Hot Fuzz (2007)

Gestern Abend ist die Filmwahl eigentlich auf Christpher Nolans „Prestige“ gefallen. Nach ca. 30 Sekunden hat mein DVD-Player unter undefinierbaren Geräuschen jedoch das Abspielen verweigert. Nach weiteren erfolglosen Versuchen habe ich sofort zu Simon Peggs und Edgar Wrights „Hot Fuzz“ gegriffen. Somit habe ich nach diversen Ankündigungen auch endlich den neuesten Film der „Spaced“-Crew gesehen.

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Die Erwartungen waren hoch – unendlich hoch, was immer gefährlich ist. Ich bin zwar nicht direkt enttäuscht vom Film, hätte mir aber nach dem grandiosen „Shaun of the Dead“ doch etwas mehr erwartet. Aber so eng will ich das einmal nicht sehen, schließlich ist der inoffizielle Vorgänger auch mit jeder Sichtung gewachsen. Bevor ich nun die Lobeshymnen starte, will ich auch gleich erklären, was mir nicht so gut gefallen hat: Der etwas gewollt wirkende Aufbau der Geschichte.

Bei „Shaun of the Dead“ wurde die Handlung straight forward erzählt. Zwar konnte man die auftauchenden Zombies als Allegorie auf Shauns Leben sehen, doch hat dies nie den Fluss der Geschichte gestört. „Hot Fuzz“ wirkt hier holpriger. Der Aufbau als Whodunnit ist grundsätzlich eine nette Idee, doch nimmt sich die Geschichte hier etwas zu ernst und ist dafür viel zu leicht zu durschauen. Bereits nach Vorstellung der NWA, der Erwähung des Wettbewerbs und nach dem ersten Unfall, wusste ich was hier gespielt wird. Insofern waren all die Szenen, die in die Irre führen sollten bzw. die eigentliche Lösung des Falls gezeigt haben, zu langatmig. Mir hat hier das hohe Tempo der romantischen Komödie mit Zombies gefehlt.

Wenn man von den Schwächen in der Handlung absieht, bleibt jedoch ein unglaublich unterhaltsamer Film übrig. Simon Pegg und Nick Frost harmonieren einmal wieder tadellos zusammen. Die Gags sind – für Freunde des kreativen Trios – einfach himmlisch. Es gibt dutzende Anspielungen auf Actionfilme – wenngleich ich mir hier ein paar mehr Klassiker des Genres (z.B. „Die Hard“ oder „Lethal Weapon“) gewünscht hätte. Vielleicht ein rechtliches Problem. Fantastisch war auch wieder einmal die Besetzung der Nebendarsteller. Besonders Ex-James Bond Timothy Dalton weiß als schmieriger Supermarktbesitzer zu gefallen. Auch beim Rest des Casts haben Pegg und Wright erneut grandiose britische Schauspieler aus dem Ärmel gezaubert.

Insgesamt hat mir „Hot Fuzz“ sehr gut gefallen. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass er in den nächsten Sichtungen noch wächst. Dann steht nicht mehr die etwas zu konstruierte Geschichte im Vordergrund und ich kann mich vollkommen auf die versteckten Gags und Anspielungen konzentrieren. Für Pegg/Wright/Frost-Fans unbedingt empfehlenswert: 8/10 Punkte. Was kommt eigentlich als nächstes?

Shaun of the Dead (2004) (WS1)

Entgegen meiner ursprünglichen Planung für die Gruselfilmnacht gab es nicht „Der Exorzist“, sondern auf vielfachen Wunsch etwas Lustiges – folglich haben wir uns für „Shaun of the Dead“ entschieden. Was sonst würde unter diesen Voraussetzungen auch näher liegen?

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Auch wenn ich den Film nun zum inzwischen schon dritten Mal gesehen habe, gab es auch für mich noch so einiges an Details zu entdecken. Kann es sein, dass der Film von Sichtung zu Sichtung besser wird? So gut wie gestern hat er mir noch nie gefallen. Der Film hat für mich auf all seinen Ebenen funktioniert: Als reine Komödie, als Satire und als Zombiefilm. Unglaublich wie viele Ebenen Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost in ihrem Kinodebüt untergebracht haben. Noch erstaunlicher ist allerdings, wie gut diese miteinander funktionieren.

Auch ist mir dieses Mal besonders aufgefallen, wie übertrieben und doch genial das Foreshadowing der kommenden Ereignisse eingesetzt wird. Fantastisch. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Neben der lockeren Genialität, die das kreative Trio umweht, sammelt der Film vor allem durch Insidergags bei mir Sympathiepunkte – was in mir den unbezwingbaren Drang weckt, einmal wieder „Spaced“ anschauen zu wollen.

„Shaun of the Dead“ hat es auf meiner persönlichen Rangliste nun ganz nach oben unter meine Lieblingsfilme geschafft – und ich versinke beinahe vor Schande im Boden, wenn ich bedenke, dass ich „Hot Fuzz“ immer noch nicht gesehen habe. Wie auch immer: Diese romantische Komödie mit Zombies wird einer der wenigen aktuellen Zombiefilme sein, die ihre Zeit überdauern. Und eine der wenigen romantischen Komödien. Ein waschechter Kultfilm: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Findet Nemo – OT: Finding Nemo (2003)

Eine aktualisierte Besprechung des Films habe ich am 30. August 2018 veröffentlicht.

Auch wenn in meinem Regal bestimmt noch ein gutes Dutzend ungesehener DVDs steht, habe ich mich gestern Abend einmal wieder für Pixars „Findet Nemo“ entschieden – und es hat sich erneut voll und ganz gelohnt.

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Selbst in der inwzischen dritten oder vierten Sichtung des Films entdecke ich immer noch neue Details. Es ist einfach unglaublich, wie lebendig Pixar die Unterwasserwelt dargestellt hat. Ein Meer von Farben. Überall Bewegung. Licht und Schatten. Ein grandioses Erlebnis. Viele Gags laufen beinahe unbemerkt im Hintergrund ab und im Korallenriff weiß man anfangs gar nicht, wohin man nun schauen soll um nichts zu verpassen. Ein wahrer Augenschmaus.

Die Geschichte des Films ist relativ einfach. „Finding Nemo“ eben. Doch aufgrund der Fülle an Eindrücken und der wirklich urkomischen Charaktere, fällt dieser Aspekt nicht sonderlich negativ auf. Dadurch, dass die Geschichte zwei Handlungsstränge – Marlin und Dory sowie Nemo – besitzt, wird jegliche Langeweile vermieden. Beide Schauplätze ergänzen sich grandios und werten die Geschichte meiner Meinung nach deutlich auf.

Ich mag Buddy-Movies, ich mag Road-Movies und ich liebe Filme, die das Meer zum Thema haben. In „Findet Nemo“ werden diese Genres so kombiniert, wie man es noch nie gesehen hat. In erster Linie natürlich kindgerecht, doch mit unzähligen Witzen und Anspielungen angereichert, die mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Hinzu kommt eine herausragende Animation, die auf wirklich komischen Figuren basiert – dabei stelle ich es mir gar nicht so einfach vor, einem Fisch wirklichen Charakter zu geben. So ganz ohne Arme und Beine. Eine weitere Meisterleistung Pixars.

Für mich reiht sich „Findet Nemo“ nahtlos ins qualitativ hochwertige Portfolio der Animationsschmiede ein. Minimale Schwächen in der Geschichte werden mit fantastischen Einfällen und Charakteren ausgeglichen. Die grandiose Animation ist natürlich die Krönung. Genial: 10/10 Punkte.

Auf die harte Tour – OT: The Hard Way

Gestern Abend habe ich die seltsamerweise recht unbekannte Actionkomödie „Auf die harte Tour“ von John Badham gesehen. Wenn der Preis nicht so verlockend gewesen wäre und mich Michael J. Fox nicht vom Cover herab angegrinst hätte, dann wäre der Film wohl auch an mir vorbeigegangen. Nach der Sichtung kann ich mir den niedrigen Bekanntheitsgrad nun nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht kann ich ja hiermit etwas für mehr Popularität sorgen.

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„The Hard Way“ handelt von Nick Lang (Michael J. Fox), einem erfolgreichen Hollywoodstar, der für eine neue Rolle im Cop-Millieu recherchiert und dabei Detective Lt. John Moss (James Woods) zugewiesen wird. Dieser ist ein knallharter Cop, der gerade in einem verdrehten Serienkiller-Fall ermittelt. Aus dieser Prämisse entwickelt sich ein Buddy-Movie, wie er im Buche steht. Die ungleichen Partner müssen sich folglich erst einmal zusammen raufen. Dabei kommt es zu Reibereien, es fliegen die Fetzen und es hagelt schmissige Oneliner.

Michael J. Fox und James Woods harmonieren perfekt miteinander. Da stimmt die Chemie. Die Rahmenhandlung um den Partykiller ist dagegen etwas durchsichtig und ohne große Überraschungen. Sei es drum. Viel mehr Story ist hier auch nicht nötig. In seinen besten Momenten erinnert der Film an die „Lethal Weapon“-Reihe oder auch an Tony Scotts „Last Boy Scout“. Eine Actionkomödie, wie sie typisch für die späten 80er bzw. frühen 90er ist. Hart. Komisch. Reich an Action und angereicht mit Figuren, die larger than life sind.

Im Netz habe ich kaum Informationen zu dem Film gefunden und selbst auf der IMDB sieht es mau aus. So ganz kann ich es nicht verstehen, da der Film nicht viel schlechter ist, als die restlichen Actionkracher der 80er/90er Jahre. Ich habe mich auf jeden Fall wirklich gut unterhalten: 7/10 Punkte.

Ratatouille (2007)

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten habe ich gestern nun endlich das neueste Werk von Disney/Pixar gesehen: Brad Birds „Ratatouille“. Nachdem mich der famose Kurzfilm „Lifted“ bereits in die richtige Stimmung versetzt hatte, ging es dann auch schon los. Bereits nach den ersten paar Szenen war mir auch schon klar, dass die überaus positiven Kritiken mehr als gerechtfertigt sind.

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Bevor ich anfange die Geschichte und die Charaktere in den höchsten Tönen zu loben, will ich kurz auf die technische Seite eingehen: Wow! Unglaublich was hier abgefeuert wird. Alleine das Fell. Trocken. Nass. Flauschig. Verdreckt. Glänzend. Es sieht einfach verdammt real aus. Hinzu kommen die unglaublich detailgetreuen Aufnahmen von allen möglichen Lebensmitteln. Da möchte man einfach zubeißen. Der Film bewegt sich teils schon verdächtig nahe am Fotorealismus. Dennoch wirkt es nie störend, da immer noch der Cartoontouch vorhanden ist. Die Charaktere gehören in diese Welt. In ein Paris, das in den wärmsten Farbtönen erstrahlt. In eine Welt des Essens. Des Genusses. Der Küche. Der Köche. Der Ratten.

Die Charaktere und deren Geschichte ist letztendlich das, was den Film so typisch für Pixar macht. Man befindet sich sofort in dieser Welt. Man zweifelt nicht an ihren Regeln. Man geht mit den Figuren mit. Leidet mit ihnen. Lacht mit ihnen. Sicherlich gibt es auch hier eine Botschaft. Die Geschichte ist nicht zu komplex. Und doch lässt sie die von Animationsfilmen wie „Ice Age“ oder „Madagascar“ meilenweit hinter sich. Geschichten erzählen. Das ist es, worin Pixar wahrlich meisterhaft sind.

„Ratatouille“ ist außerdem wirklich lustig. Ich habe mehr als einmal laut lachen müssen. Dies zudem meist an Stellen, an denen das restliche Publikum komplett still war: Als Colette bei Linguinis – bzw. Remys – ersten Annäherungsversuch das Pfefferspray hinter ihrem Rücken bereit hielt oder bei der Sargform von Anton Egos Arbeitszimmer. Solche eher subtilen Details erfreuen mein kleines Filmherz ungemein – und ich bin mir sicher, dass es bei weiteren Sichtungen noch einiges zu entdecken gibt.

Für mich ist „Ratatouille“ das bisherige Highlight in diesem Kinojahr. Die perfekte Unterhaltung für groß und klein. Nach „Toy Story“, dessen Nachfolger und „Monster AG“ wohl mein neuer Liebling im Pixaruniversum: 10/10 Punkte.

Napoleon Dynamite (2004)

Mit der Erstsichtung von sogenannten Kultfilmen ist es schwierig. Besonders wenn man den Film anscheinend nur lieben oder hassen kann. Ein solcher Fall ist auch der Überraschungshit „Napoleon Dynamite“ von Jared Hess. Die Erwartungen waren extrem hoch und konnten leider nur bedingt erfüllt werden – und das obwohl der Film eigentlich alles hat was es braucht, um mir zu gefallen.

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Die grundlegende Idee macht mir den Film schon einmal sympathisch. Außenseiter werden in ihrer eigenen Welt gezeigt. Anders als sonst strotzen sie geradezu vor Selbstvertrauen. Sie ziehen ihr Ding durch und lassen sich durch nichts und niemanden beeindrucken. Ein netter Ansatz. Ihre Umwelt reagiert meist natürlich befremdlich und die Highschoolwelt wird einmal mehr als Klassengesellschaft gezeigt. Anders als im thematisch ähnlichen – und meiner Meinung nach gelungeneren – „Willkommen im Tollhaus“ von Todd Solondz ignorieren die Außenseiter die Anfeindungen ihrer Umwelt und zeigen auch keinerlei emotionale Reaktion.

Selbst wenn man „Napoleon Dynamite“ als reine Komödie ohne tieferen Sinn sieht, offenbaren sich durch die distanzierten Verhaltensweisen der Charaktere einige Schwächen. Man sieht nie wirklich was in den Figuren vorgeht. Ihnen – besonders Napoleon und Pedro – scheint alles egal zu sein. Dies zeigt sich auch im Schauspiel: Jon Heder (Napoleon) sieht den gesamten Film über so aus, als würde er schlafen. Selbst bei den seltenen Gefühlsausbrüchen wirkt er wie auf Beruhigungsmitteln. Mir ist durchaus bewusst, dass dies so gewollt ist, doch fällt es mir dadurch sehr schwer mich mit der Figur zu identifizieren.

Der Humor des Films ist teils wirklich gelungen, teils nicht. Zumindest nicht für mich. Über weite Strecken plätschert die Handlung vor sich hin und es passiert nichts, was man nicht schon zu genüge in anderen Highschool-Komödien gesehen hätte. Da helfen auch die außergewöhnlichen Charaktere nichts. In der weiblichen Hauptrolle gibt es übrigens Tina Majorino (Mac aus „Veronica Mars“) zu sehen.

„Napoleon Dynamite“ ist einer der Kultfilme, bei denen ich den Hype zwar bis zu einem gewissen Maße nachvollziehen kann, der mich persönlich aber einfach nicht packt. Die Grundidee ist nett, die Umsetzung dagegen nicht nach meinem Geschmack. Für mich kein Fall von lieben oder hassen. Für mich einfach nur nett: 6/10 Punkte.

Living in Oblivion (1995)

Tom DiCillos „Living in Oblivion“ habe ich zum ersten Mal gesehen als ich selbst noch keine Ahnung vom Filmemachen hatte. Damals hat mich der Film recht gut unterhalten und ich war von der dynamischen Atmosphäre und der ungewöhnlichen Erzählstruktur angetan. In der Zwischenzeit habe ich selbst etwas praktische Erfahrung sammeln können, was die Satire auf die Arbeitsweise bei einem Filmdreh noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

„Living in Oblivion“ ist eine absolute Low-Budget-Produktion. Mit der Unterstützung von Freunden und Bekannten ist es Tom DeCillo gelungen, ein Budget von 500.000 Dollar zusammenzukratzen. Man merkt dem Film seine unabhängige Produktionsweise an. Aber nicht, weil er weniger professionell wäre, sondern weil das Thema in keiner großen Hollywood-Produktion Platz gefunden hätte. Es gibt unzählige Anspielungen auf den Starwahn der Traumfabrik und diverse andere Spitzen gegen Big-Budget-Produktionen. Dabei wird der unabhängige Film jedoch keinesfalls verschont, was das Werk unglaublich sympathisch erscheinen lässt.

Die Dynamik am Set ist – neben diversen technischen Hürden – das Hauptthema des Films. Man merkt deutlich, dass sich DeCillo in seiner Branche auskennt. Jede Nebensächlichkeit wird auf die Spitze getrieben – und sei es nur das Mikro, das einmal wieder ins Bild hängt. Starallüren sind an der Tagesordnung und bringen den Regisseur an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Durch die Erzählstruktur des Films wird die übertriebende Darstellung etwas abgeschwächt, was der Glaubwürdigkeit letztendlich zugute kommt.

„Living in Oblivion“ macht verdammt viel Spaß. Die Darsteller (u.a. Steve Buscemi und Catherine Keener) sind pefekt gecastet und liefern – im Rahmen der Handlung – eine absolut glaubwürdige Leistung. Für Leute, die auch nur annähernd mit der Film- bzw. Videoproduktion vertraut sind – und sei es nur im Amateurbereich – bietet die Satire noch einmal einen deutlichen Mehrwert. Eine kleine Perle des Independant-Kinos: 9/10 Punkte.

Madagascar

Obwohl ich Animationsfilme liebe, ist „Madagascar“ irgendwie an mir vorbeigegangen. Ich muss auch zugeben, dass mich bisher kaum ein pixarfremder Animationsfilm – „Shrek“ und „Over the Hedge“ einmal ausgenommen – wirklich überzeugen konnte. Leider schaffen es auch die vier Ausbrecher nicht annähernd am Tron von Pixar zu rütteln.

Es hapert wieder einmal an der Geschichte. Zwar ist die Grundidee ganz nett, doch in der Ausführung plätschert die Handlung leider nur vor sich hin. Es gibt ein paar nette Szenen, ein paar einfallslose Szenen und ehe man sich versieht ist der Film auch schon wieder vorüber. Was bleibt in Erinnerung? Fast nichts. Der Film hat nett unterhalten, aber das tun viele. Insofern eine kleine Enttäuschung, zumal „Madagascar“ inzwischen eine große Fangemeinde hat.

Technisch ist der Film absolut top! Da gibt es wirklich nichts zu meckern. Auch der ungewöhnliche Stil gefällt. Einmal was anderes im CG-Einerlei. Teils haben mich die Stilisierungen etwas an die Musikszenen in Disneys „Der König der Löwen“ erinnert. Auch das Licht war oft extremer, als man es vom eher naturalistischen Ansatz vieler Animationsfilme kennt.

„Madagascar“ ist für Kinder bestimmt ein Hit – für erwachsene Zuschauer ist er oft zu albern und zu oberflächlich. Ich habe mich zwar ganz gut unterhalten, doch werde ich morgen wohl nicht einmal mehr wissen, ob die Tiere nun auf der Insel geblieben sind oder nicht. Nett: 6/10 Punkte.

Die Tiefseetaucher – OT: The Life Aquatic with Steve Zissou (2004)

Bei manchen Filmen fragt man sich unweigerlich, wie sie es schaffen auf die große Leinwand zu kommen. Zu diesen gehört Wes Andersons „Die Tiefseetaucher“ – und das meine ich absolut positiv! Ein Film über einen schrulligen Ozeanographen, der den Jaguar-Hai sucht, welcher seinen besten Freund gefressen hat? Ein Film über eine komplexe Vater-Sohn-Beziehung? Ein Film mit Piraten? Dem Look von 70er Jahre Dokus? Mit surrealen Stop-Motion-Meereswesen? Dazu noch R-Rated und mit einem Soundtrack, der vornehmlich aus portugisischen Coverversionen diverser David Bowie-Hits besteht? Wer auch immer das produziert hat, beweist Mut und gibt mir den Glauben an die Filmindustrie zurück.

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Es ist anfangs zugegebenermaßen nicht einfach sich in den Film einzufinden. Ich wusste wirklich nicht, ob ich gerade den größten Schwachsinn vor mir habe, der je gedreht wurde oder ein Meisterwerk unglaublichen Einfallsreichtums. Glücklicherweise habe ich den Film letztendlich als Letztgenanntes wahrgenommen. Ich bin mir jedoch sicher, dass es da draußen unzählige Zuschauer gibt, die absolut nichts mit diesem skurrilen Humor, den verschrobenen Charakteren, den kulissenhaften Sets sowie der Geschichte an sich anfangen können – und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Ein klarer Fall von lieben oder hassen.

Deutliches Vorbild für den Film war Jacques-Yves Cousteau, dessen Lebensgeschichte eindeutig das Grundgerüst für die Hauptfigur Steve Zissou bildet. Samt roter Wollmütze und allem was dazu gehört. Man könnte Wes Anderson nun unterstellen eine reine Parodie abgeliefert zu haben. Allerdings könnte nichts ferner von der Wahrheit entfernt sein. Die Charaktere sind komplett eigenständig und handeln – innerhalb der Grenzen ihres Universums – absolut glaubwürdig und ernsthaft. Die Gefühle sind echt und der reichliche Humor ist – wenngleich ich auch ein paarmal laut lachen musste – eher leise und hintergründig.

Grandios ist natürlich das Ensemble. Allen voran Bill Murray, dem man den verrückten Meeresforscher sofort abkauft. Auch Owen Wilson hat mich sehr positiv überrascht. Eine ganz andere Rolle für ihn. Cate Blanchett überzeugt einmal wieder auf ganzer Linie und Willem Dafoe hat als das deutsche Besatzungsmitglied namens Klaus Daimler die meisten Lacher auf seiner Seite. Von Jeff Goldblum, Anjelica Huston, Michael Gambon etc. will ich gar nicht erst angfangen. Neben der Besetzung sticht vor allem das fantastische Produktionsdesign hervor. Ungewöhnlich, doch perfekt zum Inhalt des Films passend.

„Die Tiefseetaucher“ ist kein Film für jeden Zuschauertyp. Ich könnte nicht einmal sagen für welchen. Man sollte offen für außergewöhnliche Ideen sein und sich leicht in fremde Welten einfinden können. Wenn man zudem noch in der richtigen Stimmung ist und der richtige Nerv getroffen wird, dann erlebt man mit Steve Zissou ein wahrlich fantastisches Abenteuer: 9/10 Punkte.

Dein Ex – Mein Albtraum – OT: The Ex/Fast Track

Endlich Wochenende und somit Filmzeit. Als erstes gab es gestern Abend „Dein Ex – Mein Albtraum“ – ein wahrlich albtraumhafter Titel, wenngleich man im Hinterkopf behalten sollte, dass man sich nichtmal auf einen eindeutigen Originaltitel festlegen konnte. So ist der Film sowohl unter „The Ex“, als auch „Fast Track“ bekannt. Das sowie die Tatsache, dass dem Film hierzulande eine Kinoauswertung verwehrt geblieben ist, verheißt nichts Gutes.

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Mich dagegen hat der Film schon mit dem Trailer auf seiner Seite gehabt. Zack Braff („Garden State“, „The Last Kiss“) und Jason Bateman („Arrested Development“) in einem Film. Da kann doch gar nicht so viel schief gehen. Kann es auch nicht. Der Film lebt von seinen Darstellern und diese spielen ihre Rollen auch mit viel Freude und vollem Engagement. Die beiden männlichen Hauptdarsteller werden von Amanda Peet („Studio 60 on the Sunset Strip“) unterstützt, die wohl den undankbarsten – weil langweiligsten – Part hat.

Die Geschichte um den verrückten Ex, der dem jungen Paar – bzw. hauptsächlich dem Ehemann – das Leben zur Hölle macht ist sicherlich alles andere als originell. Trotz böser Spitzen bleibt der Witz meist recht brav und die Wendungen sind überschaubar. Ich als überzeugter Fan von Zack Braff, der zudem Jason Bateman sehr gerne sieht, kann dem bunten Treiben doch sehr viel mehr abgewinnen. Zwei grandios aufgelegte Schauspieler in einer netten Komödie, die sich ausnahmsweise einmal nicht in Fäkalhumor-Regionen begiebt. Mehr braucht es manchmal auch gar nicht. Gern gesehene Nebendarsteller wie Donal Logue („Grounded for Life“) oder Paul Rudd („Friends“) tun ihr übriges, um den Film bei mir nach vorne zu bringen.

„The Ex“ ist ein sehr netter Film, den ich allen Fans der Hauptdarsteller wirklich ans Herz legen kann. Wer nicht zuviel erwartet kann durchaus positiv überrascht werden. Macht Spaß: 7/10 Punkte.