Obi-Wan Kenobi – Die komplette Miniserie (2022)

Die nächste „Star Wars“-Serie von Disney. Tatsächlich hatte ich für „Obi-Wan Kenobi“ wohl die größten Hoffnungen aller bisherigen Serien aus dem beliebten Franchise. Eben weil ich Ewan McGregor in der Rolle sehr gerne sehe und ich annahm, dass in seiner Figur noch viel Potenzial steckt. Letztendlich sollte alles ein wenig anders kommen, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… ✨

Obi-Wan Kenobi | © Walt Disney

Obi-Wan Kenobi | © Walt Disney

Inhaltlich leider ziemlich dünn und unnötig

Die Serie beginnt mit einem langen Zusammenschnitt der Ereignisse aus „Die dunkle Bedrohung“, „Angriff der Klonkrieger“ und speziell „Die Rache der Sith“. Für mich recht unnötig, da ich die Filme kurz davor erneut gesehen hatte. Für jede(n) andere(n) Zuschauer*in vermutlich auch, denn wer wird sich die Serie „Obi-Wan Kenobi“ ohne Kenntnis der Filmreihe anschauen? Aber sei es drum. Danach begegnen wir der Titelfigur und es war zu Beginn wirklich eine Freude, Ewan McGregor in dieser Rolle wiederzusehen. Teils erinnerte er schon mehr an Ben Kenobi, wie wir ihn aus dem allerersten „Star Wars“-Film kennen. Dann geht es weiter nach Alderaan und wir begegnen der jungen Leia. Damit haben für mich dann auch die Probleme angefangen, denn ich habe sie nicht mit der Leia aus den Filmen zusammenbekommen. Viel zu altklug und zu wenig Kind. Als hätte diese Rolle jemand geschrieben, der noch nie mit Kindern zu tun gehabt hat.

Im weiteren Verlauf der Serie dreht sich alles um einen einzigen Auftrag, der so simpel wie generisch ist: Leia wird entführt und von Obi-Wan gerettet. Dabei muss er in eine Basis des Imperiums eindringen und trifft im weiteren Verlauf natürlich auch auf Darth Vader. Mit den Inquisitoren gibt es auch neue Bösewicht*innen, welche seltsam comichaft überzeichnet wirken. Kein Wunder, entstammen sie doch ursprünglich den animierten Serien. Gerade die Motivation der Third Sister wird so fahrig und plump erzählt, dass es einfach nur bitter ist. In der Geschichte wäre viel Potenzial gewesen, welches leider kaum genutzt wird. Sehr, sehr schade.

Viel „Star Wars“-Look, kaum „Star Wars“-Gefühl

Es ist erstaunlich, wie gut die Serie teils den Look der „Star Wars“-Filme trifft. Gerade die Sets sehen toll aus und auch Vader im Sternenzerstörer weckt Erinnerungen an die Original-Trilogie. Toll anzusehen! Doch irgendetwas stimmt nicht: Die Welt wirkt kleiner, die richtige Stimmung kommt nicht auf. Die Geschichte scheint unbedeutend und selbst die bekannten Figuren kommen nicht an ihren Ursprung heran. Als würde eine unsichtbare Lücke klaffen, welche sich jedoch stark auf das Seherlebnis auswirkt. Somit saß ich größtenteils recht unbeteiligt vor dem Fernseher, habe die teils schönen Bilder bewundert und hätte mir insgesamt einen feingeschliffeneren Film rund um die Figuren gewünscht. Oder eben auch nicht, denn die Geschichte selbst füllt keine Lücke, an der man sich seit „Episode III“ gerieben hätte.

Fazit

Das liest sich nun alles so, als hätte ich gar keinen Spaß mit der Serie gehabt. Das stimmt so nicht, doch für „Star Wars“ war ich seltsam wenig mitgerissen. „The Mandalorian“ spielt da auf einem anderen Level und selbst mit dem ebenso unnötigen „The Book of Boba Fett“ hatte ich mehr Spaß. „Obi-Wan Kenobi“ tut nicht weh und hat ein paar schöne Bilder, doch ist das der Anspruch, den wir an solch eine Produktion haben wollen? Irgendwie nett, aber mehr auch nicht: 7/10 (6.7) Punkte.

Prey (2022)

Das letzte Urlaubswochenende, die Kinder sind aus dem Haus. So richtig aufraffen, etwas zu unternehmen (das hatten wir schon am Freitag mit einem Live-Escape-Room), konnte ich mich nicht. Also ein Filmabend und „Prey“ wollte ich schon seit Wochen sehen. Somit habe ich mich ins Jahr 1719 gestürzt und endlich das „Predator“-Prequel gesichtet. 🪓

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Prey (2022) | © 20th Century Studios

Stilsicher, geradlinig und unterhaltsam

Als ich den Trailer sah, war ich zunächst skeptisch, ob das Konzept aufgeht. Der Clou bei den bisherigen Filmen war ja stets, dass der Predator gegen extrem bewaffnete Sonderkommandos usw. angetreten ist und selbst diese nichts gegen ihn ausrichten konnten. Nun also junge Komantschin, bewaffnet mit einem Beil? Doch meine Vorbehalte sollten sich schnell zerstreuen, denn Dan Trachtenberg (bekannt u.a. für „10 Cloverfield Lane“) baut eine schlüssige Welt auf und nimmt sich Zeit, die Figuren zu etablieren. So gibt es wunderschöne Landschaftsbilder zu sehen und wir lernen Narus Leben und ihr Bestreben, eine Jägerin zu werden, bis ins Detail kennen.

Der Predator wirkt zu Beginn wie ein Fremdkörper in dieser Welt, doch das ist er ja auch. Am stärksten ist „Prey“ immer dann, wenn er zuvor eingeführte Elemente aufgreift und sie im weiteren Verlauf der Geschichte aufgreift. Setup und Payoff weiß Trachtenberg wahrlich gekonnt einzusetzen. Das liebe ich sehr. Da fällt es auch gar nicht groß ins Gewicht, dass die Handlung natürlich sehr geradlinig ist und es auch keine inhaltlichen Überraschungen gibt. Damit ist „Prey“ quasi die Antithese zu Shane Blacks „The Predator“ aus dem Jahr 2018, der versucht hat, die Machismen aus dem Original wieder aufleben zu lassen und mit unzähligen Wendungen zu verknüpfen. Hier gibt es nur den geradlinigen Überlebenskampf einer jungen Frau. Obwohl ich Shane Blacks vielgescholtenen Film durchaus auf trashige Art und Weise unterhaltsam fand, so funktioniert „Prey“ doch so viel besser. In meinem Ranking (ohne die „Alien vs. Predator“-Filme) steht er somit gar an zweiter Stelle:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  4. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  5. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Fast schon schade, dass „Prey“ nur eine weitere Streaming-Veröffentlichung ist. Andererseits hätte ich ihn wohl auch nicht im Kino gesehen. Schade eigentlich. Auf jeden Fall hatte ich extrem viel Spaß mit dem Film und kann noch ergänzen, dass er Gewalt so zelebriert, wie man es von einem „Predator“-Film erwarten würde. Fans des Franchises sollten definitiv reinschauen: 8/10 Punkte.

Star Wars: Die Rache der Sith – OT: Star Wars: Revenge of the Sith (2005)

Endlich ist der Sommerurlaub auch bei mir angekommen. Da der eigentlich geplante Spieleabend mit einer Freundin ins Wasser gefallen ist (danke DB), haben wir uns mit einem Filmabend und „Star Wars: Die Rache der Sith“ ein Alternativprogramm gesucht. Eigentlich war es schon zu spät für solch einen langen Film, doch die Kids waren natürlich sofort Feuer und Flamme. Da die Sichtung von „Star Wars: Angriff der Klonkrieger“ schon gut eineinhalb Monate zurückliegt, sind wir es angegangen und haben das Projekt Prequel-Trilogie damit abgeschlossen. 🔥

Star Wars: Die Rache der Sith (2005) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Die Rache der Sith (2005) | © Lucasfilm & Walt Disney

Zu traumatisch für einen Neunjährigen?

„Star Wars: Die Rache der Sith“ ist der einzige Film der Prequel-Trilogie, den ich bisher nur einmal gesehen hatte. Damals im Kino fand ich ihn ziemlich großartig und definitiv den besten der Vorgängerfilme. Auch weil er so düster war. Darüber hatte ich mir im Vorfeld, wie bei meinem Podcast-Auftritt im Sneakpod angesprochen, auch schon Gedanken gemacht: Es geht schon ziemlich zur Sache und Anakins Wandlung zu Darth Vader wird recht schonungslos gezeigt. Zu hart für den Zwergofanten? Tatsächlich war seine Anspannung mit zunehmender Laufzeit deutlich spürbar: Das Abmetzeln der Jedi-Jünglinge, das Ausrufen der Order 66, die finale Konfrontation zwischen Anakin und Obi-Wan oder der Tod Padmés – all das hat ihn ziemlich mitgenommen. Dennoch haben wir teils während und speziell nach dem Film darüber gesprochen und ich denke, er wird auch diesen Teil gut verarbeiten können.

Durchwachsen mit starkem Finale

In meinen Augen ist der Film nicht mehr so gelungen, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Dies liegt vor allem an den teils wirklich schlechten Dialogen sowie an mancher Charakterentwickung: War Padmé im zweiten Teil noch eine Kämpferin, so verhält sie sich in „Star Wars: Episode III“ völlig passiv und gibt sich ihrem Herzschmerz hin. Einfach eine schlechte Drehbuchentscheidung. Auch so manche Actionszene wirkt aus heutiger Sicht eher lächerlich (z.B. Obi-Wan auf seinem Drachen), wenngleich ich jedoch zugeben muss, dass viele Effekte immer noch extrem beeindruckend sind und George Lucas das moderne Kino mit diesem inzwischen 17 Jahre alten Film schon vorweggenommen hat. Ziemlich großartig fand ich das Finale: Die Duel-of-the-Fates-Szene zwischen Anakin und Obi-Wan, der Kampf zwischen Yoda und dem Imperator, Darth Vaders Rüstung. Da gab es schon so einige Gänsehautmomente.

Gerade am Ende hat sich auch gezeigt, dass Lucas den Look der alten Filme perfekt hätte kopieren können: Sowohl das Schiff von Bail Organa als auch der Sternenzerstörer samt Interieur sehen einfach 1:1 aus wie in der Ur-Trilogie. Lucas hätte somit ein leichtes Spiel gehabt, diesen Look zu reproduzieren, doch es war eine bewusste Entscheidung, neue Welten zu kreieren und ein anderes Zeitalter dieses Universums darzustellen. In dieser Hinsicht hat die Prequel-Trilogie den jüngsten drei Episoden einiges voraus.

Fazit

Insgesamt fand ich „Star Wars: Die Rache der Sith“ ein gelungenes Finale der Prequel-Trilogie, jedoch nicht mehr ganz so stark wie damals. Der Zwergofant war ziemlich begeistert und es wird morgen noch Gesprächsbedarf geben. Das Zappelinchen, das den Vorgänger z.B. sehr mochte, konnte mit diesem Abschluss nicht so viel anfangen. Durchwachsen eben, wie die gesamte Prequel-Trilogie, für die ich dennoch einen großen Platz in meinem Filmherzen habe: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Star Wars: Angriff der Klonkrieger – OT: Star Wars: Attack of the Clones (2002)

Der letzte Filmabend liegt schon einen Monat zurück. Unglaublich. Vermutlich wird „Star Wars: Angriff der Klonkrieger“ auch der einzige Film im Juni bleiben. Es gibt einfach viel zu viel zu tun und das gute Wetter lockt nach draußen. Heute jedoch hat es geregnet und somit konnten wir uns guten Gewissens vor den Fernseher zurückziehen. Viel zu spät (wir wurden erst nach 22 Uhr fertig), aber dennoch. ⚔

Star Wars: Angriff der Klonkrieger (2002) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Angriff der Klonkrieger (2002) | © Lucasfilm & Walt Disney

Eine starke Fortsetzung mit großen Schwächen

Ihr seht es schon im Zwischentitel: „Star Wars: Episode II“ ist ein Film voller Widersprüche. Dabei war ich nach der Erstsichtung im Kino damals positiv überrascht. Zumindest fand ich ihn deutlich besser als „Die dunkle Bedrohung“. Seitdem habe ich den Film vielleicht noch zweimal gesehen und sowohl die positiven Aspekte sind gewachsen als auch negative hinzugekommen. Wenn man sich die Filmblase im Internet so anschaut, dann hat der damals verhasste „Star Wars: Episode I“ an Popularität zugelegt, während „Der Angriff der Klonkrieger“ in der Rangliste ganz unten angekommen ist. Ich kann teils verstehen warum und doch mag ich den Mittelteil der Prequel-Trilogie immer noch sehr gerne.

Fangen wir zunächst mit den offensichtlichen Schwächen an: Das Drehbuch gewinnt keine Preise. Damit meine ich weniger die Gesamtgeschichte um die Klonarmee und die Machtergreifung durch Senator Palpatine, sondern eher die Dramaturgie und Dialoge. Gerade Hayden Christensen sagt teils Dinge, die akut Fremdscham heraufbeschwören. Dabei möchte ich die Liebesgeschichte nicht nur kritisieren, die natürlich unfassbar kitschig ist (und das nicht einmal auf charmante Art und Weise), sondern muss auch zugeben, dass mir der Aspekt der Handlung eigentlich gut gefällt. Es hätte eben nur eine(r) fähigeren Drehbuchautor*in bedurft. Somit wechseln sich cringe und staunen während des Films konsequent ab. Auf der Habenseite hat „Star Wars“ eben auch solche Elemente:

„Bei den meisten Action-Filmen kämpfen nur die Männer mit Schwertern oder Waffen. Bei „Star Wars“ kämpfen auch die Frauen. Das gefällt mir.“
– Das Zappelinchen nach dem Film

Stilprägend für die kommenden 20 Jahre

Ich höre viele von euch schon meckern, wie viel CGI in dem Film steckt und dass die virtuellen Sets heute unglaublich künstlich aussehen. Da nehme ich direkt einmal die Gegenposition ein: Für mich hat der Look des Films immer noch funktioniert. Es gibt etliche reale Elemente, welche gekonnt mit den virtuellen Sets kombiniert wurden. Damit ist „Star Wars: Episode II“ einer der ersten Filme, die diesen Ansatz so konsequent umgesetzt haben. Vor 20(!) Jahren. Heute wird nahezu jeder aktuelle Blockbuster auf diese Art und Weise produziert. Das muss man nicht mögen oder gut finden, aber George Lucas hat mit der digitalen Produktion damals (einmal wieder) das Kino revolutioniert. Klar sieht heute nicht mehr jede Szene perfekt aus und die CGI-Elemente sind oft zu präsent, doch andere Szenen müssen sich, auch was die Interaktion zwischen CG-Charakteren und Schauspieler*innen angeht, nicht vor modernen Filmen verstecken (was wohl mehr über das aktuelle Kino aussagt, als über diesen Film). John Williams Score ist zudem wieder ein Traum.

Fazit

Haben die Kinder den Vorgänger noch eher gemischt aufgenommen, so waren heute beide begeistert von „Star Wars: Angriff der Klonkrieger“. Das Zappelinchen vermutlich sogar noch mehr als der Zwergofant (der übrigens immer noch über den Zusammenhang zwischen Senator Palpatine, Darth Sidious und den Imperator nachdenkt). Ich hatte wieder viel Spaß mit „Episode II“ und drücke hier gerne ein paar Augen zu bzw. stehe auf der hellen Seite der Bewertungsskala: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Star Wars: Die dunkle Bedrohung – OT: Star Wars: The Phantom Menace (1999)

Nach einem ziemlich doofen Tag stand mir abends der Sinn nach guter Unterhaltung. Zudem hat sich der Zwergofant schon länger gewünscht, dass wir endlich „Star Wars: Die dunkle Bedrohung“ anschauen. Zyniker werden nun fragen, wie das mit guter Unterhaltung zusammengeht. Aber ich mag den Film, auch wenn er bei Weitem nicht mein liebster Film der Reihe ist. Weshalb und wieso, lest ihr im Folgenden… 🚀

Star Wars: Die dunkle Bedrohung (1999) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Die dunkle Bedrohung (1999) | © Lucasfilm & Walt Disney

Der erste große Film-Hype einer neuen Ära

Ich weiß heute noch, wie sehr wir alle damals „Star Wars: Episode I“ entgegengefiebert haben. Das Internet war 1999 noch nicht mit dem heutigen vergleichbar und doch dürfte der Trailer zu „The Phantom Menace“ eines der ersten Videos gewesen sein, das ich mir damals bei Apple Trailers in einer recht hohen Auflösung im QuickTime-Format heruntergeladen habe. Unzählige Trailer-Sichtungen später war der Hype auf dem Höhepunkt. Das „Star Wars“-Prequel war auch einer der ersten großen Filme, die noch vor dem Kinostart geleakt sind und als Raubkopie gehandelt wurden. Auch in meinem Freundeskreis ging eine Kopie herum. Zugang wäre also da gewesen, doch zum ersten Mal „Star Wars“ im Kino (zumindest seit der Special-Edition-Wiederaufführung von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) hätte ich mir natürlich nie entgehen lassen. Bei der Kinosichtung, kurz nach dem Abi, konnte der Film an den Erwartungen nur scheitern. Dennoch habe ich ihn nie gehasst, wie so viele andere Fans. Und heute?

Viele erste Male mit „Star Wars: Episode I“

Inzwischen habe ich den Film schon ein paar Mal gesehen, aber weit nicht so häufig, wie die klassische Trilogie. Mit größerem Abstand kann ich auch viel mehr schätzen, was dieses Prequel für die Kinogeschichte bedeutet. Schon alleine, dass es ein Prequel ist. Wer kannte den Begriff denn schon davor? Unzählige weitere Prequels sollten in den kommenden Jahren folgen. Dann hat George Lucas nicht einfach nur bekannte Elemente recycelt (so wie J.J. Abrams in „The Force Awakens“), sondern tatsächlich versucht etwas Neues zu erzählen. Warum dies ausgerechnet die Geschichte um eine Handelsföderation sein musste, ist natürlich eine berechtigte Frage. Das Universum wurde auf jeden Fall weit aufgestoßen und dennoch die Brücke zur originalen Trilogie geschlagen. Inklusive unnötig anmutendem Fanservice; das hat der Film dann doch mit der neuen Trilogie gemein.

Am meisten beeindruckt mich aber auch heute noch die Technik. Man darf nicht vergessen: Das war noch einmal zwei Jahre vor „Der Herr der Ringe“ und wäre im gleichen Jahr nicht „The Matrix“ erschienen, würde der Eindruck, den „Episode I“ in technischer Sicht auf die Filmwelt hinterlassen sollte, vielleicht stärker gewürdigt worden. Viele Szenen sehen heute immer noch unfassbar gut aus. Alleine das Pod-Rennen ist an Dynamik und Action-Inszenierung kaum zu schlagen. Doch auch virtuelle Hintergründe und komplett animierte CGI-Charaktere schlagen sich heute noch mehr als wacker. Selbst Jar Jar Binks sieht in den meisten Szenen gut aus (über die Figur an sich kann man natürlich streiten). Dann die großen Schlachtszenen mit tausenden von Figuren, riesige Unterwassermonster und famose Raumschlachten. Technisch war bzw. ist der Film schon eine Wucht. Von John Williams‘ exzellentem Score einmal gar nicht zu schreiben.

Inhaltlich nicht ohne Schwächen

Über den Inhalt des Films wurde sich an vielerlei Stellen schon ausgelassen. Ich denke da nur an Mr. Plinkett’s Reviews auf RedLetterMedia, welche die Standardvorlage für alle Hater sind. Natürlich sprechen die Jungs hier viele richtige Punkte an, doch kann ich solch einem systematischen Zerlegen nichts abgewinnen (und ich mag den Kanal sonst sehr gerne). Doch den Midi-Chlorianern steht dann eben ein Kampf mit Darth Maul gegenüber. Der Film hat viel Schatten, aber auch viel Licht. Ich schlage mich hier viel lieber auf die helle Seite der Macht, denn ich hatte auch heute wieder viel Spaß mit dem Film. Der Zwergofant hat ihn interessanterweise als bisher besten „Star Wars“-Film betitelt, wohingegen das Zappelinchen ihn eher langweilig fand. Ich bin schon gespannt, wie wir alle die beiden Fortsetzungen wahrnehmen werden.

Fazit

Inzwischen hat „Star Wars: Die dunkle Bedrohung“ schon 23 Jahre auf dem Buckel. Dreiundzwanzig Jahre. Warum nur kann ich mich an die Zeit rund um den Filmstart noch so gut erinnern? Es waren prägende Jahre für mich. Und auch für das Kino. Goerge Lucas hat die Kinolandschaft hiermit beeinflusst, das dürfte sicher sein. Auch ganz persönlich hat der Film seinen Platz in meinem Herzen gefunden: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Baymax: Riesiges Robowabohu – OT: Big Hero 6 (2014) (WS1)

Heute waren wir nach der Arbeit noch lange draußen: Frau bullion hat im Garten gewerkelt, das Zappelinchen hatte eine Freundin da und ich habe den Rasen gemäht. Eigentlich sah alles nach dem ersten Abend auf der Terrasse aus, doch dann war es gegen 20:30 Uhr doch zu kalt. Also sind wir rein und haben mit „Baymax: Riesiges Robowabohu“ einen späten Filmabend gestartet. 🤖

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Ein perfektes Superheldenabenteuer für Kinder

Eigentlich könnte ich meine erste Besprechung aus dem Jahr 2015 nahezu 1:1 übernehmen. Die Verfilmung des eher unbekannten Marvel-Comics „Big Hero 6“ ist ein Quell der Freude. Disney hat sich hier vom üblichen Animationsschema entfernt und ein kunterbuntes und actionreiches Jugendabenteuer geschaffen. Inklusive Verlust, Rache und knackiger Action. Dabei bleibt der Film stets kindgerecht und wunderbar humorvoll. Die Kinder haben oft laut gelacht und auch ich musste mehrfach schmunzeln. In anderen Szenen habe ich dafür eine Träne verdrückt. Da macht „Baymax: Riesiges Robowabohu“ doch einiges richtig.

Aus technischer Sicht ist der inzwischen bereits acht Jahre alte Film immer noch extrem beeindruckend. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass er als heutige Produktion nicht viel besser aussehen würde. Das liegt vor allem am gelungenen Einsatz von Licht und einer Kamera, die sich – bis auf die ganz wilden Actionszenen – glaubwürdig in den einzelnen Szenen bewegt. Schade, dass es hierzu nie eine Fortsetzung gab, wenn man einmal von der Zeichentrickserie absieht. Darüber bzw. über die Hörspiele dazu ist übrigens der Zwergofant auf den Film aufmerksam geworden. Nun würde mich fast die Comic-Vorlage dazu interessieren.

Fazit

Bei meiner heutigen Sichtung hat mir „Baymax: Riesiges Robowabohu“ noch besser gefallen als beim ersten Mal. Selbst wenn ihr sonst mit Disney-Animationsfilmen nicht viel anfangen könnt, kann ich euch dieses Superheldenabenteuer ans Herz legen. Nicht nur eure Kids werden begeistert sein: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter – OT: Star Wars: Return of the Jedi (1983)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ am 30. Januar 2023 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Schon vor Beginn dieser Woche war mir klar, dass sie sehr anstrengend werden würde. Seit meiner Sichtung von „Das Imperium schlägt zurück“ am letzten Wochenende habe ich mich somit auf den heutigen Filmabend gefreut. Natürlich stand „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ auf dem Programm. Auch die Kinder war voller Vorfreude, da sie selbst einen aufregenden Tag hatten und die Booster-Impfung tapfer über sich ergehen haben lassen. Also auf zu den Sternen! 🌲🐻🚀

Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983) | © Lucasfilm & Walt Disney

Ein bombastisches und befriedigendes Finale

Auch in diesem Film stecken unfassbar viele Erinnerungen. Alleine der Anfang in Jabbas Palast, die Schweinewachen, Leias Kostüm, der Rancor, der Kampf an der Sarlacc-Grube. So viele ikonische Momente. Gerade nach der kürzlichen Sichtung von „The Book of Boba Fett“ war es lustig, wieder in Jabbas Palast zurückzukehren. Für mich dennoch nicht der stärkste Teil des Films. Dieser ist zweifellos die Konfrontation zwischen Luke und Vader sowie dem Imperator. Letztendlich ist „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ eben eine Vater-Sohn-Geschichte, die hier aufgelöst wird. In meiner Erinnerung waren diese Szenen noch intensiver und ausführlicher. Vermutlich würfle ich aber Anakins Gespräche mit Palpatine dazwischen. Den recht ausführlich erzählten Kampf auf Endor fand ich heute sehr unterhaltsam. Viele Fans der klassischen Trilogie mögen ja die Ewoks nicht, weil sie zu viel Humor und kindgerechte Unterhaltung in den Film einbringen. Für mich gehören sie jedoch einfach zum Filmerlebnis dazu.

„Ich fand das am Anfang mit der Riesenschnecke nicht so toll. Aber den Rest fand ich voll cool!“
– Der Zwergofant nach dem Film

Beeindruckende Technik und fragwürdige VFX

Im Gegensatz zu „Eine neue Hoffnung“ und „Das Imperium schlägt zurück“ sind mir die bearbeiteten Szenen der Special Edition hier deutlich negative aufgefallen. Gerade die Sarlacc-Grube, die CGI-Sängerin oder auch so manche Feierlichkeiten am Ende des Films. Großartig sind jedoch nach wie vor die Weltraumschlachten, die für 1983 eine unfassbare Dynamik besitzen. Hier wirkt der Film zu keinem Zeitpunkt schon beinahe 40 Jahre alt (das wäre übrigens ein guter Zeitpunkt für den Release der ursprünglichen Kinofassungen). Aber sind alles Details und Jammern auf hohem Niveau. Wenn man sich, wie ich heute, von der Nostalgie und der kindlichen Begeisterung der Mitzuschauer*innen anstecken lässt, dann sind alle Defizite schnell vergessen.

Fazit

„Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ war ein echtes Erlebnis für uns Wachgebliebene. Das Zappelinchen und der Zwergofant waren sich einig, dass dies der bisher beste Teil der Reihe ist. Obwohl ich den Film nach wie vor liebe, muss ich doch zugeben, dass er im Vergleich zu den beiden Vorgängern objektiv betrachtet ein wenig abfällt. Aber dies ist ja eine sehr subjektive Besprechung und deshalb gibt es auch hierfür: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück – OT: Star Wars: The Empire Strikes Back (1980)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Das Imperium schlägt zurück“ am 21. Dezember 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu und mir persönlich hat es an Highlights gefehlt. Somit habe ich für den heutigen Filmabend mit „Star Wars: Das Imperium schlägt zurück“ einen meiner Favoriten vorgeschlagen und zumindest der Zwergofant war hellauf begeistert. Meine letzte Sichtung des Films liegt schon ewig zurück und ich hätte davor am liebsten noch einmal „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ gesehen, doch der Rest war heiß auf die Fortsetzung. Warum also auch nicht? 🥶🚀☁

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück (1980) | © Lucasfilm & Walt Disney

Star Wars: Das Imperium schlägt zurück (1980) | © Lucasfilm & Walt Disney

In jeder Hinsicht eine perfekte Fortsetzung

Eigentlich hätte „Episode IV: A New Hope“ auch als alleinstehender Film funktioniert. Damals hat natürlich noch niemand an ein Franchise dieser Größenordnung gedacht. Umso erstaunlicher ist es, wie gelungen die Fortführung der Geschichte ist. Nicht nur sind die Effekte noch einmal perfekter, die Schauplätze noch exotischer und die Action mitreißender, nein, es ist vor allem die Mythologie von „Star Wars“, die hier ausgebaut wird: Der erste Auftritt von Yoda, das Beziehungsgeflecht rund um die Skywalkers, der Imperator, Boba Fett und weitere unzählige Details, die „Star Wars“ heute zu dem machen, was man eben unter „Star Wars“ versteht. Das noch einmal mitzuerleben war schon gigantisch. Auch wenn das Zappelinchen und der Zwergofant sich der Tragweite des Gesehenen nicht immer klar waren, so saßen beide jedoch wie gebannt vor dem Fernseher. Speziell die große Enthüllung kam schockierend:

„Ist das wirklich sein Vater? Nein oder? Das kann nicht sein. Er lügt doch!“
– Der Zwergofant während des Schlusskampfes

Mich wundert es ja, dass dieser Fakt bisher noch nicht durch Sekundärliteratur, Sammelbilder, LEGOs usw. gepoilert wurde.

Der beste „Star Wars“-Film?

Am Ende stellt sich natürlich die Frage, ob „Das Imperium schlägt zurück“ tatsächlich der beste aller „Star Wars“-Filme ist. So einfach ist die Frage nicht zu beantworten, denn für mich ist gerade die erste Trilogie eigentlich ein großer, zusammenhängender Film. Dabei übertrumpft sie sowohl die Prequel-Trilogie als auch speziell den Abschluss der Skywalker-Saga um Welten. Interessanterweise ist die Struktur des Films eher holprig: Alleine Lukes Verschwinden in der Eiswüste von Hoth nimmt knapp 20 Minuten in Anspruch. Dann gibt es alle paar Minuten einen Schauplatzwechsel, was vom Rhythmus her gesehen überhaupt nicht funktionieren dürfte. Und doch wirkt „The Empire Strikes Back“ in jeder Hinsicht rund. Noch runder als „A New Hope“, doch besser? Glücklicherweise muss ich mich nicht entscheiden und kann beide Teile zu meinen Lieblingsfilmen zählen. Ich freue mich jetzt schon auf die Sichtungen der weiteren Teile:

Fazit

Nachdem der Zwergofant auch diesen düstereren FSK-12-Teil gut weggesteckt hat, steht der Sichtung von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ nichts im Wege. Vor dem Zubettgehen hatte er noch viele Fragen zu diversen Verwandtschaftsverhältnissen und ich bin mir sicher, dass „Star Wars“ morgen das dominierende Thema bei uns sein wird. Darauf freue ich mich jetzt schon. Gibt es etwas Schöneres? Der Film ist bei (fast) allen Mitschauer*innen sehr gut angekommen: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

The Suicide Squad (2021)

Nach einem langen Lauf und Vorbereitungen für Ostern, sind wir heute recht spät auf das Sofa gekommen. Die Wahl des Films hat sich auch schwierig gestaltet und somit bin ich, nach einem Fehlgriff, schließlich bei „The Suicide Squad“ gelandet. Dazu muss ich sagen, dass ich die erste Verfilmung nicht kenne und das DCEU nach „Man of Steel“ komplett ignoriert habe. An diesem Film hat mich einzig und alleine James Gunn (bekannt für u.a. „Slither“) gereizt. Aus gutem Grund. 🦈

The Suicide Squad (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

The Suicide Squad (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Gunn zeigt abermals sein Regietalent

Ich liebe schon alleine die Intro-Sequenz. Was hier an Tempo und Onelinern abgefeuert wird, ist einfach nur großartig. Dabei ist es inhaltlich eine reine Wegwerfsequenz, die allerdings perfekt den Ton des Films vorgibt. Danach werden unsere eigentlichen Antiheld*innen eingeführt, was ebenso ausgezeichnet funktioniert. Gunn beweist in „The Suicide Squad“ abermals, dass er ein großes Ensemble wunderbar arrangieren kann und selbst den Nebenfiguren ausreichend Zeit einräumt. Klar besteht der Film zu 90% aus völlig übertriebener Action, doch die restlichen 10% sind teils wirklich schön emotional inszenierte Charakterszenen. Den Wechsel zwischen Humor, grotesker Gewalt und Emotionen bekommt Gunn sowieso hin, wie kein zweiter. Das hat er schon in „Guardians of the Galaxy“ und „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ bewiesen. Kein Wunder also, dass Warner ihn unbedingt für dieses Projekt haben wollte.

Inhaltlich ist „The Suicide Squad“ eher platt. Ein typischer Comic-Film eben. Und dennoch fühlt er sich anders an, als die MCU-Filme (und vermutlich auch die DCEU-Pendants). Von all den Regisseur*innen, die in diesem Genre wildern, ist James Gunn einer der ganz wenigen, dessen Handschrift man herauslesen kann. Ansonsten würde mir noch Taika Waititi einfallen. Zack Snyder vermutlich auch, doch um das zu beurteilen, müsste ich mich wohl erst einmal ins DCEU einarbeiten. Und das klingt mir tatsächlich nach zu viel Arbeit. Da warte ich lieber auf „The Suicide Squad 2“ und weiß jetzt schon, dass ich auch damit eine gute Zeit haben werde.

Fazit

„The Suicide Squad“ hat mich nicht enttäuscht. Es ist durch und durch ein James-Gunn-Film, was man bereits an den Gastauftritten der üblichen Verdächtigen (Michael Rooker, Nathan Fillion und Sean Gunn) erkennen kann. Obwohl der Film über zwei Stunden läuft, habe ich mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Ein großer, übertriebener Antiheld*innen-Spaß: 8/10 Punkte.

Das Buch von Boba Fett – OT: The Book of Boba Fett – Staffel 1

Nachdem ich spät auf den „The Mandalorian“-Zug aufgesprungen bin, war ich davon letztendlich doch recht begeistert. „The Book of Boba Fett“ hätte ich dagegen nicht unbedingt sehen müssen, fand ich die Figur doch schon in „The Mandalorian“ nicht sonderlich spannend. Aber inhaltlich sollte die Serie wohl sehr mit der Mutterserie verknüpft ein. Und genau so war es letztendlich auch… 🏜

The Book of Boba Fett | © Walt Disney

The Book of Boba Fett | © Walt Disney

All Filler, Almost No Killer oder Mando 2.5

In vielerlei Hinsicht wirkt „The Book of Boba Fett“ auf mich so, als wäre die Entscheidung, diese Serie zu produzieren, recht spontan getroffen worden. Das Writing schwankt oft zwischen platt und befremdlich. Als hätte man ein Kind beim Spielen mit seinen Kenner-Figuren beobachtet. Gerade während der ersten vier Episoden wirkt die Struktur der Serie auch so, als würde man versuchen zwanghaft bekannte Schauplätze/Ereignisse aus „Star Wars“ zu integrieren. Aber das liegt wohl auch in der Natur der Figur Boba Fett. Auch die Erzählung in zwei Zeitebenen wirkt strukturell unbeholfen und forciert. Als hätte man ein paar lose Ideen gehabt und diese zusammengeworfen. All das ist durchaus unterhaltsam und ich hatte meinen Spaß damit, aber so richtig rund wirkt es nicht. Und was sollte das mit dem Spice auf Tatooine? Sollte das ein Crossover mit „DUNE“ werden? (Ja, ich weiß, das wurde schon früher in „Star Wars“ erwähnt, doch so wie es hier dargestellt wird, wirkt es einfach befremdlich.)

Die besten Episoden sind zweifellos die rund um den Mandalorianer. Hier wird deutlich, dass die Serie eigentlich nur ein Vehikel ist, um die Zeit bis zur dritten Staffel  von „The Mandalorian“ zu überbrücken. Gerade die fünfte und sechste Episode fand ich rundum gelungen. Natürlich viel Fanservice, aber schöne emotionale Momente und technisch wirklich beeindruckend. Boba Fett spielt in diesen Episoden nahezu keine Rolle und ich habe ihn und seinen Konflikt auch nicht wirklich vermisst. Im äußerst actionreichen Finale kommen dann beide Erzählstränge zusammen. Mir war es fast schon zu viel Action und auch hier haben mich eher die Szenen um den Mandalorianer gefesselt. Auch handlungstechnisch passiert einiges, das eigentlich Voraussetzung für die Fortführung der Hauptserie ist. Gesehen haben sollte man die Serie als Fan des Franchises also durchaus. Schon allein, um auf dem Laufenden zu sein.

Fazit

Es ist schwierig mit „The Book of Boba Fett“ und mir. Aber ich bin ja nicht der einzige, dem es so geht. Die ersten vier Episoden fühlen sind nicht rund und wie Flickwerk an, danach macht die Serie einen qualitativen Sprung, was vermutlich auch daran liegt, dass hier eher die dritte Staffel von „The Mandalorian“ vorbereitet wird. Vermutlich wäre es sinnvoller gewesen, diese zwei bis drei Episoden direkt vor die dritte Staffel der Hauptserie zu stellen: 7/10 (6.9) Punkte.