30 Days of Night

Gestern Abend habe ich eine filmische Reise nach Barrow (Alaska) unternommen, wo ich einem äußerst atmosphärischen Überlebenskampf beiwohnen durfte. In David Slades Comic-Adaption „30 Days of Night“ ist der Name Programm: 30 Tage Dunkelheit. 30 Tage Terror.

Die Geschichte ist nicht sonderlich spektakulär. Eine Belagerungssituation, wie man sie bereits aus George A. Romeros „Night of the Living Dead“ kennt. Ein nächtlicher Überlebenskampf, der an John Carpenters „Assault on Precinct 13“ erinnert. Auch abgesehen von den geistigen Vorbildern ist der Aufbau des Films äußerst klassich: Lange, ruhige Einstellungen zu Beginn. Die Personen werden in aller Ausführlichkeit vorgestellt. Es wird sich Zeit genommen. Das Setting ist verdichtet und die Bedrohung bricht zunächst schleichend über Barrow herein. Die Exposition hat mir – trotz Wiedererkennungseffekt – wirklich sehr gut gefallen.

Die Atmosphäre, die in der ersten halben Stunde aufgebaut wird, trägt den Film. Man fühlt sich selbst heimisch in Barrow. Als dann die Hölle losbricht, identifiziert man sich bereits mit den Charakteren. Man leidet mit ihnen. Bis zum Ende ist mir die Reduzierung der Handlung auf den reinen Überlebenskampf auch überhaupt nicht negativ aufgefallen. Erstaunlich bei einem Film von über 100 Minuten Laufzeit. Diese Kurzweile ist der dichten Atmosphäre und den kurzen, aber knackigen Gewaltszenen zuzuschreiben. Man kann den Terror förmlich spüren. Die Vampire werden hier völlig entromantisiert. Ein erfrischender Ansatz, da sie dennoch einige Geheimnisse zu umwehen scheinen.

Inszenatorisch ist der Film wahrlich grandios. Manche Einstellungen wirken wie gemalt und man erkennt hier deutlich die Comic-Herkunft. Besonders die ruhige Kamerafahrt beim ersten Angriff über Barrow wird mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen. Einzig einige CGI-Blutfontänen wären meiner Meinung nach nicht nötig gewesen, aber selbst diese sind nicht sonderlich störend aufgefallen.

Kritisieren muss ich leider das Ende, welches mir sowohl von der Stimmung als auch von der Logik nicht wirklich in den Film passen will. Damit meine ich nicht nur den Sonnenaufgang, sondern die gesamte Heldenaktion von Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett, „Lucky#Slevin“). Ich kann verstehen, dass es auf dem Papier wirklich gut geklungen hat, doch im Film mag es einfach nicht so wirklich funktionieren – und das ist im Filmgeschäft leider kein Einzelfall. Wirklich schade, denn das Ende wirft für mich ein etwas schwaches Licht auf den ansonsten wirklich starken Film.

„30 Days of Night“ ist ein atmosphärisch herausragender Film, der ein neues Licht auf den Vampirmythos wirft und durch seine kompromislose und düstere Inszenierung zu überzeugen weiß. Einzig das Ende trübt den Gesamtgenuss dann doch etwas. Dennoch absolut sehenswert: 7/10 Punkte.

Die Insel – OT: The Island

Gestern Abend war einmal wieder Action angesagt. Action von Michael Bay. Dabei beginnt „Die Insel“ so vielversprechend. Wie schon damals bei der Sichtung im Kino war ich gestern einerseits positiv überrascht und gleichzeitig ziemlich enttäuscht – somit hat sich meine damalige Einschätzung voll und ganz bestätigt.

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In der ersten Stunde erinnert der Film äußerst positiv an die Sci-Fi-Klassiker der 70er Jahre. Der Geist von „THX 1138“ und „Logan’s Run“ schwingt sowohl in der Handlung, als auch in der Ausstattung eindeutig mit. Hier hat mich Michael Bay – obwohl ich seine Filme generell recht unterhaltsam finde – doch äußerst positiv überrascht. Die Geschichte ist relativ düster und es wird eine dichte Atmosphäre aufgebaut. So hätte es von mir aus bis zum Ende weitergehen können.

Leider kommt mit Beginn der Flucht die Wende zum 08/15-Actionkracher à la Michael Bay. Die Geschichte wird auf ein Minimum zurückgeschraubt, es fliegen wieder etliche Helikopter gen Sonnenuntergang und unzählige Fahrzeuge werden demoliert. All dies ist zwar recht spektakulär in Szene gesetzt, doch irgendwie hat man das schon zu oft gesehen und aufgrund der Anhäufung der Action bleiben Ermüdungserscheinungen nicht aus. Schade. Gegen Ende wird der Film zwar wieder etwas vielschichtiger, doch wird das hohe Niveau des ersten Drittels leider nicht mehr erreicht.

Positiv möchte ich auf jeden Fall noch Ewan McGregor und Scarlett Johansson hervorheben, die ein wirklich nettes Pärchen bilden und das beste aus ihrem eingeschränkten Handlungsspielraum machen. Auch Steve Buscemi überzeugt einmal wieder auf ganzer Linie. Auch inszenatorisch kann der Film voll und ganz überzeugen. Das muss man Michael Bay sowieso lassen: Er drückt jedem Film seinen Stempel auf. Er sollte nur etwas mehr auf Ausgewogenheit achten.

„Die Insel“ ist ein wahrlich netter Sci-Fi-Actioner, der mir besser gefällt als z.B. Bays „Transformers“ – allerdings wurde auch viel Potential verschenkt. Für den kleinen Actionhunger zwischendurch ist der Film auf jeden Fall eine Sichtung wert: 7/10 Punkte.

Barfuss

Nach der überaus positiven Sichtung von „Keinohrhasen“ habe ich mir gestern Abend nun Til Schweigers Vorgängerfilm „Barfuss“ angesehen. Ich finde man merkt deutlich, dass diese beinahe schon sanfte Liebeskomödie dem deutschen Kinohit von 2007 vorausging. Schweiger hat anscheinend seinen Inszenierungsstil – der ihm in „Der Eisbär“ noch abging – gefunden.

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Die Geschichte ähnelt zunächst der des Nachfolgers: Ein scheinbar egoistischer Typ. Ein ungewollter Job. Eine gegensätzliche Beziehung. Jedoch merkt man schon bald, dass die Stimmung eine gänzlich andere ist. Zwar durchaus humorvoll, doch schwerer und tragikomischer als im lockeren und ziemlich direkten Nachfolger. „Barfuss“ lebt hier auch sehr von der anrührenden Naivität mit der Johanna Wokalek ihren neurotischen Charakter portraitiert. Auch Til Schweiger kann in gefühlvollen Szenen überzeugen – wenngleich die Figur des Nick Keller in großen Teilen doch wieder sehr seinem filmischen Archetypen entspricht.

So sehr sich „Barfuss“ in Sachen Inhalt von seinem Nachfolger unterscheidet, so sehr ähneln sich die Filme in Sachen Inszenierung. Erdige Herbsttöne treffen auf stimmungsvolle Einstellungen und werden mit einem ausgewählten Soundtrack garniert. Trotz aller Übereinstimmungen merkt man dem Film auch deutlich an, dass Schweiger bzw. sein Team hier noch viel probiert hat. In manchen Einstellungen fand ich das color grading nicht sauber genug oder die Montage teils zu holprig. In meinen Augen wirkte „Keinohrhasen“ ist Sachen Inszenierung bereits gefestigter und reifer. Ein deutlicher Fortschritt.

Die schöne Geschichte und die gelungene Inszenierung machen „Barfuss“ zu einer sehenswerten romantischen Komödie, die – im Gegensatz zu „Keinohrhasen“ – etwas Abseits vom Mainstream läuft: Körperliche Liebe wird hier nicht einmal am Rande thematisiert. Auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte.

I Am Legend (2007)

Nachdem es letzte Woche nicht geklappt hat, bin ich gestern nach einem arbeitsreichen Tag noch spontan in die Richard Matheson-Verfilmung „I Am Legend“ gegangen. Die Vorlage kenne ich nicht, auch nicht die erste Verfilmung „The Last Man on Earth“ bei der Matheson selbst das Drehbuch geschrieben hatte. „Der Omega Mann“ mit der 70er Jahre Sci-Fi-Ikone Charlton Heston („Planet der Affen“) ist mir dagegen – zumindest teilweise – ein Begriff. So erinnere ich mich noch dunkel an einige Szenen. Da ich postapokalyptische Stoffe von jeher reizvoll finde, war ich umso gespannter auf die Neuinterpretation von Regisseur Francis Lawrence („Constantine“).

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Erwartet hatte ich schlimmstenfalls ein typisches Will Smith-Vehikel. Glattgebügelte Witze und ausufernde Actionszenen. Probleme, die besonders der Isaac Asimov-Verfilmung „I, Robot“ zu schaffen machten. Teilweise ist „I Am Legend“ auch der typische Blockbuster, den der Hauptdarsteller vermuten lässt: Die eröffnende Jagdszene ist nicht zwangsweise nötig und wirkt viel zu ausgewalzt. Schön anzusehen, aber eigentlich nur reines eye candy. Es gibt einige dieser Szenen – besonders mit den Infizierten – jedoch nehmen sie glücklicherweise nicht überhand.

Positiv muss ich auf jeden Fall Will Smith hervorheben. Besonders nach seinem Zusammenbruch wirkt er teils sehr verletzlich, verstört und einfach nur müde. Für mich sehr nachvollziehbar und gut gespielt. Ich fand auch Schäferhund Sam eine sehr gelungene Ergänzung und kann die häufige Kritik an ihm nicht verstehen. Die Rolle des tierischen Kumpanen erinnerte mich etwas an Wilson aus „Cast Away“ und funktionierte für mich ähnlich gut. Ein nachvollziehbarer emotionaler Anker in der Geschichte.

Die Infizierten selbst fand ich auch nicht so schlecht dargestellt, wie es nahezu überall kritisiert wird. Sicherlich sind manche Sprünge und Bewegungen als typische CGIs auszumachen, doch das Design selbst weiß durchaus zu überzeugen. Auch Masken und Make-up in den ruhigeren Einstellungen können sich sehen lassen. Ich dagegen fand die kontextbezogene Darstellung fragwürdiger: Einerseits wurden die Infizierten als reine Tiere gezeigt, die nur ihren Instikten folgen – andererseits gab es einen Anführer, der zudem noch relativ intelligent gezeichnet wurde. Das war für meinen Geschmack zu wenig durchdacht.

Das Ende des Films scheint zwar – oberflächlich betrachtet – schockierend, doch meiner Meinung nach sind die Handlungen hier deutlich zu plakativ. Ebenso wie die vorhergehenden Referenzen auf göttliche Vorhersehung und Ground Zero. Aber nun gut, schließlich ist „I am Legend“ ja auch US-Blockbuster-Kino.

Für Freunde des Genres ist „I Am Legend“ auf jeden Fall eine Sichtung wert. Das leere New York wurde selten so überzeugend dargestellt und die Zeit vergeht wie im Flug. Man sollte sich nur nicht die neue Genre-Offenbarung erwarten: 7/10 Punkte.

Das Mädchen aus dem Wasser – OT: Lady in the Water (2006)

Für seinen letzten Film musste M. Night Shyamalan viel Schelte einstecken. Lange hat es auch gedauert, bis ich mich an „Lady in the Water“ herangewagt habe – und das obwohl ich bisher jedem Film des Regisseurs etwas abgewinnen konnte. Mit „The Sixth Sense“ hat mir Shyamalan sogar einen der erinnerungswürdigsten Kinobesuche meines bisherigen Lebens beschert. Sollte sein aktueller Film wirklich so schlecht sein?

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Um die Frage gleich einmal zu beantworten: Nein, er ist nur anders. Aber das war auch schon „The Village“ – ein Film, der ebenfalls unter falschen Erwartungen gelitten hat. „Lady in the Water“ ist genauso wenig ein Grusel- oder Horrorfilm, wie „The Village“ es ist. Dieses Mal hat sich Shyamalan zudem vom Drama entfernt und ist in Richtung Fantasy gegangen. Humorvolle Fantasy. Skurrile Fantasy. Er erzählt eine Gutenachtgeschichte.

Zwei große Teile dominieren den Film: Auf der einen Seite sind da die Einwohner der Apartmentanlage. Hier gibt es dutzende verschrobene Figuren zu bewundern. Jede einzelne wird ausführlich vorgestellt, während wir mit Cleveland Heep – dem Hausmeister – seine Runde drehen. Diese Szenen sind wahrlich untypisch für Shyamalan und scheinen eher einer bittersüßen Komödie entsprungen. Auf der anderen Seite wird eine Fantasygeschichte erzählt. Hier entsteht eine komplette Welt mit eigenen Regeln und uns unbekannten Wesen. Diese beiden Welten werden stetig miteinander verwoben, was den Märchenaspekt deutlich unterstreicht. Hier erinnert mich der Film von der Struktur deutlich an „Donnie Darko“ – auch dort werden in der Realität verankerten Personen besondere Fähigkeiten zugesprochen, die für den weiteren Verlauf der fantastischen Handlung von äußerster Bedeutung sind.

Insgesamt halte ich den Film für wirklich gelungen. Allein in der Dramaturgie kommen ein paar Schwachstellen zu Tage. Hier wirkt der Film oft nicht wirklich rund und es wäre bestimmt mehr drin gewesen. Wenn man sich jedoch klar macht, dass Shyamalan hier eine Gutenachtgeschichte verfilmt hat, die er am Bett seiner Kinder erfunden hatte – und den Film auch als solche wahrnimmt – dann kann man mit „Lady in the Water“ durchaus ein paar magische Kinomomente erleben: 7/10 Punkte.

Der Goldene Kompass – OT: The Golden Compass

Für Fantasy-Freunde sind seit Peter Jacksons grandioser Verfilmung von J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“-Trilogie wahrlich bessere Zeiten angebrochen. Stellte das Genre für Filmstudios zuvor nur ein unkalkulierbares Risiko dar, so scheint heute jeder Fantasyfilm das große Geld abzuwerfen. Auch wenn die Qualität häufig auf der Strecke bleibt und auf ausgetretenen Pfaden gewandelt wird, so freue ich mich dennoch über jeden neuen Film des Genres. Mit „Der Goldene Kompass“  ist Chris Weitz („American Pie“, „About a Boy“) ein überzeugender Auftakt zur Verfilmung von Philip Pullmans „His Dark Materials“-Trilogie gelungen.

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Anders als bei „Der Herr der Ringe“ oder „Die Chroniken von Narnia“ besuchen wir in „Der Goldene Kompass“ kein klassisches Fantasy-Universum. Die Welt erinnert an das Zeitalter der Aufklärung. Große Universitäten prägen das Bild. Forschung und die Verneinung derselben sind ein zentrales Thema. Eine regierungsähnliche Einrichtung – das Magisterium – versucht den freien Willen der Menschen einzuschränken. Die Menschen in dieser Welt sind zudem anders. Ihre Seele wohnt in Dæmonen. Tieren. Vertrauten. Untrennbar verbunden.

In dieser Welt wird die Geschichte von Lyra – einem selbstbewussten, kleinen Mädchen – erzählt. Anscheinend gibt es eine Prophezeiung, die ihr einen besonderen Stellenwert in diesem Universum einräumt. Und nicht nur in diesem. Durch sogenannten Staub scheint eine Reise in Paralleluniversen möglich. Das Magisterium versucht jedoch dessen Existenz zu verheimlichen. Viel mehr Licht wird in diesem ersten Teil der Trilogie jedoch nicht ins Dunkel gebracht. Die Geschichte konzentriert sich vorerst darauf, die verschiedenen Völker der Welt vorzustellen und Lyra auf ihrer Suche nach ihren verschwunden Freunden zu begleiten.

Für mich als Zuschauer, dem die Vorlage unbekannt ist, ist es anfangs schwierig sich in der Welt mit ihren Regeln zurecht zu finden. Zudem schien mir vieles etwas gehetzt und vernachlässigt. So muss es auch dem Teil des Publikums ergangen sein, das die Vorlage zu „Harry Potter und der Orden des Phönix“ nicht kannte. Da ich generell jedoch empfänglich für Fantasy bin, konnte ich mir einige Zusammenhänge selbst erklären und die Lücken somit auffüllen.

Besonders gut hat mir diese andere Welt gefallen, die ihre ganz eigenen Regeln besitzt und so gar nicht in typische Schemas passen will. Leider jedoch ist der Aufbau des Films umso mehr nach Schema F gestrickt: Die bedeutungsschwangere Stimme, die uns in die Welt einführt. Die lange Reise. Und der obligatorische Schlusskampf. Hier hat sich New Line leider zu sehr an bekannte Strukturen geklammert. Natürlich kann das auch an der Vorlage liegen, doch hätte ich mir hier etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht.

Insgesamt kann ich „Der Goldene Kompass“ allen Fantasy-Freunden empfehlen. Für die kommenden Teile hege ich große Hoffnungen. Ein durchaus gelungener Auftakt: 7/10 Punkte.

Silent Hill (2006)

Da ich an Halloween anderweitig unterwegs war, gab es gestern Abend mit etwas Verspätung meine diesjährige Gruselfilmnacht. Aufgrund aktiver Beteiligung meiner Mitseher bei der Filmwahl, hat sich das Programm etwas anders gestaltet, als ursprünglich geplant. Den Anfang machte die Videospielverfilmung „Silent Hill“ – ein Film, der mir damals im Kino besonders durch seine eindringliche Atmosphäre im Gedächtnis geblieben ist.

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Vorausschicken muss ich, dass ich das Videospiel nie gespielt habe – und dennoch beschleicht mich das Gefühl, es hier mit einer äußerst akuraten Umsetzung zu tun zu haben. Kameraeinstellungen, Handlungen der Hauptfigur, das Lösen von Rätseln. All das scheint einem Spiel entsprungen. Für Kenner muss das ein wahres Fest sein und ich wünschte mir „Resident Evil“ wäre in einer ähnlichen Form verfilmt worden.

Wie bei der ersten Sichtung, hat mich die Atmosphäre in der Stadt auch dieses Mal wieder in ihren Bann gezogen. Der Film wirkt unglaublich dicht. Ein audiovisuelles Meisterwerk. Der Score ist gut – richtig gut. Besonders für einen Horrorfilm. Besonders für eine Videospielverfilmung. Das Design von Stadt und Monstern ist ebenso grandios. Ich habe selten einen visuell beeindruckenderen Horrorfilm gesehen. Hier überzeugt das Werk von Christophe Gans auf ganzer Linie.

Inhaltlich offenbaren sich dagegen einige Schwächen. Der Handlungsstrang um den Vater ist etwas ablenkend und oft nutzlos. Sein Erscheinen macht einzig und allein Sinn, um die Idee der verschiedenen Dimensionen zu etablieren. Den Rest hätte man sich sparen können. Die endgültige Auflösung ist mir immer noch etwas zu plump. Letztendlich handelt es sich bei dem großen Mysterium um Hölle und Vorhölle einzig und allein um eine simple Rachegeschichte. Aber gut. Das gibt es in jedem Geisterfilm irgendwie – und „Silent Hill“ schlägt davor wenigsten einen anderen Weg ein. Die Darstellung der dunklen Seelenwelt Alessas macht nämlich erst wirklich Sinn, wenn man ihre Geschichte kennt.

Den blutrünstigen Racheengel in der Kirche fand ich am Ende beinahe etwas zu viel des Guten. Zu viel Splatter um des Splatters willen. Aber nun gut, gehört vielleicht in diese Welt. Umso gelungener fand ich die letzten Szenen. Irgendwie untypisch.

„Silent Hill“ hat mir auch dieses Mal sehr gut gefallen. Besonders die Atmosphäre ist grandios und ich wünschte mir, die Videospiele gespielt zu haben. Kein gewöhnlicher Horror- oder Gruselstreifen. Eher ein düsteres Fantasyabenteuer – und als solches funktioniert der Film für mich überraschend gut: 7/10 Punkte.

Auf die harte Tour – OT: The Hard Way

Gestern Abend habe ich die seltsamerweise recht unbekannte Actionkomödie „Auf die harte Tour“ von John Badham gesehen. Wenn der Preis nicht so verlockend gewesen wäre und mich Michael J. Fox nicht vom Cover herab angegrinst hätte, dann wäre der Film wohl auch an mir vorbeigegangen. Nach der Sichtung kann ich mir den niedrigen Bekanntheitsgrad nun nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht kann ich ja hiermit etwas für mehr Popularität sorgen.

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„The Hard Way“ handelt von Nick Lang (Michael J. Fox), einem erfolgreichen Hollywoodstar, der für eine neue Rolle im Cop-Millieu recherchiert und dabei Detective Lt. John Moss (James Woods) zugewiesen wird. Dieser ist ein knallharter Cop, der gerade in einem verdrehten Serienkiller-Fall ermittelt. Aus dieser Prämisse entwickelt sich ein Buddy-Movie, wie er im Buche steht. Die ungleichen Partner müssen sich folglich erst einmal zusammen raufen. Dabei kommt es zu Reibereien, es fliegen die Fetzen und es hagelt schmissige Oneliner.

Michael J. Fox und James Woods harmonieren perfekt miteinander. Da stimmt die Chemie. Die Rahmenhandlung um den Partykiller ist dagegen etwas durchsichtig und ohne große Überraschungen. Sei es drum. Viel mehr Story ist hier auch nicht nötig. In seinen besten Momenten erinnert der Film an die „Lethal Weapon“-Reihe oder auch an Tony Scotts „Last Boy Scout“. Eine Actionkomödie, wie sie typisch für die späten 80er bzw. frühen 90er ist. Hart. Komisch. Reich an Action und angereicht mit Figuren, die larger than life sind.

Im Netz habe ich kaum Informationen zu dem Film gefunden und selbst auf der IMDB sieht es mau aus. So ganz kann ich es nicht verstehen, da der Film nicht viel schlechter ist, als die restlichen Actionkracher der 80er/90er Jahre. Ich habe mich auf jeden Fall wirklich gut unterhalten: 7/10 Punkte.

Flucht vom Planet der Affen – OT: Escape from the Planet of the Apes (1971)

Weiter geht es im Affentheater mit „Flucht vom Planet der Affen“. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger war ich sehr positiv überrascht über den Verlauf der Geschichte sowie über die Zeichnung der Charaktere. Es ist ungewohnt so starke starke Schwankungen in der Qualität einer Filmreihe zu finden. Natürlich ist dieser Eindruck – wie immer – komplett subjektiv und solange die Filme wieder besser werden, kann es mir nur recht sein!

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Die Handlung wird auf die Erde verlegt und zwei Nebenfiguren – Dr. Zira und Cornelius – werden in den Mittelpunkt gerückt. Durch die Parallelität der Geschehnisse zu denen des ersten Teils der Reihe, hat der Zuschauer eine bestimmte Erwartungshaltung, welche auch promt erfüllt wird. Die Menschen fühlen sich durch die Affen bedroht. Die Affen werden gejagt. Die Affen bekommen ein Baby. Der Sci-Fi-Freund kann sich nun schon ungefähr vorstellen, worauf die Geschichte hinausläuft: Es entsteht eine Schleife. Es gibt keinen Anfang und kein Ende mehr. Eine nette Vorstellung und ich kann nur hoffen, dass diese Idee in den kommenden Teilen konsequent weitergeführt wird. Nebenbei würde dieser Handlungsstrang auch eine logische Erklärung für das Ende des Remakes bieten – so ich dieses denn noch richtig im Kopf habe.

Man merkt dem Film sein geschrumpftes Budget an. Wo im Vorgänger noch große Sets von Höhlen, Affenbehausungen etc. zu finden waren, gibt es hier nur die menschliche Realität. Auch die Anzahl der Affenmasken konnte zurückgefahren werden. Dass der Film trotzdem sehr viel besser funktioniert, als der misratene zweite Teil, ist der durchdachten Geschichte, sowie den tollen Leistungen der Schauspieler zuzuschreiben. Besonders Kim Hunter und Roddy McDowall leisten Fantastisches und machen das Ende – zum ersten Mal in der Reihe – nicht nur schockierend, sondern auch ergreifend.

„Flucht vom Planet der Affen“ ist eine absolut würdige Fortsetzung, bei der man aus der Not (Budgetkürzungen) eine Tugend (stringente Geschichte) gemacht hat. Sehenswert: 7/10 Punkte.

Lucky Number Slevin (2006)

Nach langer, langer Zeit bin ich heute nun endlich dazu gekommen „Lucky Number Slevin“ bzw. „Lucky#Slevin“ nachzuholen. Ein Film, dem sein Ruf bereits seit der nicht gewährten Kinoauswertung vorauseilt. Ein gehypter Film. Dazu noch im Genre des Gangsterfilms, in dem der Begriff Kultfilm – besonders in der Post-Tarantino-Ära (siehe „Smokin‘ Aces“) – doch stark strapaziert wurde. Zeit also mir selbst ein Bild zu machen. Spoiler sind zu erwarten.

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Der Film beginnt ungewöhnlich. Ungewöhnlich ruhig. Ungewöhnlich erzählt. Dem Zuschauer werden Ereignisse präsentiert, die für die spätere Handlung keine Rolle zu spielen scheinen. Nebensächlichkeiten. Doch dem geübten Zuschauer ist klar, dass der Epilog noch einmal aufgegriffen werden wird. Dazu später mehr. Zunächst lernen wir Slevin (Josh Hartnett) kennen, der vom Pech verfolgt scheint und welcher sich von einem Moment auf den anderen mitten in einem Mafiakrieg befindet.

Die nun folgende Stunde erleben wir, wie Slevin immer weiter in diese ihm fremde Welt hinein schlittert. Er meister dabei die schwierigsten Situationen mit viel Witz und einem Mut, der fast schon selbstmörderische Tendenzen aufweist. Hier macht der Film auch am meisten Spaß. Die Figuren sind größer als die Wirklichkeit und fügen sich nahtlos in das Gangstermärchen ein. Das Produktionsdesign – diese Tapeten! – passt wie die Faust auf das Auge (bzw. die Nase) und unterstreicht die leicht comichafte Atmosphäre.

Da ich als Zuschauer durch die Struktur der Geschichte zwangsläufig mit einer Wendung rechne, mache ich mir so meine Gedanken. Dass Slevin letztendlich der Junge vom Anfang ist war nicht weiter schwer zu erraten. Die anderen Puzzleteile waren danach nur noch einleuchtend. Einleuchtend und irgendwie enttäuschend. Zwar ist die Geschichte nett und intelligent konstruiert, doch gibt sie nicht so viel her, wie uns der Film glauben machen will. Die nun folgende Auflösung ist viel zu lang und detailliert. Spätestens nach der Aufdeckung von Slevins Identität weiß auch der langsamste Zuschauer, welches Spiel hier gespielt wird. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich – wie bereits bei „Smokin‘ Aces“ – die Änderung in der Stimmung. Plötzlich werden die beiden Gansterbosse ins Zentrum gerückt und ihre dunkle Vergangenheit wird bestimmend. Zu diesem Zeitpunkt (der Zuschauer ist an der letztendlichen Auflösung interessiert) wirkt das nur ablenkend. Weiter geht es mit der Vollstreckung der Rache: Brutal und eiskalt. Nicht mehr larger than life. Ein Bruch in der Stimmung des Films.

Die ersten zwei Drittel von „Lucky#Slevin“ haben mir ausgezeichnet gefallen. Die Wendung verkommt dann leider etwas zum Selbstzweck. Der Film hat mich wirklich gut unterhalten und vielleicht habe ich einfach zu viel erwartet. Nach dieser Sichtung springen leider nicht mehr als 7/10 Punkte raus. Vielleicht relativieren sich manche Eindrücke nach einer Zweitsichtung.