Can a Song Save Your Life? – OT: Begin Again (2013)

Die letzte Urlaubswoche nähert sich erschreckend schnell ihrem Ende – und bisher hatte ich es nicht geschafft auch nur einen der noch geplanten Filme zu sehen. Heute jedoch gab es mit „Can a Song Save Your Life?“ tatsächlich großes Kino zu sehen, was zu Beginn nicht wirklich absehbar war. Umso glücklicher bin ich, diesem kleinen und doch großen Werk eine Chance gegeben zu haben – und ihr solltet das auch!

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Ich mag Musikfilme und -serien. Sehr sogar. Ebenso die kleinen, wunderbaren Feel-Good-Movies, die häufig unter dem Radar fliegen. Tatsächlich hat mich bei „Begin Again“ die Besetzung am meisten gestört – Keira Knightley und Mark Ruffalo sprechen nicht gerade für eine charmante Indie-Produktion. Dagegen steht die zauberhafte Geschichte sowie mit „Once“ ein Überraschungshit, den Regisseur John Carney zuvor inszenierte. Letztendlich sollten sich meine Sorgen als unbegründet herausstellen und „Can a Song Save Your Life?“ bewegt sich so zielsicher zwischen Indie und Blockbuster, wie auch die Geschichte zwischen Märchen und authentischem New-York-Portrait schwankt. Trotz Ecken und Kanten (und manchmal auch fehlenden Ecken und Kanten) ein absolut fantastisches Erlebnis.

Grundvoraussetzung für eine positiv wahrgenommene Sichtung sollte vermutlich Gefallen an Singer/Songwriter-Musik sein. Auch wenn das Ergebnis in diesem Film immer ein wenig zu glatt und überproduziert klingt, so sind die Wurzeln doch unverkennbar. Erstaunlicherweise wirkt „Begin Again“ gerade aufgrund seiner beiden Hauptdarsteller authentisch. Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass Knightley und Ruffalo so wunderbar harmonieren und ihre Rollen perfekt ausfüllen. Es funktioniert einfach – und das Beste: Der Film kommt ohne aufgesetzte Romanze aus, auch wenn es durchaus unverkennbare Spannungen zwischen Charakteren gibt. Danke dafür.

Neben all der wunderbar echt wirkenden New-York-Atmosphäre, ist der Film ganz klar ein großes Pop-Märchen. Am Ende sind alle glücklich und haben sich zum Positiven hin weiterentwickelt. Ein echtes Feel-Good-Movie eben, der es schafft nicht in Kitsch zu ertrinken. Die Musik ist zudem wirklich gelungen und unterstützt die Atmosphäre des gesamten Films. Einfach schön. Wer das erträgt, der kann mit „Can a Song Save Your Life?“ wunderbare 100 Minuten verbringen. Eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS6)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Ich weiß, ihr wartet sehnlichst auf meine Besprechung von „Schöne Bescherung“ – und heute ist es endlich soweit: Zum siebten Mal habe ich den Film im Rahmen dieses Blogs nun schon gesehen – und natürlich will ich auch dieses Jahr wieder meine frischen Eindrücke mit euch teilen. Viel Spaß also mit dieser ganz persönlichen Einstimmung auf die Weihnachtstage…

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Eigentlich habe ich dieses Jahr im Rahmen meines Weihnachtsinterviews auf dem Babykeks-Blog schon alles zum Film gesagt, was man wissen muss, um eben nicht in die typischen Fettnäpfchen zu treten, die Clark Griswold gerade zu magisch anzieht. Aber natürlich liegt darin auch der Witz des Films – und falls ihr euch fragt, ja, ich habe wieder herzhaft gelacht. Selbst die abgedroschensten Slapstick-Nummern zünden noch, vom Wortwitz von John Hughes‘ Drehbuch einmal ganz zu schweigen.

Ich weiß nicht, ob es am neuen Haus liegt, doch Weihnachtsstimmung wollte sich bei mir bisher noch nicht so recht einstellen. Zwar haben wir heute den Weihnachtsbaum aufgestellt, doch verbrachte ich den restlichen Tag mit dem Aufbauen neuer Möbel und habe mich mit der immer noch nicht 100%ig richtig funktionierenden Heizung rumgeschlagen. „Christmas Vacation“ hat mich jedoch neu kalibriert – und somit dürfte ich morgen bestimmt besser auf die Festtage eingestimmt sein.

Wie geht es euch? Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Welche Filme helfen euch dabei? Bei mir hat „Schöne Bescherung“ wieder ebenso gut wie im letzten Jahr funktioniert – und da es nun sogar eine 25th-Anniversary-Ausgabe des Films gibt, wird diese Besprechungsreihe auch nächstes Jahr spannend weitergehen. Freut euch schon einmal darauf – ich könnte mir den Film jetzt schon wieder anschauen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Teenage Mutant Ninja Turtles“ am 8. September 2023 zusammen mit den Kindern erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem auch die vergangene Woche wieder irrsinnig schnell vergangen ist, steht ein weiteres Wochenende vor der Tür. Trotz Feiertag werde ich mich morgen auf die Baustelle begeben, denn der Einzugstermin rückt unaufhaltsam näher. Somit habe ich den Freitagabend für ein wenig Unterhaltung genutzt – oder zumindest das, was „Teenage Mutant Ninja Turtles“ als Unterhaltung versteht. Ich möchte meiner Besprechung jedoch nicht vorgreifen, also lest selbst…

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Die damals in Deutschland noch als Teenage Mutant Hero Turtles bezeichneten Figuren waren die Helden meiner Kindheit. Die ursprüngliche Zeichentrickserie aus den späten 80er Jahren habe ich geliebt, die Actionfiguren fand ich großartig und auf dem SNES habe ich Konamis „Turtles in Time“ bis zum Umfallen gespielt. Der 1990er „Turtles“-Film dürfte zudem zu einem meiner ersten Kinobesuche zählen. Ich bin mit den Turtles aufgewachsen – und umso schmerzhafter war es zu sehen, dass sich ausgerechnet Michael Bay dem Franchise annimmt. Und dann führt auch noch Jonathan Liebesmann Regie, der sich mit „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ und „Zorn der Titanen“ ja schon einen ganze besonderen Namen gemacht hat.

Um es kurz zu machen: Es hätte (noch) schlimmer kommen können. Speziell das neue Design der Turtles passt für diesen realistischen Ansatz doch deutlich besser, als ich dies befürchtet hatte. Die Dynamik zwischen den Figuren funktioniert auch irgendwie, doch so richtig zünden mag die Neuinterpretation nicht. Vielleicht ist aber auch genau dieser Vergleich das Problem: Wer weiß, ob die heutigen Kids nicht diese neue, hippe Art der Inszenierung abfeiern und den Film so wahrnehmen, wie ich damals die Cartoons und die alten Filme? Schwierig, ganz schwierig. Und traurig, ganz traurig.

Als Fan der ersten Stunde konnte ich mit vielen Elementen nichts mehr anfangen. Die Bay-Produktion setzt klar auf den „Transformers“-Look, doch was für mich bei diesem Larger-Than-Life-Franchise noch bis zu einem gewissen Grad funktioniert hat, wirkt hier einfach nur noch aufgesetzt. Speziell die dämliche Handlung hat extrem häufig an meinen Nerven gezerrt und von Besetzungsentscheidungen wie Megan Fox als April O’Neil möchte ich gar nicht erst anfangen. Immerhin hat es Will Arnett (Gob Bluth, „Arrested Development“) endlich auf die große Leinwand geschafft und für so manch unterhaltsame Szene gesorgt.

Fazit

Ein paar Mal kamen bei der Sichtung sogar nostalgische Gefühle auf, nur um im nächsten Moment wieder zerstört zu werden. Unterhalten wurde ich auch teils ganz gut, doch so richtig fallen lassen konnte ich mich nicht. Letztendlich war bei diesem Produktionsteam wohl nichts anderes als glattgebügelte Hochglanzaction zu erwarten – und dennoch schmerzt es ein wenig: 4/10 Punkte.

Galaxy Quest (1999)

Heute war einer dieser Tage. Wieder 10 Stunden auf der Baustelle gewesen und doch nicht wirklich etwas ausgerichtet. Die fehlenden Erholungsphasen machen sich zudem so langsam aber sicher bemerkbar. Somit habe ich bei der Filmwahl auf eine sichere Bank gesetzt und mit „Galaxy Quest“ auf einen nur allzu bekannten Klassiker zurückgegriffen, dessen letzte Sichtung auch schon wieder gut 10 Jahre zurückliegt. Dabei wanderte die DVD früher mit Regelmäßigkeit aller paar Monate in den Player…

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Was soll ich sagen? Der Film funktioniert auch heute noch so gut wie vor 15 Jahren – und zwar, wie die meisten guten Parodien, sowohl als Komödie als auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit in dem Genre, das parodiert wird. Man darf sich als Zuschauer somit über eine Showbiz-Satire, Sci-Fi-Komödie und ein Weltraum-Abenteuer in einem freuen. Und das Beste: „Galaxy Quest“ kommt vollständig ohne Fäkalhumor aus und gibt weder seine Figuren noch die Fans des parodierten Genres der Lächerlichkeit preis. Ich fühlte mich sofort wieder wohl in dieser Welt und war stets gefangen von der Geschichte, auch wenn mir ihre Wendungen nur allzu bekannt waren. Kein Wunder, dass Paramount und Amazon zurzeit an einer Serienversion des Konzepts arbeiten.

Neben dem toll geschriebenen und einfallreichen Drehbuch, überzeugen vor allem die passend ausgewählten Schauspieler: Tim Allen (Mike Baxter, „Last Man Standing“) mimt den egomanischen Captain absolut wunderbar. Sein Gegenpart wird von Alan Rickman (Severus Snape, „Harry Potter“) ebenso überdramatisierend verkörpert. Sam Rockwell (Sam Bell, „Moon“) und Tony Shalhoub (Adrian Monk, „Monk“) ergänzen den männlichen Part der Crew. Als weiblicher Star darf Sigourney Weaver (Ellen Ripley, „Alien“) ganz bewusst als Stichwortgeberin fungieren und bekommt kurz vor Ende auch noch den größten Lacher spendiert: „Ducts? Why is it always ducts?“ Auch wenn einige Witze ganz bewusst auf der Metaebene spielen, so muss man jedoch keine Angst haben, dass der Film beständig die vierte Wand durchbrechen würde.

Auch wenn ich nie expliziter „Star Trek“-Fan war, so sind mir viele parodierte Elemente doch noch aus Zeiten in Erinnerung, in denen nachmittags eben beständig TOS oder auch TNG über den Bildschirm flimmerten. Einfachere Zeiten, in die mich „Galaxy Quest“ auch jedes Mal ein wenig zurück teleportiert. Solltet ihr, liebe Leser, bisher noch nichts von diesem wunderbaren Film gehört haben, und im besten Fall noch ein Herz für Sci-Fi besitzen, dann spreche ich hiermit meine dringendste Empfehlung aus. Reinschauen lohnt sich – es könnte ein neuer Lieblingsfilm warten: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Knights of Badassdom (2013)

Nach einer ziemlich anstrengenden Woche mit viel Arbeit, schlaflosen Nächten und einer fiesen Erkältung, war der Freitagabend das erste große Ziel. Zum Abschalten habe ich mich für „Knights of Badassdom“ entschieden, der sich noch ganz frisch in meiner Sammlung befindet. Ob der LARP-Spaß auch nach der Sichtung dort verweilen darf, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Über „Knights of Badassdom“ hat man in den letzten Jahren viel gelesen. Zumindest in den einschlägigen Online-Medien. Der Film liest sich tatsächlich wie der wahr gewordene Traum eines jeden Fantasy-Nerds: eine Rollenspiel-/LARP-Komödie mit Horror-Einflüssen und beliebten Genre-Stars. Neben Peter Dinklage (Tyrion Lannister, „Game of Thrones“) erfreuen Summer Glau (River Tam, „Serenity“), Ryan Kwanton (Jason Stackhouse, „True Blood“), Danny Pudi (Abed, „Community“)  und viele andere bekannte Schauspieler das Herz der Fans. Wirklich ein Fest, aus dem man einen unglaublichen Film hätte zaubern können. Leider jedoch verrennt sich Regisseur Joe Lynch an der einen oder anderen Stelle.

Die erste Hälfte des Films fand ich wirklich sehr unterhaltsam. Zwar ein wenig unbeholfen inszeniert, doch mit dem Herz am richtigen Fleck und ein paar nette Rollenspiel-Klischees aufgreifend. Mit Auftauchen des übernatürlichen Elements beginnt Lynch jedoch ein wenig zu tief in den Bluteimer zu greifen und vernachlässigt Charaktere und Geschichte. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob es nicht lustiger gewesen wäre, die LARPer hätten sich nur gegen die Paintballer zur Wehr setzen müssen. Jedoch auch der Kampf gegen die echten Monster besitzt einen gewissen Charme, den man doch viel, viel amüsanter hätte gestalten können.

Letztendlich ist „Knights of Badassdom“ rein objektiv betrachtet kein sonderlich guter Film, zu offensichtlich sind die Schwächen im Drehbuch und der Inszenierung. Dagegen steht ein unglaublich sympathischer Cast, der sichtlich Freude am Spiel hatte, und eine trashig-lockere Atmosphäre, die es schwer macht dem Film böse zu sein. Ich wurde somit auch bestens unterhalten und bin trotz extremer Müdigkeit nicht eingeschlafen. Da muss man auch einmal ein Auge zudrücken können: 6/10 Punkte.

Grabbers (2012)

Nachdem ich es letztes Wochenende nicht geschafft habe einen Film zu sehen, nutze ich den Beginn meines Sommerurlaubs (ganze zwei Tage), um dieses Versäumnis nachzuholen. Die Wahl fiel auf „Grabbers“, der schon länger im Regal steht und der angenehm britische bzw. irische Horrorkomödienkost versprach. Ob der Film dieses Versprechen auch einlösen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Mit Richard Coyle in der Hauptrolle, den ich in der TV-Serie „Coupling“ großartig fand und auch in der Terry Pratchett-Verfilmung „Going Postal“ sehr gemocht habe, erwartete ich mir viel Humor und eine sympathische Hauptfigur. Irgendwie bekam ich das auch, wenngleich der Funke auch nicht vollends überspringen wollte. Woran das liegt, ist leicht auszumachen: Das Drehbuch bietet zwar eine nette Grundidee, ein tolles Setting und urige Charaktere, doch Wortwitz und Timing hätten deutlich mehr Feinschliff nötig gehabt, um wirklich zu zünden.

Erstaunlicherweise sind es gerade die audiovisuellen Elemente, die den Film aus dem B-Movie-Sumpf herausheben: Es gibt wunderschöne Landschaftsaufnahmen zu sehen, die CGIs und Animationen sind äußerst hochwertig und selbst der Score geht angenehm ins Ohr – zudem weist er Reminiszenzen an Jerry Goldsmiths „Alien“-Score auf. Die Geschichte dagegen driftet von einem Klischee ins nächste, was für diese Art von Film durchaus passend gewesen wäre, doch wird nie mit der Erwartungshaltung gebrochen, was jede Überraschung im Keim erstickt. Die Handlung entwickelt sich einfach zu sehr nach Schema F.

Letztendlich mochte ich die Idee, dass stark alkoholisierte Iren einer Alien-Invasion trotzen, sehr gerne. Die Umsetzung ist famos, doch leider schwächelt das Drehbuch an vielen Stellen. Das Resultat ist ein netter, kleiner Genrefilm, der nie 100%-ig überzeugen kann, dabei aber zumindest stets unterhaltsam bleibt. Kann man sich als Monsterfilmfreund durchaus anschauen: 6/10 Punkte.

American Pie: Das Klassentreffen – OT: American Reunion (2012)

Dieses Jahr steht mein 15-jähriges Abitreffen an, höchste Zeit also mich auch filmisch darauf vorzubereiten. Dies ist wohl auch die einzige Erklärung, warum es heute ausgerechnet „American Pie: Das Klassentreffen“ in den Player geschafft hat. Nach der Sichtung bin ich nun zwar nicht vorbereitet, was meine eigene Jubiläumsfeier angeht, aber ich hatte zumindest eine unerwartet gute Zeit mit Jim, Stifler und Co.

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Wenn ich an „American Pie“ denke, dann ist diese Erinnerung zweifellos mit meiner eigenen Schulzeit verknüpft. Der Film kam in meinem Abschlussjahr ins Kino und es entwickelte sich tatsächlich ein kleiner Hype um ihn. Auch wenn er weit von der selbst erlebten Party- und Schulrealität entfernt war, so bot dieser offen hormongetriebene Eskapismus doch einen gewissen Reiz. Zudem besaß der Soundtrack mit Bands wie Blink 182 und Co. ein paar veritable Hits, durch die man sich im House- und Techno-verseuchten Freundeskreis endlich bestätigt sehen konnte. Letztendlich war ich zwar ein wenig enttäuscht, da ich den Film nicht halb so lustig fand, wie ich erwartet hatte, doch würde ich durchaus sagen, dass er für die damalige Jugend irgendwie wichtig war.

„American Pie 2“ hatte ich etliche Jahre später im TV gesehen und fand ihn doof. Der dritte Teil lief dann irgendwann an einem DVD-Abend bei Freunden. Ich kann mich kaum noch daran erinnern. Als eine Neuauflage angekündigt wurde, hielt sich mein Interesse in Grenzen – und doch hat ihn ein günstiger Preis irgendwann in meine Sammlung gespült. Nach der Sichtung muss ich nun zugeben, dass ich besser unterhalten wurde, als ich dies für möglich gehalten hätte. Sicher drückt der Film ganz bewusst alle Knöpfe, auf denen auch nur im Entferntesten Nostalgie geschrieben steht, doch das macht er erstaunlich gut. Man erinnert sich an den ersten „American Pie“ – und damit auch unzweifelhaft an die eigene Jugend und reflektiert automatisch eigene Lebenssituation, auch wenn sich diese (wie bereits damals) stark von den gezeigten Lebensmodellen unterscheidet.

Neben der Nostalgie bietet „American Reunion“ teils spaßige, größtenteils ziemlich flache Unterhaltung, die – wie nicht anders zu erwarten – stets die Gürtellinie umkreist. Ich hatte meinen Spaß damit und fand es durchaus nett, die altbekannten Schauspieler einmal wieder zu sehen, von denen es neben Alyson Hannigan (Lily aus „How I Met Your Mother“) kaum jemand wirklich weit gebracht hat. Wenn man eine Schwäche für Nostalgie hat, und ab und zu auch flacheren Komödien nicht abgeneigt ist, dann kann man durchaus Spaß mit diesem Klassentreffen haben: 7/10 Punkte.

Die Braut des Prinzen – OT: The Princess Bride (1987)

Meine heutige Besprechung von Rob Reiners Fantasy-Klassiker „Die Braut des Prinzen“ soll zeigen, wie wichtig die Erwartungshaltung bei einer Filmsichtung ist – speziell wenn es sich um einen älteren Film handelt, der einem nicht schon seit Kindheitstagen begleitet. Wie ich auf „The Princess Bride“ gestoßen bin und was sich seit meiner Erstsichtung vor knapp 12 Jahren geändert hat, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Im Jahr 2003 war ich komplett im Fantasy-Fieber: „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ hatte das Kino für mich verändert und ich war auf der Suche nach vergleichbaren Erfahrungen. Ob nun Ralph Bakshis Zeichentrick-Version des gleichen Stoffes, George Lucas‘ „Willow“ oder Ridley Scotts „Legende“ – es wurde jeder Film geschaut, der auch nur annähernd dem Fantasy-Genre zugeordnet werden konnte. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis ich über „Die Braut des Prinzen“ stolpern sollte. Um es kurz zu machen: Die damalige Sichtung war eine einzige Enttäuschung.

Ich hatte einen ernsthaften Fantasy-Film erwartet und kam mit dem humorvollen Märchencharakter, der die Geschichte natürlich ausmacht, so überhaupt nicht klar. Die DVD wurde an eine Kommilitonin verkauft, die meine Argumente gegen den Film überhaupt nicht nachvollziehen konnte (aus heutiger Sicht verständlich), und ich hätte schwören können, dass ich nie wieder einen Gedanken an „The Princess Bride“ verschwenden würde. Es kam jedoch anders, aus filmhistorischer Sicht wurde mein Interesse wieder geweckt und somit wanderte vor Kurzem die Blu-ray ins heimische Filmregal – und was soll ich sagen? Mit der richtigen Erwartungshaltung ist der Film tatsächlich ein ziemlicher Volltreffer.

Wenn ich 2003 schon gewusst hätte, dass „Die Braut des Prinzen“ eher an „Shrek“ oder „Der Sternwanderer“ (den es damals natürlich noch nicht gab) erinnert, als an große Fantasy-Epen, dann wäre mir die Enttäuschung wohl erspart geblieben. Heute wusste ich die liebevolle Rahmenhandlung (ein Großvater, gespielt von Peter Falk, liest seinem Enkel, gespielt von Fred Savage, eine Geschichte vor) genauso zu schätzen, wie die wunderbar komische Erzählung rund um Buttercup, Westley, Inigo Montoya und wie sie alle heißen. Ein wunderbares Märchen, das selbst nach all den Jahren noch verzaubern kann – auch wenn mich wohl nie die Magie erreicht, die Zuschauern zuteil wird, die den Film noch aus der eigenen Kindheit kennen.

Rob Reiners Regie ist angenehm klassisch und die Darsteller passen perfekt in ihre Rollen. Den größten Aha-Effekt erlebte ich wohl, als ich Mandy Patinkin (ganz genau: Saul Berensen aus „Homeland“) als Indigo Montoya wiedererkannte. Es sind eben doch schon über 25 Jahre ins Land gezogen, was man auch an den charmant wirkenden, gezeichneten Matte-Paintings und dem 80er Jahre Score merkt. Wer weiß, vielleicht schafft es „Die Braut des Prinzen“ mich bei der nächsten Sichtung noch mehr für sich einzunehmen? Diese zweite Sichtung war auf jeden Fall schon ein Fezzik-Schritt in die richtige Richtung: 8/10 Punkte.

Almanya: Willkommen in Deutschland (2011)

Mein erster deutscher Film seit ich mich vor einem Vierteljahr zur Sichtung eines recht öden „Tatort“ durchgerungen hatte, was mich wohl nicht gerade – wie auch in diesem Film herrlich auf die Schippe genommen wird – als typischen Deutschen charakterisiert. Glücklicherweise sind nicht alle deutschen Filme so dröge wie unsere liebste Krimi-Unterhaltung – und speziell „Almanya: Willkommen in Deutschland“ kann als glänzendes Beispiel beeindrucken. Insofern kann ich an dieser Stelle schon einmal eine dicke Empfehlung aussprechen. Warum? Lest doch einfach weiter…

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Mein Interesse an „Almanya: Willkommen in Deutschland“ wurde durch nicht nur eine, nein, gleich zwei Besprechungen in einem meiner Lieblingspodcasts geweckt. Auch wenn es bis zur Sichtung ein wenig länger dauern sollte, hatte ich den Film seitdem immer auf dem Schirm und war schon entsprechend neugierig. Heute, bei einmal wieder knapp 40 °C, schien mir der richtige Zeitpunkt für eine entspannte Familienkomödie, die zu großen Teilen in der sonnigen Türkei spielt, gekommen zu sein. Und es war ein voller Erfolg: An Schlaf war trotz extremer Müdigkeit nicht zu denken und ich wurde so von der Geschichte und speziell den Charakteren mitgerissen, wie mir das schon lange nicht mehr passiert ist. Dabei hat der Film meine Erwartungen nur teils getroffen und sich speziell im letzten Drittel ganz anders entwickelt als ich vermutet hätte.

Wenn deutsches Kino und Geschichte aufeinandertreffen, dann bedeutet das in der Regel a) Nationalsozialismus oder b) DDR. Bei „Almanya: Willkommen in Deutschland“ kommen nun aber zwei Deutsch-Türkinnen um die Ecke und richten den Scheinwerfer auf ein vom Kino bisher komplett ignoriertes Kapitel deutsch-türkischer Geschichte – und das ohne jeglichen erhobenen Zeigefinger, Bedeutungsschwere oder einer aufgesetzten Moral. Das Drehbuch ist so locker-leicht, dass es eine wahre Freude ist. Jegliche Klischees werden sowohl auf deutscher als auch auf türkischer Seite durchgespielt und am Ende zählt letztendlich nur das, was überall am wichtigsten ist: die Familie.

Der Ideenreichtum der jungen Filmemacherinnen ist dabei wahrlich beachtenswert: Ob völlig überzeichnete Traumszenen, oder eine eigens erfundene Kauderwelsch-Sprache, die uns an den Verständnisproblemen der eingewanderten Türken teilhaben lässt – in dem Film steckt so viel Erzählfreude, dass die knapp 100 Minuten wie im Flug vergehen. Dabei ist die Dramaturgie nicht immer perfekt und es gibt einige Auslassungen, welche die Charakterentwicklung von manchen Nebenfiguren ein wenig oberflächlich erscheinen lassen. Die dramatische Wendung im letzten Drittel liegt zwar schon seit dem Prolog in der Luft, doch hat mich der Film damit dennoch voll erwischt. An manchen Stellen erschien mir die Inszenierung dies fast ein wenig zu sehr auszukosten, doch hat dies der emotionalen Wirkung keinen Abbruch getan.

Ich hatte zwar schon das Gefühl, dass mir „Almanya: Willkommen in Deutschland“ gut gefallen könne, doch dass ich davon so mitgerissen werde, hätte ich nicht gedacht. Im besten Sinne einfach nur ein schöner Film. Ebenso wie die Kollegen vom Sneakpod werde ich ihn bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen haben. Also, liebe Landsleute, besser weniger „Tatort“ schauen und mehr Kinofilme wie diesen: 8/10 Punkte.

Veronica Mars (2014)

Nachdem ich heute nach der Arbeit noch spontan meine zwei Wasserratten ins Freibad entführt hatte, war ich danach eigentlich reif für einen ausgiebigen Sofaschlaf. Doch es kam ein neues Päckchen mit zwei Filmen an – und „Veronica Mars“ war einer davon. Eigentlich sollte man meinen, dass ich nach acht Jahren des Wartens (dem Ende meiner Sichtung der dritten Staffel) noch einen Abend länger hätte warten können, doch dem war nicht so. Und somit ging es zurück nach Neptune, Kalifornien…

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Als ich damals von der Kickstarter-Kampagne hörte, war ich sehr erfreut, aber auch nicht übermäßig gehypt, da meine Sichtung der Serie doch schon wieder sehr lange zurücklag. Dennoch verfolgte ich die Neuigkeiten um die Entstehung des Films mit großem Interesse und markierte mir den Kinostart im Kalender. Ins Kino geschafft habe ich es aufgrund der verschwindend geringen Anzahl an O-Ton-Kopien natürlich nicht – und wie man am Datum der Sichtung merkt, hat die Blu-ray auch nicht sofort ihren Weg in mein Filmregal gefunden. Vorfreude war zwar noch vorhanden, doch die Erwartungen eher gemäßigt. Vielleicht einer der Gründe, warum mich der Film deshalb umso mehr überzeugte. Hach, toll!

Schon nach ein paar Minuten sahen meine Frau und ich uns an und sprachen zeitgleich aus, wie sich der Film anfühlt: Es ist als würde man nach Hause zurück kommen. So, damit habe ich es gesagt. Spätestens jetzt sollte allen Lesern klar sein, dass ich trotz meiner gedämpften Erwartungen im Vorfeld ein komplett rosarotes Fanboy-Erlebnis hatte. Well, you know what they say: Veronica Mars, she’s a marshmallow. Auch heute noch. Auch nach acht Jahren ist die Magie wieder da gewesen, die Dialoge waren schmissiger denn je und alle wichtigen Charaktere haben Neptune einen Besuch abgestattet. Es gab Fanservice an allen Ecken, jedoch nie aufdringlich und plump, sondern immer sympathisch und authentisch.

Wie zu erwarten fühlt sich die Geschichte an, wie eine große Episode der TV-Serie. Dies mag für Zuschauer, welche die Serie nicht kennen, seltsam erscheinen, doch Fans werden sich sofort zu Hause fühlen. Auch wenn eine Produktion wie „Veronica Mars“ natürlich auf finanziellen Erfolg aus ist, so wirkt die Fan-Komponente hier echt und sympathisch genug, dass ich dem gesamten Erlebnis unglaublich wohlwollend gegenüberstand – ganz ähnlich wie „Hit & Run“, dem Film von Kristen Bells Ehemann Dax Shepard, der auch im Film seiner Frau einen urkomischen Cameo-Auftritt absolvieren durfte.

Was soll ich sagen? Ich bin begeistert und fast ein wenig traurig, dass es nur ein Film war und kein Pilot einer neuen Serienstaffel. Zu gerne würde ich noch weitere Fälle mit Veronica Mars lösen und Neptune auf den rechten Pfad bringen. Aber man muss ja dankbar sein für das, was man bekommt – und nach „Firefly“ und „Serenity“ hat es nun also auch mit „Veronica Mars“ geklappt. Dass beide Filme kein großer finanzieller Erfolg waren, unterstreicht den Fan-Gedanken und macht sie deshalb wohl umso exotischer und besonders für die Serien- bzw. Filmgeschichte. Schon lange hat kein Film mehr so konsequent über seine gesamte Laufzeit ein Lächeln auf meine Lippen gezaubert – deshalb lautet die Fanboy-Wertung: 9/10 Punkte.