Review: Jimmy Eat World – Surviving (2019)

Jimmy Eat World - Surviving (2019)Das letzte Mal habe 2011 ein Album besprochen. Damals war das zu „Wilde Brombeeren“ von Bernd Begemann & Die Befreiung. Das ist nun fast auf den Tag genau 8 Jahre her. Unfassbar. Habe ich seitdem keine Musik gehört? Oder mich gar dem Streaming hingegeben? Keineswegs! Ich kaufe nach wie vor Alben und genieße es, meine persönliche Musikbibliothek beständig zu erweitern. Nur darüber geschrieben habe ich schon länger nicht mehr. Zuletzt stand ich bei der 2017er Deluxe-Version von blink-182s „California“ kurz davor, doch ich bin darüber hinweggekommen. Nun haben Jimmy Eat World mit „Surviving“ ein neues Album veröffentlicht und es ist so großartig geworden, dass ich unbedingt darüber schreiben möchte. ❤

Einordnung von „Surviving“ in die Discographie

Jimmy Eat World begleiten mich bereits seit 18 Jahren. Eine unfassbar lange Zeit. Sie gehören zu den wenigen Bands, deren Veröffentlichungen ich ungehört kaufe. Müsste ich mich auf ewig nur für eine Band entscheiden, dann wäre diese wohl Jimmy Eat World. Nachdem ich bereits den Vorgänger „Integrity Blues“ ziemlich stark fand, so hat mich „Surviving“ doch völlig umgehauen. Wirklich schlecht war keines der letzten Alben, doch an die Qualität von „Clarity“, „Bleed American“ oder „Futures“ ist keines mehr herangekommen. Speziell „Invented“ und vor allem „Damage“ zählen für mich doch zu den eher schwächeren Werken des Quartetts rund um Jim Adkins. Nach etlichen Durchgängen kann ich über „Surviving“ sagen: Es ist für mich das beste Jimmy-Eat-World-Album seit dem 2004er „Futures“. Nachdem ich die Band 2008 live erleben durfte, hoffe ich nun umso mehr, dass sie anlässlich des neuen Albums erneut einen Tourstopp in Deutschland einlegen.

All Killer, No Filler (selbst der ungewohnte „555“)

Bereits der Opener „Surviving“ ist ein Brett, das an alte Zeiten erinnert. Dennoch wirkt der Sound frisch und unverbraucht. Wirklich der perfekte Einstieg in das Album. Weiter geht es mit „Criminal Energy“, der noch typischer für die Band ist. Allerdings erinnert der Sound eher an längst vergangene Zeiten und ich war (positiv) überrascht zwei so mitreißende Song für den Einstieg vorzufinden. Mit „Delivery“ wird es ruhiger und das vertraute Gefühl einer typischen Mid-Tempo-Nummer stellt sich ein. Direkt im Anschluss liefern Jimmy Eat World mit „555“ den wohl ungewöhnlichsten Song des Albums ab: Mit 80er-Jahre-Synth-Anleihen und einem für Jim Adkins extrem ungewöhnlichen Gesang hat mich der Song zunächst verwirrt zurückgelassen. Nach ein paar Durchgängen jedoch habe ich meinen Zugang zu ihm gefunden. Sehr untypisch, aber gerade deshalb auch faszinierend.

Nachdem die Zuhörerschaft auf die Probe gestellt wurde, kommt mit „One Mil“ vermutlich mein Lieblingssong. Er erinnert mich stark an „Blister“ vom 2001er Meisterwerk „Bleed American“. Er ist wunderbar mitreißend und war mein erster Ohrwurm des Albums. Mit „All the Way (Stay)“ folgt sogleich der nächste Hit, der zudem mit einem Saxophon-Solo(!) aufwartet. Und es funktioniert seltsamerweise wunderbar. Der letzte Kracher in der extrem Starke Mitte des Albums ist „Diamond“, der zudem eine schöne Botschaft transportiert:

That’s how a diamond grows
Give yourself the right chance over time
Don’t believe them if they try to sell you something quicker

Jimmy Eat World – Diamond auf „Surviving“ (2019)

Es folgt ein alter Bekannter. „Love Never“ ist kein neuer Song. Jimmy Eat World hatten ihn bereits 2018 veröffentlicht. Dies ist aber kein Nachteil, denn er fügt sich sowohl inhaltlich als auch stilistisch perfekt in „Surviving“ ein. Der darauf folgende Song „Recommit“ fühlt sich sehr nach einem Song an, den man als Hörer am Ende eines Jimmy-Eat-World-Albums erwarten würde. Den perfekten Abschluss bildet letztendlich „Congratulations“, der nicht nur der längste Song des Albums ist, sondern nach „555“ auch der experimentellste. Auch hier gibt es wieder Synth-Klänge zu bewundern, die jedoch in Percussion und schrammeligen Gitarren aufgehen und somit eine fast schon hypnotische Einheit bilden, welche gar an „Clarity“-Zeiten erinnern.

Fazit

Für mich ist „Surviving“ ein ganz großer Wurf. Zwar habe ich die vorherigen vier Alben immer gerne gehört, doch über die Maßen begeistert hatte mich keines (einzelne Songs einmal ausgenommen). Dieses neueste Werk des sympathischen Quartetts werde ich in Zukunft jedoch bestimmt ähnlich häufig hören, wie das nahezu perfekte Trio „Clarity“, „Bleed American“ und „Futures“. Eine dicke Empfehlung für Fans der Band und solche, die es werden wollen. 👍

Anspieltipps:
Ich kann auch nur empfehlen in alle Songs reinzuhören, was dank offizieller Playlist auf YouTube auch einfach möglich ist. Ein gutes Bild bekommt ihr jedoch mit „Surviving“, „555“, „One Mil“, „All the Way (Stay)“ und „Congratulations“.

Ein Gedanke zu “Review: Jimmy Eat World – Surviving (2019)

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