Species

Als Jugendlicher habe ich viele Filme gesehen. Besonders Horror-, Sci-Fi- und Actionfilme standen damals auf dem Programm. Die meisten habe ich heute wieder vergessen, doch einige haben im Freundeskreis größere Popularität erlangt. So auch „Species“, der mit seiner Mischung aus Sex, Splatter und Science-Fiction genau die richtigen Zutaten enthielt. Ob der Film nach knapp 10 Jahren immer noch überzeugen kann?

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Die Geschichte um den männermordenden Alien-Mensch-Klon hat durchaus seine Momente. Natasha Henstridge hat macht immer noch eine gute Figur und die etwas andere Monsterhatz birgt durchaus Unterhaltungswert. Leider fallen mir die Schwächen des B-Movies – und nichts anderes ist „Species“ – heute umso deutlicher auf: Das Expertenteam handelt teils so dämlich, dass man sich beinahe in einer Parodie wähnt. Die Charaktere bleiben blass und fallen dem Zuschauer unglaublich auf die Nerven. Was bitte sollte das mit Forest Whitakers Figur? Alles Zutaten für einen höchstenfalls durchschnittlichen B-Movie.

Nett fand ich dagegen Schauspieler zu sehen, die mir damals noch nichts sagten. Michelle Williams („Dawson’s Creek“, „Brokeback Mountain“) spielt beispielsweise das junge Alien und Marge Helgenberger („CSI: Las Vegas“) ist als Biologin zu sehen. Das Spiel mit geschlechtsspezifischen Klischees fand ich auch unterhaltsam, doch leider wird hier viel dem reinen Effekt geopfert. Schade.

Am Ende bleibt ein Monsterfilm mit netter Grundidee und effekthascherischer Umsetzung. Durchaus unterhaltsam, aber einfach zu durchschnittlich um heute noch wirklich überzeugen zu können. Dann lieber zum dutzendsten Male „ALIEN“. Mit großem Nostalgiebonus: 6/10 Punkte.

Krieg der Welten – OT: War of the Worlds (2005)

Normalerweise bin ich über aktuelle Kinofilme stets mehr als nur ausführlich informiert. Besonders wenn es sich um große Hollywoodproduktionen handelt. Bei Steven Spielbergs „Krieg der Welten“ war das anders. Ich hatte keine Artikel darüber gelesen, keine Trailer gesehen, keine Plakate oder ähnliches. Erst als der Film im Kinoprogramm aufgetaucht ist habe ich ihn wahrgenommen. Die Sichtung erfolgte somit ziemlich spontan und ich war schwer begeistert.

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„Krieg der Welten“ ist ein typisches Spielberg-Vehikel. Dies mag vielen Leuten bitter aufstoßen. Für mich dagegen – als bekennender Spielberg-Freund – zeigt der Film einmal wieder eine ausgewogene Mischung aus Familiendrama und bombastischem Actionkino. Die klassische Geschichte von H.G. Wells wurde in die heutige Zeit verlegt, ansonsten bleibt alles beim Alten. Selbst die etwas angestaubte Auflösung wurde übernommen. Für mich ergibt sich daraus eine gelungene Interpretation des Klassikers.

Die Qualitäten des Films liegen für mich zum einen in den eher ruhigen Szenen innerhalb der zerrütteten Familie mit all den zwischenmenschlichen Spannungen sowie in den grandios inszenierten Weltuntergangsszenarien. Die Flucht mit dem Auto bis zur Fähre ist wahrlich erschütternd und absolut mitreißend. Die Dreibeiner wirken beinahe lebendig und stets bedrohlich. Mehr als einmal kommt Endzeitstimmung auf – wobei wir auch schon bei den Kritikpunkten angelangt wären.

Spielbergs Film wirkt für mich über weite Strecken einfach zu gehetzt. Zu komprimiert. Die Geschichte schreit gerade zu nach einer epischen Umsetzung. Durch die ausführliche – und absolut gelungene – Einführung der Charaktere und der knappen Laufzeit von nicht einmal zwei Stunden bleibt zu wenig Zeit vom Aufstieg bis zum Fall der Tripoden. Hier wäre meiner Meinung nach weit mehr drin gewesen – auch was Charaktertiefe und -entwicklung angeht.

Für mich ist „Krieg der Welten“ ein ausgezeichneter Unterhaltungsfilm. Natürlich sollte man Spielbergs Art Geschichten zu erzählen mögen – aber das gilt ja für jeden Regisseur. Einer der wenigen Filme, bei denen ich auf einen Extended bzw. Director’s Cut gehofft hätte: 8/10 Punkte.

V wie Vendetta – OT: V for Vendetta (2006)

Nach „From Hell“ habe ich mit „V wie Vendetta“ die zweite Verfilmung einer Graphic Novel von Alan Moore gesehen. Im Gegensatz zur Geschichte um Jack the Ripper kenne hier die Vorlage allerdings nicht. Vielleicht macht es mir dieser Umstand so einfach, den Film – wie bereits bei der Erstsichtung im Kino – wirklich gut zu finden.

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In „V wie Vendetta“ wird keine neue Geschichte erzählt. Seit George Orwells „1984“ sind fiktive totalitäre Systeme in Literatur und Film ein beliebtes Thema. Ihren Höhepunkt dürfte dieses Genre im Film wohl mit Terry Gilliams „Brazil“ gefunden haben. Der von den Wachowskis („The Matrix“) produzierte Film um den an klassische Superhelden erinnernden V (Hugo Weaving) ist einfacher. Geradliniger. Glatter. Und doch steckt mehr dahinter, als man auf den ersten Blick meinen mag.

Für mich ist der Film gerade durch seinen Platz zwischen den Welten interessant. Die düstere Darstellung eines Überwachungsstaats wird mit klassischen Comic-Motiven durchsetzt. Zudem werden einige interessante Fragen zum Thema Terrorismus angeschnitten. Würde das Umfeld ernsthafter sein und die erhöhte Realität – die den Charakter umgibt – wegfallen, dann hätte der Film meiner Meinung nach weniger Wirkung erziehlt. Durch die Augen von Evey sehen wir hinter den Fanatismus. Erkennen persönliche Motive. Sehen auch den Menschen hinter der Idee.

„V wie Vendetta“ für einen politisch anspruchsvollen und erleuchtenden Film zu halten wäre falsch. Dem Zuschauer werden allerdings auf äußerst unterhaltsame Weise ein paar Ideen, Möglichkeiten und Vorschläge – ganz gleich ob richtig oder falsch – zugespielt, die tiefer blicken lassen. Dank Comicwelt unaufdringlich und unterhaltsam.

Inszenatorisch ist der Film überraschend ruhig und gemäßigt. Bis auf ein paar nett choreographierte Actionszenen erinnert nicht viel an die Produzenten. Der Score ist einprägsam und die Besetzung ist wahrlich famos – und das nicht nur wegen Natalie Portman („Garden State“).

Auch bei der zweiten Sichtung konnte mich der Film – bis auf kleinere Schwächen – voll und ganz überzeugen. Für tiefschürfendere Auseinandersetzungen mit der Thematik gibt es andere Werke. Hier wird man einfach nur gut unterhalten – und das ohne das Gehirn ganz abschalten zu müssen: 8/10 Punkte.

V: ‚Remember, remember the 5th of November.‘

The Abyss – Special Edition (1989)

Aktualisierung: Ich habe „The Abyss“ am 30. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Wie bereits unzählige Male erwähnt liebe ich Filme die am, im oder unter Wasser spielen. Nicht nur deshalb ist James Camerons „The Abyss – Special Edition“ einer meiner ältesten und beständigsten Lieblingsfilme. An die Erstsichtung erinnere ich mich noch ganz genau: Es war während der Schulzeit, meine Eltern waren verreist und ich hatte sturmfrei. Folglich waren einige Freunde im Haus und es wurden bis in die Nacht Filme geschaut, es wurde gegessen, getrunken und gelacht. Eine Erinnerung aus einer völlig sorgenfreien Zeit, in der man noch die ganze Zukunft vor sich hatte. Vielleicht schaue ich „The Abyss“ deshalb oft, bevor ein einschneidendes Erlebnis stattfindet.

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

Der Film gewinnt bei mir schon alleine aufgrund seines Settings. Im Wasser. Mitten im Meer. Tiefseegräben. Was will man mehr? Hinzu kommt ein sehr gelungener Spannungsaufbau und eine Inszenierung, wie sie nur von James Cameron kommen kann. Alles wirkt sehr realistisch und authentisch, wenngleich man sich doch klar darüber ist, dass es sich um einen Sci-Fi-Film handelt. Dies ist Cameron – in meinen Augen – bereits bei „ALIENS“ gelungen und trägt viel dazu bei, dass man in die Geschichte hineingesogen wird. Die perfekte Unterhaltung.

Große Pluspunkte sammelt der Film durch seine beinahe schon epischen Unterwasserszenen. Man merkt einfach, dass hier wirklich im Wasser gedreht wurde. Alles wirkt handgemacht und irgendwie natürlich. Doch auch in Sachen VFX kann der Film überzeugen: Der Wassertentakel war damals (1989) absolut state of the art – „Terminator 2“ kam mit seiner metallischen Fluidsimulation erst ca. zwei Jahre später!

Die Geschichte ist absolut packend – selbst bei der dutzendsten Sichtung – und kann selbst am Ende voll und ganz überzeugen. Manche Zuschauer mögen sich ja an dem überglücklichen Ende stören, doch für mich passt das sehr gut zum restlichen Film. Auch die Botschaft finde ich schön – zwar nicht sonderlich innovativ, aber schön. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich den Film nur in der längeren Special Edition kenne und die Kinofassung bisher nicht angeschaut habe – vermutlich würden mir zu viele Szenen einfach fehlen.

Die Schauspieler sind allesamt gut gewählt. Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio harmonieren erstklassig miteinander und spielen auch die Extremsituationen absolut glaubwürdig. Der Cameron-Spezi Michael Biehn darf dieses Mal den Bösewicht mimen, wobei er auch recht erfolgreich ist. Der bombastische Score trägt viel zur epischen Atmosphäre bei und unterstützt die Handlung, wo er nur kann.

Fazit

„The Abyss“ ist bei mir über jeden Zweifel erhaben. Einer meiner ewigen Lieblingsfilme. Für Wasserratten – auch wenn nur filmische – besteht Sichtungspflicht: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Split Second

In meiner Jugend habe ich mir ganz gerne B-Movies angeschaut. Man hatte (zu) viel Zeit und neue Entdeckungen wurden im Freundeskreis schnell als Kultfilm gehandelt. Aus dieser Zeit stammt auch „Split Second“ – ein spaßiger B-Movie mit dem stets sympathischen Rutger Hauer. Die letzte Sichtung liegt nun bestimmt schon 10 Jahre zurück und dementsprechend hat sich auch meine Sichtweise geändert.

Den ersten Teil finde ich nach wie vor wirklich gut. Im London des fiktiven Jahres 2008 herrscht eine bedrückende Atmosphäre. Durch die Klimaerwärmung ist die Themse über ihre Ufer getreten und London befindet sich unter ständigem Hochwasser. In dieser düsteren Welt spielt Rutger Hauer einen zynischen Cop, der einen brutalen Serienkiller verfolgt. Unterstützt wird er dabei von einem neuen Kollegen. Im Verlauf des Films wandelt sich die Handlung zu einem „ALIEN“-Ripoff, was den Film heute eher etwas lächerlich erscheinen lässt.

Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen „Bladerunner“ und „ALIEN“. Die Figuren agieren dabei wie in einem Buddy-Movie, was dem Film einen humorigen Unterton gibt. All das wirkt leider sehr uneigenständig und zusammengeklaut, wobei der Film – für einen B-Movie – durchaus gut geschriebene Figuren zu bieten hat. Das Set-Design gefällt mir auch sehr gut. Man sieht den Locations das niedrige Budget nicht zwangsweise an. Bei der Kreatur merkt man es dafür mehr als deutlich, wodurch der Film für mich am Ende auch nicht mehr so recht funktionieren will.

Der Kultfilm aus meiner Jugend ist heute leider wirklich nur noch ein nett anzusehender B-Movie. Ich mag die düstere Atmosphäre, die Charaktere und natürlich Rutger Hauer. Übrigens spielt Kim Cattrall („Sex and the City“) die weibliche Hauptrolle. Netter Sci-Fi-Trash, den man jedoch nicht zu ernst nehmen sollte: 5/10 Punkte.

Schlacht um den Planet der Affen – OT: Battle for the Planet of the Apes

Mit „Schlacht um den Planet der Affen“ ist vorerst Schluss mit dem Affentheater – und das ist auch gut so. Nicht, dass ich keine Freude an den Filmen gehabt hätte, doch dank der geballten 70er Jahre Optik, der oft redundanten Handlung sowie der gewöhnungsbedürftigen Musik bin ich nun froh einmal wieder einen Film ohne Affen zu sehen. Gespannt auf die erneute Sichtung des Remakes und die Erstsichtung der TV-Serie bin ich dennoch – aber alles zu seiner Zeit.

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J. Lee Thompsons zweite Regiearbeit für die Filmreihe schließt nahtlos am Vorgänger an: Die Affen leben (zum ersten Mal in der Reihe!) in einer einigermaßen friedlichen Koexistenz mit den Menschen zusammen. Ceasar ist ein friedliebender Herrscher, doch die Gorillas zeigen den Menschen gegenüber bereits gewaltbereite Tendenzen. Als die Affen bei einer Expedition in die verbotene Zone nun auf verstrahlte Menschen treffen, ist eine weitere Auseinandersetzung unausweichlich. Soweit die Geschichte.

Auf mich macht „Schlacht um den Planet der Affen“ einen etwas unnötigen Eindruck. Die Szenen im Affenlager und die Darstellung des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier halte ich für recht gelungen. Auch die Dynamik zwischen den Affenarten zeugt von Potential. Der weitere Kampf allerdings ist nicht wirklich nötig. Zudem schafft es der Film – in Bezug auf die Zeitachse der Reihe – nicht eindeutig Position zu beziehen: Ändert sich nun die Zukunft? Warum hat man dies dann nicht deutlicher gemacht? Bleibt sie unverändert? Warum zeigt man dann solch einen unbedeutenden Ausschnitt aus der Geschichte der Affen? Alles wirkt nicht so recht durchdacht.

Im Folgenden möchte ich meine persönliche Rangliste der „Planet der Affen“-Filme darstellen. Letztendlich ist allein der erste Teil großes Kino und wirklich Pflichtprogramm für jeden Filmfreund. Der Rest der Film ist teils ganz nett, größtenteils aber einfach unnötig. Zur reinen Unterhaltung durchaus geeignet, aber mehr ist da nicht:

1. „Planet der Affen“ (1968 )
2. „Flucht vom Planet der Affen“
3. „Eroberung vom Planet der Affen“
4. „Schlacht um den Planet der Affen“
5. „Rückkehr zum Planet der Affen“

Das letzte Kapitel in der Affengeschichte bietet somit ganz nette Unterhaltung. Wenn man ihn nicht sieht, verpasst man allerdings auch nichts. Absoluter Durchschnitt mit einem – für die Reihe – erstaunlich positiven Ende: 5/10 Punkte.

Eroberung vom Planet der Affen – OT: Conquest of the Planet of the Apes

Mit „Eroberung vom Planet der Affen“ bewegt sich die Reihe mit großen Schritten auf ihr Ende – bzw. ihren Anfang – zu. Die Geschichte setzt – mit etwas zeitlichem Abstand – direkt an ihrem Vorgänger an und bietet so ziemlich genau das, was man als Zuschauer erwartet: Die Versklavung der Affen und ihre Befreiung durch den Nachkommen von Dr. Zira und Cornelius.

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Wieder einmal wird in einem Teil der „Planet der Affen“-Reihe ein politisches Thema aufgegriffen. Dieses Mal sind es die Rassenunruhen und der Rassismus. Obwohl teils als gelungen zu bezeichnen, ist es auf der anderen Seite natürlich fragwürdig die Rolle der Afroamerikaner von Affen ausfüllen zu lassen. Vielleicht sollte man sich darüber aber einfach auch nicht so viele Gedanken machen und den Film als nette Erweiterung des Affen-Universums sehen, das hier deutlich an Tiefe gewinnt.

Einerseits ist es nun wirklich interessant und sehenswert den Aufstieg der Primaten zu verfolgen. Andererseits kommt es dagegen zu keinen Überraschungen, da die groben Ereignisse bereits aus den Vorgängern bekannt sind. So habe ich – trotz der relativ kurzen Laufzeit – einige Längen wahrgenommen und die Kampfszenen gegen Ende waren teils auch recht redundant.

„Eroberung vom Planet der Affen“ ist sicherlich kein Meisterwerk, bietet aber eine schöne Vertiefung der Geschichte und kann allemal gut unterhalten: 6/10 Punkte.

Flucht vom Planet der Affen – OT: Escape from the Planet of the Apes (1971)

Weiter geht es im Affentheater mit „Flucht vom Planet der Affen“. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger war ich sehr positiv überrascht über den Verlauf der Geschichte sowie über die Zeichnung der Charaktere. Es ist ungewohnt so starke starke Schwankungen in der Qualität einer Filmreihe zu finden. Natürlich ist dieser Eindruck – wie immer – komplett subjektiv und solange die Filme wieder besser werden, kann es mir nur recht sein!

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Die Handlung wird auf die Erde verlegt und zwei Nebenfiguren – Dr. Zira und Cornelius – werden in den Mittelpunkt gerückt. Durch die Parallelität der Geschehnisse zu denen des ersten Teils der Reihe, hat der Zuschauer eine bestimmte Erwartungshaltung, welche auch promt erfüllt wird. Die Menschen fühlen sich durch die Affen bedroht. Die Affen werden gejagt. Die Affen bekommen ein Baby. Der Sci-Fi-Freund kann sich nun schon ungefähr vorstellen, worauf die Geschichte hinausläuft: Es entsteht eine Schleife. Es gibt keinen Anfang und kein Ende mehr. Eine nette Vorstellung und ich kann nur hoffen, dass diese Idee in den kommenden Teilen konsequent weitergeführt wird. Nebenbei würde dieser Handlungsstrang auch eine logische Erklärung für das Ende des Remakes bieten – so ich dieses denn noch richtig im Kopf habe.

Man merkt dem Film sein geschrumpftes Budget an. Wo im Vorgänger noch große Sets von Höhlen, Affenbehausungen etc. zu finden waren, gibt es hier nur die menschliche Realität. Auch die Anzahl der Affenmasken konnte zurückgefahren werden. Dass der Film trotzdem sehr viel besser funktioniert, als der misratene zweite Teil, ist der durchdachten Geschichte, sowie den tollen Leistungen der Schauspieler zuzuschreiben. Besonders Kim Hunter und Roddy McDowall leisten Fantastisches und machen das Ende – zum ersten Mal in der Reihe – nicht nur schockierend, sondern auch ergreifend.

„Flucht vom Planet der Affen“ ist eine absolut würdige Fortsetzung, bei der man aus der Not (Budgetkürzungen) eine Tugend (stringente Geschichte) gemacht hat. Sehenswert: 7/10 Punkte.

Rückkehr zum Planet der Affen – OT: Beneath the Planet of the Apes (1970)

Aufgrund der plötzlich aufgetretenen Freizeit habe ich bereits heute die „Rückkehr zum Planet der Affen“ angetreten. Auch diesen Teil hatte ich als Kind bestimmt schon einige Male gesehen, allerdings ist mir nicht wirklich viel im Gedächtnis geblieben – und das war wohl auch besser so.

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Die erste Filmhälfte ist ganz vergnüglich: Es gibt einen neuen Astronauten, der sich auf die Suche nach Taylor (Charlton Heston) macht und dabei auf allerlei bekannte Affen trifft. Soweit so gut. Unterdessen bereitet ein kämpferisch veranlagter Gorilla einen Krieg vor. In der verbotenen Zone wohnt nämlich anscheinend ein noch unbekannter Stamm von Menschen. Es gibt einige nette Reden und Konflikte, sowie Anspielungen auf die Situation in Vietnam. Insgesamt eine nette Fortführung der Geschichte des ersten Teils, wenngleich auch ohne dessen erzählerische Tiefe.

In der zweiten Filmhälfte treffen die Figuren dann allerdings auf hochentwickelte Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten und lächerlichen Kostümen. Diese beten die Atombombe an und wirken auch sonst schwer neben der Spur. Dieser Handlungsstrang ist selten dämlich und die Verweise auf die damals aktuelle politische Situation kommen wie mit dem Holzhammer. Der Film verliert sich in albernen Sci-Fi-Handlungen und die Charaktere sowie ihre Beweggründe verlieren an Glaubwürdigkeit. Das Ende ist schließlich zwar explosiv, doch weder sonderlich durchdacht noch nachvollziehbar.

Fazit

„Rückkehr zum Planet der Affen“ fängt nett an, wird immer alberner nur um letztendlich im Chaos zu enden. Schade um das gute Setdesign und die tollen Masken. Ich hoffe die Nachfolger legen wieder – zumindest etwas – an Qualität zu: 3/10 Punkte.

Planet der Affen – OT: Planet of the Apes (1968)

Mit „Planet der Affen“ verbinde ich viele Kindheitserinnerungen. Die Filmreihe lief sonntags häufig am späten Nachmittag im Fernsehen und ich erinnere mich – obwohl mein TV-Konsum damals sehr eingeschränkt war – doch an einige Sichtungen. Besonders das Ende hat mich lange beschäftigt. Mein erster großer story twist – ein denkwürdiges Ereignis.

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Seit meiner Kindheit habe ich der Filmreihe keinerlei Beachtung mehr geschenkt. Ganz im Gegensatz zu anderen wichtigen Filmen – „Zurück in die Zukunft“, „Indiana Jones“, „Star Wars“ etc. – dieser Zeit. Das liegt vielleicht auch daran, dass „Planet der Affen“ schon immer düsterer und nicht auf die reinen Unterhaltungsaspekte ausgelegt war. Er fügt sich somit eher in die Reihe düsterer Zukunftsvisionen, wie „Logan’s Run“ oder „Soylent Green“, ein und spart nicht an Gesellschaftskritik und Doppeldeutigkeiten.

Auch heute noch gelingt es Franklin J. Schaffners Film mich mitzureißen. Allerdings aus anderen Gründen. Ich kenne die Geschichte und bin mir deren Wendung bewusst. Charlton Hestons Charakter erscheint mir nicht mehr wie ein strahlender Held, sondern tatsächlich wie ein Relikt aus der Hochzeit der gewaltbereiten Menschen. Allerdings kann ich nicht klar abschätzen inwiefern dies beabsichtigt war, denn das harte, machohafte Auftreten – das heute etwas antiquiert wirkt – war in den Filmen der 60er/70er Jahre oft noch typisch für die Zeichnung des Helden. Egal wie man es sieht: Im Film funktioniert es tadellos und es dient – wenngleich auch unter eventuell anderen Gesichtspunkten – der Geschichte.

Besonders fasziniert war ich von der grandiosen Inszenierung. Speziell in der ersten halben Stunde fühlt man sich wahrlich wie auf einem anderen Planeten. Tolle Weitwinkeleinstellungen und außergewöhnliche Perspektiven schaffen eine fremdartige Atmosphäre. Wirklich sehr gelungen. Neben der Kamera sind vor allem die Masken grandios gelungen. Zu großen Teilen absolut glaubwürdig und mit Leben erfüllt.

„Planet der Affen“ zählt nicht ohne Grund zu den Klassikern des Sci-Fi-Kinos. Auch wenn der Film heute etwas angestaubt wirkt – was hauptsächlich dem antiquierten Heldentypus zuzuschreiben ist – weiß die Geschichte immer noch voll und ganz zu überzeugen und funktioniert in beinahe jeder Hinsicht besser, als Burtons Remake. Pflichtprogramm für Kinofreunde: 9/10 Punkte.