Jurassic Park (1993)

Aktualisierung: Ich habe „Jurassic Park“ am 16. November 2024 zum ersten Mal mit meinen Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Es kann auch Vorteile haben, wenn der Compuer den ganzen Abend mit Renderarbeiten beschäftigt ist. Man kommt einmal wieder dazu einen Film zu sehen. Da meine Zeit für solcherlei Späße im Moment sehr begrenzt ist, habe ich zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme gegriffen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“. Kaum ein anderes popkulturelles Werk hat mich jemals wieder so beeindruckt.

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Jurassic Park (1993) | © Universal Pictures Germany GmbH

Im Alter von 10 oder 11 Jahren blätterte ich eines Nachmittags den STERN meiner Eltern durch. Dort erblickte ich die Besprechung eines Romans, der ein Dinosaurierskelett auf dem Cover hatte: „Dino Park“. Nach dem Überfliegen der Rezension gab es dann kein Halten mehr: Das Buch musste ich haben! Die Geschichte schien der wahrgewordene Traum eines jeden dinosaurierverrückten Jungen zu sein – und sie war es auch. Ich habe die Seiten förmlich verschlungen. Da waren all meine Freunde – vom Tyrannosaurus rex über den Brachiosaurus bis hin zum Triceratops – versammelt. In der spannendsten Geschichte, die ich bis dahin gelesen/gesehen/gehört hatte. Bis heute ist „Jurassic Park“ – bzw. damals eben „Dino Park“ – eines der wenigen Bücher, die ich schon mehrfach gelesen habe – und es ist immer noch verdammt gut!

Kurze Zeit nach dem Roman erfuhr ich von der Verfilmung. Ich kaufte mir nun jede Filmzeitschrift, sammelte jedes Fitzelchen Information und steigerte meine Erwartungen somit ins Unermessliche. Im Jahre 1993 – ich war bereits 12 – war es dann endlich soweit. Ich fuhr mit meiner Mutter nach Nürnberg ins Kino. Noch nie war ich in so einem großen Kino, wie dem Atlantik, das es inzwischen schon lange nicht mehr gibt. Die Reihen füllten sich. Eltern wurden des Kinos verwiesen, da ihre Kinder noch keine 12 waren. Ich jedoch war es. Der Raum wurde dunkel. „Jurassic Park“ erschien auf der Leinwand. Ich hatte zuvor noch nie so eine Gänsehaut, wie bei der Anflugsszene auf die Insel. Nachdem das Licht wieder anging hatte ich für alle Ewigkeiten einen neuen Freund gewonnen: Steven Spielbergs „Jurassic Park“.

Nach unzähligen Sichtungen hat sich gestern wieder die gleiche Magie eingestellt. Ich kann die Dialoge inzwischen mitsprechen, doch sie haben sich noch nicht abgenutzt. Der Spannungsaufbau sucht immer noch seinesgleichen. Der Score ist für mich immer noch einer der besten, die je geschrieben wurden. Gänsehaut. Wirklich. Und das schöne: Man kann ihn auch losgelöst vom Film wunderbar hören. Wie so viele Scores von John Williams. Dann natürlich die Dinosauerier. Für mich die beste Nutzung von Effekten, die ich jemals in einem Film gesehen habe. Durch die Kombination von CGI und Animatronics wird ein Realitätsgrad erreicht, den man vorher noch nicht kannte und der auch danach nur selten erreicht wurde. Einfach perfekt.

Auch als Romanumsetzung funktioniert der Film tadellos: Sicher wurde viel weggelassen, aber der Geist der Geschichte wurde eingefangen. Die Charaktere sind auf der Leinwand lebendig geworden und die Spannung ist ebenso nervenzerfetzend, wie in der Vorlage.

Fazit

„Jurassic Park“ ist für mich der perfekte Unterhaltungsfilm. Steven Spielbergs Meisterstück. Für mich stimmt hier einfach alles. Sicherlich kann ich den Film nicht objektiv betrachten, aber das will ich auch gar nicht. Er ist – und das mag sich nun komisch anhören – wie ein guter, alter Freund: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Shrek der Dritte – OT: Shrek the Third (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Shrek der Dritte“ am 17. Februar 2023 zum zweiten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nach einem spontanen Einkaufsbummel habe ich mir gestern Abend noch „Shrek der Dritte“ angesehen. Dank eher verhaltener Kritiken die ideale Wahl für den verbilligten Kinotag, denn dann muss man sich hinterher nicht so ärgern, wenn tatsächlich nur Mist über die Leinwand geflimmert ist. Glücklicherweise habe ich mich – wohl aufgrund der niedrigen Erwartungen – dennoch gut unterhalten gefühlt.

Shrek der Dritte (2007) | © Universal Pictures Germany GmbH

Shrek der Dritte (2007) | © Universal Pictures Germany GmbH

2001 war „Shrek“ eindeutig der Überraschungshit des Jahres, was den Animationsfilm angeht. Teils wurde mit Genrekonventionen gebrochen, es gab außergewöhnliche Charaktere und etliche Filmanspielungen, was auch das Herz des Cineasten erfreut hat. 2004 kam mit „Shrek 2“ eine – meiner Meinung nach – würdige Fortsetzung in die Kinos, die das Märchenuniversum mit neuen Figuren bereichert hat und eine komplexere Handlung zu erzählen wusste. Was bringt uns nun „Shrek der Dritte“ im Jahre 2007?

Leider einen großen Rückschritt. Die Figuren sind die gleichen, auch die märchenhafte Atmosphäre ist wieder einmal sehr gelungen und doch fehlt etwas: Eine interessante Geschichte. Die Reise von A nach B und wieder zurück hatten wir schon im ersten Teil. Sicher passieren allerlei lustige Dinge, doch was die Rahmenhandlung angeht ist der dritte Aufguss des grünen Ogers wirklich schwach. Zudem gibt es zwei neue Charaktere: Merlin und Artie. Kann erster noch mit schrulligem Auftreten und grandios amüsantem Design (man beachte die Socken in den Biosandalen) überzeugen, ist Artie leider die nervige Kinderfigur, wie man sie bereits aus unzähligen Realfilmen kennt. Unnötig moralisch belehrend und überhaupt nicht komisch.

Nach viel Kritik nun ein paar positive Dinge: Der Humor kann immer noch überzeugen. Ich mag diese Märchenwelt. Wirklich. Ich mag auch den Soundtrack und die dazugehörigen Montagen. Das passt einfach. Am meisten jedoch mag ich das tolle Design, die Lichtgebung und die grandiose Animation. Ich kann mich hier häufig – wie bei den meisten Animationsfilmen – nicht satt sehen. Technisch ist der Film wirklich rundum gelungen.

Fazit

„Shrek der Dritte“ ist deutlich schlechter als seine Vorgänger. Ich habe mich dennoch über die gesamte Laufzeit gut unterhalten gefühlt, wenngleich ich mir der Schwächen durchaus bewusst bin. Vergeben werde ich deshalb 7/10 Punkte. Filmliebhaber, die nicht so vernarrt in Animationsfilme sind, dürfen gerne noch ein bis zwei Punkte abziehen.

Stand by Me: Das Geheimnis eines Sommers (1986)

Eine aktualisierte Besprechung des Films habe ich am 7. Mai 2016 veröffentlicht.

Neben „Die Goonies“ und „The Lost Boys“ ist Rob Reiners „Stand by Me: Das Geheimnis eines Sommers“ eindeutig mein liebster Jugendfilm. Im Gegensatz zu den anderen beiden Werken ist er am reifesten und behandelt auch ernste Themen. Innerhalb dieses Genres wäre er wohl das Drama. „Die Goonies“ würden für den Abenteuerfilm stehen und „The Lost Boys“ für Horror und Grusel. Eines haben jedoch all diese Filme gemeinsam: Sie zeigen eines der letzten großen Abenteuer vor dem Erwachsenwerden.

standbyme1.jpg

Rob Reiner erzählt die Geschichte von Steven King in unglaublich ruhigen und oft ergreifenden Bildern. Man fühlt sich zwangsläufig an seine eigene Jugend erinnert. An Abenteuer. An unbeschwerte Freundschaften. Ohne Egoismus und dem Verfolgen irgendwelcher Ziele. Die unbeschwerte Naivität der Kindheit. Auch wenn die Geschichte im Jahr 1959 spielt, so gibt es – auch für meine Generation – ausreichend Berührungspunkte, um die Melancholie zu spüren, die in jeder Szene in der Luft liegt.

Eine besondere Tragik erhält der Film durch den frühen Tod von River Phoenix. Seine Figur (Chris Chambers) sagt in einer Szene über einen seiner Freunde, dass dieser seinen 20. Geburtstag – aufgrund seines Lebenstils – wohl nicht mehr erleben werde. River Phoenix wurde gerade einmal 23. Ich werde mich immer an seine fantastische Leistung in „Stand by Me“ erinnern. Doch auch Wil Wheaton („Star Trek: The Next Generation“), Jerry O’Connell („Crossing Jordan“) und – wie immer in diesen Filmen – Corey Feldman („Die Goonies“, „The Lost Boys“, „Gremlins“) leisten für ihr Alter fantastische Arbeit. Auch darf man Kiefer Sutherland („The Lost Boys“, „24“) nicht vergessen, der einen herrlichen Fiesling abgibt.

Ich könnt hier noch viel schreiben. Letztendlich ist mit einem Satz alles gesagt: „Stand by Me“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Er wird es auch immer bleiben. Ganz, ganz großes Kino: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Die Zeitmaschine – OT: The Time Machine (1960)

Wie nach der Sichtung der Neufassung angekündigt, habe ich mir zum Vergleich noch einmal George Pals „Die Zeitmaschine“ angesehen. Diese gestrige Sichtung werde ich wohl noch länger in Erinnerung behalten, da sich zu den stroboskobartigen Effekten der Zeitreise die stroboskobartigen Effekte eines Gewitters gesellt hatten. Film in der dritten Dimension sozusagen. Wer braucht da schon ein 3D-Kino?

zeitmaschine.jpg

Natürlich sind mir bei der gestrigen Sichtung besonders die Unterschiede zur Version von Simon Wells aufgefallen – und derer gibt es gar viele. Interessant fand ich, dass die Qualitätskurve der beiden Filme nahezu gleich ist – wenn auch auf gänzlich unterschiedlichem Niveau. Auch bei George Pal konnten mich besonders die Szenen vor dem Auftauchen der Morlocks mitreißen. Die Einleitung ist grandios erzählt und die Zeitreisen gefallen mir – trotz veralteter Tricktechnik – noch um einiges besser als in der 2002er Version. Der Kampf in der Höhle ist meiner Meinung nach auch hier der schwächste Teil des Films, wenngleich er auch nie den qualitativen Abgründen des Remakes nahe kommt. Zusammenfassend kann man sagen, dass Pals Adaption die von H.G. Wells Urgroßenkel in jeder Hinsicht meilenweit schlägt.

Der größte Unterschied der beiden Filme zeigt sich in der Motivation des Zeitreisenden: Hat er bei Simon Wells rein persönliche Gründe, so sucht er bei George Pal gerade einmal nach einer Lösung für die Probleme der Menschheit. Dadurch bekommt der Film eine ganz andere Tragweite. Eigentlich sollte man meinen, dass man sich mit dem pesönlichen Verlust von Alexander Hartdegen (2002)  eher identifizieren könnte, als mit dem wissenschaftlichen Ehrgeiz von George (1960) – doch mitnichten. Durch die Erzählstruktur mit umschließender Klammer und das daraus resultierende Voice-over ist man viel näher mit dem Zeitreisenden verbunden und kann seine Motivation besser nachvollziehen.

Es gibt unzählige weitere Beispiele, warum die 1960er Fassung der von 2002 überlegen ist. Um nur ein paar zu nennen: Die Masken der Morlocks, die Darstellung der Eloi, das komplexere Verhältnis von Eloi und Morlock etc. Man sieht, wer als deutlicher Gewinner aus diesem Rennen geht. Im Nachhinein müsste ich die Neufassung wohl auch abwerten.

Auch für sich betrachtet kann „Die Zeitmaschine“ heute noch in allen belangen überzeugen. Eine fantastische Ausstattung trifft auf den Sci-Fi-Charme der 60er Jahre. Wer sich auch nur etwas für den phantastischen Film interessiert, sollte George Pals Version der H.G. Wells-Geschichte zum Pflichtprogramm zählen: 9/10 Punkte.

Space Cowboys

Clint Eastwood habe ich eine lange, lange Zeit überhaupt nicht als Regisseur wahrgenommen. Eher untypisch für mich und höchste Zeit Versäumtes nachzuholen. Den Anfang macht „Space Cowboys“, der schon länger auf meiner To-See-Liste steht und der durch die letzte Weltbild-Aktion endlich in greifbare Nähe gerückt ist. Spoiler voraus!

spacecowboys.jpg

Der Film teilt sich grob in zwei Häften: Eine ruhige, humorvolle erste und eine eher actiongeladene, dramatische zweite. Mit dieser Zweiteilung verändert sich meines Empfindens nach auch die Qualität des Films. Die erste Stunde fand ich wirklich famos. Eine wunderbare Einführung der Figuren, ein gelungener Spannungsaufbau und mit viel stillem Humor, der einen augenzwinkernden Blick auf das Alter wirft.

Ab dem Bekanntwerden von Hawks Krankheit nimmt der dramatische Anteil zu. Der russische Kommunikationssatellit entpuppt sich als waffenstarrendes Relikt des kalten Kriegs, der mitfliegende Jungspund löst eine Katastrophe aus, in deren Folge sich Hawk für sein Team opfert. All das hat man meiner Meinung nach schon tausend Mal gesehen und mir sind diese Plotelemente beinahe etwas fehl am Platz vorgekommen. Musste es wirklich ein gefährlicher Militärsatellit sein? Hätten die Jungs mit normalen Problemen da oben nicht schon genug zu tun gehabt?

Der Film lebt eindeutig von seinen Schauspielern. Das Altherrenquartett spielt schön selbstironisch und gibt seine Figuren dennoch nie der Lächerlichkeit Preis. Das hat mir wirklich imponiert. Was mir ansonsten von der Besetzung noch ins Auge gesprungen ist: Es spielt die halbe „24“-Besetzung der aktuellen Staffel mit! In einem Raum befinden sich plötzlich Jack Bauers Serienvater (James Cromwell), Secretary Heller (William Devane) und unser allseits beliebter Lieblingsrusse Dmitri Gredenko (Rade Serbedzija). Doch damit nicht genug: Auch Donald Sutherland ist anwesend. Als dann die USA plötzlich von sechs Atomraketen bedroht werden, fehlt nur noch Jack Bauer. Ein wahres Fest für den Film-/Seriengeek.

„Space Cowboys“ hat mir viel Spaß bereitet. Besonders Eastwoods ruhige und besonnene Art der Inszenierung ist mir sehr positiv aufgefallen. Leider werden in der zweiten Filmhälfte zu viele bereits bekannte Elemente aufgewärmt und die Stärken der ersten Hälfte etwas vernachlässigt. Trotz der Fehler wirklich gute Unterhaltung: 7/10 Punkte.

Flucht ins 23. Jahrhundert – OT: Logan’s Run (1976)

Durch einen Hinweis der fernseherin bin ich seit langem einmal wieder in den Genuss von „Flucht ins 23. Jahrundert“ (OT: „Logan’s Run“) gekommen. Dieser Film reiht sich nahtlos bei Klassikern wie „Soylent Green“, „THX 1138“ oder „Rollerball“ ein. Diese Sci-Fi-Filme der 70er Jahre bestechen durch eine ganz besondere Atmosphäre und gehören für mich auch heute noch zu den besten Erzeugnissen dieses Genres.

logansrun.jpg

Die Geschichte um Logan 5 weiß von Anfang an zu fesseln. Man wird als Zuschauer mit den Regeln dieser Gesellschaft vertraut gemacht und ist ihnen im weiteren Verlauf der Geschichte – durch die Augen von Logan – auch ausgesetzt. Die Kuppelwelt ist fantastisch gestaltet und man bekommt Ansichten aus jeder möglichen Perspektive zu sehen. Sicher mag manches heute etwas lächerlich erscheinen, doch für 1976 sind die Effekte wirklich grandios. Mich hat zudem keine Effektszene aus dem Film herausgerissen, was für mich stets der wichtigste Indikator für die Qualität der verwendeten Modelle und Techniken ist.

Der Verlauf der Handlung bleibt stets interessant. Durch den Schauplatzwechsel im dritten Akt kommt ein weiteres Element hinzu, das mich in der Wirkung etwas an „Der Planet der Affen“ erinnert hat. Dem Zuschauer bekanntes wird in einem den Figuren unbekannten Kontext gezeigt. Meiner Meinung nach äußerst gelungen. Auch die Charakterentwicklung von Logan und Jessica bleibt einigermaßen glaubwürdig. Alleine das Ende der Geschichte scheint mir etwas zu platt und zu sehr auf heile Welt ausgelegt.

„Logan’s Run“ zählt auch heute noch zu den interessantesten Filmen seines Genres. Zwar teils etwas angestaubt und dramaturgisch nicht immer gelungen, kann er nach wie vor ausgezeichnet unterhalten. Ich denke jedoch, dass eine neue Adaption der Vorlage in den richtigen Händen wirklich das Zeug dazu hat, dem Original neue Seiten abzugewinnen. Ich bin gespannt. Michael Yorks Logan wird auf jeden Fall stets das Original bleiben: 8/10 Punkte.

The Time Machine (2002)

Das Original „Die Zeitmaschine“ von George Pal ist mir aus frühester Kindheit noch in dunkler Erinnerung. Besonders die Begriffe Eloi und Morlock haben sich mir ins Gedächtnis gegraben. Ansonsten weiß ich nicht mehr viel von dem Film. Gestern habe ich mir – krankheitsbedingt – nun die Zeit genommen und die Adaption von 2002 gesehen: Simon Wells „The Time Machine“. Trotz durch die Bank schlechter Kritiken wollte ich mir auf jeden Fall selbst eine Meinung bilden, da die Vorraussetzungen gar nicht so schlecht waren: Regie führte nämlich Simon Wells, Urgroßenkel des Autors H.G. Wells. Dieser dürfte demnach an einer äußerst werkgetreuen Umsetzung des Stoffs interessiert gewesen sein.

timemachine.jpg

Der Film beginnt auch recht gelungen. Das viktorianische London ist mit viel Liebe zum Detail inszeniert und auch die Umsetzung der Geschichte weiß zu gefallen. Ich war hier sehr positiv überrascht. Die erste Zeitreise kommt dann etwas plötzlich. Hier hätte ich mir mehr etwas mehr Vorbereitung gewünscht. Die zweite Zeitreise wird dann grandios visualisiert und ist dementsprechend mitreißend. Einzig die Zwischenstops erscheinen mir etwas gehetzt, was aber wohl teils erschwerten Produktionsbedingungen zuzuschreiben ist. Die Museumsszene mit Vox finde ich allerdings wirklich gelungen. Kurze Zeit später findet sich unser Zeitreisender auch schon 800.000 Jahre in der Zukunft wieder. Seiner letzten Station.

Auch diese letzte Station ist aufwengig gestaltet und kann von der Geschichte überzeugen – zumindest bis die bösen Morlocks die Bühne betreten. Diese sind der Multimillionendollarproduktion absolut unwürdig und wirken wie einem B-Movie entsprungen. Auch die Handlung wird hier billigen Actionsequenzen geopfert. Mit dem Auftritt von Jeremy Irons als Über-Morlock rutscht der Film dann gänzlich in die Schwachsinnigkeit ab. Zwar immer noch ansehbar, aber es ist nichts mehr vom Charme der ersten Filmhälfte vorhanden. Wirklich schade.

Man merkt dem Film – besonders in den letzten Minuten – deutlich an, dass es Schwierigkeiten bei der Produktion gab. Nicht nur wurde in letzter Sekunde der Regisseur ersetzt, es musste mit einem Schauspielerstreik gekämpft werden und eine aufwändige Szene – die Zerstörung von New York – wurde nach dem 11. September aus dem Film geschnitten. Diese und weitere Faktoren haben dem Film bestimmt viel genommen, was schade ist, da sich durchaus Potential bemerkbar gemacht hat.

Insgesamt bleibt von „The Time Machine“ ein zwiespätiger Eindruck zurück. Für Zeitreisefreunde kann ich dennoch eine Empfehlung aussprechen. Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Ich werde demnächst auf jeden Fall eine Sichtung der 1960er Version nachschieben. Hierfür gibt es knappe 6/10 Punkte.

Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick

Im Anschluss an „Pitch Black“ habe ich mir gestern noch David Twohys Fortsetzung „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ im Director’s Cut angesehen. Dies war meine erste Sichtung und aufgrund diverser vernichtender Kritiken war meine Erwartungshaltung nicht all zu groß. Letztendlich bekam ich dann genau das, womit ich gerechnet hatte: Einen großen, albernen Sci-Fi-Actionfilm.

Zunächst einmal finde ich die grundlegende Idee des Films samt Übernahme des Charakters aus „Pitch Black“ sehr gelungen. Viele Kritiker haben sich daran gestört, dass eine Nebenfigur aufgeblasen wird, doch ich finde den Schritt nur konsequent, war Riddick im Vorgänger doch eindeutig der interessanteste Charakter. Ich hatte zudem immer gedacht, dass die beiden Filme außer dem Antihelden nichts gemein haben. Dem ist allerdings nicht so: Es wird Bezug auf die Ereignisse aus „Pitch Black“ genommen und die Überlebenden spielen tragende Rollen in der Fortsetzung. All das wirkt seltsamerweise nicht erzwungen oder aufgesetzt – und das obwohl „The Chronicles of Riddick“ eine ganz andere Art Film darstellt, wie sein Vorgänger.

In den Chroniken wird eine episch anmutende Geschichte erzählt. Fantasyelemente übernehmen die tragende Rolle und das Design scheint Filmen wie „Stargate“ oder „Dune“ entsprungen. Die erste halbe Stunde konnte mich auch wirklich begeistern: Es wird von Planet zu Planet gereist, gibt unzählige Figuren und mystische Namen. Die Einführung der Charaktere fand ich zudem sehr gelungen. Doch dann betreten die Bösewichte die Bühne. Diese sind – neben ihrer Eigenschaft Welten auszulöschen – leider überhaupt nicht furcheinflößend. Da hatte ich selbst vor den Grashüpfern aus „Galaxy Quest“ mehr Respekt. Die Kostüme wirken wie aus der originalen „Star Trek“-Serie und die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass es an Körperverletzung grenzt. Ich habe mich oft wirklich in einer Parodie gewähnt. Unglaublich.

Sobald die Handlung wieder direkt bei Riddick und Co. ist, macht der Film allerdings wirklich Spaß. Der Gefängnisaufenthalt samt Ausbruch ist sehr gelungen. Sowohl vom Produktionsdesign, als auch von der Action. Man darf  allerdings keine Sekunde über Logik, sowie Sinn und Zweck des Ganzen nachdenken, dann kann man den Unterhaltungswert auch voll und ganz genießen. Denn den besitzt der Film auf jeden Fall. Davon abgesehen ist Riddick wirklich eine tolle Figur. Sicher sollte man von Vin Diesel keine Shakespearschen Schauspielleistungen erwarten, doch als Actionheld taugt er allemal.

Die Geschichte an sich wäre auch gar nicht schlecht wären da nicht, ja wären da nicht die Necromonger. Ich weiß auch nicht was Twohy hier geritten hat. Die Idee (Aufzwingen einer dubiosen Religion) wäre ja an sich noch ganz brauchbar, aber die Handlungen der Figuren, die wirklich dummen Dialoge und die schrecklichen Kostüme machen aus den Villains einfach nur Witzfiguren. Dieser Umstand nimmt dem Film so viel. Es ist wahrlich eine Schande.

„The Chronicles of Riddick“ ist ein wirklich unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner, der eigentlich alles besitzt, was man als Genrefreund braucht: Fremde Welten, Raumschiffe, Action, einen schnittigen Helden, Effekte en masse und eine einigermaßen brauchbare Geschichte. Doch leider besitzt der Film auch die Necromonger. Somit sind mehr als 6/10 Punkte leider nicht drin.

Apocalypto

Da es mit der Kinosichtung einmal wieder nichts geworden ist, habe ich Mel Gibsons „Apocalypto“ nun auf DVD nachgeholt. Eine Schande, denn der Film ist unglaublich bildgewaltig und demnach für die große Leinwand gemacht. Doch auch auf meinem bescheidenen 26 Zoller weiß der Film durchaus einen solch mitreißenden Sog zu entfalten, wie ich ihn schon länger nicht mehr erlebt habe.

apocalypto.jpg

Wie so oft bei Gibsons Filmen, muss man sich zwangsweise auch wieder mit den Kritikern auseinandersetzen. Bereits „Braveheart“ hatte man ja historische Ungenauigkeit vorgeworfen. Nun trifft es also „Apocalypto“. Und wieder kann ich nur sagen: Es ist ein Unterhaltungsfilm. Gibson zeigt keineswegs den Untergang einer Kultur. Kein Historienepos. Er zeigt eine actionbetonte Abenteuergeschichte, die in der Welt der Mayas spielt. Man sollte den Film nicht als etwas hochstilisieren, das er gar nicht ist. Gibsons private Äußerungen helfen bestimmt nicht dabei seinen Ruf als weltoffenen Menschen zu untermauern, doch sollte man deswegen nicht seine künstlerischen Ambitionen von vornherein verdammen.

Selbst wenn man mit der Geschichte nichts anfangen kann, so muss man doch zugeben, dass „Apocalypto“ etwas Neues in der Kinolandschaft darstellt. Dazu gehört auch den Film in Maya mit Untertiteln zu zeigen. Kritiker sehen dieses Mittel wieder als Untermauerung der gewollten historischen Authentizität, doch ich sehe darin eher ein Stilmittel um den Zuschauer noch mehr in diese fremde Welt zu versetzen. Etwas, das dem Film auch unglaublich gut gelingt. Schon lange war ich nicht mehr so fasziniert von den Bildern und mitgerissen von der Handlung eines Films. Selbst wenn am Ende nur ein klassischer Spannungsfilm in ungewöhnlichem Setting bleibt, so reicht das schon völlig aus um mich zu begeistern. Vielleicht hätten einige Kritiker bei der Sichtung ihre Maya-Lexika beiseite legen sollen.

Audiovisuell ist der Film grandios – bzw. wäre grandios, wäre da nicht der Einsatz von Digitalkameras. Ich kann mich mit dem Videolook im Kinofilm einfach nicht anfreunden. Solche Szenen reißen mich immer wieder aus dem Film raus. Es mag Leute geben, denen das gar nicht auffällt oder die sich nicht daran stören, doch für mich ist das stets ein ästhetischer Bruch. Besonders da der Film teils auch auf 35mm gedreht wurde. Warum also der Videolook? Es gibt schließlich genug Wege diesen in der Postproduktion zu vermeiden. Vielleicht kann mir jemand erklären, was den Einsatz – neben Handlichkeit der Kameras, Kosten etc. – im ästhetischen Sinn rechtfertigt.

Hervorzuheben sind in „Apocalypto“ auch klar die Darsteller. Allesamt recht schauspielunerfahren und vermutlich gerade deswegen so authentisch. Wirklich beeindruckend und mitreißend. Man ist in der Geschichte involviert. Die Figuren bedeuten einem etwas. Trotz aller Fremdartigkeit. So soll es sein.

Mel Gibson ist mit „Apocalypto“ ein superspannender Abenteuerfilm vor grandioser Kulisse gelungen. Wer den Film als das wahrnimmt was er ist, wird fantastisch unterhalten. Garantiert. Störend fand ich den Videolook, aber vielleicht gibt sich das mit weiteren Sichtungen. Vorerst vergebe ich: 8/10 Punkte.

Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End (2007)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ am 3. Juni 2011 und am 9. September 2022 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend habe ich endlich „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt“ gesehen, einen der von mir mit größter Spannung erwarteten Filme diesen Jahres. Der zweite Teil war klar als Prolog zum großen Finale angelegt, weshalb meine Hoffnungen für den dritten Teil der Trilogie seit August letzten Jahres beständig gewachsen sind. Trotz unzähliger vernichtender Kritiken – es wurde teils sogar der Vergleich mit der „Matrix“-Trilogie gezogen – habe ich mich tierisch auf die Sichtung gefreut, woran ein paar positive Kritiken nicht ganz unschuldig waren.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Zu Beginn von „At World’s End“ wird man sofort in die Handlung hineingeworfen. Gut also, wenn man im Vorfeld noch einmal die Gelegenheit hatte die Vorgänger zu sichten bzw. eine gelungene Zusammenfassung zur Hand hat. Insofern habe ich mich recht schnell wieder in der Piratenwelt zurecht gefunden. Captain Jack Sparrow ging dem Film die ersten Minuten noch ab, dafür durften wir mit Captain Sao Feng (Chow Yun-Fat) einen neuen Piraten im Bunde begrüßen. Es werden Allianzen geschlossen, es wird betrogen und hintergangen, es wird gekämpft, gestorben, gerettet und geheiratet. Ein buntes Treiben, das uns Gore Verbinski auch im dritten Teil seiner Piratenreihe präsentiert.

Die Handlung, die auf den ersten Blick recht verworren erscheinen mag, ist eigentlich recht simpel. Zu simpel um drei Stunden zu füllen. Gestreckt wird der Film durch bedeutungsschwangere Dialoge, stets überraschende Verräter und epische Kampfszenen. Leider nimmt sich der Film hier teils etwas ernst. Ihm geht die lockere Atmosphäre des zweiten Teils ab. Doch glücklicherweise stolpert noch ab und zu Captain Sparrow durch das Bild. Zwar nicht mehr so häufig, wie im Vorgänger, doch Johnny Depps Szenen stellen auch hier stets die wirklichen Highlights dar. Grandios unterhaltsam.

„Fluch der Karibik 3“ ist nicht der große Abschluss, den ich mir erhofft hatte. Dennoch ist der Film meilenweit von einem Disaster à la „Matrix: Revolutions“ entfernt. Der erste Teil um Captain Jack und Co. bot eine schlüssige und somit stimmige Geschichte, tolle Figuren und viel Spaß. Der perfekte Unterhaltungsfilm. Der Mittelteil der Trilogie war klar als solcher angelegt: Es wurden neue Figuren eingeführt, Handlungsstränge eröffnet und ansonsten wurde einfach voll und ganz auf Spaß gesetzt. Ich denke hier allein an die Kannibaleninsel, welche zwar keine direkte Bedeutung für die große Handlung hatte, aber einfach unglaublich viel Spaß machte. Der dritte Teil widmet sich wieder ganz der Handlung: Ein Fehler, denn so viel Substanz gibt es da gar nicht. Allein die letzten paar Minuten (Jack und Nussschale) haben wieder die reine Luft der Unterhaltung der Vorgänger geatmet. Insofern wäre ich einem vierten Teil nicht abgeneigt, wenn er sich wieder mehr auf die Stärken der Filme besinnt.

Aller Kritik zum Trotz ist „At World’s End“ immer noch ein großes Piratenspektakel, das sich nur teilweise zu ernst nimmt. Spaß macht der Film trotzdem, auch wenn ich mehr erwartet hätte: 7/10 Punkte. Nun habe ich auf alle Fälle wieder richtig Lust auf die Vorgänger bekommen.