Terminator: Genisys – OT: Terminator Genisys (2015)

Ein äußerst nerviger Tag liegt hinter mir. Wann habe ich eigentlich damit aufgehört, Brückentage für spaßige Dinge zu nutzen? Dafür nimmt man sich doch eigentlich frei. Nach einem Tag in diversen Baumärkten, beim Reklamieren und Umtaschen, wollte ich zumindest meine Abendunterhaltung mit „Terminator: Genisys“ sichern. Auch wenn meine Erwartungen nicht sonderlich hoch waren, hoffte ich doch zumindest auf gewisse nostalgische Momente – und diese sollten sich tatsächlich auch einstellen…

terminator-genisys

Schon als ich den Trailer im Kino sah, wusste ich: Das wird nichts. Ein gealterter Terminator, viel zu viel schlechtes CGI und gewollt lustige Sprüche. Ach, Hollywood, was soll denn das nun wieder? Nach etlichen gemischten Kritiken wurde ich dann doch neugierig, zumal der Regisseur des Films auch großer Fan des Franchises sein soll und somit zumindest Fan-Service garantiert sein dürfte. Und tatsächlich wirkt „Terminator: Genisys“ über weite Strecken wie Fan-Fiction – nur eben mit Millionen-Budget. Der große finanzielle Erfolg blieb aus und somit sehen wir uns bereits zum zweiten Mal dem Fragment einer geplanten Trilogie gegenüber.

Am Anfang des Films wird viel erklärt. Viel zu viel. Dabei mochte ich es sehr, die Zukunft zu sehen, in der die Maschinen an der Macht sind. Aber das ist nur von kurzer Dauer, denn das Blatt wendet sich zu schnell und schon findet man sich im nur allzu bekannten Setting wieder. Den Kniff mit den zwei Arnies (alt gegen jung) fand ich dabei nett und gut gelöst. Allerdings wurde das Pulver damit bereits in der ersten halben Stunde verschossen – und danach geht es leider auch bergab. Es gibt weitere Zeitsprünge und seltsame Entwicklungen, die zwar alle irgendwie unterhaltsam anzusehen waren, doch eben auch so vollkommen belanglos sind, dass sich dieser fünfte Teil des Franchises in kein Gedächtnis spielen wird.

Was die Besetzung angeht, so funktioniert Arnie als gealterter Terminator tatsächlich erstaunlich gut. Zumindest solange es das schwache Drehbuch zulässt. Auch Emilia Clarke (Daenerys Targaryen, „Game of Thrones“) als Sarah Connor weiß zu überzeugen und hat so einiges zu tun, gegen die Fehlbesetzung ihres Mitstreiters und potenziellen Love-Interests Kyle Reese (der wie immer völlig blasse Jai Courtney) anzuspielen. Jason Clarke sehe ich ja normalerweise wirklich gerne, doch funktioniert er als John Connor einfach nicht. Vielleicht liegt das aber auch an der selten dämlichen Idee aus ihm den Bösewicht zu machen. Auch wenn „Terminator: Genisys“ damit das qualitative Schlusslicht der Filmreihe bildet, hatte ich doch Spaß mit dem Film:

  1. „The Terminator“ (1984)
  2. „Terminator 2: Judgment Day“ (1991)
  3. „Terminator 3: Rise of the Machines“ (2003)
  4. „Terminator Salvation“ (2009)
  5. „Terminator Genysis“ (2015) 

Insgesamt bekommt man mit dieser Reboot/Relaunch-Mutation wohl ziemlich genau das, was man erwarten konnte. So ähnlich wie bereits in „Jurassic World“ wird hier zu sehr auf Nostalgie gesetzt, ohne jedoch Verständnis für die Klassiker zu zeigen. Leider ist die Handlung größtenteils zu hanebüchen und die Action biedert sich an den CGI-Overkill der letzten Jahre an. Nichts Halbes und nichts Ganzes – und somit ein ziemlich unnötiger und bestenfalls durchschnittlicher Unterhaltungsfilm: 5/10 Punkte.

44 Gedanken zu “Terminator: Genisys – OT: Terminator Genisys (2015)

  1. Kann man sich hier für den Jai Courtney-Anti-Fanclub anmelden? Der schreibt sich laut IMDB wirklich so, obwohl ich mir sicher bin, die y-Variante überall gelesen zu haben. Der hat bestimmt seinen Namen geändert, um Bloggern und Reviewern auf die Nerven zu gehen. So wie er Filmzuschauern durch sein langweiliges Auftreten und ödes Acting auf die Nerven geht.

    Terminator: Genisys hat mich auch bei irgendeinem Zeitsprung verloren. Für mich hat dieser Neuaufwasch eine Frage nicht überzeugend beantworten können: Weshalb das gucken, wenn Terminator 2 ein rundum zeitlos gelungener SciFi-Streifen ist?

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    • Ich habe ja noch nicht viel mit Jay Jai Courtney gesehen, doch er scheint mir einer der langweiligsten Schauspieler seiner Generation zu sein. Man darf sich gar nicht Michael Biehn im Vergleich dazu vorstellen. Unfassbar.

      Der Film biedert sich sehr an die Fans an, ohne dass jedoch der Regisseur verstanden hat, was „Terminator 2“ so großartig machte. Zu viel gewollt, zu wenig gekonnt. Dennoch irgendwie unterhaltsam – zumindest bis zum Abspann… 😉

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  2. Ist etwas her, seit ich den gesehen, aber ich kann mich nichtmal mehr genau an die Story erinnern, weil ich zwischendrin den Faden verloren habe. War mir alles zu hin-und-her und ohne grossen Wiedererkennungswert. Ok, sie hatten Arnie, aber das Wort „lauwarm“ triffts hier wohl am ehesten…

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    • Ich war so frei und habe dein Kommentar-Fragment hier ergänzt… 🙂

      Auch ich glaube, dass ich mich in ein paar Wochen oder sogar Tagen nicht mehr an den Film erinnern können werde. Arnie hat tatsächlich noch am besten funktioniert und es war nett ihn noch einmal in dieser Rolle zu sehen, aber nötig war das alles nicht. Ich hätte mir eher einen richtigen Neuanfang, gerne auch wieder düsterer gewünscht. Naja, mal sehen, was für eine Trilogie sie beim nächsten Mal starten… 😉

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    • Nicht mehr? Hattest du so eine Phase schon einmal? Es hilft ja nix, man braucht ja so einiges. Ärgerlich ist es nur, wenn dann die Hälfte kaputt ist und man noch einmal eine Stunde fahren muss, um das Zeug umzutauschen. Und dann noch die inkompetenten Mitarbeiter. Argh. Dieses Thema wäre einen eigenen Eintrag wert… 😉

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      • Hatte ich. Weil der Baumarkt der einzige Ort war, um unproblematisch an Aquarienbedarf, Fische und Pflanzen zu kommen. Dementsprechend kenne ich auch das Inkompetenzproblem. Ich habe vor dem Besuch immer Stunden mit Recherche verbracht, vor Ort geguckt, nochmal recherchiert und dann gekauft.

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      • Oh, bist bzw. warst du Aquarist? Nennt man das überhaupt so? Ich habe damit ja überhaupt keine Erfahrungen, weiß aber dass der gemeine Baumarkt-Angestellte nicht einmal bei den einfachsten Dingen (welche Schrauben gehören zu welchem Regal usw.) helfen kann. Da lobe ich mir doch meinen kleinen Laden hier im Ort, der zwar ungünstige Öffnungszeiten hat, dafür aber kompetente und freundliche Mitarbeiter… 🙂

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      • Ich war Aquarist, ja. Ich habe die Aquarien abgeschafft, weil ich nach dem Umzug zu meinen Eltern keinen Platz mehr hatte. Und auch wenn ich von Baumarkt als Bezugsquelle prinzipiell nicht so begeistert bin … In meinem Fall war das die einzig gangbare Option. Und in der ganzen Abteilung gab es keinen Menschen, der nen Guppy von nem Zwerghamster unterscheiden konnte. Das mit den Schrauben passt ins Bild. Ich sehe aber immer das Gute: Ich habe ne Menge Expertise durch Fachliteratur erwerben können. Gelobt sei das geisteswissenschaftliche Studium. 🙂

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      • Ich kannte mal jemanden, der war weltbekannter Guppy-Züchter und hat damit wohl ordentlich Geld verdient. Aber das nur am Rande. Tatsächlich verlasse ich mich auch lieber auf meine Recherche und gesunden Menschenverstand als auf die Aussage von Baumarkt-, Elektromarkt- usw. -Mitarbeitern. Echt traurig…

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  3. Du weißt, dass du auf ziemlich hohem Niveau jammerst, oder? Einen Brückentag hat man ja nur, wenn diesem ein Feiertag voran geht. In diesem Fall ein Feiertag, den die meisten Bundesländer überhaupt nicht haben… Warum wohne ich eigentlich immer im falschen Bundesland? 😉

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      • Ach so. Du hörst also nicht nicht auf mich, sondern erst später irgendwann. Gerissen. Zum Glück sind meine Schüler nicht so schlau wie du. 😀 Ich glaube hingegen nicht, dass ich mich mal – Achtung, schlimmes Wortspiel! – häuslich in Bayern niederlassen werde. Insofern werde ich wohl in Zukunft die Ungehörige sein… 😉

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      • Komm, der letzte Beitrag zu Suits, den die singenden Lehrerin geschrieben hat, muss dich nun aber überzeugt haben! Ich bin jedenfalls so übel neidisch darauf, dass sie Staffel 5 schon gesehen hat, dass ich gerade Staffel 4 noch einmal schaue… 🙂

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      • Ich bin tatsächlich schon überzeugt einmal reinzuschauen. Allerdings lasse ich mir gerne noch Zeit, da ich schließlich viele andere Serien noch in der Pipeline habe. Bis dahin gibt es dann bestimmt eine schnieke Komplettbox und ich kann die Serie durchschauen. Hat ja auch was… 🙂

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  4. Die komplette Terminator-Reihe ist an mir bis jetzt vorübergegangen… Ähnlich wie Rambo… Ganz allgemein finde ich das mittlerweile allerdings auch einen bedenklichen Trend alte Filme, die gut liefen, neu aufzuwärmen. Aber rein wirtschaftlich gesehen, sind solche Fortsetzungen eben ein Garant für finanziellen Gewinn und am Ende ist auch die Filmbranche nur ein Geschäft.

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    • Ist ja lustig, „Rambo“ ist bisher auch an mir vorbeigegangen. Mit „Terminator“ bin ich dagegen aufgewachsen. Zumindest die ersten beiden Teile sind unbestrittene Klassiker und ja, es ist wirklich schade, dass man sie so uninspiriert aufwärmt. Ein großer finanzieller Erfolg war der Film anscheinend dennoch nicht…

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  5. Das Back-to-the-Future-2-Szenarion im ersten Drittel war noch ganz charmant, hätte man dann allerdings durchziehen sollen. Mit dem Sprung in die Zukunft hatte mich der Film irgendwie verloren, der Rest war dann generisches Blockbuster-Kino wie man es in jedem Film sieht. Ein Sequel steht ja im Übrigen nicht außer Zweifel, da der Film international ordentlich gelaufen ist. Er war zumindest erfolgreicher als Salvation. Wobei für mich das Problem der Reihe darin liegt, dass man immer wieder auf die Connor-Story zurückfällt. Die Prämisse gibt so viel mehr her als dass man jedes Mal den T-800 zurückschicken muss, um Sarah oder John Connor zu retten. Und inzwischen auch unnötig, da Schwarzenegger für die jüngere Demografie ohnehin zu alt ist. Hollywood halt.

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    • Da sind wir uns ja doch mal wieder einig: Auch ich fand, dass das erste Drittel das beste war. Danach ging es leider nur noch bergab. Schade, denn der Anfang hatte wirklich Potenzial und bot für Fans zudem noch Technik-Spielereien, die durchaus beeindruckend waren. Dass danach John Connor als Terminator Jagd auf seine Mutter macht… naja, das hätte wirklich nicht sein müssen. Vermutlich fand ich „Terminator Salvation“ deshalb auch gelungener, weil er einfach konsequenter in der Zukunft bleibt. Auserzählt ist die Geschichte ja schon lange…

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  6. Ich muss gestehen, dass ich bereits nach T3 komplett aus dem Franchise ausgestiegen bin. Die erste beiden sind unglaublich gut, wobei Teil 2 schon der Schritt Richtung großes Publikum war, ohne dabei aber die Trademarks des ersten komplett aus den Augen zu verlieren. T3 war mir dann schon zu gewollt witzig und ohne Terminator-Seele.

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    • Ja, ich fand „Terminator Salvation“ tatsächlich besser, weil er konsequenter etwas Neues versucht. Die Sichtung ist aber schon lange her und könnte einmal wieder aufgefrischt werden, wie das gesamte Franchise. Lust darauf hätte ich jetzt… 🙂

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  7. Sehr schön, dass ich nicht der einzige bin, der den ersten „Terminator“ vor der Fortsetzung sieht. Ja, „Tag der Abrechnung“ ist unterhaltsam, aber die Atmosphäre im Vorgänger ist einfach ungeschlagen.

    Jai Courtney halte ich übrigens auch für eine Fehlbesetzung. Nicht unbedingt aufgrund seines begrenzten Talents, eher aufgrund seiner Physis. Wer in solch einer Zukunft aufgewachsen ist, sollte nicht aussehen, als würde er täglich fünf Stunden im Fitnessstudio verbringen. Da war der „Hänfling“ Michael Biehn doch wesentlich stimmiger.

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    • Bei mir schwankt das immer, welchen Teil ich besser finde. In den letzten Jahren habe ich aber die Stärken des ersten Teils zu schätzen gelernt. Er ist geradliniger und insgesamt einfach stimmiger. Dennoch mag ich die beiden Originale einfach sehr.

      Ach, Jai Courtney. Nee, bei dem funktioniert für mich gar nichts. Kein Charisma, keine Chemie mit Emilia Clarke und der von dir angesprochene Punkt stimmt natürlich auch. In jeder Hinsicht kein Vergleich zu Michael Biehn.

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