Cargo (2009)

Nachdem mich Christian Alverts atmosphärischer Sci-Fi-Schocker „Pandorum“ erst kürzlich nahezu vollends zu überzeugen wusste, haben mir C4rter und Lars den den schweizer Genrefilm „Cargo“ ans Herz gelegt. Die mit 5 Mio. CHF (ca. 3,8 Mio. Euro) relativ günstige Produktion hatte aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte sowieso schon mein Interesse geweckt, jedoch hatte ich stets Angst nur einen etwas größeren Amateurfilm zu sehen zu bekommen.

Die Angst war glücklicherweise weitgehend unbegründet. Dennoch stellt sich mir nun natürlich die Frage, nach welchen Maßstäben „Cargo“ am besten zu bewerten ist. Sollte man seine Entstehungsgeschichte berücksichtigen oder ihn direkt mit seinen Genrekollegen vergleichen? Ich habe mich für letztere Möglichkeit entschieden, denn dies dürfte weitgehend unverfälscht zeigen, welches Potential doch in diesem kleinen Film steckt. So oder so sollte man sich als Filminteressierter mit der 9-jährigen Entstehungsgeschichte des Films auseinandersetzen. Es lohnt sich.

Der Film beginnt mit einer äußerst beeindruckenden CGI-Sequenz, welche uns eine gigantische Raumstation zeigt. Überhaupt kann man den Effekten nichts ankreiden. Sie unterstützen allesamt die Geschichte und zeigen uns teils beeindruckende Welten. Besonders der Frachtraum ist hier als besonders gelungen hervorzuheben. Überhaupt merkt man dem Film an, dass sich viele Gedanken um das Produktionsdesign gemacht wurden. Die stärksten Elemente erinnern hier an Filme, wie „Blade Runner“ oder „Alien“ – bei manchen Sets fällt das knappe Budget dann allerdings doch leider negativ auf.

Die Geschichte des Films erinnert anfangs, wie man auch überall liest, an Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker „Alien“, ohne jedoch auch nur zu irgendeinem Zeitpunkt dessen Intensität zu erreichen. Gegen Ende des Films werden dagegen Erinnerungen an „Matrix“ wach, was eine nette Wendung darstellt, insgesamt aber zu unaufregend erzählt wird. Hier sehe ich auch das große Manko des Films: Die Geschichte ist für sich genommen recht nett und hat durchaus Potential, doch das – um es neudeutsch auszudrücken – lahme Pacing des Films will oft nicht so recht funktionieren. Es fehlt an Geschwindigkeitswechseln und dramatischen Szenen. Der Film wirkt zu sehr, als würde er auf Schienen laufen.

Trotz meiner Kritikpunkte sollten sich Sci-Fi-Freunde „Cargo“ durchaus einmal ansehen. Die Mischung aus Big Budget Bildern und recht deutsch bzw. schweizerisch wirkendem Kammerspiel hat man so auf jeden Fall noch nie gesehen. An seine Vorbilder kommt der Film natürlich nicht heran, doch das was er erreicht, muss man erst einmal nachmachen. Interessant, anders und für Genrefans auf jeden Fall sehenswert: 6/10 Punkte.

10 Gedanken zu “Cargo (2009)

  1. Naja, wenn du mal einen deutschen/schweizer Sci-Fi-Film mit tollen Bildern und Naja-Story sehen willst, dann kannst du ruhig mal einen Blick riskieren. Tut nicht weh, ist aber auch keine Offenbarung – immerhin aber sehr interessant!

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  2. Cool, freut mich das du als Genre-Fan nun auch „Cargo“ gesehen hast.
    Hängen geblieben ist bei mir neben der tollen Idee fürs Ende vor allem diese tolle Atmosphäre in diesem riesigen Frachtraum. Eiskalt, riesig, dunkel. Da rechnete man, wenn man die Handlung des Films nicht kennt, wirklich mit allem. Von einem Alien(„Alien“), über einen Killer(„Riddick“) bis hin zu was neuem. Die Erwartungshaltung konnte dem Film nicht so ganz gerecht werden, aber alles in allem mag ich das Teil. Zwar ist die Hauptdarstellerin sträflich uncharismatisch und das Finale ist etwas zu episch geraten, doch alles in allem ein feines Ding.

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  3. Ja, der Frachtraum war wirklich grandios dargestellt und hätte so viel Potential für eine aufregende Geschichte geboten. Leider fand ich die weitere Handlung dann eher etwas dröge und zu unschlüssig umgesetzt (Drama? Horror? Psychothriller?) – irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Insgesamt aber schon sehenswert. Die Schauspieler fand ich übrigens auch nicht sonderlich überzeugend. Dennoch danke für den Tipp!

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