Brothers & Sisters – Season 2

Ich weiß nicht, ob es an den bereits bekannten Charakteren lag, oder an den sommerlichen Temperaturen, auf jeden Fall hat mir mein zweiter Besuch bei Familie Walker in Kalifornien ausgezeichnet gefallen. Mit „Brothers & Sisters – Season 2“ konnte sich die Serie bei mir nun endgültig etablieren und ich habe die 16 Episoden der Staffel wirklich genossen. Schön zu wissen, dass noch drei volle Staffeln darauf warten von mir gesehen zu werden…

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Fand ich meine erste Begegnung mit Großfamilie Walker zwar recht angenehm, doch letztendlich auch nicht vollends überzeugend, ist mein Widerstand während der zweiten Staffel völlig gefallen. Jeder einzelne Charakter hat inzwischen eine gewisse Entwicklung durchgemacht und hatte somit die Möglichkeit dem Zuschauer ans Herz zu wachsen. Zwar gibt es auch weiterhin typische Elemente einer Soap Opera, doch werden diese spielend von den gut gelaunten Schauspielern aufgefangen. Komödie und Drama gehen dabei Hand in Hand und beide Elemente sind in jeder Episode zu finden.

Vielleicht liegt es an der kürzere Laufzeit, vielleicht auch am Gewöhnungseffekt, doch mir hat die zweite Staffel noch einmal bedeutend besser gefallen, als die erste. Mit Danny Glover (Roger Murtaugh, „Leathal Weapon“) und Chevy Chase (Clark Griswold, „Schöne Bescherung“) gab es zudem zwei Gaststars, die ich immer wieder gerne sehe. Ihr merkt schon: Inzwischen fühle ich mich bei den Walkers ziemlich wohl und deshalb freue ich mich auch wirklich (wenn auch nicht halb so sehr, wie meine bessere Hälfte) auf die verbleibenden drei Staffeln.

Im Staffelfinale werden noch einmal alle Register gezogen. Und damit meine ich wirklich alle. Diese Episode könnte man wohl auch als Lackmustest für alle geneigten Zuschauer sehen. Wer mit den Wendungen klar kommt, der dürfte viel Spaß mit der Serie haben. Ich für meinen Teil freue mich auf weitere Familientreffen und werde wohl bald zu den Walkers zurückkehren: 8/10 (8.4) Punkte.

Vielleicht lieber morgen – OT: The Perks of Being a Wallflower (2012)

Auch wenn ich nach dieser Woche noch kaum Energie für einen Film aufbringen konnte, so habe ich mich doch vor die Filmsammlung gestellt und – nach einer langwierigen Entscheidungsphase – die Literaturverfilmung „Vielleicht lieber morgen“ aus dem Regal gezogen. Eine gute Entscheidung, denn selbst ohne die Unterbrechungen in Form von weinenden Kindern (ja, wir haben wieder gut 30 °C in der Wohnung) wäre ich nicht eingeschlafen – und das hätte heute wahrlich nicht jeder Film geschafft…

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Bemerkenswert an „The Perks of Being a Wallflower“ (so der fantastische Originaltitel) ist zunächst, dass Stephen Chbosky – der Autor der Vorlage – nicht nur das Drehbuch verfasst, sondern auch Regie geführt hat. Das sieht man nicht oft in Hollywood und hat sich hier wohl ausgezahlt. Obwohl ich den Roman nicht kenne, wirkt der Film flüssig erzählt und lässt keine Elemente vermissen oder andere zu sehr in den Vordergrund treten. Wirklich rundum gelungen. Neben der Handlung hat Chbosky auch inszenatorisch Großes vollbracht und die Atmosphäre der frühen 90er Jahre dicht und glaubwürdig auf die Leinwand übertragen. Vom fantastischen Soundtrack einmal ganz zu schweigen.

„Vielleicht lieber morgen“ ist auf jeden Fall auch ein Schauspielerfilm. Besonders beeindruckt hat mich das Ensemble der drei jugendlichen Hauptdarsteller: Logan Lerman, Ezra Miller und Emma Watson (Hermine, „Harry Potter“-Reihe) spielen allesamt hervorragend. Doch auch die Nebendarsteller sind nicht zu verachten. So geben u.a. Mae Whitman (Amber, „Parenthood“), Paul Rudd oder Tom Savini (Sex Machine, „From Dusk Till Dawn“) ihr Stelldichein und verleihen ihren Rollen das gewisse Etwas.

Der Film hätte für mich wohl perfekt als Coming-of-Age-Geschichte funktioniert. Ein Außenseiter, der sich nach dem Tod seines besten Freundes wieder in der Welt zurechtfinden muss. Dabei lernt er eine Gruppe von außergewöhnlichen Leuten kennen, die ihm zeigen, dass das Leben lebenswert ist. Emotional, mitreißend und toll erzählt. Leider zieht der Film gegen Ende (Andeutungen gab es schon vorher) noch ein paar Handlungselemente aus dem Hut, die meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wären. Zuviel Drama für meinen Geschmack. Teen Angst in Kombination mit dem Tod des Freundes wären für mich Motivation genug für die Geschehnisse gewesen.

Auch wenn „The Perks of Being a Wallflower“ letztendlich nicht so perfekt ist, wie ich zu Beginn gehofft hatte, so macht er wirklich viel Freude. Schauspieler, Atmosphäre und Sountrack sind großartig und auch emotional konnte mich der Film packen. Sicher einer der gelungensten High-School-Filme der letzten Jahre. Sollte man nicht nur als Literatur- und Musikfreund auf jeden Fall gesehen haben: 8/10 Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 3

Wie bereits angekündigt, habe ich „That ’70s Show – Season 3“ wieder deutlich schneller verschlungen, als die vorangegangene Staffel. Die Qualität hat sich nicht plötzlich (noch mehr) gesteigert, es liegt eher am zurzeit kürzeren Fernsehabend – 20 Minuten-Shows lassen sich eben eher unterbringen als ihre 40 Minuten-Pendants. Davon einmal abgesehen könnte ich die Serie sowieso nahezu am Stück schauen, doch lest selbst…

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Zu Beginn des dritten Jahres in Point Place werden die Ereignisse des Finales der zweiten Staffel aufgegriffen und Red darf hart durchgreifen, was er gut kann und ihm zudem große Freude bereitet. Hydes heldenhafte Tat soll für ihn auch nicht ohne Folgen bleiben und so wirft sich ihm die gerettete Jackie sprichwörtlich an den Hals. Neben diesem amüsanten Handlungsstrang wird Hyde auch mit seiner Vergangenheit konfrontiert, indem sein Vater wieder in sein Leben tritt. Allein anhand der Figur des Steven Hyde zeigt die Serie erneut, wie zielsicher sie zwischen Komödie und Drama (natürlich alles im Rahmen einer Sitcom) wandelt.

Fantastisch fand ich die diesjährige Halloween-Episode, in der nahezu jeder größere Film Alfred Hitchcocks zelebriert wird. Ein großer Spaß, besonders für Filmfreunde. Auch Musikfreunde kommen nicht zu kurz, da Donna einen Job beim örtlichen Radiosender annimmt. Dies sorgt für einige Verwicklungen und stellt insbesondere ihre Beziehung mit Eric auf die Probe – dahinter kann man jedoch klar den Konflikt mit der Wahrnehmung von Rollenbildern erkennen, was sich teils auch in den anderen Paaren (insbesondere den Eltern) widerspiegelt.

Fazit

Trotz teils ernsthafter Themen, ist „Die wilden Siebziger!“ auch im dritten Jahr eine reinrassige Sitcom. Herrlich fand ich z.B. die Beziehung zwischen Fez und seiner Beinahe-Stalkerin oder die überraschende Begegnung von Vater und Sohn während eines romantischen Wochenendes. Es gibt alberne Momente, schöne Momente und – am wichtigsten – Momente, an die man sich noch aus seiner eigenen Jugend erinnern kann, ganz egal ob 70er oder 90er Jahre. Nach dem beinahe schon schwermütigen Finale freue ich mich nun sehr auf die, wenn ich mich recht erinnere, mir noch größtenteils unbekannte vierte Staffel: 9/10 (9.0) Punkte.

Vertical Limit (2000)

Nachdem der Urlaub in der bayerischen Bergwelt nun hinter mir liegt, wollte ich filmisch noch einmal in die Berge zurückkehren. Da ich „Cliffhanger“ das letzte Mal vor nicht einmal zwei Jahren gesehen habe, stand heute „Vertical Limit“ auf dem Programm. Manchmal entscheidet eben doch das Setting über die Filmwahl – und nicht Handlung und Drehbuch, wie ich es ansonsten gerne behaupte…

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„Vertical Limit“ dürfte ich das letzte Mal vor gut 10 Jahren gesehen haben. Damals in schrecklicher Qualität auf einer miesen Video-CD. An viel erinnern konnte ich mich nicht mehr, nur das schlechte Bild, tolle Landschaftsaufnahmen und viel Action. Zumindest das Bild war bei der heutigen Sichtung dank Blu-ray deutlich besser. Leider wurden dadurch auch die teils wirklich miesen Effekte hervorgehoben. Wirklich unglaublich. Besonders der Prolog wirkt wie im Hinterhof eines mäßig talentierten Filmstudenten zusammengebastelt. Glücklicherweise wird es über den Lauf des Films besser, doch insgesamt ist es Renny Harlin bereits 7 Jahre zuvor gelungen, die Berge in einem Actionfilm deutlich besser in Szene zu setzen.

Neben den Effekten haben mich besonders die erstaunlich schlechten Schauspieler aus der Handlung gerissen. Einzig Bill Paxton habe ich den arroganten Millionär abgenommen. Somit wundert es mich nicht, dass die beiden Hauptdarsteller Chris O’Donnell („Navy CIS: L.A.“) und Robin Tunney (Agent Lisbon, „The Mentalist“) ihr Dasein in mittelmäßigen Krimiserien fristen. Die Geschichte selbst entstammt dem Drehbuchbaukasten und bietet zumindest ein paar nette Ideen für aufwändige Actionszenen.

„James Bond“-Regisseur Martin Campbell („GoldenEye“ und „Casino Royale“) ist mit „Vertical Limit“ leider kein besonders guter Bergsteigerfilm gelungen. Einzig die Naturaufnahmen können wirklich überzeugen. Die Action wirkt überladen und die Handlung konstruiert. Spaß macht er dennoch größtenteils, zumindest wenn man sich auf einen reinen Actionfilm einstellt. Nächstes Mal darf Sly wieder John Lithgow bekriegen: 5/10 Punkte.

Zero Dark Thirty (2012)

Als ich las, dass die Jagd nach Osama bin Laden filmisch aufbereitet werden sollte, war ich zunächst skeptisch. Als sich jedoch Katheryn Bigelow als Regisseurin entpuppte, wusste ich dass sie die richtige Frau für den Job ist. Mit „The Hurt Locker“ hatte sie bereits ein Händchen für militärische Stoffe bewiesen und ich war gespannt, inwiefern sie mit „Zero Dark Thirty“ an den 2010er Oscar-Gewinner anknüpfen konnte. Ein erneuter Erfolg oder ein Schlag ins Wasser?

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„Zero Dark Thirty“ ist anstrengend. Keine Spur von Hurra-Patriotismus oder überstilisierter Militäraction. Wie bereits in „The Hurt Locker“ wählt Bigelow einen eher dokumentarischen Ansatz. In diesem Fall bezieht sich das jedoch nicht nur auf die unmittelbare Inszenierung, sondern vor allem auf die Geschichte. Fragmentarisch wird ein Zeitraum von beinahe 10 Jahren abgedeckt, in dem uns als Zuschauer nur Brocken vorgeworfen werden. Die Jagd nach dem al-Qaida-Führer ist alles andere als unterhaltsam, sondern oft harte, trockene und zermürbende Ermittlungsarbeit. Es dauert Jahre, bis erste Erfolge zu verzeichnen sind – und der Weg bis dahin ist hart und steinig.

Ich war erstaunt, wie nüchtern der Film manche Szenen präsentiert. Folterszenen – selbst das berüchtigte Waterboarding – werden knallhart gezeigt, doch nimmt der Film dazu keine Position ein. Ist es eine effektive Methode um an Informationen zu kommen? Es bleiben nur Vermutungen und die anfängliche Abscheu der Protagonistin. Eine Legitimisierung oder gar Verherrlichung der Folter – wie teils zu lesen war – konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Ebenso überrascht war ich vom finalen Militäreinsatz. Kein Actiongewitter, sondern ein beinahe schon emotionsloses Gemetzel, das bei mir ein unglaublich beklemmendes Gefühl hervorrief. Keine Helden. Kein Gejubel. Nur der nüchtern ausgeführte Auftrag.

Am Ende bleibt nur CIA-Agentin Maya, die – nun gelöst von ihrer Mission – kein Ziel mehr vor Augen hat. Man kennt das ja selbst, wenn man nach einem größeren Projekt in ein Loch fällt. Wie muss das erst nach einer 10-jährigen Mission dieses Ausmaßes sein? Auswirkungen der Aktion auf die Welt der Terrorbekämpfung spricht der Film nicht an. Man kann die Ereignisse nun als bedeutungslos und Ressourcen verschlingend deuten, oder als wichtigen Teilsieg gegen den Terror. Auch hier überlässt der Film dem Zuschauer die Deutung. Er stellt somit in erster Linie ein inszeniertes Zeitdokument dar, das weit weniger Potential zu polarisieren birgt, als ich dies zu Beginn erwartet hätte.

Auch mit „Zero Dark Thirty“ ist Kathryn Bigelow ein mitreißender Film gelungen, der jedoch weniger auf Spannung als auf nacherzählte Geschichte setzt. Natürlich aus Sicht der Amerikaner, doch keinesfalls unreflektiert oder effekthascherisch. Auch wenn ich den Film teils anstrengend fand, so hat er mich tief beeindruckt und lässt mich mit einem bedrückenden Gefühl zurück. Ein Film, den man bei Interesse an der Thematik auf jeden Fall gesehen haben sollte – und sei es nur, weil der diese Woche leider verstrobene, großartige James Gandolfini darin einen seiner letzten Auftritte hatte: 8/10 Punkte.

Bones – Season 6

Über die vergangenen acht Monate verteilt, habe ich mir in sehr unregelmäßigen Abständen „Bones – Season 6“ angesehen. Auch wenn mir die Serie größtenteils viel Spaß gemacht hat, kam sie hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn Luft zwischen den Hauptserien war. Dies ist vor allem dem Fall-der-Woche-Prinzip geschuldet, doch für solch ein Crime Procedural funktioniert „Bones“ auch im sechsten Jahr noch tadellos…

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Wieder einmal stehen hauptsächlich die Einzelfälle im Vordergrund. Doch gibt es auch ein paar übergreifende Handlungsstränge, die immer wieder aufgegriffen werden (z.B. Gravedigger, Scharfschütze). Dies sorgt für Abwechslung und bricht das Schema der Serie ab und zu recht angenehm auf. Hinzu kommt eine Episode, in welcher die inzwischen wieder abgesetzte Serie „The Finder“ als Backdoor-Pilot eingeführt wird. Großes sollte man sich aber nicht erwarten, denn letztendlich lebt die Serie in erster Linie weiterhin von den Beziehungen der Charaktere untereinander. So könnte man beinahe vermuten, die Arbeit mit Mord und Totschlag wäre nur das Setting für diverse Beziehungswirren.

Manchmal wird es dann aber doch ernst und die Charaktere sehen sich einer direkten Bedrohung ausgesetzt. Dies ist oft spannend, wirkt im ansonsten eher lockeren Ton der Serie aber auch etwas aufgesetzt. Überhaupt sollte man eine Toleranz gegenüber dieser seltsamen Mischung aus brutalen Mordfällen und Soap Opera-Elementen besitzen. Für mich funktioniert es – zumindest zeitweise – irgendwie noch ganz gut, doch der Cliffhanger im Finale hat auch meine Toleranzgrenze ziemlich strapaziert.

Im Vergleich zur fünften Staffel macht die Serie konsequent dort weiter, wo sie aufgehört hatte. Nichts, was ich jeden Tag sehen müsste, doch einmal pro Woche begebe ich mich ganz gerne mit Booth und Bones auf Tour. Nun ist sowieso erst einmal eine Pause angesagt, da die kommende Staffel erst wieder in günstigere Preisregionen rutschen muss. Geschieht dies, werde ich den Ermittlern in Washington, D.C. aber vermutlich einen weiteren Besuch abstatten: 7/10 (7.1) Punkte.

The Big Bang Theory – Season 6

Nun verabschiedet sich mit „The Big Bang Theory – Season 6“ auch die letzte der aktuell laufenden Comedys, die ich live verfolge, in die Sommerpause. Wie in den letzten 5 Jahren hat mich die Serie rund um die sympathischen Nerds aus L.A. auch in diesem Jahr wieder gut unterhalten. Was die sechste Staffel insbesondere auszeichnet und ob es langsam zu Abnutzungserscheinugen kommt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Während der erste vier Episoden steht noch Howards Weltraum-Abenteuer im Mittelpunkt bzw. bildet die Schnittstelle für die Handlungsstränge der anderen Charaktere. So sieht sich Raj z.B. nach einem Ersatz für Howard um, den er in Stuart, dem Besitzer des Comic-Ladens, dann auch findet. Nach Howards Rückkehr müssen sich alle erst einmal wieder zusammenraufen, was ich teils etwas anstrengend fand. Dennoch gibt es in dieser Phase der Serie ein paar wirklich nette Episoden zu sehen.

Der Mittelteil der Staffel bietet einiges an absurder Unterhaltung, wie man es eben von „The Big Bang Theory“ gewöhnt ist. So begibt sich unsere Gruppe z.B. auf den Weg zur Comic-Con und erlebt dabei ein klassisches „Star Trek“-Abenteuer. Überhaupt überwiegen im zweiten Drittel der Staffel die absurden Einzelepisoden, bevor gegen Ende wieder größere Handlungsstränge eingeführt werden. Zu diesen gehört u.a. auch Rajs erste längere Beziehung, was grundsätzlich eine nette Idee war, letztendlich aber mit zu wenig Witz erzählt wurde.

Alles in allem waren auch in diesem Jahr keine wirklich schlechten Episoden auszumachen. Dennoch fand ich die einzelnen Folgen ingesamt etwas schwächer, als die der fünften Staffel. Für das kommende Jahr erhoffe ich mir – zumindest in der ersten Episode, denn viel länger wird man Leonard nicht außen vor lassen – ein paar Einblicke in Sheldons Dasein als Strohwitwer und eine erhöhte Interaktion mit Penny, was immer für Lacher sorgt. Auch wenn die Show nicht mehr sonderlich innovativ ist, so freue ich mich doch jetzt schon wieder auf die kommenden Abenteuer unserer liebsten Nerds: 8/10 (8.2) Punkte.

Die wilden Siebziger – OT: That ’70s Show – Season 2

Hatte ich die erste Staffel beim letzten Mal noch innerhalb nur weniger Tage verschlungen, hat sich die Sichtung von „That ’70s Show – Season 2“ beinahe über ein halbes Jahr hingezogen. Dies liegt jedoch glücklicherweise nicht an der Qualität der Serie, sondern vielmehr daran, dass ich in den letzten Monaten – wie aufmerksame Leser sicher mitbekommen haben – etliche aktuell laufende Comedys verfolgt habe. Umso schöner war es nach der Pause wieder nach Point Place, Wisconsin zurückzukehren…

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Das zweite Jahr führt die Handlung der vorangegangenen Staffel von Beginn an konsequent weiter. Auf allen Ebenen gibt es Entwicklungen, die zunächst schleichend beginnen, doch letztendlich für nahezu alle Charaktere bedeutend sind. Seien es nun die Liebeswirren unter den Teenagern, eine drohende Scheidung oder die Geldsorgen der Eltern – all diese unterschiedlichen Elemente fügen sich erneut harmonisch zusammen und bilden Brücken zwischen Charakteren, die man so nicht erwartet hätte. Die Kombination aus Humor und Drama – wobei auch dieses stets sehr humorvoll behandelt wird – macht wohl die perfekte Mischung aus, welche „That ’70s Show“ (zumindest im Entstehungsland) so erfolgreich werden ließ.

Coming-of-Age ist wieder einmal das zentrale Thema und im Rahmen einer Sitcom wurde es wohl noch nie mit so viel Lebensgefühl zelebriert, wie in „Die wilden Siebziger!“. Selbst die Thematisierung des ersten Mals wird mit viel Feingefühl, Witz und erfreulich wenigen Klischees inszeniert. Jeder einzelne Charakter macht über den Lauf der Staffel eine Entwicklung durch und besonders Hyde nimmt eine immer zentralere Rolle ein, wodurch auch eine schöne Schnittstelle zu Erics Eltern entsteht. Überhaupt sind Red und Kitty im zweiten Jahr wieder großartig!

Fazit

Auch wenn sich die Sichtung der zweiten Staffel sehr lange hingezogen hat, so steht sie der ersten doch in kaum etwas nach. Für mich hat „That ’70s Show“ somit ihren Platz unter den besten und innovativsten Sitcoms gefestigt und ich bin mir sicher, die kommende Staffel wieder ohne größere Pausen zu verschlingen. Wer die Serie noch nicht kennt und auf der Suche nach neuem Sitcom-Stoff ist, der sollte unbedingt einmal reinschauen. Großartige TV-Unterhaltung: 9/10 (8.8) Punkte.

The Shield – Season 3

Auch wenn ich mich seit Sichtung der zweiten Staffel eher auf aktuell laufende Serien konzentriert habe, so hat mich „The Shield – Season 3“ doch stets begleitet. Am liebsten hätte ich wohl die ganze Staffel am Stück gesehen (und vor ein paar Jahren hätte ich das vermutlich auch noch gemacht), doch das Angebot ist zu groß und die Zeit zu knapp. Dabei war ich so neugierig darauf, was aus Vic und Co. nach dem großen Coup des Vorjahres wurde…

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Wie bereits in der vorhergehenden Staffel gibt es unzählige Handlungsstränge, die sich teils über die gesamte Staffel ziehen, teils nach wenigen Episoden abgehandelt sind und teils erst etliche Episoden später wieder aufgegriffen werden. Dieser Aufbau sorgt für eine unglaubliche Dynamik, da man auch als Zuschauer nie weiß, welcher Fall nun wirklich bedeutend ist, und welcher Fall nach 20 Minuten relativ unspektakulär geköst wird. Im Hintergrund steht stets bedrohlich der Coup, der Vic und seinem Strike Team am Ende der zweiten Staffel gelungen ist. Man hört es ja oft, doch dieses Geld macht wirklich nicht glücklich…

Neben dem großen Handlungsstrang um die Nachwehen des Überfalls auf den Money Train, hält auch die dritte Staffel wieder einige Prüfungen für ihre Charaktere parat. Detective Wachenbach sieht sich mit einem Serienvergewaltiger (übrigens gespielt von Clark Gregg, Agent Coulson aus „The Avengers“) konfrontiert, der ihn nicht nur beruflich bis aufs Äußerste fordert, sondern auch sein ganz persönliches Weltbild erschüttert und ihn Grenzen überschreiten lässt. Captain Aceveda wird selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs und muss danach lernen damit umzugehen, was ihm auf überraschend unspektakuläre und deshalb doch umso imposantere Art und Weise gelingt. Und Detective Wyms kämpft voller Überzeugung gegen die Windmühlen der Polizeirealität.

Im Strike Team entwickelt sich nach dem Coup eine ganz neue Dynamik, was in erster Linie daran liegt, dass auch das Privatleben der Mitglieder immer stärker in die Gruppe hineinspielt. Egal ob Shanes Verlobte oder Vics Familie – man spürt die Anspannung in vielen Szenen fast körperlich. Mit Ankunft der Decoy Squad steht das Strike Team auch beruflich immer mehr unter Druck, da sich diese Einheit von Undercover-Spezialisten ebenfalls im Gang-Milieu bewegt und somit eine direkte Konkurrenz zu Vics Team bildet. Nach dem Finale steht nicht nur das Strike Team vor dem Aus, es zerbrechen auch Freundschaften.

Für mich hat sich „The Shield“ im dritten Jahr noch ein wenig gesteigert und liefert die bisher überzeugendste Staffel ab. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie sich die Serie in Zukunft noch steigern soll. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden und ich hoffe bzw. befürchte, dass die Autoren noch weiter in die menschlichen Abgründe hinabsteigen werden. Nach wie vor großartige Unterhaltung: 9/10 (8.9) Punkte.

Silver Linings – OT: Silver Linings Playbook (2012)

Nach nur drei Filmen – und unzähligen unglaublich unterhaltsamen Interviews – schickt sich Jennifer Lawrence an, sich einen Platz unter meinen absoluten Lieblingsschauspielern zu sichern. So war ihr Mitwirken bei „Silver Linings“ wohl auch einer der Gründe, warum der Film – nach „Winter’s Bone“ und „The Hunger Games“ – überhaupt mein Interesse geweckt hat. Natürlich darf man auch die stets positiven Kritiken nicht vergessen. Oder die Aufmerksamkeit, die dem Film bei den Academy Awards zuteil wurde. Zu Recht?

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Einerseits bin ich beinahe etwas sauer, dass so ein Trubel um „Silver Linings Playbook“ herrschte. All die Oscar-Nominierungen. Als Filmfreund kam man ja gar nicht an dem Film vorbei. Dabei ist David O. Russells wunderbare Liebesdramödie genau die Art von Film, die man gerne entdecken würde. Ein Geheimtipp, von dem man begeistert seinen Freunden berichtet. Ein Film, der sich einem tief ins Herz spielt. Doch keine Chance, denn „Silver Linings“ hat sein Publikum bereits erobert. Und irgendwie freue ich mich ja auch darüber. Insofern sei der Academy in diesem Fall verziehen.

Inszeniert wie eine Indie-Film, ist „Silver Linings Playbook“ doch gespickt mit großen Namen: Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Robert De Niro, Julia Stiles, Chris Tucker – alles Schauspieler, von denen man auf jeden Fall gehört hat. Sie betreten hier jedoch neues Terrain und leisten allesamt vorzügliche Arbeit. Allen voran natürlich die beiden fantastischen Hauptdarsteller – und besonders Robert De Niro, der hier endlich einmal wieder zu großer Form aufläuft. Ein wunderbares Ensemble in einem Film, der größtenteils von seinen Charakteren und ihrer Darstellern lebt.

Die Handlung ist ungewöhnlich für einen Liebesfilm und schwankt zwischen dramatischen Szenen, wirklich lustigen Momenten und herzerwärmenden Darbietungen. Die psychischen Probleme der beiden Hauptfiguren stehen dabei nicht im Mittelpunkt, sondern sind Teil der Charaktere – und das ohne diese zu Witzfiguren oder abstrakten Klischees verkommen zu lassen. Wirklich sehr schön und mit viel Feingefühl gelöst. Während des Abspanns fand ich es bereits schade diese Welt und ihre Figuren zu verlassen.

Zwar ist der Film nicht frei von Fehlern, doch auch wenn so manche Hinführung zu gewissen Ereignissen ein wenig Erzwungen wirkt, überwiegt bei weitem das gute Gefühl, das einem der Film gibt. Mehr als nur ein Silberstreifen am Horizont. Hinzu kommt der wunderbare – und für ihn ungewöhnliche – Score von Danny Elfman und ein perfekt gewählter Soundtrack, der die Stimmung des Films absolut passend untermalt. Kein Geheimtipp mehr, doch auf jeden Fall ein dicker Tipp: 9/10 Punkte.