Kalabrien 2006: Rückblick

Nach einer Woche Kalabrien bin ich nun wieder im Lande – inklusive Sonnenbrand, wie es sich für sieben Tage Sonne pur mit über 40° C im Schatten auch gehört. Die Region ist vom internationalen Tourismus noch nicht sonderlich erschlossen, was für sehr italienisch dominierte Verhätnisse gesorgt hat. Das war – sagen wir es einmal so – interessant, denn der Tagesrhythmus entspricht nicht im geringsten dem der Nordeuropäer.

Ruhe und Gelassenheit (zwischen 13:00 und 16:00 Uhr ließ sich kein Italiener am Strand oder sonstwo blicken – Siesta hat oberste Priorität) treffen auf Lebensfreude und Kontaktfreundlichkeit (jeder kommt ganz ohne Scheu mit jedem ins Gespräch) – hinzu kommt eine Vorliebe für Streitigkeiten und Lautstärke. So hat die italienische Animation bis 2:00 Uhr früh ihre Landleute animiert – und nicht nur die, da man selbst bei verriegelten Türen und Fenstern den Animateur direkt neben dem eigenen Bett gewähnt hat. Wenn danach die Zimmer aufgesucht wurden, haben die völlig übernächtigten Bambini (zurecht, denn für Kleinkinder ist das wahrlich keine Uhrzeit mehr) erst einmal eine halbe Stunde Rabatz gemacht – zur Freude der anderen Gäste. Ja die Italiener sind schon ein interessantes Volk. Einerseits bewundernswert in ihrer Art und wirklich sehr aufgeschlossen, andererseits allerdings auch egoistisch und herablassend der Minderheit ausländischer Gäste gegenüber.

Vermutlich hätte ich schon beim Prädikat Club-Urlaub skeptisch sein müssen. Einfach zu viel Animation. War die italienische zwar zu laut und ausdauernd, so hat sich hier jedoch wenigstens der südländische Charme bemerkbar gemacht. Ganz im Gegensatz zum deutschen Team, das krampfhaft und ohne jegliche Selbsironie irgendwelche Shows veranstaltet hat, die lächerlicher nicht hätten sein können – und das Schlimmste: Die Animateure waren unglaublich überzeugt von sich selbst. Glücklicherweise hat sich in der Nähe noch ein Café gefunden, das – wie alle italienischen Örtlichkeiten – Öffnungszeiten hatte, die die Möglichkeit zur Flucht boten. Soviel zum Negativen.

Der Strand und das Meer waren grandios. Kristallklares Wasser, friedliche Fische und angenehmer Wellengang. Hier konnte man sich wirklich entspannen. Anlass zur Freude hat auch die Landschaft gegeben: Im Gegensatz zu vielen Reiseberichten aus Kalabrien gibt es keine braune und verbrannte Erde, sondern grüne Hügel mit unzähligen Pflanzen, die in den unglaublichsten Farben blühen. Wirklich wunderschön. Ebenso famos war die mediterrane Küche: Leichtes und sehr vielfältiges Essen. Äußerst delikat und ansprechend zubereitet – zumindest bis eine Horde Einheimischer über das Buffet hergefallen ist und es in ein Schlachtfeld verwandelt hat.

Abschließend noch ein paar Impressionen aus dem sonnigen Kalabrien:

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 Der Blick aus dem Hotelzimmer

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 Das idyllisch Gelegene Nicotera

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 Der italienische Baustil

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 Santa Maria bei Nacht

3 Gedanken zu “Kalabrien 2006: Rückblick

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