Bisher hatte ich alle Teile der Filmreihe in unserem netten kleinen Fremdsprachenkino gesehen, was dem Unterhaltsungswert stets zuträglich war. Das Finale hatte ich im Kino verpasst und so war ich umso gespannter, ob „Hangover 3“ auch vom Sofa aus und ohne größeres Publikum funktionieren würde. Spoiler sind zu erwarten.

Als ich nach der Erstsichtung von „The Hangover Part II“ das Kino verließ, wollte ich unbedingt einen dritten Teil sehen. Ich hatte enorm viel Spaß damit, der sich bei der Zweitsichtung jedoch nicht komplett aufrechterhalten ließ. Für den Abschluss der Reihe setzte ich meine Hoffnungen auf einen weiteren Junggesellenabschied, da Alan schließlich noch nicht unter der Haube war. Anscheinend hatte sich Todd Phillips aber die generelle Kritik am zweiten Teil zu Herzen genommen und die bewährte Formel geändert. Ob dies jedoch der richtige Weg war?
Im Prinzip erzählt auch der dritte Teil die bekannte Geschichte: Das Wolf Pack muss etliche kuriose Abenteuer bestehen, um ihr verlorenes Mitglied Doug wiederzufinden. Einzig das interessante Element des titelgebenden Hangovers fehlt vollkommen, was ich persönlich schade fand. Anscheinend haben dies auch die Macher gemerkt und etliche Szenen eingebaut, in denen man befürchten hätte können, dass sich die Gang wieder selbst unter Drogen setzt. Dazu kam es leider nicht, doch sorgte auch die restliche Handlung für etliche Lacher. Vielleicht bin ich da einfach zufriedenzustellen, doch Zach Galifianakis‘ Alan finde ich nach wie vor großartig.
Im direkten Vergleich zu „The Hangover“ oder auch dem Nachfolger hat sich der Grad der Verrücktheit der Erlebnisse des Wolf Packs deutlich reduziert. Dennoch waren einige Szenen einfach herrlich (z.B. das Abseilen vom Dach des Ceasars Palace), andere dagegen haben bewusst mit den Erinnerungen an den erfolgreichen ersten Teil der Reihe gespielt. Eines ist auf jeden Fall ziemlich sicher: Eine weitere Fortsetzung wird es wohl nicht geben. Dafür drückt Phillips den Zuschauern während der Credits noch einen rein, indem er ihnen zeigt, welchen Film sie nach der bekannten Formel hätten haben können. Einfach herrlich!
Es ist völlig klar, dass weder die eine noch die andere Fortsetzung nötig gewesen wäre. Der Abschluss der Trilogie ist auch klar der schwächste Teil der Reihe. Dennoch hatte ich Spaß. Es war schön mit den bekannten Figuren wieder einmal um die Häuser zu ziehen und teils verrückte, teils dämliche Abenteuer zu erleben. Die ernsthaften Cineasten schauen jetzt lieber kurz weg, doch ich wurde wirklich gut unterhalten: 7/10 Punkte.








