Bad Apples (2025)

Wir hatten dieses Wochenende kinderfrei, sprich die Kinder waren mit ihren beiden Cousins und ihrer Cousine zum Übernachten bei den Großeltern. Frau bullion und ich hatte uns vorgenommen, endlich einen Essensgutschein einzulösen und das direkt mit einem Kinobesuch zu verbinden. Eigentlich hatte ich „Das Ende der Sterne“ geplant, doch stolperte ich über „Bad Apples“, der sogar im Originalton lief und dank Kinofest selbst im Deluxe-Saal für einen annehmbaren Preis. Der Hauptgrund war allerdings die Prämisse des Films, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… 🍎👩‍🏫

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Unfassbar bedrückend, verstörend und witzig

„Bad Apples“ ist das perfekte Gegenstück zu Zack Creggers „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“. Im Zentrum der Geschichte steht eine Lehrerin (unfassbar gespielt von Saoirse Ronan), die mit einem schwierigen Schüler zu kämpfen hat. Danny macht nicht nur ihr das Leben schwer, er sorgt dafür, dass die gesamte Klasse aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Situation, die traurig nah an der Realität ist, wie Frau bullion zu bestätigen wusste. Aufgrund einer Eskalation kommt es dazu, dass die Lehrerin Danny bei sich zu Hause im Keller einsperrt. Dies mag unrealistisch klingen, doch ist es so nachvollziehbar erzählt, dass ich dies dem Film hoch anrechne. Es ist immer klar, dass das Verhalten der Lehrerin falsch ist. Auch Marie, so heißt Saoirse Ronans Figur, ist sich dessen bewusst. Aber es bleibt stets nachvollziehbar. Durch diesen Kniff und das behutsam und durchdacht geschriebene Drehbucht, bleibt „Bad Apples“ in einer möglichen Realität verankert.

Der Ton des Films ist dabei stets satirisch, aber nie übertrieben. Die Inszenierung ist extrem geerdet und man weiß dadurch nie, in welche Richtung die Geschichte schlägt. Es hätte genauso gut in Richtung Thriller oder sogar Horror kippen können. Doch „Bad Apples“ wird eher zu einer schwarzen Komödie. Im späteren Verlauf spielt noch Pauline, die Musterschülerin der Klasse, eine größere Rolle. Diese wird grandios von Nia Brown verkörpert, welche im letzten Drittel für gleichzeitig verstörende als auch unfassbar witzige Szenen sorgt. Ich musste teils laut lachen und war damit weit nicht der Einzige im Kino. Die Romanadaption sagt viel über das Schulsystem, Lehrer:innen, Eltern und Gesellschaft aus. Ich möchte nicht alles vorwegnehmen, doch kann ich nur noch einmal meinen Punkt vom Anfang bestärken: „Bad Apples“ würde sich perfekt zu einem Double-Feature mit „Weapons“ eignen. Ein wahrlich herausragender Film, der leider nur einen sehr kleinen Kinostart bekommen hat.

Fazit

Ich bin schwer begeistert von „Bad Apples“ und kann ihn euch nur ans Herz legen, sollte der Film bei euch laufen. Er ist absolut packend und besitzt so einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, auch wenn sie im Verlauf des Films bereits angelegt sind. Saoirse Ronan und die Kinderdarsteller:innen sind fantastisch und Jonatan Etzler Regie auf den Punkt. Ein wirklich großartiger Film. Solltet ihr euch unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.

Renfield (2023)

Nachdem wir heute Nachmittag die Kids bei den Großeltern abgesetzt hatten, habe ich noch ein wenig gearbeitet. Gegen 18 Uhr haben Frau bullion und ich beschlossen, noch einen Abendspaziergang zu machen. Dieser wurde mit über 6 km etwas länger, und mittendrin haben wir uns noch Döner bzw. Falafel geholt. Danach habe ich mit „Renfield“ einen Film ausgesucht, den wir mit den Kindern (noch) nicht hätten schauen können und der nach seichter Unterhaltung aussah. Wie er uns gefallen hat? 🧛

Renfield (2023) | © Universal Pictures

Renfield (2023) | © Universal Pictures

Sehr kurzweilig, doch viel zu überdreht

Wenn man die Serie „What We Do in the Shadows“ (und natürlich auch den Film) gesehen hat, dann ist der Goldstandard moderner Vampir-Komödien bereits bekannt. Ich kann es direkt vorwegnehmen: „Renfield“ kommt nicht annähernd an den Humor der beiden Werke heran. Damit will ich es auch beim Vergleich belassen, denn „Renfield“ kann durchaus für sich stehen. Den Aufhänger, die Beziehung zwischen Dracula und Renfield als toxisches Arbeitsverhältnis darzustellen, fand ich schon recht witzig. Auch Nicolas Cage und Nicholas Hoult harmonieren wunderbar miteinander. Da hätte der Film gerne noch mehr in die Tiefe gehen können. Mehr ruhige Szenen. Weniger übertriebene Action. Aber dann wären wir ja doch wieder bei „What We Do in the Shadows“, wo die Beziehung zwischen Vampir und Familiar ebenfalls ein wichtiger Handlungsstrang ist. Nur eben viel besser umgesetzt.

Vermutlich hätte mir „Renfield“ auch (noch) besser gefallen, wenn die Welt nicht so comichaft übertrieben gewesen wäre. Auch das macht die oben bereits mehrfach erwähnte Serie so viel besser. Aber ich wollte ja nicht mehr vergleichen. Nicholas Hoult spielt Draculas Diener großartig, nur das Mutieren zum Superhelden fand ich seltsam. Die damit verbundene Action, die splattermäßig ordentlich zur Sache geht (leider mit viel CGI-Blut), macht Spaß und war mir teils dennoch zu viel des Guten. Auch hier wieder zu comichaft. Besser haben mir die ruhigeren Szenen gefallen, wenn das Bild mal länger stehen bleibt und wir Draculas Verlies z.B. länger zu sehen bekommen. Leider peitscht Regisseur Chris McKay die Geschichte ziemlich durch, was gar nicht nötig gewesen wäre. Ansonsten spielen sich Awkwafina und Ben Schwartz selbst bzw. so, wie sie all ihre Rollen spielen. Dafür hat es mich gefreut, Shohreh Aghdashloo zu sehen, die ich seit „The Expanse“ liebe.

Fazit

„Renfield“ ist ein netter und sehr kurzweiliger Film. Leider zündet der Humor nicht immer und die Action ist zu übertrieben. Mit einer balancierteren Inszenierung hätte er deutlich besser sein können. Nun sag ich es doch noch einmal: Zur Not lieber zu „What We Do in the Shadows“ greifen. Hat man Film und Serie aber schon x-mal gesehen, dann macht auch „Renfield“ durchaus Spaß: 6/10 Punkte.

The Ritual (2017)

Draußen hat es heute erneut gut 33 °C. Ich habe zunächst ein wenig auf der Terrasse gelesen, doch dann wurde mir auch zu warm. Der Zwergofant hat sich mit seinen Freunden ins Freibad verabschiedet, Frau bullion ist mit ihrer Mama einkaufen und das Zappelinchen sitzt im kühlen Keller (gerade in diesen Moment auch neben mir) und arbeitet an ihrem Referat. Folglich habe ich die Gelegenheit ergriffen und mit „The Ritual“ einmal wieder einen Horrorfilm geschaut. Am helllichten Tage traue sogar ich mich das. Wie mir David Bruckners Film gefallen hat? 🌲

The Ritual (2017) | © Netflix

The Ritual (2017) | © Netflix

Dichte Atmosphäre im Horror-Wald

Warum habe ich mich ausgerechnet für „The Ritual“ entschieden? In meiner bevorzugten Filmpodcast-Blase wurde nun schon mehrfach positiv darüber gesprochen. Zudem ist der Schauplatz die Wildnis, was ich stets reizvoll finde. Wie kann ich „The Ritual“ nun am besten beschreiben? Er hat mich etwas an eine männliche Version von „The Descent“ erinnert oder auch an die Eröffnungsszene von „The Empty Man“, gewürzt mit „The Blair Witch Project“. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vier Freunde, die ein traumatisches Ereignis verbindet. Bei einer Wanderung durch die nordschwedische Wildnis kommen sie von ihrer Route ab und verlieren sich in den Wäldern. Doch dort sind sie nicht allein. Das mag nun nicht sonderlich spannend klingen, doch ist es David Bruckners Inszenierung, die „The Ritual“ für mich über andere Genrevertreter hebt.

Nach nur 10(!) Minuten haben wir die Freundesgruppe kennengelernt, das traumatische Ereignis miterlebt und befinden uns bereits auf der Wanderung. Unfassbar effizient erzählt und doch fühlt sich die Geschichte nicht überhastet an. Auch wenn ich so meine Probleme mit der Dynamik innerhalb der Freundesgruppe hatte (warum müssen Männerfreundschaften immer so oberflächlich bis toxisch sein?), so funktioniert die Zusammenstellung doch auch ganz gut. Schnell wird klar, dass es um Traumaverarbeitung geht und dies wird auch nicht gerade subtil erzählt. Oft wirken Szenen im Wald etwas unfilmisch, doch David Bruckner schafft es die Isolation und Bedrohung wunderbar einzufangen. Die Atmosphäre ist zu Beginn wirklich beunruhigend und ich konnte mich trotz Hitzewelle gut in die Figuren einfühlen. Am Ende ging es mir fast etwas schnell und die konkrete Darstellung der Bedrohung ließ mich den Horror nicht mehr so recht spüren. Aber nun gut, so ist das ja oft auf der Zielgeraden innerhalb dieses Genres.

Fazit

„The Ritual“ ist ein packender Horrorfilm in einem spannenden Setting. Die dichte Atmosphäre hat es mir wirklich angetan. Auch die Dynamik zwischen den Figuren funktioniert recht gut, selbst wenn diese auf alle nur erdenklichen Klischees zurückgreift. Die Auflösung des Horrors schwankt dann zwischen innovativ und schon dutzende Male gesehen. Dennoch kann ich den Film nur empfehlen, auch an heißen Sommertagen: 7/10 Punkte.

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015) (WS1)

Den wunderschönen 1. Mai haben wir komplett draußen verbracht. Abends ist Frau bullion mit unserem Patenkind auf ein Konzert gegangen und ich habe mit den Kindern einen Film geschaut. Die Auswahl war groß, doch letztendlich haben sie sich mit „Vacation: Wir sind die Griswolds“ für eine Komödie entschieden. Da ich bei meiner ersten Sichtung sehr viel gelacht hatte, war auch ich froh über ihre Wahl. 🚙

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015) | © Warner Bros. (PLAION PICTURES)

Vacation: Wir sind die Griswolds (2015) | © Warner Bros. (PLAION PICTURES)

Auch beim zweiten Mal ein großer Spaß

Nachdem die Kinder die Familie Griswold durch unzählige Sichtungen von „Schöne Bescherung“ sowie den originalen „Die schrillen Vier auf Achse“ und „Hilfe, die Amis kommen“ kennen, haben sie auch schnell in diese späte Fortsetzung reingefunden. Ich rechne es dem Autoren- und Regie-Duo John Francis Daley und Jonathan Goldstein hoch an, dass sie sich für eine Fortsetzung und kein Reboot der Reihe entschieden haben. Quasi ein frühes Legacy-Sequel. Wer bei John Francis Daley und Jonathan Goldstein aufhorcht, der tut dies zurecht, denn beide zeichnen sich auch für den grandiosen „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben“ verantwortlich. Auch wenn diese 2015er Komödie oft belächelt wird, so zeigte sich ihr Talent jedoch schon damals. Humor und Action werden besser aufgebaut, als man dies erwarten würde. Ich hatte heute wieder enorm viel Spaß mit Rusty Griswolds Familientrip.

Ed Helms und Christina Applegate harmonieren wunderbar zusammen und ich wünschte mir, dass es noch mehr Filme mit den beiden gegeben hätte. Die Kinder sind dagegen teils gewöhnungsbedürftig, doch gibt es auch bei diesen eine Entwicklung, was für solch eine platte Komödie schon beachtlich ist. Es zündet nicht jeder Gag, doch das ist okay, denn es gibt so unglaublich viele Gags! Sowohl die Kinder als auch ich haben unfassbar viel gelacht. Schon alleine der Tartan Prancer ist herrlich doof und auch Chris Hemsworth als Wettermann ist einfach nur absurd witzig. Die Gastauftritte von Chevy Chase und Beverly D’Angelo sind am Ende noch das Salz in der Suppe. Für mich hätte es kein besseres Legacy-Sequel der „Vacation“-Reihe geben können.

Fazit

Bereits bei meiner ersten Sichtung hatte mich „Vacation: Wir sind die Griswolds“ positiv überrascht und er funktioniert auch beim zweiten Mal tadellos. Auch wenn er oft platt ist, und so mancher Witz unter der Gürtellinie, verkauft der Film sein Publikum nicht für dumm und hat das Herz am rechten Fleck. Die Kinder haben sich köstlich amüsiert und ich ebenso. Vielleicht sollten wir häufiger Komödien schauen? 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Der Super Mario Galaxy Film – OT: The Super Mario Galaxy Movie (2026)

Wer hätte das gedacht? Nach großer Kinoflaute im bisherigen Filmjahr, war ich nach „Der Astronaut: Project Hail Mary“ direkt zum zweiten Mal innerhalb von nur sieben Tagen im Lichtspielhaus. Der Zwergofant und ich hatten schon lange ausgemacht, „Der Super Mario Galaxy Film“ gemeinsam schauen zu wollen. Nach einem arbeitsreichen Tag (dazu an anderer Stelle mehr), haben wir uns erneut auf den Weg ins Pilzkönigreich gemacht, um mit den beiden Brüdern in ferne Galaxien zu fliegen… 🍄

Der Super Mario Galaxy Film (2026) | © Universal Pictures

Der Super Mario Galaxy Film (2026) | © Universal Pictures

Von allem zu viel und doch zu wenig Herz

Als ich vor ziemlich genau drei Jahren mit den zehnjährigen Zwergofanten „Der Super Mario Bros. Film“ im Kino gesehen habe, war das ein ziemlich großes Ereignis für uns beide. Obwohl der Film weit nicht perfekt war, so hat er doch ziemlich genau das abgeliefert, was wir uns erwartet hatten. Inzwischen haben wir den Film auch zu Hause noch einmal geschaut und ich mochte ihn fast noch etwas mehr. Auf den zweiten Teil hatte ich mich auch gefreut, auch wenn ich nicht verstehen konnte, warum es ausgerechnet der „Der Super Mario Galaxy Film“ werden sollte. Aber nun gut. Nach einem Bombardement an Trailern und Film-Clips waren wir bereit für ein neues Abenteuer. Dann jedoch kamen die ersten Kritiken, und obwohl diese eher verhalten bis vernichtend waren, hatte ich mich doch auf den Film und vor allem den gemeinsamen Kinobesuch gefreut.

Tatsächlich hat „Der Super Mario Galaxy Film“ nur wenig Geschichte zu bieten, was ich aber nicht schlimm fand. Die Handlung war auch beim ersten Teil eher rudimentär. Auch die unzähligen audiovisuellen Verweise auf Nebenfiguren und andere Nintendo-Charaktere haben mich nicht wirklich gestört. Das ist irgendwie zu erwarten. Was mir allerdings gefehlt hat, ist das Herz. Dieses war im ersten Teil noch ausgeprägter vorhanden, wie z.B. in den Familienszenen am Esstisch der Brüder. In der Fortsetzung bot einzig die Beziehung zwischen Bowser und Bowser Jr. einen emotionalen Anker. Jedoch wurde sich auch für diesen zu wenig Zeit genommen. Jegliche Tiefe geht in der Bilderflut unter, die zwar unterhält, welche ich aber morgen schon wieder vergessen haben werde. Gelacht bzw. geschmunzelt habe ich durchaus häufiger und ich mochte auch die erweiterte Welt. Vielleicht ist aus Mario auch nicht mehr rauszuholen als ein paar witzige Jump-and-Run-Sequenzen?

Fazit

Auch wenn ich Spaß im Kino hatte, und nicht so harsch mit dem Film ins Gericht gehen möchte, wie die meisten Kritiker:innen, so fand auch ich „Der Super Mario Galaxy Film“ deutlich schwächer als den ersten Teil. Der Zwergofant sieht das ganz ähnlich, hatte jedoch auch seinen Spaß. Mir scheint diese Welt im Langfilmformat nun endgültig ausgereizt. Ein dritter Teil ist jedoch vermutlich sicher. Ob wir dann wieder im Kino sitzen werden? Irgendwie bezweifle ich das gerade: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit dem BRK beim Blutspenden; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Anaconda (2025)

Nach einem kalorienreichen Ostermontag, haben wir uns abends auf dem Sofa versammelt, um den Tag mit einem Film ausklingen zu lassen. Die Wahl fiel auf „Anaconda“ aus dem Jahr 2025. Kaum einen Trailer habe ich im Kino häufiger gesehen. Knapp vier Monate nach Release läuft der Film auch schon auf Netflix. Also haben wir uns in den Dschungel begeben und sind auf Schlangenjagd gegangen. 🐍

Anaconda (2025) | © Sony Pictures

Anaconda (2025) | © Sony Pictures

Tolle Idee für ein Remake, doch leider nicht genug

Den originalen „Anaconda“ habe ich 1997, also vor unfassbaren 29 Jahren, tatsächlich im Kino gesehen. Ich mochte ihn damals recht gerne für das war er ist: Ziemlich platter Tierhorror mit schönem Setting. Zuletzt habe ich den 1997er „Anaconda“ vor neun Jahren noch einmal gesehen und mein damaliger Eindruck hatte sich bestätigt. Der Film hat noch unzählige  Direct-to-Video-Fortsetzungen nach sich gezogen, von denen ich jedoch keine gesehen habe. Dann wurde das Remake bzw. Reboot angekündigt und tatsächlich war ich vom Konzept begeistert: Fans des Films (gespielt von Jack Black und Paul Rudd) haben sich die Rechte am Franchise besorgt und wollen kostengünstig ein Remake bzw. Reboot bzw. eine Reimagination des 1997er Films drehen. Quasi ein Meta-Remake über das Filmemachen verpackt als Tierhorrorkomödie. Schon alleine für diese Idee wollte ich den 2025er „Anaconda“ lieben.

In grobe Zügen bzw. einzelnen Szenen funktioniert die Geschichte auch wunderbar. Immer dann, wenn die absurde Situation voll ausgespielt wird. Leider passiert das nicht oft genug und der Film kann sich nicht so recht entscheiden, ob er nicht lieber ein Tierhorror-Reboot oder eine Komödie über Amateur-Filmschaffende sein will. Es gibt nur wenige Szenen, die wirklich komplett funktionieren. Die Schauspieler:innen mag ich sehr und doch wirken ihre Darbietungen ein wenig gewollt. Wenn es dann zu großen Actionszenen kommt, wird es gar generisch und etwas langweilig. Da helfen auch Gastauftritte von Ice Cube und Jennifer Lopez nichts. Die meisten Gags bzw. Überraschungen wurden zudem bereits im Trailer verbraten, was immer schade ist. Das fasst es auch ganz gut zusammen: Es ist schade, wie wenig der 2025er „Anaconda“ aus seiner fantastischen Grundidee macht.

Fazit

Ich hatte durchaus Spaß mit dem 2025er „Anaconda“. Vermutlich sogar ähnlich viel, wie mit der 1997er Variante. Doch auch diese war bereits kein sonderlich guter Film. Umso brillanter war die Idee, ausgerechnet diesen Tierhorrorstreifen in Meta-Form zu rebooten. Die Kinder haben den Film, auch ohne Kenntnis des Originals, ganz ähnlich wahrgenommen. Wir wurden zwar gut unterhalten, aber so ganz wollte der Funke einfach nicht überspringen: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 6/10 Punkte.)

Elio (2025)

Heute stand endlich einmal wieder ein Filmabend auf dem Programm. Nach einer der forderndsten Arbeitswochen seit einer Ewigkeit (erstaunlich wie sich das immer noch steigern kann), habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Das Zappelinchen war beim Chorauftritt ihrer Cousine. Nachdem ich den Zwergofanten vom Karate-Training abgeholt hatte, hat sich noch mein Neffe zu uns gesellt und wir haben uns den Pixar-Film „Elio“ angeschaut, den ich schon gerne im Kino gesehen hätte. Wie er uns gefallen hat? Die Kritiken waren ja nicht sonderlich berauschend… 🛸

Elio (2025) | © Walt Disney

Elio (2025) | © Walt Disney

Ein kunterbuntes Sci-Fi-Abenteuer von Pixar

Die Geschichte um den jungen Elio, der seine Eltern verloren hat und sich nun mit seiner Tante zusammenraufen muss, ging mir durchaus zu Herzen. Die Bewältigungsstrategie des Jungen, von Aliens entführt werden zu wollen, bietet so manche witzige Situation. Spätestens wenn es dann wirklich soweit kommt, befinden wir uns in einem wilden und bunten Abenteuer, welches ein hohes Tempo und viele interessante Alien-Rassen zu bieten hat. Alles rund um Bösewicht Lord Grigon hat mich ein wenig an „Lightyear“ erinnert – und ja, in dessen Liga spielt „Elio“ irgendwie auch. Sowohl was das Setting als auch was die Qualität angeht. Beiden Filmen blieb der Publikumserfolg verwehrt und ich fand sie deutlich besser als der Durchschnitt. Kein neues Pixar-Highlight, aber ein nettes Sci-Fi-Abenteuer, das so manch charmanten Gag und eine zu Herzen gehende Geschichte bietet.

Ich mochte sehr, dass sich die Hauptfigur Elio Solís tatsächlich so verhält wie ein Kind. Ein Kind, das in seiner ganz eigenen Welt lebt, was in seiner Ausnahmesituation nur zu verständlich ist. Das ist manchmal anstrengend und fast ein wenig nervig, doch konnte ich mich gut reinfühlen. Wenn das nicht gelingt, dürfte die Kritik schon deutlich harscher ausfallen, auch weil der Rest der Geschichte nicht vor Innovation strotzt und hauptsächlich durch Situationskomik und ihre Figuren zu überzeugen weiß. Dennoch finde ich es insgesamt sehr schade, dass „Elio“ an den Kinokassen so abgestraft wurde. Das hat der Film nicht verdient, zumal er nicht nur eine Fortsetzung ist.

Fazit

„Elio“ mag nicht das Highlight unter den modernen Pixar-Filmen sein, vermutlich gehört er sogar zu den schwächeren Filmen des Studios, doch am Ende bleibt immer noch ein sehr sehenswertes Sci-Fi-Abenteuer. Ich konnte mich gut darauf einlassen und hatte einen famosen Abend. Auch die Kinder hatten ihren Spaß, wenngleich der Zwergofant auch nicht ganz so begeistert war: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hat den Chorauftritt ihrer Cousine besucht; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS16)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Heute war es endlich soweit. Der letzte große Baustein, um die Weihnachtszeit einzuläuten, wurde gesetzt: Wir haben uns „Schöne Bescherung“ angeschaut. Diese Tradition begleitet uns nun schon seit etlichen Jahren und ich habe mich wieder enorm darauf gefreut. Auch der Zwergofant war Feuer und Flamme. Der Rest der Familie hat es eher über sich ergehen lassen. Hier nun also die inzwischen schon 17. Besprechung des Weihnachtsklassikers auf meinem Blog… 🎄🎅

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Schöne Bescherung (1989) | © Warner Home Video

Mit den Griswolds das Weihnachtsfest einläuten

Wie bereits im letzten Jahr, haben wir auch heute die englische Originalfassung gesehen. Dennoch habe ich so manchen Dialog auf deutsch mitgesprochen, denn die Synchro ist tatsächlich sehr gelungen. Ich weiß auch nicht, was es ist, doch mir wird „Schöne Bescherung“ einfach nicht langweilig. John Hughes‘ Drehbuch ist wahrlich auf den Punkt geschrieben, die Schauspieler:innen machen ihre Sache perfekt und Jeremiah S. Chechiks Regie trifft den Ton der Geschichte genau. Der Film bewegt sich gekonnt zwischen Anarchie und Herzlichkeit. Das komödiantische Timing ist perfekt und ich habe erneut oft laut gelacht. Zudem ist „Schöne Bescherung“ eine wunderbare Zeitkapsel der ausgehenden 1980er Jahre. Es war eine einfachere Zeit.

Inzwischen ist „Schöne Bescherung“ fraglos der Film, den ich in meinem Leben am häufigsten gesehen habe. Die unzähligen Sichtungen meiner eigenen Kindheit und Jugend gar nicht mitgezählt. Obwohl ich viele Weihnachtsfilme kenne und schätze, so ist es für mich dieser, der den Geist eines chaotischen Familienweihnachtsfestes wunderbar einfängt. Ich würde mir ein LEGO-Set des Griswold-Hauses wünschen. Das wäre wirklich famos. Vielleicht sollte ich mich auch einmal nach der 4K-Fassung des Films umschauen, obwohl ich meine treue Blu-ray ungern missen würde:

Fazit

Nun kann Weihnachten kommen. Auch wenn wir dieses Jahr spät mit der Sichtung von „Schöne Bescherung“ dran gewesen sind, so war diese doch nötig. Ohne die Griswolds hätte für mich ein großer Teil unserer Weihnachtstradition gefehlt. Auch wenn es sich komisch anhört, doch ich freue mich jetzt bereits auf die Sichtung im kommenden Jahr: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Beetlejuice (1988) (WS1)

Ein aufregender Tag geht zu Ende: Das Zappelinchen hatte ihre ersten Einsätze im Rahmen des BRK-Bereitschaftsdienstes (der letzte ging bis 22 Uhr). Dennoch haben wir zwischen zwei Einsätzen mit „Beetlejuice“ einen Filmabend eingeschoben. Meine letzte Sichtung lag schon sieben Jahre zurück und ich war gespannt, wie Tim Burtons Gruselkomödie bei den Kindern ankommt… 🪦

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Beetlejuice (1988) | © Warner Home Video

Ein völliger Fiebertraum von einem Film

Gestern Abend habe ich mich über „Blood & Sinners“ und die Tatsache gefreut, dass es auch heute noch originelle Filme gibt. Doch das ist nichts im Vergleich zu „Beetlejuice“, in dem Tim Burton wahrlich alle Register zieht: Das Jenseits ist so voller Esprit und Witz erzählt, dass es eine wahre Freude ist. Das Worldbuilding ist großartig und man wird durch die Hauptfiguren Adam (Alec Baldwin) und Barbara (Geena Davis) Maitland, die frisch Verstorbenen, wunderbar in die absurden Regeln dieser Welt eingeführt. Auch die Tatsache, dass der titelgebende Lottergeist Beetlejuice (bzw. Betelgeuse) für nur knapp 15 Minuten auftritt, und dieser damit eher eine Randbemerkung im großen Ganzen ist, kommt dem Film zugute. Dieser Gag bzw. Michael Keatons wunderbar überzogenes Spiel kann sich somit gar nicht totreiten.

Mein Highlight war auch heute wieder die fantastische Day-O-Szene, in der alle beteiligten Schauspieler:innen, allen voran Catherine O’Hara (u.a. Moira Rose aus „Schitt’s Creek“), eine unfassbar witzige Performance abliefern. Daneben mochte ich natürlich alles rund um das bürokratisierte Jenseits. Tim Burton schöpft hier bereits aus dem Vollen, was meiner Meinung nach nur so gut funktioniert, weil die Maitlands komplett bodenständig gezeichnet werden. Selbst als Gespenster in ihrem eigenen Haus. Übrigens war dies der erste Film, den wir alle vier in englischem Originalton gesehen haben und das hat erstaunlich gut funktioniert. Überhaupt waren die Kinder, speziell das Zappelinchen, deutlich begeisterter von „Beetlejuice“ als ich das vermutet hätte. Nach dem Film wurde sie noch zum letzten Einsatz des  Tages abgeholt. Schon alleine deshalb wird sie diese Sichtung wohl nicht so schnell vergessen.

Fazit

Mir hat „Beetlejuice“ heute noch einmal bedeutend besser gefallen als beim letzten Durchgang. Nun freue ich mich schon auf die Fortsetzung „Beetlejuice Beetlejuice“ und hoffe, dass Tim Burton damit den Ton des Originals trifft. Wie schon die „Addams Family“-Reihe perfekte Grusel-light-Unterhaltung für die ganze Familie: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Die Addams Family in verrückter Tradition – OT: Addams Family Values (1993)

Endlich Freitag, endlich wieder ein Filmabend. Dabei sind wir wieder spät vor den Fernseher gekommen, denn das Zappelinchen hatte heute ihre Vorstellung beim BRK und ich war mit dem Zwergofanten beim Karate-Training. Danach haben wir noch gegessen, uns über den Tag ausgetauscht und sind letztendlich viel zu müde aufs Sofa gefallen, um uns „Die Addams Family in verrückter Tradition“ anzuschauen. ⚰️

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die Addams Family in verrückter Tradition (1993) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Eine Fortsetzung auf dem Niveau des ersten Teils

Nachdem uns bereits „Addams Family“ sehr gut gefallen hatte, war die Vorfreude auf den zweiten Teil durchaus groß. Im Gegensatz zum Vorgänger hatte ich diesen jedoch nicht so häufig in meiner eigenen Jugend gesehen. Vermutlich eine oder maximal zwei Sichtungen. Ich konnte mich eigentlich nur noch an die grobe Handlung und das Baby mit dem wundervollen Namen Pubert erinnern. Sowohl Look und Stimmung als auch die Handlung sind perfekt getroffen, um eine würdige Fortsetzung zu sein. Eine solche ist „Die Addams Family in verrückter Tradition“ zweifellos. Das mag auch daran liegen, dass erneut Barry Sonnenfeld auf dem Regiestuhl saß, der komplette Cast wieder mit von der Partie war (ergänzt durch die famose Joan Cusack) und nicht zu viel Zeit zum Vorgänger vergangen war.

Auch wenn die Handlung abwechslungsreicher wirkt und es deutlich mehr Schauplätze gibt, so mochte ich den fokussierten ersten Teil noch einen Tick mehr. Als Fortsetzung hätte ich mir jedoch keinen besseren Film wünschen können. Der Plot um die schwarze Witwe, die Onkel Fester umbringen will, daran aber scheitert, ist herrlich absurd und witzig. Die Sommercamp-Eskapaden von Wednesday und Pugsley mochte ich auch. Alles rund um das Baby ist ohnehin grandios. Insgesamt eine wirklich runde Sache und das in gerade einmal 94 Minuten inklusive Abspann erzählt. Das bekommt heute kaum noch ein Film hin. Barry Sonnenfeld war wahrlich der perfekte Mann für diese Familie.

Fazit

„Die Addams Family in verrückter Tradition“ schließt gekonnt an den Vorgänger an und ist allen Fans der wunderbar charmant-verrückten Familie zu empfehlen. Leider haben nur der Zwergofant und ich bis zum Ende durchgehalten. Die Nächte sind einfach zu kurz und die Tage zu vollgestopft. Da wünschte man sich die Energie, welche die Addams Family an den Tag bzw. die Nacht legt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: ist leider während des Films eingeschlafen; Zwergofant: 7/10 Punkte.)