The Shield – Season 7

Mit diesem Eintrag heißt es einmal wieder von einer Serie Abschied nehmen. Knapp 9 Monate hat es somit gedauert, bis ich mit „The Shield – Season 7“ das Epos rund um die Polizeidienststelle The Barn abgeschlossen hatte. Eine aufregende Zeit mit stets neuen Wendungen und Charakterentwicklungen. Insbesondere das Finale setzt noch einmal neue Maßstäbe und wird mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben… Spoiler sind zu erwarten.

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Die letzte Staffel von „The Shield“ führt konsequent weiter, was in den vorhergehenden Staffeln begonnen wurde: den endgültigen Untergang des Strike Teams. Am Ende ist die Rechnung für Vic Mackey aufgegangen, doch für welchen Preis? Ein komplexer Plan wurde auf Kosten aller auch nur am Rande beteiligten Personen – sei es seine Familie, Kollegen oder sogar Freunde – in die Tat umgesetzt. Nicht nur aufgrund diese Kompromisslosigkeitdeshalb erinnerte mich das Finale stark an eine andere Serie, deren letzte Episode ich vor nur wenigen Tagen sah, nämlich „Breaking Bad“ – insbesondere die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Hauptfiguren.

Die Parallelen zwischen Vic Mackey und Walter White sind enorm: Beide sind skrupellose Soziopathen, wenn es darum geht ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Beide genießen den Kick ihres illegalen Handelns, geben jedoch vor es nur für ihre Familie zu tun. Beide wenden sich offen und versteckt gegen Freunde und Verbündete. Beide Charaktere schaffen es, dass man trotz ihrer unglaublichen Taten – was besonders in der vorletzten Episode „Possible Kill Screen“ wunderbar auf den Punkt gebracht wird – weiterhin mit ihnen mitfiebert. Und trotz aller Qualitäten, die „Breaking Bad“ ausmachen, hat mich das Finale von „The Shield“ weit mehr schockiert, überrascht und mitgenommen.

Generell ist der Konsens, dass die Qualität von „The Shield“ in den späteren Staffeln steigt. Auch für mich waren die letzten drei Staffeln am stärksten, da sich in diesen die Schlinge rund um das Strike Team immer enger zieht, was dazu führt dass sich dessen Mitglieder gegeneinander stellen. Ein wahrer Quell für unfassbar mitreißende Charaktermomente. Auch wenn es eine knappe Entscheidung war, so empfand ich die letzte Staffel tatsächlich als den Höhepunkt der Serie:

  1. „The Shield – Season 7“ (9.4 Punkte)
  2. „The Shield – Season 5“ (9.4 Punkte)
  3. „The Shield – Season 6“ (8.9 Punkte)
  4. „The Shield – Season 3“ (8.9 Punkte)
  5. „The Shield – Season 1“ (8.9 Punkte)
  6. „The Shield – Season 4“ (8.8 Punkte)
  7. „The Shield – Season 2“ (8.8 Punkte)

Neben Vics Handlungsstrang fand ich auch alle anderen Charaktere schön zu Ende erzählt. Besonders Claudette und Dutch wurde noch ein sehr emotionaler Moment spendiert, der ihre Beziehung wunderbar zusammenfasst. Letztendlich sind es aber die letzten Minuten mit Vic, die am stärksten in Erinnerung bleiben: Wie er in seinem Anzug ungelenk vor seinem Schreibtisch sitzt, die Sirenen wahrnimmt und machtlos aus dem Fenster sieht. Am Ende ein kurzes Glitzern in seinen Augen, als er in die Nacht zieht. Was er wohl für neue Pläne verfolgt?

Nach knapp 9 Monaten heißt es für mich nun Abschied nehmen von „The Shield“ – und ich kann sagen: Es war eine tolle Zeit. Die Serie ist roh, unangenehm, spannend und mitreißend. Oft haben mich diverse Wendungen überrascht und Entscheidungen schockiert. Dennoch hatte ich stets perfiden Spaß daran Vic Mackey und Co. auf ihren Streifzügen durch Farmington zu begleiten. Nicht nur für Fans von Cop-Shows eine äußerst empfehlenswerte Serie: 9/10 (9.4) Punkte.

Breaking Bad – Season 5

Vermutlich bin ich der letzte Film- bzw. Serien-Blogger, der über „Breaking Bad – Season 5“ berichtet. Als ich die Serie vor zwei Jahren für mich entdeckte, war ich sehr angetan, konnte jedoch nicht verstehen, warum gerade diese Show – im Vergleich zu anderen, ebenso hochwertigen Serien – solch einen durchschlagenden Erfolg hat. Im letzten Jahr hat sich der Hype um die Serie noch vervielfacht – alles nur geschicktes Marketing, oder völlig zu Recht?

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Ein paar Minuten nach Sichtung des Finales kann ich nur sagen: Ja, „Breaking Bad“ wird seinem Ruf mehr als nur gerecht. Wie bereits in den letzten Jahren feuert die Serie in ihren letzten vier Episoden ein wahres Feuerwerk an Superlativen ab. Seien es die Schauspieler, sorgfältig aufgebaute Wendungen oder perfekt inszenierte Schläge in die Magengrube – Showrunner Vince Gilligan hat für seine Serie ein perfektes Ende gefunden. Der Kreis schließt sich an Walter Whites Geburtstag und nicht nur uns Zuschauern wird ein Moment der stillen Erinnerung gegeben. An die Anfänge eine der spannendsten Charakterentwicklungen der Seriengeschichte.

An dieser Stelle ist es Zeit Bryan Cranston zu loben. Der Schauspieler, der bisher nur durch seine Rolle als Familienvater in „Malcolm mittendrin“ und Nebenfigur in einigen Sitcoms (z.B. „The King of Queens“) auf sich aufmerksam gemacht hat. Vergleicht man den Walter der ersten Staffel mit Heisenberg auf dem Höhepunkt seines Schaffens, dann ist dies ein Unterschied wie Tag und Nacht – und das obwohl sich die Motivation der Figur kaum verändert, was besonders in den letzten Episoden noch einmal deutlich herauskommt und durch das grandiose Schauspiel Cranstons unterstrichen wird.

Betrachtet man die Handlung an sich, so ist es faszinierend zu sehen, was die Autoren nach dem großen Knall am Ende der vierten Staffel noch aus der Serie und ihren Figuren herausgeholt haben. Die Einführung eines Global Players im Drogengeschäft war zu Beginn ungewöhnlich, doch hat dies die Situation noch einmal verschärft. Der eigentliche Höhepunkt war für mich aber die längst überfällige Konfrontation zwischen Walter und Hank, die ich mir gerne noch ein wenig ausführlicher gewünscht hätte.

Wie man an der folgenden, qualitativen Einordnung der einzelnen Staffeln erkennen kann, ist „Breaking Bad“ eine der wenigen Serien, die sich seit ihrem ersten Jahr konsequent steigern konnten. Mit der fünften Staffel schaffen es die Showrunner rund um Vince Gilligan dann tatsächlich – trotz des unfassbaren Erfolgs – auf einem Höhepunkt auszusteigen, was sowohl ihnen als auch ihrem Sender AMC hoch anzurechnen ist. Doch seht selbst:

  1. „Breaking Bad – Season 5“ (9.1 Punkte)
  2. „Breaking Bad – Season 4“ (8.9 Punkte)
  3. „Breaking Bad – Season 3“ (8.7 Punkte)
  4. „Breaking Bad – Season 2“ (8.5 Punkte)
  5. „Breaking Bad – Season 1“ (8.3 Punkte)

Warum schafft es die Serie bei mir nicht die Höchstpunkzahl einzufahren? Es waren für mich immer wieder Episoden dabei, die eben nicht die vollen 10 Punkte wert waren. Daneben haben mich die Charaktere emotional nicht so packen können, wie dies anderen Serienfiguren gelingt. Auch eine Wiederholungssichtung von „Breaking Bad“ stelle ich mir schwierig vor, da doch die meisten Szenen von der aus ihren ungewissen Ausgang resultierenden Spannung leben.

Auch wenn es für mich nicht ganz zur Lieblingsserie reicht, so kann ich „Breaking Bad“ nur jedem empfehlen, der sich auch nur annährend für episches Erzählen in Serienform interessiert. Für AMC freut mich der Erfolg besonders, da es sich um eine der ersten großen Eigenproduktionen handelte, die erst weitere Serien dieses Formats ermöglichten. Düstere, lustige, spannende und beklemmende Unterhaltung in Bestform: 9/10 (9.1) Punkte.

Brothers & Sisters – Season 4

Über zwei Monate sind ins Land gegangen seit ich mit der Sichtung von „Brothers & Sisters – Season 4“ begonnen habe. Eine vergleichsweise lange Zeit, was glücklicherweise jedoch nicht der Qualität der Serie anzulasten ist. Auch im vierten Jahr hatte ich viel Spaß mit den Walkers, auch wenn es nicht immer einfach war… Spoiler sind zu erwarten.

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Die Staffel beginnt mit einem Schicksalsschlag, der auch als solcher inszeniert ist. Man weiß als Zuschauer nicht, wie sich die Episode entwickeln wird. Werden Justin und Rebecca am Tag ihrer Verlobungsfeier einen Autounfall haben? Alles sieht danach aus, doch am Ende entkommen sie der Gefahrensituation. Noras dunkle Vorahnung hatte Kitty gegolten, die sich mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sieht. Dieser Handlungsstrang dominiert die erste Staffelhälfte und erinnert frappierend an die vierte Staffel von „Parenthood“, die zeitlich jedoch erst nach „Brothers & Sisters“ entstanden ist.

Neben diesen schweren Themen, gibt es auch ein paar rein unterhaltsame Elemente, wie z.B. Sarahs Liebelei mit dem Franzosen Luc oder die Versuche von Kevin und Scotty schwanger zu werden. Die Balance zwischen Drama und Komödie fand ich erneut wirklich gelungen. In der zweiten Staffelhälfte zaubert die Serie dagegen noch ein paar Wendungen aus dem Hut, die meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wären. Aber was wäre „Brothers & Sisters“ auch ohne Ojai-Drama? Immerhin waren die Rückblenden in die Jugend der Walker-Kinder nett inszeniert und überraschend gut besetzt.

Im direkten Vergleich zur dritten Staffel ging es in der Wertung leicht nacht unten, wenngleich ich aber eher erstaunt war, wie stabil die Serie in ihrer Qualität geblieben ist. Das Finale mischt die Karten dann noch einmal komplett neu und wirkte auf mich ein wenig zu forciert als Cliffhanger inszeniert – auch wenn ich nun natürlich gespannt bin, wie sich die Serie in Zukunft (jetzt ja mit vermutlich dezimiertem Ensemble) so entwickelt. Ich freue mich jedenfalls auf die abschließende fünfte Staffel: 8/10 (8.3) Punkte.

Immer Ärger mit 40 – OT: This Is 40 (2012)

Vor einer gefühlten Ewigkeit habe ich beim Trailer zu „Immer Ärger mit 40“ im Kino sehr gelacht. Der Film selbst ging jedoch spurlos an mir vorüber, bis er im Rahmen der Heimkino-Veröffentlichung wieder auf meinem Radar aufgetaucht ist. Auch wenn ich (noch) näher an der 30 bin, wollte ich mir den Blick in die Zukunft eines 40-jährigen Familienvaters nicht entgehen lassen…

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Die wohl treffendste Kritik, die man Judd Apatows Film machen kann, lautet: This is 40 minutes too long. Leider ist dieser schlaue Spruch nicht auf meinem Mist gewachsen, doch er könnte nicht treffender sein. 40 Minuten weniger würde die Komödie auf eine angenehme Laufzeit von 93 Minuten reduzieren. Mehr will man nicht sehen. Mehr muss man auch gar nicht zeigen. Der Film hätte somit die Chance gehabt, eine wirklich pointierte Komödie zum Thema Midlife-Crisis in den 2010er Jahren zu werden.

Warum also läuft der Film über 130 Minuten? Vermutlich weil „This Is 40“ noch mehr Judd Apatow ist, als seine bisherigen Produktionen. Im Quasi-Sequel zu „Beim ersten Mal“ verarbeitet er ziemlich eindeutig seine eigene Beziehung. Apatows Familie wird nahezu 1:1 abgebildet: Neben Paul Rudd, der Apatows Alter Ego verkörpert, treten seine Frau Leslie Mann und seine beiden Töchter Maude und Iris Apatow als Leinwandfamilie auf. Ebenso besetzt er befreundete Schauspieler als Freunde der Familie, was die Grenzen weiter verschwimmen lässt.

Ist „This Is 40“ nur überlanges Ego-Kino? Auch wenn der Film in seiner nichtvorhandenen Dramaturgie an einigen Ecken hakt und auch nicht jeder Witz zündet, so habe ich doch viel und herzlich gelacht. Die Dialoge  wirken – sieht man einmal von der nicht gerade jugendfreien Sprache innerhalb der Beziehung ab – durchaus realistisch und die Charaktere sind sympathisch und glaubwürdig. Hinzu kommen Nebenfiguren, die trotz geringer Screentime einen echten Mehrwert darstellen (z.B. gespielt von Jason Segel, Chris O’Dowd, Megan Fox, John Lithgow und vielen anderen).

Um 30 bis 40 Minuten gekürzt hätte der Film bestimmt bedeutend besser funktioniert. Aufgrund der fehlenden dramaturgischen Struktur, hätte man ihn auch in mehrere Episoden unterteilen können bzw. potenziell interessante Aspekte in Serienform weiterführen. Vielleicht liegt darin Apatows Zukunft (siehe „Freaks and Geeks“ oder „Girls“). Auch wenn der Film viel Schelte bekommen hat, so fand ich ihn doch äußerst sympathisch und teils wirklich lustig – nur eben viel zu lang: 7/10 Punkte.

Ralph reichts – OT: Wreck-It Ralph (2012)

Aktualisierung: Ich habe „Ralph reichts“ am 28. Januar 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Seit sich Pixar im Animationsfilm etabliert hat, ist meine Vorfreude auf Disney-Eigenproduktionen stetig gesunken. Dabei hat das altehrwürdige Studio mit Filmen wie „Bolt“ oder „Tangled“ durchaus mehr als nur Achtungserfolge vorzuweisen. Auch „Ralph reichts“ reiht sich nahtlos in die Liga der hochwertigen Eigenproduktionen ein – zumal durch ihn eine breite Zielgruppe abgedeckt wird: vom Spieleveteranen bis zum Zocker-Kiddie. Geht die Rechnung auf?

Ralph reichts (2012) | © Walt Disney

Ralph reichts (2012) | © Walt Disney

Im Vorfeld hatte ich bereits viel Gutes über den Film gehört. Eine Offenbarung für Spieler sei er, der mit unzähligen Anspielungen lockt – zumindest in der ersten Hälfte. Danach soll er nach Schema F ablaufen und sich an alten Disney-Strukturen abarbeiten. Insofern war ich wirklich gespannt, wie sich der Film – Retro-Hype hin oder her – tatsächlich entwickeln würde. Die Eröffnungstitel samt Disney-Logo in 8-Bit-Pixelgrafik waren zwar zu erwarten, hatten mein Retro-Herz aber sofort erweicht und ich war erst einmal offen für alles, was der Film mir so präsentieren würde.

Die erste Hälfte ist wahrlich ein Sammelsurium an Anspielungen auf die Videospielgeschichte. Besonders über „Street Fighter II“ hatte ich mich gefreut, da man über diese Szenen noch nicht in jedem Vorbericht lesen konnte. Auch waren es oft eher die kleinen Details oder Nebensätze, die mich schmunzeln ließen. Sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch (Übergang von 8-Bit-Grafik in 3D-Welt etc.) hat der Film wahrlich einiges zu bieten. Doch wie sieht es nun in der gescholtenen zweiten Filmhälfte aus?

In der zweiten Hälfte greift der Film weniger auf etablierte Marken zurück, als auf ganze Spielmechaniken. Seien es Shooter oder Rennspiele, hier werden Klischees bedient und auf die Schippe genommen. Eine wahre Freude. Ebenso baut „Wreck-It Ralph“ seine eigene Welt auf und erzählt seine eigene Geschichte, was ich auf jeden Fall positiv bewerte, denn Videospiel-Referenzen allein hätten den Film nicht über die gesamte Laufzeit getragen. Glücklicherweise ist die Geschichte rund um Ralph, Vanellope, Felix usw. temporeich bis herzerweichend und hat mich am Ende glücklich seufzend mit einem der schönsten Abspänne der letzten Jahre zurückgelassen.

Mit „Ralph reichts“ hat Disney bewiesen, dass das Studio auch ohne Pixar sehenswerte Animationsfilme produzieren kann. Alleine die Idee und das Drehbuch müssen stimmen. Auch wenn ich die Schwerpunkte teils ein wenig anders gesetzt hätte, so ist „Wreck-It Ralph“ – unbedingt im Original schauen – auf jeden Fall ein Animationsfilm-Highlight, das sich besonders Videospieler der vergangenen drei Jahrzehnte auf jeden Fall ansehen sollten. Großartige Unterhaltung: 9/10 Punkte.

The Mentalist – Season 3

Es gibt einige Serien, die schleppt man so mit sich rum. Weil man Gutes darüber gehört hat. Weil man sie eben irgendwann einmal angefangen hat. Weil es sie günstig zu erwerben gab. Auch „The Mentalist – Season 3“ gehört zu diesen Serien und somit habe ich mich über ein dreiviertel Jahr durch die Staffel gekämpft. Wobei gekämpft vermutlich der falsche Ausdruck ist, denn alle paar Wochen habe ich Patrick Jane ganz gerne beim Ermitteln zugesehen…

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Eigentlich kann ich nicht viel mehr zur Serie sagen, als ich es bereits bei der ersten und zweiten Staffel getan habe. Simon Baker als titelgebender Mentalist macht immer noch Spaß, das restliche Team bleibt blass und die einzelnen Fälle weisen teils große qualitative Unterschiede auf. Sehr gut fand ich stets die fortlaufende Handlung rund um Red John, welche jedoch nur mittels einer Handvoll Episoden erzählt wird. Die Einzelfälle dümpeln dagegen eher vor sich hin und sind oft weder sonderlich spannend oder unterhaltsam geschrieben, noch aufregend inszeniert.

Auch wenn die vierte Staffel inzwischen in recht attraktive Preisregionen gerutscht ist, so werde ich es bei drei Staffeln „The Mentalist“ belassen. Ich hatte durchaus Spaß mit den Ermittlungen, doch sind mir die Charaktere weder sonderlich ans Herz gewachsen, noch wollte der Funke letztendlich überspringen – und für eine nur ganz nette Krimiserie ist die Zeit dann doch zu kostbar und sind die Alternativen zu herausragend: 7/10 (6.6) Punkte.

Californication – Season 5

Aktualisierung: Ich habe „Californication“ erneut gesehen und am 28. Januar 2025 komplett besprochen (hier geht es zur aktuellen Besprechung). Die meisten Serien werden über die Dauer ihrer Laufzeit leider nicht besser. Umso erfreulicher also, wenn man ab und zu doch einmal positiv überrascht wird. Im aktuellen Fall ist dies „Californication – Season 5“ gelungen. Nach zwei starken ersten Staffeln, ging es im dritten Jahr leider ziemlich bergab und auch die vierte Staffel konnte nicht an die alten Stärken anknüpfen. Umso erfreulicher also, dass es wieder aufwärts geht mit Hank Moody und seiner ewig währenden Sinnkrise…
Californication | © Showtime

Californication | © Showtime

Zunächst einmal war ich ja eher skeptisch, was die Fortführung der Serie angeht. Aufgrund der letzten beiden Staffeln waren meine Erwartungen gedämpft und auch der Zeitsprung zu Beginn der ersten Episode ließ zunächst Böses erahnen. Letztendlich war es jedoch eine gute Entscheidung der Autoren einen Schlussstrich unter die Ereignisse der letzten Jahre zu ziehen und den Figuren eine gewisse Weiterentwicklung angedeihen zu lassen: Hank tritt tatsächlich verantwortungsbewusster auf, Karen ist mit Bates verheiratet, Becca hat sich eine junge Version ihres Vaters angelacht und Charlie Runkle? Nun ja, dieser mäandert weiterhin zwischen übersteigerter Libido, beruflichem Wahnsinn und neuerdings seiner Rolle als Vater. Vom Aufbau her erinnert die Handlung wohl am meisten an die zweite Staffel, da mit Samurai Apocalypse (gespielt von Rapper RZA) eine Person in Hanks Leben tritt, die – zumindest was die Verquickung von beruflicher und privater Beziehung angeht – an Lew Ashby erinnert. Auch wenn es wieder viel Unfug und teils unnötige Szenen gibt, so hatte ich in diesem Jahr von „Californication“ doch bedeutend mehr Spaß, als mit den beiden vorangegangenen Staffeln.

Fazit

Da sich die Sichtung über einen relativ langen Zeitraum hingezogen hat (besonders das Finale war zeitlich weit abgeschlagen), fällt es mir etwas schwer die Staffel in ihrer Gesamtheit zu bewerten. „Californication“ hat seine Hochzeiten definitiv hinter sich, dennoch hat der Zeitsprung der Serie meiner Meinung nach gut getan. Leider verfallen die Autoren dennoch weiterhin in alte Muster, was den Spaß an Hanks Sprüchen und den teils äußerst absurden Situationen jedoch kaum mindert: 8/10 (7.8) Punkte.

Brautalarm – OT: Bridesmaids (2011)

Der Start in ein langes  Wochenende wird natürlich mit einem Film begangen. Mit „Brautalarm“ gab es einmal wieder eine klassische Komödie, die im Idealfall erfrischende Unterhaltung bieten würde. Teils überschlugen sich 2011 die Kritiker mit Lob, doch es waren auch vermehrt negative Stimmen zu hören. Wie der Film auf unserem Sofa ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Wenn ein Film mit ‚Wahnsinnig witzig: Ein weibliches Hangover‘ beworben wird, dann schürt das natürlich gewisse Erwartungen. Und tatsächlich scheinen so manche Szenen und Charaktere der 2009er Erfolgskomödie entliehen worden zu sein: Melissa McCarthys Megan erinnert nicht von ungefähr an Zach Galifianakis‘ schrulligen Alan, ohne jedoch dessen Witz zu besitzen. Der restliche Cast bleibt neben der grandiosen Kristen Wiig sowie Maya Rudolph und Rose Byrne (Ellen Parsons, „Damages“) jedoch erstaunlich blass.

Dabei fängt alles so gut an: Man nimmt den Hauptcharakteren tatsächlich ab, dass sie seit Jahren befreundet sind. Sie wirken sympathisch und echt. Männergeschichten scheinen zudem mit einer gewissen Ironie betrachtet zu werden. Dann kommt jedoch die anstehende Hochzeit ins Spiel und plötzlich wird nahezu jedes RomCom-Klischee erfüllt – und das leider ohne jegliche ironische Distanz. In Kombination mit größtenteils unnötigem Fäkalhumor wirkt das alles ein wenig unausgegoren. Ehrlich gesagt kann ich es auch nicht als Befreiungsschlag des weiblichen Humors sehen, wenn sich dieser auf das Niveau dutzender 08/15-Komödien herablässt. Sorry.

Doch genug kritisiert, denn der Film hat auch seine guten Seiten: Das Ensemble ist wahrlich famos und es macht Spaß Kristen Wiig und Co. bei ihren Katastrophen zuzusehen. Besonders ihre Szenen mit Chris O’Dowd (Roy, „The IT Crowd“) fand ich herrlich. Toll gespielt und einfach sympathisch. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Auch der restliche Film birgt einige Lacher, was über die viel zu lange Laufzeit von 125 Minuten jedoch zu wenig ist. Man merkt einigen Szenen auch an, dass sie improvisiert sind – und so nett diese für sich genommen auch sein mögen, im Kontext des Films sind sie einfach nur irritierend lang. Eine Kürzung auf 90 Minuten hätte dem Film gut getan.

Letztendlich hatte ich eine vergnügliche Zeit mit den Brautjungfern. Ich mochte Kristen Wiigs Charakter und ihre Ausbrüche. Auch Chris O’Dowd war wie immer eine Freude und selbst Melissa McCarthy hatte ihre Momente. Das formelhafte Drehbuch und der unfokussierte Schnitt haben dem Film jedoch einiges von seinem Potential genommen. Mehr als nett ist leider nicht drin: 6/10 Punkte.

Premium Rush (2012)

Heute Abend fiel die Wahl auf einen Film, dessen Setting allein interessant genug klang, um mich zum Reinschauen zu bewegen. David Koepps „Premium Rush“ spielt im Milieu von New Yorker Fahrradkurieren – und das dürfte bisher wohl einzigartig sein. Leider kann man dies heute nur noch selten behaupten und so war ich gespannt, was der Film neben seinem außergewöhnlichen Setting sonst noch zu bieten hat…

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Zunächst einmal hat mich der gesamte Film seltsamerweise an eine Luc Besson-Produktion erinnert. Die Art die Geschichte zu erzählen, die kompakte Handlung, die teils überzeichneten Bösewichte, die CGI-Effekte – all dies erinnert an die neueren Actionfilme des Franzosen. Doch es steckt nicht Luc Besson hinter „Premium Rush“, sondern David Koepp, der sich seinerseits – zumindest gefühlt – für alle Drehbücher der erfolgreichsten Blockbuster der letzten 20 Jahre verantwortlich zeichnet: „Jurassic Park“, „Mission: Impossible“, „Spider-Man“, „Illuminati“ usw.

Der Film ist von der ersten Sekunde an mitreißend und auf Action ausgelegt. Fahrradkurier Wilee (toll gespielt von Joseph Gordon-Levitt) muss einen kritischen Brief von A nach B bringen und wird dabei von einem zwielichtigen Polizisten (Michael Shannon) verfolgt. Viel mehr gibt es zur Handlung eigentlich nicht zu sagen, auch wenn diese ideenreich in verschiedenen Zeitebenen erzählt wird. Alles dazwischen ist eine einzige Verfolgungsjagd, die – ein paar zu offensichtliche CGI-Seqzenzen einmal ausgenommen – wirklich atemberaubend inszeniert ist.

Leider jedoch gibt in der Geschichte selbst zu viele Ungereimtheiten, die verhindern, dass „Premium Rush“ für mehr als einfache Unterhaltung wahrgenommen werden könnte. Auch die Atmosphäre des Films schwankt ein wenig unentschlossen zwischen Actionkomödie (z.B. alle Szenen mit dem Fahrradpolizisten) und fast schon verstörendem Gangsterfilm (z.B. diverse Szenen mit Michael Shannon). Auch der eigentliche Auslöser für die Kurierfahrt schien mir ein wenig weit hergeholt.

Die 90 Minuten des Films verfliegen nur so und für eine einmalige Sichtung kann ich den Film nur jedem ans Herz legen. Zudem ist es wirklich erfrischend, Verfolgungsjagden mit Fahrrädern und nicht mit hochgezüchteten Autos zu sehen. Ein perfekter Feierabendfilm, auch am Wochenende: 7/10 Punkte.

The Frighteners – Director’s Cut (1996)

Halloween. Die Nacht, in der ein paar Halbstarke meinen, sie müssten das, was ihnen in amerikanische Medien vorgelebt wird, auf unsinnige Art und Weise nach Deutschland bringen. Für mich bedeutet das: die Klingel ignorieren, hoffen dass die Kinder nicht aufwachen und in Ruhe einen Horrorfilm einlegen. Heute sorgte Peter Jacksons „The Frighteners“ im Director’s Cut für die nötige Abwechslung. Zwar nur bedingt Horror, doch einer der perfekten Filme für Halloween. Lasset das Gruseln beginnen…

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Für Peter Jackson war „The Frighteners“ der letzte Film, bevor er mit „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ endlich Weltruhm erlangte. Anfangs nur ein paar Genrefreaks bekannt, drehte er zwei Jahre zuvor das eher anspruchsvolle Drama „Heavenly Creatures“, um mit der Robert Zemeckis-Produktion um einen glücklosen Geisterjäger in sein Ursprungsgenre zurückzukehren. Als ich den Film vor inzwischen bestimmt 13 Jahren zum ersten Mal sah, war ich ein wenig enttäuscht, wie sehr er als Komödie angelegt ist und dass er die für Jackson damals typischen Splattereinlagen vermissen ließ. Über die Jahre sollte mir der Film jedoch ans Herz wachsen.

Seit dem Erscheinen der wirklich tollen DVD-Box habe ich stets nur den 12 Minuten längeren Director’s Cut gesehen, der den Figuren mehr Tiefe verleiht und dabei den Humor auf die Spitze treibt. „The Frighteners“ ist teils wirklich zum Schreien komisch – und dennoch besitzt er eine recht morbide Stimmung und schlägt gegen Ende sogar in waschechten Horror um. Dabei lebt der Film in jeder Sekunde von seinem Einfallsreichtum. Zwar zündet nicht jede Idee, doch was Jackson an visuellen Spielereien und Wortwitz in seinem Genremix untergebracht hat, ist wahrlich eine Freude.

Man sieht dem Film heute seine inzwischen 17 Jahre zwar an, doch funktionieren die Effekte immer noch, was der wunderbar funktionierenden Kombination aus CGIs und Miniaturen zu verdanken ist, die bereits damals den Grundstein für die Effekte von „Der Herr der Ringe“ legte. Ich habe auch bei der heutigen Sichtung wieder viel gelacht, mich gegruselt und an der herrlichen Atmosphäre erfreut. Zudem ist Michael J. Fox in der Rolle des Geisterjägers Frank Bannister einfach herrlich. Horrorfreunde dürfen sich zudem über einen grandios überdrehten Auftritt von Jeffrey Combs („Re-Animator“) freuen. Perfektes Halloween-Vergnügen: 8/10 Punkte.