Prison Break – Staffel 1

In den letzten Jahren haben TV-Serien einen immer größeren Platz in meinem Medienkonsum eingenommen. Die Qualität der erzählten Geschichten, sowie die Schauwerte haben deutlich zugelegt. Man kann schon fast von wöchentlichen Kinofilmen sprechen. Durch den Siegeszug der DVD bleibt dem geneigten Zuschauer sogar das Warten erspart und er kann – so er das Durchhaltevermögen besitzt – sich einen 16stündigen Film am Stück ansehen. Warum ich das alles erzähle? Weil „Prison Break – Season 1“ genau in die Kategorie TV-Serie fällt, die für den Umbruch in der TV-Welt gesorgt haben. Zwar gibt es mit „ALIAS“, „24“, „Lost“ etc. genügend bekannte Vorreiter für Qualitätsfernsehen, doch schafft es „Prison Break“ – in einer Zeit, in der solche Serien bereits etabliert sind – mich als Zuschauer so stark an den TV zu fesseln, wie kaum eine zweite Serie.

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Die Grundidee ist simpel und doch genial: Ein Mann lässt sich in ein Gefängnis einsperren, um seinen Bruder vor der Todesstrafe zur retten. Den Plan dazu hat er bis ins kleinste Detail ausgetüftelt und es gibt unzählige Faktoren, die bei der Durchführung beachtet werden müssen. Diese sind meist nicht berechenbar und involvieren andere Häftlinge. Durch die Vorbereitungen im unberechenbaren Gefängnisumfeld entsteht eine Spannung, wie sie größer nicht sein könnte. Wirklich fantastisch. Zudem endet jede Episode mit einem fiesen Cliffhanger, so dass man meist einfach weiterschaut, auch wenn es die Zeit eigentlich nicht erlaubt.

Bei „Prison Break“ gibt es – im Gegensatz zu den meisten anderen Serien – keine sogenannten Füllepsioden. Es wird stets die Geschichte vorangetrieben. Neben der Haupthandlung im Gefängnis gibt es eine parallele Handlung mit den Anwälten des Todeskandidaten, die daran arbeiten eine diesbezügliche Verschwörung aufzudecken. Beide Erzählstränge ergänzen sich perfekt und man hat beinahe das Gefühl einen Thriller zu lesen, so dicht ist die Handlung der Serie. Wäre „Prison Break“ ein Roman, würde man von einem Pageturner sprechen.

Kritikpunkte gibt es kaum. Allein im letzten Drittel scheinen Probleme aufzutauchen, nur um die Flucht weiter zu verzögern. Vermutlich ist das aber auch realistisch, da am Anfang einfach alles zu glatt gegangen ist. Des Weiteren konnte ich mich mit der obligatorischen Flashback-Episode nicht so wirklich anfreunden. Sicher war es nett die bekannten Figuren in ihrem ursprünglichen Umfeld zu sehen, doch außer evtl. von Michael und Lincoln erfährt man eigentlich nichts wirklich interessantes. Die Morphiumsucht der Ärztin fand ich zudem mehr als unnötig und aufgesetzt, da im Vorfeld keinerlei Anzeichen zu sehen waren. Als hätte man der Figur nachträglich ein Problem angedichtet. Zwar ist die Folge nicht wirklich schlecht, doch hätte ich kleinere Flashbacks in einzelnen Episoden besser gefunden – wenn auch nicht so ausufernd wie bei „Lost“.

Alles in Allem ist „Prison Break“ so ziemlich das Spannendste und Unterhaltsamste, was ich seit Langem gesehen habe. Wirklich eine dicke Empfehlung. Bin schon mehr als gespannt auf die zweite Staffel. Anfangs hatte ich ja eher Befürchtungen, wie sie die Geschichte weiterführen wollen, doch die letzte Folge hat mich eines besseren belehrt. Die (beinahe) perfekte Serienunterhaltung: 9/10 Punkte.

9 Gedanken zu “Prison Break – Staffel 1

  1. Lohnt sich definitiv. Hatte die Serie eigentlich als „Notlösung“ geguckt, da ich abends im Moment keine Zeit für einen kompletten Film habe. Leider ist die Serie so mitreißend, dass ich trotzdem immer mindestens zwei Folgen geschaut habe. Also eigentlich keine Zeitersparnis… 😉

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  2. Stimme dir in jedem einzelnen Punkt, sogar in jedem Komma zu 😉

    Folge 18 mit den Flashbacks fand ich auch am schwächsten, besonders deswegen, da das Schicksal aller Figuren auf ein und denselben Tag verlagert wurde. Aber da alle anderen Folgen packend spannend sind, lässt sich das verzeihen. Habe jetzt mit der 2. Staffel begonnen.

    BTW, in Dexter und Curb muss ich auch mal reinschauen, die Folge Development, die ich mal durchgezappt habe, war aber nicht so der Knaller. Vielleicht aber auch nicht schlecht, schließlich warten ab September schon 5 Serien auf mich, da brauch ich nicht noch mehr.

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  3. Freut mich, dass meine Kritik mit deiner Meinung übereinstimmt. Spricht für deinen Geschmack! 😉

    Zu „Arrested Development“: Ich habe auch eine Anlaufphase gebraucht. Der Dokustil ist gewöhnungsbedürftig und der Witz entwickelt sich sehr auf aus Running Gags – und die bekommt man erst nach ein paar Folgen mit. Wenn dir mal die Serien ausgehen, kann ich nur einen zweiten Versuch empfehlen!

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  4. Pingback: Die Verurteilten - OT: The Shawshank Redemption « Tonight is gonna be a large one.

  5. Pingback: Buffy: The Vampire Slayer - Season 2 « Tonight is gonna be a large one.

  6. Staffel 2 und 3 habe ich noch komplett gesehen, bei Staffel 4 bin ich dann jedoch nach ein paar Episoden ausgestiegen, weil es mir doch zu blöd wurde. Die Serie hat wirklich stark abgebaut. Schade drum!

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  7. Pingback: Media Monday #372 | moviescape.blog

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