The Shield – Season 5

Auch wenn die vorherigen Staffeln der Serie bereits sehr gut waren, kann ich mit Bestimmtheit behaupten mit „The Shield – Season 5“ das bisherige Highlight der Serie gesehen zu haben. Im Gegenssatz zu den bisherigen Staffeln, hat man der Serie in ihrem fünften Jahr nur 11 Episoden spendiert, was allerdings auch der Handlungsdichte zugute kam. Somit überträgt sich die Atemlosigkeit der Geschehnisse nahezu 1:1 auf den Zuschauer. Ein wahrer Höllenritt. Spoiler sind zu erwarten.

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Im fünften Jahr spitzt sich alles zu, was man bereits in den letzten vier Staffeln erwartet bzw. befürchtet hatte. Es wird eng für Vic Mackey und sein Team. Besonders das Aufgreifen von Ereignissen der ersten Staffel sowie die Fortführung der Bedrohung durch Antwon Mitchell aus dem vorangegangenen Jahr ist ein wirklich gelungener Kniff, welcher der Geschichte eine beinahe epische Anmutung verleiht. Besonders die letzten Episoden, in denen sich die Schlinge immer enger um das Strike Team zieht und es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, sind perfektes Spannungskino, das auch emotional einige Tiefschläge landet.

Mit Jon Kavanaugh wird ein Gegenspieler eingeführt, der in jeder Hinsicht äußerst bedrohlich ist. Zudem wird einem als Zuschauer die Absurdität der eigenen Wahrnehmung bewusst: Kavanaugh steht auf der richtigen Seite und man sollte ihm eigentlich einen Erfolg gegen das Strike Team wünschen, doch natürlich ist man der Dramaturgie der Serie völlig ausgeliefert und wird mit Vic, Lem und Co. mitfiebern. Dass gerade der aufrichtige und im Grunde herzensgute Lem ins Kreuzfeuer gerät, macht die Sache nicht einfacher. Im Finale saß ich nur noch sprachlos da. Eigentlich war es unausweichlich, doch wie es geschieht, hätte ich wirklich nicht erwartet.

Nach Glenn Close in der vierten Staffel, gibt sich nun Forest Whitaker die Ehre und überzeugt als manischer IAD-Ermittler, der einen ebenso intelligenten, wie soziopathischen Gegenspieler für Vic Mackey darstellt – wie passend. Auch in der restlichen Barn gibt es Veränderungen: Claudette schafft letztendlich den Aufstieg zum Captain und löst damit einen herrlich inkompetenten Billings ab. Trotz schwerer Kost, gab es somit auch stets ein paar humorvolle Szenen. Die Einzelfälle waren teils auch wieder interessant bis abstoßend, doch insgesamt hat sich diese Staffel viel mehr auf ihre Haupthandlung konzentriert, was der Serie zugute kam.

Letztendlich stellt die fünfte Staffel für mich einen kleinen Ausreißer nach oben dar. Die Handlung ist noch ein wenig dichter, noch ein wenig spannender und noch ein wenig mitreißender, als in den bisherigen Staffeln. Nun nähert sich die Geschichte langsam ihrem Ende und ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie man mit den Auswirkungen dieses Staffelfinales umgehen wird. Für Zündstoff ist auf jeden Fall gesorgt. Großartig: 9/10 (9.4) Punkte.

Looper (2012)

Bereits der zweite Film an diesem Wochenende. Der September könnte sich somit also durchaus zu einem filmreicheren Monat entwickeln, als der August. Heute stand mit Rian Johnsons „Looper“ einmal wieder ein astreiner Genrefilm auf dem Programm, der zudem das von mir geliebte Sujet der Zeitreise aufgreift. Doch ist das auch wirklich der Kern des Films? Leichte Spoiler sind zu erwarten.

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Ich hatte im Vorfeld bereits einiges über „Looper“ gelesen, dennoch habe ich versucht größere Spoiler zu vermeiden – und dies ist mir glücklicherweise auch gelungen. Selbst der Trailer bildet nur ca. die erste Hälfte des Films ab, erklärt die grobe Prämisse und rückt mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis die Attraktion des Sci-Fi-Thrillers in den Vordergrund: beide Schauspieler verkörpern ein und denselben Charakter. Wohin sich der Film in seiner zweiten Hälfte entwickelt, hätte ich jedoch nie vermutet und war vielleicht auch deshalb so angetan.

Von Beginn an fällt auf, wieviel Zeit und Details darauf verwendet werden, die dargestellte Zukunftswelt zu beschreiben. Dabei ist alles, inklusive der Zeitreisen, eigentlich nur Setting für eine Geschichte über Vorbestimmung, moralische Entscheidungen und Schicksal. Das Konzept der sich schließen müssenden Loops hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen, wenngleich hier – Zeitreisefilm eben – Logiklöchern Tür und Tor geöffnet wird. Dies umgeht der Film aber geschickt, indem er exakt diese Problematik einen der Hauptcharaktere bewusst formulieren lässt: ‚I don’t want to talk about time travel because if we start talking about it then we’re going to be here all day talking about it, making diagrams with straws.‘

Die Entwicklung der Geschichte im zweiten Teil des Films fand ich tatsächlich unerwartet und spannend. Hier wurde ich öfter an die Handlung eines anderen, nicht unbekannten Sci-Fi-Films erinnert: James Camerons „The Terminator“. Emily Blunts Charakter heißt vielleicht nicht von ungefähr Sara und ihre Rolle hat mich mehr als einmal an Linda Hamiltons ikonische Mutterfigur denken lassen. Das Finale an sich war relativ unspektakulär, doch inhaltlich schlüssig und hat den Film zu einem konsequenten Ende verholfen.

Neben der schön aufgebauten Geschichte ist natürlich Joseph Gordon-Levitts Transformation erwähnenswert, die oft tatsächlich an einen jungen Bruce Willis erinnert. Sehr schön gelöst. Nach „Brick“ nun also schon der zweite gelungene Genrefilm des Regisseurs. In dieser Richtung würde ich gerne mehr von ihm sehen: 8/10 Punkte.

The Shield – Season 4

Aufgrund der momentanen Hitzewelle hat es mich seltener nach Los Angeles in den fiktiven Distrikt Farmington verschlagen, in dem auch die Handlung von „The Shield – Season 4“ angesiedelt ist. Dabei unterstreicht das aktuelle Klima wunderbar die brodelnde Konfliktsituation, weshalb ich auch wieder komplett in die Serie hineingesogen wurde. Was beneide ich Zuschauer, die diese Serie innerhalb nur weniger Wochen verschlingen können…

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Mit Beginn des vierten Jahres standen bei „The Shield“ zunächst personelle Veränderungen an. David Aceveda verlässt The Barn um in den Stadtrat zu wechseln, was Platz für Captain Monica Rowling schafft. Gespielt wird Rowling von Glenn Close, was für mich eine besondere Freude war, habe ich sie doch bereits in der ebenfalls von FX produzierten Serie „Damages“ sehr gerne gesehen. Anders als man es vielleicht erwarten könnte, wird Aceveda jedoch nicht einfach plump aus der Serie herausgeschrieben. Er bleibt fester Bestandteil des Ensembles und nimmt nur eine andere Position ein, die für die bekannten Charaktere jedoch von mindestens ebenso großer Bedeutung ist. Konfrontationen zwischen ihm und Rowling sind somit vorprogrammiert.

Nach der Auflösung des Strike Teams im Finale der dritten Staffel, fühlt sich das vierte Jahr in Farmington ein wenig wie ein Reboot an. Dies liegt auch an der neuen Führung, die einen komplett neuen Ansatz wählt, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Mit Antwon Mitchell gibt es zudem einen Gegenspieler, der aufgrund diverser neuer Konstellationen im Team rund um Vic Mackey für einigen Wirbel sorgt. Besonders das Verhältnis zwischen den ehemaligen Strike Team-Mitgliedern wird dabei abermals auf eine harte Probe gestellt – und ich bin mir sicher, dass sich die aufgestauten Emotionen irgendwann mit einem Knall entladen werden.

Dutch und Claudette arbeiten während der gesamten Staffel daran ihr Image wieder aufzupolieren, doch haben sie darin nur sehr bedingt Erfolg. Unterdessen gibt es eine einige Konfrontationen zwischen Dutch und Vic, da sich die Privatleben der beiden auf eine interessante Art und Weise zu überschneiden beginnen. Richtung Staffelfinale drehen alle Handlungsstränge dann auch noch einmal auf und das tatsächliche Ende wirft düstere Schatten voraus – in der nächsten Staffel könnte es eng um Vic und sein Team werden.

Ingesamt hat mir auch die vierte Staffel wieder ausgezeichnet gefallen, was u.a. auch an Glenn Close und ihrem neu eingeführten Charakter lag. Ich hoffe, wir bekommen sie auch in den kommenden Staffeln noch ab und an zu sehen. Im Vergleich zu den vorherigen Staffeln kann ich erneut kaum einen Qualitätsunterschied feststellen. Somit freue ich mich schon sehr auf das, was die Autoren noch so für uns Zuschauer bereithalten: 9/10 (8.8) Punkte.

Zero Dark Thirty (2012)

Als ich las, dass die Jagd nach Osama bin Laden filmisch aufbereitet werden sollte, war ich zunächst skeptisch. Als sich jedoch Katheryn Bigelow als Regisseurin entpuppte, wusste ich dass sie die richtige Frau für den Job ist. Mit „The Hurt Locker“ hatte sie bereits ein Händchen für militärische Stoffe bewiesen und ich war gespannt, inwiefern sie mit „Zero Dark Thirty“ an den 2010er Oscar-Gewinner anknüpfen konnte. Ein erneuter Erfolg oder ein Schlag ins Wasser?

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„Zero Dark Thirty“ ist anstrengend. Keine Spur von Hurra-Patriotismus oder überstilisierter Militäraction. Wie bereits in „The Hurt Locker“ wählt Bigelow einen eher dokumentarischen Ansatz. In diesem Fall bezieht sich das jedoch nicht nur auf die unmittelbare Inszenierung, sondern vor allem auf die Geschichte. Fragmentarisch wird ein Zeitraum von beinahe 10 Jahren abgedeckt, in dem uns als Zuschauer nur Brocken vorgeworfen werden. Die Jagd nach dem al-Qaida-Führer ist alles andere als unterhaltsam, sondern oft harte, trockene und zermürbende Ermittlungsarbeit. Es dauert Jahre, bis erste Erfolge zu verzeichnen sind – und der Weg bis dahin ist hart und steinig.

Ich war erstaunt, wie nüchtern der Film manche Szenen präsentiert. Folterszenen – selbst das berüchtigte Waterboarding – werden knallhart gezeigt, doch nimmt der Film dazu keine Position ein. Ist es eine effektive Methode um an Informationen zu kommen? Es bleiben nur Vermutungen und die anfängliche Abscheu der Protagonistin. Eine Legitimisierung oder gar Verherrlichung der Folter – wie teils zu lesen war – konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Ebenso überrascht war ich vom finalen Militäreinsatz. Kein Actiongewitter, sondern ein beinahe schon emotionsloses Gemetzel, das bei mir ein unglaublich beklemmendes Gefühl hervorrief. Keine Helden. Kein Gejubel. Nur der nüchtern ausgeführte Auftrag.

Am Ende bleibt nur CIA-Agentin Maya, die – nun gelöst von ihrer Mission – kein Ziel mehr vor Augen hat. Man kennt das ja selbst, wenn man nach einem größeren Projekt in ein Loch fällt. Wie muss das erst nach einer 10-jährigen Mission dieses Ausmaßes sein? Auswirkungen der Aktion auf die Welt der Terrorbekämpfung spricht der Film nicht an. Man kann die Ereignisse nun als bedeutungslos und Ressourcen verschlingend deuten, oder als wichtigen Teilsieg gegen den Terror. Auch hier überlässt der Film dem Zuschauer die Deutung. Er stellt somit in erster Linie ein inszeniertes Zeitdokument dar, das weit weniger Potential zu polarisieren birgt, als ich dies zu Beginn erwartet hätte.

Auch mit „Zero Dark Thirty“ ist Kathryn Bigelow ein mitreißender Film gelungen, der jedoch weniger auf Spannung als auf nacherzählte Geschichte setzt. Natürlich aus Sicht der Amerikaner, doch keinesfalls unreflektiert oder effekthascherisch. Auch wenn ich den Film teils anstrengend fand, so hat er mich tief beeindruckt und lässt mich mit einem bedrückenden Gefühl zurück. Ein Film, den man bei Interesse an der Thematik auf jeden Fall gesehen haben sollte – und sei es nur, weil der diese Woche leider verstrobene, großartige James Gandolfini darin einen seiner letzten Auftritte hatte: 8/10 Punkte.

The Shield – Season 3

Auch wenn ich mich seit Sichtung der zweiten Staffel eher auf aktuell laufende Serien konzentriert habe, so hat mich „The Shield – Season 3“ doch stets begleitet. Am liebsten hätte ich wohl die ganze Staffel am Stück gesehen (und vor ein paar Jahren hätte ich das vermutlich auch noch gemacht), doch das Angebot ist zu groß und die Zeit zu knapp. Dabei war ich so neugierig darauf, was aus Vic und Co. nach dem großen Coup des Vorjahres wurde…

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Wie bereits in der vorhergehenden Staffel gibt es unzählige Handlungsstränge, die sich teils über die gesamte Staffel ziehen, teils nach wenigen Episoden abgehandelt sind und teils erst etliche Episoden später wieder aufgegriffen werden. Dieser Aufbau sorgt für eine unglaubliche Dynamik, da man auch als Zuschauer nie weiß, welcher Fall nun wirklich bedeutend ist, und welcher Fall nach 20 Minuten relativ unspektakulär geköst wird. Im Hintergrund steht stets bedrohlich der Coup, der Vic und seinem Strike Team am Ende der zweiten Staffel gelungen ist. Man hört es ja oft, doch dieses Geld macht wirklich nicht glücklich…

Neben dem großen Handlungsstrang um die Nachwehen des Überfalls auf den Money Train, hält auch die dritte Staffel wieder einige Prüfungen für ihre Charaktere parat. Detective Wachenbach sieht sich mit einem Serienvergewaltiger (übrigens gespielt von Clark Gregg, Agent Coulson aus „The Avengers“) konfrontiert, der ihn nicht nur beruflich bis aufs Äußerste fordert, sondern auch sein ganz persönliches Weltbild erschüttert und ihn Grenzen überschreiten lässt. Captain Aceveda wird selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs und muss danach lernen damit umzugehen, was ihm auf überraschend unspektakuläre und deshalb doch umso imposantere Art und Weise gelingt. Und Detective Wyms kämpft voller Überzeugung gegen die Windmühlen der Polizeirealität.

Im Strike Team entwickelt sich nach dem Coup eine ganz neue Dynamik, was in erster Linie daran liegt, dass auch das Privatleben der Mitglieder immer stärker in die Gruppe hineinspielt. Egal ob Shanes Verlobte oder Vics Familie – man spürt die Anspannung in vielen Szenen fast körperlich. Mit Ankunft der Decoy Squad steht das Strike Team auch beruflich immer mehr unter Druck, da sich diese Einheit von Undercover-Spezialisten ebenfalls im Gang-Milieu bewegt und somit eine direkte Konkurrenz zu Vics Team bildet. Nach dem Finale steht nicht nur das Strike Team vor dem Aus, es zerbrechen auch Freundschaften.

Für mich hat sich „The Shield“ im dritten Jahr noch ein wenig gesteigert und liefert die bisher überzeugendste Staffel ab. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie sich die Serie in Zukunft noch steigern soll. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden und ich hoffe bzw. befürchte, dass die Autoren noch weiter in die menschlichen Abgründe hinabsteigen werden. Nach wie vor großartige Unterhaltung: 9/10 (8.9) Punkte.

96 Hours: Taken 2 – OT: Taken 2 (2012)

Was wurde über diesen Film geschimpft. Die schlechteste Fortsetzung aller Zeiten, kein Vergleich zum grandiosen Original und vieles mehr gab es in diversen Kritiken zu lesen. Dennoch hatte ich Lust Bryan Mills noch einmal in Aktion zu sehen und somit schob ich „96 Hours: Taken 2“ ohne große Erwartungen, jedoch mit einer gewissen Vorfreude, in den Player. Ob diese Fortsetzung tatsächlich so stark abfällt, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Der Vorgänger hatte mich damals – wie nahezu jeden seiner Zuschauer – wirklich begeistert. „Taken“ war ein geradliniger Actionfilm, der Liam Neeson in gehobenem Alter als Actionheld etablierte, und dabei eine angenehm erfrischende Härte an den Tag legte. Der zweite Teil beginnt, wie bereits sein Vorgänger, eher ruhig: Man lernt die aktuelle Lebenssituation der Charaktere kennen und wird auf das Setting vorbereitet. Ich fand diesen langsamen Einstieg erneut sehr gelungen, wenngleich es weder inhaltliche noch schauspielerische Offenbarungen zu sehen gibt. Für einen Actionfilm jedoch genau das richtige Quentchen an Charakterentwicklung und Spannungsaufbau.

Kaum in Istanbul angekommen, geht die Hatz auch schon los. Die Prämisse des Vorgängers wird auf den Kopf gestellt, die Regeln bleiben dabei jedoch die gleichen: Bryan Mills (Liam Neeson) hat erneut alles im Griff – und das obwohl er sich dieses Mal selbst in Gefangenschaft befindet. Per Mobiltelefon dirigiert er seine Tochter (Maggie Grace), bis er sich selbst wieder auf die Jagd machen kann. Viele Gegebenheiten sind hanebüchen, das gebe ich unumwunden zu. Angefangen bei den Fahrkünsten der Tochter, über örtliche Zusammenhänge, bis hin zur stereotypen Darstellung der Entführer: keineswegs logisch oder politisch korrekt, doch stets unterhaltsam.

Die Inszenierung der Actionszenen hat leider ein wenig gelitten. So gibt es zwar wunderschön anzusehende Totalen zu sehen, die einen guten Überblick geben, doch sobald die Kamera näher am Geschehen ist, verfällt Regisseur Olivier Megaton oftmals in krudes Schnittgewitter. Hart fand ich den Streifen dennoch, aber das mag auch daran liegen, dass ich den Extended Cut sah, der auch den Gewaltgrad im Vergleich zur Kinofassung etwas nach oben schraubte.

Letztendlich hat mich „Taken 2“ beinahe so gut unterhalten, wie der Vorgänger. Istanbul als Schauplatz fand ich toll und ernst nehmen darf man solch einen Film ohnehin nicht. Ich mochte die Charaktere nach wie vor und habe mich erneut an Liam Neesons körperlichem Einsatz erfreut. Sicher keineswegs originell und auch nicht so sauber ausgeführt, wie der Vorgänger, doch insgesamt für rund 90 Minuten erneut ein großer Actionspaß: 7/10 Punkte.

In the Line of Fire: Die zweite Chance (1993)

Nach einem anstrengenden Tag, habe ich mich heute einmal mehr nach einfacher Unterhaltung gesehnt. Auch wenn es schon recht spät war, wagten wir uns tatsächlich an einen Film: Wolfgang Petersens „In the Line of Fire“ war mir noch von etlichen TV-Ausstrahlungen in guter Erinnerng und somit freute ich mich auf einen Abend voll klassischer 90er Jahre Unterhaltung…

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Zunächst einmal war ich erstaunt, wie gut ich mich noch an die Handlung erinnern konnte. Dabei ist die letzte Sichtung bestimmt schon 10 Jahre her. Erschrocken hat mich dagegen, wie altmodisch der Film teils wirkt. Besonders die Szenen, in denen Computer verwendet werden, wirken wie aus einer anderen Welt – ähnlich ging es mir übrigens auch mit Petersens „Air Force One“ von 1997. Ansonsten habe ich mich aber an der klassischen Inszenierung und dem langsamen Erzähltempo erfreut, das den Figuren Zeit zum Atmen gibt und die Handlung bedächtig, aber beständig nach vorne treibt.

Nicht nur die Bilder wirken teils etwas altbacken, auch die Charaktere. So ist Clint Eastwoods Frank Horrigan tatsächlich ein Relikt längst vergangener Tage und die einzige bedeutende weibliche Figur – Rene Russos Agent Raines – letztendlich nur Staffage. Es kommt nie so klar heraus, ob Horrigans sexistische Bemerkungen augenzwinkernd gemeint sind, ob sie seine Altmodischkeit unterstreichen sollen, oder ob sie ernst gemeint sind – auf jeden Fall verfällt Raines Horrigan natürlich und am Ende kommen sie zusammen. Diese einfältige Beziehung ist wohl auch mein größter Kritikpunkt an dem Film.

Grandios fand ich dagegen einmal mehr John Malkovich als psychopathischen und wandlungsfähigen Killer. Er spielt selbst Eastwood in jeder Szene an die Wand. Absolut fantastisch und eine wahre Freude zum Anschauen. Die Handlung des Films ist wenig überraschend, doch stets spannend und wer auf Politsetting in Thrillerform steht, und dem 90er Jahre Actionkino nur ein wenig abgewinnen kann, der dürfte auch heute noch großen Spaß mit „In the Line of Fire“ haben: 7/10 Punkte.

James Bond 007: Ein Quantum Trost – OT: Quantum of Solace (2008)

Aktualisierung: Ich habe „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ am 1. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem ich vor zwei Tagen meiner Erinnerungen an „Casino Royale“ aufgefrischt habe, war es an der Zeit mir erstmalig die direkte Fortsetzung „James Bond 007: Ein Quantum Trost“ anzusehen. Der Film wird unter den Bond-Fans gemeinhin als schwächster der Craig-Ära angesehen, weshalb meine Erwartungen von Beginn an ein wenig gedämpft waren. Konnte mich Marc Forsters Film dennoch überzeugen?

James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ungewöhnlich für Bond ist „Quantum of Solace“ eine direkte Fortsetzung der Geschehnisse des Vorgängers. Für mich als Freund des seriellen Erzählens also ein dicker Pluspunkt. Inszenatorisch versucht Forster – noch mehr als Martin Campbell mit „Casino Royale“ – James Bond in der heutigen Zeit zu verankern und biedert sich stark an moderne Sehgewohnheiten an, d.h. Bond wirkt über weite Strecken eher wie Jason Bourne, was sich auch in einer übertriebenen Wackelkamera zeigt. Dennoch macht es weiterhin Spaß Daniel Craig in der Rolle des 007 zu sehen. Man hätte nur nicht auf Teufel komm raus versuchen sollen alles anders machen zu wollen.

Inhaltlich hatte ich mir eine mitreißende Rachegeschichte erhofft. Bond sinnt auch auf Rache, doch verpufft diese emotional leider größtenteils. Vielleicht hätten sowohl „Casino Royale“ als auch „Quantum of Solace“ gewonnen, wenn man die letzten 20 Minuten des ersten Films direkt vor den zweiten gepackt hätte. In seiner aktuellen Form hat mich der Film dem Geschehen leider recht unbeteiligt zuschauen lassen. Dabei gab es ein paar tolle Schauplätze zu bestaunen, deren Vielfalt tatsächlich an die alten Bond-Filme erinnert hat. Mein Favorit ist hier die Opernszene in Bregenz. Eine tolle Idee, die zudem sehr schön inszeniert wurde.

Das Finale, das eigentlich den Höhepunkt der Rache hätte darstellen müssen, verpufft leider vollkommen. Selbst für mich, als Zuschauer, der den Vorgänger erst vor ein paar Tagen gesehen hatte, war Vesper nur noch ein Name und die nicht wirklich ausgeübte Rache hing seltsam bedeutungslos in der Luft. Dabei hätte die Geschichte durchaus Potential gehabt und gerade Wasser als Motiv des Bösewichts zu benutzen, schien mir besonders gelungen. Man hätte mehr daraus machen müssen.

Fazit

Letztendlich ist „Ein Quantum Trost“ kein schlechter Film. Doch eben auch kein wirklich guter. Bond-Feeling kommt selten auf und die schönen Schauplätze können über die unbefriedigende Rachegeschichte leider auch nicht hinwegtäuschen. Schade also, dass der Fortsetzungscharakter verschenkt und so nur ein netter Actionfilm daraus wurde: 6/10 Punkte.

James Bond 007: Casino Royale (2006) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „James Bond 007: Casino Royale“ am 22. Februar 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einem äußerst zermürbenden Tag, fiel mir die Filmwahl heute ziemlich schwer. Letztendlich entschied ich mich dafür, meine Erinnerungen an „James Bond 007: Casino Royale“ aufzufrischen, da inzwischen beide Nachfolger im Regal stehen und auf ihre Sichtung warten. Zudem wollte ich mich nicht auf unbekanntes Terrain begeben, da es um meine Konzentration nicht mehr sonderlich gut bestellt war…

James Bond 007: Casino Royale (2006) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Casino Royale (2006) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ich war erstaunt, wieviel von der Erstsichtung vor ca. 2 Jahren ich bereits wieder vergessen hatte. Sehr gut konnte ich mich noch an die einzelnen Actionszenen und die Casino-Sequenz erinnern, doch die Rahmenhandlung kam mir nur noch in Bruchstücken bekannt vor. Dies mag auch daran liegen, dass sie letztendlich austauschbar ist und – sieht man einmal vom letzten Drittel ab – in ähnlicher Form über die Jahre bereits ein paar dutzend Mal zu sehen war: Ein Bösewicht mit außergewöhnlichen körperlichen Merkmalen, eine Verschwörung, heiße Frauen und ein Actionheld, der stets einen flotten Spruch auf den Lippen zu haben scheint. Sicher alles viel moderner inszeniert, als in den vergangenen Jahrzehnten, doch irgendwie auch typisch Bond bzw. Agententhriller.

Selbst die als stets so realistisch beschriebene Action ist ähnlich übertrieben und comichaft, wie in den alten Filmen, nur eben moderner inszeniert – und ohne Raumstationen, Unterwasserlabore und Kätzchen auf dem Arm der Bösewichte. Ich muss zugeben, dass mir diese Art von Bond in den ersten beiden Dritteln – die Folterszene einmal ausgenommen – wirklich ausgezeichnet gefallen hat. Im letzten Drittel verrennt sich der Film etwas in seiner Liebesgeschichte, die jegliche, zuvor durchaus vorhandene, Spannung zwischen Bond und Vesper Lynd (die bezaubernde Eva Green) vermissen lässt. Der Plot wird zudem undurchsichtiger und in seiner Dramaturgie holprig. All das will modern wirken und den Figuren Tiefe geben, doch letztendlich hätte ich lieber mehr vom klassischen, neuen Bond gesehen.

Fazit

Wie bereits bei der ersten Sichtung teilt sich meine Wahrnehmung von „Casino Royale“ in zwei Teile: die wirklich fantastisch unterhaltsamen ersten zwei Drittel und das etwas aufgesetzt wirkende Finale. Insgesamt ein erfrischender Neustart der Reihe, der viel Spaß macht und meine Vorfreude auf die beiden Nachfolger kräftig anschürt. Zudem eignet er sich durchaus zum wiederholten Anschauen, was stets ein gutes Zeichen ist: 8/10 Punkte.

The Shield – Season 2

Unvorstellbare eineinhalb Monate habe ich für die Sichtung von „The Shield – Season 2“ benötigt. Vor ein paar Jahren hätte ich die 13 Episoden wohl locker innerhalb von ein oder zwei Wochen verschlungen. Das Cop-Drama ist mit seiner Vielzahl an Charakteren und unterschiedlichen Erzählsträngen sogar wie gemacht für eine fokussierte Sichtung, doch glücklicherweise entfaltet es auch über einen längeren Zeitraum einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann…

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Zu Beginn der Staffel hatte ich noch so meine Probleme mit einigen Erzählsträngen. Besonders Vics Privatleben schien mir etwas forciert aus den Fugen zu geraten. Hier wäre eine langsamere Entwicklung meiner Meinung nach glaubhafter gewesen. Auch die Reaktion des Strike Teams auf Vics Gewaltausbruch in Bezug auf Armadillo hatte mich erstaunt, wurden doch andere Konflikte – zumal mit geringerem Bedrohungspotential für das Team – auf ähnliche Art und Weise gelöst. Doch nach einigen Episoden wurde die Motivation einzelner Charaktere in Bezug auf den Vorfall erklärt, wodurch dieser Erzählstrang noch zu einem Highlight der Staffel wurde, wenn auch leider mit sehr abruptem Ende.

Neben den großen Themen der Staffel (Armadillo, Money Train usw.), gab es wieder etliche Einzelfälle, die in ihrer Darstellung der menschlichen Perversion erneut nicht zu überbieten waren. Immer wenn man denkt, man hätte im Rahmen der Serie bereits alles gesehen, setzen die Autoren noch einen drauf. Die gezeigten menschlichen Abgründe werden zudem wunderbar in den Aktionen des Strike Teams – allen voran Vic Mackey – gespiegelt. Man begrüßt als Zuschauer somit die größtenteils drastischen Aktionen und vergisst nur allzu schnell, dass Vic Grenzen im Sekundentakt überschreitet.

Nach Abschluss des ersten großen Erzählstrangs der Staffel, gibt es eine komplette Episode als Rückblende, welche die Entstehung der Polizeistation zeigt. Dies fand ich sehr interessant, da auch die Dynamiken zwischen den einzelnen Charakteren dadurch eine neue Ebene bekamen. Zwar nicht unbedingt nötig, doch eine nette Zäsur zur Haupthandlung, welche den Weg für die nachfolgenden vier Episoden freimachte, die in einem famosen Staffelfinale mündeten. Hochspannung par excellence.

Ich für meinen Teil bin wahrlich begeistert, wie sich die Staffel entwickelt hat. Nach dem im Vergleich zur ersten Staffel etwas schwächeren Anfang, hat sich „The Shield“ im zweiten Jahr wirklich sehr stark entwickelt. Eine mitreißende und schockierende Cop-Serie, die stets für Überraschungen gut ist und mit ihren Figuren wahrlich nicht zimperlich umgeht. Nun bin ich bereits sehr gespannt, was das dritte Jahr für Vic und Co. bereit hält: 9/10 (8.8) Punkte.