Zimmer 1408 – Director’s Cut – OT: 1408

Da war er wieder, der Tag an dem man selbst Genrehasser dazu bringen kann einen Gruselfilm zu schauen: Halloween. Folglich haben wir uns gestern wieder einmal zusammengefunden, um dem filmischen Horror zu frönen. Die Wahl fiel auf Mikael Håfströms „Zimmer 1408“ im Director’s Cut. Der Film versprach altmodischen Spukhausgrusel nach Stephen King und konnte dieses Versprechen anfangs auch noch einlösen…

Die ruhige und ausführliche Einführung der Hauptfigur sowie der Prämisse des Films hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Atmosphäre schwankt zwischen beunruhigend und zynisch, was auch den Charakter des von John Cusack gespielten Autors Mike Enslin beschreibt. Auch die Ankunft im titelgebenden Zimmer konnte mich noch überzeugen. Die ersten Anzeichen des aufsteigenden Horrors waren toll gespielt und inszeniert, doch dann? Billige Effekthascherei. Als hätte Stephen Spielberg den Hai bereits in der ersten Szene gezeigt. So etwas macht man einfach nicht.

Mit der Visualisierung der ersten Schrecken des Zimmers nimmt auch plötzlich die bisher durchaus spürbare Spannung ab. Ehemalige Opfer werden als seltsame Fernsehbildgeister eingeblendet. Bereits dutzende Male gesehen und einfach nicht mehr gruselig. Die sonstigen Attacken des Zimmers werden zudem viel zu detailreich gezeigt, als dass man sich wirklich fürchten könnte. Was ist aus Andeutungen geworden? Mysteriösen Schatten? Wirklich schade, da das Zimmer an sich durchaus Gruselpotential geboten hat.

Die weitere Handlung – samt ihrer mehr oder minder vorhersehbaren Wendungen – war dann zwar nett anzusehen, doch blieb sie überraschend spannungsarm. Mit Einzug des persönlichen Dramas unseres Autoren in die Geschichte, war der weitere Verlauf dann auch unvermeidlich. Im Gegensatz zur Kinofassung endet der Director’s Cut ziemlich düster, wenngleich sich der Verlust der Charaktere nicht auf mich als Zuschauer übertragen wollte.

Letztendlich ist „Zimmer 1408“ ein relativ durchschnittlicher Gruselfilm mit nettem Setting und brauchbarer Geschichte. Leider hat man wieder einmal gemeint, dem Publikum alles zeigen zu müssen, was in meinen Augen – wenn es nicht richtig angepackt wird – der Todesstoß für Filme dieses Genres ist. Durchaus nett anzusehen, aber eben auch nicht mehr: 6/10 Punkte.

13 Gedanken zu “Zimmer 1408 – Director’s Cut – OT: 1408

  1. Ah, mal wieder einer der seltenen Fälle, wo ich einen Film stärker sehe als du. Wobei meine erste und einzige Sichtung aus der Sneak auch schon 3 Jahre her ist und folglich die Wertung nicht in Stein gemeißelt wäre. Mein Kritikpunkt war damals unter anderem das (Kino-)Ende, wobei ich den DC-Schluss nur auf dem Papier kenne.

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  2. Die äußeren Umstände einer Sichtung spielen ja auch immer eine besondere Rollen, insofern kann ich mir durchaus vorstellen, dass der Film in der Sneak eine positive Überraschung war. Gestern jedoch waren wir alle nach dem starken Anfang relativ enttäuscht. Ich kenne die Kinofassung nur aus dem Schnittbericht, glaube aber nicht dass dieses Ende groß etwas an meiner Wertung geändert hätte – weder in die eine, noch in die andere Richtung.

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  3. Ich muss gestehen, an Zimmer 1408 erinnere mich gar nicht mehr richtig. Was für Gruselfilme ja auch tödlich ist 😉

    Wegen des Feiertages habe ich mir so einiges gegeben, größtenteils inspiriert vom GameOne-Podcast zum Thema Horror-Filme (absolute Reinhörempfehlung von meiner Seite). Bei mir standen an: Cube, The Fly, Re-Animator und heute Abend als Krönung natürlich The Walking Dead.

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  4. Vielen Dank für die Empfehlung! Ich bin ja stets auf der Suche nach hörenswerten Podcasts mit den Themen Serien und Film. Deshalb habe ich diese spezielle GameOne-Folge gleich einmal auf meinen MP3-Player gezogen. Anonsten quatschen die mehr über Spiele, nehme ich an?

    Deine Filmauswahl gefällt mir sehr gut! Kenne von diesen nur „Re-Animator“ noch nicht. Wenn die gestrige Runde dem Genre zugeneigter gewesen wäre, hätte ich wohl auch noch ein paar Filme diesen Kalibers nachgeschoben. Den Piloten von „The Walking Dead“ plane ich übrigens auch für heute Abend. Bin schon ganz heiß drauf und hoffe nur, dass ich Frau bullion dafür gewinnen kann… 😉

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  5. Ist eine ganze Weile her, dass ich den gesehen habe, und ich nehm mir auch schon lange vor, ihn nochmal zu gucken. Hab ihn aber als nicht sehr gruslig in Erinnerung. Eher als effektüberladen, wie du schon sagst.

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  6. Ja, sind halt Gamer. Aber eben nicht nur, sondern auch sehr famose Kinokenner, die einfach sehr unterhaltsam über ihr Hobby sprechen können. Neben den Kopfkino-Podcasts fand ich vor allem den abschließenden LOST-Podcast herrlich, da waren wirklich alle Meinungen vertreten, vom Ultrafan/Mega-Enttäuschten über den Malreingucker und Wiedereinsteiger, der sehr zufrieden mit dem Schluss war.

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  7. @christian: Ich werde mir den Film wohl nicht noch einmal anschauen. Schade um die schöne Sammlerbox, doch was nützt die schönste Verpackung, wenn der Film nicht überzeugen kann? Wenigstens die gelungene erste dreiviertel Stunde wird mir in Erinnerung bleiben.

    @Inishmore: Wunderbar, dann werde ich die Seite einmal nach den filmlastigen Podcasts durchsuchen und in die „Lost“-Ausgabe werde ich auch noch reinhören.

    Wie fandest du nun eigentlich „The Walking Dead“? Mir hat der Pilot ausgezeichnet gefallen. Schön langsam erzählt, fiese Gewaltspitzen und eine behutsame Charakterisierung der Hauptfiguren. Zudem ein tolles Schlussbild. Könnte die Zombieserie werden. Würde mir ja auch die Vorlage holen, wenn mir das nicht die Serie verspoilern würde… 😉

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  8. The Walking Dead? Großartig! 6 von 6 Punkten. Tolle Effekte (die Fahrradlady), emotionale Treffer (der Blick der Mutter ins Zielfernrohr), überragende Kamera. Gestört hat mich nur die Szene, als der Hauptdarsteller unterm Panzer liegt, sich die Pistole an den Kopf hält, ein „Vergebt mir“ murmelt und dann ruckartig durch das Loch im Boden des Panzers reinklettert. Das kam mir ein wenig zu schnell.

    Wird mit Sicherheit eine Top-Serie, denn die Vorlage soll sich ja von Ausgabe zu Ausgabe gesteigert haben.

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  9. Ja, die überstürzte Flucht in den Panzer hatte mich auch etwas gestört, doch insgesamt nicht gravierend. Die Effekte sind tatsächlich grandios. Besser als in den meisten Zombiefilmen. Zudem finde ich es grandios, dass die Geschichte durch ihre Figuren erzählt wird. Kein reines Gemetzel, was bei dieser Thematik durchaus zu befürchten war. Ich bin nun tatsächlich kurz davor mir die Vorlage zu holen.

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  10. 1408 – den Film habe ich auch nur wegen John Cusack gesehen. Während er es ja noch schafft, etwas Sehenswertes in diesen Film zu bringen, versaut die Story am Ende dann doch ganz schön viel. Schade eigentlich…

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  11. Ja, John Cusack fand ich auch stark. Er trägt den Film – besonders im ersten Drittel – ziemlich souverän. Dann leider nimmt der Effekthokuspokus überhand, wogegen auch Cusack nur bis zu einem gewissen Grad anspielen kann.

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  12. Pingback: Zimmer 1408 (Film)

  13. Pingback: Zimmer 1408 (2007) | Film-Blogosphäre

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