Findet Nemo – OT: Finding Nemo (2003)

Eine aktualisierte Besprechung des Films habe ich am 30. August 2018 veröffentlicht.

Auch wenn in meinem Regal bestimmt noch ein gutes Dutzend ungesehener DVDs steht, habe ich mich gestern Abend einmal wieder für Pixars „Findet Nemo“ entschieden – und es hat sich erneut voll und ganz gelohnt.

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Selbst in der inwzischen dritten oder vierten Sichtung des Films entdecke ich immer noch neue Details. Es ist einfach unglaublich, wie lebendig Pixar die Unterwasserwelt dargestellt hat. Ein Meer von Farben. Überall Bewegung. Licht und Schatten. Ein grandioses Erlebnis. Viele Gags laufen beinahe unbemerkt im Hintergrund ab und im Korallenriff weiß man anfangs gar nicht, wohin man nun schauen soll um nichts zu verpassen. Ein wahrer Augenschmaus.

Die Geschichte des Films ist relativ einfach. „Finding Nemo“ eben. Doch aufgrund der Fülle an Eindrücken und der wirklich urkomischen Charaktere, fällt dieser Aspekt nicht sonderlich negativ auf. Dadurch, dass die Geschichte zwei Handlungsstränge – Marlin und Dory sowie Nemo – besitzt, wird jegliche Langeweile vermieden. Beide Schauplätze ergänzen sich grandios und werten die Geschichte meiner Meinung nach deutlich auf.

Ich mag Buddy-Movies, ich mag Road-Movies und ich liebe Filme, die das Meer zum Thema haben. In „Findet Nemo“ werden diese Genres so kombiniert, wie man es noch nie gesehen hat. In erster Linie natürlich kindgerecht, doch mit unzähligen Witzen und Anspielungen angereichert, die mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Hinzu kommt eine herausragende Animation, die auf wirklich komischen Figuren basiert – dabei stelle ich es mir gar nicht so einfach vor, einem Fisch wirklichen Charakter zu geben. So ganz ohne Arme und Beine. Eine weitere Meisterleistung Pixars.

Für mich reiht sich „Findet Nemo“ nahtlos ins qualitativ hochwertige Portfolio der Animationsschmiede ein. Minimale Schwächen in der Geschichte werden mit fantastischen Einfällen und Charakteren ausgeglichen. Die grandiose Animation ist natürlich die Krönung. Genial: 10/10 Punkte.

Auf die harte Tour – OT: The Hard Way

Gestern Abend habe ich die seltsamerweise recht unbekannte Actionkomödie „Auf die harte Tour“ von John Badham gesehen. Wenn der Preis nicht so verlockend gewesen wäre und mich Michael J. Fox nicht vom Cover herab angegrinst hätte, dann wäre der Film wohl auch an mir vorbeigegangen. Nach der Sichtung kann ich mir den niedrigen Bekanntheitsgrad nun nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht kann ich ja hiermit etwas für mehr Popularität sorgen.

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„The Hard Way“ handelt von Nick Lang (Michael J. Fox), einem erfolgreichen Hollywoodstar, der für eine neue Rolle im Cop-Millieu recherchiert und dabei Detective Lt. John Moss (James Woods) zugewiesen wird. Dieser ist ein knallharter Cop, der gerade in einem verdrehten Serienkiller-Fall ermittelt. Aus dieser Prämisse entwickelt sich ein Buddy-Movie, wie er im Buche steht. Die ungleichen Partner müssen sich folglich erst einmal zusammen raufen. Dabei kommt es zu Reibereien, es fliegen die Fetzen und es hagelt schmissige Oneliner.

Michael J. Fox und James Woods harmonieren perfekt miteinander. Da stimmt die Chemie. Die Rahmenhandlung um den Partykiller ist dagegen etwas durchsichtig und ohne große Überraschungen. Sei es drum. Viel mehr Story ist hier auch nicht nötig. In seinen besten Momenten erinnert der Film an die „Lethal Weapon“-Reihe oder auch an Tony Scotts „Last Boy Scout“. Eine Actionkomödie, wie sie typisch für die späten 80er bzw. frühen 90er ist. Hart. Komisch. Reich an Action und angereicht mit Figuren, die larger than life sind.

Im Netz habe ich kaum Informationen zu dem Film gefunden und selbst auf der IMDB sieht es mau aus. So ganz kann ich es nicht verstehen, da der Film nicht viel schlechter ist, als die restlichen Actionkracher der 80er/90er Jahre. Ich habe mich auf jeden Fall wirklich gut unterhalten: 7/10 Punkte.

Ratatouille (2007)

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten habe ich gestern nun endlich das neueste Werk von Disney/Pixar gesehen: Brad Birds „Ratatouille“. Nachdem mich der famose Kurzfilm „Lifted“ bereits in die richtige Stimmung versetzt hatte, ging es dann auch schon los. Bereits nach den ersten paar Szenen war mir auch schon klar, dass die überaus positiven Kritiken mehr als gerechtfertigt sind.

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Bevor ich anfange die Geschichte und die Charaktere in den höchsten Tönen zu loben, will ich kurz auf die technische Seite eingehen: Wow! Unglaublich was hier abgefeuert wird. Alleine das Fell. Trocken. Nass. Flauschig. Verdreckt. Glänzend. Es sieht einfach verdammt real aus. Hinzu kommen die unglaublich detailgetreuen Aufnahmen von allen möglichen Lebensmitteln. Da möchte man einfach zubeißen. Der Film bewegt sich teils schon verdächtig nahe am Fotorealismus. Dennoch wirkt es nie störend, da immer noch der Cartoontouch vorhanden ist. Die Charaktere gehören in diese Welt. In ein Paris, das in den wärmsten Farbtönen erstrahlt. In eine Welt des Essens. Des Genusses. Der Küche. Der Köche. Der Ratten.

Die Charaktere und deren Geschichte ist letztendlich das, was den Film so typisch für Pixar macht. Man befindet sich sofort in dieser Welt. Man zweifelt nicht an ihren Regeln. Man geht mit den Figuren mit. Leidet mit ihnen. Lacht mit ihnen. Sicherlich gibt es auch hier eine Botschaft. Die Geschichte ist nicht zu komplex. Und doch lässt sie die von Animationsfilmen wie „Ice Age“ oder „Madagascar“ meilenweit hinter sich. Geschichten erzählen. Das ist es, worin Pixar wahrlich meisterhaft sind.

„Ratatouille“ ist außerdem wirklich lustig. Ich habe mehr als einmal laut lachen müssen. Dies zudem meist an Stellen, an denen das restliche Publikum komplett still war: Als Colette bei Linguinis – bzw. Remys – ersten Annäherungsversuch das Pfefferspray hinter ihrem Rücken bereit hielt oder bei der Sargform von Anton Egos Arbeitszimmer. Solche eher subtilen Details erfreuen mein kleines Filmherz ungemein – und ich bin mir sicher, dass es bei weiteren Sichtungen noch einiges zu entdecken gibt.

Für mich ist „Ratatouille“ das bisherige Highlight in diesem Kinojahr. Die perfekte Unterhaltung für groß und klein. Nach „Toy Story“, dessen Nachfolger und „Monster AG“ wohl mein neuer Liebling im Pixaruniversum: 10/10 Punkte.

Napoleon Dynamite (2004)

Mit der Erstsichtung von sogenannten Kultfilmen ist es schwierig. Besonders wenn man den Film anscheinend nur lieben oder hassen kann. Ein solcher Fall ist auch der Überraschungshit „Napoleon Dynamite“ von Jared Hess. Die Erwartungen waren extrem hoch und konnten leider nur bedingt erfüllt werden – und das obwohl der Film eigentlich alles hat was es braucht, um mir zu gefallen.

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Die grundlegende Idee macht mir den Film schon einmal sympathisch. Außenseiter werden in ihrer eigenen Welt gezeigt. Anders als sonst strotzen sie geradezu vor Selbstvertrauen. Sie ziehen ihr Ding durch und lassen sich durch nichts und niemanden beeindrucken. Ein netter Ansatz. Ihre Umwelt reagiert meist natürlich befremdlich und die Highschoolwelt wird einmal mehr als Klassengesellschaft gezeigt. Anders als im thematisch ähnlichen – und meiner Meinung nach gelungeneren – „Willkommen im Tollhaus“ von Todd Solondz ignorieren die Außenseiter die Anfeindungen ihrer Umwelt und zeigen auch keinerlei emotionale Reaktion.

Selbst wenn man „Napoleon Dynamite“ als reine Komödie ohne tieferen Sinn sieht, offenbaren sich durch die distanzierten Verhaltensweisen der Charaktere einige Schwächen. Man sieht nie wirklich was in den Figuren vorgeht. Ihnen – besonders Napoleon und Pedro – scheint alles egal zu sein. Dies zeigt sich auch im Schauspiel: Jon Heder (Napoleon) sieht den gesamten Film über so aus, als würde er schlafen. Selbst bei den seltenen Gefühlsausbrüchen wirkt er wie auf Beruhigungsmitteln. Mir ist durchaus bewusst, dass dies so gewollt ist, doch fällt es mir dadurch sehr schwer mich mit der Figur zu identifizieren.

Der Humor des Films ist teils wirklich gelungen, teils nicht. Zumindest nicht für mich. Über weite Strecken plätschert die Handlung vor sich hin und es passiert nichts, was man nicht schon zu genüge in anderen Highschool-Komödien gesehen hätte. Da helfen auch die außergewöhnlichen Charaktere nichts. In der weiblichen Hauptrolle gibt es übrigens Tina Majorino (Mac aus „Veronica Mars“) zu sehen.

„Napoleon Dynamite“ ist einer der Kultfilme, bei denen ich den Hype zwar bis zu einem gewissen Maße nachvollziehen kann, der mich persönlich aber einfach nicht packt. Die Grundidee ist nett, die Umsetzung dagegen nicht nach meinem Geschmack. Für mich kein Fall von lieben oder hassen. Für mich einfach nur nett: 6/10 Punkte.

Living in Oblivion (1995)

Tom DiCillos „Living in Oblivion“ habe ich zum ersten Mal gesehen als ich selbst noch keine Ahnung vom Filmemachen hatte. Damals hat mich der Film recht gut unterhalten und ich war von der dynamischen Atmosphäre und der ungewöhnlichen Erzählstruktur angetan. In der Zwischenzeit habe ich selbst etwas praktische Erfahrung sammeln können, was die Satire auf die Arbeitsweise bei einem Filmdreh noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

„Living in Oblivion“ ist eine absolute Low-Budget-Produktion. Mit der Unterstützung von Freunden und Bekannten ist es Tom DeCillo gelungen, ein Budget von 500.000 Dollar zusammenzukratzen. Man merkt dem Film seine unabhängige Produktionsweise an. Aber nicht, weil er weniger professionell wäre, sondern weil das Thema in keiner großen Hollywood-Produktion Platz gefunden hätte. Es gibt unzählige Anspielungen auf den Starwahn der Traumfabrik und diverse andere Spitzen gegen Big-Budget-Produktionen. Dabei wird der unabhängige Film jedoch keinesfalls verschont, was das Werk unglaublich sympathisch erscheinen lässt.

Die Dynamik am Set ist – neben diversen technischen Hürden – das Hauptthema des Films. Man merkt deutlich, dass sich DeCillo in seiner Branche auskennt. Jede Nebensächlichkeit wird auf die Spitze getrieben – und sei es nur das Mikro, das einmal wieder ins Bild hängt. Starallüren sind an der Tagesordnung und bringen den Regisseur an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Durch die Erzählstruktur des Films wird die übertriebende Darstellung etwas abgeschwächt, was der Glaubwürdigkeit letztendlich zugute kommt.

„Living in Oblivion“ macht verdammt viel Spaß. Die Darsteller (u.a. Steve Buscemi und Catherine Keener) sind pefekt gecastet und liefern – im Rahmen der Handlung – eine absolut glaubwürdige Leistung. Für Leute, die auch nur annähernd mit der Film- bzw. Videoproduktion vertraut sind – und sei es nur im Amateurbereich – bietet die Satire noch einmal einen deutlichen Mehrwert. Eine kleine Perle des Independant-Kinos: 9/10 Punkte.

Madagascar

Obwohl ich Animationsfilme liebe, ist „Madagascar“ irgendwie an mir vorbeigegangen. Ich muss auch zugeben, dass mich bisher kaum ein pixarfremder Animationsfilm – „Shrek“ und „Over the Hedge“ einmal ausgenommen – wirklich überzeugen konnte. Leider schaffen es auch die vier Ausbrecher nicht annähernd am Tron von Pixar zu rütteln.

Es hapert wieder einmal an der Geschichte. Zwar ist die Grundidee ganz nett, doch in der Ausführung plätschert die Handlung leider nur vor sich hin. Es gibt ein paar nette Szenen, ein paar einfallslose Szenen und ehe man sich versieht ist der Film auch schon wieder vorüber. Was bleibt in Erinnerung? Fast nichts. Der Film hat nett unterhalten, aber das tun viele. Insofern eine kleine Enttäuschung, zumal „Madagascar“ inzwischen eine große Fangemeinde hat.

Technisch ist der Film absolut top! Da gibt es wirklich nichts zu meckern. Auch der ungewöhnliche Stil gefällt. Einmal was anderes im CG-Einerlei. Teils haben mich die Stilisierungen etwas an die Musikszenen in Disneys „Der König der Löwen“ erinnert. Auch das Licht war oft extremer, als man es vom eher naturalistischen Ansatz vieler Animationsfilme kennt.

„Madagascar“ ist für Kinder bestimmt ein Hit – für erwachsene Zuschauer ist er oft zu albern und zu oberflächlich. Ich habe mich zwar ganz gut unterhalten, doch werde ich morgen wohl nicht einmal mehr wissen, ob die Tiere nun auf der Insel geblieben sind oder nicht. Nett: 6/10 Punkte.

Die Tiefseetaucher – OT: The Life Aquatic with Steve Zissou (2004)

Bei manchen Filmen fragt man sich unweigerlich, wie sie es schaffen auf die große Leinwand zu kommen. Zu diesen gehört Wes Andersons „Die Tiefseetaucher“ – und das meine ich absolut positiv! Ein Film über einen schrulligen Ozeanographen, der den Jaguar-Hai sucht, welcher seinen besten Freund gefressen hat? Ein Film über eine komplexe Vater-Sohn-Beziehung? Ein Film mit Piraten? Dem Look von 70er Jahre Dokus? Mit surrealen Stop-Motion-Meereswesen? Dazu noch R-Rated und mit einem Soundtrack, der vornehmlich aus portugisischen Coverversionen diverser David Bowie-Hits besteht? Wer auch immer das produziert hat, beweist Mut und gibt mir den Glauben an die Filmindustrie zurück.

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Es ist anfangs zugegebenermaßen nicht einfach sich in den Film einzufinden. Ich wusste wirklich nicht, ob ich gerade den größten Schwachsinn vor mir habe, der je gedreht wurde oder ein Meisterwerk unglaublichen Einfallsreichtums. Glücklicherweise habe ich den Film letztendlich als Letztgenanntes wahrgenommen. Ich bin mir jedoch sicher, dass es da draußen unzählige Zuschauer gibt, die absolut nichts mit diesem skurrilen Humor, den verschrobenen Charakteren, den kulissenhaften Sets sowie der Geschichte an sich anfangen können – und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Ein klarer Fall von lieben oder hassen.

Deutliches Vorbild für den Film war Jacques-Yves Cousteau, dessen Lebensgeschichte eindeutig das Grundgerüst für die Hauptfigur Steve Zissou bildet. Samt roter Wollmütze und allem was dazu gehört. Man könnte Wes Anderson nun unterstellen eine reine Parodie abgeliefert zu haben. Allerdings könnte nichts ferner von der Wahrheit entfernt sein. Die Charaktere sind komplett eigenständig und handeln – innerhalb der Grenzen ihres Universums – absolut glaubwürdig und ernsthaft. Die Gefühle sind echt und der reichliche Humor ist – wenngleich ich auch ein paarmal laut lachen musste – eher leise und hintergründig.

Grandios ist natürlich das Ensemble. Allen voran Bill Murray, dem man den verrückten Meeresforscher sofort abkauft. Auch Owen Wilson hat mich sehr positiv überrascht. Eine ganz andere Rolle für ihn. Cate Blanchett überzeugt einmal wieder auf ganzer Linie und Willem Dafoe hat als das deutsche Besatzungsmitglied namens Klaus Daimler die meisten Lacher auf seiner Seite. Von Jeff Goldblum, Anjelica Huston, Michael Gambon etc. will ich gar nicht erst angfangen. Neben der Besetzung sticht vor allem das fantastische Produktionsdesign hervor. Ungewöhnlich, doch perfekt zum Inhalt des Films passend.

„Die Tiefseetaucher“ ist kein Film für jeden Zuschauertyp. Ich könnte nicht einmal sagen für welchen. Man sollte offen für außergewöhnliche Ideen sein und sich leicht in fremde Welten einfinden können. Wenn man zudem noch in der richtigen Stimmung ist und der richtige Nerv getroffen wird, dann erlebt man mit Steve Zissou ein wahrlich fantastisches Abenteuer: 9/10 Punkte.

Dein Ex – Mein Albtraum – OT: The Ex/Fast Track

Endlich Wochenende und somit Filmzeit. Als erstes gab es gestern Abend „Dein Ex – Mein Albtraum“ – ein wahrlich albtraumhafter Titel, wenngleich man im Hinterkopf behalten sollte, dass man sich nichtmal auf einen eindeutigen Originaltitel festlegen konnte. So ist der Film sowohl unter „The Ex“, als auch „Fast Track“ bekannt. Das sowie die Tatsache, dass dem Film hierzulande eine Kinoauswertung verwehrt geblieben ist, verheißt nichts Gutes.

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Mich dagegen hat der Film schon mit dem Trailer auf seiner Seite gehabt. Zack Braff („Garden State“, „The Last Kiss“) und Jason Bateman („Arrested Development“) in einem Film. Da kann doch gar nicht so viel schief gehen. Kann es auch nicht. Der Film lebt von seinen Darstellern und diese spielen ihre Rollen auch mit viel Freude und vollem Engagement. Die beiden männlichen Hauptdarsteller werden von Amanda Peet („Studio 60 on the Sunset Strip“) unterstützt, die wohl den undankbarsten – weil langweiligsten – Part hat.

Die Geschichte um den verrückten Ex, der dem jungen Paar – bzw. hauptsächlich dem Ehemann – das Leben zur Hölle macht ist sicherlich alles andere als originell. Trotz böser Spitzen bleibt der Witz meist recht brav und die Wendungen sind überschaubar. Ich als überzeugter Fan von Zack Braff, der zudem Jason Bateman sehr gerne sieht, kann dem bunten Treiben doch sehr viel mehr abgewinnen. Zwei grandios aufgelegte Schauspieler in einer netten Komödie, die sich ausnahmsweise einmal nicht in Fäkalhumor-Regionen begiebt. Mehr braucht es manchmal auch gar nicht. Gern gesehene Nebendarsteller wie Donal Logue („Grounded for Life“) oder Paul Rudd („Friends“) tun ihr übriges, um den Film bei mir nach vorne zu bringen.

„The Ex“ ist ein sehr netter Film, den ich allen Fans der Hauptdarsteller wirklich ans Herz legen kann. Wer nicht zuviel erwartet kann durchaus positiv überrascht werden. Macht Spaß: 7/10 Punkte.

Wo ist Fred? (WS1)

Gestern Abend waren wir bei Freunden mit einem brandneuen 37 Zoll LCD-TV. Da tun sich ganz neue Sichtungsmöglichkeiten auf und das Heimkino rückt wirklich in greifbare Nähe. Ich habe „Wo ist Fred?“ beigesteuert, der zu meiner Freude bei allen Teilnehmern des spontanen DVD-Abends wirklich gezündet hat – und auch mein äußerst positiver Eindruck von der letzten Sichtung wurde bestätigt.

Dieses Mal ist für mich noch deutlicher herausgekommen wie untypisch für deutsche Komödien der Film doch ist. Am ehesten lässt er sich wohl mit US-Komödien à la „Meine Braut, ihr Vater und ich“ (OT: „Meet the Parents“) vergleichen. Vermutlich gefällt mir der Film auch deshalb so gut. Screwball und Slapstick stehen im Vordergrund. Typische Elemente der deutschen Beziehungskomödie bleiben glücklicherweise außen vor – und das Beste: Der Film ist wirklich verdammt lustig!

Wenn man sich von Til Schweiger – der mir hier trotz allem sehr gut gefällt – nicht abschrecken lässt, wird man mit wunderbaren Darbietungen von hochklassigen Schauspielern, wie Jürgen Vogel oder Christoph Maria Herbst („Stromberg“), belohnt – die süße Alexandra Maria Lara gibt es zudem als Sahnehäubchen obendrauf. Ein rundum fantastisches Ensemble.

Wer sich einfach nur einmal gut unterhalten lassen will (ohne hintergründigen Witz, dafür mit ein paar politisch nicht ganz so korrekten Szenen), dem kann ich „Wo ist Fred?“ wirklich ans Herz legen: 8/10 Punkte.

Video Kings

Sneak Preview. Seit langem einmal wieder. Überall wird zurzeit anscheinend Tarantinos „Death Proof“ gesneakt. Nur nicht in Nürnberg. Dafür gab es im Vorfeld der Sneak wieder einmal eine lustige Verlosung. Dieses Mal – dank „König der Wellen“-Promotion – mit Glücksfee im Pinguinkostüm. Bei dieser hat der Zukünftige meiner Schwester doch tatsächlich den „Death Proof“-Soundtrack abgegriffen. Das Highlight des Kinoabends. Dann wurde es dunkel und es erschien das Gesicht von Fabian Busch auf der Leinwand. Ein deutscher Film. Der Titel: „Video Kings“. Nicht „Death Proof“.

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Normalerweise bin ich deutschen Filmen gegenüber eher patriotisch eingestellt. So hätte ich z.B. supergerne „Beste Zeit“ – den neuen Film von Marcus H. Rosenmüller – gesehen. In der Sneak habe ich bis jetzt allerdings nur äußerst schlechte Erfahrungen mit dem deutschen Film gemacht. Leider ist „Video Kings“ hier keine Ausnahme. Eher das Paradebeispiel. Ich nehme die Spannung gleich einmal vorweg und verkünde, dass sich „Video Kings“ als mein schlechtestes Sneakerlebnis – knapp hinter „Kevin und Perry tun es“ – einordnen lässt. Warum das so ist, versuche ich Folgenden zu erläutern.

Der Film ist auf DV gedreht. Mag ich im Kino schon einmal überhaupt nicht sehen. Es sei denn, es dient dem Film stilistisch. Oder es ist aufgrund von Budgetgründen nicht anders zu lösen. Hier ist beides nicht der Fall. Der Look wirkt billig und äußerst amateurhaft. Das Budget hat zudem anscheinend für große Namen gereicht. Anders kann ich mir das Mitwirken teils wirklich guter Schauspieler nicht erklären. Am grandiosen Drehbuch kann es nämlich nicht gelegen haben.

Gerne würde ich nun die Handlung von „Video Kings“ erzählen. Geht aber nicht. Irgendwie geht es um Flo. Der arbeitet mit Hotte in einer Videothek. Flo liebt eine Frau und hat Geldprobleme. Dann gibt es noch bescheuerte Traumsequenzen und Engel. Achja, Til Schweiger nicht zu vergessen. Die meiste Zeit hängen Flo und Hotte in der versifften Videothek rum. Das ganze ist dann auch genauso langweilig, wie es sich anhört.

Der Clou an dem Film sollen wohl die unzähligen Filmnennungen im Voice-over der Hauptfigur sein. Einem – welch Überraschung – Filmfreak. Diese sind aber so platt und aufdringlich eingebaut, dass es beinahe schon peinlich ist. Beispiel gefällig? ‚Vielleicht sollte ich die rote Pille schlucken… so wie in „Matrix“.‘ Maßlos übertriebene Betonung natürlich auf den Filmtitel. Gefehlt hätte nur noch: ‚Ja, dies ist eine Anspielung auf „Matrix“. Rote Pille und so, ihr wisst schon…‘ Wenn ich Filmreferenzen inflationär nutze, dann muss man seinem Zielpublikum doch wenigstens etwas den Spaß am Entdecken lassen – und dann noch bei solch einem Allerweltsfilm, wie „Matrix“. Die restlichen Anspielungen (Don Corleone aus „Der Pate“ etc.) sind nicht besser. Ich habe mich teils schon peinlich berührt im Kinosessel gewunden.

All diese Filmreferenzen wirken so, als hätte ein Schüler mit seinen Freunden einen Film gedreht, in dem er möglichst all seine Lieblingsfilme unterbringen wollte. Besonders amateurhaft wirkt das Herumreiten auf der Genialität von „Memento“. Wieder solch ein peinlicher Moment. Auf der gleichen Schiene fährt der Soundtrack. Stets ansprechende Mucke – SNUFF, NERF HERDER, BEATSTEAKS etc. – doch so eingesetzt, dass man genau gemerkt hat, hier wollte nur jemand seine Lieblingssongs unterbringen. Wieder peinlich und wieder wie in einem Amateurfilm.

Was ich wirklich nicht verstehe: Wie haben sich Til Schweiger, Bela B. Felsenheimer, Wotan Milke Möhring, Fabian Busch, Oliver Korittke und Peter Thorwarth nur zu einer Mitarbeit überreden lassen? Ist an dem Film etwas dran, das mir völlig entgangen ist? Wie kann es solch ein Film auf die Leinwand schaffen? Spätestens jetzt weiß ich zumindest, dass es die  Jungs von filmtrip.de mit ihrer „Mitfahrgelegenheit“ (AT) garantiert auf die große Leinwand schaffen werden, da sie den Mangel an Prominenz locker mit Talent wettmachen werden.

Wenn „Video Kings“ ein Film ohne Stars und sinnlos eingesetzte VFX gewesen wäre, den ein paar Freunde an ihren freien Wochenenden gedreht hätten, könnte ich über so manchen Mangel hinwegsehen. Mit dieser geballten Starpower und offensichtlichen Mitteln, bleibt allerdings nur Kopfschütteln: Nee, das war ja wohl einmal gar nichts.

„Video Kings“ will lustig, kultig und hip sein. Er wirkt dagegen einfach nur trashig – und das meist nicht einmal auf charmante Art und Weise. Der Soundtrack mach Spaß. Das Drehbuch ist dagegen für die Tonne. Fast schon an der Schmerzgrenze. Selbst für die Sneak: 2/10 Punkte (1 für Hottes Frisur, 1 für den peinlichen – aber doch irgendwie witzigen – Gastauftritt von Til Schweiger).