Auf der Suche nach Seriennachschub, bin ich durch eine Empfehlung von sab auf „Parenthood – Season 1“ gestoßen. An der Serie reizte mich zunächst nur das Mitwirken von Lauren Graham (Lorelei Gilmore, „Gilmore Girls“) sowie natürlich das Grundthema der Elternschaft. Inzwischen hat sich die Serie jedoch bereits unzweifelhaft in mein Herz gespielt.

Wenn es um klassische Familienserien geht, kann ich nur wenig Erfahrung vorweisen. Bisher hat es mich auch eher zu den Genres Thriller und Mystery gezogen, doch dank unserer familiären Weiterentwicklung, ist das Thema Elternschaft zurzeit natürlich brandaktuell. Erwartet hatte ich mir zunächst nicht sonderlich viel. Eine Familienserie eben. Im schlimmsten Falle „Eine himmlische Familie“ und im besten „Gilmore Girls“ – viel mehr Erfahrung kann ich in diesem Genre nicht vorweisen.
Was soll ich sagen? „Parenthood“ hat meine Erwartungen meilenweit übertroffen. Qualitativ kann die Serie auf jeden Fall mit den Mädels aus Stars Hollow mithalten. Warum dieser Vergleich? Die Dialoge sind teils ebenso schnell und es gibt einige popkulturelle Anspielungen. Das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. „Parenthood“ stellt das Thema Elternschaft – mit allen Freuden und allem Leiden – in den Mittelpunkt und überzeugt dabei auf ganzer Linie. Selten hat mich eine Serie emotional so gepackt, wie dieses großartige Portrait der Familie Braverman.
Vermutlich muss man bis zu einem gewissen Grad ein Familienmensch sein, um das volle Potential dieser Serie auszuschöpfen. Manche Momente mögen kitschig erscheinen, doch für mich waren sie stets herzerwärmend. Daneben gibt es genügend ernste Themen und Konflikte, welche die Geschichten (oft gibt es bis zu fünf Handlungsstränge in einer Episode) am Laufen halten. Den moralischen Zeigefinger gibt es sogut wie überhaupt nicht und man hat das Gefühl echten Menschen zuzuschauen und nicht nur Serienabziehbildern. Dennoch wohnt der Serie eine gewisse Magie inne und genau das macht „Parenthood“ so wunderbar.
Für mich stellt die Serie unzweifelhaft die Neuentdeckung der vergangenen TV-Saison im Bereich Drama dar. Man könnte auch sagen „Parenthood“ ist das dramatische Gegenstück zu „Modern Family“. Ebenso großartig, nur eben anders. Wer sich auch nur etwas vom Inhalt angesprochen fühlt, der sollte wenigstens einmal reinschauen. Es wird definitiv belohnt werden – von einem herausragenden Cast, fantastischen Drehbüchern und einer gefühlvollen Inszenierung. Einfach nur wunderbar: 9/10 Punkte.








