Lifted

Gestern habe ich es nun endlich ins Kino geschafft, um „Ratatouille“ zu sehen. Zu Beginn gab es – wie für Pixar üblich – einen Kurzfilm. Nachdem ich mich damals bei „For the Birds“ beinahe weggeschmissen hätte vor Lachen, war ich mehr als gespannt auf „Lifted“ – ein Film, der die Essenz der Animation einfängt und eine perfekte Studie in Sachen Timing darstellt.

lifted.jpg

So sehr ich auch die abendfüllenden Pixarfilme liebe, so sehr überraschen mich dann gerade immer die vorangestellten Kurzfilme. Hier wird die zugrunde liegende Situation stets 100%ig ausgenutzt. Die Charaktere müssen sofort beim Zuschauer ankommen und es darf sich nicht mit langen Erklärungen aufgehalten werden. Die Animation muss zudem punktgenau sitzen und die Vorstellung die der Zuschauer von den Charakteren hat unterstützen. „Lifted“ macht all dies par excellence.

Angehende Animatoren können von den Kurzfilmen der erfolgreichen Animationsschmiede unglaublich viel lernen. Hier versteckt sich die reine Essenz. „Lifted“ hat mich wirklich ausgezeichnet unterhalten, wenngleich er es auch nicht schafft auf den Spitzenplatz der animated shorts zu kommen: 9/10 Punkte.

The Abyss – Special Edition (1989)

Aktualisierung: Ich habe „The Abyss“ am 30. Mai 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Wie bereits unzählige Male erwähnt liebe ich Filme die am, im oder unter Wasser spielen. Nicht nur deshalb ist James Camerons „The Abyss – Special Edition“ einer meiner ältesten und beständigsten Lieblingsfilme. An die Erstsichtung erinnere ich mich noch ganz genau: Es war während der Schulzeit, meine Eltern waren verreist und ich hatte sturmfrei. Folglich waren einige Freunde im Haus und es wurden bis in die Nacht Filme geschaut, es wurde gegessen, getrunken und gelacht. Eine Erinnerung aus einer völlig sorgenfreien Zeit, in der man noch die ganze Zukunft vor sich hatte. Vielleicht schaue ich „The Abyss“ deshalb oft, bevor ein einschneidendes Erlebnis stattfindet.

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

The Abyss (1989) | © Walt Disney / LEONINE

Der Film gewinnt bei mir schon alleine aufgrund seines Settings. Im Wasser. Mitten im Meer. Tiefseegräben. Was will man mehr? Hinzu kommt ein sehr gelungener Spannungsaufbau und eine Inszenierung, wie sie nur von James Cameron kommen kann. Alles wirkt sehr realistisch und authentisch, wenngleich man sich doch klar darüber ist, dass es sich um einen Sci-Fi-Film handelt. Dies ist Cameron – in meinen Augen – bereits bei „ALIENS“ gelungen und trägt viel dazu bei, dass man in die Geschichte hineingesogen wird. Die perfekte Unterhaltung.

Große Pluspunkte sammelt der Film durch seine beinahe schon epischen Unterwasserszenen. Man merkt einfach, dass hier wirklich im Wasser gedreht wurde. Alles wirkt handgemacht und irgendwie natürlich. Doch auch in Sachen VFX kann der Film überzeugen: Der Wassertentakel war damals (1989) absolut state of the art – „Terminator 2“ kam mit seiner metallischen Fluidsimulation erst ca. zwei Jahre später!

Die Geschichte ist absolut packend – selbst bei der dutzendsten Sichtung – und kann selbst am Ende voll und ganz überzeugen. Manche Zuschauer mögen sich ja an dem überglücklichen Ende stören, doch für mich passt das sehr gut zum restlichen Film. Auch die Botschaft finde ich schön – zwar nicht sonderlich innovativ, aber schön. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich den Film nur in der längeren Special Edition kenne und die Kinofassung bisher nicht angeschaut habe – vermutlich würden mir zu viele Szenen einfach fehlen.

Die Schauspieler sind allesamt gut gewählt. Ed Harris und Mary Elizabeth Mastrantonio harmonieren erstklassig miteinander und spielen auch die Extremsituationen absolut glaubwürdig. Der Cameron-Spezi Michael Biehn darf dieses Mal den Bösewicht mimen, wobei er auch recht erfolgreich ist. Der bombastische Score trägt viel zur epischen Atmosphäre bei und unterstützt die Handlung, wo er nur kann.

Fazit

„The Abyss“ ist bei mir über jeden Zweifel erhaben. Einer meiner ewigen Lieblingsfilme. Für Wasserratten – auch wenn nur filmische – besteht Sichtungspflicht: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Napoleon Dynamite (2004)

Mit der Erstsichtung von sogenannten Kultfilmen ist es schwierig. Besonders wenn man den Film anscheinend nur lieben oder hassen kann. Ein solcher Fall ist auch der Überraschungshit „Napoleon Dynamite“ von Jared Hess. Die Erwartungen waren extrem hoch und konnten leider nur bedingt erfüllt werden – und das obwohl der Film eigentlich alles hat was es braucht, um mir zu gefallen.

napoleondynamite.jpg

Die grundlegende Idee macht mir den Film schon einmal sympathisch. Außenseiter werden in ihrer eigenen Welt gezeigt. Anders als sonst strotzen sie geradezu vor Selbstvertrauen. Sie ziehen ihr Ding durch und lassen sich durch nichts und niemanden beeindrucken. Ein netter Ansatz. Ihre Umwelt reagiert meist natürlich befremdlich und die Highschoolwelt wird einmal mehr als Klassengesellschaft gezeigt. Anders als im thematisch ähnlichen – und meiner Meinung nach gelungeneren – „Willkommen im Tollhaus“ von Todd Solondz ignorieren die Außenseiter die Anfeindungen ihrer Umwelt und zeigen auch keinerlei emotionale Reaktion.

Selbst wenn man „Napoleon Dynamite“ als reine Komödie ohne tieferen Sinn sieht, offenbaren sich durch die distanzierten Verhaltensweisen der Charaktere einige Schwächen. Man sieht nie wirklich was in den Figuren vorgeht. Ihnen – besonders Napoleon und Pedro – scheint alles egal zu sein. Dies zeigt sich auch im Schauspiel: Jon Heder (Napoleon) sieht den gesamten Film über so aus, als würde er schlafen. Selbst bei den seltenen Gefühlsausbrüchen wirkt er wie auf Beruhigungsmitteln. Mir ist durchaus bewusst, dass dies so gewollt ist, doch fällt es mir dadurch sehr schwer mich mit der Figur zu identifizieren.

Der Humor des Films ist teils wirklich gelungen, teils nicht. Zumindest nicht für mich. Über weite Strecken plätschert die Handlung vor sich hin und es passiert nichts, was man nicht schon zu genüge in anderen Highschool-Komödien gesehen hätte. Da helfen auch die außergewöhnlichen Charaktere nichts. In der weiblichen Hauptrolle gibt es übrigens Tina Majorino (Mac aus „Veronica Mars“) zu sehen.

„Napoleon Dynamite“ ist einer der Kultfilme, bei denen ich den Hype zwar bis zu einem gewissen Maße nachvollziehen kann, der mich persönlich aber einfach nicht packt. Die Grundidee ist nett, die Umsetzung dagegen nicht nach meinem Geschmack. Für mich kein Fall von lieben oder hassen. Für mich einfach nur nett: 6/10 Punkte.

Felicity – Season 2

Im Zuge der aktuellen Serien-Sichtungen habe ich nun auch „Felicity – Season 2“ beendet. Die Serie macht genau dort weiter, wo man sie nach der ersten Staffel verlassen hat. Die Rückkehr an die NYU fällt folglich leicht, doch mit der Zeit muss man sich mit Felicity an einige neue Situationen gewöhnen.

felicity_s02.jpg

Nachdem die Beziehung mit Ben in die Brüche geht kommt es zur ersten großen Veränderung: Felicity bekommt einen neuen Haarschnitt. Nebensächlich? In diesem Fall nicht, denn mit demWegfall der Lockenpracht wird die Hauptfigur auch deutlich erwachsener und wirkt nicht mehr so zerbrechlich, wie noch im Jahr zuvor. Nachdem man sich als Zuschauer an die neue Frisur und die neue Situation gewöhnt hat, kommt es auch schon zu den ersten Dramen: Felicitys Eltern lassen sich scheiden, Noels Freundin ist schwanger, Julies Musikproduzent ist nur an ihrem Körper interessiert etc.

In der Mitte der Staffel fand ich die Schicksalschläge dann auch etwas zu gehäuft. Es haben die lockeren Einschübe gefehlt und die Geschichten haben sich – meiner Meinung nach – etwas im Kreis gedreht. Nachdem diese Phase überwunden wurde, gab es u.a. mit Docuventary I+II ein paar klasse Episoden. Überhaupt fand ich es schön, dass Nebencharaktere – wie Sean oder Meghan – mehr in den Vordergrund gerückt sind.

In der außergewöhnlichen Episode Help for the Lovelorn lernen wir dann endlich, was es mit Meghans Box auf sich hat. Diese Handlung wird in Form einer „Twilight Zone“ ähnlichen Geschichte erzählt, die zwar aus der Rahmenhandlung herausfällt, aber dennoch wichtige Probleme der Figuren aufgreift. Stilistisch wunderbar und ein toller Einfall augenzinkernd das Mysterium um die geheimnisvolle Schachtel aufzulösen.

„Felicity – Season 2“ macht erneut viel Spaß. Einzig die Anhäufung der Dramen im Mittelteil fand ich nicht so gelungen. Das beständige Wechselspiel mit Ben muss man in solch einer Serie wohl akzeptieren, wenngleich ich es etwas schade finde, dass es kaum mehr wirkliche Kommunikation zwischen Felicity und Noel gab. Immer noch ein fabelhaftes Vergnügen: 8/10 Punkte.

The Office (US) – Season 3

Viel Freizeit, mäßiges Wetter und eine grandiose Serie haben dazu geführt, dass mein TV in den letzten Tagen heiß gelaufen ist. So wie „The Office (US) – Season 3“ habe ich wohl noch keine Serie verschlungen. Unglaublich.

office_s02.jpg

Qualitativ konnte sich die Serie – im Vergleich zu den ersten beiden Staffeln – fast noch einmal steigern. Das hätte ich kaum für möglich gehalten und es spricht für die Autoren der Serie, die einerseits viele neue Elemente einbringen und doch die bestehenden Handlungen und Figuren nicht vernachlässigen. Durch das Zusammenlegen von Scranton mit einer weiteren Niederlassung kommt neues Blut in Michael Scotts Königreich, was für Abwechslung sorgt. Besonders Andy Bernard erweist sich als grandioser Gegenpart zu Dwight K. Schrute – der Kampf um die Position des Assistant Regional Managers ist eröffnet!

Besonders hervorzuheben ist die Figur des Creed, der in „The Office“ eine ähnliche Position einnimmt, wie Locke in „Lost“ – nach reichlichem Überlegen erscheint mir dieser Vergleich gar nicht so weit hergeholt. Steve Carell liefert wieder Glanzleistungen am laufenden Band ab und auch alle anderen Darsteller wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. Unzählige Anspielungen auf popkulturelle Phänomene – von „Harry Potter“ bis zu „Battlestar Galactica“ – lassen „The Office“ noch einen Tick sympathischer erscheinen.

„The Office“ ist nach wie vor grandiose Unterhaltung. Schade nur, dass es nun erst einmal vorüber ist. Bis es weiter geht werde ich wohl einmal einen Blick ins Original riskieren, wenngleich ich befürchte, dass DUNDER MIFFLIN ungeschlagen bleiben wird. Fantastisch: 10/10 Punkte. ‚That’s what she said!‘ (Michael Scott)

Surprise!

Der Kurzfilm „Surprise!“ von Veit Helmer (damals noch Student an der Hochschule für Fernsehen und Film München) war bei der Kinoauswertung Vorfilm von Tom DeCillos „Living in Oblivion“. Eine wunderbare Einleitung in die skurille Welt des Filmemachens.

Zunächst sticht besonders der Look des Films hervor: Er wurde Frame für Frame handcoloriert. Dadurch ergibt sich eine beinahe schon surreale Atmosphäre, die die Handlung des Films perfekt unterstützt. Die Geschichte selbst ist toll ausgeführt und bietet den – für Kurzfilme obligatorischen – Überraschungseffekt am Ende. Wirklich sehr unterhaltsam und schön anzusehen: 9/10 Punkte.

Living in Oblivion (1995)

Tom DiCillos „Living in Oblivion“ habe ich zum ersten Mal gesehen als ich selbst noch keine Ahnung vom Filmemachen hatte. Damals hat mich der Film recht gut unterhalten und ich war von der dynamischen Atmosphäre und der ungewöhnlichen Erzählstruktur angetan. In der Zwischenzeit habe ich selbst etwas praktische Erfahrung sammeln können, was die Satire auf die Arbeitsweise bei einem Filmdreh noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

„Living in Oblivion“ ist eine absolute Low-Budget-Produktion. Mit der Unterstützung von Freunden und Bekannten ist es Tom DeCillo gelungen, ein Budget von 500.000 Dollar zusammenzukratzen. Man merkt dem Film seine unabhängige Produktionsweise an. Aber nicht, weil er weniger professionell wäre, sondern weil das Thema in keiner großen Hollywood-Produktion Platz gefunden hätte. Es gibt unzählige Anspielungen auf den Starwahn der Traumfabrik und diverse andere Spitzen gegen Big-Budget-Produktionen. Dabei wird der unabhängige Film jedoch keinesfalls verschont, was das Werk unglaublich sympathisch erscheinen lässt.

Die Dynamik am Set ist – neben diversen technischen Hürden – das Hauptthema des Films. Man merkt deutlich, dass sich DeCillo in seiner Branche auskennt. Jede Nebensächlichkeit wird auf die Spitze getrieben – und sei es nur das Mikro, das einmal wieder ins Bild hängt. Starallüren sind an der Tagesordnung und bringen den Regisseur an den Rande eines Nervenzusammenbruchs. Durch die Erzählstruktur des Films wird die übertriebende Darstellung etwas abgeschwächt, was der Glaubwürdigkeit letztendlich zugute kommt.

„Living in Oblivion“ macht verdammt viel Spaß. Die Darsteller (u.a. Steve Buscemi und Catherine Keener) sind pefekt gecastet und liefern – im Rahmen der Handlung – eine absolut glaubwürdige Leistung. Für Leute, die auch nur annähernd mit der Film- bzw. Videoproduktion vertraut sind – und sei es nur im Amateurbereich – bietet die Satire noch einmal einen deutlichen Mehrwert. Eine kleine Perle des Independant-Kinos: 9/10 Punkte.

Split Second

In meiner Jugend habe ich mir ganz gerne B-Movies angeschaut. Man hatte (zu) viel Zeit und neue Entdeckungen wurden im Freundeskreis schnell als Kultfilm gehandelt. Aus dieser Zeit stammt auch „Split Second“ – ein spaßiger B-Movie mit dem stets sympathischen Rutger Hauer. Die letzte Sichtung liegt nun bestimmt schon 10 Jahre zurück und dementsprechend hat sich auch meine Sichtweise geändert.

Den ersten Teil finde ich nach wie vor wirklich gut. Im London des fiktiven Jahres 2008 herrscht eine bedrückende Atmosphäre. Durch die Klimaerwärmung ist die Themse über ihre Ufer getreten und London befindet sich unter ständigem Hochwasser. In dieser düsteren Welt spielt Rutger Hauer einen zynischen Cop, der einen brutalen Serienkiller verfolgt. Unterstützt wird er dabei von einem neuen Kollegen. Im Verlauf des Films wandelt sich die Handlung zu einem „ALIEN“-Ripoff, was den Film heute eher etwas lächerlich erscheinen lässt.

Die Geschichte bewegt sich irgendwo zwischen „Bladerunner“ und „ALIEN“. Die Figuren agieren dabei wie in einem Buddy-Movie, was dem Film einen humorigen Unterton gibt. All das wirkt leider sehr uneigenständig und zusammengeklaut, wobei der Film – für einen B-Movie – durchaus gut geschriebene Figuren zu bieten hat. Das Set-Design gefällt mir auch sehr gut. Man sieht den Locations das niedrige Budget nicht zwangsweise an. Bei der Kreatur merkt man es dafür mehr als deutlich, wodurch der Film für mich am Ende auch nicht mehr so recht funktionieren will.

Der Kultfilm aus meiner Jugend ist heute leider wirklich nur noch ein nett anzusehender B-Movie. Ich mag die düstere Atmosphäre, die Charaktere und natürlich Rutger Hauer. Übrigens spielt Kim Cattrall („Sex and the City“) die weibliche Hauptrolle. Netter Sci-Fi-Trash, den man jedoch nicht zu ernst nehmen sollte: 5/10 Punkte.

Lost in Translation (2003)

Die Sichtung von Sofia Coppolas „Lost in Translation“ habe ich lange hinausgeschoben. Viel zu lange. Ich hatte befürchtet, dass der Film übermäßig gehypt wurde, da er das neue Projekt von Francis Ford Coppolas Tochter war. Gestern jedoch war es endlich soweit und ich muss mich den Lobeshymnen anschließen: Ganz großes Kino!

Bei manchen Filmen kann man nicht wirklich erklären, warum man sie so gut findet. Meist sind das Filme, die über den reinen gut finden Status hinaus gehen. Man liebt diese Filme. Oft ist die Geschichte eines Films besonders beeindruckend oder die Inszenierung oder die visuelle Kraft oder etwas ganz anderes. In seltenen Fällen passt das alles zusammen und ergibt ein grandioses Gesamtbild. Und in noch selteneren Fällen packt einen der Film emotional. Man fühlt sich – auch wenn es nun kitschig klingt – tief berührt und irgendwie verstanden. Zu diesen Filmen gehört für mich z.B. „Garden State“ – und seid gestern nun auch „Lost in Translation“.

Der Film handelt von zwei Personen in einer fremden Umgebung. Zwei Personen die sich finden. Die sich brauchen. Die mehr für einander sind als nur Freunde. Mehr als nur eine Affäre. Sofia Coppola gelingt die Darstellung dieser zerbrechlichen Beziehung ganz wunderbar. Ich denke es ist nicht einfach ganau das einzufangen, was hier gezeigt wird. Es funktioniert. Sehr gut sogar. Dies liegt selbstverständlich auch an den tollen Darstellern: Bill Murray („Die Tiefseetaucher“) und Scarlett Johansson. Unglaubliche Leistungen. Absolut glaubhaft gespielt. Wunderschön.

Für mich hat sich „Lost in Translation“ unter meinen Lieblingsfilmen etabliert. Schon jetzt freue ich mich auf die nächste Sichtung und ich werde oft an den Film denken. Sehr oft. Schön, wenn solch herausragende Sichtungen so überraschend kommen. Unbedingt sehenswert: 10/10 Punkte.

The Office (US) – Season 1 & 2

In der letzten Wochen habe ich „The Office (US) – Season 1 & 2“ verschlungen. Eigentlich hat mich die Serie nie sonderlich gereizt. „Stromberg“ fand ich zwar recht sehenswert, doch auch nicht überragend. Dank der beständigen Empfehlung durch Inishmore (danke!) habe ich mich dann doch an die Serie gewagt. Das Ergebnis waren die lustigsten Fernsehstunden, die ich seit langem erleben durfte.

Was hat die US-Version von „The Office“, das die deutsche Ausgabe nicht hat? Vermutlich trifft sie eher meinen Humor. Christoph Maria Herbst ist als Bernd Stromberg zwar wirklich genial, doch würde ich Steve Carrell als Michael Scott jederzeit den Vorzug geben. Dies liegt vermutlich daran, dass „Stromberg“ zu nahe an der Realität ist. Der Leiter der Schadensregulierung hat nichts auf die Reihe bekommen und war oft einfach nur unfähig und eher eine tragische, denn eine komische Figur. Dies gilt für die ganze Abteilung der CAPITOL.

Bei DUNDER MIFFLIN dagegen ist alles etwas extremer. Die Realität wird weit mehr verzerrt als beim deutschen Pendant. Die Serie ist näher an der kassischen Sitcom – einem Genre, das ich liebe. Ein weiterer wichtiger Punkt: „Stromberg“ hat für mich keine Identifikationsfigur geboten. Bei „The Office“ habe ich immerhin Jim. Jim und Pam. Die Seifenoper der Serie. Doch gerade diese Liebesgeschichte hat es mir angetan. Die Dynamik zwischen den Figuren ist wunderbar und – das wichtigste – für mich absolut nachvollziehbar.

Das Wichtigste jedoch: Ich liebe den Humor. Ich liebe ihn wirklich. Die Assistant to the Regional Manager-Sache. Oder als Michael Scott auf die Frage, warum er die anstehende Entlassung bis zu Halloween hinauszögert, antwortet: ‚Because it’s scary!‘ – als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Ich musste zurückspulen, da ich die nächsten Szenen vor Lachen verpasst hatte.

Wichtig ist bei den Charakteren jedoch, dass diese nicht zu reinen Witzfiguren verkommen. Michael rettet so manche Situation erstaunlich souverän und auch im Kontakt mit Kunden hat er weit mehr auf dem Kasten, als z.B. Bernd Stromberg. Man fragt sich nicht so oft, wie es solch einer so weit gebracht hat. Das macht die Figur für mich irgendwie glaubwürdiger.

Ich könnte nun noch viel schreiben. Besonders über Dwight Schrute und die grandiosen schauspielerischen Leistungen aller Darsteller. Doch macht euch lieber selbst ein Bild. Es lohnt sich: 10/10 Punkte.

Übrigens habe ich Ricky Gervais gegenüber nun fast ein schlechtes Gewissen, da ich das Original immer noch nicht gesehen habe. Einigen Ausschnitten nach zu urteilen wird mir die US-Version jedoch stets die liebste bleiben.