Parks and Recreation – Season 4

Nach der verkürzten dritten Staffel, hatte ich mich dieses Jahr sehr auf die volle Ladung „Parks and Recreation – Season 4“ gefreut. Endlich durfte man wieder volle 22 Episoden lang am kommunalpolitischen Geschehen der Kleinstadt Pawnee teilhaben – und dieses hat sich teilweise wieder herrlich absurd gestaltet…

Der Beginn der Staffel war mit dem Aufstieg und Fall von Tom Haverfords Medienfirma Entertainment 720 einfach nur großartig. Was er zusammen mit Jean-Ralphio hier auf die Beine gestellt hat, grenzte schon an Größenwahn. Sympathischen Größenwahn, wie man ihn eben von diesem Duo erwartet. Das Highlight dürfte hier wohl Bens Buchprüfung gewesen sein oder etwa doch Toms selbstproklamierte Best Party Ever? Eine großartige Szene jagt hier die nächste, was diesen Handlungsstrang auch zu meinem Favoriten in dieser Staffel machte.

Bis zur Hälfte der Staffel wird hauptsächlich die verbotene Beziehung zwischen Leslie und Ben thematisiert, was größtenteils unterhaltsam ist, aber auch ein paar Längen mit sich bringt. Nach dem Niedergang von Entertainment 720 und der Entscheidung Leslies für den Stadtrat zu kandidieren, dreht sich die Handlung hauptsächlich um den absurden Wahlkampf zwischen ihr und Bobby Newport (Paul Rudd). Auch wenn hier die wirklichen Highlights fehlen, ist es doch ein großer Spaß Leslie und ihr mehr oder weniger kompetentes Team bei ihrer Jagd nach der großen Wählerschaft zu begleiten.

Ingesamt würde ich die vierte Staffel der Serie etwas schwächer einschätzen, als noch die des Vorjahres. Dies mag auch daran liegen, dass man in dieser aufgrund der geringeren Episodenzahl weniger Zeit zur Verfügung hatte und somit gezwungen war die Handlungsstränge dichter zu erzählen. So oder so hatte ich auch in der aktuellen Staffel wieder enorm viel Spaß mit dem Parks Department und freue mich nun schon sehr auf Leslie im Stadtrat: 9/10 (8.5) Punkte.

Modern Family – Season 3

Wie ihr merkt, komme ich so nach und nach dazu die finalen Episoden der aktuellen Staffeln nachzuholen. Auch „Modern Family – Season  3“ wurde zu einem gelungenen Abschluss geführt, der mich bereits jetzt voller Vorfreude auf das kommende Jahr blicken lässt. Bis dahin werde ich allerdings noch einmal die dritte Staffel Revue passieren lassen…

Wie bereits im vergangenen Jahr kommt es innerhalb der Staffel kaum zu Qualitätsschwankungen. Die Serie ist beständig stark und kombiniert erneut wunderbar skurrile und humorvolle Szenen mit emotionalen Momenten. Der Mockumentary-Stil passt nach wie vor überraschend gut und lässt uns somit hautnah am Leben der Großfamilie Pritchett teilhaben. Einzig die Einführung größerer Handlungsstränge (z.B. Claires Wahlkampf) ist wirklich als Neuerung zu werten. Insgesamt lebt die Serie aber auch in ihrem dritten Jahr hauptsächlich von ihren Charakteren und deren Eigenheiten.

Gab es dieses Jahr besondere Lieblingscharaktere? Ich muss sagen, dass mich besonders die Famile Dunphy – allen voran Phil – wieder exzellent unterhalten hat. Doch auch Cameron und Mitchell haben etliche Lacher auf ihrer Seite. Erstmals war ich ein wenig von Gloria genervt, deren Humor sich einzig und allein auf ihr Temperament und ihre Aussprachefehler zu beschränken scheint. Dafür reißen Jay und Manny wieder viel raus und insgesamt kann auch dieser Teil der Familie seine Stärken ausspielen. Tolle Charaktere, dargestellt von fantastischen Darstellern. Nach wie vor ein enorm starkes Ensemble.

Mit einem wirklich gelungenem Staffelfinale entlässt uns die Serie schließlich in die Sommerpause. Wie sich die angekündigten Ereignisse letztendlich auf die Handlung der kommenden Staffel auswirken, bleibt abzuwarten. Ich freue mich jedoch bereits jetzt schon ungemein auf ein weiteres Jahr mit den Dunphys, Pritchett-Delgados und Tucker-Pritchetts: 9/10 (8.6) Punkte.

Community – Season 3

Meine zurzeit liebste Comedy hat inzwischen auch schon ihr drittes Jahr hinter sich. Es war ein turbulentes Jahr. Nicht nur vor der Kamera mussten sich unsere Greendalians in „Community – Season 3“ mit widrigen Umständen auseinandersetzen, auch hinter der Kamera flogen die Fetzen. Letztendlich musste Showrunner Dan Harmon gehen, was mich mit Sorge auf die Zukunft der Serie blicken lässt. Doch nun erst einmal zum erneut fantastischen dritten Jahr…

Waren das drei grandiose Episoden vor dem Finale oder was? Wäre die ganze Staffel so verlaufen, dann hätte man das bisher beste Jahr am Greendale Community College erleben dürfen. Leider gab es zuvor jedoch ein paar schwächere Episoden, welche das ansonsten hohe Niveau nicht durchgehend halten konnten. Nachdem es in der ersten Staffelhälfte hauptsächlich Einzelepisoden zu sehen gibt, versucht man sich gegen Ende an einem größeren Handlungsbogen, was im Rahmen der Serie teils durchaus skurrile Formen annimmt – so wird z.B. ein Twist angedeutet, der für einen kurzen Moment die gesamte Serie in Frage stellt. Herrlich!

Meine Lieblingsepisoden in dieser Staffel waren „Remedial Chaos Theory“, welche die Parallelwelten-Theorie auf die Spitze treibt, „Regional Holiday Music“, eine urkomische Satire auf die TV-Serie „Glee“, „Pillows and Blankets“, die flauschigste Kriegsdokumentation aller Zeiten, „Digital Estate Planning“, eine komplette Episode als 16 Bit-Konsolenabenteuer, und „The First Chang Dynasty“, in der ein klassischer Heist-Movie inszeniert wird. Schön auch, dass man sich im Finale dieses Jahr nicht auf den üblichen Paintball-Eskapaden ausgeruht hat – auch wenn der Ersatz leider nicht zu den Highlights der Staffel zählt.

Ihr seht schon, an Ideen mangelte es der Serie auch im dritten Jahr nicht. Insgesamt war die zweite Staffel vielleicht etwas stärker, doch ist dies nur ein flüchtiger Eindruck und kann sich bei einer – auf jeden Fall geplanten – Wiederholungssichtung durchaus noch ändern. Wie man es auch dreht und wendet: „Community“ ist die innovativste und lustigste aktuell laufende Comedy. Freunde von Popkultur-Referenzen müssen einfach reinschauen: 9/10 (8.9) Punkte.

The Office (US) – Season 8

Auch wenn ich mich oft über zu frühe Absetzungen beschwere, so ist es manchmal doch auch erschreckend mit anzusehen, wie ehemalige Lieblingsserien langsam aber sicher in die Durchschnittlichkeit abdriften. Leider ist auch „The Office (US) – Season 8“ von diesem Schicksal betroffen. Erfolg beim Publikum ist manchmal eben doch nicht alles. Gab es dennoch ein paar Lichtblicke im achten Jahr bei Dunder Mifflin?

Zunächst einmal wiegt natürlich der Verlust schwer, den die Serie im letzten Jahr durch den Weggang von Steve Carell erlitten hat. Ohne Michael Scott fehlt „The Office“ eben doch das Zugpferd und weder Andy Bernard noch Robert California können diese Fußstapfen auch nur annähernd ausfüllen. Man merkt nun, da die anderen Charaktere weiter in den Vordergrund rücken, dass Michael Scott doch der Mittelpunkt der Serie war und manche Figuren im Hintergrund doch besser aufgehoben wären. Selbst Jim und Pam erscheinen erstmals nicht mehr so rundum sympathisch, wie noch die Staffeln zuvor.

Sehr erfrischend fand ich den Ausflug nach Florida. Auch wenn Dwight hier teilweise absurde Anstrengungen anstellt, um in die Gunst seiner neuen Chefin zu rücken, so hat mich dieser Handlungsstrang doch wirklich oft zum Lachen gebracht. Viele der Geschichten in Scranton waren dagegen teils sogar schon etwas langweilig, was ich aus den vorhergehenden Staffeln so gar nicht kannte.

Letztendlich hat mich nahezu jede Episode ausreichend gut unterhalten, um weiterzuschauen. Lachen durfte ich auch genug und die Entwicklung in den letzten Folgen lässt zumindest hoffen – mit Sabre wurde ich nämlich nie so richtig warm. Realistisch gesehen wird „The Office“ aber nicht mehr an alte Stärken anknüpfen können. Schade, aber so ist das eben nach acht Jahren. Fans werden ohnehin dran bleiben und alle anderen sollten lieber bei den ersten drei Staffeln einsteigen. Nicht schlecht, aber weit von den legendären Glanzzeiten entfernt: 7/10 (6.9) Punkte.

Two and a Half Men – Season 9

Die zurzeit wohl langlebigste Sitcom hat im aktuellen Jahr eine Rundumerneuerung durchgemacht – so könnte man zumindest meinen. Letztendlich präsentiert sich jedoch auch „Two and a Half Men – Season 9“ als typische Fortführung der viel zu beliebten Serie und außer einem Wechsel des Hauptdarstellers, gibt es leider kaum neue Impulse. Ein wenig Spaß hatte ich dennoch mit dieser Staffel…

Charlie musste also gehen. Für immer? Ich komme nicht umhin zu denken, dass sich die Macher – so unwahrscheinlich dies auch erscheinen mag – ein Hintertürchen für eine mögliche Rückkehr Charlie Harpers offen gelassen haben. Spirituelle Erscheiningen von Charlie in Kathy Bates‘ Körper (übrigens eine der besten Szenen der Staffel) hin oder her. Ich war zu Beginn auf jeden Fall hoch erfreut über den neuen Charakter Walden Schmidt, der mich mit Langhaarfrisur sofort an Ashton Kutchers TV-Debüt „That ’70s Show“ denken ließ. Leider jedoch bleibt die Figur ziemlich blass, doch immerhin einigermaßen sympathisch, was man von Charlie Harper bzw. Sheen in der achten Staffel ja nicht mehr behaupten konnte.

Schön fand ich es einige Gaststars, wie Patton Oswalt (Spence, „The King of Queens“) oder Judy Greer zu sehen. Diese belebten die immer gleichen Storylines doch immens. Andere Figuren haben dagegen deutlich gelitten: So hat man Jake nun leider endgültig zur Witzfigur verkommen lassen, was wirklich schade ist. Hier hätte ich mir einen anderen Dreh erwartet, doch anscheinend wollen die Autoren der Serie ihr Publikum nicht überfordern.

Auch wenn es einige Totalausfälle gab, so wurde ich größtenteils doch gut unterhalten und besonders Alan läuft einige Mal – zugegebenermaßen auf völlig übertriebene Art und Weise – zur Höchstform auf. Letztendlich ist auch dieser Reboot, wenn man es so nennen will, keine Offenbarung und qualitativ spielt die Serie nach wie vor in untersten Humorregionen, doch Spaß hatte ich dennoch mit ihr. Als letzte Serie kurz vor dem Wegnicken geht das somit okay, doch über eine Absetzung wäre ich nicht wirklich traurig gewesen. Das Übliche, nur mit neuer Besetzung: 6/10 (5.9) Punkte.

Fringe – Season 4

Mit Erhalt der guten Nachricht auf Verlängerung um eine fünfte Staffel, konnte ich das Finale von „Fringe – Season 4“ so richtig genießen. Damit verschwindet die letzte noch laufende und als sehenswert einzustufende Mysteryserie in die verdiente Sommerpause. Wer hätte vor drei Jahren geahnt, dass sich diese scheinbar nur übernatürlich anmutende Krimiserie als innovative Genre-Wundertüte entpuppen würde? Spoiler sind zu erwarten.

Die Staffel beginnt recht unspektakulär mit ein paar Mystery-of-the-Week-Episoden, doch es sollte nicht lange dauern bis der Cliffhanger des vorangegangenen Jahres aufgelöst wird. Peter ist natürlich zurück und seine Integration in die alternative Zeitline darf durchaus als interessant bezeichnet werden. Wenn man nicht aufpasst kann man durchaus schon einmal den Überblick verlieren: zwei Universen, eine alternative Zeitlinie, doppelte – und dank Gestaltwandlern auch dreifache – Ausführungen der Charaktere, Zeitsprünge usw. „Fringe“ bietet wieder einmal alles, was man sich als Sci-Fi-Freund von einer Serie erhofft. Ein buntes Sammelsurium, das in seiner Gesamtheit dennoch erstaunlich konsistent wirkt.

Doch „Fringe“ wäre nicht „Fringe“, wenn auch die Charaktermomente überzeugen könnten. Auch diese Staffel spielt wieder stark auf der emotionalen Klaviatur ihrer Figuren und somit auch der Zuschauer. Besonders John Noble (Dr. Walter Bishop) hätte hier wahrlich jeden Preis verdient. Solch ein nuanciertes Spiel bekommt man ansonsten in den Genre-Serien der privaten Networks nur selten zu sehen. Einfach nur großartig!

Ab der Hälfte der Staffel nimmt auch die Rahmenhandlung wieder Fahrt auf und es wird u.a. das Mysterium rund um die Observer gelöst und auf eine neue Ebene gebracht, was besonders im kommenden Jahr für einigen Trubel sorgen dürfte. Auch das Staffelfinale war ziemlich bombastisch, letztendlich stolperte man aber zu schnell zu einer Lösung, was das Ende zu rund wirken lässt – doch hier hatten die Macher wohl die drohende Absetzung im Hinterkopf. Erneut eine wirklich starke Staffel, nach der ich nun noch auf einen famosen Abschluss hoffe: 9/10 (8.5) Punkte.

Smash – Season 1

Ich hatte in der letzten TV-Saison etliche Neustarts auf dem Radar, doch mit „Smash – Season 1“ hatte ich irgendwie nicht gerechnet. Eine weitere Musicalserie? Das roch mir zu sehr danach auf der Erfolgswelle von „Glee“ mitschwimmen zu wollen. Nach einer Empfehlung des Fortsetzung folgt-Podcasts, habe ich mich jedoch zu einer Sichtung hinreißen lassen und sollte mit einem der gelungensten Serienstarts des vergangenen Jahres belohnt werden…

Gleich zu Beginn kann ich sagen, dass der Vergleich zur unglaublich erfolgreichen Teen-Musical-Comedy „Glee“ nur bedingt funktioniert. In „Smash“ geht es nicht darum bekannte Popnummern entsprechend aufwendig in Szene zu setzen und die Handlung dazwischen mit möglichst vielen satirischen Spitzen anzureichern – nein, die Serie nimmt sich und ihre Figuren durchaus ernst. Zwar sind die einzelnen – wohl gemerkt extra für die Serie geschriebenen – Musicalnummern durchaus wichtig, doch bekommt man im Grunde eine klassiche Hinter den Kulissen-Show zu sehen. Wer also schon immer einmal wissen wollte, wie ein Broadway-Musical – und zwar aus Sicht der Autoren, Produzenten, Regisseure und Performer – entsteht, der dürfte viel Spaß mit der Serie haben.

Wie so viele Serien in letzter Zeit (z.B. „Falling Skies“ oder „Terra Nova“), rühmt sich auch „Smash“ damit Steven Spielberg als Produzent mit an Bord zu haben. Doch das ist nicht der einzige berühmte Name, welchen die Produktion mit sich assoziieren kann: Debra Messing („Will & Grace“) spielt die Autorin, Jack Davenport („Coupling“) den Regisseur und Anjelica Huston („Die Addams Family“) ist als Produzentin zu sehen. Hinzu kommt Uma Thurman als exzentrische Schauspielerin, die als Zugpferd für das Musical „Bombshell“ über das Leben von Marilyn Monroe eingespannt werden soll. Daneben dürfen etliche Newcomer – insbesonders Katharine McPhee und Megan Hilty – zeigen, was sie drauf haben und runden das Ensemble somit perfekt ab.

Da ich mir durchaus recht gerne Musicals ansehe und auch selbst schon dem Zauber des Broadways erlegen bin, ist „Smash“ bei mir natürlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Diese zauberhafte (und natürlich recht stilisierte) Atmosphäre fängt die Serie wirklich exzellent ein, doch im mag New York City als Schauplatz von Filmen oder Serien ja ohnehin sehr. Einzig die teils doch etwas soapigen Intrigen und Beziehungskisten hätte man gerne reduzieren dürfen, aber somit bleibt noch Entwicklungspotential für die glücklicherweise bereits bestellte zweite Staffel. Ein wahres Fest für Musical-Freunde: 8/10 (8.4) Punkte.

Parenthood – Season 3

Von keiner zweiten laufenden Serie fühle ich mich als Zuschauer so verstanden und werde so gut unterhalten, wie durch die Abenteuer der Familie Braverman. Somit gelingt es „Parenthood – Season 3“ auch im aktuellen Serienjahr den Titel Beste Show einzustreichen – zumindest in meinen Augen. Deshalb freut es mich auch unglaublich, dass NBC die Serie um eine vierte Staffel verlängert hat. Doch nun erst einmal zurück zum turbulenten dritten Jahr…

Es hat sich so einiges getan bei den Bravermans: Adam und Crosby machen sich selbstständig und übernehmen ein berühmtes Aufnahmestudio, Julia und Joel sind dabei ein Baby zu adoptieren, Kristina bekommt ein Baby und fängt wieder an als Kampagnenberater zu arbeiten, Sarah und Mark wollen den nächsten Schritt wagen und Zeek muss sich mit unangenehmen Neuigkeiten auseinandersetzen. Dies war wohlgemerkt nur ein Bruchteil der Handlungsstränge, die zudem alle miteinander verwoben und mit unzähligen kleinen Details und wunderschönen Momenten angereichert sind. Idealisierter Familienwahnsinn, wie er nicht schöner erzählt werden könnte.

Ich bin immer noch begeistert, wie natürlich die Charaktere bzw. ihre Schauspieler in „Parenthood“ agieren. Das Leben der Bravermans wirkt echt und dennoch wohnt dem Familienportrait dieses kleine Quentchen Magie inne, das im echten Leben dann doch so häufig fehlt. Die in der vorangegangenen Staffel angerissenen Handlungsstränge werden konsequent fortgeführt, was jeden Fan der Serie restlos begeistern dürfte. Jeder Charakter bekommt wieder ausreichend Platz eingeräumt und dennoch hatte ich nach den 18 Episoden erneut das Gefühl, dass ich gerne mehr gesehen hätte. Glücklicherweise wird dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

Die Inszenierung und besonders die musikalische Untermalung ist wieder einmal pefekt gelungen. Nicht nur gegen Ende der Staffel gibt es etliche Gänsehautmomente: Ob nun Noras Geburts mit SUCH GREIGHT HEIGHTS der wunderbaren THE POSTAL SERVICE unterlegt wird oder DEATH CAB FOR CUTIEs 8-minütiges I NEED YOU SO MUCH CLOSER die Wiedervereinigung von Jasemine und Crosby untermalt, emotional hat die Serie bei mir abermals voll ins Schwarze getroffen. Einfach nur schön und das ohne kitschig oder völlig aus der Luft gegriffen zu sein.

Ich für meinen Teil kann nur hoffe, dass die Serie in der nun leider wohl finalen vierten Staffel einen würdigen Abschluss findet. Ebenso wünsche ich mir eine europäische Veröffentlichung der Serie „Friday Night Lights“, die ebenfalls Showrunner Jason Katims‘ Feder entsprungen ist. Das kann doch nicht so schwer sein? Bereits jetzt konnte sich „Parenthood“ einen Platz unter meinen Top 5 der Dramaserien sichern. Genau so müssen TV-Serien geschrieben, gespielt und inszeniert sein: 10/10 (9.5) Punkte.

Last Man Standing – Season 1

Auch wenn die gelungensten Comedys der letzten Jahre besonders durch innovative Konzepte und Meta-Humor auftrumpfen konnten, sehe ich auch klassische Sitcoms immer noch sehr gerne. Dies liegt wohl in den Anfängen meines Serienkonsums begründet, weshalb sich „Last Man Standing – Season 1“ für mich auch wie eine Zeitreise zurück in die 1990er Jahre anfühlt. Weder innovativ, noch subversiv oder sonderlich spannend – einfach nur nette Unterhaltung für die ganze Familie. Eben wie früher…

Meine erste Sitcom war „Die Bill Cosby Show“ – und ich habe sie trotz äußerst unregelmäßiger Sichtung geliebt. Das nächste große Ereignis stellte dann etliche Jahre später „Friends“ dar und irgendwann nahm ich dann mit, was das Genre sonst noch so hergab. Auch wenn ich nie ein sonderlich großer Fan von „Home Improvement“ – bzw. damals natürlich noch „Hör mal, wer da hämmert“ – war, so habe ich über die Jahre doch bestimmt nahezu alle Episoden der Show gesehen. Heute ist mir die Serie noch in guter Erinnerung, doch nimmt sie in meiner persönlichen TV-Laufbahn keinen sonderlich großen Stellenwert ein.

Warum ich das alles erzähle? Weil „Last Man Standing“ in jeder Hinsicht wie eine nur leicht modernisierte Neuauflage des Tim Allen-Hits aus längst vergangenen Tagen wirkt. Tim Taylor heißt nun Mike Baxter, statt drei Jungs hat er drei Mädchen und statt Binford Tools gibt es Outdoor Man – ansonsten bleibt alles beim Alten. Natürlich sieht die Serie etwas moderner aus und auch die Handlung ist nicht mehr ganz so formelhaft, wie in den 1990er Jahren, doch wirkt diese inoffizielle Fortsetzung gut 10 bis 20 Jahre später doch ziemlich altmodisch – und das sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne.

Überraschungen braucht man als Zuschauer nicht zu erwarten. Der Humor ist harmlos und die Handlung nahezu vernachlässigbar. Dennoch hatte ich stets ein gutes Gefühl bei der Sichtung: Die Serie hat mich in eine nostalgische Wolke eingehüllt und an längst vergangene Tage denken lassen. Genau die richtige Art von Unterhaltung kurz bevor man nach einem stressigen Tag ins Bett fällt. Perfekt zum Runterkommen und Abschalten. Nicht großartig, nicht intelligent, nicht brüllend komisch – einfach nur harmlos und nett. Manchmal reicht das vollkommen: 7/10 (7.3) Punkte.

Castle – Season 4

Auch in diesem Jahr befand sich erstaunlicherweise eine simple Krimiserie unter meinen Serienhighlights. So habe ich mich jede Woche auf die neue Episode von „Castle – Season 4“ gefreut und wurde jedes Mal bestens unterhalten. Was hat die Staffel also im Detail zu bieten? Spannende Fälle, viel Humor, Liebesgeplänkel, eine Zeitreise, Zombies – und natürlich Nathan Fillion.

Gleich zu Beginn der Staffel wird natürlich der Cliffhanger des vorhergehenden Jahres aufgelöst, der zwar schockierend war, doch letztendlich nur einen Ausweg erlaubte. Auch über den Verlauf der Staffel wird die Handlung rund um Detective Becketts Ermittlungen nach dem Mörder ihrer Mutter immer wieder aufgegriffen. Dieser Handlungsstrang gipfelt im Staffelfinale letztendlich in einer erneut äußerst spannenden Episode, welche die Weichen für das kommende Jahr neu stellt – und das in absolut jeder Hinsicht. Man darf also gespannt sein…

Den Großteil machen jedoch auch im vierten Jahr die in sich abgeschlossenen Einzelfälle aus, welche teils wirklich erstaunlich überraschend und oft mit einem inhaltlichen Twist erzählt werden. So werden unsere Helden z.B. mit einer Geistergeschichte konfrontiert, jagen einen selbsternannten Superhelden, werden in einem Banküberfall als Geisel genommen, lösen einen Fall in den 1940er Jahren, finden sich in einem anfangs an „Saw“ erinnernden Szenario wieder, decken eine CIA-Verschwörung auf und flüchten vor einer Zombie-Horde. Für Abwechslung ist also – sowohl für die Ermittler, als auch für uns Zuschauer – auf jeden Fall gesorgt.

Ein weiteres Highlight war für mich als großer „Firefly“-Fan natürlich die Wiedervereinigung von Nathan Fillion und Adam Baldwin, der in einer Episode einen tragenden Gastauftritt in einer Rolle absolvieren durfte, die ihm wirklich auf den Leib geschrieben war. Für mich stellte die vierte Staffel somit noch einmal eine kleine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr dar und ich weiß jetzt schon, dass ich meine wöchentliche Dosis „Castle“ vermissen werde: 9/10 (8.8) Punkte.