The Office (US) – Season 5

Wieder einmal geht ein Jahr im turbulenten Papiergeschäft zu Ende. Nachdem die vierte Staffel aufgrund des Autorenstreiks nur verkürzt lief, konnte „The Office (US) – Season 5“ wieder über die geplante Länge unterhalten.

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Es ist wirklich erstaunlich, wie lange die amerikanische Version von „The Office“ nun schon ihre Qualität hält. Selbst schwierige Storylines, wie die Beziehung zwischen Jim und Pam, werden aufrecht erhalten. Ohne künstliches Drama. Ohne unglaubwürdig zu werden. Ohne den Humor zu verlieren. Wirklich grandios. Des Weiteren wird die Beziehung zwischen Michael und Holly nahezu schon im Keim erstickt, was Potential bietet Scrantons besten Chef noch mehr leiden zu sehen. Natürlich auf ganz spezielle Art und Weise.

Ihren Höhepunkt findet die Staffel für mich in der Kündigung Michaels und der darauffolgenden Schaffung der Michael Scott Paper Company. Hier jagt wirklich ein komödiantischer Höhepunkt den nächsten. Auch die äußerst gelungene Charakterentwicklung kommt hier wieder einmal voll zum Tragen, wenn sich Michael – trotz einer gewissen Inkompetenz – als besserer Chef erweist, als der strukturierte Charles Minor.

Trotz aller humoristischen Gemeinheiten lieben die Autoren ihre Figuren und das merkt man. Besonders im Staffelfinale gab es einige wirkliche schöne Szenen und ich bin nun gespannt, wie sich die große Überraschung auf das Leben von Jim und Pam und Dunder Mifflin Scranton in seiner Gesamtheit auswirkt. Wieder einmal sehr gelungen: 9/10 Punkte.

The Big Bang Theory – Season 2

Mit dem Staffelfinale von „The Big Bang Theory – Season 2“ verlässt uns eine der wenigen wirklich sehenswerten klassischen Sitcoms für dieses Jahr. Einmal wieder grandiose Unterhaltung und – besonders in der zweiten Hälfte – noch einmal eine Steigerung zur ohnehin schon wunderbaren ersten Staffel.

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Inhaltlich gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Weiterhin dreht sich die Handlung der Einzelepisoden komplett um die nerdigen Eigenheiten der vier sympathischen Wissenschaftler und ihres weiblichen Gegenparts. Längere Erzählstränge – wie z.B. Leonards Freundin – fand ich zwar okay, aber nicht wirklich qualitätssteigernd. Dafür konnten diverse Gastauftritte – insbesondere natürlich Summer Glau („Terminator: The Sarah Connor Chronicles“) – wirklich Punkte sammeln. Stets gelungen und exakt so selbstzweckhaft, wie eben nötig für solch eine Rolle.

Am meisten Spaß macht die Serie, wenn man die Charaktere in ihrer natürlichen Umgebung – sprich: Leonards und Sheldons Apartment – beobachten kann. Ich denke hier z.B. an Rock, Paper, Scissors, Lizard, Spock. Simply hilarious! Besonders Sheldon trägt die Serie oft allein, was als Kompliment für die Autoren und den Darsteller (Jim Parsons) zu verstehen ist. Doch auch die anderen Charaktere lassen kein Auge trocken. Popkulturelle Zitate bilden zudem das  Salz in der äußerst schmackhaften Suppe.

Für alle Freunde von klassischen Sitcoms ist auch die zweite Staffel von „The Big Bang Theory“ absolutes Pflichtprogramm. Hohe Gagdichte, gut geschriebene Charaktere und wunderbare Darsteller. Gehört zu meinen aktuellen Sitcom-Favoriten: 9/10 Punkte.

The West Wing – Season 2

Einen guten Monat habe ich für die Sichtung von „The West Wing – Season 2“ benötigt. Relativ lange also für eine Staffel, was jedoch nicht der Qualität der Serie geschuldet ist, sondern eher den sommerlichen Temperaturen.

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Die zweite Staffel von Aaron Sorkins Politdrama setzt unmittelbar nach dem äußerst fiesen Cliffhanger der Vorgängerstaffel ein. In den ersten beiden Episoden erleben wir den Werdegang von Präsident Bartlet und seiner engsten Mitarbeiter. Dadurch erhalten die Figuren – man mag es kaum glauben – tatsächlich noch mehr Tiefe, als sie sowieso schon besitzen. Gekoppelt mit famosem Drama wird hier rückblickend die Grundlage für die gesamte Serienhandlung geschaffen.

Im weiteren Verlauf der Staffel werden einige neue Charaktere eingeführt, andere verschwinden zeitweise. Das Leben im Weißen Haus steht nie still. So gibt es erneut herausragende Einzelepisoden und ebenso starke mehrere Folgen umfassende Handlungsbögen zu genießen. Erst gegen Ende der Staffel konzentriert sich die Serie mit der Öffentlichmachung von Jed Bartlets Krankengeschichte wieder auf ein dediziertes Problem. Hier jagt wirklich ein emotionaler Höhepunkt den nächsten. Dichtes Drama in Bestform, welches in einem großartigen Staffelfinale mündet.

Qualitativ ist auch die zweite Staffel von „The West Wing“ unglaublich hochwertig. Dialoge, Schauspieler und Inszenierung. Da gibt es absolut nichts zu mäkeln. Ich freue mich nun schon auf die kommenden Geschichten rund um den Westflügel des Weißen Hauses. Großes Serienkino: 10/10 Punkte.

Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 2

Nach 22 Episoden von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles – Season 2“ stand wieder einmal ein Staffelfinale an. Vielleicht sogar das Serienfinale. Noch ist nämlich nicht klar, ob die Show fortgesetzt wird. Die Zahlen sprechen eher dagegen. Ein Verlust für die Serienwelt?

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Bereits die aufgrund des Autorenstreiks stark verkürzte erste Staffel hatte mir ausgezeichnet gefallen. Eine äußerst unterhaltsame Adaption der epischen Filmreihe. Zwar stets als Serie erkennbar, doch eigenständig genug, um auch als solche zu funktionieren. Zudem gab es mit Summer Glau den besten Terminator seit Arnold Schwarzenegger. Ich hatte mich folglich entsprechend auf eine nun vollständige zweite Staffel gefreut.

Diese gewünschte Vollständigkeit – sprich die übliche Anzahl von 22 Episoden – wird der Serie leider zum Verhängnis. Ich hatte immer noch großen Spaß an dem Geschehen und die Figuren sind mir auch jetzt noch äußerst sympathisch, doch gab es mindestens 10 reine Füllepisoden. Diese waren zwar nicht wirklich schlecht, doch hat sich das retardierende Moment zu sehr in den Vordergrund gedrängt. Es war stets klar und deutlich zu sehen, dass manche Handlungsstränge eben nur der Hinauszögerung dienen. Wahrlich kein gutes Instrument zur Zuschauerbindung.

Die Hauptgeschichte um John Henry hat mir recht gut gefallen, wenngleich auch hier zu viel einfach nur willkürlich wirkte. Besonders im Zusammenhang mit dem Finale, welches für mich – besonders sollte es das Serienfinale sein – überhaupt nicht funktioniert. Diese letzte Episode ist letztendlich auch der Grund, warum die Bewertung strenger ausfällt, als ich die zweite Staffel eigentlich in ihrer Gesamtheit wahrgenommen habe.

Letztendlich ist auch die zweite Staffel von „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ gute Unterhaltung. Leider jedoch hat man die erweiterte Episodenzahl nicht zur konsequenten Fortführung der Geschichte genutzt, was wirklich schade ist. Das Finale lässt selbst mich als geneigten Zuschauer etwas enttäuscht zurück, dennoch würde ich auch bei einer dritten Staffel wieder einschalten: 6/10 Punkte.

United States of Tara – Season 1

Unter den Serienstarts der TV-Season 08/09 sind nicht viele Shows bei mir hängen geblieben. Showtimes „United States of Tara – Season 1“ hat es allerdings geschafft. Überzeugt hat mich letztendlich die interessante Grundidee, wenngleich ich auch den Einfluss der großen Namen hinter der Show nicht abstreiten möchte: Produziert wird die Serie von Steven Spielberg und geschrieben von Diablo Cody („Juno“).

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Die Prämisse von „United States of Tara“ ist vergleichsweise einfach: Tara leidet unter dissoziativer Identitätsstörung. Tara ist demzufolge nicht nur die sympathische Künstlerin und Mutter Tara, sondern eben auch der aufsässige Teenager T, die in den 50er Jahren verhaftet gebliebene Hausfrau Alice, der Vietnamveteran Buck sowie das animalische Wesen Gimme. Ein buntgewürfelter Haufen, mit dem sich Tara und ihre Famile Tag für Tag herumschlagen darf.

Neben Taras verständnisvollem Ehemann Max, müssen sich vor allem ihre beiden Kinder Kate und Marshall mit dieser speziellen Familiensituation arrangieren. Auch Taras Schwester Charmaine leidet darunter, wenngleich ihre Probleme eher künstlicher Natur sind. Man sieht, die „United States of Tara“ beeinflussen jeden Aspekt der Serie. Dennoch bekommt jede Figur genug Freiraum für ihre eigenen Geschichten und Erlebnisse, was besonders die interfamiliären Beziehungen interessant genug hält.

Da die Serie – wie auch „Californication“ oder „Dexter“ – auf Showtime läuft, sind die Macher nicht daran gebunden Schimpfwörter, nackte Tatsachen o.ä. zu umgehen bzw. zu umschreiben. Dies lässt die Show teils frech und frisch, teils aber auch etwas forciert erscheinen. Oft kommen mir die Charaktere dadurch zu karikaturenhaft vor, was besonders bei den beiden Kindern und ihrer Tante Charmaine auffällt. Einen Tick zu überzogen. Einen Tick zu gewollt.

„United States of Tara“ ist eine herrliche Serie mit toller Grundidee und einer fantastischen Toni Collette. Es zeigt sich zudem erneut, dass 12 Episoden wirklich ausreichen um eine Staffel zu füllen. Die Handlung bleibt dadurch kompakt und man spart sich langweilige Füllepisoden. Wirklich sehenswert, wenn auch nicht ohne Fehler: 8/10 Punkte.

The West Wing – Season 1

Nach einigen Einzelstaffeln habe ich mit Aaron Sorkins „The West Wing – Season 1“ einmal wieder einen regelrechten Serienmarathon begonnen. Sieben Staffeln gilt es zu sichten. Ein enormer Zeitaufwand. Doch wenn die kommenden Seasons auch nur halb so gut werden, wie es dieser Auftakt verspricht, dann freue ich mich jetzt schon auf jede einzelne Episode.

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Mein Interesse für „The West Wing“ begründet sich vor allem in Aaron Sorkins Nachfolgeserie „Studio 60 on the Sunset Strip“, welche mir – trotz Mängeln – wirklich ausgezeichnet gefiel. Zum Kauf der zurzeit wirklich unverschämt günstigen Komplettbox hat mich allerdings das beständige Lob auf sablog.de bewegt. Nach der Sichtung der ersten Staffel kann ich mich den Lobeshymnen nur anschließen, doch ich möchte nichts vorwegnehmen.

Nach den ersten paar Minuten des Piloten bleibt man vermutlich erst einmal sprachlos vor dem Bildschirm sitzen. Was hat sich hier gerade abgespielt? Wovon reden diese Personen und können sie nicht langsamer sprechen? Die Informationsflut der noch unbekannten Stimmen ist schier unglaublich. Von den politischen Fachbegriffen einmal ganz zu schweigen. Man muss anfangs wahrlich etwas Geduld mitbringen, um sich in den Jargon und Aaron Sorkins Schnellfeuerdialoge einzuhören. Hat man dies allerdings erst einmal geschafft, dann birgt beinahe jede Zeile einen scharfzüngigen Witz, den zu überhören eine Schande wäre. Es lohnt sich folglich stets am Ball zu bleiben.

Neben herausragenden Dialogen bietet „The West Wing“ auch ansprungsvolle Geschichten. In jeder Episode sieht man sich bzw. die handelnden Figuren mit einer Eigenheit des amerikanischen politischen Systems konfroniert. Sei es nun die Todesstrafe, ein neuer Gesetzesentwurf oder das Bildungssystem. Dabei wird nicht um den heißen Brei herumgeredet und man sieht deutlich, dass auch mit der wirklich sehr idealistischen Regierungspolitik von Präsident Bartlet durchaus Kompromisse eingegangen werden müssen. Das System ist nicht perfekt und wird auch nicht so dargestellt. Es sind auch eher die fiktiven Figuren, die dem Zuschauer den Glauben an ein funktionierendes politisches System zurückgeben. Doch auch dabei sollte man nicht vergessen, dass es sich eben nur um eine fiktive Regierung handelt.

Auch die audiovisuellen Aspekte der Serie geben keinen Grund zur Klage. Großes Kino in jeder Hinsicht. Hinzu kommen großartige Schauspieler, die ein perfektes Ensemble bilden. Hier jemanden gesondert herauszupicken wäre schwer. Selbst Martin Sheens Präsident Bartlet ist nur einer weitere Figur unter vielen. Zwar Dreh- und Angelpunkt, doch erst im Zusammenspiel mit seinem White House Staff läuft Sheen – und mit ihm Bartlet – zur Höchstform auf.

Mängel konnte ich keine feststellen und sollte es sie geben, so haben es nur allzu bekannte Kameraeinstellungen aus Washington, D.C. wieder mehr als wett gemacht. Für mich ist diese erste Staffel wahrlich schon perfekt. Kaum zu glauben, aber wahr. Wie soll sich diese Serie noch steigern? Ich bin wirklich hochgradig gespannt und das nicht nur aufgrund des  nervenaufreibenden Cliffhangers. Unzweifelhaft herausragende Unterhaltung: 10/10 Punkte.

Rules of Engagement – Season 1 & 2

Bei meiner immerwährenden Suche nach sehenswerten Sitcoms bin ich aktuell über „Rules of Engagement – Season 1 & 2“ gestolpert. Zwar hatte ich schon einiges über die Serie gehört bzw. gelesen, doch konnte ich mich bisher nicht zu einer Sichtung durchringen. Schade eigentlich, denn die Show ist durchaus vergnüglich.

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Inhaltlich lässt sich die Serie wohl am besten mit „‚Til Death“ vergleichen, welches die gleiche Prämisse nutzt, um Situationskomik zu erzeugen: Den Unterschied  zwischen einem jungverliebten und einem schon lange verheirateten Paar. Nicht sonderlich originell, aber eben doch immer noch irgendwie lustig. Ergänzt man diese Ausgangssituation um einen überzeugten Junggesellen, ergeben sich teils durchaus amüsante Verwicklungen. Man muss die Welt ja nicht immer neu erfinden.

Für mich funktioniert „Rules of Engagement“ hauptsächlich aufgrund der Besetzung: Patrick Warburton fand ich schon in „Seinfeld“ grandios und auch in dieser Show gibt er eigentlich nur eine etwas modernisierte Version von David Puddy. Warum auch nicht? Für diese Rolle ist er schließlich wie geschaffen. Ansonsten sind mir noch Megyn Price („Grounded for Life!“) und David Spade (diverse 90er Komödien, „8 Simple Rules“) ein Begriff. Auch an den Newcomern in der Runde ist nur wenig auszusetzen. Insgesamt also eine wirklich runde Sache.

Betrachtet man sich die Handlung bzw. die einzelnen Geschichten, so stellt sich schnell Ernüchterung ein. Hier wird einem nur wenig präsentiert, was in ähnlicher Form nicht schon einmal dagewesen wäre. Aber nun gut. War irgendwie auch zu erwarten. Trotz dieser Einschränkung funktioniert die charakterbezogene Situationskomik jedoch tadellos und der Unterhaltungswert der Serie wird dadurch kaum geschmälert. Der perfekte Kandidat also für den kleinen Sitcom-Hunger zwischendurch: 7/10 Punkte.

Battlestar Galactica – Season 4

Wieder einmal heißt es Abschied nehmen. Abschied von der Menschheit. Abschied von der Galactica. Abschied von den Zylonen. Die finale Episode von „Battlestar Galactica – Season 4“ hatte es wirklich in sich. Demzufolge wird sich der folgende Text auch hauptsächlich mit dem Serienfinale beschäftigen. Spoiler sind zu erwarten.

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Nachdem ich die dritte Staffel zwar nicht schlecht, aber dennoch als deutlichen Rückschritt empfand, konnte mich der Beginn der vierten Staffel wieder mehr begeistern. Leider hielt dieses Hochgefühl nicht sehr lange an und schon bald hat mich der hohe Seifenoperanteil dieser an sich epischen Saga genervt. Besonders gegen Ende dachte ich stets, dass da doch noch etwas kommen müsse. Etwas Besonderes. Etwas Episches. Etwas Herausragendes. Die letzte Episode hat dieses Versprechen – wenn auch nicht frei von Fehlern – glücklicherweise eingelöst.

Die Rückblenden zum Beginn der Reise sind zwar nicht sonderlich originell, schaffen aber eine emotionale Basis, um noch einmal so richtig mitfiebern zu können. Neben den charakterbezogenen Momenten kommt jedoch auch die Action nicht zu kurz und es darf einmal wieder festgehalten werden, dass das VFX-Team hinter „Battlestar Galactica“ wirklich großartige Arbeit leistet. Dreckig, roh und mittendrin. So und nicht anders haben Weltraumschlachten auszusehen. Perfekt!

Erstaunlicherweise ist es den Autoren gelungen nahezu alle unbeantworteten Fragen in den letzten 90 Minuten aufzulösen. Das hätte ich – besonders nach den vorhergehenden Episoden – nicht für möglich gehalten. Für meinen Geschmack sind die Erklärungen zwar alle etwas pseudoreligiös bzw. esoterisch angehaucht, doch wenn man darüber hinwegsieht, bieten die letzten Minuten emotionales Drama vom Feinsten. Schon alleine der Abschied von Admiral Adama ganz großes Kino. Wunderbar gespielt und inszeniert. Das körperlose Duo Baltar/Caprica dagegen… nun gut, gehört eben auch irgendwie zu der Serie. Insgesamt auf jeden Fall ein mehr als nur gelungenes Serienfinale!

Das Staffel-Ranking fällt mir nun – da so viel Zeit seit den vorhergehenden Sichtungen vergangen ist – etwas schwer. Ich möchte es aber dennoch versuchen. Hier unter Vorbehalt die Rangfolge aller bisherigen Inhalte der Saga:

1. „Battlestar Galactica – Season 2“
2. „Battlestar Galactica – Season 4“ & „Battlestar Galactica: Razor“
3. „Battlestar Galactica – Season 1“ & „Battlestar Galactica: Miniseries“
4. „Battlestar Galactica – Season 3“

Insgesamt gesehen gab es leider zu viele schwache Folgen in der dritten und vierten Staffel, als dass die Serie bei mir den Sci-Fi-Serienolymp erklimmen könnte. Dennoch führt für Genrefreunde absolut kein Weg an „Battlestar Galactica“ vorbei. Stilprägendes („Frak!“), großes Serienkino: 8/10 Punkte. Glücklicherweise kann man sich nun noch auf „Battlestar Galactica: The Plan“ und das Spin-off „Caprica“ freuen.

Bones – Season 1

Beinahe zwei Monate ist es her, seit ich die letzte Staffel einer TV-Serie beendet habe. Doch nun ist es wieder soweit und die letzten Sekunden von „Bones – Season 1“ sind über den Bildschirm geflimmert. Eigentlich kann ich mit sogenannten crime procedurals à la „CSI“ eher recht wenig anfangen, doch diese Serie überzeugt mit spritzigem Humor und toll geschriebenen Figuren.

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Vermutlich wäre ich auch nie auf die Serie gestoßen, würde nicht David Boreanaz (Angel, „Buffy: The Vampire Slayer“ & „Angel“) die männliche Hauptrolle spielen. Tatsächlich macht das Zusammenspiel zwischen ihm und Emily Deschanel, welche die titelgebende Figur Dr. Temperance ‚Bones‘ Brennan verkörpert, einen Großteil des Charmes der Serie aus. Hier gibt es einige Dialogperlen zu belauschen, welche die oft doch recht ähnlichen Einzelfälle stets äußerst unterhaltsam erscheinen lassen. Auch die weiteren Figuren – hauptsächlich Brennans wissenschaftliche Mitarbeiter – sind kauzige Nerds (hier Squints genannt), die immer wieder für Erheiterung sorgen.

Neben all dem herrlichen Humor fällt zudem die relativ genaue Figurenzeichnung auf. Jede Figur besitzt einen Hintergrund, der mit laufender Episodenzahl immer mehr in den Vordergrund rückt. Von einem umfassenden Handlungsbogen zu sprechen wäre – sieht man einmal vom Staffelfinale ab – vielleicht etwas weit gegriffen, doch die Charakterentwicklung ist ganz klar einer der Grundbestandteile der Serie. Hinzu kommt, dass es alle paar Episoden doch wieder einen recht außergewöhnlichen Fall zu lösen gilt, welcher die Figuren in ein gänzlich anderes Umfeld wirft – und teils auch in einem komplett neuen Licht erscheinen lässt.

Ich bin wirklich erstaunt, wie gut mir diese erste Staffel von „Bones“ gefallen hat. Wahrlich exzellent inverstierte zehn Euro – was für ein Schnäppchen! Da sieht man einmal wieder, wie sehr gut geschriebene Charaktere zum Erfolg einer Serie beitragen. Der Humor gibt den üblichen Kriminalfälle zudem die nötige Würze, was ich zu großen Teilen der Chemie zwischen Deschanel und Boreanaz zuschreiben möchte.

„Bones“ ist genau die richtige Serie um abends einfach einmal abzuschalten. Das Setting in Washington, D.C. bringt zudem so manche Erinnerung zurück. Eine unerwartet positive Serienüberraschung: 8/10 Punkte.

Angel – Season 5

Nach sieben Monaten geht meine Reise durch das Buffyverse mit dem Finale von „Angel – Season 5“ zu Ende. Es waren sieben tolle Monate. Voller Humor, Action und Dramatik. Auch wenn ich es anfangs nicht für möglich gehalten hätte, haben besonders die letzten drei Monate – die ich mit Angel und Co. in Los Angeles verbracht habe – zur Qualität dieses wunderbaren Serienerlebnisses beigetragen. Der Abschied fällt nun umso schwerer. Spoiler sind zu erwarten.

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Im letzten Jahr der Serie hat Joss Whedon noch einmal größere Veränderungen eingeführt: Die Champions übernehmen die L.A.-Niederlassung von Wolfram & Hart. Kaum zu glauben. Somit ist die Situation anfangs nicht nur für die Charaktere ungewohnt. Auch ich fand es äußerst befremdlich und konnte mich nie so richtig heimisch fühlen, was unseren Helden größtenteils aber auch nicht anders ging. Durch das veränderte Setting und die neuen Möglichkeiten bzw. Gefahren, veränderten sich auch die Geschichten. Ich hatte oft beinahe schon das Gefühl eine ungewöhnliche Anwaltsserie zu verfolgen. Doch ab Mitte der Staffel wurde der große Plan langsam ersichtlich – und auch wenn der Weg zum Finale doch etwas gehetzt schien, so ist die Rahmenhandlung einmal wieder ganz großes Kino.

Der für Joss Whedon typische Verlust einiger Figuren wird – zumindest teils – durch das Auftauchen von Spike ausgeglichen. Ach, Spike. Ein wunderbarer Charakter, der damit erfolgreich dem Serientod des Finales von „Buffy: The Vampire Slayer – Season 7“ entkommen ist. Besonders im Zusammenspiel mit Angel eine herrliche Kombination! Cordelias Ableben hat mich nach ihrer relativ schwachen Vorstellung in „Angel – Season 4“ nicht so schwer getroffen, wie befürchtet. Da hatte ich am Fred/Illyria-Handlungsstrang schon mehr zu knabbern. Glücklicherweise ist uns wenigstens die wunderbare Amy Acker erhalten geblieben.

Das Serienfinale selbst wirkt beinahe etwas überstürzt, was vermutlich daran liegt dass die Absetzung auch für Joss Whedon und die Autoren relativ überraschend kam. Dennoch wurde in der letzten Episode versucht noch einmal allen Charakteren Tribut zu zollen, was auch gelingt. Die letzten Momente zwischen Wesley und Fred/Illyria waren für mich mit die bewegendsten der gesamten Serie. Die finalen Szenen lassen auf eine epische Fortführung der Geschichte schließen, die es wenigstens in Comicform gibt. Im Moment kann ich mir das nach diesen emotionalen letzten Momenten jedoch nur schwer vorstellen. Insgesamt platziert sich die fünfte Staffel dadurch recht weit vorne im Staffel-Ranking, wobei wirklich jede einzelne Season großartige Unterhaltung bietet:

1. „Angel – Season 3“
2. „Angel – Season 2“
3. „Angel – Season 5“
4. „Angel – Season 4“
5. „Angel – Season 1“

Für mich geht mit „Angel“ eine Ära zu Ende. Nun kenne ich alle Joss Whedon-Serien und auch wenn ich es anfangs nie für möglich gehalten hätte, steht das Buffyverse dem „Firefly“ ‚Verse in nichts nach. Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass FOX „Dollhouse“ wenigstens eine geringe Chance einräumt. Doch nun folgt erst noch die Bewertung für die finale Staffel dieser grandiosen Serie und die lautet, wie zu erwarten: 9/10 Punkte.