Auch wenn es lange nicht so aussah, habe ich es im späteren Verlauf des Abends doch noch geschafft einen Film zu sehen. Auf Ruben Fleischers „Zombieland“ hatte ich mich schon lange gefreut. Nach „Braindead“ und „Shaun of the Dead“ endlich eine weitere Zombiekomödie mit Kultpotential. Doch kann sie zu ihren Brüdern im Geiste aufschließen?

Wenn man von „Zombieland“ liest, wird stets automatisch der Vergleich zu Edgar Wrigths „Shaun of the Dead“ gezogen. Ein Vergleich der Nahe liegt, aber auch ein Vergleich der nicht so richtig funktionieren will. Wrights Film ist eine liebevolle Hommage an den klassischen Zombiefilm. Die typischen Klischees werden aufgegriffen und mit eine Twist erzählt, wodurch der Film zu einem Fest für Genrefreunde wurde. Ruben Fleischer dagegen erzählt in „Zombieland“ eine recht beliebige Episode aus einem recht beliebigen postmodernen Zombieszenario – inklusive rennender Zombies. Der Humor ist eher platt und offenbart sich in überdrehten Actionsequenzen. Durchaus unterhaltsam, aber absolut kein Vergleich zur fantastischen RomZomCom von der Insel.
Ursprünglich war „Zombieland“ als Pilot für eine TV-Serie geplant und diesen Umstand sieht man dem Film leider in vielerlei Hinsicht an. Nicht unbedingt was Produktionswerte oder Schauspieler angeht – da stehen aktuelle TV-Produktionen ihren Leinwandbrüdern ohnehin kaum mehr nach – sondern was die Dramaturgie angeht. Der gesamte Film wirkt wie der Epilog zu etwas Größerem, wie eben einer gesamten Serienstaffel. Am Ende des Films hat man die Charaktere endlich kennen und lieben gelernt und könnte sich mit ihnen nun in weitere Abenteuer begeben. Doch dann war der nahezu handlungslose Film bereits zu Ende und ließ mich demzufolge etwas unbefriedigt zurück.
Trotz Schwächen in der Handlung und Dramaturgie weiß „Zombieland“ durchaus mit netten Ideen zu überzeugen. Die Regeln nach denen Columbus (Jesse Eisenberg) sein Überleben in der Apocalypse gestaltet erinnern dabei sehr an Max Brooks‘ Zombiesatire „World War Z“ und werden auf sehenswerte Art und Weise in den Film integriert. Getragen wird die schon unzählige Male erzählte Geschichte von ihren Darstellern. Besonders Woody Harrelsons Portrait von Tallahassee ist ein Genuss. Jesse Eisenberg kam mir dagegen zu oft wie ein Michael Cera-Verschnitt vor und konnte dem Original in meinen Augen nicht das Wasser reichen. Gegen Ende hat sich das Ensemble jedoch zusammengerauft, was für mich erneut den Pilotfilmaspekt unterstreicht. Erwähnen sollte ich vermutlich auch noch Bill Murrays Gastauftritt, den ich sehr gelungen fand – wenngleich sein Abgang jedoch viel zu vorhersehbar war.
Für alle Zombiefreunde bietet „Zombieland“ natürlich astreine Unterhaltung. Ich habe mich zu keiner Sekunde gelangweilt und war gegen Ende enttäuscht, dass es das schon wieder gewesen sein soll. Für mich hätte die Geschichte als Serie wohl auch besser funktioniert, insofern freue ich mich wenn mit „The Walking Dead“ kommende TV-Saison tatsächlich eine Zombieserie unsere Bildschirme heimsucht. Nicht die erwartete Offenbarung, aber immerhin äußerst kurzweiliges Genrekino: 7/10 Punkte.








