Zoomania 2 – OT: Zootopia 2 (2025)

Nach einem recht entspannten und verregnetem Samstag, an dem ich viel zu früh aufgestanden bin, ging es schon recht früh aufs Sofa. Alle waren platt, besonders das Zappelinchen, das einen langen Tag bei einer BRK-Fortbildung hinter sich hatte. Die Wahl für den Filmabend fiel auf „Zoomania 2“, den wir schon gerne im Kino gesehen hätten. Seit gestern läuft der Film auch auf Disney+, so dass wir ihn endlich nachholen konnten… 🐰🦊🐍

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Eine charmante und actionreiche Fortsetzung

Der erste Teil von „Zoomania“ hat bei mir etwas gebraucht, um zu zünden. Bei der ersten Sichtung fand ich ihn nur ganz nett, doch bei der zweiten mit den Kindern war ich schon ziemlich begeistert. Bereits damals hatte ich angekündigt, die Fortsetzung unbedingt im Kino sehen zu wollen. Hat leider nicht geklappt. Dennoch haben wir uns sehr auf die heutige Sichtung gefreut. Und was soll ich sagen? „Zoomania 2“ konnte unsere Erwartungen voll und ganz erfüllen. Es ist kaum zu glauben, dass inzwischen zehn Jahre zwischen den beiden Filmen liegen. Es wirkt nicht so. Inhaltlich setzt die Fortsetzung ziemlich genau nach dem ersten Teil an und konzentriert sich dabei vorerst auf die Beziehung zwischen Judy Hops und Nick Wilde. Das fand ich einen schönen Einstieg, noch bevor der große Fall dieser Geschichte aufgerollt wird.

Beeindruckend ist erneut, wie viel es in den einzelnen Bildern zu entdecken gibt: Teils müsste man einzelne Szenen wirklich pausieren, um jeden visuellen Gag mitzunehmen. Die Welt von Zootopia wirkt einfach lebendig und ich fand es famos, in neue Biotope zu reisen. Speziell die Marsh-Market-Szene fand ich großartig! Auch der zweite Teil lebt von seinen visuellen Einfällen und der teils hanebüchenen Action. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Kriminalfall an sich ist durchaus spannend und interessant, aber nur wenig überraschend und sehr kindgerecht erzählt. Also genau so, wie es bei solch einem Film sein muss. Ich hatte wirklich viel Spaß mit all dem und würde mir einen dritten Teil auch gerne noch anschauen. Ein solcher wird in der Post-Credit-Szene direkt angedeutet und bei dem Erfolg von „Zoomania 2“ ist es nur eine Frage der Zeit.

Fazit

Wir alle hatten wirklich viel Spaß mit „Zoomania 2“. Ein Kinobesuch hätte sich auf jeden Fall gelohnt, doch auch zu Hause kann man viel Spaß mit Hops & Wilde haben. Die Kinder, und speziell das Zappelinchen, waren extrem begeistert und das ist schließlich alles, was man sich von einem Familienfilmabend wünschen kann. Extrem kurzweilige Unterhaltung mit schöner Botschaft: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Dept. Q – Staffel 1 (2025)

Auf der Suche nach einer neuen Serie, bin ich letztendlich über „Dept. Q – Staffel 1“ gestolpert, wovon ich schon viel Gutes gehört hatte. Allerdings war ich mir zu Beginn nicht so sicher, ob sich das Reinschauen lohnt. Schließlich hatte ich mit „Erbarmen“ vor 15 Jahren bereits Jussi Adler-Olsen erfolgreiche Vorlage gelesen und vor 10 Jahren die gleichnamige Verfilmung geschaut. Ob sich die erneute Adaption als Serie dennoch gelohnt hat?

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Das Sonderdezernat Q in Schottland

Am Auffälligsten ist, dass die Handlung von Dänemark nach Schottland verlegt wurde. Dies kam mir entgegen, da eine Sichtung im Originalton somit deutlich einfacher war. Den Film hatte ich damals nur in der Synchro gesehen. An der Geschichte ändert das aber nicht viel, denn die Landschaft ist ähnlich spröde und die Figuren nahe an ihren Romanvorbildern dran. Einzig bei Carl Morck hatte ich das Gefühl, dass Matthew Goode (bekannt u.a. aus „Downton Abbey“) ihm einen noch energischeren Stempel aufdrückt. Hat für mich wirklich gut funktioniert. Ansonsten wird die Geschichte sehr detailreich erzählt. Was mir bei der Verfilmung „Erbarmen“ zu kurz kam, wird in der Serie recht ausschweifend aufgebaut. Dabei bekommen Figuren, wie z.B. Rose, mehr Tiefe und auch gewisse Handlungselemente werden verändert. An die Details des Romans konnte ich mich nicht mehr hundertprozentig erinnern, weshalb das Finale für mich so oder so eine Überraschung war. Erst im Nachhinein habe ich die Änderungen zum Buch nachgelesen und mich auch an diese erinnert. Welche Auflösung tatsächlich gelungener ist, könnte ich gar nicht sagen.

Inszenatorisch ist „Dept. Q“ meist hochwertig. Ich mochte den Kniff, dass die Szenen im Druckbehälter auf 4:3 gemattet wurden, was das Gefühl der Klaustrophobie noch unterstützt hat. Einzig ein paar Fahrszenen sahen mir zu sehr nach Greenscreen aus. Insgesamt ist die erste Staffel von „Dept. Q“ eine wirklich runde Geschichte, bei der Zuschauer:innen, welche das Original weder gelesen noch gesehen haben, noch mehr Spaß haben dürften. Ob nun alle weiteren Fälle abgehandelt werden? Bei dem Erfolg der Serie würde mich das nicht wundern. Ich hoffe, dass sich die detailreiche Erzählung nicht totläuft und man eine gute Balance findet. Dem zweiten Band, mit seinen vielen Rückblenden, käme die Laufzeit im Vergleich zur Verfilmung durchaus zugute.

Fazit

Mir hat die erste Staffel von „Dept. Q“ wirklich gut gefallen. Hochwertige Krimi-Unterhaltung, welche auch durch ihre famosen Schauspieler:innen überzeugt. Der Fall ist nach wie vor spannend, mag sich aber für Kenner:innen der Vorlage und der ersten Verfilmung ein wenig ausgewalzt anfühlen. Ich hatte meinen Spaß damit und freue mich bereits auf die zweite Staffel: 8/10 (8.4) Punkte.

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025)

Heute hat meine Schwägerin ihren Weihnachtsgutschein eingelöst und ihre drei Kinder waren bei uns. Nach viel Pizza war die Frage, ob lieber ein Film- oder  ein Spieleabend gewünscht sei und die Wahl fiel quasi auf beides: Zunächst haben wir uns „Die drei ??? und der Karpatenhund“ angeschaut und dann noch ein paar Runden „Stadt Land Vollpfosten“ in der Girls Edition gespielt. Wie hat uns der Film gefallen? 🌴

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025) | © Sony Pictures

Die drei ??? und der Karpatenhund (2025) | © Sony Pictures

Ein ausführlicher Besuch in Rocky Beach

Vor ziemlich exakt drei Jahren hatten wir uns noch den Vorgänger „Die drei ??? – Erbe des Drachen“ noch im Kino angeschaut. Damals hatte ich noch bemängelt, dass die deutschen Schauspieler:innen in der kurzen Rocky-Beach-Sequenz ein wenig fehlplatziert wirkten. Danach wechselte der Schauplatz und es ging nach Transsylvanien, wo sich alles schon viel natürlicher angefühlt hat. „Die drei ??? und der Karpatenhund“ spielt nun jedoch komplett in Rocky Beach, was abermals befremdlich ist, denn Florian Lukas oder Jördis Triebel wirken einfach nicht sehr amerikanisch. Aber nun gut, das muss man als Zuschauer:in eben als gegeben hinnehmen. Wenn dann noch Ulrich Tukur auftaucht, ist klar, dass man sich hier in der Welt der Hörspiele befindet und nicht den tatsächlichen USA. Glücklicherweise muss man sagen.

Der Fall um den Karpatenhund hat einen netten Aufbau, befinden wir uns doch zu jeder Zeit im Mikrokosmos einer Wohnanlage. Ich kenne die Vorlage nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass dies auch im Hörspiel sehr gut funktioniert. Der Fall ist teils durchaus spannend und nett konstruiert. Die Auflösung am Ende fand ich ein wenig zu einfach, aber man darf eben auch nicht vergessen, dass es sich hierbei um Kinder- bzw. Jugendkrimis handelt. Unterhaltsam ist all das durchaus und ich fand die Geschichte insgesamt wohl sogar einen Tick runder als „Die drei ??? – Erbe des Drachen“. Die Schauspieler der drei Detektive machen ihre Sache erneut gut, doch drängt nun vermutlich schon die Zeit, denn irgendwann werden sie zu alt für Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sein. Gut, dass „Die drei ??? – Toteninsel“ schon nächste Woche in den Kinos anläuft.

Fazit

Die fünf Kinder hatten viel Spaß mit „Die drei ??? und der Karpatenhund“. Das Zappelinchen war sogar ziemlich begeistert. Es wurde viel gelacht und gefühlt kiloweise Süßigkeiten gefuttert. Ein erweiterter Filmabend also. Auch ich mochte die Fortsetzung durchaus, wenngleich wir so langsam aus dieser Art von Geschichte herauszuwachsen scheinen (vielleicht hängt dieser Eindruck auch mit der parallelen Sichtung von „Stranger Things“ zusammen). Gute Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Rush Hour 3 (2007)

Heute haben wir den ersten großen Ausflug des Urlaubs unternommen und waren Kanufahren. Das war ein sehr turbulentes Abenteuer, das uns viel Spaß gemacht, aber auch Kraft gekostet hat. Abends sind wir also todmüde aufs Sofa gefallen. Da mit „Rush Hour 3“ noch ein knackiger Action-Spaß ausstand, fiel die Wahl nicht schwer. Ob der Film an seine beiden Vorgänger anschließen konnte? 👯‍♀️

Rush Hour (1998) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Rush Hour (1998) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Unterhaltsame Kloppereien in Paris

Ich muss direkt vorausschicken, dass es mir sehr schwer gefallen ist, bei dem Film wachzubleiben. Gerade vom Showdown auf dem Eiffelturm könnten mir durchaus ein paar Minuten fehlen. „Rush Hour 3“ möchte ich das nicht unbedingt anlasten, denn heute hätte es jeder Film schwer gehabt, mich komplett bei der Stange zu halten. Dennoch fand ich ihn auch schon davor schwächer als „Rush Hour 2“ und besonders auch „Rush Hour“ selbst. Haben schon die Vorgänger mit sexistischen Elementen nicht gegeizt, wurden diese im drittel Teil auf die Spitze getrieben. Mir ist durchaus bewusst, dass die Reihe ein Produkt ihrer Zeit ist, und als solche kann ich sie auch genießen, doch sowas stößt mir inzwischen schon sauer auf. Auch Roman Polanskis Auftritt hätte es wahrlich nicht gebraucht.

Ich mochte Paris als Schauplatz durchaus gerne, wenngleich mir Los Angeles und Hongkong noch besser gefallen hatten. Die Sache mit Lees Bruder hat ein wenig wie aus dem Hut gezaubert gewirkt und insgesamt schien mir alles einfach eine Spur drüber (z.B. der Kampf in der Kung-Fu-Schule) zu sein. Die Kinder hat all das nicht so sehr gestört und das Zappelinchen hat den dritten Teil sogar am besten bewertet. Vielleicht ist ihre Liebe zu Frankreich hier durchgeschlagen?

Fazit

„Rush Hour 3“ beendet diese Buddy-Cop-Reihe mit einem unterhaltsamen Film. Keine große Kinokunst, doch auch kein Griff ins Klo. Kann man sich durchaus anschauen. Ob es noch zu einem vierten Teil kommt? Es gibt immer wieder Gerüchte, doch inzwischen kann ich das nicht mehr so recht glauben. Vermutlich reicht es auch einfach: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Rush Hour 2 (2001)

Nach einem Tag bei den Schwiegereltern samt Lauf zurück nach Hause, haben wir uns abends noch um die Kaninchen der urlaubenden Nachbarn gekümmert und sind danach platt aufs Sofa gefallen. Mit „Rush Hour 2“ haben wir uns direkt die Fortsetzung des Films angeschaut, der erst am Vorabend über unseren Fernseher geflimmert ist. Ob uns das Sequel überzeugen konnte? 🎰

Rush Hour 2 (2001) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Rush Hour 2 (2001) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Eine völlig erwartbare Fortsetzung des 90er Hits

Im Gegensatz zu „Rush Hour“ hatte ich die Fortsetzung nie gesehen. Ich weiß gar nicht wieso, doch es hat sich einfach nicht ergeben. Letztendlich ist der Film auch genau so, wie man ihn sich vorstellt. Ein etwas anderes Setting, ein wenig mehr Action und eine inzwischen eingespielte Dynamik zwischen Jackie Chan und Chris Tucker. All das wirkt leicht angestaubt, gerade so manche Gags, doch funktioniert der Film immer noch erstaunlich gut. Auch die kurze Laufzeit von 90 Minuten, und damit noch einmal acht Minuten weniger als der ohnehin schon knackige Vorgänger, kommt dem positiven Eindruck zugute. Kurzweilige Buddy-Cop-Unterhaltung.

Was funktioniert am besten? Weiterhin die Dynamik zwischen Chris Tucker und Jackie Chan. Das muss sie aber auch, denn ohne diese wäre es sicher beim ersten Film geblieben. Auch die Action ist erneut famos und macht Lust darauf, sich wieder mehr mit Jackie Chans Kampfkunst auseinanderzusetzen. Nicht umsonst ist er ein Meister seines Fachs. Die Handlung selbst bleibt wenig komplex und ist nur der Aufhänger für die wilde Jagd durch Hongkong und später Las Vegas.

Fazit

Ich hatte wieder erstaunlich viel Spaß mit dem ungleichen Duo. Auch die Kinder waren begeistert und haben fast noch mehr gelacht als beim ersten Teil. Insgesamt einfach more of the same, aber das muss in diesem Fall ja nichts Schlechtes sein. Nun freue ich mich noch auf den dritten Teil und dann ist auch diese Trilogie schon wieder vorbei: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Rush Hour (1998)

Gestern Abend sind wir eher spät vor den Fernseher gekommen, so dass ich einen kürzeren Film aus dem Regal gezogen habe: Die Wahl ist auf „Rush Hour“ gefallen, mit dem ich einen entspannten Kinoabend als Teenager verbinde. Obwohl ich den Film über die Jahre immer mal wieder gesehen habe, sind mir die Fortsetzungen bis heute unbekannt. Wie gut er gealtert ist und wie er den Kindern gefallen hat?

Rush Hour (1998) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Rush Hour (1998) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Eine nach wie vor unterhaltsamer Buddy-Cop-Film

Wie bin ich ausgerechnet auf „Rush Hour“ gekommen? Die Kinder waren von Jackie Chan in „Karate Kid: Legends“ ziemlich begeistert. Darauf hin habe ich ihnen natürlich von Jackie Chan als Kampfkunststar erzählt. Da seine Filme schlecht greifbar sind und größtenteils auch erst ab 16, habe ich kurzerhand die „Rush Hour“-Trilogie für einen schmalen Taler bestellt. Das war letztendlich wohl auch der perfekte Einstiegt, denn die beiden hatten wirklich viel Spaß mit dem Film und oft lauf gelacht. Zu Beginn hatte ich ein wenig Sorge, dass „Rush Hour“ für die beiden zu altmodisch wirken könnte. Mode, Technik, Sprüche usw. All das ist schon ziemlich in die Jahre gekommen und auch die Prämisse des ungleichen Duos, dessen Komik sich viel durch Vorurteile speist, würde man heute vermutlich weniger offensiv inszenieren.

Was zweifellos weiterhin wunderbar funktioniert, ist die Dynamik zwischen Chris Tucker und Jackie Chan. Man merkt, dass zwischen den beiden eine wunderbare Chemie herrscht und da ist es auch nicht weiter schlimm, dass die restliche Handlung gerade so den Mindestanforderungen entspricht. In den Actionszenen kann Jackie Chan natürlich auftrumpfen, wenngleich man hier auch nur eine abgeschwächte Form seiner Kunst zu sehen bekommt. Für mich hat das alles doch immer noch recht gut funktioniert und ich war erstaunt, wie kurz und knackig der Film mit seinen gut 90 Minuten doch geworden ist. Viel Fett ist hier wirklich nicht dran. Genau richtig für solch einen Buddy-Cop-Film mit Culture-Clash-Fokus.

Fazit

Ich hatte wieder eine gute Zeit mit „Rush Hour“, auch weil der Film eine wunderbare Spät-90er-Jahre-Atmosphäre besitzt. Die Kinder waren ziemlich begeistert und der Zwergofant hat sich sogar überlegt, direkt 9 Punkte zu vergeben. Die nächsten Filmabende sind auf jeden Fall gesichert, wenn die Zeit einmal wieder knapp ist. Hat Spaß gemacht: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Adolescence – Die komplette Miniserie (2025)

Warum habe ich mir diese Serie nur angeschaut? Auslöser war bestimmt der mittelgroße Hype darum. „Adolescence“ ist eine Miniserie auf Netflix, die schwere Themen behandelt. Dabei ist sie sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch brillant erzählt. Ganz grob geht es um einen Kriminalfall, in dem ein Jugendlicher verdächtigt wird, eine Mitschülerin umgebracht zu haben. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, auch wenn Spoiler den Eindruck kaum schmälern. Spoiler sind zu erwarten.

Adolescence (2025) | © Netflix

Adolescence (2025) | © Netflix

Vier gezielte Schläge in die Magengrube

Zunächst zur Einordnung: Ich wurde gespoilert und wusste, worum es in der Serie geht und wie sie sich grob entwickelt. Auch der inszenatorische Kniff, jede Episode als lange Plansequenz zu erzählen, war mir bekannt. Obwohl ich auch erwartet hatte, dass „Adolescence“ keine leichte Kost werden würde, so war ich auf die emotionale Wucht doch nicht gefasst. Speziell in der ersten Episode hatte ich, obwohl mir bewusst war, dass er den Mord begangen hat, instinktiv Mitleid mit dem dreizehnjährigen Jamie. Die Vorstellung, dass der Zwergofant, der sich nahezu im gleichen Alter befindet, plötzlich aus dem elterlichen Haus gerissen wird und er vorerst keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern haben darf, war fast unerträglich. Auch die völlige Überforderung des Vaters hat mich mitgenommen. Das Versprechen Jamies unschuldig zu sein, dann der Schlag in die Magengrube als die Wahrheit ans Licht kommt. Vater und Sohn alleine im Verhörraum. Beide brechen in den letzten Minuten der ersten Episode in sich zusammen. Dieser Schmerz hat sich auf mich übertragen und ich war extrem froh, als endlich der Abspann über den Fernseher gelaufen ist.

Auch die zweite Episode hat es in sich und ich fand sie sowohl erzählerisch als auch inszenatorisch beeindruckend. Das ermittelnde Team (u.a. Faye Marsay, die man aus „Andor“ als Vel Sartha kennt) kommt an Jamies Schule, um mit Mitschüler:innen zu sprechen und Apelle an die Klasse zu richten. Detective Bascombe trifft dabei auch auf seinen Sohn, der ebenfalls diese Schule besucht. In jeder Hinsicht auch eine eher unangenehme Episode, die klar zeigt, wie wenig Erwachsene die von Instagram und Co. geprägte Welt der Jugendlichen verstehen. Dennoch gibt es auch zarte Annäherungen zwischen Detective Bascombe und seinem Sohn, die Hoffnung geben. Zu einer solchen kommt es auch in der dritten Episode, die sich komplett auf ein Gespräch zwischen Jamie und seiner zugewiesenen Psychologin konzentriert. Inszenatorisch nicht ganz so beeindruckend, doch unfassbar gespielt. Besonders der beim Dreh 15-jährige Owen Cooper, der Jamie verkörpert, ist fantastisch. Der Erkenntnisgewinn dieser Episode ist gering und vielleicht ist sie deshalb umso schmerzhafter anzuschauen.

Keine Lösungen, doch Diskussionsimpulse

Das Finale spielt ein Jahr nach dem Mord an Katie und zugleich am 50. Geburtstag von Jamies Vater. Der Alltag trifft auf die nicht verheilten Wunden der Vergangenheit. Eine teils anstrengende und auch herzzerreißende Episode. Die Familie versucht einerseits nicht an die Tat ihres Sohnes bzw. Bruders zu denken, andererseits werden sie von ihr eingeholt. Immer wieder. Spätestens wenn Jamie aus dem Gefängnis anruft, um seinem Vater zu gratulieren. Das erlösende Element kommt erst, indem sich die Eltern auch ihre Versäumnisse eingestehen. Der Zusammenbruch des Vaters im Zimmer seines Sohnes hat mich am Ende komplett zerstört. Der vierte Schlag in die Magengrube.

Was der Serie fehlt, ist die Perspektive des Opfers. Dieser Umstand wird zwar an einer Stelle thematisiert, doch letztendlich steht auch bei diesem Femizid nur der Täter im Mittelpunkt. Die Macher der Serie haben sich bewusst für diese Perspektive entschieden und diese funktioniert auch. Man kann innerhalb von vier Episoden auch nicht alle Aspekte abdecken. Was gezeigt wird, ist relevant, wichtig und exzellent umgesetzt. Dennoch ging mir dieser Gedanke im Kopf herum, wenngleich ich auch keine Lösung dafür habe, wie man noch mehr Perspektiven hätte aufzeigen können, ohne diesen schmerzhaften, messerscharfen Fokus zu verlieren. Ohne Lösungen zu bieten, regt die Serie zur Diskussion an und das ist auf jeden Fall positiv zu bewerten.

Fazit

Ja, „Adolescence“ ist so gut, wichtig und aktuell, wie man überall lesen kann. Die Serie bietet dabei keine einfachen Lösungen und selbst das Problem wird nicht bis ins Detail aufgedröselt. Die Serie regt zum Nachdenken, Reflektieren und Diskutieren an. Ob sie an Schulen Pflichtprogramm werden sollte? Ich bin skeptisch. Eltern sollten sie sich auf jeden Fall anschauen. Um vielleicht einmal häufiger mit ihren Kindern zu reden und in Lebensbereiche vorzudringen, die recht unsichtbar vorbeiziehen. Eine herausragende Miniserie, die ich jedoch so schnell nicht mehr sehen möchte: 10/10 (9.8) Punkte.

Bosch: Legacy – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Vier Jahre liegt meine Sichtung der Serie „Bosch“ nun schon zurück. Damals bin ich eher durch Zufall darauf gekommen und ich hätte nie erwartet, dass mir die Serie so gut gefallen würde. Inzwischen gibt es mit „Bosch: Legacy“ ein Spin-off, das sich jedoch eher wie eine direkte Fortführung der Hauptserie anfühlt. Warum sich auch diese Serie wirklich lohnt, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🕵️‍♂️👮‍♀️🚔

Bosch: Legacy | © Amazon Prime Video

Bosch: Legacy | © Amazon Prime Video

Zunächst einmal möchte ich vorausschicken, dass ihr euch bei Interesse von der Bezeichnung Spin-off nicht abschrecken lassen solltet, denn „Bosch: Legacy“ fühlt sich eher an wie Staffel acht, neun und zehn der Hauptserie. Wenn euch dieser Gedanke nun ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, schaut am Besten rein oder lest meine Eindrücke zu den drei Staffeln der Serie:

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Rehragout-Rendezvous (2023)

Heute war ein seltsamer Tag. Ich war sehr froh, als die Arbeitswoche endlich ihr Ende fand und dann war die ganze Familie ausgeflogen: Der Zwergofant war auf einer Geburtstagsfeier und die Damen des Hauses einkaufen. Somit habe ich den Nachmittag alleine vertrödelt und bis auf ein wenig Wäsche waschen nicht wirklich viel gemacht. Nach einer erfolgreichen Shopping-Tour wollten die Damen noch einen Film schauen und ich habe die Aufzeichnung von „Rehragout-Rendezvous“ angeworfen. Der vorerst letzte Eberhofer-Krimi und damit für uns nach exakt acht Monaten das Ende einer Ära. 🦌

Rehragout-Rendezvous (2023) | © Constantin Film Verleih GmbH

Rehragout-Rendezvous (2023) | © Constantin Film Verleih GmbH

Viel zotige Albernheiten in Niederkaltenkirchen

Der Vorgänger „Guglhupfgeschwader“ hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch auf den inzwischen schon neunten Teil der Reihe hatte ich mich gefreut und wir bekommen auch hier die übliche Mischung präsentiert: Die zwischenmenschlichen Geschichten sind sehr unterhaltsam und der Kriminalfall läuft am Rande mit. Den emotionalen Kern bildet dieses Mal Oma Eberhofer, die mit ihren 86 Jahren nicht mehr den Haushalt schmeißen kann. Das geht tatsächlich zu Herzen, da auch Schauspielerin Enzi Fuchs inzwischen in die Jahre gekommen ist. Ich fand es schön, dass Regisseur Ed Herzog das Thema in seinem Film verarbeitet hat. Inwiefern das auch schon in der Vorlage der Fall war, kann ich nicht beurteilen.

Die weiteren Geschichten rund um Susi als stellvertretende Bürgermeisterin und Franz‘ Erektionsprobleme sind dagegen schon so comichaft übertrieben und zotig, dass man diese fast nicht mehr ernst nehmen kann. Muss man auch nicht, denn das war im Eberhofer-Kosmos schon immer so, doch viel weiter aufdrehen sollte Ed Herzog diese Aspekte nicht. Der Kriminalfall ist absolute Standardkost und plätschert so mit. Aber auch das war zu erwarten und schon immer so.

Fazit

Ich fand „Rehragout-Rendezvous“ war erneute beste Unterhaltung. Kein Highlight der Reihe, aber auch kein großer Tiefpunkt. Konnte man sich gut anschauen und ich bin fast ein wenig traurig, dass wir nach neun Filmen nun vorerst durch mit der Reihe sind. Den zehnten Teil werden wir dann vermutlich sogar im Kino verfolgen. Soweit ist es also schon gekommen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: war bei einem Freund Geburtstag feiern)

Guglhupfgeschwader (2022)

Endlich ist Wochenende! Nachdem der Zwergofant wieder lange beim Karate-Training war, und ich in der Zwischenzeit Pizza organisiert habe, sind wir recht spät aufs Sofa gekommen. Da Frau bullion Kopfschmerzen hatte, haben wir auf wilde Marvel-Action in 3D verzichtet und uns mit „Guglhupfgeschwader“ einmal mehr dem gemächlichen und doch turbulenten Treiben in Niederkaltenkirchen zugewandt. 🎰

Guglhupfgeschwader (2022) | © Constantin Film Verleih GmbH

Guglhupfgeschwader (2022) | © Constantin Film Verleih GmbH

Im achten Teil gibt es Action und Millionen

Nachdem wir den Vorgänger „Kaiserschmarrndrama“ erst nach längerer Pause gesehen hatten, ging es nun nach nur einer Woche schon wieder auf den Hof der Eberhofers. Interessanterweise stand der Kriminalfall dieses Mal deutlich stärker im Zentrum und war sehr mit den persönlichen Geschichten der Figuren verknüpft. Für Franz galt es die Frage zu klären, ob er denn der Vater von Lotto-Otto ist. Flötzinger dagegen wird scheinbar zum Lotto-Millionär, was für eine der witzigsten Musikmontagen der gesamten Eberhofer-Reihe sorgt. Auch daneben stimmt die Dynamik zwischen den Figuren einfach und selbst der im letzten Teil verstorbene Hund Ludwig wird inhaltlich noch einmal aufgegriffen.

Für mich hat all das wunderbar funktioniert, auch wenn die Reihe inzwischen schon ziemlich aufdreht bzw. Ed Herzog all das genauso inszeniert, wie man es vermutlich von ihm erwartet. Nur mit einer Prise mehr Action und Aufwand. Da wird das Bildformat im Showdown auf Cinemascope gemattet und plötzlich gleicht der Eberhofer-Hof dem Schauplatz in einem Italowestern. Das kann man albern oder übertrieben finden, doch für mich passen auch solche Spielereien wunderbar zu dieser erstaunlich erfolgreichen Krimireihe, die schon immer mehr war als nur ein Kriminalfall mit etwas Lokalkolorit.

Fazit

Insgesamt hat mir „Guglhupfgeschwader“ mindestens genauso gut gefallen, wie der Vorgänger „Kaiserschmarrndrama“. Damit hat die Reihe nach ein paar schwächeren Teilen wieder zu alter Stärke gefunden. Nun bleibt nur noch „Rehragout-Rendezvous“ übrig und wir haben alle aktuellen Filme der Reihe gesehen. Verrückt. Noch verrückter, dass uns die Filme tatsächlich so gut gefallen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)