Sherlock Holmes (2009)

Früher habe ich Guy Ritchies Filme geliebt. Sowohl „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ als auch „Snatch“ waren damals echte Kultfilme in meinem Freundeskreis. Danach habe ich jedoch schnell das Interesse an Ritchies Werk verloren. Erst mit seiner 2009er Interpretation von „Sherlock Holmes“ tauchte er wieder auf meinem Radar auf. Eine zweifelsfrei lohnende Wiederbegegnung. Keine Frage.

Zunächst einmal fällt die grandiose Optik des Films auf. Die Ausstattung ist wahrlich überwältigend. Besonders das detailreiche Bild der Blu-ray lädt öfter einmal dazu ein, einzelne Frames ausführlich zu studieren. Trotz des viktorianischen Settings wirkt der Film unglaublich dynamisch und modern. Hier hat man – auch was die Charaktere angeht – eine äußerst faszinierende Mischung aus klassischem Abenteuer- und modernem Actionfilm geschaffen. Da macht das Zuschauen wirklich Spaß.

Neben der Optik lebt der Film vor allem von seinen Darstellern. Robert Downey Jr. („Ironman“) und Jude Law geben ein herrliches Leinwandpaar, welches eine wunderbare Chemie besitzt. Dabei kann der Film eine homoerotische Spannung zwischen seinen Figuren nicht verleugnen, was auch durchaus zum schrägen Ton des Films passt. Die leider nicht sonderlich tief gehenden Charaktermomente sind auch das Highlight des Films und trösten über so manche Schwäche in der Geschichte hinweg.

Die Handlung ist wirklich nicht sonderlich innovativ. Ein Bösewicht, ein paar falsche Fährten, stimmungsvolle Sets und ein paar knackige Actionsequenzen. Am Ende dann eine wenig überraschende Auflösung samt Showdown. Leider nichts, was besonders lange im Gedächtnis bleiben wird. Das ist leider auch der Knackpunkt, der dem Film letztendlich eine höhere Bewertung verwehrt.

Guy Ritchies „Sherlock Holmes“ ist eine spannend inszenierte und modern visualisierte Interpretation der klassischen Detektivreihe. Der Film macht teils (besonders in seiner Hälfte) unglaublich viel Spaß, gegen Ende enttäuscht die Geschichte dann leider doch etwas. Dennoch sollte man sich den Film alleine aufgrund seiner famosen Optik und den gut aufgelegten Darstellern ansehen. Einfach unterhaltsames Popcornkino: 7/10 Punkte.

2012 (2009)

Was für ein Trash! Das waren wohl die Worte, die mir bei der Sichtung von Roland Emmerichs „2012“ am häufigsten durch den Kopf gegangen sind. Bei seiner Kinoauswertung hat mich der Film nicht sonderlich interessiert, doch da die Effektszenen im Trailer durchaus beeindruckend sind und ich zudem John Cusack recht gerne sehe, habe ich mich dennoch auf den Film eingelassen.

Die erste Stunde ist auch richtig gute Unterhaltung, wenn man in der Lage ist sich auf den Film einzulassen. Wer mehr erwartet, als ein monströses Effektspektakel, darf sich eigentlich sowieso nicht beschweren. Die Prämisse ist zugeschnitten auf eine Genereration von Zuschauern, welche „Galileo“ oder „Welt der Wunder“ als hochwissenschaftliche Sendungen sehen. Wohl unterhaltsam, aber eben auch nicht konsumierbar ohne sich stets zu denken: Was für ein Trash!

Der pseudowissenschaftliche Hintergrund ist für den Spannungsaufbau durchaus ausreichend und die Charaktere werden – typisch für dieses Genre – in episodenhaften Szenarien vorgestellt. Soweit, so gut. Als dann das Chaos losbricht gibt es unglaubliche Schauwerte zu bewundern. Beinahe schon zu viel für die Rezeptoren. Reizüberflutung deluxe. Mit „2012“ hat Emmerich wohl tatsächlich die obere Fahnenstange des Gigantismus im Katastrophenfilm erreicht. Mehr wird – zumindest in den kommenden Jahren – einfacht nicht gehen.

Ungefähr ab der Hälfte – und nachdem man mit Woody Harrelsons Charakter die unterhaltsamste Figur des Films vorzeitig hat aussteigen lassen – gibt es die ersten wirklich dramatischen Szenen zu sehen und mit diesen fällt der Film in sich zusammen. Die Charaktere sind viel zu blass, um echtes Drama transportieren zu können. Das Drehbuch ist zu flach und schlecht konstruiert, um das Interesse über die viel zu langen zweieinhalb Stunden aufrecht zu erhalten. Selbst den tollen Effektszenen wurde ich irgendwann überdrüssig.

Das Finale auf der Arche ist zudem wirklich öde. Es mag daran liegen, dass ich gestern auch schon ziemlich müde war, doch die pseudo-humanitären Diskussionen um den Wert eines Menschenlebens waren einfach nur nervtötend und zudem schlecht geschrieben und langweilig inszeniert. Wer will so etwas in einem Film wie „2012“ schon sehen? Hier konnte sich der Film nicht einmal mehr auf seinen Trashfaktor berufen, der ihn in den vorherigen zwei Stunden über Wasser gehalten hat.

Auch wenn ich als CGI-Freund die Effekte ziemlich gelungen und beeindruckend fand, so muss ich doch sagen, dass der restliche Look des Films doch sehr an meinen Nerven gezerrt hat: Liebe Regisseure (und besonders Michael Mann), bitte lasst die Finger von diesem scheußlichen Videolook! Das will im Kino wirklich niemand sehen. Glücklicherweise fällt dieser Look nur in wenigen Szenen auf, doch das reichte aus, um mich immer wieder aus dem Film zu reißen.

Insgesamt hat Emmerich mit „2012“ zum dutzendsten Mal die gleiche Geschichte erzählt. Dieses Mal nur mit noch mehr Wumms und noch weniger Drehbuch. Visuell teils atemberaubend, doch inhaltlich einfach nur mau. Kann man sich als VFX-Freund durchaus anschauen und als solcher wird man ein absolut durchschnittliches Effektespektakel bis zu einem gewissen Grad auch zu schätzen wissen: 5/10 Punkte. Was für ein Trash!

Star Trek (2009)

Auch wenn ich als Jugendlicher unzählige Episoden der ersten beiden TV-Serien gesehen habe, würde ich mich nicht als Fan, geschweige denn Trekkie oder Trekker bezeichnen. Dennoch habe ich mich sehr auf J.J. Abrams Neuinterpretation von „Star Trek“ gefreut. Zum einen weil ich Abrams Art Geschichten zu erzählen mag und zum anderen, weil es sowieso viel zu wenig gelungene Space Operas da draußen gibt.

Wenn ich an „Star Trek“ denke, dann sehe ich Pappkulissen, Mr. Spocks Ohren und Uhuras kurzen Rock. Jede Episode war nahezu identisch aufgebaut, doch bereits damals wusste ich den trashigen Charme der Serie zu schätzen. Was hatte man in den frühen 90ern auf für eine Wahl? Mein letztes Zusammentreffen mit der Crew der Enterprise dürfte bei einem der Kinofilme gewesen sein, doch die Erinnerungen daran sind bestenfalls schemenhaft. Trotz – oder gerade wegen – meiner nur rudimentären Kenntnisse des „Star Trek“-Universums konnte ich die Neuauflage wirklich genießen.

Zunächst einmal muss ich Abrams für die Besetzung der Hauptrollen loben. Zachary Quinto (bekannt als Sylar aus der TV-Serie „Heroes“) ist wirklich die perfekte Besetzung des jungen Mr. Spock, was sich besonders im Zusammenspiel mit Leonard Nimoy offenbart. Chris Pine gibt einen rebellischen James T. Kirk und ist in meinen Augen ein guter Ersatz für William Shatner. Auch der restliche Cast ist perfekt gewählt, wobei mir natürlich besonders Simon Peggs („Shaun of the Dead“) Scotty ein Lächeln auf die Lippen zauberte.

Auch wenn die Geschichte an sich nicht sonderlich innovativ oder wendungsreich ist, liegt in dieser die wahre Genialität von Abrams Neuinterpretation. Durch einen kleinen, aber umso geschickteren Kniff gelingt es ihm seine Version von „Star Trek“ sowohl bei Hardcorefans als auch Gelegenheitszuschauern zu etablieren und die Reihe dennoch offen für völlig neue Geschichten zu halten. Fabelhaft!

Insgesamt wirkt der 2009er „Star Trek“ tatsächlich nur wie das erste Kapitel einer größeren Geschichte. Man hungert bereits beim Abspann nach mehr. So ging es zumindest mir. Die Geschichte des Films ist zu dünn, um die Zuschauer wirklich zufrieden zu stellen. Dafür gibt es ausführliche Charakter- und Actionszenen, was – wie es typisch für Abrams ist – glücklicherweise keinen Widerspruch darstellt.

Ich für meinen Teil bin äußerst zufrieden mit der Neugestaltung des Franchise. Hardcorefans werden sich wohl darüber ärgern, dass Abrams sich an „Star Wars“ angenähert hat, doch dürfte das der Reihe neue Zuschauergruppen erschlossen haben. Ich persönlich habe nun sogar wieder Lust auf die ursprüngliche TV-Serie und die Kinofilme bekommen. Ein Neustart, der unglaublich viel Spaß macht: 8/10 Punkte.

96 Hours – OT: Taken (2008)

Zu Beginn der Feiertage habe ich mir mit Pierre Morels „96 Hours“ – oder „Taken“ wie der Originaltitel lautet – einen nicht gerade friedfertigen Film ausgewählt. Die Produktion aus dem Hause Luc Besson macht keine Gefangenen und bietet einen Adrenalinrausch, wie ich ihn auf dem heimischen Bildschirm schon lange nicht mehr erlebt habe.

Die Geschichte ist simpel: Die Tochter eines Ex-Agenten wird entführt, woraufhin sich dieser auf die Suche macht und nach Rache sinnt. Während der relativ ausführlichen Exposition lernt man die Charaktere ziemlich gut kennen und kann somit dem Schmerz und die Wut des Vaters bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Somit ist die wichtigste Voraussetzung für einen effektiven Selbstjustizthriller gegeben, der sich glücklicherweise nicht mit Moralfragen aufhält, sondern sofort zur Sache kommt.

Sicher kann man den Film als reaktionäre Gewaltfantasie mit offen propagiertem Fremdenhass sehen, doch dann dürfte man sowieso nicht zur Zielgruppe gehören und seit den 80er Jahren jeden Actionfilm gemieden haben. Ein Film braucht nun einmal Bösewichte. Hier sind hat es eben Albaner, Franzosen und Araber getroffen und das nicht zu knapp, womit ich auch zum nächsten Punkt kommen möchte: Liam Neesons Bryan Mills. Der Mann, der rot sieht. Blutrot. Selten habe ich solch einen kompromisslosen und übertriebenen Rachefeldzug gesehen. Jegliche Diskussion moralischer Fragen hätte die treibende Handlung völlig zerstört. Kritik dieser Art schießt für mich völlig am Ziel vorbei, zudem es sich um eine französische und eben keine US-Produktion handelt.

Für Actionfreunde ist „Taken“ eine kleine Offenbarung. Hart, dreckig und unglaublich treibend inszeniert. Pierre Morel sollte man sich als Genrefan wahrlich merken. Auch Liam Neeson („Rob Roy“) hat mich endlos begeistert. Sicher verliert sich die Geschichte – besonders gegen Ende – in immer phantastischeren Regionen, doch mochte mich das nicht wirklich stören, denn schließlich ist dies ein herrlich altmodischer Actionkracher und kein Politdrama.

Wer 90 Minuten im Zeitraffer verfliegen sehen möchte und dem Genre zudem nicht abgeneigt ist, der sollte „Taken“ dringend auf seine Liste setzen. Ein Adrenalinrausch in 24 Bildern pro Sekunde: 8/10 Punkte.

Iron Man (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Iron Man“ am 26. Mai 2012 und am 9. März 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Nachdem der Film schon viel zu lange ungesehen im Regal steht, habe ich mich gestern Abend Jon Favreaus „Iron Man“ angenommen. Obwohl ich Comicverfilmungen generell mag, konnte ich mich zuvor nicht so recht zu einer Sichtung aufraffen. Warum auch immer. Nun bin ich aber froh, es getan zu haben.

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Iron Man (2008) | © Walt Disney

„Iron Man“ ist das Musterbeispiel eines Superheldenfilms bzw. des ersten Films einer ganzen Reihe. Wie bereits in „Spider-Man“ oder „Batman Begins“ lernt die Hauptfigur ihre neu gewonnenen Fähigkeiten hier zunächst kennen und muss sich mit einer veränderten Lebenssituation auseinandersetzen. Dies geschieht hier einerseits in eher düsteren Szenarion (Tony Starks Gefangenschaft), andererseits in eher komödiantischen Gefilden (Tonys Privatlabor). Eine wahrlich unterhaltsame Mischung.

Die restliche Geschichte – abgesehen vom Erfinden und Zusammenschrauben des Anzugs – ist eher belanglos. Die Darstellung von Tony Starks Lebensstil macht dank eines grandiosen Robert Downey Jr. richtig Spaß, doch die Entstehung des Bösewichts sowie der obligatorische Endkampf stammen eher aus der Klischeekiste. Nett anzusehen, aber (noch) nicht wirklich sonderlich faszinierend. Immerhin musste ich anfangs zweimal hinschauen, um Jeff Bridges (mit Glatze und Vollbart) zu erkennen.

Fazit

Mir hat der Film enorm viel Spaß gemacht und ich kann mir gut vorstellen, den zweiten Teil nun schneller zu sichten. Favreaus Interpretation des Marvel-Comics spielt für mich zwar nicht ganz oben unter den Comicverfilmungen mit, ist aber doch ein mehr als nur gelungener Beitrag. Als Genrefreund sollte man auf jeden Fall reinschauen: 7/10 Punkte.

Stirb langsam 4.0 – OT: Live Free or Die Hard – Recut Version

Weiter geht es im Fortsetzungswahn. Len Wisemans „Stirb langsam 4.0“ ist das von Fans lange erwartete und gefürchtete Sequel zu den Actionklassikern der späten 80er und frühen 90er Jahre. Es lagen folglich Erwartungen vor, die unmöglich erfüllt werden konnten. Oder etwa doch?

Um es vorwegzunehmen: Len Wiseman ist mit seiner Modernisierung des Actionmythos ein durchaus würdiger Nachfolger gelungen. Stets unterhaltsam, mit einem herrlich aufspielendem Bruce Willis und ausreichend fetziger Action. Das eigentliche Kunstück war jedoch wohl John McClane glaubhaft in eine Bedrohungssituation zu bringen, die dem Kino des neuen Jahrtausends würdig ist und dementsprechend auch eine neue Generation von Kinogängern für den alternden Actionhelden begeistern kann.

Ich hatte wirklich befürchtet, dass die Cybercrime-Rahmenhandlung zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist und vom Sujet her absolut unpassend für diesen klassischen Heldentypus. Doch die Sache funktioniert erstaunlich gut, besonders wenn man den Spagat zwischen alter und neuer Zielgruppe bedenkt. Zwar gibt es wieder unzählige dumme Computerklischees und Logiklücken, doch abgesehen davon wirkt die Bedrohung doch recht real im heutigen Zeitalter der globalen Vernetzung.

Die Aufstellung der Bösewichte erinnert tatsächlich an die der klassischen Filme. Timothy Olyphant hat mir erstaunlich gut gefallen. Vielleicht etwas schmierig, doch insgesamt ein passender Gegenspieler im Rahmen der Handlung. Auch McClanes Sidekick Matt Farrell (Justin Long) war nicht ganz so nervig, wie ich das nach den Trailern befürchtet hatte. Dennoch hat er den Fokus von der eigentlichen Hauptfigur abgelenkt, was ich schade fand.

Die Actionszenen fand ich größtenteils klasse inszeniert, doch – wie hätte es anders sein sollen? – zu übertrieben und teils auch zu CGI lastig. Besonders der Kampf gegen den Jet hätte dann doch nicht in all seiner Ausführlichkeit sein müssen. Wenn ich so etwas sehen will, dann schaue ich mir lieber noch einmal James Camerons „True Lies“ an.

Insgesamt bin ich mit „Stirb langsam 4.0“ durchaus zufrieden. Ich hatte zwei Stunden lang wirklich großen Spaß und habe mich letztendlich doch nicht an so vielen Sachen gestört, wie ich anfangs noch befürchtet hatte. Wer mit den Modernisierungen leben kann und keinen waschechten 80er bzw. 90er Jahre Actionfilm erwartet, der dürfte auch als Fan viel Spaß mit John McClane im neuen Jahrtausend haben: 7/10 Punkte.

Babylon A.D.

Seltsamerweise habe ich eine Schwäche für Filme, denen eine komplizierte Produktion nachgesagt wird. Auch wenn Mathieu Kassovitz‘ „Babylon A.D.“ fast nur vernichtende Kritiken eingefahren hat, war mein Interesse demnach dennoch geweckt. Zudem fallen Genre und Setting ziemlich genau in mein filmisches Beuteschema.

Eine Science-Fiction-Geschichte, die in der nahen Zukunft spielt. Dreckig und realistisch sowie durchsetzt mit sozialkritischen Themen. Das hört sich doch gar nicht so verkehrt an. Vin Diesel spielt in dieser Geschichte einen Söldner, der eine junge Frau von A nach B bringen und vor den Gefahren dieser kaputten Welt beschützen soll. Kommt einem diese Handlung bekannt vor? Stimmt. Da gab es doch Alfonso Cuaróns „Children of Men“, den man aber am besten gleich wieder vergisst um „Babylon A.D.“ nicht noch schlechter aussehen zu lassen.

Die Geschichte zieht einfach nicht. Keine Spur. Die Figuren sind einem egal und die Handlung ist viel zu bruchstückhaft. Völlig belanglose Szenen werden bis zur Unendlichkeit breitgetreten und fängt der Film einmal an interessante Ansätze zu zeigen, werden diese sofort wieder ignoriert. Man freut sich förmlich auf die nächste Actionsequenz, damit überhaupt etwas vorwärts geht. Kommt die Action dann endlich, mag man gar nicht so recht glauben wie langweilig diese inszeniert wurde. Ich denke hier nur an die Schneemobil-Verfolgungsjagd. Angestaubter als in jedem „James Bond“-Film der 60er und 70er Jahre.

Irgendwann geht es auch tatsächlich mit der Handlung weiter. Pseudoreligiöser Schwachsinn gepaart mit ach so gefährlicher Bioinformatik. Hat man so ja auch noch nie gesehen. Hier verkommt der Film beinahe schon zur Karikatur seiner selbst und man weiß als Zuschauer nicht, ob man lachen oder weinen soll. Unglaublich. Der Film hat für mich gefühlte drei Stunden gedauert, dabei war die ziellose Odyssee bereits in knapp 90 Minuten abgefrühstückt. Auch eine Leistung.

Was gibt es Positives zu berichten? Die Atmosphäre war teils ganz nett und das Setdesign hatte durchaus potential. Dafür fiel mir der Soundtrack bereits nach nur wenigen Minuten auf die Nerven. Penetranter Hip-Hop, der vermutlich unterstreichen sollte, was für ein harter Typ Toorop (Vin Diesel) doch ist. Nein, mein lieber Mathieu Kassovitz, das war wohl ein Griff ins Klo. Auf ganzer Linie. Einmischungen des Studios hin oder her.

Ich kann diesen Film wirklich niemandem empfehlen. Er mag zwar seine unterhaltsamen Momente gehabt haben, doch der langweilige und uninspirierte Rest wiegt gegen diese einfach zu schwer. Es ist bestimmt auch kein Zufall, dass man die Vorlage immer noch nicht in deutscher Übersetzung auf den Markt geworfen hat. Muss man wirklich nicht sehen: 2/10 Punkte.

Jumper

Da der geplante Kinobesuch leider ins Wasser gefallen ist, bin ich auf Doug Limans „Jumper“ ausgewichen. Ein Film, der mich aufgrund seiner Prämisse trotz der verhaltenen Kritiken gereizt hat. Ein Fehler?

Wer hat sich noch nie gewünscht alleine durch die Kraft der Gedanken zu reisen? Teleportation. So einfach. Eine wunderbare Ausgangssituation für eine Geschichte. Was man hier hätte abfeuern können. Komplexe Regeln, unzählige Begegnungen und gebrochene Charaktere. Leider jedoch wurde in „Jumper“ allein auf die audiovisuelle Tube gedrückt.

Der Film basiert lose auf dem identisch betitelten Roman von Steven Gould, welcher allerdings deutlich mehr Tiefe besitzen soll. Warum man die offensichtlichen Möglichkeiten in der Verfilmung nun ungenutzt ließ? Wie so oft eine Frage, die wohl nur die Produzenten beantworten könnten. Anscheinend wurde die Geschichte von Beginn an auf eine Trilogie ausgelegt, wovon man – bis auf den dämlichen Cliffhanger – leider nicht sonderlich viel merkt.

Der Film ist kein kompletter Reinfall und bietet über knapp 80 Minuten Laufzeit durchaus gute Unterhaltung. Hayden Christensen bleibt leider völlig blass, nur Jamie Bell bringt etwas Abwechslung in die lahme Geschichte. Was bleibt ist ein nett anzusehendes Actionfeuerwerk mit netter Idee, dem es jedoch an emotionaler Kraft und Handlungstiefe mangelt: 5/10 Punkte.

Terminator: Die Erlösung – Director’s Cut – OT: Terminator Salvation (2009)

Wie so oft in letzter Zeit gab es mit McGs „Terminator: Die Erlösung“ einmal wieder einen Nachklapp zu einer bekannten und beliebten Trilogie mit großer Fansbasis. Milking the Franchise. Dennoch hatte ich mich wirklich auf den Film gefreut und wurde auch entsprechend gut unterhalten.

Zunächst einmal war ich froh, dass man nicht wieder in der Vergangenheit ansetzt und das bekannte Fluchtszenario durchspielt. Seit den Flashforwards in „Der Terminator“ bin ich schon heiß auf die düstere Zukunft. Nun endlich war es soweit. In diesem aktuellen Film befindet sich Skynet allerdings noch im Aufbau, so dass die Welt eher an Endzeitfilme wie „Mad Max“ erinnert, als an die aus den „Terminator“-Filmen bekannten Bilder. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Leider ist die Geschichte – wie bereits schon in „Terminator 3: Rebellion der Maschinen“ – eher als Alibi für ausufernde Actionszenen zu sehen. Diese sind dafür wirklich sehenswert und machen enorm viel Spaß. Auch die Handlung birgt durchaus Potential, doch leider wurden die Schwerpunkte falsch gesetzt. Was will man als Fan sehen? Natürlich einen aufstrebenden John Connor, wie wir ihn uns seit „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ erhoffen. Leider ist Christian Bales John Conner ein derartiger Unsympath, dass selbst Nick Stahls blasse Interpretation im dritten Teil mehr Sympathien für sich verbuchen konnte.

Neben dem Erzählstrang um John Connor gibt es mit Marcus Wright eine neue Figur, die doch tatsächlich mehr her macht, als die vermeintliche Hauptfigur. Dadurch verschiebt sich die Gewichtung der Mythologie jedoch, was dem Film letztendlich schadet. Gegen Ende wirkt die Geschichte auch leider ziemlich konstruiert, was so manchen Effekt verpuffen lässt. Dafür gibt es noch einen herrlichen CG-Arnie zu sehen, der besonders Fans des ersten Teils Freudentränen in die Augen treiben wird.

Alles in allem ist „Terminator Salvation“ ein unterhaltsamer Actionfilm mit tollem Setting und vielversprechender Zukunft. Die Geschichte ist eher nebensächlich und wer den Film nicht beständig mit den zwei unantastbaren Klassikern vergleicht, kann auf jeden Fall seinen Spaß haben. Hat mir sogar einen Tick besser gefallen, als der zweite Aufguss: 6/10 Punkte.

Underworld: Aufstand der Lykaner – OT: Underworld: Rise of the Lycans (2009)

Zum Wochenendauftakt habe ich mir Patrick Tatopoulos „Underworld: Aufstand der Lykaner“ angesehen. Da ich die ersten beiden Teile recht gerne mag, waren die Erwartungen durchaus hoch. Leider jedoch konnte der jüngste Spross dieses Franchise sie nicht auch nur annähernd erfüllen.

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Bereits im Vorgänger „Underworld: Evolution“ gab es einige Szenen zu sehen, die in der Vergangenheit spielten. Diese machten wirklich enorm viel Spaß und zählen für mich zu den stärksten des gesamten Films. Insofern dachte ich, dass beim Prequel – welches die komplette Vorgeschichte erzählt – ja eigentlich nichts schief gehen kann. Falsch gedacht.

Zunächst einmal bekommt man rein gar nichts Neues präsentiert. Es wird hier nur die Vorgeschichte, welche bereits im ersten Teil innerhalb eines fünfminütigen Flashbacks erzählt wird, auf ca. 80 Minuten ausgebreitet. Für den Zuschauer gibt es somit keinerlei Überraschungen und trotz der relativ kurzen Laufzeit habe viel zu oft auf die Uhr schauen müssen. Wirklich kein gutes Zeichen.

Was dem Film an erzählerischer Finesse mangelt, kann leider auch die Inszenierung nicht wett machen. Die Düsteroptik mag anfangs noch überzeugen, doch irgendwann verliert sich die gesamte Welt nur noch in blauschwarzem Einerlei. Die Kämpfe sind zudem hektisch geschnitten und lassen jegleiches Gespür für eine effektive Montage vermissen.

Auf Seite der Schauspieler weiß allein Michael Sheen als Lucian zu überzeugen. Rhona Mitra ist nur ein schwacher Ersatz für Kate Beckinsale und Bill Nighy, den ich sonst sehr gerne sehe, verliert sich völlig in einem schrecklicken Anfall von Overacting. Regisseur Patrick Tatopoulos hätte wahrlich beim Kreaturendesign bleiben sollen.

Eine nette, jedoch leider gänzlich unepische Atmosphäre sowie einige visuell starke Szenen können den Film dann leider auch nicht vor der völligen Bedeutungslosigkeit retten. Selbst für Fans nur mit äußerster Vorsicht zu genießen: 3/10 Punkte.