Castle – Season 6

Lange hat es gedauert, doch auch bei TV-Serien heißt aufgeschoben nicht aufgehoben – und so hat es „Castle – Season 6“ nach beinahe drei Jahren endlich in mein ganz privates Programm geschafft, was speziell meine bessere Hälfte erfreut hat. Es war übrigens das erste Mal, dass wir die Serie nahezu am Stück verfolgt haben. Somit war ich sehr gespannt, ob das Krimi-Procedural auch noch funktioniert, wenn man beinahe täglich eine Episode schaut…

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Die Freude um die Rückkehr zu Castle, Beckett und Co. war wirklich groß. Die Serie funktioniert einfach famos als Wohlfühlunterhaltung – und das trotz des Settings rund um Mord und Totschlag. Wie kein anderes Procedural dieses Genres schafft es die Serie Krimi und Komödie perfekt zu kombinieren, was neben dem sympathischen Nathan Fillion (Captain Mal Reynolds, „Firefly“ & „Serenity“) besonders an den außergewöhnlichen Fällen liegt: In der Vergangenheit gab es schon eine Zombie-Apokalypse zu bestehen und in dieser Staffel wird ein Zeitreisefall behandelt, der perfekt mit der Serienwelt harmoniert – und das ohne offensichtlich nur eine falsche Fährte zu sein. Auch wenn nicht jeder Fall wirklich außergewöhnlich ist, so ist „Castle“ doch das einzige Krimi-Procedural, das mir auch über längere Zeit Spaß bereitet.

Bis zur fünften Staffel hatte ich „Castle“ von Woche zu Woche verfolgt, doch bei dieser Sichtung stand beinahe täglich eine neue Episode auf dem Programm, was dem Sehgenuss letztendlich wohl eher abträglich war. Hier fällt dann doch die starke Formelhaftigkeit auf, was glücklicherweise durch die spielfreudigen Darsteller und die oft ungewöhnlichen Fälle aufgefangen wird. Dennoch keine Serie, die sich zum Binge-Watching eignet und lieber in kleineren Dosen genossen werden sollte. Dann funktioniert wohl auch die Rahmenhandlung rund um die bevorstehende Hochzeit und die damit verbundenen privaten Wirrungen besser. Immerhin wurde nun endlich das große Mysterium rund um den Mord an Detective Becketts Mutter aufgeklärt.

Mir hat auch das sechste Jahr rund um Richard Castle wirklich viel Spaß bereitet. Der Cliffhanger am Ende wäre dagegen nicht nötig gewesen, hat man diesen in ähnlicher Form doch bereits unzählige Male gesehen. Auf eine Rückkehr des ermittelnden Krimi-Autoren freue ich mich dennoch schon sehr. Dann werde ich ihn aber vermutlich wieder in weniger geballter Form besuchen: 8/10 (7.9) Punkte.

Star Wars: Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: The Force Awakens (2015)

Aktualisierung: Ich habe „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ am 26. Januar 2018 und am 30. September 2022 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Unglaublich, aber wahr: Ich habe es tatsächlich noch geschafft, mir „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ im Kino anzusehen. Leider konnte ich aufgrund des späten Zeitpunkts der Sichtung keine Vorstellung im Originalton mehr ausfindig machen. Somit bin ich immerhin in den Genuss einer IMAX-Projektion in 3D gekommen. Das volle Programm also. Vermutlich war das in diesem speziellen Fall auch ganz gut so, denn ich hatte die Nacht zuvor nur drei Stunden Schlaf abbekommen – ein langer Firmen-Event am Vorabend und Kinder im Faschingsrausch ab 4:30 Uhr haben ihren Tribut gefordert – und wurde somit alleine durch die audiovisuelle Wucht wachgehalten. Ob mich der Film auch inhaltlich begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) | © Walt Disney

Was mir „Star Wars“ bedeutet

Tatsächlich stelle ich mit Erschrecken fest, dass dies der erste Eintrag zu „Star Wars“ auf meinem Blog ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich in den letzten 10 Jahren keinen „Star Wars“-Film mehr gesehen habe. Wow. Dabei ist die Filmreihe doch ein inhärenter Bestandteil meiner popkulturellen Identität. Auch wenn ich die Original-Trilogie bereits als Kind unglaublich beeindruckend fand, so hat gerade die Sichtung der verhassten Special Editions im Kino ab 1997 den Wert der Filme für mich enorm gesteigert. Entsprechend gespannt war ich auch auf „Star Wars: Episode I“ und habe den damals kursierenden Screener geflissentlich ignoriert. Der Kinobesuch war Event und Enttäuschung zugleich. Über die kommenden Jahre habe ich jedoch – antizyklisch zur filmischen Netzgemeinde – meinen Frieden mit den Prequels gemacht. Auch wenn ich mich sehr auf „Episode VII“ gefreut habe, ist der große Hype bei mir ausgeblieben. Dennoch hätte ich mich sehr geärgert, wenn ich nicht mehr im Kino gewesen wäre. Nach diesem kurzen Exkurs wende ich mich nun direkt „The Force Awakens“ zu:

Mit J. J. Abrams steht beim „Star Wars“-Relaunch ein Mann hinter den Kulissen, den ich sehr schätze. Nicht nur aufgrund seines „Star Trek“-Reboots oder des wunderbar nostalgischen „Super 8“, sondern vor allem aufgrund seiner TV-Serien „Lost“ und „ALIAS“ sowie des hierzulande weniger bekannten, aber umso sehenswerteren Coming-of-Age-Dramas „Felicity“. Schon alleine die Tatsache, dass Abrams nun die zwei größten Sci-Fi-Franchises unter seinen Fittichen hat, ist bemerkenswert. Ich war somit recht guter Dinge, dass er mit diesem bedeutenden Werk seiner und all unserer Jugend kein Schindluder treiben würde – und nach George Lucas‘ letzten Bemühungen konnte dieses Vorhaben gar nicht so schief gehen, oder etwa doch?

Charaktere und Inszenierung

Schon beim Opening Crawl hatte ich eine Gänsehaut. Da war es wieder: das bekannte „Star Wars“-Gefühl. Schon kurz danach lernen wir unsere neuen Hauptfiguren kennen – und was das für Figuren sind! Rey und Finn sind mir sofort ans Herz gewachsen. Auch wenn ihre Charakterisierung teils noch zu wünschen übrig lässt, so sprechen die Taten und ihr Zusammenspiel für sich. Einfach erfrischend und endlich einmal wieder eine weibliche Heldin, die keinen starken Mann an ihrer Seite braucht, um sich aus gefährlichen Situationen zu manövrieren – das Gegenteil ist der Fall. Schon bald treffen wir mit Han Solo und Chewbacca auf zwei alte Bekannte, was für einen weiteren Nostalgieschub sorgte.

Die Balance aus Altem und Neuem hat Abrams, was die Figurenkonstellation angeht, wirklich gut getroffen. Selbst Nebenfiguren aus der Originaltrilogie sind öfter mal im Hintergrund zu sehen. Da freut sich das Fanherz.  Mit Kylo Ren gibt es eine interessante Variation Darth Vaders zu sehen, der viel Potential aber auch gewisse Gefahren birgt. Wird er sich als eigenständige Figur etablieren können oder nur als Emo Vader in die Geschichte eingehen? Mit Adam Driver (Adam Sackler in der TV-Serie „Girls“) stimmt die Besetzung und ich bin mir sicher, dass sich die Figur in den kommenden Teilen noch interessant entwickeln wird. Derweil sprießen bestimmt auch die Theorien, welche bereits bekannte Figur sich letztendlich hinter Supreme Leader Snoke verbirgt. Langweilig sind diese Ergänzungen des Universum somit keinesfalls.

Ebenso famos ist die Inszenierung: teils kann man kaum glauben, dass zwischen „A New Hope“ und „The Force Awakens“ bereits 38 Jahre liegen. Seien es die Modelle, die Aliens, die HUDs der Raumschiffe oder sogar die Frisuren der Charaktere (z.B. Poe Dameron) – hier passt wirklich alles. Sehr begeistert war ich auch von der Kameraarbeit, die – bis auf wenige Ausnahmen – stets auf Augenhöhe der handelnden Figuren stattfindet, was gerade in 3D zu einer wirklich starken Immersion führt. Der perfekte „Star Wars“-Film also?

Inhaltliche Schwachstellen

Leider bietet „Star Wars: Episode VII“ inhaltlich nur einen Aufguss der Ereignisse aus „Star Wars: Episode IV“. So gibt es wieder einen Droiden mit einer geheimen Botschaft, statt der Cantina in Mos Eisley gibt es Maz Kanatas Festung und am Ende läuft alles auf die Zerstörung eines noch größeren Todessterns hinaus. Da hätte ich mir etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht, zumal es auch keinen Unterschied macht, dass das Imperium nun Erste Ordnung heißt – die Rebellen befinden sich in exakt der gleichen Position wie damals und es wirkt einfach nicht so, als hätten die Ereignisse aus „Return of the Jedi“ großen Einfluss auf die Geschichte dieses Universums gehabt. Auch wenn ich die einzelnen Schauplätze und die individuellen Szenen wirklich mochte, so wirkt das große Ganze doch bereits zu vertraut.

Fazit

„The Force Awakens“ hat es auf jeden Fall geschafft, das „Star Wars“-Fieber bei mir wieder ausbrechen zu lassen. Ich freue mich schon sehr auf die Zweitsichtung im Originalton und habe mir fest vorgenommen demnächst noch einmal „Episode I“ bis „Episode VI“ zu sichten. Trotz des exakt getroffenen Gefühls für diese Welt, wiegen die Abstriche in der Handlung zu stark, als dass ich gewillt wäre, sie einfach unter den Tisch zu kehren. Zweifellos ein sehr guter Start für das Franchise, es bleibt nur zu hoffen, dass Rian Johnson („Looper“) und Colin Trevorrow („Jurassic World“) die wunderbar bodenständige Inszenierung beibehalten und sich die Autoren auch inhaltlich mehr trauen. Ich bin sehr gespannt und voller Vorfreude: 8/10 Punkte.

The X-Files – Season 5

Aufgrund viel Ablenkung durch Filme und andere Serien über die Feiertage und den Jahreswechsel, hat sich meine Sichtung von „The X-Files – Season 5“ ein wenig verzögert. Für mich war es die erste Staffel, bei der ich mich nicht mehr wirklich an einzelne Episoden erinnern konnte – und die erste Staffel im damals noch recht modernen 16:9-Breitbildformat. Gleichzeitig markiert die fünfte Staffel die Mitte der Serie und den Startschuss für den ersten Kinofilm. Was hatte „Akte X“ also auf der Höhe des ursprünglichen Hypes zu bieten?

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Man merkt, dass die Autoren inzwischen ziemlich genau wissen, was funktioniert und was nicht. Inzwischen ist das Serienuniversum auch so weit ausgebildet und populär, dass sie wunderbar ein paar Episoden einstreuen können, die eher auf der Metaebene ablaufen. Gleichzeitig fällt jedoch auf, dass die Autoren diese aufgebaute Komfortzone weniger oft verlassen und man nicht mehr dieses bunte Potpourri an Geschichten bekommt, wie dies speziell in den ersten vier Staffeln der Fall war. Allerdings mag sich der Eindruck einer stärker fokussierten Erzählung auch aus der verringerten Episodenzahl (20 statt wie bisher mindestens 24 Episoden) ergeben. Eine Tendenz, die ich grundsätzlich erst einmal positiv bewerten würde, jedoch hier in weniger Spielraum für Geschichten abseits der Norm resultiert.

Erwähnenswert sind auf jeden Fall der eröffnende Zweiteiler „Redux I & II“, der einen der größten Handlungsstränge der vierten Staffel auflöst. „Unusual Suspects“ wirft einen Blick auf die Anfänge der Lone Gunman und lässt Mulder nur als Nebenfigur auftauchen, was ich durchaus erfrischend fand, aber auch zeigt, warum die Gruppe alleine nicht wirklich funktioniert. Die folgende Episode „Detour“ ist einer meiner liebsten klassischen Monster-of-the-Week-Fälle, da sie die Beziehung zwischen Mulder und Scully in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig wirklich unheimlich ist. Mit „The Post-Modern Prometheus“ folgt ein Favorit dieser Staffel, der wie ein Gruselstreifen der 30er Jahre klassisch in Schwarz-Weiß inszeniert ist und dabei herrlich augenzwinkernd daherkommt. Der Zweiteiler „Christmas Carol“/“Emily“ fokussiert sich auf Scully und überzeugt gerade durch den Kontrast aus weihnachtlicher Familienamosphäre und persönlichem Horror.

In der Mitte wird die Staffel deutlich schwächer und Episoden wie „Schyzogeny“ oder „Chinga“ bieten nur 08/15-Horror-Versatzstücke. Mit „Bad Blood“ finden die Autoren wieder zu alter Stärke zurück und präsentieren eine herrlich amüsante „Rashomon“-Variante – mein zweiter Favorit dieser Staffel. Danach folgt mit dem Zweiteiler „Patient X“/“The Red and the Black“ eine weitere Mythology-Episode, die durchaus ihre Momente hat. Stärker beeindruckt hat mich jedoch die Folge „Travelers“, in der wir Zeuge von Mulders erstem Kontakt mit den X-Akten werden. Kurz vor dem eher durchwachsenen Finale hält die Staffel mit „Folie à Deux“ noch eine wunderbare Monster-of-the-Week-Episode parat, die man gleichzeitig als Satire auf die Firmenkultur Amerikas lesen kann.

Insgesamt ist das fünfte Jahr der Serie wieder ein wenig schwächer, jedoch ist noch kein großer qualitativer Einbruch zu erkennen. Somit freue ich mich nun umso mehr auf den ersten Kinofilm und die darauf folgende sechste Staffel. Speziell gerade jetzt, da „The X-Files“ aufgrund der endlich gestarteten neuen Mini-Staffel wieder in aller Munde ist. Nach wie vor sehr gute Unterhaltung: 8/10 (8.3) Punkte.

Betas – Season 1

Als ich mich vor gut zwei Monaten das erste Mal in die Welt des Streamings vorgewagt hatte, war ich natürlich sogleich auf der Suche nach sehenswerten Serien. Speziell die Eigenproduktionen von – in diesem Fall – Amazon haben mich gereizt und auch thematisch schien mir „Betas – Season 1“ ein lohnenswerter Einstieg zu sein. Als ich mit der Serie begonnen hatte, wusste ich allerdings noch nicht, dass nach einer Staffel mit nur 11 Episoden auch schon wieder Schluss sein sollte. Ob dies ein Verlust für die Serienwelt ist, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Man merkt sogleich, dass Amazon mit der Serie etwas erreichen wollte. Der Ausflug in die Startup-Szene San Franciscos ist hip inszeniert, man bekommt kontextrelevante Buzzwords in nahezu jedem Dialog um die Ohren gehauen und die Charaktere scheinen jedes Nerd-Klischee zu erfüllen, nur um diesen gleichzeitig zu widersprechen. Als jemand, der sich auch beruflich mit IT, Tech und Startups auseinandersetzt, habe ich mich sogleich zu Hause gefühlt, auch wenn der Einsatz von Buzzwords und so manchen hippen sprachlichen Ausdrücken teils ein wenig aufgesetzt wirkt. Dadurch ist es mir teils schwer gefallen, wirklich an die Charaktere heranzukommen. Erst in den letzten Episoden haben sich einzelne Handlungsstränge herausgearbeitet – und dann war die Serie auch schon wieder vorbei.

Ich fand es erfrischend eine Serie zu sehen, die sich nicht in erster Linie um Beziehungen dreht, sondern ein bisher noch ziemlich unbeleuchtet gebliebenes berufliches Umfeld als Arbeitsplatz-Comedy porträtiert. Die Darsteller sind allesamt absolut passend gewählt und mit Ed Begley Jr. gibt sogar ein immer wieder gerne gesehener Altstar sein Stelldichein. Ebenso gut wie das Ensemble hat mir die musikalische Untermalung gefallen, die sich angenehm vom Popgedüdel bekannterer Serien abhebt. Eine sympathisch Serie, wenn auch mit Ecken und Kanten.

Letztendlich hätte „Betas“ noch mindestens eine zweite Staffel Zeit gebraucht, um sich wirklich zu entwickeln. Gerade das Finale öffnet neue dramaturgische Wege, funktioniert jedoch auch einigermaßen gut als Abschluss. Oft noch ein wenig holprig in Ton und Handlung, machen die 11 Episoden auf jeden Fall viel Spaß und lassen mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf meine erste Amazon-Eigenproduktion zurückblicken: 8/10 (7.5) Punkte.

How I Met Your Mother – Season 9

Als ich Ende 2005 diese Sitcom entdeckte, war es sofort um mich geschehen – es war Liebe auf den ersten Blick und über die kommenden Staffeln sollte sich die Zuneigung festigen. In den letzten Jahren konnte die Serie jedoch nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen, so dass ich das Finale „How I Met Your Mother – Season 9“ auch erst jetzt (ungefähr 2 Jahre nach der ursprünglichen Ausstrahlung) gesehen habe. Auch wenn ich bereits um den Inhalt des Endes wusste, hatte ich viel Spaß mit dieser letzten Staffel. Spoiler sind zu erwarten.

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Die Änderung des Erzählkonzepts hat tatsächlich wieder frischen Wind in die Serie gebracht: Die finalen 24 Episoden beleuchten ein einziges Wochenende, nämlich die Hochzeit von Robin und Barney. Dadurch wird einzelnen Situationen und Charakteren viel mehr Platz eingeräumt als in der bisherigen Struktur – und doch ist man nicht auf einen Schauplatz beschränkt, da es etliche Flashbacks und Flashforwards gibt. Diese lassen uns einen Blick in die Zukunft von Ted und der titelgebenden Mutter werfen und ermöglichen etliche Referenzen auf längst vergangene Staffeln. Dabei gehen die Autoren sehr selbstironisch damit um, so viel Zeit auf ein einzelnes Wochenende zu verwenden. Auch wenn das viele anders sehen werden, so funktioniert dieser Ansatz für mich perfekt und bildet einen gelungenen Rahmen für das große Finale.

Die letzte Episode samt Wendung wurde von den meisten Fans sehr negativ aufgenommen. Ich hatte mich leider schon im Vorfeld gespoilert, so dass der Schock während der Sichtung ausblieb. Vermutlich wäre ich auch nicht geschockt gewesen, denn Anzeichen für dieses Finale – die Mutter stirbt, Ted kommt doch noch mit Robin zusammen – wurden bereits einige Episoden zuvor angedeutet. Es schwang oft eine bittersüße Melancholie mit, die auch durch das nachgeschobene alternative Ende nicht aufgehoben werden kann, weshalb dieses für mich auch nicht funktioniert. Zudem muss man bedenken, dass die Serie auch zuvor schon ernstere Töne angeschlagen hatte, z.B. in der fantastischen Episode „Bad News“, in der Marshalls Vater sehr überraschend verstirbt. Es ist ein Finale, das auf jeden Fall Wirkung zeigt und mir auch in Erinnerung bleiben wird, ähnlich dem Serienende von „Roseanne“, das damals auch mit einer unerwartet tragischen Wendung aufzuwarten wusste. Zudem war dies wirklich einmal ein Ende, das von Anfang an exakt so von den Autoren geplant war, wie man an den Originalaufnahmen von Teds Kindern sieht – ja, ich schaue dich an, „Lost“!

Noch stärker als die Nachricht des Todes der Mutter, hat mich der Schnelldurchlauf durch die Stationen des Lebens der nur allzu bekannten Charaktere mitgenommen. Sie leben sich auseinander, die Familie wird immer wichtiger und über die Zeit lieb gewonnene Schauplätze werden verlassen. Ich mag dieses Gefühl der Melancholie, die wohl jeder nachvollziehen kann, der selbst in dem gezeigten Lebensabschnitt steckt oder diesen sogar schon hinter sich hat. Wie wohl kaum bei einer zweiten Serie hat sich mein Leben mit den Charakteren entwickelt: 2005 war ich selbst noch 25 Jahre alt, unverheiratet und ohne Kinder. Ted, Robin, Lilly, Marshall und Barney sind über den Lauf der Serie 10 Jahre älter geworden und haben neue Lebensabschnitte erreicht – und ich mit ihnen. Das macht die Serie für mich zu einem besonderen Erlebnis.

Da ich für die fünfte und sechste Staffel keine Punktwertungen aufgeschrieben habe, lasse ich an dieser Stelle die Rangliste der neun Staffeln bleiben. Es finden sich jedoch Besprechungen zu den ersten vier Staffeln hier im Blog (der Vollständigkeit halber: Staffel 7 bewertete ich mit 7.8 und Staffel 8 mit 7.3 Punkten)  – und ich bin mir sicher, die Serie irgendwann noch einmal komplett zu sehen. Für mich ist sie tatsächlich der legitime Nachfolger zu „Friends“ und es wird vermutlich dauern, bis es eine weitere Twentysomething-Sitcom schafft solch einen wunderbar harmonierenden Cast zusammenzutrommeln und über weite Strecken solch lustige und sympathische Geschichten zu erzählen. Diese letzte Staffel ist nicht ohne Fehler, doch weit besser als die meisten Kritiken vermuten lassen. Für mich ein absolut passendes Ende für diese großartige Serie: 8/10 (8.4) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 – OT: The Hunger Games: Mockingjay – Part 1 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“ am 3. Februar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem ich den ersten Samstag im neuen Jahr genutzt habe, um einen Abluftkanal für unseren Wäschetrockner zu legen, war am Ende des Tages eigentlich die Luft raus. Dennoch hatte ich Lust auf einen Film und so kam es, dass letztendlich „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“ den Weg auf den Bildschirm fand. Den vorletzten Teil der erfolgreichen Jugendbuch-Verfilmung hatte ich damals im Kino verpasst und somit war ich sehr gespannt auf die Umsetzung…

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 (2014) | © Studiocanal

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 (2014) | © Studiocanal

Zu Beginn war es sehr ungewohnt so unmittelbar in die dystopische Welt von Panem zurückzukehren. Hätte ich zuvor jedoch die beiden Vorgänger „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ und „Die Tribute von Panem: Catching Fire“ geschaut, dann hätte die Sichtung des ersten Teils des Finales bestimmt nicht mehr im Januar stattgefunden. Schon nach ein paar Minuten war ich inhaltlich auch wieder voll drin, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich die Buchvorlage „Die Tribute von Panem: Flammender Zorn“ kenne und zu schätzen weiß. Für mich bildet die Trilogie wunderbar den Brückenschlag zwischen Jugendabenteuer und ernstzunehmender Dystopie.

Regisseur Francis Lawrence hält sich abermals dicht an die Vorlage, was in diesem Fall auch einfach ist, denn schließlich hat er zwei Filme Zeit die Geschichte zu Ende zu erzählen. Eigentlich hätte es diese Zweiteilung nicht gebraucht und es steckt bestimmt vor allem der Profitgedanke des Studios hinter dieser Entscheidung – und doch muss ich sagen, dass der Rhythmus der Erzählung funktioniert. Ich hätte nur ungern auf eine Szene verzichtet und fand es schön, Distrikt 13 im Detail kennenzulernen. Wie sich diese gewonnene Zeit nun auf das endgültige Finale niederschlägt, das ja eher zwiespältig aufgenommen wurde, kann ich allerdings noch nicht abschätzen.

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern, gibt es dieses Mal ein gänzlich anderes Szenario, sprich man verlässt das Jugendabenteuer und findet sich eher in einem Sci-Fi-Kriegsfilm wieder. Dies funktioniert erstaunlich gut, was wohl auch an der gewissen Härte liegt, mit der wir Zuschauer konfrontiert werden. Hinzu kommt das große Thema Propaganda sowie Instrumentalisierung von Heldenfiguren. Für die Zielgruppe hat der erste Teil von „Mockingjay“ wahrlich einiges zu bieten – und auch als erwachsener Zuschauer kann man viel Freude mit dieser Dystopie haben.

Fazit

Nach der Sichtung finde ich es fast etwas schade, nicht doch noch einmal einen Blick auf die Vorgänger geworfen zu haben. Auf „Mockingjay Teil 2“ freue ich mich auf jeden Fall schon sehr – und spätestens dann wird sich auch zeigen, ob die Zweiteilung letztendlich auch der Geschichte und nicht nur dem Konto des Produzenten dienlich ist: 8/10 Punkte.

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – OT: The Hobbit: The Battle of the Five Armies – Extended Edition (2014) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ am 27. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Zum Abschluss der Weihnachtsfeiertage habe ich mir endlich die erweiterte Fassung von „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ angeschaut. Die Erwartungen waren nicht sonderlich groß, war doch bereits im Vorfeld bekannt, dass sich die meisten Ergänzungen auf die ohnehin bereits recht ausführliche Schlacht beschränken würden. Dennoch habe ich mich sehr auf das große Finale gefreut, da ich durch die Sichtungen der ersten beiden Teile wieder so richtig in Mittelerde angekommen war. Was hat die neue Schnittfassung also letztendlich zu bieten?

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Bei der heutigen Sichtung war ich sehr erstaunt, wie wenig Platz die titelgebende Schlacht doch letztendlich im Film einnimmt. Das Kampfgetümmel startet erst mit der 75. Minute und ist nach einer Stunde mit der 135. Minute auch schon wieder vorbei. Natürlich ist eine Stunde Schlacht nicht wenig, doch bietet der Film weit mehr Handlung als ihm die meisten Kritiker zugestehen wollen. Zudem sollte man die Trilogie, wie auch „Der Herr der Ringe“, als ein komplettes Werk sehen, was auch dadurch unterstützt wird, dass es z.B. zwischen „The Desolation of Smaug“ und „The Battle of the Five Armies“ weder einen Epilog noch einen Prolog gibt – die Filme könnten nahtlos hintereinander ablaufen und es würde dramaturgisch Sinn ergeben.

Tatsächlich finden sich die meisten Erweiterungen in den Schlachtszenen wieder: So gibt es u.a. eine komplett neue Sequenz zu sehen, in der die Zwerge auf einem Streitwagen gegen mehrere Trolle kämpfen – und die ist tatsächlich äußerst unterhaltsam. Auch der Gewaltgrad wurde noch einmal deutlich angehoben, was durchaus zum Filmuniversum passt. Daneben gibt es jedoch auch mehrere Handlungselemente, die vertieft wurden: Gandalf wird in Dol Guldur konkret auf die Ringe angesprochen, es gibt eine sehr schöne Unterhaltung zwischen Bilbo und Bofur und dem Abschied von den gefallenen Zwergen wird endlich entsprechend Zeit eingeräumt. All diese Erweiterungen werten den Film deutlich auf, wenngleich sie ihn auch nicht so bedeutend verändern, wie dies bei „Smaugs Einöde“ der Fall war.

Letztendlich speist sich mein positives Bild des Films wohl auch aus den hämischen Kommentaren, die „The Battle of the Five Armies“ in letzter Zeit abbekommen hat. Der Clip aus dem Making-of, der Peter Jacksons Verzweiflung aufgrund von Zeitdruck und Terminplan zeigt, war für viele der Beweis, dass der Regisseur sein Versagen am Werk zugegeben hat. Letztendlich wurde damit nur eine schwierige Produktionsphase beleuchtet, was sich bis zu einem gewissen Grad auch schon bei „The Desolation of Smauf“ wiederfand. Die nicht idealen Bedingungen und der Druck des Studios sind bestimmt mit Schuld am oft holprigen Eindruck, den die Filme hinterlassen. Mehr sollte man aber auch nicht in das Video hineininterpretieren, zumal gerade der dritte Teil trotz seiner schwierigen Produktionsphase wieder stringenter wirkt, als der direkte Vorgänger – so man die Filme überhaupt getrennt betrachten kann.

Mit der erweiterten Fassung von „Die Schlacht der Fünf Heere“ ergibt sich nun auch eine (vorerst) finale Rangliste der Filme und ihrer Schnittfassungen:

  1. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Extended Edition)
  2. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Extended Edition)
  3. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Kinoversion)
  4. „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ (Extended Edition)
  5. „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ (Kinoversion)
  6. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Kinoversion, HFR)

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Trilogie rund um den kleinen Hobbit. Sie pendelt sich insgesamt bei sehr soliden 8 Punkten ein, was nur im Anbetracht der ursprünglichen Erwartungshaltung gering erscheinen mag. Ich bin nun sehr neugierig, ob „Der Herr der Ringe“ nur in meinen verklärten Erinnerungen so viel besser ist, oder ob der Zahn der Zeit inzwischen an einer meiner Lieblingstrilogien genagt hat. Dazu kann ich vermutlich genau in einem Jahr mehr sagen. Hierfür gibt es erst einmal wohlverdiente: 8/10 Punkte.

Der Hobbit: Smaugs Einöde – OT: The Hobbit: The Desolation of Smaug – Extended Edition (2013) (WS2)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ am 26. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Meine weihnachtlichen Filmwochen gehen in die nächste Runde: Auch wenn ich heute nach diversen Vorbereitungen eigentlich viel zu müde gewesen bin, habe ich doch meine inzwischen dritte Sichtung von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ angepackt. Glücklicherweise hat sich mein letztjähriger Eindruck bestätigt und der Film ist in der erweiterten Fassung mit 24 Bildern pro Sekunde deutlich besser als das katastrophale Kinoerlebnis mit HFR vermuten ließ…

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Nachdem mir „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ noch ganz frisch im Gedächtnis ist, komme ich nicht umhin gegenläufige Parallelen in der Struktur festzustellen: Hat Peter Jackson im ersten Teil seiner Trilogie den Aufbruch des unfreiwilligen Helden nahezu perfekt gestaltet, so überzeugt im Nachfolger eher das letzte Drittel. Bilbos erste Begegnung mit Smaug zählt für mich nach wie vor zu den Highlights der Filmreihe und ich könnte dem Spiel zwischen Martin Freeman und Benedict Cumberbatch wahrlich stundenlang zusehen: Die beiden harmonieren auch außerhalb von „Sherlock“ und selbst als Antagonisten gar wunderbar – von den imposanten CGIs einmal ganz zu schweigen. Man merkt hier deutlich, dass diese Szenen Peter Jackson sehr am Herzen lagen.

Der Einstieg in die Geschichte rund um Beorn funktioniert in der erweiterten Fassung erneut richtig gut. Die Abenteuer in Düsterwald und die Flucht aus dem Königreich der Waldelben dagegen mag mich immer noch nicht so wirklich überzeugen – zu actionreich, zu weit weg von der Buchvorlage und zu seicht in der erzählerischen Tiefe. Zwar gibt es auch in diesen Abschnitten immer wieder Szenen, die mir sehr gut gefallen (z.B. Bilbos Blick über das Blätterdach), doch insgesamt kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre.

Den starken Fokus auf Seestadt kann ich nur teils nachvollziehen – und auch wenn ich Stephen Fry stets sehr gerne sehe, so wirken diese überdrehten Szenen oft eher der Scheibenwelt entsprungen als in Mittelerde verankert. Dennoch mag ich die Atmosphäre und das wunderbare Theme, das Howard Shore für Seestadt geschrieben hat. Die erweiterten Szenen rund um Dol Guldur bringen den Film noch einmal deutlich nach vorne, da viele Zusammenhänge eben erst durch diese klar werden. Speziell die Bedeutung des Einsamen Berges für den Feind erschließt sich erst jetzt, was speziell im Hinblick auf „Die Schlacht der Fünf Heere“ wichtig ist.

Alles in allem hatte ich wieder viel Spaß mit „The Hobbit: The Desolation of Smaug“, doch an den Vorgänger reicht der Film einfach nicht heran. Dafür wurden die verschiedenen Versatzstücke einfach zu beliebig in dem Film untergebracht. Trotz meiner Kritik hat Jackson hiermit einen gelungenen Mittelteil geschaffen, der gekonnt auf das große Finale hinleitet, doch dazu an anderer Stelle mehr: 8/10 Punkte.

Hello Ladies – Season 1 & Hello Ladies: The Movie

In den letzten Monaten hatte ich einige Episoden von der „The Ricky Gervais Show“ verschlungen. Somit sind Ricky Gervais und Stephen Merchant neben Karl Pilkington (zusammen auch in „An Idiot Abroad“ zu sehen) wieder auf meinem Radar aufgetaucht. Merchants kurzlebige HBO-Show „Hello Ladies – Season 1“ war auch die letzte neue Serie, die ich in der alten Wohnung mitten in der heißen Umzugsphase angefangen hatte – und es ist die erste, die im neuen Haus mit „Hello Ladies: The Movie“ ihren Abschluss fand. Schade, dass dieser amüsante Besuch in Los Angeles damit schon wieder vorbei ist…

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Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Serie: Auf der einen Seite wirkt sie sehr wertig produziert, bietet tolle Einstellungen und Kamerafahrten – auf der anderen Seite wirkt der Plot eher wie eine Network-Sitcom als eine HBO-Comedy. Speziell die Konstellation mäßig erfolgreiche Schauspielerin lebt im Gästehaus eines nerdigen Web-Designers schien mir einfach zu abgedroschen. Merchants Figur Stuart Pritchard ist zu Beginn auch nicht wirklich greifbar, er ist zu gemein um wirklich liebenswert zu sein und der Fremdschämfaktor ist wirklich extrem hoch.

Nach den ersten 3-4 Episoden hatte mich die Serie gepackt und ich konnte mich auch an den Eigenheiten der Figuren erfreuen. Leider jedoch hat die Serie nur 8 Episoden, wurde jedoch immerhin mit einem 75-minütigen Film abgeschlossen. Durch diese komprimierte Art der Erzählung hatte ich am Ende eher das Gefühl eine etwas ausführlichere RomCom gesehen zu haben (ähnlich wie bei der kurzlebigen Serie „Bent“) als eine seriell erzählte TV-Serie.

Ihr volles Potential entwickelt „Hello Ladies“ leider erst in der zweiten Hälfte der Staffel. Auf diesem Niveau hätte ich mir gerne noch ein paar weitere Episoden angesehen. Der Film ist zwar ein gelungener Abschluss, doch merkt man, dass die Autoren zielgerichtet auf ein Finale zugesteuert sind und nur noch wenige absurde Situationen ihren Weg ins Drehbuch gefunden haben (die Sexszene ist dafür gar wunderbar witzig erzählt).

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß mit der Serie und mir sind die Figuren trotz des Fremdschämens schnell ans Herz gewachsen. Dennoch kann ich verstehen, dass HBO die Serie abgesetzt hat: Sie sitzt zu sehr in der Nische ohne darin wirklich herausragend zu sein. Speziell Fans von Stephen Merchant sollten sich die Show dennoch nicht entgehen lassen. Ich habe den kurzen Trip nach L.A. auf jeden Fall sehr genossen: 8/10 (7.9) Punkte.

Baymax: Riesiges Robowabohu – OT: Big Hero 6 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Baymax: Riesiges Robowabohu“ am 13. Mai 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Auch wenn es bis 21 Uhr nicht so ausgesehen hat, habe ich doch noch einen Film angepackt. Zählt man den zugehörigen Kurzfilm dazu, dann sogar zwei. Wow. Eigentlich wollte ich mit meinem diesjährigen Besuch in Mittelerde beginnen, doch dann würde ich jetzt noch sitzen – und nach einem weiteren Tag im Möbelhaus und werkelnd im Haus, habe ich mich dann doch lieber für den deutlich kürzeren „Baymax: Riesiges Robowabohu“ entschieden. Eine sehr gute Wahl…

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Tatsächlich stellt der Animationsfilm aus dem Hause Disney eine weitere Marvel-Verfilmung dar. Das zugehörige Comic „Big Hero 6“ zählt wohl nicht zu den bekanntesten, doch war es vielleicht deshalb eine so gute Wahl, um die Kombination aus Animation und Superhelden-Action zu testen. Die kreativen Köpfe hinter dem Film standen übrigens bereits bei dem famosen „Bolt: Ein Hund für alle Fälle“ hinter der virtuellen Kamera. Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden, speziell was die teils völlig überdrehte Action angeht.

Die Handlung des Films gliedert sich in zwei Teile: einen Coming-of-Age-Block rund um den jungen Erfinder Hiro und seinen Bruder sowie die Origin-Geschichte des im Original titelgebenden Superhelden-Sextetts. Den ersten Teil der Geschichte mochte ich um einiges lieber, was jedoch nicht bedeutet, dass der zweite Teil schlecht wäre. Speziell die charakterbildenden Momente zwischen Hiro und dem fantastisch gestalteten Gesundheitsroboter Baymax haben mich auch im weiteren Verlauf immer wieder begeistert.

In den Kampfszenen erinnerte mich „Baymax“ ein wenig an Pixars „Die Unglaublichen“ oder eben andere Marvel-Verfilmungen. Ab und zu habe ich mir vorgestellt, wie „Big Hero 6“ wohl als Realfilm gewirkt hätte – ein interessanter Gedanke, speziell da die Umgebung von San Fransokyo tatsächlich unglaublich realistisch wird. Doch auch das Charakterdesign ist ausgesprochen ansprechend und die menschlichen Charaktere wirken zu keinem Zeitpunkt wie Fremdkörper in der Kulisse. Aus technischer Sicht ein wahrer Genuss!

Fazit

Insgesamt gesehen mochte ich „Baymax: Riesiges Robowabohu“ wirklich sehr gerne. Ich habe mit Hiro und seinem Gesundheitsbegleiter mitgefiebert und wurde manchmal nur aufgrund der nicht enden wollenden Action aus dem Film gerissen. Ein Problem, an dem leider viele Marvel-Filme kranken. Dieser hier ist auf jeden Fall einer der besten und sei somit sowohl Animationsfilm- als auch Comicfilmfreunden ans Herz gelegt: 8/10 Punkte.