Life on Mars – Staffel 1

Britische TV-Serien sind an mir bis jetzt weitgehend unbemerkt vorübergezogen. Allein „Spaced“ und „Extras“ habe ich bisher gesichtet. Mit der TV-Ausstrahlung von „Life on Mars“ bin ich schließlich in den Genuss meiner ersten britischen Dramaserie gekommen. Auch hier gibt es – im Gegensatz zu amerikanischen Serien – nur 8 Episoden pro Staffel, wodurch es zu keinen qualitativen Einbrüchen oder Längen kommt.

„Life on Mars“ ist sehr klassisch inszeniert. Alles wirkt old school. Es gibt keine Schnittgewitter, keine ausgewalzten Actionszenen, keine gezwungen wirkenden Cliffhanger. Eine Serie wie aus den 70ern. Selbst der Mysteryplot fügt sich ausgezeichnet ein, da die Lösung von Anfang an fest steht und sich die Geschichte somit voll und ganz auf den Weg konzentrieren kann. Anfangs war ich diesbezüglich noch skeptisch, doch ist es gerade in den Zeiten von „Lost“ und Co. wohltuend auch einmal nicht in jeder Episode mit neuen Rätseln konfrontiert zu werden.

Der Aufbau der einzelnen Episoden ist auch eher klassisch: In jeder Folge wird ein Kriminalfall gelöst und der große Handlungsbogen um Sam Tyler wird fortgeführt. Dieser nahezu identische Aufbau der Episoden ist auch mein großer Kritikpunkt an der Serie. Man weiß als Zuschauer stets was einen erwartet: Die Verfolgungsjagd am Anfang, ein Verdächtiger, ein Verhör usw. Glücklicherweise sind die Kriminalfälle stets interessant genug, um das starre Handlungskorsett zu Beginn vergessen zu lassen. Am stärksten waren für mich jedoch sowieso die Folgen, in denen der zu lösende Kriminalfall direkt mit dem umfassenden Handlungsbogen in Verbingung steht. Besonders die letzte Episode der Staffel fand ich diesbezüglich wirklich schön gelöst.

Neben der Inszenierung und den Geschichten, sticht besonders die Atmosphäre heraus. Das Manchester der 70er Jahre wirkt authentisch und so ganz anders als der glattpolierte Look vieler US-Serien. Der 70er Jahre Soundtrack trägt zudem sehr zur überzeugenden Atmosphäre bei. Von den Schauspielern ganz zu schweigen, die meiner Meinung nach wirklich großartig für ihre Rollen gecastet wurden.

Insgesamt ergibt sich ein wahrlich rundes und zufriedenstellendes Gesamtbild. Dem US-Remake von David E. Kelley sehe ich eher skeptisch entgegen. Auf die zweite Staffel des Originals freue ich mich dagegen sehr und hoffe, dass die Geschichte zu einem würdigen Ende gebracht wird: 8/10 Punkte.

Battlestar Galactica – Staffel 2

Über die letzten Wochen habe ich mir „Battlestar Galactica – Staffel 2“ angesehen. Von der Miniserie, über die erste Staffel, bis zu den aktuellen Episoden, konnte das Sci-Fi-Epos in Serienform die Qualität konstant steigern. Inzwischen fühle ich mich richtig heimisch auf der Galactica und freue mich schon auf die dritte Staffel. Bevor ich es vergesse: Es droht die Gefahr von Spoilern!

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Im Gegensatz zur vorhergehenden Staffel wird (noch) mehr Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen und spektakuläre Weltraumszenen gelegt. Der – meiner Meinung nach – größte Schwachpunkt (Gaius Baltar samt Zylonenfreundin) wird auf ein Minimum reduziert. Auch gibt es wieder unterschiedliche Handlungsstränge, die jedoch nicht so zerfahren wirken, wie mir dies teils in Staffel 1 negativ aufgefallen ist. In meinen Augen insgesamt eine deutliche Verbesserung.

Der Verlauf der Geschichte bleibt stets spannend und es wechseln sich epische mit eher charakterbezogenen Episoden ab. Fand ich ziemlich gut gelöst. In der letzten Folge überschlagen sich die Ereignisse. Anfangs war ich noch skeptisch, doch je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir diese Wendung. Durch die Wahl Baltars zum Präsidenten, der Besiedelung des Planeten, sowie des erneuten Auftauchens der Zylonen eröffnen sich neue Möglichkeiten im Serienuniversum. Die Vorfreude auf die dritte Staffel steigt dadurch immens. Dennoch denke – und/oder hoffe – ich, dass sich die Menschheit nach ein paar Folgen wieder auf der Flucht befinden wird bzw. ein großer Teil der Handlung wieder auf der Galactica und Pegasus spielen wird. Wie gesagt, es bleibt spannend.

Bei den Schauspielern ist mir erstmals aufgefallen, woher ich Billy kenne: „Nobody’s Watching“. Dadurch hat mir die Serie gleich nochmal besser gefallen – wenn leider auch nur für kurze Zeit. Ansonsten spielen alle Darsteller äußerst überzeugend und passen sehr gut in ihre Rollen. Sehr gut passen auch die visuellen Effekte. Diese wurden meiner Auffassung nach noch einmal kräftig aufpoliert und müssen sich selbst hinter aktuellen Kinofilmen nicht mehr verstecken. Ich habe selten so überzeugende Weltraumszenen gesehen.

„Battlestar Galactica“ hat mich nun vollends erwischt. Sicher gibt es immer noch einige Schwachpunkte, doch im Großen und Ganzen konnte sich die Serie mit dieser Staffel fest in meinem Pflichtprogramm etablieren: 8/10 Punkte.

24 – Staffel 5

Nachdem ich von der vierten Staffel ziemlich enttäuscht war, wollte ich mich nicht so recht an „24 – Staffel 5“ heran wagen. Doch wie das so ist mit liebgewonnenen Gewohnheiten, konnte ich auch bei Tag 5 nicht widerstehen, mir die neuen Abenteuer von Jack Bauer anzusehen. Glücklicherweise waren die Autoren dieses Mal mutiger und haben beinahe alle Schwachstellen der vorangegangenen Staffel ausgemerzt. Weiterlesen übrigens auf eigene Gefahr, da der Eintrag doch einige Spoiler enthält.

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Das Ende der vierten Staffel wird ziemlich interessant aufgelöst. Mir war klar, dass Jack irgendwie wieder mit der CTU in Kontakt tritt und es eine neue Terrorbedrohung geben wird. Glücklicherweise haben die Autoren Jacks Rückkehr einigermaßen nachvollziehbar und logisch gestaltet. Zudem hat man den Zuschauer – mit dem Tod dreier Hauptfiguren – schon zu Beginn wissen lassen, dass mit dieser Staffel endlich eine Weiterentwicklung eintritt. Sicher bleibt der Rahmen – Jack Bauer/CTU/Terror – bestehen, doch nimmt die Geschichte dieses Mal wirklich wieder unerwartete Wendungen und Subplots, die zu Beginn eher langweilig und – in Bezug auf die vorangegangenen Staffeln – redundant wirken, entpuppen sich als die wahren Höhepunkte von Tag 5.

Inszenatorisch und schauspielerisch bleibt alles beim alten. Kiefer Sutherland ist Jack Bauer und der ist immer noch eine der interessantesten Charaktere der Serienwelt. Drei Gaststars sind mir dieses Mal besonders aufgefallen: Connie Britton („Chaos City“), Sean Astin („Der Herr der Ringe“) und Peter Weller („RoboCop“). Sehr überzeugend fand ich zudem Gregory Itzin als Präsident Charles Logan. Die Figur wird wirklich von Folge zu Folge verabscheuungswürdiger. Sehr stark gespielt.

Am meisten profitiert Tag 5 von der Geschichte um den Präsidenten. Dadurch bekommt „24“ eine neue Ebene. Diese Wendung hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen und selbst das Füllmaterial um die First Lady wurde perfekt in die Handlung integriert. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Echtzeitfaktor in Tag 5 so gut funktioniert, wie selten zuvor. Häufig müssen zeitkritische Aufgaben erledigt werden und auch die restliche Handlung wirkt nicht mehr ganz so unglaubwürdig in 24 Stunden gepresst, wie noch an Tag 4.

Auch „24 – Staffel 5“ schließt mit einem Cliffhanger ab, der alle Möglichkeiten offen lässt. Nichts grandioses, aber durchaus brauchbar. Ich bin äußerst gespannt auf Tag 6 und nach Tag 4 endlich wieder versöhnt mit Jack Bauer: 8/10 Punkte.

Prison Break – Staffel 1

In den letzten Jahren haben TV-Serien einen immer größeren Platz in meinem Medienkonsum eingenommen. Die Qualität der erzählten Geschichten, sowie die Schauwerte haben deutlich zugelegt. Man kann schon fast von wöchentlichen Kinofilmen sprechen. Durch den Siegeszug der DVD bleibt dem geneigten Zuschauer sogar das Warten erspart und er kann – so er das Durchhaltevermögen besitzt – sich einen 16stündigen Film am Stück ansehen. Warum ich das alles erzähle? Weil „Prison Break – Season 1“ genau in die Kategorie TV-Serie fällt, die für den Umbruch in der TV-Welt gesorgt haben. Zwar gibt es mit „ALIAS“, „24“, „Lost“ etc. genügend bekannte Vorreiter für Qualitätsfernsehen, doch schafft es „Prison Break“ – in einer Zeit, in der solche Serien bereits etabliert sind – mich als Zuschauer so stark an den TV zu fesseln, wie kaum eine zweite Serie.

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Die Grundidee ist simpel und doch genial: Ein Mann lässt sich in ein Gefängnis einsperren, um seinen Bruder vor der Todesstrafe zur retten. Den Plan dazu hat er bis ins kleinste Detail ausgetüftelt und es gibt unzählige Faktoren, die bei der Durchführung beachtet werden müssen. Diese sind meist nicht berechenbar und involvieren andere Häftlinge. Durch die Vorbereitungen im unberechenbaren Gefängnisumfeld entsteht eine Spannung, wie sie größer nicht sein könnte. Wirklich fantastisch. Zudem endet jede Episode mit einem fiesen Cliffhanger, so dass man meist einfach weiterschaut, auch wenn es die Zeit eigentlich nicht erlaubt.

Bei „Prison Break“ gibt es – im Gegensatz zu den meisten anderen Serien – keine sogenannten Füllepsioden. Es wird stets die Geschichte vorangetrieben. Neben der Haupthandlung im Gefängnis gibt es eine parallele Handlung mit den Anwälten des Todeskandidaten, die daran arbeiten eine diesbezügliche Verschwörung aufzudecken. Beide Erzählstränge ergänzen sich perfekt und man hat beinahe das Gefühl einen Thriller zu lesen, so dicht ist die Handlung der Serie. Wäre „Prison Break“ ein Roman, würde man von einem Pageturner sprechen.

Kritikpunkte gibt es kaum. Allein im letzten Drittel scheinen Probleme aufzutauchen, nur um die Flucht weiter zu verzögern. Vermutlich ist das aber auch realistisch, da am Anfang einfach alles zu glatt gegangen ist. Des Weiteren konnte ich mich mit der obligatorischen Flashback-Episode nicht so wirklich anfreunden. Sicher war es nett die bekannten Figuren in ihrem ursprünglichen Umfeld zu sehen, doch außer evtl. von Michael und Lincoln erfährt man eigentlich nichts wirklich interessantes. Die Morphiumsucht der Ärztin fand ich zudem mehr als unnötig und aufgesetzt, da im Vorfeld keinerlei Anzeichen zu sehen waren. Als hätte man der Figur nachträglich ein Problem angedichtet. Zwar ist die Folge nicht wirklich schlecht, doch hätte ich kleinere Flashbacks in einzelnen Episoden besser gefunden – wenn auch nicht so ausufernd wie bei „Lost“.

Alles in Allem ist „Prison Break“ so ziemlich das Spannendste und Unterhaltsamste, was ich seit Langem gesehen habe. Wirklich eine dicke Empfehlung. Bin schon mehr als gespannt auf die zweite Staffel. Anfangs hatte ich ja eher Befürchtungen, wie sie die Geschichte weiterführen wollen, doch die letzte Folge hat mich eines besseren belehrt. Die (beinahe) perfekte Serienunterhaltung: 9/10 Punkte.

ALIAS – Staffel 5

Gestern habe ich die letzte Folge von „ALIAS – Staffel 5“ gesehen. Kaum zu glauben. Vor einem halben Jahr habe ich noch gedacht, dass die Serie ein schwacher Mix aus „Lola rennt“ und „James Bond“ ist. Heute weiß ich es besser und ich werde die spannenden Geschichten um Sydney Bristow wahrlich vermissen.

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Die fünfte Staffel von J.J. Abrams Agentenserie beginnt erstmals ohne zeitlichen Abstand zur vorhergenden Episode. Dennoch muss man sich bald mit einer ungewohnten Situation abfinden. Bereits in der ersten Episode stirbt eine der Hauptfiguren. Ich war wirklich ziemlich geschockt, kam es doch bisher immer zu wundersamen Rettungen. Dennoch wird diese Storyline konsequent und logisch im Serienstil fortgesetzt und man gewöhnt sich als Zuschauer schneller an die neue Situation als einem lieb ist. Bald stoßen auch neue Verbündete zum Team, die eine willkommene Abwechslung darstellen. Schön ist auch, dass die alten Charaktere nicht vernachlässigt werden und in der letzten Staffel auch wirklich jede wichtige Figur der Serie noch mindestens einen Auftritt absolvieren darf. Das Serienuniversum wirkt dadurch äußerst schlüssig – etwas, was ich bei vielen anderen Serien vermisse. Insofern ist es vielleicht positiv zu bewerten, dass „ALIAS“ bereits nach der fünften Staffel eingestellt wurde.

Vom Stil her besinnt sich die fünfte Staffel wieder auf die Anfänge der Serie. Es gibt wieder vermehrt verdeckte Operationen und Doppelagenten. Auch die episodenübergreifende Haupthandlung tritt wieder stärker in den Vordergrund. Es kommt zu einigen spannenden Wendungen und Einsätzen – und gegen Ende wird sogar die Rambaldi-Geschichte zu einem überzeugenden Abschluss gebracht. Man mag sich hier teils spektakulärere Bilder gewünscht haben, doch mir hat das charakterbezogene Ende und die Frage nach Schicksal und Selbstbestimmung wirklich äußerst gut gefallen. Hier war dann auch eine deutliche inhaltliche Parallele zu J.J. Abrams zweitem Serienhit „Lost“ auszumachen. Als einzigen Kritikpunkt sehe ich hier allein die etwas überhetzte Handlung in den letzten Episoden, was wohl durch die Kürzung der Staffel von 22 auf 17 Folgen zu erklären ist. Schade, aber es wurde das Beste daraus gemacht.

Ich habe noch nicht viele Serien komplett gesehen. Bei den 40minütigen Shows ist mir bisher auch noch keine Serie untergekommen, bei der mich das Ende so mitgenommen hat. „Dawson’s Creek“ war mehr als schwach. „Ally McBeal“ hat gegen Ende auch nicht mehr überzeugt. Doch bei „ALIAS“ fällt der Abschied wirklich schwer. So ist es mir bisher nur nach dem Ende von „FRIENDS“ ergangen. J.J. Abrams hat wirklich eine tolle Serie mit grandiosen Schauspielern und einer durchgängig sehr guten Qualität geschaffen. Im Folgenden möchte ich noch ein Staffel-Ranking vornehmen. Objektiv gesehen lassen sich die Plätze zwei und drei wohl vertauschen, doch hat mich die fünfte Staffel emotional einfach mehr gepackt:

1. „ALIAS – Staffel 2“
2. „ALIAS – Staffel 5“
3. „ALIAS – Staffel 1“
4. „ALIAS – Staffel 3“
5. „ALIAS – Staffel 4“

„ALIAS“ ist wirklich eine Ausnahmeserie und ich kann sie auch Skeptikern nur ans Herz legen. Ich habe wirklich selten solch ein in sich stimmiges Serienuniversum gesehen. Die fünfte Staffel ist schließlich der krönende Abschluss einer (fast) perfekten Geschichte: 9/10 Punkte.

Curb Your Enthusiasm – Season 1 to 5

Über das letzte halbe Jahr verteilt habe ich mir die fünf bisher existierenden Staffeln von Larry Davids „Curb Your Enthusiasm“ angesehen. Nun ist es erst einmal vorbei und ich habe bereits Entzugserscheinungen. Für „Seinfeld“-Jünger ist Larry Davids autobiographische Fiktion wahrlich eine Offenbarung. Einfach pretty, pretty good!

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Anfangs war ich noch eher skeptisch. Dokukamera und fast nur auf Larry David zentriert. Kann das gut gehen? Oh ja, es kann! Die Geschichten sind genauso komplex konstruiert wie in „Seinfeld“. Zudem kann man nun deutlich erkennen, dass Larry wirklich das Vorbild für George war und teils hat er mich in seinem Verhalten gar an Jerry Seinfelds Seriencharakter erinnert. Durch den Dokustil wirkt alles noch viel unmittelbarer und ist, denke ich, nochmal eine Stufe näher am echten Larry David dran.

Auch die Nebenfiguren passen wie die Faust aufs Auge. In den ersten Folgen war ich sogar noch unsicher, ob nicht auch diese Figuren von ihren realen Vorbildern gespielt werden. Werden sie nicht – doch die Schauspieler sind so perfekt gewählt, dass sie sich nahtlos in Larry Davids Universum einfügen. Auch mit Gaststars – die sich alle selbst spielen – wird nicht gegeizt: Ted Danson, Jason Alexander, Julia Louis-Dreyfus, Ben Stiller, David Schwimmer, Mel Brooks und noch viele mehr. Hier hat Larry David ein glückliches Händchen bewiesen und seine Bedeutung in der Branche wird mehr als deutlich. Eine Tatsache, die bis ins ferne Deutschland anscheinend noch nicht vorgedrungen ist…

Das größte Kapital von „Curb Your Enthusiasm“ sind – neben Larry David – die erzählten Geschichten. In jeder Staffel gibt es eine Rahmenhandlung, die meist in der letzten Folge ihren Höhepunkt findet und vollständig aufgelöst wird. Daneben gibt es in jeder einzelnen Folge einen Subplot, der mindestens ebenso aberwitzig ist. Seit „Seindfeld“ habe ich keine so intelligenten Drehbücher mehr in einer Comedysendung gesehen. Teils abgrundtief böse und manchmal haarscharf am Rande des guten Geschmacks und doch immer sympathisch. Wirklich ganz groß!

Ich hoffe nun, dass es tatsächlich noch zur geplanten sechsten Staffel kommt. Der deutsche Abklatsch „Pastewka“ ist leider kein würdiger Ersatz. Ich habe zwar einige Folgen über mich ergehen lassen, doch Begeisterung wollte sich nicht einstellen. Zwar kein Totalreinfall, aber einfach zu plump und gewollt inszeniert und gespielt. Von den Drehbüchern einmal ganz zu schweigen. Mit deutscher Comedy werde ich einfach nicht warm. Umso bedauerlicher finde ich es, dass Sendungen, die humormäßig 100%ig auf meiner Wellenlänge liegen, hierzulande einfach keinen Anklang finden. Die Leute wissen einfach nicht, was ihnen entgeht: 10/10 Punkte.

ALIAS – Staffel 4

Nach einer – subjektiv empfundenen – sehr langen Zeit des Wartens, habe ich nun endlich „ALIAS – Staffel 4“ gesehen. Unglaublich, wie sehr man eine Serie vermissen kann. Ist mir bisher nur bei Sitcoms à la „FRIENDS“ so gegangen. Ich möchte nicht wissen wie viele Serienfans nie erfahren werden, wie es mit den Bristows weitergeht, nur weil Buena Vista Deutschland es nicht auf die Reihe bekommt hierzulande eine Veröffentlichung vorzunehmen. Traurig sowas. Glücklicherweise hat Buena Vista UK da mehr Einsehen…

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Der Übergang von der dritten zu vierten Staffel ist nicht halb so aufwühlend, wie bei der davor. Allerdings kommt es zu einer Konstellation, die ich anfangs fast schon etwas lächerlich fand: Arvin Sloane leitet die neue Geiheimabteilung der CIA. Wie oft wollen sie Sloane noch rehabilitieren und mit Sydneys Skepsis spielen? Das habe ich mir anfangs gedacht, doch wie so oft bei „ALIAS“ sind die Zweifel aufgrund des hohen Unterhaltungswertes doch schnell wieder verflogen. Auch die neue Umgebung – das APO-Hauptquartier – fand ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Zwar ein schönes Design, aber irgendwie zu sauber für „ALIAS“. Doch auch daran habe ich mich schnell gewöhnt.

Die Geschichte plätschert in der ersten Hälfte der Staffel meiner Meinung nach etwas vor sich hin. Zwar gibt es interessante Einsätze, doch ein großartiger Storyarc ist nicht auszumachen. Dies ändert sich jedoch in der zweiten Hälfte. Altbekannte Gesichter treten wieder in Erscheinung, es gibt neue Feinde und die liebgewonnenen Hauptfiguren werden in höchst dramatische Situationen gebracht. Davor gibt es dann noch einige humoristische Episoden, wie z.B. die Rettungsaktion Marshalls – dafür liebe ich „ALIAS“. Die letzten Episoden spitzen sich dann immer weiter zu. Rambaldi. Die Prophezeiung. Hier soll alles aufgelöst werden. Wird es auch. Irgendwie. Mich lässt diese Auflösung der – über die letzten Staffeln aufgebauten – Geschichte um Rambaldis Artefakte jedoch ziemlich kalt. So grandios ich auch die Atmosphäre dieser Zombie-Episoden fand. Der Cliffhanger am Ende der Staffel wirkt dann zwar etwas aufgesetzt, zeigt aber deutlich Wirkung. Ein wortwörtlicher Knaller.

Die vierte Staffel von „ALIAS“ ist meiner Meinung die bisher schwächste. Aber immer noch sehr gut und damit besser als die meisten anderen Serien. Tolle Geschichten, tolle Figuren und wie immer schön überzeichnet. Hat tierisch Spaß gemacht und nun beginnt leider das Warten auf die UK-Veröffentlichung der fünften – und leider letzten – Staffel von J.J. Abrams Ausnahmeserie: 8/10 Punkte.

Battlestar Galactica – Staffel 1

Obwohl ich nach Sichtung der Miniserie noch skeptisch war, ob ich mir „Battlestar Galactica – Staffel 1“ ansehen würde, bin ich letztendlich doch froh diese Entscheidung getroffen zu haben. Der Serie gelingt es ihre Stärken auszubauen und über beinahe die gesamte Laufzeit ausgezeichnet zu unterhalten.

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Die Geschichte setzt ungefähr dort ein, wo wir sie am Ende der Miniserie verlassen haben: Die letzte Flotte der Menschheit ist auf der Flucht vor den Zylonen. Immer wieder kommt es zu Konfrontationen. Nebenbei hat die Crew der Galactica mit Problemen wie Wasser- oder Treibstoffknappheit und einem Schiff voller Schwerverbrecher zu kämpfen. Die Tatsache, dass die Zylonen menschliche Form angenommen haben entwickelt sich auch immer mehr zum Problem und lässt sich nicht länger verheimlichen.

Die Storylines sind größtenteils abwechslungsreich und unterhaltsam. Doch leider nur größtenteils. Die Abenteuer von Helo und der zweiten Sharon auf Caprica fand ich eher nur ermüdend, da hier nichts wirklich aufregendes passiert ist. Allein in den letzten beiden Episoden bekommt dieser Nebenplot einen Sinn. Davor empfand ich ihn eher als störende Unterbrechung der Hauptgeschichte. Auch Dr. Baltars Beziehungprobleme mit seiner Zylonenfreundin fand ich eher nervend, allerdings nicht mehr so schlimm wie in der Miniserie – vermutlich habe ich mich inzwischen einfach daran gewöhnt.

Ansonsten ist alles beim Alten: Grandiose Weltraumszenen, tolle Charaktere und eine „Wing Commander“ ähnliche Atmosphäre auf der Brücke und dem Hangar. In der letzten Episode gibt es zudem noch einen fiesen Cliffhanger, nach dem ich die zweite Staffel auf jeden Fall auch anpacken werde. „Battlestar Galactica“ ist für mich zwar keine Offenbarung, doch nach „Firefly“ die beste Sci-Fi-Serie, die ich kenne: 7/10 Punkte.

ALIAS – Staffel 3

Mit steigender Staffelzahl verkürzt sich anscheinend auch die Zeit, die ich für eine Sichtung brauche. „ALIAS – Staffel 3“ habe ich innerhalb von drei Wochen gesehen – und nun ist es erst einmal vorbei mit Sydney Bristow und Co.

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Nach dem Cliffhanger der zweiten Staffel war ich mehr als gespannt wie J.J. Abrams die Geschehnisse rund um Sydneys Verschwinden umsetzt. Die Möglichkeiten waren grenzenlos. Genutzt wurden sie allerdings nur teilweise. Das große Geheimnis wird in der Staffelmitte aufgedeckt und dient als erster dramaturgischer Höhepunkt. Trotzdem kann man mit der Entwicklung der Geschichte zufrieden sein, da zwar genug, aber nicht zuviel verraten wird.

Wie bereits in der zweiten Staffel tritt Sydneys Privatleben immer mehr in den Hintergrund. Selbst ihr bester Freund Will hat gerade noch einen Gastauftritt, was ich sehr schade fand. Doch insgesamt fällt die Verlagerung der gesamten Geschichte in den Bereich der Agency weit weniger ins Gewicht, als ich anfangs befürchtet hatte. Hier gibt es nun auch etliche neue Verwicklungen, die größtenteils mit Vaughns Frau zusammen hängen. Ein eigentlich recht einfacher Erzählstrang, der doch immer wieder für Aufregung und Verwirrung sorgt. Sehr Nett.

Schön fand ich, dass Sloan wieder einmal den anscheinend Guten mimen darf. Diese Rolle hat er ja bereits in der ersten Staffel gekonnt gemeistert – der Unterschied ist nur: Jetzt weiß auch der Zuschauer nicht, was denn nun dran ist an seiner Abwendung vom Bösen. Sloans Ex-Partnerin und Sydneys Mutter Irina Derevko tritt leider überhaupt nicht mehr in Erscheinung. Ist mir etwas so vorgekommen, als hätte die Schauspielerin keine Lust mehr oder andere Verpflichtungen gehabt. Sehr schade.

Insgesamt ist die dritte Staffel etwas schwächer, als die vorangegangene. Auch der Cliffhanger lässt einen nicht mehr atemlos auf der Couch sitzen. Dennoch kann ich es kaum erwarten, wie es nun weitergeht mit den Bristows. Da die deutsche DVD allerdings noch in den Sternen steht, muss ich wohl auf eine ausländische Fassung zurückgreifen – wer einen günstigen Tipp weiß: Bitte melden!

Äußerst unterhaltsame 8/10 Punkte.

ALIAS – Staffel 2

Innerhalb eines knappen Monats habe ich nun auch „ALIAS – Staffel 2“ gesehen. Die Serie kann glücklicherweise ihr hohes Unterhaltungsniveau halten, wenngleich es doch zu vielen Veränderungen kommt. Ich war teils wirklich erstaunt wie mutig J.J. Abrams mit den Regeln seiner Serie umgegangen ist – besonders der Cliffhanger am Ende lässt bei mir große Hoffnungen aufkeimen.

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Mit Sydneys Mutter tritt eine wirklich interessante Figur ins Geschehen, die weit über den bloßen Klischeebösewicht hinwegreicht. Man ist sich als Zuschauer nie sicher, was für ein Spiel sie spielt. Wähnt man sich – und damit auch seine Identifikationsfiguren – auf der sicheren Seite, so kommt es häufig doch ganz anders. Trotz der starken Präsenz dieses neuen Charakters ist die erste Hälfte der zweiten Staffel der ersten noch relativ ähnlich. Als dann jedoch die Allianz – und mit ihr SD-6 – vernichtet wird, zieht das Tempo merklich an und die Struktur der Serie ändert sich. Zunächst ungewohnt, aber meiner Meinung nach der richtige Schritt, um Abnutzungserscheinungen vorzubeugen.

Der weitere Verlauf der Geschichte rückt wieder Rambaldi in den Mittelpunkt, nur um kurz vor Auflösung des Rätsels Sydney und den Zuschauer in eine beinahe schon absurde Situation zu werfen. Wirklich ein grandioser Cliffhanger und ich kann nur hoffen, dass die ditte Staffel in Bezug auf die dadurch geschaffenen Möglichkeiten nicht enttäuschend wird.

Die bekannte Figurenkonstellation bleibt – sieht man von Sydneys Mutter ab – nahezu unverändert. Zumindest anscheinend. Sydneys privates Umfeld wird nahezu schleichend vollkommen umstrukturiert. Dadurch fehlt der gemütliche Rückzugsort, der noch in der ersten Staffel einen Gegenpol zur actionreichen Agentenwelt geboten hat. Dieser Verlust macht sich für Sydney schmerzlich bemerkbar, die jedoch Kraft in der Beziehung zu Vaughn findet. Doch auch der Zuschauer bekommt weiterhin genügend ruhige Szenen zu sehen, so dass auch dieser Schritt als konsequente Weiterführung betrachtet werden kann.

Ansonsten sind mir die zahlreichen Gaststars, wie Ethan Hawke oder Danny Trejo aufgefallen. Auch auffällig war der hochwertigere Look der Actionszenen und der veränderte Score, der mich teils sehr an J.J. Abrams Nachfolgeprojekt „Lost“ erinnert hat.

Insgesamt kann sich „ALIAS“ mit der zweiten Staffel noch einmal steigern und macht weiterhin Lust auf mehr: 9/10 Punkte.