Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2″ am 1. Januar 2026 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Das war es dann also. Die wohl langlebigste High-Budget-Filmreihe hat mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ nach 10 Jahren ihr Ende gefunden. J. K. Rowlings Zauberschüler wurde von vielen belächelt und von noch mehr geliebt. Unbestreitbar ist jedoch, dass er auch im Kino einen Eindruck hinterlassen hat. Zusammen mit der „Der Herr der Ringe“-Trilogie sorgte er für einen Aufschwung im Fantasy-Genre und ist somit aus der Geschichte des populären Kinos nicht mehr wegzudenken.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Wie bereits beim ersten Teil des Finales habe ich es dieses Mal nicht geschafft, mir im Vorfeld die Vorgänger zur Auffrischung der Geschehnisse anzusehen. Somit wurde ich recht unvorbereitet in die Geschichte hineingeworfen, denn auch die Romanvorlage war mir nur noch sehr dunkel in Erinnerung. Da auch die Handlung direkt an den vorangegangenen Film ansetzt, gibt es keine Verschnaufpause und ehe man sich versieht, befindet man sich zusammen mit Harry, Hermine und Ron im Endkampf. Der großen Schlacht um Hogwarts. Harry Potter gegen Voldemort. Dann ist es tatsächlich vorbei. Ich konnte es wirklich kaum glauben bis hier einen gut zweistündigen Film gesehen zu haben.

Auch wenn ich die Aufsplittung des finalen Romans in zwei Filme nur befürworten kann, so leidet die Erzählstruktur doch ziemlich und besonders dieser letzte Teil mag für sich alleine genommen seine gewünschte Wirkung nicht so recht entfalten. Für mich hat es zu lange gedauert wieder in dieser magischen Welt anzukommen. Bevor ich mich eingefunden hatte, ging die Schlacht auch schon los. Vermutlich hätte ich tatsächlich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ direkt im Vorfeld noch einmal sichten müssen, um das volle Erlebnis zu erfahren. So gab es zwar mitreißende Kämpfe und auch einige wirklich emotionale Szenen zu bewundern, die mich allerdings nicht so sehr mitgerissen haben, wie ich es mir erhofft hatte.

Mit David Yates Inszenierung bin ich erneut recht zufrieden. Im Gegensatz zum Vorgänger erlaubt er sich keine Experimente und setzt deutlich mehr auf Action, doch was will man bei einem zweistündigen Showdown auch erwarten? Sehr gelungen fand ich die ruhigeren Szenen, wie z.B. Harrys Zusammentreffen mit seinen Eltern, Sirius und Remus im Wald. Hier wurde die Vorlage tatsächlich lebendig. Leider gab es zu wenige dieser Verschnaufpausen, was natürlich auch der Struktur des Films geschuldet ist. Insgesamt ein gelungener Film, der in meinen Augen dennoch zu den schwächsten Verfilmungen zählt. Eine qualitative Gesamteinordnung werde ich mir allerdings erst nach der Wiederholungssichtung der kompletten Reihe erlauben.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur gesehenen 3D-Fassung: Ich bin ja kein großer Fan des aktuellen Trends. Einige Einstellungen haben von dem Effekt profitiert, in anderen war er kaum wahrnehmbar und in manchen Szenen hat er gestört. Um 3D richtig zu erleben, müsste man eben auch für 3D drehen. Dann jedoch hätten wir ein Filmerlebnis, das in 2D aufgrund der fehlenden Tiefenschärfebetonung nicht mehr funktionieren würde. Man dürfte nicht zu schnell schneiden etc. Ich glaube man verpasst nicht viel, wenn man den Film nur in der normalen Fassung sieht und ich freue mich bereits auf die Heimkinoauswertung, mit der ich den Film ohne quatschende Teenager und einer zweiten Brille auf der Nase genießen kann.

Fazit

Alle Freunde der Reihe werden den Film vermutlich sowieso schon gesehen haben. Ich bin nun gespannt, wie sich die Saga für die kommenden Generationen präsentieren wird. Auf jeden Fall beneide ich jetzt schon meine Tochter, dass sie alle sieben Romane in einem Rutsch durchlesen kann. Was aus den Filmen wird? Für mich werden sie immer ein wichtiger Teil meines persönlichen Filmuniversums sein, haben sie mich doch über 10 sehr prägende Jahre meines Lebens begleitet. Auch das Finale ist gelungen und ich bin gespannt, ob es in Zukunft noch in meinem Ansehen wächst: 7/10 Punkte.

Knight and Day – Extended Cut (2010)

Schon lange habe ich mich nicht mehr dazu hinreißen lassen einen Film nur aufgrund seines günstigen Preises zu kaufen. Bei der Blu-ray von „Knight and Day“ für knapp 5 Euro konnte ich dann aber doch nicht widerstehen – und das obwohl mich der Film eigentlich so gar nicht interessiert hat. Meine Erwartungen waren somit nicht allzu hoch und wurden dennoch nicht erfüllt. Manche Filme sollte man eben wirklich einfach im Regal stehen lassen.

Zum Inhalt gibt es eigentlich nicht viel zu sagen: Cameron Diaz und Tom Cruise spulen in einer romantischen Actionkomödie recht überraschungsarm ihre bekannten Rollenklischees ab. Hinzu kommt übertriebene Action, ein wenig seichter Humor und diverse immerhin nett anzusehende, aber größtenteils ungenutzt bleibende internationale Locations (u.a. Salzburg). Fertig ist der Sommer-Blockbuster, der letztenlich doch keiner werden sollte. Anscheinend hatte selbst das Zielpublikum keine Lust auf einen weiteren Film nach Schema F – und genau nach diesem ist „Knight and Day“ leider aufgebaut.

Ab und zu habe ich nichts gegen seichte Geschichten und somit hätte ich damit gut leben können. Leider stimmt auch die Chemie zwischen den Hauptdarstellern nicht. Die meist müden Lacher wirken mindestens ebenso erzwungen, wie das beständige Grinsen von Diaz und Cruise. Hey Leute, seht her: Wir spielen hier im Gute-Laune-Sommerhit! Hinzu kommt ein penetranter Score, der oft wie aus der Lounge-Musik-Konserve klingt. Als wäre dies nicht genug, setzt die Inszenierung selbst in den einfachsten Szenen auf CGI, was zu einem beständig unwirklichen Look führt, der durch die oft einfach falsche Lichtsetzung noch verstärkt wird.

Dies klingt nun alles katastrophal und wohl auch schlimmer, als der Film in seiner Gesamtheit tatsächlich ist. Ich wurde durchaus gut unterhalten und bereue die Sichtung nur ein wenig. Letztendlich ärgert mich wohl am meisten, dass man in Hollywood immer noch glaubt das Publikum mit der immer gleichen Formel begeistern zu können. „Knight and Day“ ist aber leider nur lauwarme Unterhaltung, die ich spätestens morgen früh wieder vergessen haben werde: 4/10 Punkte.

Glee – Season 2

Nachdem ich dem Hype etwas verspätet gefolgt bin und überraschenderweise auch relativ begeistert war, hat mich „Glee – Season 2“ auch im aktuellen Jahr ziemlich gut unterhalten. Natürlich ist es keine Show, die ich jede Woche sehnsüchtig erwarte, doch wenn ich dann tatsächlich einmal wieder reinschaue werde ich jedes Mal erstaunlich gut unterhalten.

Im Prinzip bekommt man so ziemlich genau das serviert, was es bereits im vorherigen Jahr zu sehen gab: Es wird viel gesungen, getanzt, geliebt, gezofft und gelacht. Amerikanisches Highschool-Leben, wie man es sich – geprägt durch Film und Fernsehen – eben vorstellt. Hinzu kommt eine nicht zu unterschätzende satirische Grundstimmung, welche die Serie auch für Zuschauer sehenswert macht, die dem Teenageralter bereits entwachsen sind. Dennoch sollte man eine hohe Toleranz gegnüber Highschool-Geschichten besitzen und Musicals nicht abgeneigt sein.

Auch wenn die Staffel im Vergleich zu ersten etwas abgebaut hat, so kann ich die teils drastischen Kritiken nicht verstehen, da sich die Serie – und das kann man nun bewerten, wie man möchte – kaum weiterentwickelt wurde. Für mich liegt die aktuelle Staffel folglich auf einem ähnlichen qualitativen Niveau, wie die des vergangenen Jahres – einzig die Abnutzungserscheinungen treten nun deutlicher zutage. Bis auf wenige Ausnahmen wird eben nur gesungen, getanzt, geliebt, gezofft und gelacht. Ob dies ausreicht eine ganze (weitere) Staffel zu füllen, muss wohl jeder für sich entscheiden.

Ich für meinen Teil wurde von „Glee“ auch im zweiten Jahr gut unterhalten. Viel mehr als eine Episode pro Woche ist aufgrund des teils schon sehr hohem Zuckergussfaktors dann aber auch wirklich nicht drin. Für mich immer noch eine gelungene Abwechslung im Serienallerlei. In Zukunft darf man mit der Bissigkeit wieder etwas mehr anziehen, dann fallen die Redundanzen zwischen den einzelnen Episoden vielleicht nicht so sehr auf: 7/10 (7.4) Punkte.

Parks and Recreation – Season 3

Mit „Parks and Recreation – Season 3“ geht nun auch die letzte große Comedyserie der aktuellen TV-Saison in die Sommerpause. Für mich waren die (leider nur) 16 Episoden der Kommunalpolitik-Comedy erneut äußerst unterhaltsam, womit die Serie ihr sowohl inhaltliches als auch stilistisches Vorbild „The Office“ nun endgültig überholt hat.

Wie bereits im letzten Jahr überzeugt die Serie vor allem durch ihre sympathischen Charaktere. Wer würde nicht gerne – zumindest in so unterhaltsamer Form, wie in der Serie präsentiert – mit Leslie Knope, Tom Haverford und Ron Swanson zusammenarbeiten? Wahrscheinlich funktionieren Comedys, die am Arbeitsplatz spielen auch genau deshalb so gut: Man sieht wie unterhaltsam die Arbeit theoretisch sein könnte. Befreiender Eskapismus für die arbeitende Bevölkerung.

Was bietet die dritte Staffel an Neuerungen? Am auffälligsten sind wohl die Neuzugänge im Cast, über die ich mich wirklich sehr gefreut habe. So geben Rob Lowe (Sam Seaborn, „The West Wing“) und Adam Scott (Henry Pollard, „Party Down“) ihr Stelldichein und können ihren Gaststatus des vergangenen Jahres zu einer vollwertigen Mitgliedschaft in der Pawnee Parkverwaltung ausbauen. Sehr gelungene Charaktere, die sich wunderbar ins bisherige Stadtbild einfügen.

Auch wenn die Serie im Vergleich zur zweiten Staffel minimal abgebaut hat, so wurde ich erneut exzellent unterhalten. Eine Serie mit äußerst erfrischendem Humor und Charakteren, die sich schon jetzt Kultstatus erarbeitet haben. Mir haben es erneut besonders Tom Haverford und Ron Swanson angetan, doch auch Nebencharaktere wie Jean-Ralphio zeichnen „Parks and Recreation“ aus. Für die vierte Staffel fordere ich die volle Episodenzahl: 9/10 (8.8) Punkte.

Breaking Bad – Season 1

So häufig und beharrlich wie „Breaking Bad – Season 1“ wurde mir wohl noch keine andere Serie zuvor von Freunden und Kollegen ans Herz gelegt. Auch in der Blogosphäre genießt AMCs Show großes Ansehen, doch konnte ich mich aufgrund der Thematik bisher nicht zu einer Sichtung durchringen. Nun habe ich die erste Staffel hinter mir und bin tatsächlich ziemlich gespannt, wie es mit Walter und Jesse weitergeht…

Für mich muss eine TV-Serie in erster Linie unterhaltsam sein. Deshalb schreckte mich der teils doch sehr betroffen machende Krebsplot anfangs ziemlich ab. Ohne Frage wird besonders dieses Element der Geschichte sehr gefühlvoll und ohne Effekthascherei erzählt und dennoch hatte ich so meine Probleme damit. Dies liegt aber vielleicht auch einfach in meiner Natur und der Art und Weise begründet, wie ich Geschichten erlebe. Deshalb könnte ich mir auch keine Krankenhausserien o.ä. ansehen, ohne stets von fiktiven Patientenschicksalen aus der Bahn geworfen zu werden.

Auch wenn ich die Szenen rund um Walters Krankheit exzellent inszeniert und gespielt fand, so hat mich die Serie in diesen Momenten doch am wenigsten unterhalten. Natürlich benötigt die Geschichte einen nachvollziehbaren Grund, warum ein in die Gesellschaft integrierter Familienvater plötzlich zum Kleinkriminellen mutiert und als solcher funktioniert die Ausgangssituation erschreckend gut. In den besten Szenen werden nicht nur die Charaktere, sondern auch die Zuschauer mit schier unbegreiflichen Situationen konfrontiert. Hier setzt die Serie auch mehr auf Thrill und Unterhaltung, was einen beinahe schon surrealen Kontrast zu Walters Privatleben bietet.

In den Empfehlungen höre ich immer wieder von übertriebener Action und echten WTF-Momenten. Von diesen gibt es in dieser ersten Staffel noch relativ wenig zu sehen und ich habe die Serie eher als Charakterdrama mit gelegentlichen Ausflügen in den Drogenthriller gesehen. Auch wenn ich noch nicht das Gefühl hatte nach einer Episode sofort die nächste schauen zu wollen, wie z.B. bei AMCs „Mad Men“, so hat mich die Serie doch bewegt und gut unterhalten. Um dem Hype gerecht zu werden, darf „Breaking Bad“ gerne noch eine Schippe drauflegen, doch bereits das Staffelfinale schien mir einen mehr als nur vielversprechenden Schritt in die richtige Richtung zu machen: 8/10 (8.3) Punkte.

Mad Men – Season 3

Beinahe ein Jahr seit Abschluss der zweiten Staffel hat es für mich bis zur Sichtung von „Mad Men – Season 3“ gedauert. Das Warten auf die Blu-ray hat sich jedoch auf jeden Fall wieder gelohnt, denn wenn eine Serie dieses hochauflösende Medium vollends ausreizt, dann ist das ohne Zweifel diese schillernde Momentaufnahme der New Yorker Werbewelt der 1960er Jahre. Doch auch inhaltlich läuft die Serie in ihrem dritten Jahr zur Höchstform auf…

Ich bin immer noch völlig perplex, wie unglaublich gut diese Serie ist. Selbst im dritten Jahr kommt es zu keinerlei Abnutzungserscheinungen: Die Charaktere entwickeln sich konsequent weiter, dennoch gibt es etliche Überraschungen, zeitpolitische Bezüge werden gesponnen und die Inszenierung ist ein wahrer Ohren- und Augenschmaus. Hinter den offensichtlichen Themen, wie berufliche Weiterentwicklung, Beziehungen und Familie steckt immer mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Abgründe und Momente voller Schmerz und Zärtlichkeit wechseln sich ab. Geschichten und Charaktere so reich, wie das Leben selbst.

Neben der herausragenden Figurenzeichnung und den damit verbundenen Ereignissen, habe ich wieder sehr gerne dem bunten Agenturleben zugesehen. Es ist erstaunlich, wie viele Parallelen zur heutigen Agenturwelt aufgezeigt werden: Kunden, die nicht wissen was sie wollen und einen Rückzieher machen, obwohl man genau das liefert was sie gewünscht hatten. Gute Ideen, die nur aufgrund zu großer Egos abgeschossen werden. Der ewige Kampf nach Anerkennung, interne Querelen und ein Produkt (die Idee), das sich nicht konkret bewerten und bepreisen lässt. Besonders für Kenner wirklich ein höchst interessanter Blick auf die Entstehung ihrer Branche.

Die letzten Episoden haben aus der ohnehin schon grandiosen Staffel eine ganz besondere gemacht. Don Draper steht zum ersten Mal wirklich nahe am Abgrund. Es ist bedrückend mit anzusehen, wie seine Familie zerbricht – und das obwohl sie alles andere als perfekt war und hier oft die verstörendsten Szenen stattgefunden haben. Den Kniff auch Sterling Cooper in diesem Moment der größten Verwundbarkeit auseinanderbrechen zu lassen fand ich grandios. Besonders, da in der kommenden Staffel nun perfekt der Unterschied zwischen einer großen, etablierten Werbefabrik und einer kreativen, hungrigen Ideenschmiede herausgearbeitet werden kann – wie sehr ich hoffe, dass Matthew Weiner auch exakt diesen Weg einschlagen wird.

Nach zwei fantastischen ersten Staffeln hat die Serie in ihrem dritten Jahr ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Mitreißend geschrieben, perfekt inszeniert und mit mehr Nuancen gespielt, als die meisten großen Filmklassiker. Ich bin unendlich begeistert und kann für mich nur festhalten, dass sich „Mad Men“ spätestens jetzt zu meiner liebsten Dramaserie entwickelt hat. Sollte wirklich jeder Serienfreund (und wohl auch jeder Werbende) gesehen haben: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Black Death (2010)

Was hatte ich mich auf diesen Film gefreut. Christopher Smiths „Black Death“ schien mir ein wunderbar düsteres Mittelalterabenteuer zu sein, welches ich wirklich gerne im Kino gesehen hätte. Auch wenn ich von seinen bisherigen Filmen „Creep“ und „Severance“ nur leidlich begeistert war, erhoffte ich mir durch das ansprechende Setting einen kleinen und recht feinen Geheimtipp.

Schon nach den ersten paar Minuten wusste ich, dass es der Film schwer bei mir haben würde. Dies lag anfangs noch weniger an der Handlung, als an der Inszenierung: Was bitte hat sich Smith dabei gedacht den kompletten Film aus der Hand filmen zu lassen? Da wackelt jede einzelne Einstellung so sehr, dass die Kameraführung in „Die Bourne Verschwörung“ gerade zu ruhig und bedächtig erscheint. Natürlich wirken die Kampfszenen dadurch sehr unmittelbar und roh, doch warum bitte im Dialog und auch in den Totalen? Man kommt kaum dazu in die Handlung des Films einzutauchen, da die Kamera einfach zu penetrant präsent ist. Grausam!

Hinzu kommt ein seltsamer Videolook, der besonders in den dunklen Szenen negativ auffällt – und das obwohl der Film laut IMDB auf 35mm Film gedreht wurde. Sehr befremdlich, besonders für einen Historienfilm. Neben dem in meinen Augen unangebrachten Kamerastil kann die Inszenierung durchaus überzeugen. Es entsteht eine ziemlich beunruhigende Atmosphäre, die von gespenstisch schönen Landschaften unterstrichen wird. Mit einer klassischen Kameraführung hätte hier ein visuell bestechender Film entstehen können, so verpuffen die guten Ansätze leider im Nichts.

Auch inhaltlich konnte mich der Film nicht überzeugen. Die relativ plumpe Aussage, dass jeglicher blinde Glaube – sei es das Christentum oder der im Film angedeutete Okkultismus – schlecht sei, wird mit einem derartigen Holzhammer präsentiert, dass man das Ende der Geschichte meilenweit vorhersehen kann. Die obligatorische Wendung verfehlt ihre Wirkung somit komplett, was die mystisch inszenierte Enthüllung umso kläglicher scheitern lässt. Der aufgesetzt wirkende Epilog hat mich letztendlich in meiner Meinung bestätigt, dass Smith lieber bei seinem angestammten Genre bleiben sollte.

Leider war „Black Death“ für mich eine mittelschwere Enttäuschung. Schade um den wunderbaren Sean Bean (Eddard Stark, „Game of Thrones“) und den restlichen, launig aufspielenden Cast. Auch schade um die martialischen Kampfszenen und die authentisch wirkende Mittelalteratmosphäre. Ein gewisser Unterhaltungswert ist dem Film nicht abzusprechen, doch konnte er mich weder formal noch inhaltlich wirklich überzeugen: 4/10 Punkte.

Happy Endings – Season 1

Der letzte Neuzugang des ausklingenden Serienjahres war bei mir „Happy Endings – Season 1“. Die halbstündige Comedy erinnert inhaltlich an „Friends“ oder „How I Met Your Mother“, besitzt allerdings keinen Laugh Track und ist als Single Camera Show konzipiert. Kann die Serie trotz fehlender Innovationen überzeugen?

Auch wenn man letztendlich – wie bereits dutzende Male gesehen – nur wieder am Leben einer Gruppe von Endzwanzigern teilnimmt, so strahlt die Serie doch einen gewisse Frische aus. Besonders das Aufbrechen des klassischen Sitcom-Settings und die dadurch lebendigere Kamera erweisen sich als große Pluspunkte. Inhaltlich dagegen bleibt alles beim Alten: Diverse Liebeswirren, das Feiern der Freundschaft und berufliche Herausforderungen stehen auch hier im Mittelpunkt der Serie.

Was macht die Serie nun sehenswert und setzt sie gegenüber eher redundanten Genrevertretern wie „Mad Love“ ab? Wie so oft in diesem Genre sind es vor allem die Charaktere und deren Darsteller (u.a. Elisha Cuthbert, „24“ oder Zachary Knighton, „FlashForward“), welche den Charme der Serie ausmachen. Auch wenn der Pilot mit einer ungewöhnlichen Ausgangssituation beginnt, so sind die erzählten Geschichten doch eher bekannt. Auch hier lebt die Serie mehr von ihrer Situationskomik und popkulturellen Anspielungen, als von einer voranschreitenden Handlung.

Ingsesamt ist „Happy Endings“ durchaus ein kleiner Gewinn für die Comedy-Welt. Auch wenn ich viele Episoden der ersten Staffel nur durchschnittlich fand, haben einige jedoch das große Potential der Serie bewiesen. Ich denke mit etwas mehr Fokus auf die Charaktere und deren Eigenheiten könnte mich die Serie durchaus noch einige Staffeln unterhalten. Macht Spaß: 7/10 (7.4) Punkte.

Daybreakers (2009)

Es gibt Filme, die eine fantastische Prämisse besitzen. So gelungen, dass ich sie stets am liebsten sofort sehen würde. Oft jedoch bleibt die Umsetzung der Grundidee dann leider hinter den Erwartungen zurück. Auch „Daybreakers“ der Spierig-Brüder ist solch ein Film, dessen Sichtung ich kaum abwarten konnte und der letztendlich weniger aus seiner Prämisse herausholte, als in meinen Augen möglich gewesen wäre.

Es ist die Zeit in der Vampire die Welt beherrschen. Die Menschheit ist bis auf ein paar wenige Überlebende ausgerottet bzw. verwandelt worden. Die Nahrung wird knapp und es ist an der Zeit neue Resourcen zu erschließen. Eine fantastische Ausgangssituation! Alleine die Beschreibung des Films zu lesen hatte meine Fantasie beflügelt. Der Einstieg ist auch wirklich gelungen. Man bekommt eine dystopische Welt zu sehen, in der sich Vampire so gut es geht durch ihr Leben Untotendasein schlagen. Eine große Hungersnot aufgrund immer knapper werdender Nahrungsmittel, sprich Menschen, wird angedeutet. Eine globale Krise, die inzwischen bis in die Großstädte vordringt. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Leider jedoch wird schon bald eine eher actionreichere Gangart eingeschlagen, welche die etwas ungelenk Handlung voranstolpern lässt.

Teils schien es mir als wären zwei unterschiedliche Filme zusammengeschnitten worden: Ein dystopischer Film noir, dessen kühle Charaktere existenzielle Fragen aufwerfen und mit sich und ihrem Schicksal hadern, und ein recht splattriger Actionfilm, der weit mehr auf Effekte, als auf Geschichte und Charaktere Wert legt. Hinzu kommt, dass sich die Wendungen mit dem Holzhammer ankündigen und so mancher Erzählfaden mehr schlecht als recht zu Ende geführt wird.

Mich haben beide Elemente von „Daybreakers“ ziemlich gut unterhalten. Die große Genrehoffnung ist der Film aber leider nicht. Dazu ist er zu unausgewogen inszeniert, die Charaktere sind zu schwach gezeichnet und die Geschichte bleibt in letzter Konsequenz zu oberflächlich. Dennoch möchte ich den Spierig-Brüdern ihren Innovationswillen zugute halten. Vampirfreunde abseits von „Twilight“ und Co. sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren: 6/10 Punkte.

Game of Thrones – Season 1

Wie für so viele Serienfreunde war auch für mich „Game of Thrones – Season 1“ das wohl meisterwartete Ereignis der aktuellen TV-Saison. Auch wenn ich George R. R. Martins Vorlage (noch) nicht kenne, so eilt der düsteren Fantasyreihe doch ein gewisser Ruf voraus. Ich für meinen Teil würde ohnehin gerne mehr Fantasy in epischer Serienform erleben und nachdem „Legend of the Seeker“ eher mit trashigem Charme überzeugte, war es höchste Zeit für eine erwachsene Variante.

Die Verfilmung des ersten Teils der „A Song of Fire and Ice“-Reihe als erwachsene Fantasy zu beschreiben grenzt schon an  maßlose Untertreibung. Egal ob abgetrennte Gliedmaßen oder nackte Tatsachen – der typische HBO-Zuschauer wird sich sofort heimisch fühlen. Hier liegt auch der einzige Punkt, den ich der Serie ankreiden würde: Zwar habe ich gegen wohlgeformte Brüste generell nichts einzuwenden, doch wird die Pay-TV-Freiheit oftmals übertrieben zelebriert. Wie bereits in der HBO-Historienserie „Rome“ erschienen mir einige dieser Szenen doch reichlich selbstzweckhaft.

Nachdem ich nun auf höchstem Niveau gejammert habe, möchte ich mich endlich den herausragenden Aspekten dieser mitreißenden Fantasysaga widmen. Zunächst einmal sei die schiere Komplexität der Handlung genannt: Unzählige Charaktere aus diversen Königshäusern, eine nicht enden wollende Welt und eine ausgefeilte Mythologie geben „Game of Thrones“ das nötige Fundament, um jeden auch nur annähernd interessierten Zuschauer mitzureißen. Trotz der Laufzeit von knapp 10 Stunden hatte ich stets das Gefühl man hätte noch tiefer in die Materie einsteigen können, doch um alles zu erfahren werde ich mich wohl an die Vorlage halten müssen.

Neben den rein inhaltlichen Qualitäten setzt die Serie auch auf Produktionsseite Maßstäbe für ihr Genre. Die Charaktere sind allesamt hochkarätig besetzt. Besonders Sean Bean (Boromir, „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“) besitzt eine unglaubliche Präsenz, der man sich nur schwer entziehen kann. Weiterhin gibt es etliche Veteranen aus dem Fantasy- bzw. Historienfilmgenre zu sehen, welche perfekt mit äußerst talentierten Nachwuchsschauspielern harmonieren. Einzig Lena Headay (Sarah Conner, „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“) erschien mir noch etwas blass, doch dies kann sich in der zweiten Staffel durchaus noch ändern.

Auch wenn „Game of Thrones“ in einer mittelalterlichen Welt spielt, so wird die Serie doch ziemlich modern erzählt. Nahezu am Ende jeder Episode gibt es somit einen Cliffhanger, der oft fieser nicht sein könnte. Auch das Staffelfinale fand ich grandios, was das Warten auf die Fortsetzung nicht wirklich einfacher macht. Mal sehen, ob ich bis dahin nicht doch zur Vorlage greife. Eine nahezu perfekt inszenierte und erzählte Fantasyserie mit Kinoformat: 9/10 (9.2) Punkte.