Modern Family – Season 2

Man kann die Serie ohne Zweifel zu den gelungensten Serienstarts des vergangenen Jahres zählen. Zumindest Comedy-Freunde dürften „Modern Family – Season 2“ somit wahrlich herbeigesehnt haben. Auch ich habe mich sehr auf ein Wiedersehen mit der Großfamilie Pritchett gefreut und sollte glücklicherweise nicht enttäuscht werden.

Wie bereits in der famosen ersten Staffel stehen erneut drei Familien im Zentrum dieser im Pseudodokustil erzählten Comedy: Familienoberhaupt Jay Pritchett (Ed O’Neill), der sich die heißblütige Gloria samt Sohn Manny angelacht hat, das schwule Paar Mitchell Pritchett und Cameron Tucker mit ihrer Adoptivtochter Lily und schließlich Claire – geborene Pritchett – und Phil Dunphy samt ihrer drei vorlauten Kinder. Eine bunte Mischung also, die auch in Staffel zwei erneut für allerlei unterhaltsame Geschichten sorgt.

Besondere Highlights konnte ich dieses Jahr ebensowenig ausmachen, wie sonderlich schwache Episoden. Generell bewegt sich der Unterhaltungsfaktor auf ziemlich hohem Niveau. Egal ob Slapstickeinlagen (hauptsächlich durch Phil Dunphy) oder Wortspiele (hauptsächlich Gloria und Manny) – der Humor sitzt und wird durch die wirklich tollen Schauspieler mühelos getragen. Ohne das grandiose Ensemble wäre die Serie in dieser Form wohl nicht möglich gewesen.

Nun ist der kunterbunte Besuch bei den Pritchetts schon wieder vorüber und das Warten auf Jahr drei beginnt. Auch wenn sich so manche Konstellation im Vergleich zur ersten Staffel bereits etwas abgenutzt anfühlt, so freue ich mich jetzt schon wieder auf weitere familiäre Abenteuer. Immer in der richtigen Balance zwischen Familienleid und -freude, denn ohne geht es eben einfach nicht. Knappe 9/10 (8.5) Punkte.

Running Wilde – Season 1

Was hatte ich mich auf diese Serie gefreut! Endlich neues Futter von den Machern einer der besten Comedy-Serien der letzten Jahre. Als jemand, der den Verlust von „Arrested Development“ immer noch nicht so ganz überwunden hat, habe ich meine ganze Hoffnung auf „Running Wilde – Season 1“ projiziert und somit einen zweiten Geniestreich erwartet – zumal mit Will Arnett und David Cross zwei Mitglieder des begnadeten „Arrested Development“-Casts mit am Start waren.

Die Comedy rund um den exzentrischen Milliardärssohn Steven Wilde und die Umweltaktivistin Emmy Kadubic erinnert oft an das große Serienvorbild „Arrested Development“, ohne jedoch dessen Klasse zu erreichen. Besonders die ersten Episoden haben bei mir noch die Hoffnung geweckt ein ähnliches Serienjuwel vor mir zu haben, doch leider stellte sich schon bald Ernüchterung ein. Die Figurenkonstellation ist zu begrenzt, das Voice-over durch Puddle Kadubic ist größtenteils leider ziemlich nichtssagend und die erzählten Geschichten könnten definitiv lustiger sein.

Ich muss ehrlich gestehen, dass mich die frühe Absetzung von „Running Wilde“ nicht sonderlich verwundet. Dennoch handelt es sich keinesfalls um eine schlechte Serie. In jeder Episode gab es ein paar herrliche Lacher und absurde Situationen zu bestaunen. Zudem sehe ich Will Arnett, David Cross und auch Keri Russell (Felicity Porter, „Felicity“) einfach sehr gerne. Wenn ich dagegen aber an „Arrested Development“ denke, dann ist Mitchell Hurwitz‘ jüngste Serie leider eine mittelgroße Enttäuschung.

Als kurzer Snack zwischendurch ist die Serie fast schon zu anstrengend und als Fan der Vorgängerserie wird man zwangsläufig enttäuscht. Wem ist die Show also zu empfehlen? Wenn man seine Erwartungen niedrig hält und nicht den ständigen Vergleich sucht, dann macht „Running Wilde“ durchaus Spaß. Tolle Schauspieler und absurde Situationskomik in einem etwas missglücktem Szenario – kann man sehen, muss man aber nicht: 6/10 (6.4) Punkte.

Run, Fatboy, Run (146)

Nach einem anstrengenden Arbeitstag wollte ich heute eigentlich nur noch nach Hause. Doch dann hat es mich doch auf die Laufstrecke gezogen – warum auch immer. Wenigstens das Wetter war optimal und die nötige Motivation hat sich nach ein paar Minuten auch eingestellt.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:38:00
kCal: 474
min/km: 6:15

Heute habe ich es eher langsam angehen lassen, da ich vom letzten Lauf noch lange meine Schienbeine gespürt habe. Es ist eben nichts, wenn man nach gut zwei Wochen Pause wieder zu schnell einsteigt. Mal sehen, was das kommende Wochenende so bringt.

Im Ohr: Nerdtalk Episode 206

Run, Fatboy, Run (145)

Eigentlich stand am heutigen Feiertag eine Runde schwimmen mit unserer Kleinen auf dem Plan, doch wie das so ist mit Plänen und Kindern kam wieder einmal alles ganz anders. Eine Impfreaktion hat uns das Bade-Date absagen lassen und somit hatte ich Zeit zu laufen. Zwar bin auch ich noch nicht wieder zu 100% fit, doch irgendwann muss man schließlich wieder anfangen.

Länge: 6,08
Laufzeit: 00:36:30
kCal: 474
min/km: 6:00

Mit der Zeit bin ich heute durchaus zufrieden. Nach ziemlich genau zwei Wochen Pause sind durchschnittliche 10km/h wahrlich nicht zu verachten. Auch das Laufgefühl war gut. Dennoch habe ich mir die lange Strecke für das nächste Mal aufgehoben. Man muss es ja nicht gleich übertreiben. Nun habe ich mir das Mittagessen redlich verdient, denn eine Schwimm-Date abzusagen bedeutet ja nicht, dass man auch auf das anschließende Essen verzichten muss… 😉

Im ersten Ohr: Cocktailpodcast #S1 – Rund um die Liquetition
Im zweiten Ohr:
Fortsetzung folgt S01E23 – Gene die Kuh

Hangover 2 – OT: The Hangover Part II

Da hatte ich einen ruhigen Serienabend geplant, doch dann werde ich ins Kino entführt. Das erste Mal seit einer halben Ewigkeit. Zu sehen gab es „Hangover 2“ im Fremdsprachenkino, wo ich bereits den Vorgänger erleben durfte. Auch wenn die audiovisuelle Präsentation (mangelnde Schärfe, fies knacksende Lautsprecher) wirklich zu wünschen übrig lässt, so wird dies durch den Originalton und das angenehme Publikum mehr als nur ausgeglichen.

Eigentlich stehe ich Remakes äußerst skeptisch gegenüber und als solches muss man „Hangover 2“ fast schon betrachten. Nicht nur wird die Geschichte ohne große Änderungen vom Vorgänger übernommen, sogar einzelne Figuren und Gags werden nahezu 1:1 recycelt. Statt einem Baby gibt es nun einen Affen, statt fehlendem Zahn gibt es ein Tattoo und statt Doug wird nun Teddy vermisst. Alles Gründe die mangelnde Kreativität der Autoren und den Wunsch der Produzenten auf schnellen Gewinn anzuprangern. Was denken die sich nur?

Man sollte allerdings bedenken, dass „Hangover 2“ wohl so ziemlich der letzte Film ist, den man überanalysieren sollte. Ist hier kalte Kalkulation im Spiel? Garantiert. Funktioniert der Film dennoch? Aber hallo! Schon ab der ersten Szene stellt sich wieder dieses wunderbare verdrehte Gefühl ein, das uns während des ersten Teils begleitete. Was ist hier nur passiert? Die gefundenen Erklärungen sind dann meist auch wirklich lustig und während des Abspanns habe ich mir erneut gedacht, dass ich die verpasste Nacht auch gerne als Film gesehen hätte.

Natürlich ist der Film neben seiner Formelhaftigkeit auch eine typische Fortsetzung, d.h. alles ist noch etwas krasser, überdrehter und brutaler. Für mich ging das allerdings in Ordnung, da die Schauspieler auch die abstrusesten Szenen glaubwürdig getragen haben. Besonders Zach Galifianakis (Ray Hueston, „Bored to Death“) ist einmal mehr eine kleine Offenbarung. Doch auch Ed Helms und Bradley Cooper wissen mehr als nur zu überzeugen. Vom wunderbaren Ken Jeong (Señor Chang, „Community“) einmal ganz zu schweigen. Die Gastauftritte von Nick Cassavetes und Mike Tyson fand ich dagegen etwas verschenkt.

Wem ist „Hangover 2“ nun also zu empfehlen? Sicher nicht selbsterklärten Cineasten, denen das System Hollywood seit jeher ein Dorn im Auge ist. Wem allerdings bereits der erste Teil gefallen hat und wer erneut einfach nur eine gute Zeit im Kino haben möchte, der wird auch diese Fortsetzung begeistert annehmen. Ich für meinen Teil würde mich sogar über einen dritten Teil freuen. Nur wie sollte man erklären, dass darin Alan die Frau fürs Leben gefunden hat? Ich lasse mich gerne überraschen: 8/10 Punkte.

The Big Bang Theory – Season 4

Wieder einmal geht auch die unterhaltsamste klassische Sitcom in die Sommerpause. Davor hatte ich mit „The Big Bang Theory – Season 4“ jedoch erneut enorm viel Spaß. Im aktuellen Jahr wurde das bekannte Ensemble durch bereits bekannte Charaktere erweitert, was der Gruppendynamik einen etwas anderen Drall gab und für so manch komische Verwicklung sorgte.

Einige Kritiker hatten so ihre Probleme mit der neuen Figurenkonstellation, was auch durchaus verständlich ist. Besonders Amy Farrah-Fowler war von Anfang an zu sehr darauf angelegt eine weibliche Version von Sheldon Cooper abzugeben. Nachdem sich sowohl Amy als auch Bernadette in die Gruppe eingefunden hatten, gab es jedoch ein paar herrliche Episoden, die von der weiblichen Sichtweise profitierten. Als Beispiel sei hier nur „The Agreement Dissection“ genannt, in der Sheldon einen Mädelsabend verlebt, was für unzählige komische Verwicklungen sorgt.

Wie immer haben mir besonders die nerdigen Episoden gefallen. Herausragend fand ich besonders „The Cruciferous Vegetable Amplification“, in der Sheldon seinen Verstand in einen Computer packt (herrlich!) und „The 21-Second Excitation“, in der einmal wieder Sheldons Erzfeind Wil Wheaton auftritt und eine verschollen geglaubte Fassung von „Raiders of the Lost Ark“ im Mittelpunkt steht. Doch auch die anderen Episoden weisen eine ziemlich hohe Gagdichte auf und zuedem gibt es absolut keine Totalausfälle.

Wie man sieht bietet „The Big Bang Theory“ wie bereits im letzten Jahr erneut fantastische Unterhaltung für Sitcom-Freunde. Wer also auf Nerdhumor steht und mit gewissen Redundanzen in der Erzählform leben kann, der dürfte auch mit dieser Staffel wieder enorm viel Freude haben. Ich für meinen Teil bin begeistert und freue mich auf das fünfte Jahr mit Sheldon und Co. Bazinga! 9/10 (8.8) Punkte.

The Expendables (2010)

Was hat das filmische Web 2.0 gejubelt, als „The Expendables“ angekündigt wurde. Alle Actionstars des 80er Jahre Kinos in einem Film versammelt. Entsprechend gierig wurde jedes noch so unscharfe Schauspielerfoto, jede noch so bedeutungslose News und jeder Kommentar von Sylvester Stallone aufgesogen und weiterverbreitet. Ein Hype für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Ein Hype für alle, die mit „Rambo“, „Phantom Commando“ und Co. aufgewachsen sind. Ein Hype für uns.

Da auch ich mich immer noch an den meisten 80er Jahre Actionvehikeln erfreue, war die Erwartungshaltung entsprechend hoch und wurde erst durch diverse durchwachsene Kritiken gedämpft. Bis zur heutigen Sichtung ist dann allerdings etliche Zeit verstrichen, was mir wieder einen neutraleren Blickwinkel auf den Film erlaubte. Was ist nun also dran an dem Actionkracher des vergangenen Jahres? Konnte Stallone den selbst gesäten Vorschusslorbeeren gerecht werden oder haben die verbitterten Kritiker recht behalten, die anscheinend ihre filmischen Wurzeln vergessen haben?

Um es auf den Punkt zu bringen: Ja, der Film atmet die Luft des 80er Jahre Actionkinos. Nein, der Film ist keine tarantinoesque Hommage an das Genre. Und nein, Sylvester Stallone ist weder ein besonders guter Drehbuchautor noch ein sonderlich begabter Regisseur. Ich wollte den Film wirklich lieben. Warum auch nicht? Stallone hat nahezu alles was im Actionkino Rang und Namen hat(te) in seinem Film untergebracht. Mich stören nicht einmal die nur kurzen Gastauftritte von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger. Alleine für diese Szene lohnt sich der Film. Nein, seine Fehler begeht Stallone woanders.

Die Geschichte ist völlig ausreichend. Hier hatte ich auch nicht mehr erwartet. Schließlich will man ja an seine Vorbilder anknüpfen. Das Problem ist folglich nicht was erzählt wird, sondern wie es erzählt wird. Die Dialoge sind spröde und oft kann man den Witz nur erahnen. Stallone beweißt leider absolut kein Händchen für Comic Timing oder einen gelungenen Spannungsaufbau. Selbst das worauf es ankommt – die lang erwarteten Actionsequenzen – werden durch abgedroschene Videoclipästhetik mit Wackelkamera und CGI-Blut erzählt. Auch wenn Handlung und Charaktere durchaus an die gute, alte Zeit erinnern – die Inszenierung macht hier viel wieder kaputt.

Insgesamt ist „The Expendables“ für Genrefans durchaus empfehlenswert. Es macht Spaß die altgedienten Haudegen noch einmal in Action zu sehen. Leider jedoch versagt der Film an vielen Stellen, an denen er wirklich hätte auftrumpfen können. Hier hätte Stallone das Ruder einmal lieber aus der Hand gegeben. Mit ihm als Produzent und einem fähigeren Regisseur hätte der Film genau das werden können, als das er im Vorfeld gefeiert wurde: Die Hommage an das 80er Jahre Actionkino. So bleibt es leider beim ehrenwerten, aber letztendlich ziemlich müden Versuch: 5/10 Punkte.

Happy Birthday Blog: 5 Jahre

Nun gibt es dieses Blog schon seit fünf Jahren. Eine enorme Zeitspanne. Es ist viel passiert in diesen Jahren, doch kann es wohl kein Jahr mit dem letzten aufnehmen. Seit der Geburt unseres Zappelinchens habe ich das Blog doch ziemlich vernachlässigt, was auch in den folgenden Zahlen sichtbar wird, die – im Vergleich zum vergangenen Jahr – doch ziemlich eingebrochen sind:

1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr 5. Jahr
Aufrufe 15.218 57.411 55.891 58.343 44.259
Aufrufe/Tag 42 157 153 160 121
Aufrufe Beiträge Komm.
Gesamtsumme 231.633 1.110 8.041

Wie bereits angedeutet hat sich bei mir im letzten Jahr natürlich alles um unseren Nachwuchs gedreht, wie man auch der mehr oder minder erfolgreichen „Abenteuer Kind“-Serie entnehmen kann. Weiterhin habe ich versucht mit FlattR etwas Kapital aus dem Geschreibe hier zu schlagen, was sich letztendlich allerdings als Draufzahlgeschäft herausgestellt hat. Die letzte Neuerung im Blog war die Einführung der Kategorie Fotografie, unter der ich nun mehr oder weniger regelmäßig meine fotografischen Experimente präsentiere.

Medientechnisch war im Vergleich zu den vergangenen Jahren eher tote Hose, was mich jedoch nicht davon abhalten soll kurz Bilanz zu ziehen: Gesehen habe ich insgesamt 49 Filme und 39 Serien(staffeln). Dies zeigt, dass sich eher die leichter zu konsumierende Erzählform in Seriengestalt bei mir durchgesetzt hat, denn wer kann nach 10 Stunden im Job und 14 Stunden als Vater abends auch ernsthaft zwei Stunden Film durchhalten? Es ist schon schwierig genug die Zeit zum Laufen zu finden – dennoch habe ich es auf immerhin 65 Läufe gebracht. Gelesen habe ich dagegen nur 7 Bücher. Dies wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen.

Aktuell befinde ich mich wieder in einer Phase des (zumindest beruflichen) Umbruchs. Vielleicht bleibt aber auch alles wie gehabt. Man darf gespannt sein. So oder so dürfte jetzt schon feststehen, dass das kommende Jahr beinahe ebenso turbulent werden dürfte, wie das laufende – und ihr werdet (so ihr denn wollt), wie immer indirekt daran teilhaben. In diesem Sinne: Vielen Dank für eure treuen Besuche und die zahlreichen Kommentare. Ich hoffe wir lesen uns auch im sechsten Jahr!

Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ am 9. September 2022 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Heute Abend gab es mit „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt“ bereits zum zweiten Mal das Finale der erfolgreichen Piratentrilogie. Nach der Sichtung bin ich – ebenso zum wiederholten Male – etwas ernüchtert, denn der Film konnte sich zum damaligen Kinobesuch leider nicht steigern. Etwas hat sich aber verändert: Die Hoffnung auf einen gelungenen vierten Teil ist deutlich gestiegen.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Hat der erste Teil der Trilogie noch eine relativ abgeschlossene Geschichte erzählt, wurde im zweiten das Tor zu einem fantastischen Paralleluniversum aufgestoßen: Piraten, Kraken und düstere Versprechen. All dies wurde vor sonnendurchfluteter Kulisse mit viel Humor erzählt. Was hatte der Mittelteil der Trilogie jedoch nicht zu bieten? Einen Showdown – und diesen gibt es nun endlich in „At World’s End“ zu bestaunen. Ein beinahe dreistündiger Showdown, so man denn den zähen Spannungsaufbau dazuzählen mag.

Wenn auch die unnötig kompliziert erzählte Geschichte nicht wirklich viel hergibt, so muss man doch neidlos zugeben, dass das was auf der Leindwand bzw. dem Bildschirm zu sehen ist, auf jeden Fall zu beeindrucken vermag. Die See wirbelt herum, Fischmonster und Piraten sind in einen nicht enden wollenden Kampf verwickelt und die Kamera fliegt über tosende Strudel und klirrende Säbel, als wäre sie selbst Teil der Elemente. Visuell unglaublich beeindruckend, doch leider ebenso ermüdend.

Vor dem Showdown gibt es einige nette Szenen mit Capatain Jack Sparrow, denen jedoch die Leichtigkeit der vorhergehenden Späße abgeht. Überhaupt ist der gesamte Film sehr düster gehalten, was ungewohnt ist und doch eine ganz besondere Stimmung heraufbeschwört. Zu der bisherigen Filmreihe passt diese Weltuntergangsstimmung in meinen Augen jedoch nur bedingt und somit war ich richtig froh, als sich im Epilog wieder auf die wahren Stärken zurückbesinnt wurde: Lockere Späße mit unserem Lieblingscaptain. Ergo die Hoffnung auf „Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten“.

Der Abschluss von Gore Verbinskis bombastischer Filmtrilogie ist leider deutlich schwächer, als seine beiden Vorgänger. Oft lässt der Film den Eindruck entstehen, als wäre das Drehbuch mit der heißen Nadel gestrickt worden und die Effekte seien nur Mittel zum Zweck. Dennoch weiß der Film zu gefallen und für Freunde düsterer Unterhaltung, gibt es zumindest ein für solch einen Blockbuster ungewohnt bittersüßes Ende zu bestaunen. Sehenswert, aber oft leider zu gewollt: 7/10 Punkte.