The Nice Guys (2016)

Nach einem frühlingshaften Tag, den ich nahezu komplett draußen verbracht habe, stand mir der Sinn nach leichter Unterhaltung. Meine Wahl ist vor allem deshalb auf „The Nice Guys“ gefallen, da ich im Sneakpod schon mindestens drei Besprechungen des Films gehört habe. Somit ging es zurück ins Los Angeles der 70er Jahre… 🧔

The Nice Guys (2016) | © Concorde Video DVD

The Nice Guys (2016) | © Concorde Video DVD

Der schlechteste Detektiv der Welt

„The Nice Guys“ ist der letzte Film von Shane Black, bevor er sich seinen guten Ruf mit „Predator: Upgrade“ kaputt gemacht hat (ich mochte den Film ja ganz gerne). Hier besinnt er sich noch einmal auf alte Stärken und kehrt zu dem Genre zurück, das er geprägt hat, wie kein zweiter. Somit ist „The Nice Guys“ eine Buddy-Komödie, die von einem ungleichen Paar profitiert, gespielt von Russell Crowe und Ryan Gosling. Mindestens ebenso wichtig, wie das titelgebende Duo, ist das Setting: Shane Black fängt das Los Angeles der Siebziger Jahre wahrlich gekonnt ein und der Film bekommt dadurch eine ganz eigene Atmosphäre. Hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Inhaltlich verfolgen wir eine typische Kriminalgeschichte, die dadurch gewinnt, dass unsere ungleichen Helden von einer absurden Situation in die nächste stolpern. Unterstützt werden sie dabei von Holland Marchs (Ryan Gosling) Tochter, was ich zu Beginn für einen ungewöhnlichen Einfall hielt, letztendlich aber doch sehr gut funktioniert. Die Geschichte ist recht atemlos erzählt, hält sich bis zum großen Finale aber angenehm zurück, was große Action angeht. Und selbst diese ist dann wunderbar handgemacht. Wirklich modern wirkt in „The Nice Guys“ nur das Thema Abgasskandal und CO2-Ausstoß. Das fand ich einen interessanten Aspekt an diesem sonst so aus der Zeit gefallen wirkenden Film.

Fazit

Nein, wirklich neu ist an „The Nice Guys“ nichts. Wer sich aber gerne einmal wieder eine altmodische Buddy-Komödie anschauen möchte, der kann fast keinen besseren Film erwischen. Ich wurde für knapp zwei Stunden wahrlich bestens unterhalten und das ist genau das, was ich momentan brauchen kann: 8/10 Punkte.

Ride, Fatboy, Ride (037)

Heute ist der vorerst letzte schöne Tag. Ab morgen sollen die Temperaturen auf unter 5 °C fallen und es wird regnen. Keine guten Aussichten. Somit wollten wir heute auf jeden Fall noch einmal raus. Da wir in der letzten Woche bereits alle Wege in der näheren Umgebung mehrfach abgegangen sind, haben wir uns heute einmal wieder aufs Rad gesetzt. Da die Kids nun größer sind, haben wir eine ca. 20 km lange Runde angepeilt und tatsächlich war das auch problemlos möglich:

Eine Radtour durch die nahe gelegenen Wälder

Eine Radtour durch die nahe gelegenen Wälder

Distance: 20.36 km
Duration: 01:18:51
Elevation: 175 m
Avg Pace: 3:52 min/km
Avg Speed: 15.48 km/h
Heart Rate: 120 bpm
Energy: 624 kcal

2020: 32 km
März: 32 km

Ob ich die Radtour nun wirklich als Sporteinheit zählen soll, ist natürlich die Frage. Ich bin ab und zu zum Fotos machen vorgefahren und habe danach wieder aufgeholt. Somit hatte ich ein paar Tempoabschnitte mit dabei. Vielleicht ist es ohnehin nicht schlecht, wenn ich meinen Puls tatsächlich einmal nicht zu hoch jage, denn beim Laufen schaffe ich ohnehin nicht, unter 150 bpm zu bleiben. Nach der Radtour haben wir noch den Garten auf Vordermann gebracht (gemäht und vertikutiert) und nach knapp 6 Stunden an der frischen Luft, sind wir nun alle platt. Auch ich. 🚴‍♀️😅

Im Ohr: „Papa, ich kann nicht mehr…“

Paddington 2 (2017)

Gestern erst habe ich darüber geschrieben, dass Eskapismus in Zeiten der Corona-Krise extrem wichtig ist. Somit war heute natürlich ein Filmabend angesagt und die Wahl der Kinder ist auf „Paddington 2“ gefallen. Nachdem der Zwergofant bei der Sichtung des ersten Teils noch ziemlich viel Angst hatte, verblieb die Fortsetzung sehr lange ungesehen im Regal. Im letzten Jahr ist der Zwergofant jedoch viel mutiger geworden. Somit stand einem bärigen Filmabend nichts im Wege… 🐻

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

Paddington 2 (2017) | © STUDIOCANAL

„Paddington 2“ ist der perfekte Kinderfilm

Schon nach nur wenigen Minuten waren wir wieder komplett drin in der bunten Welt von Paddington. Paul King hat den Film so wundervoll verspielt, voll kindlicher Freude und Naivität inszeniert, dass es ein großes Vergnügen ist. Dabei ist die Geschichte nie lächerlich oder der Humor zotig, nein, „Paddington 2“ nimmt sich und seine Figuren im besten Sinne ernst und bleibt dabei doch herrlich augenzwinkernd. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so herzhaft gelacht habe, wie bei den Slapstick-Einlagen als Paddington Fenster putzt oder sich als Friseur versucht. Daneben stehen Augenblicke, die zutiefst emotional sind und wirklich ans Herz gehen. Getragen wird der Film zudem von famosen Schauspielern wie Sally Hawkins („The Shape of Water“)  oder Hugh Bonneville, den ich gerade in „Downton Abbey“ sehe. Die Show stielt hier jedoch eindeutig Hugh Grant als herrlich überzogener Bösewicht.

All das würde den Film schon sehr gut machen. Was „Paddington 2“ jedoch zu einem herausragenden Film macht, ist seine makellose Struktur. Es werden etliche Szenen eingestreut, die man zunächst als nette Anekdote (z.B. wie sich die Eltern kennenlernen) wahrnimmt, am Ende sind diese jedoch stets handlungsrelevant und werden mit einem Payoff aufgelöst. Das gibt es mehrfach im Film. Kein noch so kleines Detail ist unbedeutend und wird doch so locker-leicht eingestreut, als wäre es reiner Zufall. Davon können sich die meisten anderen Filme eine Scheibe abschneiden. Und damit meine ich nicht nur andere Kinderfilme.

Fazit

Mit „Paddington 2“ konnte sich die Geschichte um den sympathischen Bären noch einmal steigern. Für die ganze Familie war es ein famoses Filmerlebnis und ich hoffe sehr, dass wir dieses magische London noch für ein drittes Mal besuchen dürfen. Eine dicke Empfehlung für alle Kinder, Eltern und den ganzen Rest: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (677)

Die zweite Home-Office-Woche neigt sich dem Ende. Und sie war ziemlich hart. Umso glücklicher bin ich, dass ich heute nur wenige Termine habe und speziell die Mittagszeit frei ist. somit habe ich die Gelegenheit genutzt und mich zu einem längeren Lauf aufgemacht. Das Wetter war herrlich und ich hatte nicht den Druck, rechtzeitig zum nächsten Termin zurück sein zu müssen.

Wieder mal kaum etwas los. Mag ich eigentlich ganz gern (aber nur beim Laufen).

Wieder mal kaum etwas los. Mag ich eigentlich ganz gern (aber nur beim Laufen).

Distance: 10.07 km
Duration: 01:05:11
Elevation: 94 m
Avg Pace: 6:27 min/km
Avg Speed: 9.3 km/h
Heart Rate: 167 bpm
Stride Frequency: 148 spm
Energy: 890 kcal

2020: 243 km
März: 61 km

Da es die letzten Tage wirklich kalt war, habe ich die Sonne heute unterschätzt und war viel zu warm angezogen. Das hat mich etwas ausgebremst, doch ich wollte ohnehin nicht schnell laufen. Insgesamt fühle ich mich immer noch nicht 100% leistungsfähig. Aber es ging mir auch in erster Linie ums draußen sein. 🌞😎

Im ersten Ohr: Nerdtalk Sendung 554 – Party in Amsterdam
Im zweiten Ohr: Sneakpod #621 – Glücklich wie Lazzaro

4 Gründe, warum Eskapismus in der Corona-Krise wichtiger ist denn je

Meiner Familie und mir geht es gut. Wir sind sogar ziemlich privilegiert. Meine Frau ist Grundschullehrerin und kann unsere Zwerge somit sehr professionell zu Hause unterrichten. Ich kann im Home Office arbeiten und die Geschäfte laufen aktuell weiter. Auch die erweiterte Familie ist gesund und wir können über die moderne Technik (Video-Calls, Messenger-Dienste usw.) einfach in Kontakt bleiben. Wir haben ein Haus und einen Garten. Die Kinder können draußen spielen. Uns geht es gut.

Auf Twitter habe ich kürzlich gescherzt, dass sich für mich ja gar nicht viel ändert. Seitdem ist knapp eine weitere Woche ins Land gezogen.

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Die 5 besten Apokalypse-Filme

Passend zur Corona-Krise fragt uns Gina in der heutigen Ausgabe von Die 5 BESTEN am DONNERSTAG nach den fünf besten Apokalypse-Filmen. Nichts einfacher als das, denn ich liebe dieses Genre. Gerade die Zeit nach der Apokalypse, weshalb ich mich auch auf Filme dieser Art konzentriert habe. Die Wirklichkeit ist da leider nicht so unterhaltsam. Können wir bitte wieder zurück in die Zeit davor? 😷

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #168

Das Thema für Ausgabe #168 lautet:

Die 5 besten Apokalypse-Filme

  1. „Die Herrschaft des Feuers“ (2002) – Nachdem ich den Film zum ersten Mal gesehen hatte, war ich fast enttäuscht vom verwendeten postapokalyptischen Setting. Ich hatte mir Drachen in einem anderen Szenario gewünscht. Über die Jahre habe ich aber gerade dieses Setting lieben gelernt. Ein Film, den ich immer wieder sehr gerne schaue.
  2. „Hell“ (2011) – Es freut mich sehr, eine deutsche Produktion in dieser illustren Runde aufnehmen zu können. Tim Fehlbaums postapokalyptischer Albtraum ist sehr intensiv und, gerade in seiner ersten Hälfte, auch innovativ erzählt.
  3. „Mad Max 2: Der Vollstrecker“ (1981) & „Mad Max: Fury Road“ (2015) – Ja, es ist ein wenig geschummelt, doch beide Filme teilen sich in meinem Herzen diesen Listenplatz. Der 80er-Jahre-Film, weil er sich über Jahre in mein Herz gespielt hat und der jüngste Teil, weil er so brachial und bombastisch inszeniert ist. Unfassbar modern und doch herrlich altmodisch.
  4. „The LEGO Movie 2“ (2019) – Ich liebe die beiden originalen LEGO-Filme und der zweite hat ein so wunderbares postapokalyptisches Setting, das zudem kongenial in die Handlung eingewoben wurde, dass es nur noch eine Freude ist.
  5. „The Road“ (2009) – Zuletzt folgt wohl der beste und schmerzhafteste Film auf dieser Liste. Kaum ein zweiter Film hat mich je so fertig gemacht, wie „The Road“. Er ist unglaublich intensiv und aussichtslos. Die Vater-Sohn-Beziehung ist einfach nur herzergreifend und überhaupt ein schrecklich großartiger Film.

Run, Fatboy, Run (676)

Heute habe ich mich so erschlagen gefühlt wie schon lange nicht mehr. Ja, ich habe etwas schnupfen, aber das ist es nicht. Weniger körperlich, eher was die gesamte Stimmung angeht. Ich fühle mich momentan einfach erdrückt. Von allem. Somit habe ich mich in der Mittagspause für einen Lauf entschieden, zu dem ich zu spät losgekommen bin, weshalb ich gerade noch so in den nächsten Call gerutscht bin. Entspannt ist anders. 😓

Ein weiterer (leider nicht ganz so einsamer) Mittagslauf

Ein weiterer (leider nicht ganz so einsamer) Mittagslauf

Distance: 7.22 km
Duration: 00:46:37
Elevation: 55 m
Avg Pace: 6:27 min/km
Avg Speed: 9.3 km/h
Heart Rate: 162 bpm
Stride Frequency: 150 spm
Energy: 640 kcal

2020: 232 km
März: 51 km

Ich habe es ganz bewusst langsam angehen lassen. Wollte mich nicht überanstrengen, zudem war der Gegenwind ganz schön fies. Ich bin froh, draußen gewesen zu sein, aber letztendlich war es doch ein wenig stressig, so zwischen zwei Terminen. Das muss wieder anders werden. Der nächste Lauf vielleicht doch wieder abends?

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 194: Trainieren Zuhause

Run, Fatboy, Run (675): Spezialausgabe

Was für ein Tag! Im Home Office brummt es zurzeit richtig, so dass ich am Ende des Tages locker auf 10 Stunden reine Arbeitszeit kommen werde. Auch mein Mittag war mit Terminen voll, so dass ich zwischen 11 und 12 Uhr davor schnell eine Runde gelaufen bin. Das war auch gut so, denn vor 19 Uhr werde nicht vom Rechner wegkommen. Wenn uns diese Corona-Krise eines in der Arbeitswelt lehren wird, dann dass die Gefahr von Home Office weniger in untätigen Mitarbeitern liegt, sondern in einer Überbelastung durch mangelnde Abgrenzung zur Freizeit. Aber das nur am Rande. Geht ja hier ums Laufen… 😎

Kaum jemand ist noch unterwegs (gut so!)

Kaum jemand ist noch unterwegs (gut so!)

Distance: 7.10 km
Duration: 00:43:57
Elevation: 52 m
Avg Pace: 6:11 min/km
Avg Speed: 9.7 km/h
Heart Rate: 168 bpm
Stride Frequency: 150 spm
Energy: 616 kcal

2020: 225 km
März: 43 km

Wieder sind 25 Läufe voll. Seit dem 650. Lauf sind zweieinhalb Monate vergangen, womit ich recht zufrieden bin. Alle bisherigen Laufjahre seit 2008 findet ihr hier:

2008 2009 2010 2011 2012
Länge 130,60 143,53 382,31 426,62 291,15
Laufzeit 15:32:00 15:37:00 38:48:45 41:55:03 28:39:25
kCal 12.416 11.838 32.184 33.147 22.415
min/km 7:05 6:31 6:05 5:53 5:54
2013 2014 2015 2016 2017
Länge 388,03 319,01 243,70 670,52 649,79
Laufzeit 39:02:57 31:23:04 24:24:25 63:12:58 64:56:12
kCal 29.878 24.563 18.930 54.316 53.696
min/km 6:02 5:54 06:00 05:39 5:59
2018 2019 2020 Gesamt
Länge 1.132,30 451,9 225,7 5.455,16
Laufzeit 109:40:38 44:12:04 22:25:45 539:50:16
kCal 95.800 39.100 19.100 447.383
min/km 5:48 5:52 5:57 6:03

Meine Kalorienbilanz für 2020 sieht im Moment so aus: Ich habe 35 Tafeln Schokolade bzw. 81 Flaschen Bier runtergelaufen. Eigentlich sollte ich vermutlich eher in Whisky rechnen… 🍫🍺🥃😁

Im Ohr: FatBoysRun – Episode 193: Chiefrocker Soloshow

Media Monday #456

Die erste Woche Home Office samt Ausgangsbeschränkungen liegt hinter mir. Alles fühlt sich immer noch sehr unwirklich an. Im Moment schwankt meine Stimmung ein wenig zwischen dem hier…

…und zeitweiser Panik, eben weil ein Ende nicht in Sicht ist. Und nein, ich glaube nicht daran, dass wir das Virus bis nach Ostern im Griff haben werden. Was macht das mit unserer Gesellschaft? Der Wirtschaft? Sozialen Strukturen? Mit meinem Job habe ich Glück, auch meine Frau und meine Kinder können sich glücklich schätzen. Das weiß ich zu würdigen. Einfach ist es dennoch nicht. Aber so geht es ja uns allen und was könnte besser für Ablenkung sorgen, als die Fragen des Medienjournals? 🎬👍

Media Monday #456

  1. Einer meiner All-Time-Favourite-Actionfilme ist „Aliens: Die Rückkehr“.
  2. Was ich in punkto Action allerdings überhaupt nicht mehr sehen kann ist Stakkato-Schnitt und Orientierungslosigkeit à la „Aliens vs. Predator 2“.
  3. Der gebrochene Held ist auch so ein Klischee, das in beinahe jedem Film bemüht wird, wobei man damit auch recht gut humorvoll spielen kann, wie „The LEGO Batman Movie“ beweist.
  4. Ein gutes Beispiel, wo nicht nur mitreißende Inszenierung, sondern auch gelungene Geschichte Hand in Hand gehen ist „No Way Out: Gegen die Flammen“, der seinen Figuren sehr viel Raum gibt und mit den Konventionen des Katastrophenfilms bricht.
  5. Ansonsten lässt sich Action ja auch wunderbar mit anderen Genres kombinieren und spontan fällt mir da sofort die Action-Komödie ein, schließlich sind daraus ganze Sub-Genres (wie z.B. die Buddy-Komödie) entstanden.
  6. Hingegen von „The Expendables“ hätte ich mir doch deutlich mehr erwartet beziehungsweise ich verstehe nicht, wieso der ansonsten so gefeiert wird, denn Stallone ignoriert darin alles, was die klassischen Actionfilme so unterhaltsam gemacht hat, sprich die handgemachte Inszenierung der Action-Szenen.
  7. Zuletzt habe ich mich mit meiner Familie zu einem Spaziergang (siehe Foto unten) aufgemacht und das war bitter nötig, weil wir schon den Samstag komplett drinnen verbracht hatten.

Ein einsamer Spaziergang durch den Wald mit gelebtem #SocialDistancing (mehr Einblicke dieser Art finden sich auf meinem Instagram-Account):

No Way Out: Gegen die Flammen – OT: Only the Brave (2017)

Heute morgen war ich so platt, dass ich bis 10 Uhr geschlafen habe. Das ist mir schon ewig nicht mehr passiert. So langsam macht sich der emotionale Stress doch bemerkbar. Danach war ich aber durchaus produktiv und wir haben die Steuer 2019 bearbeitet und abgegeben. Ansonsten haben wir uns, aufgrund des miesen Wetters und der Ausgangsbeschränkungen, nur drinnen aufgehalten. Somit schien mir das Outdoor-Drama „No Way Out: Gegen die Flammen“ eine recht gute Wahl… 🔥👨‍🚒

No Way Out: Gegen die Flammen (2017) | © STUDIOCANAL

No Way Out: Gegen die Flammen (2017) | © STUDIOCANAL

Ein ungewöhnlich kraftvolles Katastrophendrama

Katastrophenfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen, gibt es ja einige. Auch bei „No Way Out: Gegen die Flammen“ hatte ich gedacht, dass ich die Formel schon kenne. Doch Regisseur Joseph Kosinski, der zuvor die effektlastigen Filme „TRON: Legacy“ und „Oblivion“ gedreht hatte, ist bei der Ausgestaltung der Geschichte einen frischen Weg gegangen. Die große Katastrophe rund um das Yarnell Hill Fire nimmt nur einen winzigen Teil des Films ein. Dafür nimmt sich Kosinski extrem viel Zeit, uns davor die einzelnen Figuren und ihre Geschichte näher zu bringen. Es dauert gut 45 Minuten bis wir überhaupt ein wenig Feuer und Action zu sehen bekommen. Doch selbst danach erzählt uns „Only the Brave“, so der Originaltitel, keinen großen Kampf gegen das Feuer, sondern die sehr persönliche Geschichte der Granite Mountain Hotshots.

Ich hatte mich zuvor nicht mit der Katastrophe beschäftigt, die in den letzten zwanzig Minuten auf uns einprasseln sollte. Wie bereits zuvor wälzt Kosinski die Action nicht groß aus, sondern bleibt in seiner Inszenierung glaubhaft und authentisch. Ich kannte den Ausgang nicht und war am Ende wirklich schockiert und ergriffen. Auch wegen der unprätentiösen Inszenierung. Hier konnte der Film wahrlich die Früchte seiner zuvor detailliert aufgebauten Figuren und ihrer Beziehungen untereinander ernten. Das fand ich sehr beeindruckend, da man diese Geschichte auch ganz anders hätte erzählen können. Für mich eine unerwartete Struktur für dieses Genre.

Fazit

Auch wenn „Only the Brave“ auf den ersten Blick wie ein 08/15-Katastrophenfilm erscheinen mag, so bin ich doch sehr froh, ihm eine Chance gegeben zu haben. Joseph Kosinski beweist bei der Inszenierung wirklich viel Feingefühl und ich war froh, für zwei Stunden in diese völlig andere Welt abgetaucht zu sein. Das Finale wird mir bestimmt noch ein wenig nachgehen: 8/10 Punkte.