Die Welle

Wider Erwarten habe ich es doch noch zu Dennis Gansels Verfilmung von „Die Welle“ ins Kino geschafft – unserem beschaulichen Dorfkino sei Dank. Damit habe ich dieses Wochenende zwei Filme auf der großen Leinwand gesehen, vermutlich das erste Mal seit der seligen Schulzeit. Trotz EM war das Kino verhältnismäßig gut besucht, was wohl durch die Popularität der Geschichte zu erklären ist.

Vorausschickend sollte ich erwähnen, dass ich die Vorlage nie gelesen habe und damit wohl einer Minderheit angehöre, wird Morton Rhues „Die Welle“ doch in den meisten Schulen als Pflichtlektüre angesehen. Ich konnte somit jedoch völlig unvoreingenommen an den Film herangehen, was bei Literaturverfilmungen oft einen ganz anderen Blickwinkel offenbart. Mein Interesse ist nun auf jeden Fall geweckt und falls mir die Vorlage einmal in die Hände fällt, werde ich garantiert einen Blick riskieren.

Zunächst einmal möchte ich auf die Inszinierung eingehen, die dem modernen Kino Hollywoods in wahrlich nichts nachsteht. Kühle Ästethik in Cinemascope. Das deutsche Kino muss sich hier nicht verstecken. Professionalität wohin man blickt. Ein audiovisueller Genuss, der manchmal schon zu perfekt wirkt. Dieser beinahe schon glattgebügelte Look unterstreicht leider auch die Schwächen des Drehbuchs. Zwar wunderschön anzuschauen, doch fehlt der Bruch – die unerwartete Spannung – die dem Thema innewohnt.

Inhaltlich ist der Film ebenso perfekt aufgebaut. Perfektionismus à la Hollywood. Eine mitreißende Dramaturgie, die – wie erwartet – mit einem Knall verpufft. All das ist leicht konsumierbar. Die Spannungsschraube wird genau im richtigen Moment angezogen. Die Charaktere sind von Anfang an eindeutig definiert. Man kann voraussehen, was passieren wird – und genau hier liegt der Hund begraben. Gäbe es das – von Anfang an zu erwartende – Ende nicht, wären die vorangehenden Szenen zu schwach. Die Gefahr geht hier von einem Individuum aus und eben nicht von der anonymen Masse. Dem blinden Gehorsam. Hier hätte man mit dem Spannungsaufbau brechen müssen, die Aussage des Films verstärken. Am Ende bleibt der perfekte Thrill – das kalte Grauen verpufft jedoch.

Schauspielerisch ist der Film ebenfalls absolut hochwertig. Allen voran Jürgen Vogel, der die zentrale Figur – den Lehrer Rainer Wenger – mit Hingabe mimt und sich für mich damit einmal mehr als einer der besten deutschen Schauspieler beweist. Leider wird seiner Figur zu wenig Screentime gegönnt, was seinen Charakter – besonders gegen Ende – unnötig schwächt. Auch die Schüler sind größtenteils perfekt besetzt, was für die nachwachsende Schauspielergeneration Hoffnung gibt. Hier konnte ich wirklich keinen Kritikpunkt finden.

Insgesamt ist „Die Welle“ ein äußerst unterhaltsamer und perfekt inszenierter Film, der leider größere inhaltliche Schwächen aufweist. Aus dem Thema hätte man weit mehr machen können, doch dann wäre der Film für die Zielgruppe vielleicht zu unbequem und unspektakulär geworden. Sehenswert, aber – für das Thema – eindeutig zu zahm und berechenbar: 7/10 Punkte.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels – OT: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ am 12. April 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Wie beginnt man eine Kritik zu einem Film, auf den man sein halbes Leben lang gewartet hat? Vermutlich mit dem Titel: „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ – so also sollte Indys neues Abenteuer heißen. Als ich den Titel das erste Mal las, war ich bitter enttäuscht. Vielleicht weil ich insgeheim doch noch auf eine Verfilmung von „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ gehofft hatte. Irgendwann freundete ich mich schließlich mit dem Titel an und selbst teils vernichtende Kritiken konnten meine Vorfreude nur schwer zügeln – somit war meine Erwartungshaltung trotz aller guten Vorsätze gestern erschreckend hoch. Spoiler sind zu erwarten.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Zunächst einmal möchte ich auf die positiven Eigenschaften des Films eingehen: Harrison Ford. Wunderbar. Ich hatte ja wirklich große Zweifel, dass er Indiana Jones heute noch genauso spielen kann, wie früher – doch er kann es! Anfangs ist es sicher ungewohnt, doch mit zunehmender Laufzeit sieht man einfach nur noch Indy auf der Leinwand. Zwar älter, aber unverkennbar Indy. Zusammen mit John Williams grandiosem Score gibt es somit ein paar wunderbar nostalgische Momente. Neben Harrison Ford muss ich auch den restlichen Cast loben. So ist es natürlich besonders schön Karen Allen als Marion Ravenwood wieder neben Indy zu sehen. Die größte Überraschung war für mich jedoch Shia LaBeouf, der mit Mutt Williams eine nette neue Figur ins Indy-Universum einführen durfte. Von seiner Leistung war ich wirklich positiv überrascht.

Der gesamte Film lebt von Anspielungen. Bereits die erste Location ist das wohlbekannte Lager für übernatürliche Geheimnisse aus „Raiders of the Lost Ark“ – inklusive einem Cameo-Auftritt der Bundeslade. Indys Angst vor Schlangen wird genauso wenig ignoriert, wie das Verbleiben von Marcus Brody und Indys Vater. Doch auch abseits der eingestreuten Reminiszenzen beschwört „Kingdom of the Crystal Skull“ den Geist der klassischen Trilogie herauf: Die Action-Szenen sind größtenteils wunderbar altmodisch inszeniert, was man besonders an Indys Kampfstil merkt, der immer noch unverkennbar ist. Auch der Besuch in der Gruft lässt Erinnerungen an die Klassiker – insbesondere „The Last Crusade“ – wach werden. Nur „Temple of Doom“ wird weitgehend ignoriert.

Man könnte den Eindruck gewinnen, Indys jüngstes Abenteuer sei genau der Film, auf den Fans 19 Jahre lang gewartet haben. In vieler Hinsicht kann man dieser Meinung auch sein – gäbe es da nicht die Geschichte, die all die wunderbaren Szenen zusammenhält. Ich komme gleich zum Punkt: Aliens. Really? Für mich war das keine große Überraschung, hatte ich doch schon den ein oder anderen Spoiler gelesen. Ich war vorbereitet. Über weite Strecken konnte ich auch darüber hinwegsehen, doch das Ende ist dann wirklich zu viel des Guten. Gegen diesen Hokuspokus mutet das Finale aus „Jäger des verlorenen Schatzes“ äußerst durchdacht und in jeder Hinsicht logisch an. Was hat Spielberg und Lucas nur geritten, auf dieses Skript zurückzugreifen? Mich würde zu sehr Frank Darabonts („The Shawshank Redemption“) Version interessieren – selbst wenn es in dieser bereits Aliens gegeben hätte.

Neben der ziemlich uninspirierten und nicht wirklich zur Franchise passenden Auflösung gibt es noch einige andere Faktoren, die mir kurzeitig den Spaß am Film vermiest haben. Zum einen Indys Kühlschrankabenteuer. War das in irgendeiner Hinsicht nötig? Hätte man das Geld nicht besser nutzen können? Ebenso Mutt Williams Tarzan-Imitation. Was in aller Welt sollte diese Szene? Einfach nur deplatziert. Die leuchtenden Kristallschädel haben mich auch größtenteils irritiert und John Hurts Figur war über große Strecken einfach nur nervig. Dafür fand ich Cate Blanchetts klischeebehaftete Darstellung der KGB-Agentin mindestens ebenso spaßig, wie die der Nazis in der klassichen Trilogie.

Und nun? War der Film für mich doch eine einzige Enttäuschung? Ich denke der Film hat das Pech ein Teil der „Indiana Jones“-Reihe zu sein. Die gesteckten Erwartungen konnte er einfach nicht erfüllen. Andererseits hat der Film das Glück ein Teil der „Indiana Jones“-Reihe zu sein, da es einfach unglaublich toll ist einmal wieder mit Indy auf Tour zu gehen, dem grandiosen Score zu lauschen und einfach nur altmodischen Spaß zu haben. Die letzte Szene (ein Windstoß weht Indys Hut vor Mutts Füße, dieser hebt ihn auf und befindet sich im Begriff ihn aufzusetzen – doch im letzten Moment nimmt Indy seinen Hut an sich, lächelt Mutt verschmizt an und setzt ihn selbst auf) hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht und sind wir einmal ehrlich: Sollte Indy doch noch einmal auf die große Leinwand zurückkehren werde ich ihm sicher folgen. Schließlich ist es Indiana Jones, der Held meiner Kindheit.

Fazit

Alles in Allem vermute ich, dass der Film mit weiteren Sichtungen wachsen wird. So wie es sich für einen „Indiana Jones“-Film gehört. Vielleicht werde ich irgendwann auch über die eklatanten Schwächen im Drehbuch hinwegsehen können und die Aliens akzeptieren. Wer weiß. Neben teils großer Enttäuschung überwiegt bei mir die Freude ein neues Abenteuer meines Lieblingsarchäologen auf der großen Leindwand gesehen zu haben. Ich darf nur nicht daran denken, welche Möglichkeiten man außer Acht gelassen hat. Von mir gibt es heute zögerliche 7/10 Punkte.

Shooter

Nachdem ich in letzter Zeit einige positive Kritiken zu dem Film gelesen hatte, war es gestern an der Zeit mir selbst ein Bild von Antoine Fuquas „Shooter“ zu machen.

Bereits im Prolog fällt auf, wie stilisiert der Look des Films ist. Exzessives color grading zieht sich durch den gesamten Film. Im modernen Kino wird dieses Werkzeug oft übertrieben stark und in Kombination mit einer hektische Montage eingesetzt. Antoine Fuqua findet in „Shooter“ glücklicherweise genau das richtige Mittelmaß, was auch der der – im absolut positivem Sinne – altmodischen Inszenierung zu verdanken ist. Hier hebt sich der Film deutlich von anderen Actionfilmen ab und war mir dadurch von Anfang an sympathisch.

Die Geschichte ist wahrlich nicht neu: Eine Regierungsverschwörung, ein Einzelkämpfer auf der Flucht, Rache in Form von Selbstjustiz. Willkommen in den 70ern. Interessant wird der Film immer dann, wenn er Bezug auf die jüngste Geschichte Amerikas nimmt. Hier gibt sich „Shooter“ wahrlich kritisch, wenngleich größtenteils nur auf fiktive Geschehnisse und Personen Bezug genommen wird. Dennoch würde man diese Haltung von einem aktuellen Hollywoodfilm nicht zwangsweise erwarten.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Die Action ist grandios und wuchtig inszeniert. Die Geschichte ist mitreißend und zu keiner Sekunde langweilig. Die Charaktere sind interessant und Mark Wahlberg verkörpert den titelgebenden Shooter Bob Lee Swagger charismatisch und glaubwürdig. Ein rundum gelungener Film – wenn es das Ende nicht gäbe: Hier verkommen die Drahtzieher hinter der Verschwörung leider etwas zu Karikaturen ihrer selbst, die wohl in einem „Austin Powers“-Film besser aufgehoben wären. Aber nun gut, man kann eben nicht alles haben.

„Shooter“ macht richtig viel Spaß. Trotz ähnlicher Thematik hat mir der Film bedeutend besser gefallen, als die ersten beiden Abenteuer von Jason Bourne. Freunden altmodischer Actionkost, die zudem noch auf die Handlung zwischen den Actionszenen wert legen, sei Antoine Fuquas Film ans Herz gelegt: 8/10 Punkte.

Serenity (2005)

Mit Joss Whedons „Serenity“ habe ich gestern erneut den wohl leider letzten verfilmten Abenenteuern der Crew um Captain Malcolm Reynolds beigewohnt. Im Gegensatz zur ersten Sichtung konnte ich mich dieses Mal viel besser auf das neue Medium einlassen und habe nicht ständig krampfhaft versucht den Film mit der Serie zu vergleichen. Die Enttäuschung ist ausgeblieben und ich konnte den Film als das wahrnehmen, was er ist: Der würdige Abschluss einer grandiosen Sci-Fi-Saga. Spoiler sind zu erwarten.

Im Vergleich zu „Firefly“ fällt sofort der veränderte Look auf. Haben in der Serie warme Farben vorgeherrscht, finden sich im Kinofilm eher kalte Blautöne. Auch die Stimmung ist deutlich kälter. Wie wir bereits im Comic-Prequel „Serenity: Those Left Behind“ erfahren haben, befinden sich Shepherd Book und Inara nicht mehr auf der Serenity. Allein dadurch fehlt die Wärme und Menschlichkeit der beiden Figuren. Die Geschichte konzentriert sich von Anfang an deutlich auf das Mysterium um River Tam, was auch inhaltlich den düsteren Grundton des Films erklärt.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie unglaublich hart es für Joss Whedon gewesen sein muss, seine epische Geschichte auf einen knapp zweistündigen Kinofilm zu kürzen. Manchmal fällt es auch stark auf, dass es große Sprünge innerhalb der Handlung gibt. Die anfänglichen Konfrontationen zwischen Simon und Mal ist so ein Beispiel. Über mehrere Episoden hätte man hier wohl eine durchdachtere Dramaturgie aufbauen können – aber dennoch: Insgesamt ist Joss Whedon ein wahrlich meisterhaftes Skript gelungen. Man darf eben die Umstände nicht vergessen.

The Operative als neuer Gegner hat mir dieses Mal wirklich ausgezeichnet gefallen, wenngleich ich die von ihm ausgehende Bedrohung nicht als so stark empfunden habe, wie die der Hands of Blue – aber das ist wohl Geschmackssache. Die endgültige Auflösung um River und die Reaver ist nett, doch hier merkt man wohl am deutlichsten die zeitlichen Engpässe. Dafür sind die finalen Szenen – Mal und River im Cockpit der Serenity – pure Poesie. Ganz großes Kino.

Hart fand ich erneut den Tod zweier Hauptfiguren. Zwar nicht so schlimm, wie es innerhalb der Serie gewesen wäre, aber verlassen uns mit Shepherd Book und Wash zwei fantastische Charaktere. Dies lässt den Film realistischer erscheinen und man ahnt, dass der Sturm um die Crew der Serenity wahrlich erst begonnen hat: Die Zukunft wird nicht nur shiny werden.

„Serenity“ ist wahrlich ein Geschenk an die Fans. Zwar mit einigen Zugeständnissen an das Kinopublikum, aber das kann man Joss Whedon nicht wirklich verübeln. Wie wohl die Chancen für eine Fortsetzung stehen? Ich wäre einer der ersten an der Kinokasse: 9/10 Punkte.

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug – OT: Indiana Jones and the Last Crusade (1989)

Aktualisierung: Ich habe „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ am 5. April 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach der Jagd auf die Bundeslade und dem Zerschlagen eines indischen Kults, habe ich mich gestern mit Indy auf die Suche nach dem heiligen Gral gemacht. Steven Spielbergs „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ markiert für viele den Höhepunkt der klassischen Trilogie – und auch für mich war die gestrige Sichtung wieder einmal ein großartiges Erlebnis.

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Am Anfang des Films steht ein Rückblick auf ein einschneidendes Erlebnis in Indys jungem Leben. Man erfährt die Hintergründe seiner Leidenschaft für Abenteuerarchäologie, lernt – wenn zunächst auch nur im Off – seinen Vater kennen, wohnt dem Auslöser für Indys Schlangenphobie bei und erfährt wie er zu seinem Hut sowie zu seiner (eigentlich Harrison Fords) markanten Narbe kommt. All das ist unglaublich unterhaltsam anzuschauen und erfreut den Indy-Fan. Alle anderen dürften nur halb so viel Spaß an diesem Prolog haben.

Beim Sprung in die filmische Gegenwart ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie alt Ford im Vergleich zu den beiden Vorgängern auf der Leinwand – bzw. dem Bildschirm – wirkt. Wir sehen hier nicht mehr den jugendlichen Draufgänger, sondern eher den etablierten Actionhelden. Der Film bekommt für mich dadurch eine andere Grundstimmung als „Raiders of the Lost Ark“ und „Temple of Doom“. Es wird eher auf ausgetretenen Pfaden gewandelt, wenngleich auch blind und absolut zielsicher.

Der große Pluspunkt von „The Last Crusade“ ist eindeutig Sean Connery. Dieser mimt Indys Vater auf wahrlich grandiose Art und Weise. Besonders im Zusammenspiel mit Ford ergeben sich hier Szenen für die Ewigkeit. Durch die Vater-Sohn-Beziehung wird der Film zudem weicher und gefühlsbetonter. Der Familienfilm hält Einzug in die Reihe und unterstützt damit den – beinahe schon zu – perfekten Eindruck, den der Film vermittelt.

Wie bei den beiden Vorgängern kann ich die Dialoge beinahe komplett mitsprechen. „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ habe ich aus der Reihe bisher wohl am häufigsten gesehen. Abnutzungserscheinungen traten jedoch so gut wie überhaupt nicht auf. Heute muss ich jedoch gestehen, dass „Raiders of the Lost Ark“ wohl der beste Film der Trilogie ist. Wenngleich die Qualitätsunterschiede fast schon marginal sind.

Fazit

„Indiana Jones and the Last Crusade“ ist der fantastische Abschluss einer meiner Lieblingsfilmreihen. Nun freue ich mich schon sehr, das neueste Abenteuer von Indiana Jones auf der großen Leinwand bewundern zu dürfen – allen Kritiken zum Trotz. Es dürfte ihm jedoch schwer fallen, sich ebenso in mein filmisches Herz zu schwingen, wie der letzte Teil der klassischen Trilogie: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Indiana Jones und der Tempel des Todes – OT: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984)

Aktualisierung: Ich habe „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ am 29. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach dem grandiosen ersten Teil, habe ich noch die bei Fans und Kritikern eher unbeliebte Fortsetzung „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ gesehen. Für mich ist auch das Prequel der Reihe untrennbar mit wunderbaren Erinnerungen verbunden und punktet daher hauptsächlich auf der persönlichen Ebene – doch auch abgesehen davon hat Indys zweites Abenteuer einiges zu bieten.

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ beginnt wie ein „James Bond“-Film und scheint damit seinem britischen Konkurrenten augenzwinkernd sagen zu wollen: Achtung, hier komme ich! Im Vergleich zu „Raiders of the Lost Ark“ wirkt diese Szene etwas zu übertrieben, zu bunt und zu bombastisch. Ein Beschreibung, die auf so einige Szenen des Prequels zutrifft. Doch möchte ich das nicht zwangsweise als Kritik sehen. Man sieht ein Abenteuer Indys, wie man es sich aus Erzählungen vielleicht selbst zusammengereimt hätte – und schließlich ist Dr. Jones ja eine Figur, die bewusst larger than life angelegt ist.

Ein großer Unterschied zum Vorgänger sind die Begleiter, mit denen sich Indy herumschlagen muss: Ein nerviges Kind und eine kreischende Diva. Mich persönlich haben diese Figuren nie so sehr gestört, wie anscheinend den Rest der Welt. Vermutlich habe ich mich als Kind bereits zu sehr an sie gewöhnt, als dass sie mir heute negativ auffallen könnten. So geht es mir auch bei einigen anderen Szenen aus „Temple of Doom“: Das Festmahl zum Bespiel war als Kind eine meiner Lieblingsszenen. Eigentlich albern und übertrieben, doch einfach unterhaltsam. Ebenso der Einstieg zum Tempel, die Zeremonie, die Lorenfahrt usw.

Neben all den Albernheiten überrascht „Temple of Doom“ mit bisher ungekannter Härte und einer erstaunlich düsteren Grundstimmung. Vermutlich war es auch diese ungewohnte Kombination, die viele Zuschauer verschreckt hat. Vielleicht wäre es auch mir so ergangen, doch kann ich aufgrund der unzähligen Sichtung keine objektive Bewertung mehr abgeben.

Fazit

„Indiana Jones and the Temple of Doom“ ist für mich immer noch erstklassiges Abenteuerkino mit einem grandiosen Harrison Ford und einigen Szenen für die Ewigkeit. Für mich ein integraler Teil der klassischen Trilogie: 9/10 Punkte. Nun fehlt nur noch der fantastische – und zumindest vorübergehende – Abschluss der Saga.

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes – OT: Indiana Jones: Raiders of the Lost Ark (1981)

Aktualisierung: Ich habe „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ am 21. März 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem die letzte Sichtung dank defekter DVD verfrüht abgebrochen werden musste, habe ich gestern endlich einmal wieder – dem wirklich vorbildlichem Kundenservice von Paramount sei Dank – Steven Spielbergs Abenteuerfilmklassiker „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ gesehen. Wenn man bedenkt, dass der vierte Teil der Saga nun schon seit einer Woche im Kino läuft, war es auch wirklich höchste Zeit sich einmal wieder mit dem Schlapphut tragenden Archäologen zu beschäftigen.

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die „Indiana Jones“-Filme bedeuten für mich Kindheit. Ich habe sie geliebt. Keine TV-Ausstrahlung bei der ich nicht mit Indy mitgefiebert hätte. Zugleich habe ich irgendwann begonnen die popkulturelle Bedeutung der Filme zu erkennen. Besonders „Raiders of the Lost Ark“ ist voll von Szenen, die nicht mehr aus der Filmgeschichte wegzudenken sind. Allein die Einführung der titelgebenden Hauptfigur ist in dieser Hinsicht unglaublich prägend gewesen. Insofern ist der erste Teil der Trilogie wirklich etwas Besonderes – und das sowohl für mich persönlich, als auch für die Filmgeschichte.

Was kann ich nun zu einem Film schreiben, den ich beinahe vollständig mitsprechen kann? Wie kann ich diesem monumentalen Werk des Unterhaltungskinos gerecht werden? Vielleicht indem ich kurz meine Lieblingsszenen anspreche: Bereits die Eröffnung ist absolut grandios. Der Dschungel, die Höhle, das Abwägen des Sandbeutels, die goldene Statue, die Steinkugel, der Hinterhalt und die nun folgende Flucht vor den Eingeborenen. Dann das Einsetzen des fantastischen Themas. John Williams hat sich hier wieder einmal selbst übertroffen. Eine audiovisuelle und dramaturgische Meisterleistung. Einfach perfekt. Doch auch das was nun folgt lässt mein Herz immer noch höher schlagen: Die Universität, Nepal, die Entführung Marion Ravenwoods, die Ausgrabungen, Schlangen, der Kampf auf dem Flugzeug, die Flucht auf dem Schiff, die Zeremonie und das bedeutungsschwangere Ende. Eigentlich alles Lieblingsszenen.

Wie man sieht kann ich keinen Kritikpunkt an „Raiders of the Lost Ark“ finden. Harrison Ford ist die perfekte Besetzung und gibt Indy bereits in den ersten Szenen so lässig, dass es eine wahre Freude ist. Da kann kaum ein anderer Leinwandheld mithalten. Die Geschichte enthält genau die richtige Mischung aus Mysterien, Action und Historie – einfach perfekt für dieses Genre. George Lucas und Steven Spielberg haben hier wahrlich Großes geschaffen.

Fazit

Für mich gibt es nur eine Wertung für diesen Ausnahmefilm: 10/10 Punkte. Da gibt es für mich keinen Diskussionsspielraum – und das ist das Schöne bei persönlichen Klassikern. Man kann sie uneingeschränkt lieben. Nun freue ich mich ersteinmal auf die Fortsetzungen, bevor es dann irgendwann ins Kino geht. Ich bin wirklich gespannt!

Prädikat: Lieblingsfilm

[Rec] (2007)

Nun habe ich es überraschenderweise doch noch zu Jaume Balaguerós „[Rec]“ ins Kino geschafft – und es hat sich wahrlich gelohnt, denn wie so viele Genrefilme funktioniert der Schocker am besten mit Gleichgesinnten auf der großen Leinwand.

Das Besondere an „[Rec]“ ist der Inszenierungsstil. Man ist bei den Dreharbeiten einer kleinen Dokusendung live dabei. Das allein ist sicherlich nicht besonders innovativ, doch wirkt der Stil auf dieses spezielle Subgenre übertragen doch wieder erfrischend. Das Kameragewackel macht hier nämlich – im Gegensatz zu dem von Genrekollegen – durchaus auch inhaltlich Sinn.

Die Einführung ist ausreichend lang und man lernt die beiden Identifikationsfiguren gut genug kennen, um mit ihnen leiden zu können. Der nun folgende Spannungsaufbau ist nur als gelungen zu bezeichnen. Man wird in den Strudel hineingesogen – ob man nun will oder nicht. Einzig die teils schon als Karikaturen gezeichneten Nebenfiguren haben etwas von der atmosphärischen Dichte des Films genommen. Zwar eine durchaus willkommene Auflockerung, doch im Gesamtkontext nicht unbedingt passend.

In der letzten viertel Stunde spielt der Film dann alle Karten gekonnt aus. Für mich war das wahrer Terror. Überrascht hat mich zudem, dass die Geschichte im letzten Akt auf der Handlungsebene sogar noch erweitert wurde. Das Grauen wurde für mich dadurch nur verstärkt. Einzig der Umstand, dass man teils identische Szenen schon zuvor – z.B. in Neil Marshalls grandiosem „The Descent“ – gesehen hat, schwächte den positiven Eindruck etwas ab. Dennoch ist der letzte Teil des Film absolut gelungenes Horrorkino.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Kinobesuch für Genrefreunde auf jeden Fall lohnt – trotz der gewöhnungsbedürftigen Synchro. Es ist allerdings auch kein Film, den ich mir öfter ansehen würde. Dazu fehlt ihm die Handlung zwischen den atmosphärisch dichten Schocksequenzen. Den kleinen bis großen Horrorhunger zwischendurch stillt „[Rec]“ auf jeden Fall: 7/10 Punkte.

Mr. Brooks (2007)

Heute in der Rubrik Filme, die ich im Kino verpasst habe: „Mr. Brooks“ von Bruce A. Evans. Bereits als ich das erste Mal von der Geschichte gehört hatte, war ich fasziniert. Zudem traue ich Kevin Costner eine ganze Menge zu und William Hurt ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Folglich habe ich mich auf einen neuen Star am Genrehimmel gefreut.

Zunächst einmal möchte ich auf die positiven Eigenschaften des Films eingehen: Kevin Costner und William Hurt spielen wie erwartet genial. Besonders Costner weiß als zerrissener Killer zu überzeugen. Seine Darstellung ist die perfekte Gradwanderung zwischen Mensch und Monster. Stets ist beides präsent. Man hat nur selten das Gefühl, dass Mr. Brooks auf Biegen und Brechen vermenschlicht wird. Die kalte Berechnung ist wahrlich erschreckend. Eine fantastische Leistung. Ebenso kann William Hurt als Marshall – Mr. Brooks düstere Seite – überzeugen. Sein Spiel ist zurückhaltend und vermutlich deswegen umso eindringlicher. Einfach ein starkes Team.

Auch sehr stark mutet die Geschichte an. Dem Genre werden neue Facetten abgerungen und der Fokus verschiebt sich von der reinen Killerhatz auf genaue Charakterisierungen. Der Film macht anfangs wirklich viel Spaß und wirft nur so mit großen Versprechungen um sich. Leider fällt er gegen Ende wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Kein Twist. Kein Kniff. Nur althergebrachte Effekthascherei. Schade.

Bereits nach dem ersten Treffen zwischen Mr. Brooks und seinem Erpresser hatte ich den Ausgang dieser an sich vielversprechenden Beziehung deutlich vor Augen. Dass es letztendlich genau so kommt, fand ich unendlich enttäuschend. Da hat auch die angeblich so spontane Entscheidung von Costner Charakter nichts geholfen. Ganz schlimm wurde es dann am Ende: Nach dem großen Schock – der zwar toll gespielt war, aber sonst nicht viel zu bieten hatte – kam das simple Erwachen. Wie in einem billigen B-Movie. Dabei hätte man so viele Möglichkeiten gehabt sich mit der interessanten Frage, ob die Mordlust von Mr. Brooks Tochter allein der Schizophrenie ihres Vaters entspringt oder sie seine Veranlagung tatsächlich geerbt hat, auseinanderzusetzen.

Neben Schwächen in der Haupthandlung, gibt es zudem unzählige uninteressante Nebenstränge, in denen sich die Geschichte verzettelt. Was sollte das zweite Killerpärchen? Außer ein paar musikalisch unpassend untermalten Actionszenen ist da nicht wirklich viel übrig geblieben. Gleiches gilt übrigens für Demi Moores Charakter, der trotz etlicher Füllszenen (Scheidungsverhandlungen etc.) enttäuschend blass bleibt.

Letztendlich ist „Mr. Brooks“ nur ein weiterer Serienkillerfilm, der vorgibt mehr zu sein, als er letztendlich ist. Unterhaltsam und mit grandiosen Hauptdarstellern, aber leider mit zu wenig Feinschliff in der Geschichte. Da hätte man mehr draus machen müssen: 6/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (2007)

Da wir heute sowieso in der Stadt unterwegs waren, habe ich mit meinem Vorsatz gebrochen und David Schwimmers „Run, Fatboy, Run“ – meine große Inspiration – doch in der deutschen Synchronisation gesehen. Das war für mich als Pegg-Jünger zwar weniger schön, letztendlich hat es dem Filmerlebnis aber weniger geschadet, als ich befürchtet hatte.

Die Geschichte ist letztendlich nichts besonderes und ihre Versatzstücke sind aus diversen Romantic Comedies hinlänglich bekannt. Sei es der große Fehler aus der Vergangenheit, der neue Freund der Angebeteten oder der verschrobene Freundeskreis des Protagonisten. Was „Run, Fatboy, Run“ so sehenswert macht sind letztendlich die Darsteller – allen voran natürlich Simon Pegg. Seine Darstellung des geborenen Losers ist überzeugend und sympathisch. Eine Rolle wie für ihn gemacht. Doch auch Hank Azaria (u.a. bekannt aus „Friends“) weiß als schleimiger Kontrahent zu überzeugen.

Überraschungen gibt es eigentlich keine. Die Handlung verläuft ziemlich genau so, wie man sich das als Zuschauer nach Sichtung des Trailers – oder nach Lesen der Inhaltsangabe – zusammenreimen würde. Insofern typisch RomCom. David Schwimmer (Ross, „Friends“) inszenierte die Geschichte mit leichter Hand und hat die Erfahrung, die er mit der Regie diverser Sitcom-Episoden gesammelt hat, gekonnt umgesetzt.

Letztendlich ist „Run, Fatboy, Run“ auch nur eine weitere romantische Komödie. Aber eine wirklich sympathische – tolle Darsteller und eine nette Prämisse inklusive. Sehenswert: 7/10 Punkte.