Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit (2006)

Heute habe ich einmal wieder einen Film nachgeholt, der mich schon seit Jahren reizt. Tony Scotts „Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit“ hat inzwischen schon unglaubliche 8 Jahre auf dem Buckel – mir kommt es allerdings so vor, als hätte ich ihn erst gestern im Kino verpasst. Zeitwahrnehmung ist eben sehr subjektiv, was der Film auch inhaltlich am laufenden Band beweist…

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Den Trailer hatte ich über die letzten Jahre verteilt öfter gesehen. Insofern wusste ich von dem Zeitreisethematik – und war deshalb wohl auch so erstaunt, dass das Thema erst relativ spät im Film aufgegriffen wird. Die Jerry Bruckheimer-Produktion strahlt Hochglanz aus jeder Pore bzw. jedem einzelnen digitalen Filmkorn aus, allerdings auf die sympathische Art und Weise der 2000er Jahre. Irgendwo zwischen hypermodern und schon ein wenig veraltet. Inzwischen mag ich das. Denzel Washington macht sich wie immer gut und New Orleans kurz nach Hurrikan Katrina bietet ein interessantes Setting für diesen ungewöhnlichen Sci-Fi-Thriller.

Was Zeitreisegeschichten angeht, so bin ich wohl am stärksten von den Regeln fasziniert, die unterschiedliche Filme aufstellen. Anfangs versucht „Déjà Vu“ noch den ganz wissenschaftlichen Weg zu gehen: Man blickt gar nicht in die Vergangenheit, sondern sieht nur eine 3D-Rekonstruktion. Natürlich ist dies auf die dargestellte Art und Weise nicht möglich, der Kern der 3D-Rekonstruktion aus 2D-Fotos bzw. -Videobildern wird jedoch bereits heute durchgeführt – der Film zeigt uns nur die übernächste Stufe. Als jemand, der mit dem Thema ein wenig vertraut ist, war dies ein wahrlich interessanter Versuch den Blick in die Vergangenheit tatsächlich einigermaßen glaubwürdig zu erklären. Kurz darauf packt Val Kilmer (leider nur in einer kleinen Nebenrolle) allerdings das Wurmloch aus und wir befinden uns in einem klassischen Zeitreisefilm.

Rein audiovisuell hat Tony Scott auch in „Déjà Vu“ alle Register gezogen, ohne jedoch in den Stakkato-Schnitt zu verfallen, wofür seine letzten Filme (z.B. „Domino“) berühmt und berüchtigt waren. Inhaltlich muss man, wie es für das Genre üblich ist, eine gesunde Portion Suspension of Disbelief aufbringen, was mir allerdings nicht schwer gefallen ist. Der emotionale Kern des Thrillers, die angedeutete Liebesgeschichte, hatte mich ebenfalls voll auf seiner Seite. Insgesamt bin ich wirklich zufrieden mit dem Film, der mich ein wenig an „Frequency“ (ebenfalls mit Jim Caviezel) und „Source Code“ erinnerte. Für Fans von Zeitreisegeschichten wirklich bestens geeignet: 8/10 Punkte.

True Detective – Season 1

Auch wenn ich immer über viel zu wenig Zeit jammere, so habe ich mir dennoch knapp 8 Stunden aus dem Kreuz geleiert, um die HBO-Serie „True Detective – Season 1“ zu schauen. Um ehrlich zu sein führte ja auch kein Weg daran vorbei, wurde man als Serienfreund in den letzten Monaten doch permanent an die Show erinnert – und sei es nur, wie kürzlich, zum Bekanntwerden der Besetzung der neuen Staffel. Ist der Hype also gerechtfertigt?

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Um es kurz zu machen: Ja, „True Detective“ ist eine Ausnahmeserie, die man selbst unter erschwerten Bedingungen sehen sollte – in meinem Fall eben gestreckt über drei Wochen, wenn immer mal ein Stunde zwischen 22 Uhr und Mitternacht Zeit war. Rückblickend betrachtet war dies auch genau der richtige Rhythmus, denn hätte ich mehr Zeit zur Verfügung gehabt, wäre ich auch gnadenlos dem Binge-Watching, wie man heute neudeutsch sagt, verfallen. Dies bringt mich auch gleich zum ersten Punkt: Überall liest man mit „True Detective“ haben Serien endgültig das Kino überholt und die erste Staffel dieser Anthologie sei wie ein 8-stündiger Kinofilm. Bezieht man sich dabei rein auf die formalen und inszenatorischen Aspekte, mag das auch stimmen. Inhaltlich hat mich Nic Pizzolatto Serie jedoch eher an einen ausgefeilten Kriminalroman erinnert – umso erstaunlicher, dass es sich um eine originäre Geschichte und keine Adaption handelt.

Die Kino-Assoziation hängt natürlich auch mit den beiden Hauptdarstellern Woody Harrelson und Matthew McConaughey zusammen, die beide wahrlich famos spielen. Ich möchte hier besonders Harrelson hervorheben, der besser spielt denn je. Sein Charakter Marty Hart ist mitsamt all seiner Fehler näher am Zuschauer dran, als McConaugheys unnahbarer Rust Cohle, was seine Leistung umso bemerkenswerter macht. McConaughey spielt natürlich ebenso brilliant, doch liest man von seiner Leistung sowieso überall. Der eigentliche Star ist aber ohnehin das Drehbuch, das zwar Klischees des Cop-Dramas aufgreift, jedoch immer neue Wege zwischen Pulp und Horror findet, und seinen Charakteren dabei den Raum gibt sich glaubhaft zu entfalten. „True Detective“ eben; einen besseren Titel hätte man nicht wählen können.

Typisch für HBO ist die Serie sehr ruhig erzählt, lässt uns Zuschauer jedoch mit einer fast schon unheimlichen Regelmäßigkeit an den Rand des Sofas rutschen, da die nächste Abzweigung in die menschlichen Abgründe nicht nur unsere Hauptfiguren aus der Bahn wirft. Mit seiner von düsterer Ausweglosigkeit genährten Atmosphäre hat mich „True Detective“ stark an den den mitreißenden und ähnlich ruhig erzählten Thriller „Prisoners“ erinnert. Menschen am Rande der Gesellschaft, das ungreifbare Böse mitten unter uns, Leben die von Horror gezeichnet sind. Starker Tobak, den man sich jedoch nicht entgehen lassen sollte. Vielleicht heißt es schon bald: Leg‘ doch mal das Buch zur Seite und schau einmal wieder eine richtig gute Serie! Mal sehen, ob das Konzept in der geplanten zweiten Staffel der Anthologie-Serie ebenso famos aufgeht: 10/10 (9.5) Punkte.

 

Jahr 2022… die überleben wollen – OT: Soylent Green (1973)

Zurzeit wird die gesamte Familie von einer fiesen Erkältung gequält – allein unser Zappelinchen hält sich noch wacker. Dafür sind Mama und Papa zu fast nichts mehr zu gebrauchen, weshalb wir den heutigen Tag auch mit anspruchsloser Unterhaltung ausklingen lassen wollten. Trotz dieses Vorsatzes ist die Wahl auf „Jahr 2022… die überleben wollen“ gefallen, der besser unter seinem Originaltitel „Soylent Green“ bekannt ist. Also doch Anspruch mit einem der großen Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre. Puh, fast schon anstrengend…

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Mit „Soylent Green“ verbinde ich seelige Erinnerungen an durchwachte Fernsehnächte während meiner Zivildienstzeit. Zusammen mit „Logan’s Run“, „THX 1138“ und „Rollerball“ gehört er für mich zu den großen dystpopischen Sci-Fi-Klassikern dieser Zeit. Hinzu kommt die große popkulturelle Komponente des titelgebenden Nahrungsersatzmittels, welches in unzähligen TV-Serien (z.B. „Die Simpsons“ oder „Futurama“) oder aktuellen Kinofilmen (z.B. „Cloud Atlas“) referenziert wird. Damit spielt „Jahr 2022… die überleben wollen“ auch in einer Liga mit einem anderen großen Charlton-Heston-Klassiker, nämlich „Planet der Affen“, dessen Pointe ebenfalls zu den meistzitierten Wendungen der Popkultur gehören dürfte.

Auch wenn Richard Fleischers Film nach über 40 Jahren nicht mehr allzu frisch aussieht, so hat er doch keinesfalls etwas von seiner Faszination eingebüßt. Die Dystopie wird greifbar und das Setting ist in der heutigen Zeit aktueller denn je: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird hier so plakativ dargestellt wie nur selten. Die eingewobene Kriminalgeschichte ist spannend und führt zu einem Finale, das immer noch zu schockieren weiß. Auch emotional weiß „Soylent Green“ durch die ebenfalls oft zitierte zentrale Szene um Sol Roth (Edward G. Robinson in seiner letzten Rolle) mitzureißen. Überhaupt ist das ungleiche Duo Heston und Robinson großartig!

Wer auch nur ein wenig für das dystopische Sci-Fi-Kino der 60er bis 80er Jahre übrig hat, der hat „Jahr 2022… die überleben wollen“ bestimmt schon mehr als einmal gesehen. Wenn er euch bisher allerdings durch die Lappen gegangen ist, dann bitte anschauen – und die Chance ergreifen einen Genreklassiker neu für euch entdecken zu können: 8/10 Punkte.

Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine! – OT: Hot Tub Time Machine (2010)

Nachdem mich der wunderbare „Alles eine Frage der Zeit“ erst kürzlich mit einer ungewöhnlichen Zeitreisegeschichte begeistern konnte, habe ich diesem Subgenre mit „Hot Tub: Der Whirlpool… ist ’ne verdammte Zeitmaschine!“ (so der dämliche deutsche Titel) erneut einen Besuch abgestattet. Aufgrund durchwachsener Kritiken waren meine Erwartungen nicht allzu hoch, was letztendlich genau die richtige Einstellung für die Sichtung dieses Films sein sollte…

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Die Prämisse des Films ist so dämlich, dass man sich auch genau auf dieses Niveau einstellen sollte: Drei Jugendfreunde in ihren 40ern landen zusammen mit dem Neffen der Hauptfigur in den 80ern nachdem sie eine wilde Nacht in eine Whirlpool verbracht haben, der sich als Zeitmaschine entpuppt hatte. Wow. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. „Hot Tub Time Machine“ (so der ungleich gelungenere Originaltitel) scheint sich seiner Albernheit durchaus bewusst zu sein und inszeniert die Ausgangssituation entsprechend abgefahren, z.B. tritt 80er Jahre Comedy-Star Chevy Chase (u.a. „Schöne Bescherung“) als ominöser Zeitmachinentechniker auf. Herrlich! Weiterhin ist die Dynamik zwischen den vier Zeitreisenden so völlig neben der Spur, dass man den Film einfach nicht ernst nehmen kann.

Die 80er Jahre werden in all ihren Klischees wunderbar dargestellt: ob Musik, Kleidung oder popkulturelle Referenzen – man fühlt sich in eine überstilisierte Version dieser Epoche zurückversetzt. Großartig fand ich zudem den Auftritt Crispin Glovers, der in einem anderen Zeitreisefilm aus den 80er Jahren eine nicht unbedeutende Rolle spielte: nämlich George McFly in „Zurück in die Zukunft“. Er hat wohl auch den besten Running Gag des Films abbekommen, dessen Auflösung letztendlich fast ein wenig enttäuschend war. Überhaupt gibt es einige Witze, die wunderbar zünden, und wiederum etliche, die so überhaupt nicht funktionieren wollen. Speziell einige Fäkalhumorszenen hätte sich der Film wirklich schenken können.

Trotz der abgefahrenen Prämisse und vielleicht gerade aufgrund der Unstimmigkeiten in der Handlung und Inszenierung weiß „Hot Tub Time Machine“ zu unterhalten. Er lebt natürlich auch von seinen Darstellern – und auch wenn ich John Cusacks Auftritt (wie leider alle in den letzten Jahren) eher schwach fand, so machte seine Besetzung aufgrund seiner 80er Jahre Filmvergangenheit doch absolut Sinn. Wie man es auch dreht und wendet: Der Film hat seine Fehler und ist wohl auch nicht wirklich gut; dennoch konnte er mich besser unterhalten, als so manch andere Hollywoodkomödie. Für Freunde der 80er möglicherweise ein großer Spaß – solange ihr eure Erwartungen drosselt: knappe 7/10 Punkte.

One Tree Hill – Season 5

Weiter geht es mit meiner aktuellen Serienbesprechung bzw. Besprechungsserie. Inzwischen bin ich mit „One Tree Hill – Season 5“ im fünften Jahr angekommen – ein stolzer Zeitraum, nach dem man eigentlich erste Abnutzungserscheinungen erwarten dürfte. Das haben sich wohl auch die Macher der Serie gedacht und präsentieren uns einen Neustart…

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Normalerweise steht ein Zeitsprung zwischen zwei Staffeln immer ein wenig für Ideen- und Ausweglosigkeit. Auch bei „One Tree Hill“ musste etwas geschehen, hat doch die Highschool-Zeit im Finale der vierten Staffel für alle Protagonisten ein mehr oder weniger versöhnliches Ende gefunden. Zwar wusste ich von dem Zeitsprung, doch war ich überrascht, dass man die Charaktere gleich über vier Jahre in die Zukunft springen lässt. Auch wenn dies zu Beginn ein wenig ungewohnt (und ehrlich gesagt auch unglaubwürdig) war, so war nach kurzer Zeit der Status quo wieder erreicht: Alle wichtigen Personen sind nach Tree Hill zurückgekehrt und alte Verhaltensmuster warteten nur darauf wieder aufgenommen zu werden.

Normalerweise geht mir das Erreichen des Status quo nach einer tiefgreifenden Änderung völlig gegen den Strich, doch hier funktioniert es irgendwie: Die Änderung bzw. Weiterentwicklung ist groß genug, um für neue Konflikte zu sorgen, und die alten Wunden sind noch frisch genug im Gedächtnis, um weiterhin Relevanz zu besitzen. All dies ist, typisch für „One Tree Hill“, mit einem Übermaß an Dramatik erzählt, jedoch nicht ohne dazwischen immer wieder Momente der Wahrhaftigkeit aufblitzen zu lassen. Auch die eingewobenen Flashbacks in die Zeit der übersprungenen vier Jahre empfand ich als netten Kniff.

Insgesamt hatte ich einen weitaus größeren Abfall in der Qualität befürchtet. Teils wirkt die Handlung erneut unglaublich soapig und abgedreht (z.B. die Hochzeitsfolge „Hundred“), doch macht die Serie auch in diesem Momenten erstaunlich viel Spaß. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mich die Serie so lange bei der Stange halten kann – aber ich bin auch sehr empfänglich für ausgewalzte Indie-Rock-Montagen (z.B. The Verve Pipes „The Freshmen“), die es in beinahe jeder Episode zu bestaunen gibt. Nach dem Finale bin ich auf jeden Fall auf das sechste Jahr gespannt: 8/10 (7.8) Punkte.

Das erstaunliche Leben des Walter Mitty – OT: The Secret Life of Walter Mitty (2013)

Manchmal funktionieren Filme, manchmal nicht. Obwohl mich damals schon der Trailer zu „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ nicht überzeugen konnte, wollte ich dem Film aufgrund der größtenteils guten Kritiken dennoch eine Chance geben – schließlich konnte mich „Life of Pi“ vor zwei Jahren auch begeistern, obwohl ich den Trailer mies fand. Leider sollte es dieses Mal kein Happy End geben…

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Der Film versucht recht eindeutig ein Feel-Good-Movie in der Tradition eines „Forrest Gump“ zu sein. Anfangs dachte ich auch noch, es könnte ihm gelingen. Ben Stiller spielt den titelgebenden Walter Mitty wirklich überzeugend und die Inszenierung scheint perfekt. Für Tagträumer – kann ich mich doch selbst zu dieser Sorte Mensch zählen – habe ich zudem einiges übrig, insofern sollte „The Secret Life of Walter Mitty“ doch leichtes Spiel mit mir haben. Leider jedoch werden die Tagträume völlig überzogen als CGI-Schlachten dargestellt, was mich jedes Mal wieder aus dem Film gerissen hat. Den Kampf im Aufzug um Stretch Armstrong fand ich z.B. herrlich! Genau auf diesem Niveau hätten Mittys Tagträume bleiben müssen, doch nein! Da muss auf dem Asphalt quer durch New York City gesurft werden. Was für eine herbe Enttäuschung!

Als es für Walter auf Reisen ging, dachte ich zunächst alles würde besser werden. Es gab tolle Landschaftsaufnahmen und echt wirkende Charaktere. Doch auch hier wurde der CGI-Hai ausgepackt und auch Walters Entwicklung macht plötzlich Sprünge, die bei mir jegliche Suspension of Disbelief haben aussetzen lassen. Der Film hat wahrlich tolle Momente. Bei der mit der isländischen Band Of Monsters and Men unterlegten Ankunft in Island hatte ich beinahe eine Gänsehaut, doch mit der kurz darauf folgenden Skateboard-Szene musste man es wieder übertreiben. Zwar bekommt man Walters Geschichte erzählt (unangepasster Skateboarder, Tod des Vaters, Fast-Food-Karriere, Job beim LIFE-Magazin), doch transferiert sich seine Vergangenheit nicht auf seinen Charakter, geschweige denn wird für uns Zuschauer glaubwürdig greifbar.

Ich mag Ben Stiller und hatte zu Beginn wirklich große Hoffnungen für den Film, zumal mit Kristen Wiig und speziell Adam Scott (als fantastischer Bösewicht) ein paar tolle Nebendarsteller auftreten. Letztendlich konnte mich „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ – trotz einiger mitreißender Szenen – emotional einfach nicht packen. Charaktere und Geschichte wirken zu unausgegoren und gehen im CGI-Overkill unter. Alles andere als ein schlechter Film, doch für mich letztendlich ein Sammelsurium nicht genutzter Chancen: 6/10 Punkte.

Veep – Season 1

Wie Stammlesern dieses Blog bekannt sein dürfte, habe ich ein gewissen Faible für US-Politik in TV-Serien. Insofern sah ich der Sichtung von „Veep – Season 1“ voller Vorfreude entgegen – auch wenn man wohl kein zweites „The West Wing“ erwarten sollte…

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Neben meiner Vorliebe für Washington, D.C. sowie Geschichte, die rund um das Weiße Haus spielen, gibt es für mich noch einen weiteren Grund, warum sich für mich das Einschalten bei „Veep“ ganz besonders lohnt: Julia Louis-Dreyfus spielt die Hauptrolle. Als amerikanische Vizepräsidentin überzeugt sie mit der gleichen sympathischen Schusseligkeit, wie bereits als Elaine Benes in „Seinfeld“ oder Christine Campbell in „The New Adventures of Old Christine“ – nur eben auf einem gänzlich anderen Niveau.

Großartig ist, dass man ihrem Charakter, Vizepräsidentin Selina Meyer, gleichzeitig die Kompetenz abimmt, die (zumindest irgendwie) nötig sein könnte, um dieses Amt zu bekleiden. Mit Tony Hale gesellt sich noch ein weiterer Schauspieler zum Ensemble, den ich seit „Arrested Development“ großartig finde, und der auch eine Bereicherung für „Veep“ darstellt. Leider umfasst diese erste Staffel nur 8 Episoden, was bei einer Laufzeit von jeweils ca. 27 Minuten wirklich nicht viel ist. Gerne hätte ich mehr Zeit mit Selina und Co. verbracht, denn Humor und Charaktere sind wahrlich köstlich: 8/10 (8.4) Punkte.

White House Down (2013)

Einen guten Monat nach der Sichtung von „Olympus Has Fallen“ habe ich endlich auch Roland Emmerichs Variante des filmischen Angriffs auf das Weiße Haus nachgeholt. Wie sich „White House Down“ im Vergleich zu seinem Stief-Zwilling aus dem gleichen Jahr schlägt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Die Handlung des Films ist bereits im Titel zusammengefasst und entspricht Antoine Fuquas Film nahezu unverändert. Dabei setzt Emmerich deutlich stärker auf Familienunterhaltung, was dem Film die Ernsthaftigkeit nimmt – ein Schachzug, der sich im Verlauf des Films noch als geschickt erweisen sollte. Die Action ist nicht ganz so hart wie im Stief-Zwilling (dennoch war ich erstaunt darüber, was heute alles so als FSK 12 durchgeht) und die Dialoge flotter. Beide Filme fühlen sich wie „Stirb langsam“ im Weißen Haus an, doch ist „White House Down“ näher an dessen Spaßfaktor dran.

Schon bald zeigt sich, dass der Humor, den der Film aus dem Zusammenspiel zwischen Tatum Channing und Jamie Foxx zieht, wirklich funktioniert. Man kann den Film einfach nicht mehr ernst nehmen, wenn der Präsident mitten im Gefecht Sportschuhe aus dem Regal zieht oder die Panzerfaust fallen lässt. Der angeprangerte Patriotismus wird dadurch im Vergleich zu „Olympus Has Fallen“ deutlich abgeschwächt; hinzu kommt, dass die Bösewichte aus den eigenen Reihen kommen, sprich nicht die klassischen Feindbilder heraufbeschworen werden.

„White House Down“ ist weder besonder innovativ inszeniert, noch clever geschrieben. Selbst etliche Effektszenen wirken überaus billig (wenn auch weit nicht so schlimm, wie beim Stief-Zwilling). Doch der Film macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß – und ich nehme es Emmerich auch ab, dass da wirklich nicht mehr dahinter stecken soll. Einfach nur nette Unterhaltung in einem spannenden Setting und mit einem unerwartet sympathischen Heldenduo: 7/10 Punkte.

One Tree Hill – Season 4

Zurzeit gehört die tägliche Sichtung von mindestens einer Episode „One Tree Hill – Season 4“ einfach zum Abendritual. Selbst wenn wir kaum noch die Augen offen halten können, so hilft uns der Besuch in der fiktiven Kleinstadt doch Arbeit, Baustress und Kindersorgen hinter uns zu lassen – wenigstens für 42 herrlich unterhaltsame Minuten…

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Nachdem das dritte Jahr erneut mit etlichen Cliffhangern zu Ende gegangen ist, schickt sich die Serie an diese nach und nach aufzulösen. Immer gerade so schnell, dass man als Zuschauer nicht abspringt. Schon wirklich geschickt gemacht. Als würde dies nicht bereits für ausreichend Drama sorgen, eröffnen die Autoren etliche neue Handlungsstränge, die uns während der gesamten Staffel begleiten werden. Allen voran ist mir besonders Peytons Pseudo-Stalker-Bruder Derek im Gedächtnis geblieben, der uns Zuschauer oft eher in einem Teenie-Slasher wähnen lässt, als in einer Dramaserie. Doch „One Tree Hill“ wäre nicht „One Tree Hill“, hätte man damit bereits den abgedrehtesten Handlungsstrang gesehen.

Speziell der allseits beliebte Dan Scott macht eine unglaubliche Wandlung vom Saulus zum Paulus durch, was man ihm natürlich nicht wirklich abnehmen kann. Dennoch funktioniert diese Wendung erstaunlich gut, was sich besonders in den letzten Episoden der Staffel als geschickter Kniff erweist. Trotz teils wirklich abstrusen Entwicklungen macht die Serie immer noch enorm viel Spaß. Dies liegt wohl auch daran, dass die Autoren genau wissen, was sie da schreiben. In der Episode „It Gets the Worst at Night“ wird es schön auf den Punkt gebracht, als die Gruppe aus Tree Hill auf normale Teenager einer anderen Highschool trifft. Ein großartiger Moment, den man auch nur als Meta-Kommentar verstehen kann. Herrlich!

Auch wenn man die Serie nicht allzu ernst nehmen sollte, so gibt es doch immer wieder Momente, in denen sie alle Sympathien auf ihrer Seite hat. Wie wird der böse Stalker besiegt, der Peyton und Brooke ganz klischeehaft im düsteren Keller gefangen hält? Eben nicht von den starken Jungs, die zur Rettung nahen – die Mädels befreien sich selbst und bringen erfolgreich ihrem Peiniger zur Strecke! So muss das sein, und es ist besonders schön, dies in solch einer scheinbar klischeehaften Teenie-Serie zu sehen.

Für das Finale hatte ich schon Schlimmstes befürchtet, doch es sollte anders kommen: Bei der eröffnenden Montage hatte ich durchgehend eine Gänsehaut, was zugegebenermaßen auch der großartigen Musikwahl geschuldet ist. Mit Lives „Lightning Crashes“ hat man den perfekten Song gefunden – oder eben die perfekte Szenen dazu. Auch im weiteren Verlauf der Handlung ist das Finale fast schon versöhnlich, alle Erzählstränge werden sauber zum Abschluss geführt und die letzten Minuten sind einfach passend und schön. Das hätte auch wunderbar als Serienfinale funktioniert. Dennoch freue ich mich, dass es noch weiter geht – auch wenn bei weitem nicht alle Episoden so stark sind: 8/10 (8.0) Punkte.

The LEGO Movie (2014)

Ich habe „The LEGO Movie“ am 22. Juni 2019 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Eine anstrengende Woche geht zu Ende – und doch komme ich meinen Bloggerpflichten nach und bespreche mit „The LEGO Movie“ einen (sogar noch recht aktuellen) Film. Wie sich diese Spielzeug-Verfilmung im Vergleich zu Peter Bergs „Schiffe versenken“ bzw. „Battleship“ schlägt, erfahrt ihr in der kommenden Besprechung zwar nicht, doch solltet ihr dennoch unbedingt weiterlesen…

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Vermutlich sollte ich zunächst etwas zu meiner persönlichen Beziehung zu den bunten Bausteinen schreiben: Als Kind war LEGO für mich das Größte. Ich konnte mich tagelang hinsetzen und immer wieder die verschiedensten Sachen bauen. Zwar hatte ich auch etliche Fertigbausätze (z.B. eine Ritterburg oder ein riesiges Piratenschiff), doch am meisten Spaß hatte ich damit eigene Welten zu entwerfen und die kleinen gelben Figuren darin Geschichten erleben zu lassen. Mein vor weit über 20 Jahren gebautes Prachtexemplar (ein individuell gebautes Raumschiff) liegt übrigens immer noch beinahe vollständig aufgebaut in einer Kiste im Keller.

Für mich sind die schönsten Kindheitserinnerungen, zumindest was das alleine Spielen angeht, untrennbar mit LEGO verbunden. Was allerdings animierte LEGOs – speziell auch die schon seit Jahren existierenden Videospiele – angeht, so hat sich der Reiz für mich nie erschlossen. Insofern war ich umso gespannter, wie denn „The LEGO Movie“ bei mir ankommen würde.

Anfangs war ich fast schon ein wenig überfordert von den knallbunten Farben und dem beinahe etwas hakeligen Animationsstil (der das LEGO-Spielen aber natürlich perfekt trifft). Es passiert unglaublich viel und man muss schon wirklich am Ball bleiben, um keinen Gag zu verpassen. Und Gags gibt es reichlich! Was die Art des Humors angeht, so hat mich der Film oft an eine etwas harmlosere Variante von „Die Simpsons“ erinnert, und der popkulturelle Overkill steht den Anspielungen eines „Ralph reichts“  in der Videospielwelt in nichts nach. Wirklich großartig!

Die Geschichte ist dabei einerseits wunderbar simpel gestrickt, sie besitzt andererseits allerdings auch etliche Ebenen, über die man in vielerlei Hinsicht schmunzeln kann. Auch wenn „The LEGO Movie“ im Prinzip als ein einziger, großer Werbespot für das dänische Spielzeugunternehmen gesehen werden könnte (und er es zu gewissen Teilen bestimmt auch ist), so wäre das doch eine zutiefst zynische Sicht auf das Werk. Man könnte Elemente des Films sogar als gewisse Kritik an den Franchise-Baukästen der letzten Jahre sehen, wodurch die wilde Kombinierwut mit den einfachen Bausteinen gehemmt wurde. Letztendlich funktioniert der Film auf jeder Ebene erstaunlich gut – und wenn durch den Erfolg mehr LEGO-Sets verkauft werden, was dann evtl. einen zweiten Film anstößt, soll es mir nur recht sein.

Neben den wunderbaren Sprechern (u.a. Chris Pratt, Will Arnett, Alison Brie, Charlie Day) sticht vor allem die großartige Inszenierung heraus, welche die bespielte LEGO-Welt fantastisch in CG-Bilder überträgt. Die Figuren sind nie 100%-ig glatt und wirken nur wie aus dem Computer, nein, sie haben Schrammen, kleine Fehler und bewegen sich wie von Hand, was im Rahmen der Handlung natürlich auch nur Sinn macht. Ihr merkt, ich bin rundum begeistert und kann euch die Sichtung von „The LEGO Movie“ nur ans Herz legen: 9/10 Punkte.