Auf dem Flug nach New York habe ich mich aus dem unerschöpflichen Angebot an Filmen für „Untraceable“ entschieden. Warum? Weil ich mir auf dem winzigen Screen keine aktuellen Blockbuster, wie u.a. „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“ oder „Iron Man“ ruinieren wollte – und mein Interesse für den Cyberthriller gerade groß genug war, um ihn mir unter diesen besonderen Umständen anzusehen.

Die Handlung ist recht simpel, wird aber durch teils komplexe IT-Zusammenhänge auf- bzw. abgewertet. Ein Serienkiller tötet durch den Voyeurismus der Internetgemeinde. Eine wirklich interessante Idee, welche anfangs für Spannung sorgt, gegen Ende allerdings im Thrillereinerlei untergeht. Da wäre so viel mehr möglich gewesen.
Bis zur Enthüllung des Täters und dessen Motivation ist der Film spannend und die Figuren – besonders Jennifer Marsh (Diane Lane) – werden recht ausführlich gezeichnet. Zudem ist das Drehbuch um ein realistisches Bild des technischen Hintergrunds bemüht. Hier jedoch scheitert der Film an seinen Ansprüchen. So sind die Erklärungen für den normalen Zuschauer zu komplex, für jemanden der sich in der Materie auskennt werden dagegen zu viele Fragen aufgeworfen.
Ab der Auflösung bleibt nur noch ein nett inszenierter 08/15-Thriller, welcher zudem – trotz netter Intention – die Wirkung des Endes verpuffen lässt. Als Filmsnack zwischendurch ganz nett, ansonsten aber eher vernachlässigbar. Unter den besonderen Umständen: 6/10 Punkte.
Das nenn‘ ich einen echten Filmfan, denkt selbst auf dem Rückflug noch an eine Filmkritik. 😉
Willkommen zurück im Lande …
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Das war auf dem Hinflug – auf dem Rückflug war ich dann doch zu platt und habe mir nur ein paar Serienfolgen reingezogen… aber danke! 😉
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Ich stimme dagegen 😉
Ich habe den Film vor Monaten in einer Sneak gesehen, und habe schon nach den ersten Minuten Kopfaua bekommen. Der Film beginnt wie eine „Raubkopierer sind Verbrecher“-Propaganda. Sie stellt dank High-Tech-Windows-Vista und Bullshit-Bingo-Geblubber die bösen, bösen Raubkopierer. Lächerlich.
Ich empfehle ja die Bewertung der Fünf-Filmfreunde:
http://www.fuenf-filmfreunde.de/2008/05/05/untraceable/
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Wollte grad so ziemlich das gleiche schreiben und habe mich auch schon ein wenig gewundert bis mir dann aufgefallen ist, dass wir den ja zusammen gesehen haben. 😀
War meiner Meinung nach auch ziemlicher Mist.
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Ich seh schon, euch beiden hat der Film so gar nicht zugesagt. In den frühen Morgenstunden, irgendwo über dem Atlantik wurde ich aber recht gut unterhalten.
Und etwas mehr als die von den Filmfreunden angeprangerte Raubkopierer-Propaganda beinhaltet der Film schon. Am Ende führt sogar die Heldin selbst die Kamera, was ein interessantes Licht auf die Thematik geworfen hätte, wenn man da konsequenter und nicht so schwarz/weiß-zeichnend gewesen wäre.
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