Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2″ am 1. Januar 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Das war es dann also. Die wohl langlebigste High-Budget-Filmreihe hat mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ nach 10 Jahren ihr Ende gefunden. J. K. Rowlings Zauberschüler wurde von vielen belächelt und von noch mehr geliebt. Unbestreitbar ist jedoch, dass er auch im Kino einen Eindruck hinterlassen hat. Zusammen mit der „Der Herr der Ringe“-Trilogie sorgte er für einen Aufschwung im Fantasy-Genre und ist somit aus der Geschichte des populären Kinos nicht mehr wegzudenken.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Wie bereits beim ersten Teil des Finales habe ich es dieses Mal nicht geschafft, mir im Vorfeld die Vorgänger zur Auffrischung der Geschehnisse anzusehen. Somit wurde ich recht unvorbereitet in die Geschichte hineingeworfen, denn auch die Romanvorlage war mir nur noch sehr dunkel in Erinnerung. Da auch die Handlung direkt an den vorangegangenen Film ansetzt, gibt es keine Verschnaufpause und ehe man sich versieht, befindet man sich zusammen mit Harry, Hermine und Ron im Endkampf. Der großen Schlacht um Hogwarts. Harry Potter gegen Voldemort. Dann ist es tatsächlich vorbei. Ich konnte es wirklich kaum glauben bis hier einen gut zweistündigen Film gesehen zu haben.

Auch wenn ich die Aufsplittung des finalen Romans in zwei Filme nur befürworten kann, so leidet die Erzählstruktur doch ziemlich und besonders dieser letzte Teil mag für sich alleine genommen seine gewünschte Wirkung nicht so recht entfalten. Für mich hat es zu lange gedauert wieder in dieser magischen Welt anzukommen. Bevor ich mich eingefunden hatte, ging die Schlacht auch schon los. Vermutlich hätte ich tatsächlich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ direkt im Vorfeld noch einmal sichten müssen, um das volle Erlebnis zu erfahren. So gab es zwar mitreißende Kämpfe und auch einige wirklich emotionale Szenen zu bewundern, die mich allerdings nicht so sehr mitgerissen haben, wie ich es mir erhofft hatte.

Mit David Yates Inszenierung bin ich erneut recht zufrieden. Im Gegensatz zum Vorgänger erlaubt er sich keine Experimente und setzt deutlich mehr auf Action, doch was will man bei einem zweistündigen Showdown auch erwarten? Sehr gelungen fand ich die ruhigeren Szenen, wie z.B. Harrys Zusammentreffen mit seinen Eltern, Sirius und Remus im Wald. Hier wurde die Vorlage tatsächlich lebendig. Leider gab es zu wenige dieser Verschnaufpausen, was natürlich auch der Struktur des Films geschuldet ist. Insgesamt ein gelungener Film, der in meinen Augen dennoch zu den schwächsten Verfilmungen zählt. Eine qualitative Gesamteinordnung werde ich mir allerdings erst nach der Wiederholungssichtung der kompletten Reihe erlauben.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur gesehenen 3D-Fassung: Ich bin ja kein großer Fan des aktuellen Trends. Einige Einstellungen haben von dem Effekt profitiert, in anderen war er kaum wahrnehmbar und in manchen Szenen hat er gestört. Um 3D richtig zu erleben, müsste man eben auch für 3D drehen. Dann jedoch hätten wir ein Filmerlebnis, das in 2D aufgrund der fehlenden Tiefenschärfebetonung nicht mehr funktionieren würde. Man dürfte nicht zu schnell schneiden etc. Ich glaube man verpasst nicht viel, wenn man den Film nur in der normalen Fassung sieht und ich freue mich bereits auf die Heimkinoauswertung, mit der ich den Film ohne quatschende Teenager und einer zweiten Brille auf der Nase genießen kann.

Fazit

Alle Freunde der Reihe werden den Film vermutlich sowieso schon gesehen haben. Ich bin nun gespannt, wie sich die Saga für die kommenden Generationen präsentieren wird. Auf jeden Fall beneide ich jetzt schon meine Tochter, dass sie alle sieben Romane in einem Rutsch durchlesen kann. Was aus den Filmen wird? Für mich werden sie immer ein wichtiger Teil meines persönlichen Filmuniversums sein, haben sie mich doch über 10 sehr prägende Jahre meines Lebens begleitet. Auch das Finale ist gelungen und ich bin gespannt, ob es in Zukunft noch in meinem Ansehen wächst: 7/10 Punkte.

Black Death (2010)

Was hatte ich mich auf diesen Film gefreut. Christopher Smiths „Black Death“ schien mir ein wunderbar düsteres Mittelalterabenteuer zu sein, welches ich wirklich gerne im Kino gesehen hätte. Auch wenn ich von seinen bisherigen Filmen „Creep“ und „Severance“ nur leidlich begeistert war, erhoffte ich mir durch das ansprechende Setting einen kleinen und recht feinen Geheimtipp.

Schon nach den ersten paar Minuten wusste ich, dass es der Film schwer bei mir haben würde. Dies lag anfangs noch weniger an der Handlung, als an der Inszenierung: Was bitte hat sich Smith dabei gedacht den kompletten Film aus der Hand filmen zu lassen? Da wackelt jede einzelne Einstellung so sehr, dass die Kameraführung in „Die Bourne Verschwörung“ gerade zu ruhig und bedächtig erscheint. Natürlich wirken die Kampfszenen dadurch sehr unmittelbar und roh, doch warum bitte im Dialog und auch in den Totalen? Man kommt kaum dazu in die Handlung des Films einzutauchen, da die Kamera einfach zu penetrant präsent ist. Grausam!

Hinzu kommt ein seltsamer Videolook, der besonders in den dunklen Szenen negativ auffällt – und das obwohl der Film laut IMDB auf 35mm Film gedreht wurde. Sehr befremdlich, besonders für einen Historienfilm. Neben dem in meinen Augen unangebrachten Kamerastil kann die Inszenierung durchaus überzeugen. Es entsteht eine ziemlich beunruhigende Atmosphäre, die von gespenstisch schönen Landschaften unterstrichen wird. Mit einer klassischen Kameraführung hätte hier ein visuell bestechender Film entstehen können, so verpuffen die guten Ansätze leider im Nichts.

Auch inhaltlich konnte mich der Film nicht überzeugen. Die relativ plumpe Aussage, dass jeglicher blinde Glaube – sei es das Christentum oder der im Film angedeutete Okkultismus – schlecht sei, wird mit einem derartigen Holzhammer präsentiert, dass man das Ende der Geschichte meilenweit vorhersehen kann. Die obligatorische Wendung verfehlt ihre Wirkung somit komplett, was die mystisch inszenierte Enthüllung umso kläglicher scheitern lässt. Der aufgesetzt wirkende Epilog hat mich letztendlich in meiner Meinung bestätigt, dass Smith lieber bei seinem angestammten Genre bleiben sollte.

Leider war „Black Death“ für mich eine mittelschwere Enttäuschung. Schade um den wunderbaren Sean Bean (Eddard Stark, „Game of Thrones“) und den restlichen, launig aufspielenden Cast. Auch schade um die martialischen Kampfszenen und die authentisch wirkende Mittelalteratmosphäre. Ein gewisser Unterhaltungswert ist dem Film nicht abzusprechen, doch konnte er mich weder formal noch inhaltlich wirklich überzeugen: 4/10 Punkte.

Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt – OT: Pirates of the Caribbean: At World’s End (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt“ am 9. September 2022 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Heute Abend gab es mit „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt“ bereits zum zweiten Mal das Finale der erfolgreichen Piratentrilogie. Nach der Sichtung bin ich – ebenso zum wiederholten Male – etwas ernüchtert, denn der Film konnte sich zum damaligen Kinobesuch leider nicht steigern. Etwas hat sich aber verändert: Die Hoffnung auf einen gelungenen vierten Teil ist deutlich gestiegen.

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt (2007) | © Walt Disney

Hat der erste Teil der Trilogie noch eine relativ abgeschlossene Geschichte erzählt, wurde im zweiten das Tor zu einem fantastischen Paralleluniversum aufgestoßen: Piraten, Kraken und düstere Versprechen. All dies wurde vor sonnendurchfluteter Kulisse mit viel Humor erzählt. Was hatte der Mittelteil der Trilogie jedoch nicht zu bieten? Einen Showdown – und diesen gibt es nun endlich in „At World’s End“ zu bestaunen. Ein beinahe dreistündiger Showdown, so man denn den zähen Spannungsaufbau dazuzählen mag.

Wenn auch die unnötig kompliziert erzählte Geschichte nicht wirklich viel hergibt, so muss man doch neidlos zugeben, dass das was auf der Leindwand bzw. dem Bildschirm zu sehen ist, auf jeden Fall zu beeindrucken vermag. Die See wirbelt herum, Fischmonster und Piraten sind in einen nicht enden wollenden Kampf verwickelt und die Kamera fliegt über tosende Strudel und klirrende Säbel, als wäre sie selbst Teil der Elemente. Visuell unglaublich beeindruckend, doch leider ebenso ermüdend.

Vor dem Showdown gibt es einige nette Szenen mit Capatain Jack Sparrow, denen jedoch die Leichtigkeit der vorhergehenden Späße abgeht. Überhaupt ist der gesamte Film sehr düster gehalten, was ungewohnt ist und doch eine ganz besondere Stimmung heraufbeschwört. Zu der bisherigen Filmreihe passt diese Weltuntergangsstimmung in meinen Augen jedoch nur bedingt und somit war ich richtig froh, als sich im Epilog wieder auf die wahren Stärken zurückbesinnt wurde: Lockere Späße mit unserem Lieblingscaptain. Ergo die Hoffnung auf „Fluch der Karibik 4: Fremde Gezeiten“.

Der Abschluss von Gore Verbinskis bombastischer Filmtrilogie ist leider deutlich schwächer, als seine beiden Vorgänger. Oft lässt der Film den Eindruck entstehen, als wäre das Drehbuch mit der heißen Nadel gestrickt worden und die Effekte seien nur Mittel zum Zweck. Dennoch weiß der Film zu gefallen und für Freunde düsterer Unterhaltung, gibt es zumindest ein für solch einen Blockbuster ungewohnt bittersüßes Ende zu bestaunen. Sehenswert, aber oft leider zu gewollt: 7/10 Punkte.

Fluch der Karibik 2 – OT: Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest (2006) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2“ am 31. August 2022 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nun bin ich doch schneller als gedacht dazu gekommen mir „Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest“ erneut anzusehen. Auf dieses Erlebnis war ich ziemlich gespannt, hatte ich den Film nach der damaligen Kinosichtung doch überraschend gut bewertet. Oft ist es ja so, dass man sich von der spontanen Euphorie übermannen lässt und der Film bei genauerer Betrachtung den positiven Erinnerungen nicht stand hält. Doch trifft dies auch auf die Fortsetzung der Piratensaga zu?

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006) | © Walt Disney

Pirates of the Caribbean: Fluch der Karibik 2 (2006) | © Walt Disney

Um es kurz und knapp zu machen: Ich hatte heute wieder genauso viel Spaß, wie vor fünf Jahren – unglaublich, oder? – im Kino. Der Film ist komischer als der erste Teil, um einiges düsterer und er hat mehr Schauwerte zu bieten. Die Figuren scheinen sich noch mehr gefunden zu haben und es gibt einen famosen Bösewicht. Einzig und allein die Geschichte bleibt etwas auf der Strecke bzw. man bekommt nur eine unnötig aufgeblasene Version der Handlung des Vorgängers präsentiert. Normalerweise müsste ich den Film nun abstrafen, doch feuert Gore Verbinski hier ein Feuerwerk an Actionszenen ab, dass es eine wahre Freude ist. Unterhaltungskino in Perfektion.

Schon alleine die Kannibaleninsel ist an Actionslapstick kaum zu überbieten. Herrlich überdreht und völlig absurd choreographiert bleibt hier kein Auge trocken. Überboten wird das Spektakel nur noch durch den Mühlenrad-Kampf, der ein grandioses comic timing besitzt und zu den unterhaltsamsten Filmszenen überhaupt zählt. Neben diesen lockerleichten Actioneinlagen stimmt der Film bereits ziemlich düstere Töne an, welche sich in „Fluch der Karibik 3: Am Ende der Welt“ letztendlich komplett durchsetzen werden. In diesem Teil stimmt die Mischung jedoch noch und macht das beste aus beiden Welten.

Beeindruckend fand ich auch bei der heutigen Sichtung die Effekte. Nicht so sehr den Kraken, als viel mehr Davy Jones und seine Crew. Selbst in strahlendstem Sonnenschein kann man hier keine CGIs ausmachen. Oberflächenbeschaffenheit, Licht und Animation – alles ist perfekt getroffen. Hinzu kommt, dass man den Schauspieler Bill Nighy tatsächlich hinter den Effekten erkennt. Ein lebendiger, atmender Charakter. Für mich eine der ganz großen Leistungen der VFX-Kunst.

Nun stellt sich mir natürlich die Frage, welchen Teil der Reihe ich bisher am besten finde. Der erste ist insgesamt wohl runder und erzählt die schlüssigere Geschichte. Der zweite dagegen quillt schon fast über vor fantastischen Szenen, die oft wohl auch außerhalb ihres Kontexts funktionieren würden. Unterhalten haben mich beide Filme ausgezeichnet und dabei möchte ich es auch belassen: 9/10 Punkte.

Fluch der Karibik – OT: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003)

Aktualisierung: Ich habe „Fluch der Karibik“ am 27. August 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Der aktuellste Teil der Filmreihe dürfte wohl der in den letzten Wochen am häufigsten rezensierte Film der Blogosphäre sein. Der ideale Zeitpunkt also für mich mit „Fluch der Karibik“ noch einmal den Ursprung des bombastischen Franchise unter die Lupe zu nehmen. Ich war ja schon immer ein Freund der filmischen Freibeuter und so hatte ich mich damals enorm über die Ankündigung zu Gore Verbinskis Piratenabenteuer gefreut.

Fluch der Karibik (2003) | © Walt Disney

Fluch der Karibik (2003) | © Walt Disney

Nachem Renny Harlins „Die Piratenbraut“ im Jahr 1995 so gnadenlos gefloppt ist, darf man es schon beinahe als Wunder betrachten, dass Disney das Multi-Millionen-Dollar-Projekt überhaupt in Auftrag gegeben hat. Dazu noch eine Idee, die auf einer Freizeitparkattraktion beruht. Insofern also nicht sonderlich erstaunlich, dass „Fluch der Karibik“ darauf getrimmt wurde für nahezu jede Zielgruppe als perfekter Unterhaltungsfilm zu funktionieren – und noch erstaunlicher: Es ist ihm tatsächlich gelungen. Abenteuer, Humor, Action, Romantik, angenehmer Grusel und eine neue Kultfigur. Ein Traum made in Hollywood – und das sowohl für die Produzenten als auch die Zuschauer.

Auch bei meiner inzwischen dritten (vielleicht auch vierten) Sichtung hatte ich wieder enorm viel Spaß mit Captain Jack Sparrow und Co. Dieses Mal ist mir besonders aufgefallen, wie zielstrebig der Film darauf abziehlt möglichst viele Knöpfe bei seinem Publikum zu drücken. Keine Szene wirkt nebenbei erzählt oder überflüssig. Das Timing stimmt, die Charaktere sind ausformuliert, als hätte man sie bereits auf dutzenden von Abenteuern begleitet und die Handlung ist kompakt und mitreißend zugleich. Hinzu kommt Klaus Badelts unverkennbar aus der Schmiede Hans Zimmers stammender Score, der wohl die meistverwendeten Musikstücke der jüngeren Zeit geliefert haben dürfte.

Kritikpunkte gibt es zwar ein paar, doch insgesamt schmälern sie den ungemeinen Unterhaltungswert des Films kaum. So sind mir die Kampfszenen etwas zu dominant in die Handlung eingebaut. Da wäre weniger sicher mehr gewesen. Weiterhin hätte man dem Film ruhig ein wenig mehr Ecken und Kanten geben können, doch dann wäre vielleicht nicht genau diese Art Film dabei herausgekommen, was auch irgendwie schade gewesen wäre.

Was bleibt sonst noch zu erwähnen? Natürlich „Monkey Island“ – ein paar Szenen scheinen wie aus dem Spiel übernommen (das sich wiederum ebenso bei Disneys Freizeitparkattraktion bedient hat), doch letztendlich ist ein Will Turner eben kein Guybrush Threepwood und Captain Jack Sparrow steht sowieso auf einem anderen Blatt. Insofern wäre ich einer Verfilmung der originalen Computerspielreihe immer noch nicht abgeneigt (dann aber bitte mit dem originalen LucasArts-Score).

Wie bereits geschrieben, dürfte nahezu jeder Zuschauer gefallen an Gore Verbinskis Auftakt zu seiner Piratensaga finden. Nicht umsonst begann damit eine der größten Erfolgsgeschichten des vergangenen Kinojahrzehnts. Ich für meinen Teil freue mich nun auf die Wiederholungssichtungen des ersten und zweiten Sequels und hoffe, dass ich damit durch bin, bis der vierte Teil die Heimkinos erreicht. Nach wie vor ein bunter, lauter und vor allem sehenswerter Piratenspaß: 9/10 Punkte.

Avatar: Aufbruch nach Pandora – Extended Collector’s Cut (2009) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Avatar: Aufbruch nach Pandora“ am 22. November 2022 zum dritten Mal gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Kaum zu glauben, dass seit der Kinosichtung schon weit über ein Jahr vergangen ist. Inzwischen weiß man, welchen Stellenwert „Avatar“ in der Filmgeschichte einnehmen wird. Zeit also, sich noch einmal ausführlich mit James Camerons Sci-Fi-Epos zu beschäftigen. Gesehen habe ich dieses Mal den sogenannten Extended Collector’s Cut, welcher den Film um eine alternative Anfangsszene sowie alle Szenen der Special Edition ergänzt.

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Avatar: Aufbruch nach Pandora (2009) | © 20th Century Studios

Als ich den Film damals in der ersten Aufführungswoche im Kino sah, war noch nicht abzusehen welchen durchschlagenden Erfolg James Cameron abermals an den Kinokassen dieser Welt haben würde. Ehrlich gesagt hätte ich auch nicht vermutet, dass die breite Masse so stark auf diese doch sehr sci-fi-lastige Geschichte anspringt. Für mich war jedoch bereits damals klar, dass es Cameron erneut geschafft hat unseren Wahrnehmungshorizont für visuelle Effekte zu erweitern. Hinzu kommt der erstmals vollkommen überzeugende Einsatz von 3D, welcher selbst mich als Skeptiker zu überzeugen wusste. So sehr sogar, dass ich die zusätzliche Ebene bei der gestrigen Sichtung beinahe etwas vermisst habe.

Natürlich hat der große Erfolg des Films auch unzählige Kritiker auf den Plan gerufen. Vermutlich muss man als ernstzunehmender Cineast immer etwas gegen den Strom schwimmen. Mir selbst ist auch durchaus bewusst, dass die Geschichte keinen Originalitätspreis gewinnt, doch mit wieviel Liebe zum Detail – auch inhaltlich – sie umgesetzt wurde, wird leider viel zu oft ignoriert. Die Grundthemen (Arroganz durch technischer Überlegenheit, Ignoranz gegenüber der Natur) wurden von Cameron ja bereits in den meisten seiner anderen Filme mal mehr („The Abyss“ und „Aliens“), mal weniger plakativ (u.a. „Terminator“ und „Titanic“) behandelt. Ob man den Film nun als Ethno- bzw. Ökokitsch wahrnimmt oder ihm auch eine inhaltliche Relevanz für unsere heutige Gesellschaft einräumt, hängt wohl mit dem Grad an Zynismus zusammen, mit dem man selbst seiner Umwelt begegnet.

Mir hat der Film bei der gestrigen Sichtung erneut sehr viel Freude bereitet. Die Geschichte ist mitreißend erzählt, die Figuren gut geschrieben und die audiovisuellen Aspekte über jeden Zweifel erhaben. Pandora atmet und lebt – und ich freue mich jetzt schon darauf, mich etwas mehr mit der Entstehungsgeschichte des Films zu befassen. Mal sehen, ob ich während meines Urlaubs ein paar Stündchen dafür herausschinden kann. Zum Thema Fassungen sei gesagt, dass der Extended Collector’s Cut ein paar nette, aber nicht zwingend nötige Erweiterungen enthält. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall gerne etwas länger auf Pandora verweilt.

Auch wenn „Avatar“ als erfolgreichster Film in die Geschichte des Kinos eingegangen ist, so sehe ich in ihm immer noch den indirekten Nachfolger von „The Abyss“ oder „Aliens“ – eben ein weiterer Film von unserem James Cameron (jetzt einmal als Genrefreund gesprochen). Auf die Fortsetzungen freue ich mich schon sehr, zumal ich bei Cameron alles erwarte, nur keinen Stillstand. Zu meinen Lieblingsfilmen möchte ich „Avatar“ zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zählen, doch viel fehlt nicht mehr: 10/10 Punkte.

Toy Story 3 (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Toy Story 3“ am 1. August 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Die „Toy Story“-Trilogie von Disney/Pixar wird für mich wohl stets die Animationsfilmreihe sein, der ich mich am meisten verbunden fühle. Den ersten Teil sah ich erstmals vor genau 15 Jahren und war damit exakt halb so alt, wie bei der gestrigen Sichtung von „Toy Story 3“ – dem Finale der Trilogie. Man könnte somit sagen, ich bin mit den Filmen aufgewachsen, wenn nicht sogar erwachsen geworden.

Toy Story 3 (2010) | © Walt Disney

Toy Story 3 (2010) | © Walt Disney

In „Toy Story 3“ dreht sich alles um den Abschied von der Kindheit und das Eintreten in einen neuen Lebensabschnitt. Stärker als bei den Vorgängern rückt damit Andy ins Zentrum der Geschichte. Bisher war er nur der Auslöser, der die Geschichte ins Rollen brachte – doch dieses Mal wird auch er emotional in sie eingebunden, was zu einem wunderschönen, sentimentalen Ende führt, bei dem wahrlich kein Auge trocken bleibt.

Bevor die Handlung jedoch dort ankommt, gibt es allerlei bunte Abenteuer zu bestehen, unzählige neue Spielzeuge zu treffen und fiese Hindernisse zu überwinden. Die Geschichte ist abermals mitreißend und flott erzählt, nimmt sich dennoch Zeit für ihre Charaktere und bietet herrlichen Humor sowie nachdenkliche Momente. Wie bereits in „Toy Story 2“ fügen sich die neuen Figuren perfekt in das bereits etablierte Universum ein. Pixar beweist zudem abermals ein Händchen für perfektes Timing und eine ausgewogene Erzählweise.

Audiovisuell ist der Film eine wahre Augenweide, was besonders bemerkenswert ist, da er dennoch nahtlos an die alten Filme anschließt – und dazwischen liegen immerhin 15 Jahre technischer Fortschritt. Ein Meisterwerk der Animationskunst. Auch die Geschichte ist erwachsener geworden und oft beherrscht ein beinaher schon erschreckend düsterer Grundton die einzelnen Handlungsabschnitte. Wie da wohl die absolut unpassende FSK-Freigabe (ohne Altersbeschränkung) zustande gekommen sein mag? Wirklich unfassbar.

Am meisten überzeugt hat mich „Toy Story 3“ abermals von der emotionalen Seite. Selten war ich so ergriffen, wie in der Szene als sich die Spielzeuge alle an den Händen fassten, um tapfer ihrem sicheren Ende entgegen zu sehen. Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ebenso fantastisch ist natürlich das Finale der Geschichte, welches mit der real gewordenen Wolkentapete aus Andys Kinderzimmer in „Toy Story“ endet. Absolut fantastisch.

Fazit

Pixar ist mit diesem Film wohl der Abschluss zu einer der hochwertigsten Trilogien überhaupt gelungen – und das meine ich genreübergreifend und nicht nur auf Animationsfilme bezogen. Auch der dritte Teil hat sich sofort und unabdingbar in mein Herz gespielt. Ich freue mich jetzt schon darauf einmal zusammen mit meiner Tochter die gesamte Filmreihe zu sehen und mich am Leuchten in ihren Augen zu erfreuen. Ein größeres Kompliment kann man einem Film wohl nicht machen: 10/10 Punkte.

Für immer Shrek – OT: Shrek Forever After

Als Dreamworks 2001 „Shrek“ in die Kinos brachte, war ein neuer Klassiker des Animationsfilms geboren. Knapp 10 Jahre später nahm der grüne Oger mit „Für immer Shrek“ Abschied von der Leinwand. Ob das große Finale besser gelungen ist, als der von vielen Kritikern vernichtend besprochene Vorgänger? Man durfte gespannt sein…

Schon nach den ersten paar Minuten war mir klar: Die Magie ist weitgehend verschwunden. Bereits „Shrek der Dritte“ – der mir immerhin besser gefiel, als den meisten Zuschauern – hatte viel vom anarchischen Zauber der Vorgänger eingebüßt. Das beinahe schon satirische Märchenreich des Ogers wurde zu dem, was es selbst einmal durch den Kakao gezogen hat: Eine zuckersüße Bonbonwelt mit klischeehaften Charakteren und einer nur netten Geschichte.

Trotz des fehlenden Zaubers, versprach „Für immer Shrek“ zunächst eine immerhin mitreißende Geschichte zu erzählen. Ich liebe Handlungsstränge, die in Paralleluniversen spielen. Alternative Realitäten und so. Dafür bin ich wirklich immer zu haben. Hier jedoch vermisste ich bei diesen Ansatz die knackigen Ideen. Letztendlich wurde abermals die gleiche Geschichte abgespult, nur um am Ende mit einer Holzhammerbotschaft ins letzte Happy End der Reihe zu gehen.

Besonders schade ist, dass der Film eigentlich alle Knöpfe drückt, um ein Erfolg zu werden: Es gibt schöne Reminiszenzen an die ersten Teile, es gibt eine relativ vielversprechende Prämisse und es gibt einen interessanten Bösewicht, der letztendlich leider auch nicht das halten kann, was zunächst versprochen wird. Mir ist es vorgekommen, als wäre dem Film immer kurz vor dem nächsten großen Lacher die Luft ausgegangen. Nicht wirklich schlecht, sogar stets unterhaltsam, aber eben nicht konsequent durchdacht.

Freunde der Reihe werden bestimmt wieder 90 Minuten Spaß mit Shrek, Esel und Co. haben. Ich für meinen Teil habe mich durchaus amüsiert, musste aber immer öfter wehmütig an die wunderbaren Vorgänger denken. Somit bin ich nicht traurig, dass es sich hiermit um den – so hoffe ich zumindest – letzten Teil der Reihe handelt. Man sollte eben aufhören, wenn es am schönsten ist – und nicht erst zwei Filme danach: 6/10 Punkte.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1″ am 29. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Gestern Abend hatten wir uns einmal wieder einen Elternabend gegönnt, der uns zu „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ ins Kino führte. Wie bei jedem Teil der Filmreihe war meine Vorfreude ziemlich groß, wenngleich ich es dieses Mal auch nicht geschafft habe, mir zuvor noch einmal den bzw. die Vorgänger anzuschauen. Spoiler sind zu erwarten.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Um es bereits vorweg zu nehmen: Mir hat der Film großes Vergnügen bereitet. Wie bisher alle Verfilmungen der erfolgreichen und von mir sehr geschätzten Vorlage. Mit dieser Einschätzung stehe ich meist – zumindest unter den Filmbloggern – ziemlich alleine da: Den Cineasten fehlt der künstlerische Anspruch, den Hardcorefans weichen die Filme zu sehr von der Vorlage ab und den Nichtkennern derselben ist die Geschichte zu konfus erzählt. Für mich jedoch funktionieren die Filme als Bebilderung der Geschichte ausgezeichnet. Den Rest füllt mein – zugegebenermaßen lückenhaftes – Gedächtnis auf. Und künstlerischer Anspruch? Mir reicht hier sauberes Handwerk – und das kann man David Yates in seinen Verfilmungen wahrlich nicht absprechen.

Der Film transportiert die dichte Atmosphäre der Vorlage einmal mehr ausgezeichnet. Als ich das Finale der Romanreihe las, begleitete mich stets eine düstere Endzeitstimmung, welche von Yates fabelhaft eingefangen wurde. Auch die Hauptpunkte der Geschichte werden erneut abgearbeitet, wobei sich die Verfilmung einmal mehr auf die Gefühle der Charaktere konzentriert, als jedes Detail ausführlich zu beleuchten. Für viele ein großer Kritikpunkt, für mich jedoch ein ein deutlicher Vorteil, da ich charakterorientiertes Erzählen bevorzuge – die Lücken in der Handlung füllt meine Erinnerung auf, doch die Emotionen werden auf der Leinwand abgebildet. Für mich funktioniert der Film dadurch ausgezeichnet.

Im Vergleich zum direkten Vorgänger „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirkt die Geschichte viel weniger gehetzt, was der Teilung der Adaption auf zwei Filme zu verdanken ist. Sicherlich wird Warner Bros. hier zunächst einmal Gewinnmaximierung im Fokus gehabt haben, doch kommt die doppelte Laufzeit durchaus auch der Geschichte und besonders den Charakteren zugute. Dabei bleibt der Film so kurzweilig, dass die doch recht ansehnliche Laufzeit wie im Fluge vergangen ist und ich mir im Anschluss sehr gerne noch Teil zwei angesehen hätte. Die Rechnung der Produzenten ist damit wohl aufgegangen und ich werde im Juli erneut im Kino sitzen.

Auf die Handlung des Films werde ich nicht weiter detailiert eingehen, sondern nur noch drei Aspekte ansprechen. Erstens: Warum mussten die Uniformen der bösen Ministeriumsmitarbeiter unbedingt NS-Uniformen nachempfunden sein? Da hätte man sich mehr Gedanken machen können. Zweitens: Die Sterbeszene von Dobby hat ihre Wirkung anscheinend nicht verfehlt, was ich am vermehrten Schluchzen diverser Kinobesucher festmachen konnte. Für eine reine CGI-Figur durchaus beeindruckend. Drittens: Die Umsetzung des Märchens um die drei Brüder ist wahrlich famos gelungen und hat den Film in meinen Augen noch einmal deutlich aufgewertet.

Fazit

Für mich hat David Yates mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ einen wunderbaren Anfang vom Ende der erfolgreichen Fantasybuchreihe geschaffen. In meinen Augen wird der Film der Vorlage durchaus gerecht, wenngleich er natürlich nicht deren Tiefe erreichen kann. Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden und freue mich bereits auf das Finale – sowie darauf danach hoffentlich Zeit für die erneute Sichtung der gesamten Reihe zu finden: 8/10 Punkte.

Willow (1988)

Aktualisierung: Ich habe „Willow“ am 5. November 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Nachdem ich in letzter Zeit viel über Genres geschrieben habe, die mich normalerweise nicht sonderlich interessieren, habe ich mich gestern einem meiner Lieblingsgenres zugewandt. Mit Ron Howards „Willow“ hielt der klassische Fantasyfilm Einzug in mein Wohnzimmer und zauberte einmal mehr ein Lächeln auf mein Gesicht.

Willow (1988) | © Walt Disney

Willow (1988) | © Walt Disney

Die George Lucas-Produktion aus dem Jahr 1988 zählt wohl zu den meistgesehenen Filmen meiner Jugend. Die unzähligen Sichtungen diverser TV-Ausstrahlungen und später dann der DVD wurden erst von Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie in ihrer Bedeutung und Häufigkeit abgelöst. Doch auch heute noch muss ich oft an die Abenteuer Willow Ufgoods denken und somit war es einmal wieder an der Zeit dem Land der Nelwyns und Daikinis einen Besuch abzustatten.

Die Geschichte ist nicht sonderlich originell, sondern liest sich wie ein Best of der Fantasyliteratur. Hauptsächlich stand wohl tatsächlich Tolkiens berühmte Saga Pate für die grobe Handlung und ihre Charaktere. Dies fällt jedoch nicht negativ auf, da „Willow“ andere Schwerpunkte setzt und z.B. viel mehr auf Humor und Action setzt. Der Film ist – für seine Zeit – auch sehr effektlastig, was ihn heut teils recht angestaubt (z.B. Stop-Motion-Drache) wirken lässt. Allerdings wurde in „Willow“ zum ersten Mal erfolgreich computerunterstütztes Morphing eingesetzt, was den Film für VFX-Freunde durchaus interessant macht.

Die Inszenierung erinnert sehr an die „Star Wars“-Filme und selbst James Horners Score könnte von John Williams komponiert worden sein. Es ist offensichtlich, dass George Lucas mit „Willow“ ein weiteres erfolgreiches Franchise schaffen wollte, was ihm letztendlich leider nicht gelang. Die Abenteuer Willows und Elora Danans wurden aber immerhin in einer Buchtrilogie („Schattenmond“, „Schattendämmerung“ und „Schattensonne“) fortgesetzt, welche – zumindest bei uns – leider nicht mehr erhältlich ist.

Da ich beinahe jeden Dialog des Films mitsprechen kann und die zauberhafte Fantasy-Atmosphäre einfach liebe, fällt es mir natürlich schwer „Willow“ objektiv zu bewerten. Wer also nach solch einer Einschätzung sucht, sollte sich wohl lieber woanders umsehen. Für mich kommt Ron Howards Ausflug in die fantastischen Welten direkt hinter Peter Jacksons Verfilmung von Tolkiens Epos und stellt damit eines der seltenen Genrehighlights dar: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm