Bent – Season 1

Unter den Comedy-Neustarts der vergangenen TV-Saison lieferte „Bent – Season 1“ nur ein kurzes Gastspiel. Ebenso werde ich auch die Besprechung kurz halten, doch fand ich die nur über sechs Episoden laufende Serie immerhin so unterhaltsam, dass ich sie nicht unerwähnt lassen möchte.

„Bent“ ist eine klassiche RomCom und erzählt demnach eine einfache Geschichte: Die geschiedene Anwältin Alex Meyers (Amanda Peet, „Studio 60 on the Sunset Strip“) lässt ihr Haus renovieren und engagiert dafür den Handwerker Pete Riggins (David Walton). Alex ist Mutter, pflichtbewusst, introvertiert und hat eine langweilige Beziehung mit Dr. Ben – Pete dagegen lebt mit seinem Vater (Jeffrey Tambor, „Arrested Development“) zusammen, ist selbstbewusst, extrovertiert und Single. Na, wer kann sich denken, wie die Handlung der sechs Episoden aussehen wird?

So vorhersehbar die Geschichte der Serie ist, so sympathisch sind ihre Charaktere. Hier wird kein großes Kino geboten, doch wer einer RomCom im Serienformat nicht abgeneigt ist – immerhin entspricht die Gesamtlaufzeit von ca. 120 Minuten einem abendfüllenden Spielfilm –, der dürfte seinen Spaß mit „Bent“ haben. Ein harmloses, aber äußerst kurzweiliges Vergnügen: 7/10 (7.2) Punkte.

The Big Bang Theory – Season 5

Kann es wirklich sein, dass die Serie bereits ihr fünftes Jahr hinter sich hat? Mir kommt es vor wie gestern, dass ich erstmals bei Leonard, Sheldon und Co. vorbeigeschaut habe. Doch mit „The Big Bang Theory – Season 5“ ist die Serie tatsächlich schon weiter fortgeschritten, als es so manch andere Sitcom geschafft hat. Die Abenteuer der Nerd-Gang wirken dennoch erstaunlich frisch und unverbraucht. Woran liegt das?

Wie bereits bei den vorhergehenden Staffeln fällt es mir schwer, die einzelnen Episoden klar voneinander getrennt zu betrachten. „The Big Bang Theory“ liefert Situationskomik im Sekundentakt und kann es sich somit erlauben größere Handlungsstränge (Beziehung zwischen Leonard und Penny, Vorbereitungen zu Howards Raumflug usw.) nur am Rande zu verfolgen. Sheldon ist abermals Auslöser für die meisten Lacher und dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass die anderen Charaktere vernachlässigt werden. Die Serie ist somit ein Paradebeispiel für gelungene Ensemble-Comedy innerhalb des klassischen Sitcom-Formats.

Populärwissenschaftliche und -kulturelle Anspielungen bilden einmal mehr die Grundlage für viele Witze, weshalb die Serie bei mir auch nach wie vor exzellent funktioniert. Es bleibt aber abzuwarten, ob „The Big Bang Theory“ in ein paar Jahren noch funktionieren wird, wenn sich z.B. kein Mensch mehr an die „Green Lantern“-Verfilmung mit Ryan Reynolds erinnern kann. Nachträgliche Sichtungen einer neuen Zuschauergeneration, die bei Genreklassikern wie „Friends“ ohne Weiteres möglich waren, könnten sich demnach schwierig gestalten.

Ich hatte mit den Bewohnern und Besuchern der sympathischen Nerd-WG auf jeden Fall wieder ebenso viel Spaß, wie im letzten Jahr. Unterschiede in der Bewertung einzelner Episoden fallen marginal aus und mindern die Vorfreude auf die sechste Staffel auf keinesfalls. Also schnell zurück von der ISS, lieber Howard, denn es muss schließlich weitergehen: 9/10 (8.5) Punkte.

Parks and Recreation – Season 4

Nach der verkürzten dritten Staffel, hatte ich mich dieses Jahr sehr auf die volle Ladung „Parks and Recreation – Season 4“ gefreut. Endlich durfte man wieder volle 22 Episoden lang am kommunalpolitischen Geschehen der Kleinstadt Pawnee teilhaben – und dieses hat sich teilweise wieder herrlich absurd gestaltet…

Der Beginn der Staffel war mit dem Aufstieg und Fall von Tom Haverfords Medienfirma Entertainment 720 einfach nur großartig. Was er zusammen mit Jean-Ralphio hier auf die Beine gestellt hat, grenzte schon an Größenwahn. Sympathischen Größenwahn, wie man ihn eben von diesem Duo erwartet. Das Highlight dürfte hier wohl Bens Buchprüfung gewesen sein oder etwa doch Toms selbstproklamierte Best Party Ever? Eine großartige Szene jagt hier die nächste, was diesen Handlungsstrang auch zu meinem Favoriten in dieser Staffel machte.

Bis zur Hälfte der Staffel wird hauptsächlich die verbotene Beziehung zwischen Leslie und Ben thematisiert, was größtenteils unterhaltsam ist, aber auch ein paar Längen mit sich bringt. Nach dem Niedergang von Entertainment 720 und der Entscheidung Leslies für den Stadtrat zu kandidieren, dreht sich die Handlung hauptsächlich um den absurden Wahlkampf zwischen ihr und Bobby Newport (Paul Rudd). Auch wenn hier die wirklichen Highlights fehlen, ist es doch ein großer Spaß Leslie und ihr mehr oder weniger kompetentes Team bei ihrer Jagd nach der großen Wählerschaft zu begleiten.

Ingesamt würde ich die vierte Staffel der Serie etwas schwächer einschätzen, als noch die des Vorjahres. Dies mag auch daran liegen, dass man in dieser aufgrund der geringeren Episodenzahl weniger Zeit zur Verfügung hatte und somit gezwungen war die Handlungsstränge dichter zu erzählen. So oder so hatte ich auch in der aktuellen Staffel wieder enorm viel Spaß mit dem Parks Department und freue mich nun schon sehr auf Leslie im Stadtrat: 9/10 (8.5) Punkte.

Die Muppets – OT: The Muppets (2011)

In den heutigen Filmgenuss bin ich durch die Jungs von Nerdtalk gekommen, dank deren Gewinnspiel ich heute die brandneue Blu-ray von „Die Muppets“ im Briefkasten vorfand. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Phil, Andy und Lars! Vermutlich wäre ich über kurz oder lang sowieso über den Film gestolpert, da mich Jason Segels Engagement die Muppets wieder auf die große Leindwand zu bringen ohnehin beeindruckt hat. Was hat das 2011er Comeback der bunten Truppe also zu bieten?

Würde ich ich mich als großen Muppet-Fan bezeichnen, dann würde ich lügen. Zwar habe ich in meiner Kindheit bzw. Jugend einige Episoden der TV-Serie sowie die Kinofilme (z.B. „The Muppet Christmas Carol“) gesehen, doch größtenteils sind bei mir wohl ihre kindgerechten Auftritte in „Die Sesamstraße“ hängen geblieben. Folglich bin ich bei Weitem kein Experte, was „Die Muppets“ angeht – auch wenn ich bei meiner USA-Reise 2008 tatsächlich einige der Original-Puppen in der Ausstellung „Jim Henson’s Fantastic World“ sehen durfte. Mein Interesse an dem aktuellen Film liegt tatsächlich hauptsächlich an Jason Segel, den ich in „How I Met Your Mother“ liebe und der bereits im Finale von „Forgetting Sarah Marshall“ seine Vorliebe für das Puppentheater ausleben durfte.

Bereits nach nur wenigen Sekunden von „The Muppets“ war ich dem Charme der Puppen komplett erlegen. Zuvor hatte ich ja so meine Zweifel, ob das Zusammenspiel zwischen Mensch und Puppe für mich als – zumindest größtenteils – erwachsenen Zuschauer noch funktionieren würde, doch diese Sorge war unbegründet. Spätestens bei der ersten großen Musicalnummer hatte ich ein Lächeln auf den Lippen, das bis zum Abspann nicht mehr verschwinden sollte. So verhersehbar die Handlung, so lustig, herzerwärmend und herrlich altmodisch ist der Film inszeniert. Von der Puppentechnik einmal ganz abgesehen. Der Film lebt, hat Charakter und eine Botschaft. Er ist kitschig und völlig überdreht. Es ist ein Film, den ich mir selbst sofort noch einmal anschauen würde und den ich ohne jegliche Bedenken meinen Kindern vorführen könnte.

Besonders für Freunde von US-Serien bietet der Film einige Gastauftritte und Cameos, dass es eine wahre Freude ist. Egal, ob Donald Glover (Troy Barnes, „Community“), Jim Parsons (Sheldon Cooper, „The Big Bang Theory“), Rashida Jones (Ann Perkins, „Parks and Recreation“), Neil Patrick Harris (Barney Stinson, „How I Met Your Mother“), John Krasinski (Jim Halpert, „The Office“) oder Rico Rodriguez (Manny Delgado, „Modern Family“) – hier zeigt sich die unglaubliche Spielfreude und das Engagement jedes einzelnen Schauspielers. Selbstironie und augenzwinkernder Humor sind hier selbstredend.

Schon lange hatte ich keinen solch ungezwungenen Spaß mehr mit einem Film. Vermutlich sollte man nicht der zynischste Mensch auf Erden sein, um das volle Potential aus „Die Muppets“ zu ziehen – doch selbst als solcher wird man nicht umhin kommen freudig im Takt zu wippen und sich an Kermit, Miss Piggy und Co. zu erfreuen. Ein großartiger Filmspaß, dessen Blu-ray garantiert noch öfter im Player landen wird: 9/10 Punkte.

Captain America: The First Avenger (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Captain America: The First Avenger“ am 4. April 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Als ich vor zwei Wochen damit begonnen habe die Prequel-Filme zu „The Avengers“ zu sichten, hatte ich noch angenommen, dass ich frühestens zu dessen Heimkino-Auswertung mit ihnen durch bin. Jedoch weit gefehlt: Gestern Abend stand mit „Captain America: The First Avenger“ auch schon die letzte der aktuellen Marvel-Verfilmungen auf dem Programm. Fünf Filme in knapp zwei Wochen – das dürfe die höchste Filmdichte seit Beginn des Jahres sein…

Captain America: The First Avenger (2011) | © Walt Disney

Captain America: The First Avenger (2011) | © Walt Disney

Nach größtenteils durchwachsenen Kritiken waren meine Erwartungen gedämpft. Doch bereits nach den ersten paar Minuten war mir klar, dass „Captain America: The First Avenger“ genau den richtigen Ton trifft, um mich bei der Stange zu halten. Was wurde nicht alles geschrieben: übertriebener US-Patriotismus, selbstgerechte Charaktere und generell nehme sich der Film viel zu ernst. Ich jedoch war hoch erfreut hier weniger einen Kriegsfilm mit Superheld zu sehen, als einen Abenteuerfilm mit Retro-Sci-Fi-Anleihen. Schon von Anfang an war klar, dass es sich hier um eine Fantasiewelt handelt und eben nicht das uns nur allzu bekannte WW2-Szenario. Insofern sticht der Film unter den bisherigen Marvel-Verfilmungen auch heraus, da er mehr an Abenteuerfilme, wie die „Indiana Jones“-Reihe oder den Retro-Sci-Fi-Klassiker „Sky Captain and the World of Tomorrow“, als an „Iron Man“ und Co. erinnert.

Patriotismus und Heldenverehrung gibt es natürlich auch, aber was will man bei einem Film namens „Captain America“ auch erwarten, der zudem auf einem Comic basiert, das 1941 mit den Nazis als Gegenspieler eingeführt wurde? Insofern kann man noch froh sein, dass sich der Film deutlich dazu bekennt ein phantastisches Werk zu sein und durchaus mit Humor an die Sache herangeht. Besonders die erste Hälfte des Films fand ich richtig gelungen und nach Tony Starks Verwandlung zu Iron Man wohl die beste Heldenentstehung der bisherigen Marvel-Verfilmungen: langsam, ausführlich und mit bedacht auf die Charaktere erzählt. So lobe ich mir das!

Auch wenn Hugo Weavings Red Skull als Bösewicht durchaus Potential geboten hätte, sehe ich hier doch den Schwachpunkt des Films. So richtig fies und hassenswert will der Rotschädel nicht erscheinen, zumal er sich auch meist im Hintergrund hält. Auch die finale Konfrontation fand ich eher schwach und durch die erzählerische Klammer war das Schicksal des Captains ohnehin prädestiniert. Die angedeutete Liebesgeschichte verpufft natürlich ebenso, wie die Beziehung zu all den anderen Charakteren. Schade, doch das wäre in Bezug auf „The Avengers“ wohl nicht anders möglich gewesen.

Fazit

Ingesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Film und wurde mindestens ebenso gut unterhalten, wie von „Thor“ – und mit diesem darf sich „Captain America: The First Avenger“ auch um den zweiten Platz in der Prequel-Reihe streiten. Wirklich gute Unterhaltung mit ein paar offensichtlichen Schwächen, die jedoch nicht allzu schwer ins Gewicht fallen: 7/10 Punkte mit Option zur Aufwertung…

Modern Family – Season 3

Wie ihr merkt, komme ich so nach und nach dazu die finalen Episoden der aktuellen Staffeln nachzuholen. Auch „Modern Family – Season  3“ wurde zu einem gelungenen Abschluss geführt, der mich bereits jetzt voller Vorfreude auf das kommende Jahr blicken lässt. Bis dahin werde ich allerdings noch einmal die dritte Staffel Revue passieren lassen…

Wie bereits im vergangenen Jahr kommt es innerhalb der Staffel kaum zu Qualitätsschwankungen. Die Serie ist beständig stark und kombiniert erneut wunderbar skurrile und humorvolle Szenen mit emotionalen Momenten. Der Mockumentary-Stil passt nach wie vor überraschend gut und lässt uns somit hautnah am Leben der Großfamilie Pritchett teilhaben. Einzig die Einführung größerer Handlungsstränge (z.B. Claires Wahlkampf) ist wirklich als Neuerung zu werten. Insgesamt lebt die Serie aber auch in ihrem dritten Jahr hauptsächlich von ihren Charakteren und deren Eigenheiten.

Gab es dieses Jahr besondere Lieblingscharaktere? Ich muss sagen, dass mich besonders die Famile Dunphy – allen voran Phil – wieder exzellent unterhalten hat. Doch auch Cameron und Mitchell haben etliche Lacher auf ihrer Seite. Erstmals war ich ein wenig von Gloria genervt, deren Humor sich einzig und allein auf ihr Temperament und ihre Aussprachefehler zu beschränken scheint. Dafür reißen Jay und Manny wieder viel raus und insgesamt kann auch dieser Teil der Familie seine Stärken ausspielen. Tolle Charaktere, dargestellt von fantastischen Darstellern. Nach wie vor ein enorm starkes Ensemble.

Mit einem wirklich gelungenem Staffelfinale entlässt uns die Serie schließlich in die Sommerpause. Wie sich die angekündigten Ereignisse letztendlich auf die Handlung der kommenden Staffel auswirken, bleibt abzuwarten. Ich freue mich jedoch bereits jetzt schon ungemein auf ein weiteres Jahr mit den Dunphys, Pritchett-Delgados und Tucker-Pritchetts: 9/10 (8.6) Punkte.

Community – Season 3

Meine zurzeit liebste Comedy hat inzwischen auch schon ihr drittes Jahr hinter sich. Es war ein turbulentes Jahr. Nicht nur vor der Kamera mussten sich unsere Greendalians in „Community – Season 3“ mit widrigen Umständen auseinandersetzen, auch hinter der Kamera flogen die Fetzen. Letztendlich musste Showrunner Dan Harmon gehen, was mich mit Sorge auf die Zukunft der Serie blicken lässt. Doch nun erst einmal zum erneut fantastischen dritten Jahr…

Waren das drei grandiose Episoden vor dem Finale oder was? Wäre die ganze Staffel so verlaufen, dann hätte man das bisher beste Jahr am Greendale Community College erleben dürfen. Leider gab es zuvor jedoch ein paar schwächere Episoden, welche das ansonsten hohe Niveau nicht durchgehend halten konnten. Nachdem es in der ersten Staffelhälfte hauptsächlich Einzelepisoden zu sehen gibt, versucht man sich gegen Ende an einem größeren Handlungsbogen, was im Rahmen der Serie teils durchaus skurrile Formen annimmt – so wird z.B. ein Twist angedeutet, der für einen kurzen Moment die gesamte Serie in Frage stellt. Herrlich!

Meine Lieblingsepisoden in dieser Staffel waren „Remedial Chaos Theory“, welche die Parallelwelten-Theorie auf die Spitze treibt, „Regional Holiday Music“, eine urkomische Satire auf die TV-Serie „Glee“, „Pillows and Blankets“, die flauschigste Kriegsdokumentation aller Zeiten, „Digital Estate Planning“, eine komplette Episode als 16 Bit-Konsolenabenteuer, und „The First Chang Dynasty“, in der ein klassischer Heist-Movie inszeniert wird. Schön auch, dass man sich im Finale dieses Jahr nicht auf den üblichen Paintball-Eskapaden ausgeruht hat – auch wenn der Ersatz leider nicht zu den Highlights der Staffel zählt.

Ihr seht schon, an Ideen mangelte es der Serie auch im dritten Jahr nicht. Insgesamt war die zweite Staffel vielleicht etwas stärker, doch ist dies nur ein flüchtiger Eindruck und kann sich bei einer – auf jeden Fall geplanten – Wiederholungssichtung durchaus noch ändern. Wie man es auch dreht und wendet: „Community“ ist die innovativste und lustigste aktuell laufende Comedy. Freunde von Popkultur-Referenzen müssen einfach reinschauen: 9/10 (8.9) Punkte.

Thor (2011)

Aktualisierung: Ich habe „Thor“ am 2. April 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Irgendwie habe ich mich bei meiner filmischen Vorbereitung zu Marvels „The Avengers“ doch deutlich verschätzt. So sah ich gestern mit „Thor“ bereits den vorletzten Prolog zu Joss Whedons Superheldenepos. Wer hätte gedacht, dass meine Begeisterung für diese Art von Film so lange anhält? Teils hatte ich beinahe schon das Gefühl eine überlange Episode einer imposant inszenierten TV-Serie zu sehen. Marvel ist mit dieser übergreifenden Filmstruktur wirklich ein Coup gelungen – und das nicht nur aus Marketing-Sicht.

Thor (2011) | © Walt Disney

Thor (2011) | © Walt Disney

Als ich hörte, dass Kenneth Branagh die Regie von „Thor“ übernimmt, war zumindest mein Interesse geweckt. Was hatte man bei dieser seltsam anmutenden Kombination zu erwarten? Nachdem ich den Film nun gesehen habe, macht die Wahl Branaghs durchaus Sinn. Die Szenen in Asgard wirken fast schon wie eine Parodie auf die Shakespeare-Verfilmungen, für die der Regisseur und Schauspieler bekannt ist. Man kann die Inszenierungsfreude in jeder Szene spüren und ich bin mir sicher, dass es für Branagh ein großer Spaß war Thor, Odin, Loki und Co. ihre Wortgefechte austragen zu lassen.

„Thor“ ist anders, als die bisherigen Marvel-Verfilmungen. Zu Beginn wähnt man sich eher in einem klassischen Fantasyfilm, der mit bombastischen Bildern und übermäßigem CGI-Einsatz auftrumpft. Die Schlacht auf Jotunheim ist großer Actionquatsch, der einfach nur Spaß macht. Im krassen Gegensatz zu diesem effektüberladenem Prolog, ist Thors Ankuft in einem kleinen Kaff in New Mexico beinahe schon intim inszeniert. An dieser Stelle wird der Film zunächst zur Komödie, die ihren Humor größtenteils aus dem Zusammenprall der Kulturen zieht. Mit Natalie Portman, Stellan Skarsgård und Kat Dennings trifft unser gefallener Gott zudem auf ein merkwürdiges Trio, dessen Besetzung stellvertretend für den gesamten Film zu sein scheint.

Innerhalb des Marvel-Universums knüpft „Thor“ direkt an „Iron Man 2“ an und man bekommt erstmals einen Eindruck, wie groß und mächtig S.H.I.E.L.D. tatsächlich zu sein scheint. Durch die Aufteilung der Handlung auf zwei große Schauplätze – die Erde und Asgard/Jotunheim – kam es mir vor, als hätte ich jeweils nur einen Bruchteil der Geschichte gesehen. Als der Film zu seinem wenig einfallsreichen Showdown einsetze und kurz danach auch schon wieder vorbei war, hatte ich das Gefühl maximal die ersten zwei Akte gesehen zu haben. Das konnte es doch nicht schon gewesen sein? Trotz seiner teils absurden Handlung und Inszenierung hatte ich folglich enorm viel Spaß mit dem Film und die Zeit ist nur so verflogen.

Fazit

Wie soll ich „Thor“ nun bewerten? Es ist sicherlich die experimentellste der bisherigen Marvel-Verfilmungen und auch eine der kurzweiligsten. Leider fühlt sich der Film über weite Strecken sehr gehetzt an und ich hätte von beiden Schauplätzen und ihren Charakteren gerne mehr gesehen. Die Bilder sind teils kitschig, teils beeindruckend bombastisch und teils einfach nur irritierend. Die Schauspieler in ihren Rollen zwar oft verschenkt, doch man merkt die Spielfreude in jeder Szene. Ich zücke zunächst vorsichtig die 7/10 Punkte – mit deutlicher Tendenz nach oben…

The Office (US) – Season 8

Auch wenn ich mich oft über zu frühe Absetzungen beschwere, so ist es manchmal doch auch erschreckend mit anzusehen, wie ehemalige Lieblingsserien langsam aber sicher in die Durchschnittlichkeit abdriften. Leider ist auch „The Office (US) – Season 8“ von diesem Schicksal betroffen. Erfolg beim Publikum ist manchmal eben doch nicht alles. Gab es dennoch ein paar Lichtblicke im achten Jahr bei Dunder Mifflin?

Zunächst einmal wiegt natürlich der Verlust schwer, den die Serie im letzten Jahr durch den Weggang von Steve Carell erlitten hat. Ohne Michael Scott fehlt „The Office“ eben doch das Zugpferd und weder Andy Bernard noch Robert California können diese Fußstapfen auch nur annähernd ausfüllen. Man merkt nun, da die anderen Charaktere weiter in den Vordergrund rücken, dass Michael Scott doch der Mittelpunkt der Serie war und manche Figuren im Hintergrund doch besser aufgehoben wären. Selbst Jim und Pam erscheinen erstmals nicht mehr so rundum sympathisch, wie noch die Staffeln zuvor.

Sehr erfrischend fand ich den Ausflug nach Florida. Auch wenn Dwight hier teilweise absurde Anstrengungen anstellt, um in die Gunst seiner neuen Chefin zu rücken, so hat mich dieser Handlungsstrang doch wirklich oft zum Lachen gebracht. Viele der Geschichten in Scranton waren dagegen teils sogar schon etwas langweilig, was ich aus den vorhergehenden Staffeln so gar nicht kannte.

Letztendlich hat mich nahezu jede Episode ausreichend gut unterhalten, um weiterzuschauen. Lachen durfte ich auch genug und die Entwicklung in den letzten Folgen lässt zumindest hoffen – mit Sabre wurde ich nämlich nie so richtig warm. Realistisch gesehen wird „The Office“ aber nicht mehr an alte Stärken anknüpfen können. Schade, aber so ist das eben nach acht Jahren. Fans werden ohnehin dran bleiben und alle anderen sollten lieber bei den ersten drei Staffeln einsteigen. Nicht schlecht, aber weit von den legendären Glanzzeiten entfernt: 7/10 (6.9) Punkte.

Iron Man 2 (2010)

Aktualisierung: Ich habe „Iron Man 2“ am 1. April 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche, freute ich mich heute ganz besonders auf einen entspannten Filmabend. Meine Sichtung der Prolog-Filme zu Marvels „The Avengers“ geht mit „Iron Man 2“ somit bereits in die dritte Runde. Damit komme ich schneller vorwärts, als ich ursprünglich gedacht hatte. Das Franchise bereitet mir immer noch großen Spaß und inzwischen ist die Vorfreude auf das große Finale schon ziemlich gewachsen…

Iron Man 2 (2010) | © Walt Disney

Iron Man 2 (2010) | © Walt Disney

Nach der letztwöchigen Sichtung von „Der unglaubliche Hulk“, ging es heute wieder zurück zu den Anfängen der Superheldensaga. Die Geschichte setzt ein paar Monate nach dem ersten Teil ein und ich hatte irgendwie das Gefühl die Hochphase des eisernen Helden verpasst zu haben. Man erfährt zwar, dass Iron Man der Welt Frieden gebracht hat, doch springt der Film sofort zur Demontage seines Ansehens in der Öffentlichkeit. Dies fand ich ein wenig schade, doch letztendlich brauchte man wohl das persönliche Drama, um die Handlung zügig nach vorne zu bringen.

Die Bösewichte sind meiner Meinung nach wieder die Schwachpunkte des Films. Nach dem großartigen ersten Auftritt Whiplashs (Mickey Rourke), lässt man diesen wieder verschwinden, nur um ihn am Ende gegen langweilige Dronen und einen weiteren Roboteranzug auszutauschen. Sehr schade, denn das erste Design war fantastisch und dürfte wohl die ikonografischste Szene des Films bilden – von Black Widows (Scarlett Johansson) erstem Kampfeinsatz einmal abgesehen.

Im Vergleich zu „Iron Man“ wirkt das Sequel holpriger erzählt und unstrukturierter. Der erweiterte Cast (u.a. Sam Rockwell) hat mir zwar sehr gut gefallen, doch bleiben die neuen Figuren größtenteils leider recht blass. Sehr schön fand ich dagegen die größere Rolle, welche die S.H.I.E.L.D.-Agenten in dem Film einnehmen. Habe ich Scarlett Johansson schon erwähnt? Sehr sehenswert. Auch Samual L. Jacksons Nick Fury bekommt langsam Profil und wirkt nicht mehr nur wie eine undefinierbare graue Eminenz.

Fazit

Insgesamt wirkte „Iron Man 2“ auf mich etwas schwächer als sein Vorgänger. Dieser hatte mich bei seiner Erstsichtung allerdings auch noch nicht vollständig überzeugt. Letztendlich bin ich mit dem Film durchaus zufrieden, da er wie das typische Sequel von allem einfach nur mehr bietet, was natürlich nicht immer der ideale Weg ist, doch hier größtenteils funktioniert: 7/10 Punkte.