgefallen ist.
  2. Aber auch der Film „…und dann kam Polly“ unter Beteiligung von Hoffman ist ein großer Spaß, da Hoffman darin sein komödiantisches Talent beweisen konnte – und bei mir damit für einen der größten Lachflashs sorgte, die ich je bei einem Film hatte.
  3. Letzte Worte zum Tod eines – meiner Meinung nach – großartigen Schauspielers, der es noch weit hätte bringen können und wie so viele leider viel zu früh gehen musste:
    Meiner Meinung nach hatte er es als Schauspieler schon weiter gebracht, als viele seiner Kollegen. Insofern ein großer Verlust für die Filmwelt – zumindest darin dürfte man sich wohl einig sein.
  4. Während die Todesursache noch längst nicht offiziell mitgeteilt worden ist, wird allerorten bereits heiter spekuliert und von einer Überdosis Drogen ausgegangen. Ob richtig oder nicht, tut so eine öffentliche Zurschaustellung, so ein Breittreten der mutmaßlichen Todesumstände einer Person des öffentlichen Lebens wirklich not? Wie ist eure Meinung?
    Als Person des öffentlichen Lebens gehört dies wohl einfach dazu. Alles andere wäre auch nur Heuchelei. Es ist so oder so eine traurige Geschichte und schürt natürlich beide Extreme: daraus einen tragischen Todesfall zu machen hilft genauso wenig, wie zu sagen ‚Selbst schuld!‘ – am wenigsten den Hinterbliebenen.
  5. Fernab jeder Pietätlosigkeit schreibt allerdings – wie ich finde – [kann ich nichts zu sagen] oft sehr schöne Nachrufe auf verstorbene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie zum Beispiel [ist mir keiner besonders in Erinnerung geblieben].
  6. Kommt nur mir das so vor, oder häufen sich in der letzten Zeit die tragischen Todesfälle? Oder liegt es vielleicht vielmehr an der wachsenden Verbreitung Sozialer Netze, dass man derartige Nachrichten ganz anders oder unmittelbarer wahrnimmt? Was meint ihr dazu?
    Heute schlägt so etwas einfach höhere Wellen. Früher hat man vielleicht über die Tagesschau mitbekommen, wenn eine berühmte Persönlichkeit gestorben ist, heute weiß man es nach 2 Minuten über gefühlt 73 Kanäle.
  7. Meine zuletzt gesehener Film mit Philip Seymour Hoffman war „Die Tribute von Panem: Catching Fire“ und der war ziemlich großartig, weil er der fantastischen Vorlage absolut würdig war – und ich auch Hoffmans Darstellung von Plutarch Heavensbee einfach nur toll fand.