Manchmal hat man es als arbeitender Filmfreund und Vater nicht leicht (= Erste-Welt-Probleme). So bleiben meist nur wenige Abende, um seinem Hobby zu frönen. Nimmt jedoch die Arbeit überhand und verkürzen sich die Nächte aufgrund kränkelnden Nachwuchses auf ein paar Stunden, so fallen meist auch diese Abende der Müdigkeit zum Opfer. Trotz dieser denkbar schlechten Voraussetzungen habe ich mir gestern erneut Alfonso Cuaróns „Children of Men“ angesehen und war wieder begeistert – wenn auch nicht aufgrund der exakt gleichen Gesichtspunkte, wie noch bei der letzten Sichtung.

Eigentlich könnte ich meinen letzten Eintrag nahezu 1:1 übernehmen und müsste ihn nur um wenige Punkte ergänzen. Erneut hat mich die inszenatorische Wucht umgehauen, erneut hat mich der Film an die großen Dystopien der 70er Jahre erinnert und erneut hat mich die schiere Ausweglosigkeit beinahe erdrückt. Dennoch gibt es ein nicht zu vernachlässigendes Element, welches die gestrige Sichtung noch einmal deutlich intensiviert hat: die Geburt meiner Tochter. Erst jetzt konnte ich das volle Ausmaß des Entsetzens nachvollziehen, das mit dem komletten Fehlen menschlichen Nachwuchses einhergeht. Das Leben hört einfach auf zu existieren. Es gibt keine Hoffnung mehr. Keine Zukunft. Die Theorie war mir zwar auch schon beim letzten Mal klar, doch die emotionale Intensität dieser Prämisse konnte ich erst als Vater vollständig nachvollziehen.
Auch das Ende hat mir dieses Mal bedeutend besser gefallen. Nicht zwangsweise in Bezug auf The Human Project, doch die Hoffnung, die Theo Faron (Clive Owen) aus der reinen Existenz neuen Lebens schöpft, kam mir plötzlich sehr bekannt vor. Es geht weiter. Somit hat sich mein Wunsch bestätigt und diese Zweitsichtung war genauso intensiv, wie der erste Durchgang. Großartiges Kino, das man nicht nur als Genrefreund gesehen haben sollte: 9/10 Punkte.








