Media Monday #81

Da mein Arbeitstag heute bereits um 6:00 Uhr begonnen hat und auch erst 12 Stunden später – ohne ausführliche Mittagspause wohlgemerkt – endete, komme ich erst jetzt dazu die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten. Ich hoffe ihr schaut dennoch rein und lasst euch zu dem einen oder anderen Kommentar hinreißen…

media_monday_81

  1. Jared Leto gefiel mir am besten in „Mr. Nobody“.
  2. Uwe Boll hat mit (k)einem seiner Filme seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich das aufgrund der Unkenntnis seiner Werke bisher nicht besser einschätzen kann.
  3. Patricia Clarkson gefiel mir am besten in der TV-Serie „Six Feet Under“ als Sarah O’Connor, der Schwester von Ruth Fisher.
  4. Das größte Klischee in romantischen Komödien ist womöglich, dass kurz vor dem Happy End noch ein völlig dämlicher und meist nichtiger Grund sich zu streiten aus dem Hut gezaubert wird.
  5. Wenn in einem Film die Bodendielen quietschen, dann ist der nächste Schockmoment nicht weit.
  6. Das große Theater um die Oscar-Verleihungen hat schon wieder begonnen. Eure Meinung?
    Vor 10 Jahren habe ich die Oscar-Verleihung entweder live verfolgt oder zumindest aufgenommen und am Abend danach gesehen. Heute höre ich wer in den Hauptkategorien gewonnen hat innerhalb von 30 Sekunden im Kultur-Ticker der Nachrichten. Die Show an sich mag ja immer noch ganz nett sein, doch wird sie – und ich will hier niemandem zu nahe treten – in der filmischen Blogosphäre bereits im Vorfeld mehr als nur ausreichend thematisiert. Weitere Gründe, warum die Academy Awards – neben dem reinen Show- und Prestige-Aspekt – als Filmpreis nicht (mehr) so wirklich relevant sind, fasst mehinger in seinem Blog recht übersichtlich zusammen.
  7. Mein zuletzt gelesenes Buch ist immer noch „A Storm of Swords“ und das war großartig, weil George R. R. Martin darin jeden einzelnen seiner Charaktere gnadenlos ins Verderben stürzt – durch den Nachfolger kämpfe ich mich zurzeit noch.

Boardwalk Empire – Season 2

Auch wenn ich für die Sichtung der 12 Episoden von „Boardwalk Empire – Season 2“ verhältnismäßig lange gebraucht habe, so sagt dies keineswegs etwas über die Qualität der Serie aus. Am liebsten hätte ich die Staffel in einem Stück verschlungen, doch will solch eine Serie auch genossen werden und nicht nur am Ende eines langen Arbeitstages der Berieselung dienen. Eines weiß ich jetzt schon: Die Wartezeit auf die dritte Staffel wird hart werden…

Boardwalk Empire – Season 2

Boardwalk Empire – Season 2 | © Warner Home Video

Leben und Sterben in Atlantic City

Die Handlung setzt ziemlich genau nach dem Finale der ersten Staffel ein und man fühlt sich sofort wieder heimisch in Nucky Thompsons Atlantic City. Dies soll es aber nicht allzu lange bleiben, denn schon bald entbrennt ein Machtkampf um die sündige Stadt, bei dem keine Gefangenen gemacht werden. Obwohl das Tempo im Vergleich zur ersten Staffel merklich anzieht, wird die Hintergrundgeschichte nahezu jedes einzelnen Charakters vertieft und es werden zudem noch etliche neue Figuren eingeführt. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass diese perfekt ausgearbeiteten Charaktere vor dem plötzlichen Serientod gefeit sind – weit gefehlt! Egal ob unwichtigste Nebenfigur oder Hauptcharakter. Der Tod kommt plötzlich und ohne Erbarmen, was auch für den Zuschauer teils schwer zu verdauen ist.

Die Schlinge zieht sich zu…

Für Nucky Thompson steht in dieser Staffel alles auf dem Spiel und auch wenn er weiterhin sehr geschickt agiert und seine Pläne durchaus vielversprechend sind, so zieht sich die beinahe schon wortwörtliche Schlinge immer enger um seinen Hals. Nicht nur seine ehemaligen Partner wollen ihm an den Hals, sondern auch das Gesetz – und am Ende könnte sogar die Todesstrafe auf den Stadtkämmerer warten. Diese stete Atmosphäre der Ungewissheit überträgt sich auch auf alle anderen Figuren, besonders Jimmy Darmody (grandios gespielt von Michael Pitt), der mit seiner plötzlichen Macht nicht umzugehen weiß und – beinahe schon als Nuckys düsteres Spiegelbild – immer weiter auf den Abgrund zusteuert. Besonders die vorletzte Episode „Under God’s Power She Flourishes“ ist an morbider Ausweglosigkeit beinahe nicht zu überbieten.

Im Staffelfinale überschlagen sich die Ereignisse letztendlich. Hier steht nicht nur Nuckys Prozess im Mittelpunkt, sondern auch die vorsichtige Wiederannäherung zwischen ihm und Jimmy. Großartige Szenen und nahezu jeder einzelne Charakter weiß mit seinen Handlungen zu überraschen. Ob nun hassenswert oder bewundernswert – die getroffenen Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen auf die dritte Staffel und wie man in dieser die nur scheinbar vertrauten Charaktere wahrnehmen wird. Zumindest habe ich bis dahin Zeit, das Gesehene zu verdauen…

Fazit vom 12.01.2013

„Boardwalk Empire“ ist auch in seinem zweiten Jahr ganz goßes Erzählkino. Spannend, mitreißend, emotional und erschütternd. Unglaublich gut erzählt und in wunderschöne Bilder gefasst. Wer die erste Staffel schon mochte, wird die zweite Staffel lieben. Einfach mit das Beste, was es zurzeit da draußen gibt: 10/10 (9.5) Punkte.

Fazit vom 07.10.2017

Gut viereinhalb Jahre später habe ich auch der zweiten Staffel von „Boardwalk Empire“ einen erneuten Besuch abgestattet. Wie bereits bei der Wiederholung der ersten Staffel, hat mir auch das zweite Jahr noch einmal besser gefallen. Gerade die vielen Hinweise, welches Ende so manch ein Charakter nimmt, sind mir aufgefallen. Unfassbar dicht und packend erzählt. Wer das Gangster-Genre liebt, der muss diese Staffel bzw. die gesamte Serie einfach gesehen haben. Eines der packendsten Gangster-Epen, egal ob Kino oder TV. Großartig in jeder Hinsicht: 10/10 (9.8) Punkte.

Verpackungsirrsinn

Als ich heute nach Hause kam, wartete ein Paket auf mich. Das ist doch immer etwas Feines und so machte ich mich direkt ans Auspacken. Zunächst schlug mir eine Welle von Füllmaterial entgegen und so wühlte ich bis zum Boden des Pakets, nur um enttäuscht festzustellen, dass die bestellte Ware gar nicht beigepackt war.

verpackungsirrsinn

Alles, was ich fand, war diese exakt 1 cm lange Schraube für den exorbitanten Warenwert von 0,05 Euro, die ich mir zum Erreichen der Versandkostenfreigrenze mitbestellt hatte. Ansonsten war das riesige Paket – vom Füllmaterial einmal abgesehen – leer und ich wurde auf eine Nachlieferung der tatsächlichen Ware vertröstet.

verpackungsirrsinn_2

Interessant wurde es dann, als ich die Transportkosten von 1,90 Euro auf der Warensendung fand. Somit hat Conrad mit dieser Sendung exakt 1,85 Euro Verlust gemacht. Nun bin ich gespannt, ob die eigentliche Ware dann aufgrund der Verpackungsgröße mit einer Spedition angeliefert wird und (ver)zweifle so langsam an der schönen und ach so bequemen Welt des eCommerce…

The Mentalist – Season 2

Nachdem sich die Sichtung weit über ein halbes Jahr hingezogen hat, kann ich „The Mentalist – Season 2“ mit dem Schreiben der Besprechung nun tatsächlich abhaken. Wie man an dem langen Zeitraum sieht, hat mich die Serie auch in ihrer zweiten Staffel nicht wirklich vor den Fernseher gelockt. Wenn ich dann eine DVD eingelegt habe, wurde ich jedoch meist gut unterhalten – und manchmal ist das auch völlig ausreichend…

the_mentalist_s2_2

Viel schreiben brauche ich zum zweiten Jahr der Serie nicht, denn nahezu alles, was es zur ersten Staffel zu sagen gab, hat auch hier Relevanz. Die Show lebt nach wie vor von der gelungenen Darstellung Simon Bakers als titelgebenden Mentalist. Das restliche Team bekommt ein wenig mehr Kontur, doch wirklich spannend sind die Charaktere nach wie vor nicht. Leider kann man dies auch über einen Großteil der Fälle sagen. Besonders in der ersten Staffelhälfte plätschern diese vor sich hin und die Auflösungen sind zwar nett anzusehen, doch Wendungen o.ä. riecht man als geübter Zuschauer bereits meilenweit gegen den Wind.

Im letzten Drittel der Staffel dagegen schien es mir, als würden die Autoren versuchen neue Wege zu gehen, was in ein paar wirklich netten Fällen resultierte. Nichts Weltbewegendes, doch immerhin sehr solide Krimiunterhaltung. Der mit Red John wortwörtlich rote Faden zieht sich auch durch diese Staffel und wird im Finale zum bisherigen Höhepunkt getrieben. Neben dem günstigen Staffelpreis wohl ein Grund, warum ich vorerst am Ball bleiben werde. Besonders eilig habe ich es jedoch mit der Sichtung nicht: 7/10 (6.8) Punkte.

Media Monday #80

Den letzten freien Tag des Weihnachtsurlaubs nutze ich natürlich noch einmal, um entsprechend zeitig die aktuellen Fragen des Medienjournals zum Filmgeschehen zu beantworten. In diesem Sinne: Willkommen zum ersten offiziellen Media Monday 2013 und allen Teilnehmern sowie natürlich Wulf ein filmreiches Jahr!

media_monday_80

  1. Joe Pesci gefiel mir am besten in „GoodFellas“ als Tommy DeVito und in „Kevin: Allein zu Haus“ als Harry – ich kann mich einfach nicht entscheiden.
  2. Robert Zemeckis hat mit „Zurück in die Zukunft“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er damit meine erste Neugier für Filme geweckt hat und die Trilogie auch heute noch zwei meiner Lieblingsfilme enthält.
  3. Julia Stiles gefiel mir am besten in der 5. Staffel von „Dexter“.
  4. Eure Meinung zur Zensur- und Indizierungspolitik in Deutschland: Gerechtfertigt, egal oder absolute [zensiert]?
    Ohje, ein Thema über das ich mich seitenweise auslassen könnte, doch es ist schon spät und deshalb nur soviel: Jugendschutz ist wichtig und oftmals werden Filme noch viel zu niedrig eingestuft, doch die Bevormundung erwachsener Bürger durch Zensur und Indizierung von Unterhaltungsmedien geht gar nicht – zumal dies die scheinbar gefährdete Klientel ja ohnehin nicht davon abhält sich die indizierten oder zensierten Werke in voller Pracht zu beschaffen.
  5. Dass viele die Originalfassungen von Filmen und Serien bevorzugen steht außerfrage und ist insbesondere im Englischen ja durchaus gut verständlich, wie aber handhabt ihr es – sofern ihr ebenfalls dieser Gattung angehört – mit Produktionen aus Ländern, deren Sprache euch überhaupt nicht geläufig ist?
    Ehrlich gesagt schaue ich zu bestimmt 95% englischsprachige Filme und zu 100% englischsprachige Serien, weshalb sich die Frage kaum stellt. Im Fall der Fälle wird aber meist die Synchro geschaut, wenngleich ich durchaus auch solche Originalfassungen mit Untertiteln ansehen würde.
  6. In letzter Zeit versuchen immer mehr Serien – wie Filme es schon länger tun – mit Sex und Gewalt, sprich Blut und Brüsten, Zuschauer anzulocken (zumindest wird ihnen das gerne unterstellt). Wie ist eure Meinung (gerne anhand eines oder mehrerer Beispiele)?
    Solange sich diese Elemente gut in die Handlung einfügen (z.B. „Boardwalk Empire“), stört es mich nicht. Wenn Serien dagegen fast schon zum Softporno ohne Handlung verkommen (z.B. die 3. Staffel von „Californication“), dann muss ich das nicht haben. In letzter Zeit sind mir übertriebene Nacktheiten besonders in „Game of Thrones“ aufgefallen, was zwar recht nett anzusehen ist und auch irgendwie in diese Welt passt, doch fällt der Fokus darauf – besonders im Vergleich zu Romanvorlage – schon extrem auf.
  7. Mein zuletzt gesehener Film ist „Gesetz der Rache“ und der war spannend und unterhaltsam, weil er viele Wendungen hatte, die man nicht unbedingt voraussehen konnte.

Gesetz der Rache – OT: Law Abiding Citizen

Mit F. Gary Grays „Gesetz der Rache“ habe ich mir heute einen Film angesehen, von dem ich im Vorfeld nicht wirklich viel wusste. Zum Glück, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. So bekam ich einen spannenden und wendungsreichen Rachethriller zu sehen, der sich durch einen netten Twist von seinen Genrekollegen abzuheben weiß. Spoiler sind zu erwarten.

gesetz_der_rache

Der Prolog war für mich wieder einmal harter Tobak: Ein Familienvater, der mit ansehen muss, wie seine Frau und seine Tochter bei einem Raubüberfall ermordet werden. Puh! Dies geschieht so schnell und hart, dass man als Zuschauer ziemlich überrumpelt wird. Kurz danach sieht man, wie der Staatsanwalt – gegen den Willen des Vaters – mit einem der Täter einen Deal eingeht, woraufhin dieser schneller als gewünscht auf freien Fuß kommt. 10 Jahre später folgt dann der zu erwartende Rachefeldzug gegen die Täter und eigentlich hätte der Film nach 30 Minuten schon zu Ende sein können – wenn der Vater nicht die Korruptheit des gesamten Justizsystems an den Pranger hätte stellen wollen.

Ein Mann sieht rot. Und dieses Mal muss eine ganze Institution dran glauben. Damit hatte ich zu Beginn wahrlich nicht gerechnet und war entsprechend positiv überrascht. Das Vorgehen des Vaters ist dabei weniger subtil und wird sehr actionreich in Szene gesetzt. Während des Rachefeldzugs erinnert der Film zu Beginn oft eher an Filme wie „Saw“ (inklusive deftigem Splatter und mysteriöser Stimme am Telefon) oder TV-Serien wie „Prison Break“ (Planung über Jahre hinweg, Gefägnis-Setting) werden wach. Der Rächende ist allen Beteiligten mindestens drei Schritte voraus und entsprechend überraschend wirken die meisten seiner Fallen Einfälle.

Die Twists gegen Ende waren für meinen Geschmack dann doch etwas zuviel des Guten. Der Tunnel in seine Zelle? Das einfache Transportieren der Bombe (ob nun von Butlers Figur gewollt oder nicht)? Man muss über so manchen Logikfehler hinwegsehen, um sich nicht den Spaß verderben zu lassen. Den macht „Law Abiding Citizen“ (so der weit gelungenere Originaltitel) auf jeden Fall. Ein netter Thriller für Zwischendurch, der oft wirkt als hätte er mehr sein können, als nur ein simpler Actionthriller. So ist die beste Szene in meinen Augen die, in der eine Richterin Butlers auf der Anklagebank sitzenden Charakter nach ein wenig Justiz-Bullshit-Bingo auf Kaution gehen lassen möchte und dieser sie und das Rechtssystem scharf verbal attakiert. Davon hätte ich gerne mehr gesehen.

Für Freunde von Rachethrillern und Actionfilmen härerer Gangart ist „Law Abiding Citizen“ eine nette Abwechslung. Trotz komplexerer Handlung sollte man sich von der Geschichte letztendlich nicht zu viel erwarten. Einer Zweitsichtung wird der Film aufgrund der fehlenden Spannung wohl nicht standhalten. Für einmalige Unterhaltung ist der Film jedoch ziemlich gut geeignet: 7/10 Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 1 (WS1)

Nach knapp zwei Wochen kann ich nun guten Gewissens behaupten, dass die Komplettbox von „Die wilden Siebziger!“ das perfekte Weihnachtsgeschenk ist – obwohl man den Scotch auch nicht verachten sollte. In nur zehn Tagen habe ich „That ’70s Show – Season 1“ komplett gesehen, was durchschnittlich ca. zwei bis drei Episoden pro Abend bedeutet. Und das Wunderbare ist, dass ich im Gegensatz zum letzten Durchgang nun direkt mit der zweiten Staffel weitermachen kann…

that_70s_show_s1

Auch bei dieser aktuellen Sichtung hat mich erstaunt, wie modern die Serie selbst nach inzwischen 15 Jahren seit ihrer Erstausstrahlung wirkt – und das Wichtigste: Sie ist immer noch unglaublich lustig! Die Gruppendynamik zwischen Eric, Hyde, Donna, Jackie, Kelso und Fez funktioniert einfach. Jeder Charakter ist auf seine Art wichtig und trägt etwas zur Gruppe bei. Hinzu kommt die Art der Inszenierung, die oft eher an moderne Single-Camera-Comedys, wie z.B. „Scrubs“, erinnert und nicht an angestaubte Sitcoms vor der Jahrtausendwende.

Füher konnte ich mich natürlich am ehesten mit Eric und Co. identifizieren, da ich altersmäßig ziemlich nah dran an den Problemen und Hoffnungen der dargestellten Jugend war. Die Erzählstränge rund um die Eltern waren für mich eher Füllwerk. Heute jedoch befinde ich mich als Vater zweier – zugegebenermaßen noch recht junger – Kinder irgendwo dazwischen, was den Spaß noch einmal verdreifacht, da ich inzwischen manchmal sogar eher die Ansichten Reds und Kittys teile. Überhaupt gehören Erics Eltern zu meinen absoluten Lieblingscharakteren. Exzellent gespielt und geschrieben.

Wie bereits beim letzten Durchgang ist mir auch der Coming-of-Age-Aspekt wieder positiv aufgefallen. Die Serie ist zwar eindeutig eine Sitcom, doch werden auch ernste Aspekte (Arbeitslosigkeit des Vaters, Tod der Großmutter usw.) angesprochen und durchaus subtil in die Handlung eingewoben, ohne dabei wie Fremdkörper zu wirken.

Diese erste Staffel ist auch ziemlich stark, was ihre einzelnen Episoden und die darin erzählten Geschichten angeht. Ausfälle sind absolut keine auszumachen. Zu meinen Lieblingsepisoden gehört z.B. „A New Hope“, in der das Phänomen „Star Wars“ einfach nur herrlich in die Handlung eingewoben wird. Gaststars, wie Joseph Gordon-Levitt oder Dwayne ‚The Rock‘ Johnson, sorgen zudem für Abwechslung.

Fazit

Ich liebe diese Serie und für mich ist wahrlich unverständlich, warum sie hierzulande nur wenige Anhänger hat. Ich freue mich nun bereits enorm auf die verbleibenden sieben Staffeln, von denen ich damals bestimmt auch noch nicht alle gesehen habe. Wer Sitcom-Freund ist und denkt bereits alles in dem Genre gesehen zu haben, der sollte hier unbedingt einmal reinschauen: 9/10 (9.1) Punkte.

Race to Dakar (2006)

Nach längerer Zeit hatte ich einmal wieder Lust auf eine Reisedoku und da ich Charley Boorman in seinen bisherigen Abenteuern stets sympathisch fand, bot sich „Race to Dakar“ an. Zuvor war ich eher skeptisch, da ich befürchtete, dass hier – noch mehr als in seinen anderen Unternehmungen – das Motorradfahren an sich im Vordergrund stehen würde. Schließlich geht es ja um die Teilnahme an der berühmt-berüchtigten Rallye Dakar. Ob es Charley ins Ziel geschafft hat?

race_to_dakar_1

Zeitlich lässt sich „Race to Dakar“ zwischen den beiden Trips mit Ewan McGregor – „Long Way Round“ und „Long Way Down“ – und vor Charleys beiden „By Any Means“-Abenteuern einordnen. Ewan hat auch in dieser Doku einige Auftritte, doch blieb er aufgrund seiner Unerfahrenheit als Fahrer (und bestimmt auch auf Anraten seines Managers) lieber zu Hause. Dabei ist zu Beginn noch gar nicht klar, wie unwahrscheinlich anstrengend diese Unternehmung doch werden sollte. Man bekommt als Unbeteiligter (und in meinem Fall eigentlich auch Uninteressierter) zwar durchaus mit, dass es immer mal wieder Todesfälle bei der Rallye Dakar gibt, doch welche Leistungen die Fahrer teils erbringen müssen und was die Teilnahme an solch einem Rennen tatsächlich bedeutet, wurde mir erst nach dieser Doku klar.

Natürlich wird wieder viel über Motorräder geredet und das Fahren steht natürlich im Mittelpunkt, doch selbst mir – mit absolut keinem Interesse an Motorrädern – hat die Doku ausgezeichnet gefallen. Sie ist spannend, witzig und teils durchaus beeindruckend. Natürlich wird ab und zu inszenatorisch auf die emotionale Tube gedrückt, doch wirken die Personen stets echt und sind dabei absolut sympathisch. Auch Hut ab für Charley für seinen gezeigten Teamgeist.

Letztendlich hat mir auch diese mit sieben Episoden recht kurze Serie wieder enorm viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf Charleys nächstes Abenteuer. Wer Tipps für unterhaltsame Reisedokus (möglichst in Serienform) hat, immer her damit! „Race to Dakar“ kann ich für meinen Teil nur empfehlen: 8/10 Punkte.

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise – OT: The Hobbit: An Unexpected Journey (2012)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ am 27. Dezember 2013, am 13. Dezember 2014, am 19. Dezember 2015 und am 25. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Seit ich Peter Peter Jacksons Verfilmung der „Der Herr der Ringe“-Trilogie kennen und lieben gelernt habe, war die Verfilmung von J. R. R. Tolkiens Vorgänger ein großer Wunsch von mir. Gestern war es – nach etlichen Startschwierigkeiten – endlich soweit und ich konnte mir „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (OV, 3D mit 24 fps) auf der großen Leindwand ansehen. Die Erwartungen waren hoch, die Ängste aufgrund viel zu vieler bereits gelesener Rezensionen auch. Würde der Film an die alte Trilogie anschließen können oder würde ich bitter enttäuscht werden?

the_hobbit_6

Im Gegensatz zu meiner ersten Sichtung von „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ vor nun schon über 10 Jahren fehlte von Beginn an ganz klar die Magie. Seitdem hat sich das Marketing von Filmen extrem gewandelt und jeder noch so kleine Schnippsel wird bereits im Vorfeld breitgetreten und ausgiebig diskutiert. Ich selbst bin mit meinem Blog natürlich Teil dieser Maschinerie und freue mich auch stets über die aktuellsten Trailer und andere Neuigkeiten, doch manchmal wünschte ich mir die unschuldige Vorfreude von damals zurück. Zuviel Kalkül, zuviel Analyse, zuviel Meinung. Damals gab es ein paar wenige Filmseiten im Netz, ansonsten hat man sich auf Zeitschriften oder Mundpropaganda verlassen. Während der heutigen Sichtung spukte mir jedoch bereits die Kritik an einzelnen Szenen im Kopf herum, was dem Filmerlebnis sicher nicht zuträglich war.

Doch genug des Genörgels eines alten Mannes und zum lang erwarteten Film: Sobald die ersten Noten von Howard Shores abermals äußerst gelungenen Scores erklingen, erwacht Mittelerde zum Leben. Ich habe mich sofort wieder heimisch im Auenland gefühlt und der Kniff, die erzählerische Klammer parallel zu Bilbos Geburtstagsfeier in „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ zu inszenieren, hat bei mir sofort gezündet. Überhaupt habe ich den Prolog in Beutelsend sehr gemocht und fand die Einführung der Zwergenbande einfach nur unglaublich unterhaltsam. Genau so habe ich mir das beim Lesen der Vorlage vorgestellt. Herrlich!

Die meisten Kritiker – und auch das spukte mir während der Sichtung beständig im Kopf herum – scheinen den zweiten Teil des Films um einiges gelungener zu finden, als die recht langsame erste Häfte. Dies kann ich für meinen Teil so nicht nachvollziehen, finden sich meine Kritikpunkte doch hauptsächlich in der zweiten Filmhälfte wieder. Die Begegnung mit Gollum fand ich zwar famos in Szene gesetzt, doch die 3D-Achterbahnfahrten durch das Nebelgebirge samt comichaftem Goblin-König? Nein, so hatte ich mir das nicht ausgemalt. Dabei hatte ich größte Hoffnungen für diesen Teil der Erzählung, da die Reise durch die Minen von Moria nach wie vor meine Lieblingsszene der gesamten alten Trilogie ist. Hier gab es jedoch viel zu viel Gewusel samt überzogener Action, bei der die Atmosphäre leider ziemlich auf der Strecke geblieben ist. Von der Extended Edition erhoffe ich mir tatsächlich ein paar ruhigere Momente ohne CGI-Gekloppe.

Die vielkritisierten Ergänzungen sind mir dagegen nicht negativ aufgefallen. Für mich passten die Erweiterungen sehr gut in Peter Jacksons Mittelerde, die sich ohnehin von der J. R. R. Tolkiens unterscheidet. Selbst Radagast der Braune hatte nach einer gewissen Eingewöhnungsphase durchaus so seine Momente. Da hat mich die inszenatorische Anbiederung an die Originaltrilogie deutlich mehr gestört: ob nun die Flucht aus dem Nebelgebirge, das Rufen der Adler oder andere Szenen, die inhaltlich an „Der Herr der Ringe“ erinnern – Peter Jackson hat diese auch exakt so inszeniert, wie in seinem Mammutwerk, was ich oft zu gewollt fand.

Noch ein paar Worte zur Technik: Nachdem ich in den letzten Wochen mir einiges an nativem 48 fps- bzw. 50 fps-Material angesehen hatte stand für mich fest, dass mich die HFR-Version aufgrund ihres Looks nicht wirklich in die Welt Mittelerdes hätte eintauchen lassen. Selbst normales 3D war wieder ablenkend genug. Es funktioniert wunderbar in langsamen, mit Weitwinkel gedrehten Kamerafahrten oder in Szenen, in denen die Kamera eher stationär ist. Sobald jedoch Action gezeigt wird und es zu vielen Umschnitten kommt, hätte ich mir eine klassische 2D-Fassung gewünscht. Somit freue ich mich sowohl von technischer, als auch inhaltlicher Seite auf die entspannte Sichtung der Blu-ray in ca. einem dreiviertel Jahr.

Auch wenn „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ nicht sonderlich elegant erzählt war und Peter Jackson einige Szenen – vor allem die mit ausufernder Action – eher gewöhnungsbedürftig inszeniert hatte, so fand ich die Rückkehr nach Mittelerde doch enorm gelungen. Auch die angeprangerte Länge des Films empfand ich nicht als störend – anders als meine dank 3D trändenden Augen. Heute würde ich mir am liebsten sofort den zweiten Teil ansehen und ich bin mir sicher, dass auch dieser Beginn von Bilbo Beutlins Abenteuer in meiner Gunst noch wachsen wird: 8/10 Punkte.