One Tree Hill – Season 6

Die Sichtung der jüngsten Staffel meiner momentan liebsten Guilty-Pleasure-Serie hat bisher am meisten Zeit in Anspruch genommen. Ob das daran liegt, dass „One Tree Hill – Season 6“ mehr Episoden zur Verfügung hat als die vorhergehenden Staffeln, um die Handlung zu erzählen, oder an der fallenden Qualität der Serie, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Zu Beginn hat es mir das sechste Jahr in Tree Hill wahrlich nicht leicht gemacht: Im Vergleich zum Vorjahr wurden plötzlich unzählige neue Handlungsstränge aufgemacht, die teils hanebüchener nicht hätten sein können. Speziell die Entführung Dans durch das verrückte Ex-Kindermädchen seines Enkels hat meine Nerven ganz schön strapaziert und ich war mir sicher, dass die Show spätestens damit über den Hai gesprungen war. Glücklicherweise hat sich die Show nach diesem Ausreißer wieder gefangen.

Nach den Anlaufschwierigkeiten, zu denen natürlich auch ein dramatischer Todesfall gehört, hat die Serie in der Mitte der Staffel wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Speziell den Handlungsstrang um die Verfilmung des fiktiven Romans „An Unkindness of Ravens“ fand ich sehr unterhaltsam, was u.a. auch am Auftritt James Van Der Beeks (Dawson Leery, „Dawson’s Creek“) lag – interessanterweise haben etliche Schauspieler aus „One Tree Hill“ eben in genau dessen stilbildender Jugendserie als Gaststars angefangen.

Nach dem starken Mittelteil, der musikalisch u.a. einen Auftritt von Angels & Airwaves zu verbuchen weiß, driftet die Staffel gegen Ende leider wieder in Richtung Drama ab. Das wäre meiner Meinung nach nicht nötig gewesen und hätte ohne die Komplikationen, speziell wenn man den Ausstieg der Hauptcharaktere in der kommenden Staffel bedenkt, für ein versöhnlicheres Ende gesorgt. Dennoch ist das Staffelfinale gelungen und hätte wohl auch als Serienfinale funktionieren können; also eine ähnliche Situation wie nach der vierten Staffel. Auch wenn sich inzwischen eine leichte Müdigkeit einstellt, so bin ich dennoch gespannt was die letzten drei Staffeln noch zu bieten haben: 7/10 (7.4) Punkte.

Damages – Season 4

Nach längerer Pause habe ich mich über die letzten Wochen (fast schon Monate) verteilt immer wieder „Damages – Season 4“ zugewandt. Nachdem mich die erste Staffel des seriell erzählten Anwaltsdramas wirklich gepackt hatte, stellte sich während des dritten Jahres bereits Routine ein – somit war ich gespannt, ob der zeitliche Abstand und der Senderwechsel der Serie gut getan haben…

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Zunächst einmal die negativen Aspekte: Zu Beginn der Staffel war ich wirklich erschrocken wie billig die Serie wirkt. Man merkt das geschrumpfte Budget in nahezu jeder Einstellung: Licht, Drehorte, Sets – alles wirkt teils wie in einer Vorabendserie. Es gibt auch kaum noch Außenaufnahmen mit komplexeren Kamerabewegungen und die Anzahl der Schauplätze hat sich drastisch reduziert. Dadurch wirkt die Serie viel statischer, was auch der Atmosphäre abträglich ist.

Die Handlungs ist durchaus interessant, wenngleich auch zu wenig aus dem Thema gemacht wird. Mit John Goodman hat man einen weiteren famosen Gegenspieler für Glenn Close gefunden, wenngleich beide auch zu wenig Screentime besitzen. Auch wenn bereits die dritte Staffel nicht mehr großartig, sondern nur noch sehr gut war, so ist im vierten Jahr leider ein weiterer Qualitätseinbruch festzustellen.

Vermutlich sollte ich der Serie ihre budgetbedingten Schwächen nicht zu sehr anlasten, doch kann ich auch solche Elemente nur schwer ausblenden. Hinzu kommt ein durchaus routiniert erzählter Fall, der allerdings zu sehr in die persönliche Ebene geht und zu wenig aus der Vogelperspektive betrachtet – größere Themen, was z.B. die Rolle von privaten Militärunternehmen im Auslandseinsatz, werden leider nur am Rande behandelt. Das alles ist nicht schlecht, lässt „Damages“ im vierten Jahr allerings auch in der Maße der nur noch guten Shows verschwinden: 7/10 (7.0) Punkte.

True Detective – Season 1

Auch wenn ich immer über viel zu wenig Zeit jammere, so habe ich mir dennoch knapp 8 Stunden aus dem Kreuz geleiert, um die HBO-Serie „True Detective – Season 1“ zu schauen. Um ehrlich zu sein führte ja auch kein Weg daran vorbei, wurde man als Serienfreund in den letzten Monaten doch permanent an die Show erinnert – und sei es nur, wie kürzlich, zum Bekanntwerden der Besetzung der neuen Staffel. Ist der Hype also gerechtfertigt?

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Um es kurz zu machen: Ja, „True Detective“ ist eine Ausnahmeserie, die man selbst unter erschwerten Bedingungen sehen sollte – in meinem Fall eben gestreckt über drei Wochen, wenn immer mal ein Stunde zwischen 22 Uhr und Mitternacht Zeit war. Rückblickend betrachtet war dies auch genau der richtige Rhythmus, denn hätte ich mehr Zeit zur Verfügung gehabt, wäre ich auch gnadenlos dem Binge-Watching, wie man heute neudeutsch sagt, verfallen. Dies bringt mich auch gleich zum ersten Punkt: Überall liest man mit „True Detective“ haben Serien endgültig das Kino überholt und die erste Staffel dieser Anthologie sei wie ein 8-stündiger Kinofilm. Bezieht man sich dabei rein auf die formalen und inszenatorischen Aspekte, mag das auch stimmen. Inhaltlich hat mich Nic Pizzolatto Serie jedoch eher an einen ausgefeilten Kriminalroman erinnert – umso erstaunlicher, dass es sich um eine originäre Geschichte und keine Adaption handelt.

Die Kino-Assoziation hängt natürlich auch mit den beiden Hauptdarstellern Woody Harrelson und Matthew McConaughey zusammen, die beide wahrlich famos spielen. Ich möchte hier besonders Harrelson hervorheben, der besser spielt denn je. Sein Charakter Marty Hart ist mitsamt all seiner Fehler näher am Zuschauer dran, als McConaugheys unnahbarer Rust Cohle, was seine Leistung umso bemerkenswerter macht. McConaughey spielt natürlich ebenso brilliant, doch liest man von seiner Leistung sowieso überall. Der eigentliche Star ist aber ohnehin das Drehbuch, das zwar Klischees des Cop-Dramas aufgreift, jedoch immer neue Wege zwischen Pulp und Horror findet, und seinen Charakteren dabei den Raum gibt sich glaubhaft zu entfalten. „True Detective“ eben; einen besseren Titel hätte man nicht wählen können.

Typisch für HBO ist die Serie sehr ruhig erzählt, lässt uns Zuschauer jedoch mit einer fast schon unheimlichen Regelmäßigkeit an den Rand des Sofas rutschen, da die nächste Abzweigung in die menschlichen Abgründe nicht nur unsere Hauptfiguren aus der Bahn wirft. Mit seiner von düsterer Ausweglosigkeit genährten Atmosphäre hat mich „True Detective“ stark an den den mitreißenden und ähnlich ruhig erzählten Thriller „Prisoners“ erinnert. Menschen am Rande der Gesellschaft, das ungreifbare Böse mitten unter uns, Leben die von Horror gezeichnet sind. Starker Tobak, den man sich jedoch nicht entgehen lassen sollte. Vielleicht heißt es schon bald: Leg‘ doch mal das Buch zur Seite und schau einmal wieder eine richtig gute Serie! Mal sehen, ob das Konzept in der geplanten zweiten Staffel der Anthologie-Serie ebenso famos aufgeht: 10/10 (9.5) Punkte.

 

One Tree Hill – Season 5

Weiter geht es mit meiner aktuellen Serienbesprechung bzw. Besprechungsserie. Inzwischen bin ich mit „One Tree Hill – Season 5“ im fünften Jahr angekommen – ein stolzer Zeitraum, nach dem man eigentlich erste Abnutzungserscheinungen erwarten dürfte. Das haben sich wohl auch die Macher der Serie gedacht und präsentieren uns einen Neustart…

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Normalerweise steht ein Zeitsprung zwischen zwei Staffeln immer ein wenig für Ideen- und Ausweglosigkeit. Auch bei „One Tree Hill“ musste etwas geschehen, hat doch die Highschool-Zeit im Finale der vierten Staffel für alle Protagonisten ein mehr oder weniger versöhnliches Ende gefunden. Zwar wusste ich von dem Zeitsprung, doch war ich überrascht, dass man die Charaktere gleich über vier Jahre in die Zukunft springen lässt. Auch wenn dies zu Beginn ein wenig ungewohnt (und ehrlich gesagt auch unglaubwürdig) war, so war nach kurzer Zeit der Status quo wieder erreicht: Alle wichtigen Personen sind nach Tree Hill zurückgekehrt und alte Verhaltensmuster warteten nur darauf wieder aufgenommen zu werden.

Normalerweise geht mir das Erreichen des Status quo nach einer tiefgreifenden Änderung völlig gegen den Strich, doch hier funktioniert es irgendwie: Die Änderung bzw. Weiterentwicklung ist groß genug, um für neue Konflikte zu sorgen, und die alten Wunden sind noch frisch genug im Gedächtnis, um weiterhin Relevanz zu besitzen. All dies ist, typisch für „One Tree Hill“, mit einem Übermaß an Dramatik erzählt, jedoch nicht ohne dazwischen immer wieder Momente der Wahrhaftigkeit aufblitzen zu lassen. Auch die eingewobenen Flashbacks in die Zeit der übersprungenen vier Jahre empfand ich als netten Kniff.

Insgesamt hatte ich einen weitaus größeren Abfall in der Qualität befürchtet. Teils wirkt die Handlung erneut unglaublich soapig und abgedreht (z.B. die Hochzeitsfolge „Hundred“), doch macht die Serie auch in diesem Momenten erstaunlich viel Spaß. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mich die Serie so lange bei der Stange halten kann – aber ich bin auch sehr empfänglich für ausgewalzte Indie-Rock-Montagen (z.B. The Verve Pipes „The Freshmen“), die es in beinahe jeder Episode zu bestaunen gibt. Nach dem Finale bin ich auf jeden Fall auf das sechste Jahr gespannt: 8/10 (7.8) Punkte.

Veep – Season 1

Wie Stammlesern dieses Blog bekannt sein dürfte, habe ich ein gewissen Faible für US-Politik in TV-Serien. Insofern sah ich der Sichtung von „Veep – Season 1“ voller Vorfreude entgegen – auch wenn man wohl kein zweites „The West Wing“ erwarten sollte…

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Neben meiner Vorliebe für Washington, D.C. sowie Geschichte, die rund um das Weiße Haus spielen, gibt es für mich noch einen weiteren Grund, warum sich für mich das Einschalten bei „Veep“ ganz besonders lohnt: Julia Louis-Dreyfus spielt die Hauptrolle. Als amerikanische Vizepräsidentin überzeugt sie mit der gleichen sympathischen Schusseligkeit, wie bereits als Elaine Benes in „Seinfeld“ oder Christine Campbell in „The New Adventures of Old Christine“ – nur eben auf einem gänzlich anderen Niveau.

Großartig ist, dass man ihrem Charakter, Vizepräsidentin Selina Meyer, gleichzeitig die Kompetenz abimmt, die (zumindest irgendwie) nötig sein könnte, um dieses Amt zu bekleiden. Mit Tony Hale gesellt sich noch ein weiterer Schauspieler zum Ensemble, den ich seit „Arrested Development“ großartig finde, und der auch eine Bereicherung für „Veep“ darstellt. Leider umfasst diese erste Staffel nur 8 Episoden, was bei einer Laufzeit von jeweils ca. 27 Minuten wirklich nicht viel ist. Gerne hätte ich mehr Zeit mit Selina und Co. verbracht, denn Humor und Charaktere sind wahrlich köstlich: 8/10 (8.4) Punkte.

One Tree Hill – Season 4

Zurzeit gehört die tägliche Sichtung von mindestens einer Episode „One Tree Hill – Season 4“ einfach zum Abendritual. Selbst wenn wir kaum noch die Augen offen halten können, so hilft uns der Besuch in der fiktiven Kleinstadt doch Arbeit, Baustress und Kindersorgen hinter uns zu lassen – wenigstens für 42 herrlich unterhaltsame Minuten…

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Nachdem das dritte Jahr erneut mit etlichen Cliffhangern zu Ende gegangen ist, schickt sich die Serie an diese nach und nach aufzulösen. Immer gerade so schnell, dass man als Zuschauer nicht abspringt. Schon wirklich geschickt gemacht. Als würde dies nicht bereits für ausreichend Drama sorgen, eröffnen die Autoren etliche neue Handlungsstränge, die uns während der gesamten Staffel begleiten werden. Allen voran ist mir besonders Peytons Pseudo-Stalker-Bruder Derek im Gedächtnis geblieben, der uns Zuschauer oft eher in einem Teenie-Slasher wähnen lässt, als in einer Dramaserie. Doch „One Tree Hill“ wäre nicht „One Tree Hill“, hätte man damit bereits den abgedrehtesten Handlungsstrang gesehen.

Speziell der allseits beliebte Dan Scott macht eine unglaubliche Wandlung vom Saulus zum Paulus durch, was man ihm natürlich nicht wirklich abnehmen kann. Dennoch funktioniert diese Wendung erstaunlich gut, was sich besonders in den letzten Episoden der Staffel als geschickter Kniff erweist. Trotz teils wirklich abstrusen Entwicklungen macht die Serie immer noch enorm viel Spaß. Dies liegt wohl auch daran, dass die Autoren genau wissen, was sie da schreiben. In der Episode „It Gets the Worst at Night“ wird es schön auf den Punkt gebracht, als die Gruppe aus Tree Hill auf normale Teenager einer anderen Highschool trifft. Ein großartiger Moment, den man auch nur als Meta-Kommentar verstehen kann. Herrlich!

Auch wenn man die Serie nicht allzu ernst nehmen sollte, so gibt es doch immer wieder Momente, in denen sie alle Sympathien auf ihrer Seite hat. Wie wird der böse Stalker besiegt, der Peyton und Brooke ganz klischeehaft im düsteren Keller gefangen hält? Eben nicht von den starken Jungs, die zur Rettung nahen – die Mädels befreien sich selbst und bringen erfolgreich ihrem Peiniger zur Strecke! So muss das sein, und es ist besonders schön, dies in solch einer scheinbar klischeehaften Teenie-Serie zu sehen.

Für das Finale hatte ich schon Schlimmstes befürchtet, doch es sollte anders kommen: Bei der eröffnenden Montage hatte ich durchgehend eine Gänsehaut, was zugegebenermaßen auch der großartigen Musikwahl geschuldet ist. Mit Lives „Lightning Crashes“ hat man den perfekten Song gefunden – oder eben die perfekte Szenen dazu. Auch im weiteren Verlauf der Handlung ist das Finale fast schon versöhnlich, alle Erzählstränge werden sauber zum Abschluss geführt und die letzten Minuten sind einfach passend und schön. Das hätte auch wunderbar als Serienfinale funktioniert. Dennoch freue ich mich, dass es noch weiter geht – auch wenn bei weitem nicht alle Episoden so stark sind: 8/10 (8.0) Punkte.

One Tree Hill – Season 3

Kaum zu glauben, schon wieder eine Serienstaffel abgeschlossen – inzwischen gehört „One Tree Hill – Season 3“ auch zum allabendlichen Ritual. Selbst wenn wir die Sichtungen aufgrund von Planungsgesprächen (und anderen lustigen Tätigkeiten) oft erst spät abends begonnen hatten, so ließen wir die langen Tage doch meist mit einer Episode ausklingen. Ob das immer ein Vergnügen war, lest ihr in der folgenden Besprechung… Spoiler sind zu erwarten.

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Über den Großteil der Laufzeit setzt „One Tree Hill“ im dritten Jahr konsequent dort an, wo man die Serie am Ende der zweiten Staffel verlassen hat: Die Ehe von Nathan und Haley ist eines der zentralen Themen, weiterhin spielt Lucas‘ Herzkrankheit eine große Rolle, und es gibt – keine Überraschung an dieser Stelle – etliche Paar-Konstellationen, welche kleinere bis größere Dramen zu überwinden haben. Keinesfalls vergessen darf man natürlich Dan Scott, der in einer irrwitzigen Aktion zum Bürgermeister aufsteigt und diese neue Machtposition natürlich schamlos ausnutzt.

Alles beim alten – könnte man zumindest meinen, doch im letzten Drittel schlägt „One Tree Hill“ mit den beiden Episoden „With Tired Eyes, Tired Minds, Tired Souls, We Slept“ und „Who Will Survive, and What Will Be Left of Them“ einen komplett neuen Weg ein. Dies kam für mich sehr überraschend und hätte ich so von der Serie auch nicht erwartet. Das Thematisieren eines Amoklaufs an einer amerikanischen Highschool mag nicht sonderlich innovativ erscheinen, im Rahmen dieses doch meist eher seichten Teenie-Dramas fielen diese Episoden jedoch stark aus dem Rahmen.

Speziell der Ausgang des Amoklaufs war denkwürdig, da es nicht nur den Charakter Dan Scott in einem komplett neuen Licht zeigt, sondern auch den weiteren Verlauf der Serie verändert. Ich weiß bisher noch nicht, was ich vom eiskalten Mord an Keith Scott halten soll. Bisher war Dan eine Figur, die völlig übertrieben geschrieben war, welche jedoch auch Grauzonen aufwies, d.h. es gab durchaus Momente, in denen hätte man dem Bösewicht von Tree Hill tatsächlich ein Gewissen zusprechen können – dies gilt nun nicht mehr: keine Grauzone, nur noch Schwarz und Weiß. Ein interessanter Schritt, der jedoch auch gewisse Möglichkeiten nimmt, die Geschichte weiterzuerzählen.

Weiterhin erwähnenswert ist abermals die musikalische Untermalung: Mit Fall Out Boy und Nada Surf gibt es erneut ein paar bekannte Bands zu sehen. Daneben wird der bisher äußerst generische Score (d.h. wenn gerade keine Pop-Songs zu hören sind) erstmals von Explosions in the Sky eingespielt, was eine wahre Freude ist! Die Post-Rock-Band hatte bereits der Serie „Friday Night Lights“ ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt, und auch „One Tree Hill“ gewinnt atmosphärisch unglaublich durch die neuen Klangwelten. Wäre mein Leben vertont, würden im Hintergrund wohl auch Explosions in the Sky laufen. Einfach großartig!

Das Finale birgt erneut etliche Cliffhanger und zwingt mich vermutlich möglichst bald mit der vierten Staffel zu beginnen. Das dritte Jahr fand ich bisher am gelungensten, weil die Abstimmung der Charaktere aufeinander inzwischen perfektioniert wurde, und sich die Autoren dieses Mal auch etwas mehr getraut haben. Ob die Richtung, in die sich die Serie nun entwickelt, tatsächlich über mehrere Staffeln trägt, wird sich allerdings noch zeigen müssen: 8/10 (8.1) Punkte.

One Tree Hill – Season 2

Wie zu erwarten habe ich auch „One Tree Hill – Season 2“ in kürzester Zeit verschlungen. Trotz etlicher Filmsichtungen während meines Urlaubs, wollten wir auf einen kurzen Abstecher nach Tree Hill nicht verzichten. Ob sich die Serie im Vergleich zu ihrem ersten Jahr steigern konnte, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Nachdem die erste Staffel mit mehr Cliffhangern endete als das durchschnittliche „Lost“-Staffelfinale, gaben sich die Autoren größte Mühe den Status quo möglichst schnell wieder herzustellen. Typisch für Drama-Serien dieser Art. Trotz dieses auf Dauer etwas nervigen Schachzugs, wurde ich schnell wieder in die Handlung hineingezogen. Nachdem ich zu Beginn befürchtete Dan Scott hätte aufgrund seiner Krankheit an Biss verloren, wurde ich schnell eines besseren belehrt: Der Meister der Manipulation ist zurück – und das stärker denn je! Es ist einfach großartig, wie konsequent die Autoren diese Figur mit allen Charaktereigenschaften eines typisch klischeehaften Filmbösewichts ausgestattet haben. Herrlich!

In der sonstigen Handlung wird es auch dramatischer, da Beziehungen auf dem Spiel stehen, Figuren von ihrer Vergangenheit eingeholt und auch neue Charaktere eingeführt werden. Auch wenn „One Tree Hill“ oft sehr durchschaubar bleibt, so ist der Rhythmus, in dem gewisse Ereignisse passieren bzw. Figuren wieder auftauchen, einfach perfekt gewählt. Auch wenn dies stets negative Assoziationen weckt, so haben die Showrunner den süchtig machenden Soap-Opera-Stil in dieser Serie perfektioniert.

Herausragend fand ich erneut die Musikwahl. So viele tolle Bands, so viele perfekte Montagen, von denen mir besonders der Einsatz von Jimmy Eat Worlds „23“ in der Episode „Don’t Take Me for Granted“ in Erinnerung geblieben ist. Kein Wunder also, dass die Episode „The Tide That Left and Never Came Back“ mein persönliches Highlight war: Die gesamte Episode wird parallel zu einem Jimmy Eat World-Konzert erzählt, was absolut großartig ist und auch schön mit der Handlung verknüpft wurde. Fantastisch!

Das Finale zieht dann wieder alle Register in Sachen Cliffhanger; fast schon zuviel des Guten, aber doch irgendwie passend – und dabei einfach unglaublich unterhaltsam. In all dem Beziehungschaos, den leichteren Momenten und dem teils aufgesetzt wirkenden Drama, hat die Serie inzwischen ihre Balance gefunden. Sie funktioniert und die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen. Zwar kein zweites „Friday Night Lights“, doch wunderbare Unterhaltung für verregnete Abende: 8/10 (7.9) Punkte.

Cougar Town – Season 4

Im Comedy-Bereich habe ich meinen „3rd Rock from the Sun“-Marathon zurzeit für eine andere Serie unterbrochen. Eigentlich hatte ich für „Cougar Town – Season 4“ gar nicht mehr so hohe Erwartungen, doch während der Sichtung musste ich abermals feststellen, wie gut diese Serie inzwischen einfach funktioniert. Der Senderwechsel hat ihr glücklicherweise nicht geschadet…

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Man hätte ja vermuten können, dass die Serie nach dem Wechsel von ABC zu TBS (z.B. „Men at Work“) irgendwie an Qualität verlieren würde. Ich schaue parallel die vierte Staffel von „Damages“ und diese hat mit dem Wechsel von FX zu DirecTV nach der dritten Staffel deutlich an Produktionsqualität eingebüßt. Auf „Cougar Town“ trifft dies jedoch nicht zu und somit stehen neuen Abenteuern mit der Cul-de-Sac-Gang nichts im Wege. Darüber freue ich mich sehr!

Inhaltlich steht das Eheleben von Jules und Grayson im Mittelpunkt, was für etliche Lacher sorgt. Von fehlender Spannung, da sie jetzt ja verheiratet sind, ist glücklicherweise nichts zu spüren. Diese findet man nun auch zwischen Travis und Laurie, was in meinen Augen allerdings ein wenig aufgesetzt wirkt. Am besten funktioniert die Serie immer noch dann, wenn die Gang einfach nur nichts macht und sich wunderbare Wortgefechte liefert oder Nachbar Tom durch den Kakao zieht. Herrlich fand ich z.B. die Episode „You Tell Me“, in der direkt Bezug auf etliche „Seinfeld“-Gags genommen wird. Toll!

Insgesamt sind die 15 Episoden der vierten Staffel abermals lockere Unterhaltung, die sich weder ernst nimmt, noch besonders hip sein will. Wunderbar sympathisch geschrieben und gespielt. So kann es gerne noch weitergehen – auch auf TBS: 8/10 (8.0) Punkte.

One Tree Hill – Season 1

Nachdem die letzte Serienbesprechung bereits über einen Monat zurückliegt, startet mit diesem Eintrag ein neuer Serienmarathon, den ich so eigentlich nicht geplant hatte. Wohlige Erinnerungen an eine der Serien meiner Jugend, ein guter Preis und und der Bedarf an entspannender Unterhaltung im Feierabend haben „One Tree Hill – Season 1“ in den letzten Wochen zur Serie der Wahl gemacht. Da müsst ihr jetzt durch, liebe Leser!

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Während der Sichtung dieser ersten Staffel habe ich eine interessante Korrelation zwischen dem Konsum von TV-Serien und meinem sonstigen Leben festgestellt: Geht alles seinen gewohnten Gang, sprich dominiert der Alltag Job und Privatleben, dann habe ich eine Vorliebe für aufregende Geschichten, die auch gerne spannend und düster sein dürfen. Stehe ich dagegen unter Anspannung, wie aufgrund der Hausplanungen zurzeit eigentlich dauerhaft, dann besuche ich gerne unaufgeregte Serienwelten – und um eine solche handelt es sich bei „One Tree Hill“.

Wenn man die Serie beschreiben mag, dann wohl als eine Mischung aus „Dawson’s Creek“, „Gilmore Girls“ und „Friday Night Lights“. Wie in der stilbildenden Jugendserie rund um Dawson Leery aus den späten 90er Jahren, steht eine Gruppe von Teenagern im Mittelpunkt, die versucht ihren Platz im Leben und der Liebe zu finden. Interessanterweise hatten etliche Darsteller von „One Tree Hill“ zuvor Gastauftritte bei „Dawson’s Creek“ und ihre Charaktere wirken, wie ihre Vorbilder, ebenfalls deutlich zu reif für ihr Alter. An „Gilmore Girls“ erinnert dagegen die Mutter-Sohn-Beziehung sowie die verhinderte Liebe zwischen Karen und Keith (analog zu Lorelei und Luke). Der starke Highschool-Sport-Fokus lässt dagegen an das drei Jahre später gestartete „Friday Night Lights“ denken.

Ich war bei der Sichtung wirklich erstaunt, wie altmodisch bzw. fast schon klassisch die Serie wirkt, wenn man sie mit neueren Produktionen vergleicht. Es schwingt eine gewisse Naivität mit, was Inszenierung und auch Dramaturgie angeht, die einem erst einmal bewusst werden lässt, dass seit der Erstausstrahlung bereits über 10 Jahre vergangen sind. Ich empfand das als angenehm, da das Zeitgefühl der frühen 2000er Jahre, unterstützt durch die passende Alternative-Rock-Untermalung, dadurch recht gut transportiert wird. Ist eben doch schon ein wenig her.

Was die Handlung angeht, so bekommt man das, was man auch erwartet: Coming-of-Age, Highschool, Sport, Sex und Liebe sind die beherrschenden Themen – und bilden damit auch den Rahmen für die Versatzstücke der gestreiften Genres. Erstaunlicherweise sind die jugendlichen Charaktere allesamt glaubwürdiger und besser geschrieben, als die Erwachsenen der Serie. Speziell Dan, der Vater der beiden Hauptcharaktere, wird so abgrundtief böse gezeichnet, dass es in seiner übertriebenen Klischeehaftigkeit manchmal schon unfreiwillig komisch wirkt. Dies besitzt jedoch einen erstaunlich großen Unterhaltungswert, dem man der Serie ohnehin nicht absprechen kann.

Ich für meinen Teil war bereits nach ein paar Episoden angekommen in Tree Hill. Die heimelige Kleinstadtatmosphäre, gepaart mit (größtenteils) sympathischen Charakteren und unterhaltsamen Handlungsbögen, verlockt stets weiterzuschauen – der berühmte Soap-Opera-Effekt eben, der für mich z.B. bereits bei „Brothers & Sisters“ funktioniert hat. Die erste Staffel von „One Tree Hill“ weiß glücklicherweise auch abseits ihres Guilty-Pleasure-Charmes zu unterhalten und macht Lust auf mehr: 8/10 (7.8) Punkte.