WALL·E (WALL-E) (2008)

Aktualisierung: Ich habe „WALL·E“ am 1. April 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach dem grandiosen Vorfilm „Presto“, ging es mit großen Schritten weiter in die Superlative der Animationswelt. Wie eigentlich jeder Pixarfilm setzt auch „WALL·E“ neue Standards – sowohl von technischer, als auch von inhaltlicher Seite. Es war einmal wieder eine Freude dem kreativen Genie der Animationsschmiede beiwohnen zu dürfen.

WALL·E (2008) | © Walt Disney

WALL·E (2008) | © Walt Disney

Nach der ersten Hälfte des Films war ich mir sicher einen neuen Genrefavoriten zu sehen. Ohne Dialog mit nie gesehenen Bildern wird hier ein wahres Animationsfest gefeiert. Da stimmt jede kleine Geste. Zwei so unterschiedliche Figuren wie WALL·E und EVE harmonieren perfekt miteinander. Man sieht echte Charaktere – und das obwohl die Figuren aufgrund ihres technischen Ursprungs zunächst recht eingeschränkt scheinen. Was Pixar mit „Cars“ begonnen hat, wurde in „WALL·E“ perfektioniert. Wunderschön und – was das Rendering angeht – mit einem nie gesehenen Realismus.

Dann beginnt die zweite Hälfte des Films und man befindet sich auf einem Raumschiff, das von Menschen bevölkert ist. Plötzlich hält die Sprache Einzug in den Film und die beiden Roboter schwinden etwas aus dem Fokus. Zwar ist das alles ganz nett anzusehen, doch wirkt die Geschichte für mich ab hier etwas forciert. Die Leichtigkeit der vorangehenden Szenen fehlt. Alles hat nun ein Ziel. Trotz diverser Schwächen gibt es aber auch in der zweiten Filmhälfte noch genügend wunderschöne Szenen mit WALL·E und EVE zu sehen, die einfach nur Spaß machen.

Wunderbar fand ich neben dem überwältigen visuellen Eindruck vor allem das Sounddesign des Films, das die Welt wirklich zum Leben erweckt. Überhaupt ist der Film wieder einmal ein Beispiel an technischer Perfektion. Leider jedoch habe ich dieses Mal eine kreative Entscheidung des Pixarteams zu bemängeln: Wer ist bitte auf die Idee gekommen zwei unterschiedliche Darstellungsweisen für die Menschen zu wählen? Mich hat der gefilmte Aspekt nicht gestört, doch als dann klar wurde, dass später animierte Menschen eine Rolle spielen sollten, hat das für mich überhaupt keinen Sinn mehr ergeben. Schade!

Mit „WALL·E“ haben Pixar sich teils wieder selbst übertroffen, teils sind sie aber leider in zu ausgetretenen Pfaden gewandelt. Trotz kleinerer Schwächen bleibt dennoch ein wunderbares Kinoerlebnis, welches aber nicht ganz an den letztjährigen „Ratatouille“ heran reicht: 9/10 Punkte.

Cloverfield (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Cloverfield“ am 29. Mai 2014 und am 12. September 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern habe ich seit einer Ewigkeit eine DVD am Erscheinungstag gekauft und am selben Abend noch angesehen. Welchem Film wird diese große Ehre zuteil? Matt Reeves „Cloverfield“ – produziert von niemand geringerem, als der Serienlegende J.J. Abrams („Felicity“, „ALIAS“, „Lost“ und demnächst „Fringe“).

Cloverfield (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Cloverfield (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Das erstaunlichste an „Cloverfield“ ist wohl seine Vermarktung gewesen: Bereits Monate vor dem Kinostart tauchten kurze Clips in diversen Videoportalen auf. Niemand wusste so recht, was genau man da sah – aber man hat darüber berichtet. Überall. Als J.J. Abrams mit dem Film in Verbindung gebracht wurde, gab es dann kein halten mehr. Das Geheimprojekt war in aller Munde. Am Ende hat man – natürlich völlig überrschend – selbst den Arbeitstitel des Films übernommen. Perfektes Marketing im Zeitalter des Web 2.0 – absolut zielgruppenkonform und effizient. Alleine dafür meinen Respekt.

Der Film selbst lässt sich am besten als „Blair Witch Projekt“ im Genre des Monsterfilms bezeichnen. Hätte ich vor kurzem nicht erst den vergleichbar inszenierten Horrorthriller „[Rec]“ gesehen, so hätte mich diese Art des Geschichtenerzählens wohl mehr begeistert. Gestern hat mich das Kameragewackel allerdings etwas genervt. Vor allem zu Beginn, da es hier absolut keinen Grund für solch eine unruhige Kameraführung gibt. Dagegen sehen meine Urlaubsvideos aus wie Hollywood-Produktionen. Unglaublich.

Trotz nerviger Kameraführung fand ich die Einführung recht gelungen. Man lernt alle wichtigen Personen kennen und fühlt sich sofort heimisch – was auch etwas an den klischeebehafteten Figuren liegen mag. Dann geht es endlich los und die Handkamera bekommt einen Sinn. Natürlich darf man sich auch hier nicht die Frage stellen, wieso denn all dies mitgefilmt wird – aber so ist das ja stets bei Filmen dieser Art. Ich habe mich gestern gefragt, ob es nicht einmal netter wäre eine Geschichte einfach aus den Augen einer Person zu erzählen. Dann hätte man auch nicht ständig das nervige Gezoome, sondern stets ein schönes – wackelresistentes – Weitwinkelbild. Außerdem würde man sich die ewig gleiche Schlusspointe sparen.

Die Geschichte selbst schlägt leider sehr ausgetretene Pfade ein – wenngleich die Art, wie wir sie als Zuschauer erleben, natürlich schon etwas besonderes ist. Das Monster ist wirklich grandios gelungen und die VFX sind wohl mit die besten, die ich dieses Jahr irgendwo bewundern durfte. Trotz wilder Zooms und Reißschwenks stets perfekt im Bild integriert. Meine Hochachtung!

Fazit

Insgesamt hatte ich mir von „Cloverfield“ etwas mehr erwartet. Letztendlich bleibt einfach nur ein Monsterfilm aus einer neuen Perspektive. Die Wirkung ist allerdings nicht zu verachten, wenngleich ich „[Rec]“ hier noch um einiges intensiver fand (was aber am Genre liegen mag). Für Monsterfilmfreunde auf jeden Fall eine klare Empfehlung: 7/10 Punkte.

Southland Tales (2006)

Nach den ersten drei Kapiteln in Form von „Southland Tales: The Prequel Saga“, habe ich mir heute Abend den Abschluss von Richard Kellys Sci-Fi-Musical-Comedy-Thriller in seiner filmischen Form angesehen: „Southland Tales“ – der Fiebertraum eines politisch kritischen Popkulturjunkies.

Was für ein Film. Hat mich das Prequel bereits auf die letzten drei Kapitel der Saga vorbereitet, so war ich dennoch überwältigt von der audiovisuellen Kraft der Inszenierung. Die langen, mit wunderbarer Musik unterlegten Montagen erinnern an Kellys Überraschungshit „Donnie Darko“ – Gänsehaut inklusive. In solch emotionalen Momenten – und ohne die Handlung hinterfragen zu müssen – überzeugt der Film auf ganzer Linie. Ganz groß.

Doch was ist mit der Geschichte? Ehrlich gesagt: Ich hatte sie mir komplizierter vorgestellt. Doch bin ich mir durchaus bewusst, dass ich diese Aussage mit Kenntnis des Prequels mache. Ohne die Vorgeschichte wäre ich wohl ziemlich aufgeschmissen gewesen. Besonders schön ist, dass auch viele Storylines des Comics nun mehr Sinn machen. Einzig das Ende hätte ich mir etwas dramatischer erwartet. Emotionaler. Mehr wie bei „Donnie Darko“ – aber an diesen (auch thematisch verwandten Vorgänger) kommt „Southland Tales“ ohnehin nicht ran.

Was gibt es zu kritisieren? So einiges. Kelly verliert sich häufig in seinem Wust an Charakteren. Vieles wird nur angeschnitten und wichtige Personen bekommen zu wenig Aufmerksamkeit. Einige Dialoge wirken platt – andere dagegen sind Zeilen für die Ewigkeit. Ebenso sitzen die meisten satirischen Spitzen – egal ob gegen ultrakonservative oder neoliberale Bewegungen – zielsicher und regen zum nachdenken an. Andere wirken zu aufgesetzt und vermengen sich mit Sci-Fi-Fantasy-Elementen zu undefinierbaren Aussagen. Am Drehbuch wäre wirklich noch Feinschliff nötig gewesen – aber dann wäre das bunte Sammelsurium an Ideen vielleicht etwas auf der Strecke geblieben.

Insgesamt gesehen ist „Southland Tales“ ein wunderbarer Film, den man einfach wirken lassen muss – am besten mit Kenntnis der Vorgeschichte. Er ist kein neuer „Donnie Darko“ und auch kein ernsthaftes Sci-Fi-Epos. Er ist einzigartig. Ein wilder, bunter Albtraum aus einer erschreckend nahen Parallelwelt: 8/10 Punkte.

Serenity (2005)

Mit Joss Whedons „Serenity“ habe ich gestern erneut den wohl leider letzten verfilmten Abenenteuern der Crew um Captain Malcolm Reynolds beigewohnt. Im Gegensatz zur ersten Sichtung konnte ich mich dieses Mal viel besser auf das neue Medium einlassen und habe nicht ständig krampfhaft versucht den Film mit der Serie zu vergleichen. Die Enttäuschung ist ausgeblieben und ich konnte den Film als das wahrnehmen, was er ist: Der würdige Abschluss einer grandiosen Sci-Fi-Saga. Spoiler sind zu erwarten.

Im Vergleich zu „Firefly“ fällt sofort der veränderte Look auf. Haben in der Serie warme Farben vorgeherrscht, finden sich im Kinofilm eher kalte Blautöne. Auch die Stimmung ist deutlich kälter. Wie wir bereits im Comic-Prequel „Serenity: Those Left Behind“ erfahren haben, befinden sich Shepherd Book und Inara nicht mehr auf der Serenity. Allein dadurch fehlt die Wärme und Menschlichkeit der beiden Figuren. Die Geschichte konzentriert sich von Anfang an deutlich auf das Mysterium um River Tam, was auch inhaltlich den düsteren Grundton des Films erklärt.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie unglaublich hart es für Joss Whedon gewesen sein muss, seine epische Geschichte auf einen knapp zweistündigen Kinofilm zu kürzen. Manchmal fällt es auch stark auf, dass es große Sprünge innerhalb der Handlung gibt. Die anfänglichen Konfrontationen zwischen Simon und Mal ist so ein Beispiel. Über mehrere Episoden hätte man hier wohl eine durchdachtere Dramaturgie aufbauen können – aber dennoch: Insgesamt ist Joss Whedon ein wahrlich meisterhaftes Skript gelungen. Man darf eben die Umstände nicht vergessen.

The Operative als neuer Gegner hat mir dieses Mal wirklich ausgezeichnet gefallen, wenngleich ich die von ihm ausgehende Bedrohung nicht als so stark empfunden habe, wie die der Hands of Blue – aber das ist wohl Geschmackssache. Die endgültige Auflösung um River und die Reaver ist nett, doch hier merkt man wohl am deutlichsten die zeitlichen Engpässe. Dafür sind die finalen Szenen – Mal und River im Cockpit der Serenity – pure Poesie. Ganz großes Kino.

Hart fand ich erneut den Tod zweier Hauptfiguren. Zwar nicht so schlimm, wie es innerhalb der Serie gewesen wäre, aber verlassen uns mit Shepherd Book und Wash zwei fantastische Charaktere. Dies lässt den Film realistischer erscheinen und man ahnt, dass der Sturm um die Crew der Serenity wahrlich erst begonnen hat: Die Zukunft wird nicht nur shiny werden.

„Serenity“ ist wahrlich ein Geschenk an die Fans. Zwar mit einigen Zugeständnissen an das Kinopublikum, aber das kann man Joss Whedon nicht wirklich verübeln. Wie wohl die Chancen für eine Fortsetzung stehen? Ich wäre einer der ersten an der Kinokasse: 9/10 Punkte.

Der Terminator – OT: The Terminator (1984)

Gestern Abend bin ich wieder einmal vor dem DVD-Regal gestanden und habe mir überlegt welchen Film ich denn gerne sehen würde. Fast schon hätte ich zu einem mir unbekannten Werk gegriffen, obwohl ich darauf nicht wirklich Lust hatte – doch dann fiel mein Blick auf James Camerons „Der Terminator“ und ich war wieder Feuer und Flamme für den Film.

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Meine wieder erwachte Begeisterung für den Film hängt bestimmt mit der kürzlichen Sichtung von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ zusammen. Der erste Teil der futuristischen Trilogie war mir noch in relativ guter Erinnerung – und das obwohl ich ihn noch nicht so stark verinnerlicht habe, wie andere Filmklassiker meiner Jugend (z.B. „Star Wars“, „Indiana Jones“ und „Zurück in die Zukunft“). In der vollständigen Version – d.h. auf DVD – habe ich den Film auch erst zum zweiten Mal gesehen, davor gab es nur gekürzte TV-Ausstrahlungen und fragwürdige VHS-Versionen. Doch wenn man „The Terminator“ nur auf harte Action reduziert, wird man sowieso nicht viel Freude an dem Film haben.

Ich finde es unglaublich bemerkenswert welch grandioses popkulturelles Phänomen James Cameron mit seinem ersten unabhängigen Film geschaffen hat. Die Geschichte ist weit komplexer, als man es erwarten würde – und das Wichtigste: Sie ist absolut stimmig. Hinzu kommt, dass die Hintergrundinformationen nicht in einem platten Prolog vermittelt werden – sie sind direkt in die Handlung eingeflochten. Dadurch entsteht ein Sog, dem man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Die stets bedrohliche Atmosphäre und die – trotz allem – spektakulären Actionszenen runden den Film perfekt ab.

Die ersten zehn Minuten der gestrigen Sichtung waren für mich dann doch etwas ungewohnt: Zum einen wirken die Effekte inzwischen schon etwas angestaubt (besondes im direkten Vergleich zur aktuellen TV-Serie) und zum anderen habe ich den Film das erste Mal im englischen Originalton gesehen. Der Akzent von Arnold Schwarzenegger ist wirklich mehr als gewöhnungsbedürftig und ich war ein paarmal kurz davor wieder auf die bekannte – und geliebte – deutsche Tonspur zu wechseln. Aber nach einer gewissen Zeit hat sich das Ohr daran gewöhnt und somit durfte ich den Film noch einmal neu kennenlernen.

Viel mehr mag ich nun gar nicht schreiben. Der Film spricht für sich. Gedreht mit dem Budget und – oberflächlich betrachtet – der Handlung eines B-Movies, überzeugt „The Terminator“ auch heute noch in allen Belangen und zeigt bereits das große Talent eines – zumindest für mich – wichtigen Regisseurs. Zurecht ein Klassiker der Actionkinos: 10/10 Punkte.

Die Insel – OT: The Island

Gestern Abend war einmal wieder Action angesagt. Action von Michael Bay. Dabei beginnt „Die Insel“ so vielversprechend. Wie schon damals bei der Sichtung im Kino war ich gestern einerseits positiv überrascht und gleichzeitig ziemlich enttäuscht – somit hat sich meine damalige Einschätzung voll und ganz bestätigt.

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In der ersten Stunde erinnert der Film äußerst positiv an die Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre. Der Geist von „THX 1138“ und „Logan’s Run“ schwingt sowohl in der Handlung, als auch in der Ausstattung eindeutig mit. Hier hat mich Michael Bay – obwohl ich seine Filme generell recht unterhaltsam finde – doch äußerst positiv überrascht. Die Geschichte ist relativ düster und es wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut. So hätte es von mir aus bis zum Ende weitergehen können.

Leider kommt mit Beginn der Flucht die Wende zum 08/15-Actionkracher à la Michael Bay. Die Geschichte wird auf ein Minimum zurückgeschraubt, es fliegen wieder etliche Helikopter gen Sonnenuntergang und unzählige Fahrzeuge werden demoliert. All dies ist zwar recht spektakulär in Szene gesetzt, doch irgendwie hat man das schon zu oft gesehen und aufgrund der Anhäufung der Action bleiben Ermüdungserscheinungen nicht aus. Schade. Gegen Ende wird der Film zwar wieder etwas vielschichtiger, doch wird das hohe Niveau des ersten Drittels leider nicht mehr erreicht.

Positiv möchte ich auf jeden Fall noch Ewan McGregor und Scarlett Johansson hervorheben, die ein wirklich nettes Pärchen bilden und das beste aus ihrem eingeschränkten Handlungsspielraum machen. Auch Steve Buscemi überzeugt einmal wieder auf ganzer Linie. Auch inszenatorisch kann der Film voll und ganz überzeugen. Das muss man Michael Bay sowieso lassen: Er drückt jedem Film seinen Stempel auf. Er sollte nur etwas mehr auf Ausgewogenheit achten.

„Die Insel“ ist ein wahrlich netter Sci-Fi-Actioner, der mir besser gefällt als z.B. Bays „Transformers“ – allerdings wurde auch viel Potential verschenkt. Für den kleinen Actionhunger zwischendurch ist der Film auf jeden Fall eine Sichtung wert: 7/10 Punkte.

Species II

Da mich die Grippe ereilt hat und ich mich ohne pochende Kopfschmerzen nur sehr beschränkt am Rechner aufhalten kann, habe ich mir heute einen Film ausgesucht, über den es nicht viel zu sagen gibt: „Species II“ – der übertrieben trashige Nachfolger eines ohnehin nicht herausragenden 90er Jahre „ALIEN“-Klons.

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Was es über den Vorgänger zu sagen gab, gilt auch für diese typische Fortsetzung. Nur angereichert mit mehr Sex und Gore. Die Story bleibt nahezu unverändert und selbst einige Darsteller haben den Sprung in den zweiten Teil geschafft. Eine zweifehafte Leistung. So stolpern Michael Madsen und Marge Helgenberger von einem Logikfehler zum nächsten. Allein die Auftritte von Natasha Henstridge sorgen für einige – zumindest optische – Highlights.

Verwundert war ich über einige neue Gesichter: So geben James Cromwell (George Sibley, „Six Feet Under“) und Peter Boyle (Frank Barone, „Everybody Loves Raymond“) ihr Stelldichein. Was sie zu dieser Rollenwahl bewegt hat? Hoffentlich nur das leicht verdiente Geld.

Mehr zu schreiben wäre „Species II“ nicht wert und würde nur meinem Kopf schaden. Absolut trashiges Sci-Fi-Kino mit zuviel Blut, einem schlecht geschriebenen Drehbuch und mangelnder Selbstironie. In manchen Teilen recht unterhaltsam, aber auch nur dann, wenn man etwas für dieses Genre übrig hat: 3/10 Punkte.

Starship Troopers (1997)

Es muss irgendwann 1996/97 gewesen sein, da sah ich im Kino einen Teaser in dem hunderte von riesigen Insekten über einen Wüstenplaneten rannten. Diese Szene allein hat war für mich ausreichend genug, um zu wissen: ‚Das muss ich sehen!‘ Der Titel des vorgestellten Films: „Starship Troopers“. Ein gutes Jahr später war es dann soweit und Paul Verhoevens Sci-Fi-Satire lief in den Kinos an. Das Problem: Frei ab 18 – glücklicherweise wurde im alten Admiral Kinopalast damals nicht wirklich streng kontrolliert, so dass einer ungetrübten Sichtung nichts im Wege stand. Bis heute einer meiner eindruckvollsten Kinobesuche.

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Bis heute folgten etliche Sichtungen. Anfangs noch auf Videotheken-VHS, inzwischen auf DVD – und immer noch kann mich der Film bestens unterhalten. Ich glaube es gibt nicht viele andere Werke, die so viele Genres beinhalten: Teenie-Romanze, Militärklamotte, astreine Sci-Fi-Action und bitterböse Satire. All das und noch viel mehr ist „Starship Troopers“. Am stärksten wiegen wohl die satirischen Elemente, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. Umso unverständlicher, warum der Film bei uns auf dem Index steht. Es gibt wohl nicht viele Filme, die Krieg und Militarismus so kritisch gegenüberstehen. Schon sehr merkwürdig, meine Damen und Herren von der BPjS.

Neben den satirischen Spitzen funktioniert der Film auch perfekt als Sci-Fi-Abenteuer. Dank der starken Soap Opera-Anteile wird man sehr schnell in die Geschichte hineingesogen und mit den Figuren vertraut. Ein Klischee jagt hier das nächste – und ehe man sich versieht, erwischt einen der nächste satirische Hieb wieder völlig unvorbereitet. Ein ziemlich geniales Konzept, das Verhoeven hier noch konsequenter umsetzt, als im thematisch verwandten „RoboCop“.

Neben den rein inhaltlichen Werten liefert „Starship Troopers“ auch so einiges für das Auge. Mir als VFX-Freak ist besonders die grandiose Kombination aus CGIs und practical effects aufgefallen. Wirklich famos. Ich möchte gar nicht überlegen, was hier alles an Planung nötig gewesen ist. Der Schnitt trägt sein übriges dazu bei, den Film in jeder Szene glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Eine besondere Erwähnung ist mir noch Neil Patrick Harris (Barney, „How I Met Your Mother“) wert, der hier in einer wirklich gänzlich anderen Rolle zu sehen ist. Für mich das Tüpfelchen auf dem i in einem nahezu perfekten Film. Unbedingt sehenswert: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

I Am Legend (2007)

Nachdem es letzte Woche nicht geklappt hat, bin ich gestern nach einem arbeitsreichen Tag noch spontan in die Richard Matheson-Verfilmung „I Am Legend“ gegangen. Die Vorlage kenne ich nicht, auch nicht die erste Verfilmung „The Last Man on Earth“ bei der Matheson selbst das Drehbuch geschrieben hatte. „Der Omega Mann“ mit der 70er Jahre Sci-Fi-Ikone Charlton Heston („Planet der Affen“) ist mir dagegen – zumindest teilweise – ein Begriff. So erinnere ich mich noch dunkel an einige Szenen. Da ich postapokalyptische Stoffe von jeher reizvoll finde, war ich umso gespannter auf die Neuinterpretation von Regisseur Francis Lawrence („Constantine“).

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Erwartet hatte ich schlimmstenfalls ein typisches Will Smith-Vehikel. Glattgebügelte Witze und ausufernde Actionszenen. Probleme, die besonders der Isaac Asimov-Verfilmung „I, Robot“ zu schaffen machten. Teilweise ist „I Am Legend“ auch der typische Blockbuster, den der Hauptdarsteller vermuten lässt: Die eröffnende Jagdszene ist nicht zwangsweise nötig und wirkt viel zu ausgewalzt. Schön anzusehen, aber eigentlich nur reines eye candy. Es gibt einige dieser Szenen – besonders mit den Infizierten – jedoch nehmen sie glücklicherweise nicht überhand.

Positiv muss ich auf jeden Fall Will Smith hervorheben. Besonders nach seinem Zusammenbruch wirkt er teils sehr verletzlich, verstört und einfach nur müde. Für mich sehr nachvollziehbar und gut gespielt. Ich fand auch Schäferhund Sam eine sehr gelungene Ergänzung und kann die häufige Kritik an ihm nicht verstehen. Die Rolle des tierischen Kumpanen erinnerte mich etwas an Wilson aus „Cast Away“ und funktionierte für mich ähnlich gut. Ein nachvollziehbarer emotionaler Anker in der Geschichte.

Die Infizierten selbst fand ich auch nicht so schlecht dargestellt, wie es nahezu überall kritisiert wird. Sicherlich sind manche Sprünge und Bewegungen als typische CGIs auszumachen, doch das Design selbst weiß durchaus zu überzeugen. Auch Masken und Make-up in den ruhigeren Einstellungen können sich sehen lassen. Ich dagegen fand die kontextbezogene Darstellung fragwürdiger: Einerseits wurden die Infizierten als reine Tiere gezeigt, die nur ihren Instikten folgen – andererseits gab es einen Anführer, der zudem noch relativ intelligent gezeichnet wurde. Das war für meinen Geschmack zu wenig durchdacht.

Das Ende des Films scheint zwar – oberflächlich betrachtet – schockierend, doch meiner Meinung nach sind die Handlungen hier deutlich zu plakativ. Ebenso wie die vorhergehenden Referenzen auf göttliche Vorhersehung und Ground Zero. Aber nun gut, schließlich ist „I am Legend“ ja auch US-Blockbuster-Kino.

Für Freunde des Genres ist „I Am Legend“ auf jeden Fall eine Sichtung wert. Das leere New York wurde selten so überzeugend dargestellt und die Zeit vergeht wie im Flug. Man sollte sich nur nicht die neue Genre-Offenbarung erwarten: 7/10 Punkte.

Blade Runner – Final Cut (1982)

Gestern Abend habe ich endlich Ridley Scotts Final Cut von „Blade Runner“ gesehen. Mit kaum einem Film verbindet mich mehr. Bereits bevor meine generelle Liebe zum Film ausgebrochen ist, hatte ich diesen Sci-Fi-Meilenstein ins Herz geschlossen. Damals – ich schätze um 1995 – war in meinem Freundeskreis das Rollenspielfieber ausgebrochen. Wir spielten „Shadowrun“ und machten die nahe Zukunft unsicher. Im Zuge dessen hielt ich Ausschau nach Filmen, deren Handlung in einem ähnlichen – von Cyberpunk geprägtem – Universum angelegt war. Ich fand eine VHS von „Blade Runner“ (Director’s Cut Fassung).

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Nach der ersten Sichtung war ich etwas enttäuscht, da ich mir mehr Action und mehr Cyberpunk erwartet hatte. Doch es sollte nicht lange dauern, da zog mich der Film wieder magisch an. In den nächsten Jahren folgten unzählige Sichtungen. Als ich um 1997 die Welt des Internets betrat, führten mich meine ersten Ausflüge auf Fanseiten des Films. Ich las von einem Kinocut und von ausführlichen Theorien. Las von der Vorlage und kaufte mir daraufhin Philip K. Dicks „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ – ich war begeistert. Vor allem davon, was Ridley Scott aus der Vorlage gemacht hatte. Erstmals wurde mein Interesse für Adaptionen geweckt. Für deren Kunst. Vorab kannte ich nur „Die unendliche Geschichte“ und „Jurassic Park“ als mehr oder weniger gelungene Beispiele.

Mit Einführung der DVD hat schließlich die Wartezeit begonnen. Ich wollte „Blade Runner“ in besserer Qualität sehen. Am besten inklusive Kinocut. Da bereits recht früh (um 2000) erste Gerüchte bezüglich einer restaurierten neuen Schnittfassung im Umlauf waren, beschloss ich auf die erste Veröffentlichung des Director’s Cut zu verzichten. Heute (immerhin 7 Jahre später) halte ich endlich die ultimative Fassung – inklusive Kino- und Director’s Cut – in den Händen. Ein wahres Fest für den geneigten Fan.

Nun aber zum Film: Immer noch grandios. Ich kann die meisten Dialoge noch mitsprechen und die Bild- und Tonqualität ist ein Traum. Unterschiede zum Director’s Cut konnte ich – bis auf vielleicht zwei Szenen – allerdings nicht feststellen. Aber das macht nichts, denn meiner Meinung nach war dieser bereits perfekt. Man wird in diese Welt hineingesogen. In diesen Schmelztiegel der Kulturen. Diese düstere Zukunft. Diese Welt, in der sich der Mensch zum Schöpfer erhebt. Zum Herren über Leben und Tod. Die philosophischen Ansätze sind heute aktueller denn je. Ein großer Film. Ein Film für die Ewigkeit.

Besonders herausragend ist die Inszenierung. „Blade Runner“ ist wohl einer der formal perfektesten Filme. Man merkt hier deutlich Ridley Scotts Ursprünge als Art Director und sein Talent für visuelle Gestaltung. Auch der Einfluss des berühmten Industriedesigners Syd Mead ist in jeder Einstellung vorhanden. Vangelis schafft es zudem den bombastischen visuellen Eindruck durch seinen minimalistischen und ungewöhnlichen Score zu verstärken. Bild und Ton bilden eine untrennbare Einheit. Das ist wahre Kunst.

Erwähnen muss ich auch noch die perfekt gecasteten Schauspieler. Allen voran Harrison Ford, der den Blade Runner perfekt verkörpert. Hart und verletzlich zugleich. Mit Rutger Hauer („Hitcher: Der Highway Killer“, „Split Second“) wurde zudem der perfekte Gegenspieler besetzt. Hauer schafft es den Replikanten mit einer derartigen emotionalen Tiefe zu spielen, dass ich bei seiner letzten Szene regelmäßig eine Gänsehaut bekomme. Seine bis heute beste Leistung. Des Weiteren habe ich bei der gestrigen Sichtung festgestellt, woher ich den Darsteller des mysteriösen Gaff kenne: Es ist niemand anderes als Edward James Olmos (Admiral William Adama, „Battlestar Galactica“).

Ridley Scotts „Blade Runner“ ist für mich immer noch einer der besten Filme aller Zeiten – auch im Final Cut. Die Frage ob Deckard nun ein Replikant ist wird weiterhin Generationen beschäftigen. Eine endgültige Antwort liefert auch diese Schnittversion – sieht man einmal von Ridley Scotts direkten Aussagen ab – nicht. Einer der wenigen Filme, die die Bezeichnung Meisterwerk verdienen: 10/10 Punkte.

Roy Batty: ‚I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time, like tears in rain.‘

Prädikat: Lieblingsfilm