Media Monday #136 – in memoriam Philip Seymour Hoffman

Der Montag ist schon wieder fast vorbei – somit bleibt es mir nur noch das Feld der entzürnten Teilnehmer von hinten aufzurollen. Wieso entzürnt? Mit den Fragen des Medienjournals zu diesem leider sehr aktuellen Thema hat sich Wulf nicht nur Freunde gemacht. Mich hatte die Nachricht gestern Abend auch kalt erwischt – und somit finde ich es eigentlich ganz nett sich im Kreise von Filmliebhabern von einem großen Schauspieler zu verabschieden.

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  1. Philip Seymour Hoffman wird mir zuvorderst in seiner Rolle des Krankenpflegers Phil Parma in bester Erinnerung bleiben, weil er in Paul Thomas Andersons „Magnolia“ für das nötige Herz gesorgt hat – und dies der erste Film war, in dem er mir aufgefallen ist.
  2. Aber auch der Film „…und dann kam Polly“ unter Beteiligung von Hoffman ist ein großer Spaß, da Hoffman darin sein komödiantisches Talent beweisen konnte – und bei mir damit für einen der größten Lachflashs sorgte, die ich je bei einem Film hatte.
  3. Letzte Worte zum Tod eines – meiner Meinung nach – großartigen Schauspielers, der es noch weit hätte bringen können und wie so viele leider viel zu früh gehen musste:
    Meiner Meinung nach hatte er es als Schauspieler schon weiter gebracht, als viele seiner Kollegen. Insofern ein großer Verlust für die Filmwelt – zumindest darin dürfte man sich wohl einig sein.
  4. Während die Todesursache noch längst nicht offiziell mitgeteilt worden ist, wird allerorten bereits heiter spekuliert und von einer Überdosis Drogen ausgegangen. Ob richtig oder nicht, tut so eine öffentliche Zurschaustellung, so ein Breittreten der mutmaßlichen Todesumstände einer Person des öffentlichen Lebens wirklich not? Wie ist eure Meinung?
    Als Person des öffentlichen Lebens gehört dies wohl einfach dazu. Alles andere wäre auch nur Heuchelei. Es ist so oder so eine traurige Geschichte und schürt natürlich beide Extreme: daraus einen tragischen Todesfall zu machen hilft genauso wenig, wie zu sagen ‚Selbst schuld!‘ – am wenigsten den Hinterbliebenen.
  5. Fernab jeder Pietätlosigkeit schreibt allerdings – wie ich finde – [kann ich nichts zu sagen] oft sehr schöne Nachrufe auf verstorbene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie zum Beispiel [ist mir keiner besonders in Erinnerung geblieben].
  6. Kommt nur mir das so vor, oder häufen sich in der letzten Zeit die tragischen Todesfälle? Oder liegt es vielleicht vielmehr an der wachsenden Verbreitung Sozialer Netze, dass man derartige Nachrichten ganz anders oder unmittelbarer wahrnimmt? Was meint ihr dazu?
    Heute schlägt so etwas einfach höhere Wellen. Früher hat man vielleicht über die Tagesschau mitbekommen, wenn eine berühmte Persönlichkeit gestorben ist, heute weiß man es nach 2 Minuten über gefühlt 73 Kanäle.
  7. Meine zuletzt gesehener Film mit Philip Seymour Hoffman war „Die Tribute von Panem: Catching Fire“ und der war ziemlich großartig, weil er der fantastischen Vorlage absolut würdig war – und ich auch Hoffmans Darstellung von Plutarch Heavensbee einfach nur toll fand.

22 Gedanken zu “Media Monday #136 – in memoriam Philip Seymour Hoffman

  1. Genereller Kommentar zu Hoffman, wirklich traurig das ganze. Großartiger Schauspieler (auch seine kleine Nebenrolle in Big Lebowski war schon genial), der sicher noch mehr hätte reißen können in Zukunft.
    Wie hat Alan Tudyk auf Twitter geschrieben?
    „Fuck Heroin“
    (sollte es das gewesen sein, was ja nicht unwahrscheinlich ist…)

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    • Auf jeden Fall traurig. Ich habe Hoffman stets sehr gerne gesehen. Seine Art des Schauspiels ist einfach emotional bei mir angekommen – ganz egal ob Comedy oder Drama. Wirklich schade, dass in Zukunft nun nichts mehr davon kommt. Dennoch habe ich noch etliche Filme (u.a. „Capote“) mit ihm nachzuholen.

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  2. Natürlich ein Verlust für die Filmwelt. Aber man kann als quasi Unbeteiligter nicht jedem hinterhertrauern. Und manchmal beschleicht einen das Gefühl, der Tod von Person x ist wichtiger als der von Person y.

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    • Wer sagt denn etwas von hinterhertrauern? Ich finde es nun einmal traurig, dass er so früh aus dem Leben geschieden ist, ganz egal unter welchen Umständen. Das mindert die Bedeutung bzw. Traurigkeit anderer Todesfälle doch kein bißchen. Diese Ablehnung kann ich wirklich nicht verstehen, zumal wir hier ja alle Filmfreunde sind, die sein filmisches Erbe zu schätzen wissen. Ich habe bei niemandem aus der Runde gelesen, dass er sich anmaßen würde über die Privatperson Hoffman zu schreiben.

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  3. Ich fühle mich ehrlich gesagt als Fan von Hoffmans Arbeit nicht unbetroffen. Ich habe das Gefühl, dass durch seinen Tod ein Loch in die Zukunft meiner cineastischen Vorlieben gerissen wurde, das nicht durch andere zu schließen sein wird. Ich finde es legitim, darüber traurig zu sein, auch wenn das nicht dieselbe Art von Trauer ist, die man empfindet, wenn jemand stirbt, der wirklich zum eigenen Leben gehört. Und dass der Verlust von Philip Seymour Hoffman für die Filmwelt mich besonders traurig macht, soll natürlich nicht in Abrede stellen, dass z. B. Paul Walkers Tod für seine Angehörigen und Fans eine Tragödie war und auch sehr traurig ist – nur mich persönlich halt nicht so betrifft.

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    • Als ich es am Vorabend dieses Eintrags gelesen hatte, war ich in den ersten Minuten auch wirklich getroffen. Zu manchen Schauspielern baut man eben eine gewisse Beziehung auf – und ich fand Hoffman bereits bei seinem ersten Auftritt (zumindest für mich bewusst) in „Magnolia“ unglaublich gut und packend. Anderen mag es mit Paul Walker so gegangen sein, wieder anderen damals mit Heath Ledger. Alles auf seine Art traurig, aber so ist das wohl immer, wenn verhältnismäßig junge Menschen aus dem Leben scheiden. Muss man ja kein Drama draus machen, doch finde ich es durchaus legitim es traurig zu finden und den künstlerischen Verlust zu beklagen.

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  4. Natürlich ist es traurig und auch schade, wenn Schauspieler über die Klinge springen. Es berührt mich nur nicht, da ich sie sowieso nicht persönlich kenne. Es ist nur ein Name auf einer Nachrichtenseite.
    Nichtsdestotrotz hätte der MM besser für Maximilian Schell stehen sollen. Ein herausragender Schauspieler und Mensch.

    Naja was solls – freuen wir uns auf den nächsten MM, der dann wieder normal läuft 😉

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    • Ob es mich berührt? Auf jeden Fall anders, als wenn ein mir bekannter Mensch aus dem Leben scheidet. Dennoch lässt es mich nicht kalt – und wenn ich den Schauspieler mochte, dann wirkt dieses Gefühl eben stärker nach. Auch um Maximilian Schell ist es natürlich traurig, doch hat dieser mit 84 Jahren sein Leben größtenteils gelebt. Hoffman ist viel zu früh gegangen.

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  5. Ich glaube aber auch, dass es nicht nur damit zusammenhängt, dass man schneller von solchen Vorfällen erfährt, sondern auch, dass es einfach mehr berühmte Persönlichkeiten gibt.
    Catching Fire fand ich auch großartig. Bin schon gespannt auf die letzten beiden Teile, auch wenn es mich tierisch ärgert, dass das letzte Buch noch mal zweigeteilt und die Release auf zwei Jahre aufgeteilt wurden. Habe mich genau aus diesem Grund dem Hobbit noch komplett verwehrt.

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