Almost Famous – Extended Version (2000)

Es gibt als Filmfreund Zeiten, da schaut man Filme, die einen zwar gut unterhalten, die man nett findet, doch die einen nicht wirklich mitreißen. Manchmal geht das wochenlang so. Dann gibt es jedoch wieder diese Filme, die einem die Tränen in die Augen treiben. Einfach weil sie so schön sind. Zu diesen seltenen Werken gehört Cameron Crowes „Almost Famous“ – ein Film, der von unzähligen Kleinigkeiten lebt, der eine sehr persönliche Geschichte erzählt, und dabei dennoch epischer wirkt, als so mancher Historienstreifen. Ein Film, der mich daran erinnert, warum ich Filme liebe.

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Entdeckt habe ich „Almost Famous“ bereits vor etlichen Jahren. Zwar nicht mehr im Kino, aber die DVD ist öfter in den Player gewandert; bereits damals in der verlängerten Fassung, die auch als Untitled Version oder The Bootleg Cut bekannt ist. Ich kann mir auch gar keine andere Fassung mehr vorstellen und möchte keine der 161 Minuten missen. Man begibt sich mit William Miller (vom jungen Patrick Fugit großartig gespielt) auf eine Reise, die absolut bestimmend für sein Leben sein wird. So wie sie es auch für Cameron Crowe („Wir kaufen einen Zoo“) selbst war, der in dem Drehbuch seine eigenen Erfahrungen als junger Musikjournalist verarbeitet hat. Eine mehr als bedeutsame Reise, die jedoch so wunderbar leicht erzählt wird, dass es eine wahre Freude ist.

„Almost Famous“ ist ein waschechter Musikfilm. Sex, Drugs and Rock’n’Roll? Konzentrieren sich andere Filme dieses Genres häufig auf die beiden erstgenannten Aspekte, so wird hier eindeutig der Rock’n’Roll-Teil in den Mittelpunkt gestellt. Mit allem, was dazu gehört. Wir erleben diese verführerische Welt durch die Augen eines 15-jährigen Musikjournalisten/Fans, der das bunte Treiben so herrlich unverbraucht aufsaugt, dass man als Zuschauer nur staunen kann. Glücklicherweise wird sein Charater nicht naiv dargestellt; Crowes Alter Ego weiß was er will und meist auch wie er es erreichen kann. Er bleibt sich selbst treu und gewinnt dabei nicht nur die Herzen der schillernden Charaktere der fiktiven Band STILLWATER (u.a. Billy Crudup und Jason Lee).

Es gab mehrere Stellen im Film, in denen ich tatsächlich feuchte Augen hatte. Nicht weil er so traurig gewesen wäre, sondern weil manche Szenen (z.B. die TINY DANCER-Montage) so unglaublich mitreißend inszeniert oder manche Dialoge (nahezu alle Szenen zwischen Philip Seymor Hoffman und Patrick Fugit) so unglaublich auf den Punkt geschrieben sind. In „Almost Famous“ drückt uns Cameron Crowe auch keine schon unzählige Male gesehene Liebesgeschichte auf, sondern weckt durch Kate Hudsons Figur, die beinahe schon mystische Penny Lane, alle nur erdenklichen Bedürfnisse, was sie letztendlich tatsächlich zur wahren Muse macht – und jegliche körperliche Liebe der Liebe zur Musik unterordnet.

Auch wenn „Almost Famous“ in seiner erweiterten Schnittfassung eine recht stattliche Länge aufweist, so ist er zu keiner Sekunde langweilig. Neben den oben genannten Schauspielern erleben wir noch Frances McDormand und Zooey Deschanel („New Girl“) in bedeutenderen Rollen; ohnehin ist der Film unglaublich gut besetzt, was – trotz der teils märchenhaften Atmosphäre – zum Realismus der darsgestellten Welt beiträgt. Ich könnte nun noch ewig weiterschreiben, doch wenn ihr bis hier gelesen habt, auch nur ein wenig mit Gitarrenmusik anfangen könnt und Coming-of-Age nicht abgeneigt seid, dann schaut diesen Film: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Die Monster Uni – OT: Monsters University (2013)

Nach dem interessanten Kurzfilm „Der blaue Regenschirm“ stand nun endlich eine lang erwartete Fortsetzung auf dem Programm: Mit „Die Monster Uni“ hat Pixar mir den Wunsch erfüllt noch einmal in die Welt der Monster und Erschrecker zurückzukehren. Ich kann kaum glauben, dass seit meiner ersten Begegnung mit Mike und Sully inzwischen schon 13 Jahre vergangen sind. Dreizehn Jahre. Vielleicht wirkte es deshalb zu Beginn auch etwas befremdlich die Charaktere in jüngeren Jahren zu sehen – bei dieser Fortsetzung handelt es sich nämlich um ein waschechtes Prequel!

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Wie der Titel vermuten lässt, begleiten wir Mike und Sully während ihres turbulenten Studentenlebens. Der Film bietet alles, was man von einem amerikanischen College-Film erwarten würde – nur natürlich in einer kindgerechten Variante. Was an Sex und Anzüglichkeiten eingespart wird, machen Verbindungen, Außenseiter, Leistungsdruck und Zukunftsängste wett. Hinzu kommen etliche Archetypen, die einem bereits unzählige Male in diversen Filmen begegnet sind – nur eben mit dem Twist, dass es sich um Monster handelt. Dies alles ist quietschbunt und temporeich inszeniert, doch leider entwickelt sich der Plot auch genau so, wie man es in diesem Genre erwarten würde: Der Film lässt leider genau den Einfallsreichtum vermissen, der den Vorgänger „Die Monster AG“ ausgezeichnet und bis heute zu meinem Lieblingsfilm des Animationsstudios gemacht hat.

Technisch ist der Film äußerst beeindruckend und ich hatte den Eindruck, dass Pixar möglichst viele Lichtstimmungen perfekt in Szene setzen wollte. So erleben wir mehrfach die goldene Stunde, gleißende Sonnenstrahlen, diffuses Licht und schummrige Dämmerungen. All dies sieht so unglaublich gut aus, dass ein beinahe schon fotorealistischer Eindruck entsteht – wären da nicht die vielfältigen Monster. Inhaltlich kann „Die Monster Uni“ leider nicht ganz mithalten, tritt er doch zu häufig auf der Stelle und nutzt das Potential dieser einfallsreichen Welt leider nicht komplett aus. Dennoch macht er jederzeit Spaß, bietet liebenswürdige Charaktere und nette Anspielungen auf den chronologischen Nachfolger.

Insgesamt bin ich doch ein wenig enttäuscht, besonders wenn man bedenkt wie großartig z.B. die „Toy Story“-Fortsetzungen waren. Für mich tatsächlich einer der schwächsten Pixar-Filme, wenngleich dies natürlich Kritik auf äußerst hohem Niveau ist. Am Ende hatte ich tatsächlich Lust direkt im Anschluss noch einmal „Die Monster AG“ einzulegen, was ich letztendlich als doch sehr gutes Zeichen werte: 8/10 Punkte.

World War Z – Extended Action Cut (2013)

Inzwischen ist es wirklich schwierig geworden einen Film zu sehen, ohne bereits im Vorfeld eine gewisse Meinung zu ihm zu haben. Im aktuellen Fall von „World War Z“ wusste ich bereits im Vorfeld, dass mir der Film unmöglich gefallen kann: Das komplette Missachten der Buchvorlage, die fehlende Härte und rennende Zombies hatten die Entrüstung der Genrefans befeuert – und ich war mir sicher einen deutlichen Verriss schreiben zu müssen…

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Nachdem ich erstmals von der Ankündigung des Films gehört hatte, stellte ich es mir schwierig bis unmöglich vor aus Max Brooks‘ Vorlage mit dem seltsamen deutschen Titel „Wer länger lebt, ist später tot: Operation Zombie“ eine kohärente Filmhandlung zu adaptieren. Dann kam der Trailer und schnell war klar, dass der Film nicht mehr viel mit der fiktiven Interviewsammlung gemeinsam haben würde. Die CGI-lastigen Zombie-Wellen sahen zudem albern aus und Brad Pitt als Hauptdarsteller in einem Zombie-Film ließ auch nichts Gutes vermuten. Die größtenteils vernichtenden Kritiken taten ihr Übriges, um meine Erwartungen gegen Null tendieren zu lassen. Dennoch war ich neugierig und gespannt, was Marc Forster („James Bond 007: Ein Quantum Trost“) denn aus der Vorlage gebastelt hat.

Was soll ich sagen? Ich mochte den Film. Die erste halbe Stunde fand ich sogar ziemlich großartig, da sie mich emotional komplett involviert hatte und mich nicht von der Sofakante weichen ließ. Hier wurden Erinnerungen an den Anfang von „28 Days Later“ wach, nur eben im familiären Umfeld – und mit deutlich mehr Budget. Auch den weiteren Verlauf der Handlung fand ich interessant, hat man aus Brooks‘ Vorlage doch tatsächlich nur den Titel „World War Z“ als grundlegendes Element genommen und eben auch einen Kriegsfilm inszeniert: So gibt es etliche Schauplätze, viel Action und Militärgedöns zu sehen. Eben etwas anderes, als ein klassischer Zombiefilm vermuten lassen würde.

Was die häufig kritisierte fehlende Härte angeht, so kann ich dies nicht nachvollziehen. Natürlich fehlen Ausweideszenen, doch hätte dies meiner Meinung nach auch nicht zu diesen Zombies bzw. Infizierten gepasst. Mit Blut wird – zumindest im sogenannten Extended Action Cut – dennoch nicht gespart und mich hätte vor ein paar Jahren auch eine 18er Freigabe für diesen Film nicht gewundert.

Man muss sich einmal vor Augen halten, wie sich dieses Subgenre entwickelt hat: In den 90er Jahren war es noch nahezu unmöglich ungeschnitten an irgendeinen Zombiefilm heranzukommen. Die Toten wandelten höchstens in den Schmuddelecken der Videotheken. Dann kamen die ersten Mainstream-Filme, wie Zack Snyders „Dawn of the Dead“-Remake oder Danny Boyles „28 Days Later“ – ja selbst Romero meldete sich mit „Land of the Dead“ zurück. Und heute? Heute findet man die TV-Serie „The Walking Dead“ ungeschnitten im DVD-Regal, die grafisch härter ist als alles, was man in den 80er Jahren auf den Index gestellt hat. Und nun eben ein Big Budget-Zombiefilm mit Brad Pitt in der Hauptrolle. Für einen kleinen Teil von mir ist dies auch heute noch vor allem eines: unfassbar!

Wie man es auch dreht und wendet: Ich hatte großen Spaß mit „World War Z“. Der Film ist sicher nicht perfekt und ab dem Mittelteil oft auch unsauber in seiner Dramaturgie. Mit den Zombie-Wellen wird es teils auch übertrieben und das Quasi-Happy-End kommt auch zu plötzlich. Dennoch kann ich die große Schelte absolut nicht nachvollziehen und kann den Film tatsächlich selbst Genrefreunden empfehlen. Lasst euch nicht verrückt machen und schaut, wie weit es eure Zombies in Hollywood gebracht haben: 7/10 Punkte.

Outland: Planet der Verdammten (1981)

Nach beinahe drei Wochen Pause endlich einmal wieder ein Film. Die Auswahl ist groß, die berühmten Namen sind zahlreich – und doch hatte ich Lust auf einen kleinen Science-Fiction-Film aus den 1980er Jahren. Peter Hyams „Outland: Planet der Verdammten“ hatte ich das letzte Mal vor bestimmt 15 Jahren gesehen. Vermutlich im Nachtprogramm nach der Spätschicht im Zivildienst, wie so viele Filme. Trügen die guten Erinnerungen?

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Ich liebe die Filme der 80er Jahre. Vermutlich weil ich mit ihnen aufgewachsen bin, aber auch besonders aufgrund ihrer handwerklichen Umsetzung. Auch wenn so mancher Effekt in gewissen Einstellungen ziemlich angestaubt wirkt, so transportieren andere Miniaturaufnahmen und Setdesigns so unglaublich viel mehr Atmosphäre, als dies heute mit CGIs möglich wäre – ein fantastischer Look, der nicht von ungefähr an Ridley Scotts „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ erinnert. Beide Filme könnten direkt in einem Universum spielen, so ähnlich wirkt zeitweise das Produktionsdesign. Auch Jerry Goldsmiths atmosphärischer Score scheint Motive seiner eindringlichen 1979er Komposition aufzugreifen.

Auch inhaltlich rennt Peter Hyams mit „Outland“ bei mir offene Türen ein. Ich liebe die Sci-Fi-Geschichten der 70er/80er Jahre. Diese Kombination funktioniert für mich einfach, selbst wenn sie – wie in diesem Fall – nur das Setting für ein ganz anderes Genre bietet. Im Prinzip wird eine klassische Westerngeschichte erzählt: ein neuer Sheriff ist in der Stadt, der böse Minenbesitzer nutzt seine Mitarbeiter aus und zwischendurch trifft man sich zum Trinken in der Bar. Dies alles steuert natürlich auf die unausweichliche Konfrontation zwischen Gut und Böse zu, nicht jedoch ohne zuvor die obligatorischen Revolverhelden zum Showdown in die Stadt zu holen. „High Noon“ im Weltraum. Einfach, aber effektiv.

Für mich gehört „Outland“ zu den kleinen Sci-Fi-Klassikern, die zu unrecht ein wenig untergegangen sind. Mit Sean Connery bietet der Film zudem einen charismatichen Hauptdarsteller und Peter Hyams („Das Relikt: Museum der Angst“) hat auf der Hochzeit seines Schaffens alles aus dem Setting herausgeholt – einzig die Handlung hätte, besonders in der zweiten Filmhälfte, ein wenig mehr Eigenständigkeit vertragen dürfen. Dennoch ein unterschätzter Genremix der frühen 80er Jahre. Unbedingt sehenswert: 8/10 Punkte.

Let Me In (2010)

Nachdem meine Freizeit in den letzten Tagen gegen Null tendierte und sich die Besucherzahlen dieses Blogs in ähnlichen Regionen eingefunden haben, wollte ich vorerst nur noch effiziente Kurzkritiken verfassen. Irgendwo muss man ja anfangen. Doch nach einem anstrengenden Arbeitssamstag wanderte Matt Reeves „Let Me In“ auf die Mattscheibe – und hat mich komplett gefesselt. Folglich keine Kurzbesprechung. Als Filmfreund hat man es schon nicht leicht…

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Die Geschichte des Films hatte mich schon länger gereizt. Allerdings wusste ich nicht, welche Version ich mir ansehen soll. Das schwedische Original „So finster die Nacht“ aus dem Jahr 2008, oder das zwei Jahre später folgende US-Remake „Let Me In“? Die meisten werden sagen: natürlich das Original! Allerdings verstehe ich kein Schwedisch und liegt beiden Filmen eine Buchvorlage zugrunde. Aufgrund ebenfalls sehr guter Kritiken und meiner Kenntnis der Originalsprache, habe ich mich letztendlich für das Remake entschieden. Auf jeden Fall eine gute Wahl, wenngleich ich nun doch neugierig auf „Let the Right One In“ bin.

Es mag am heutigen Tag liegen, doch so mitgenommen hat mich schon lange kein Film mehr. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht. Dabei ist es nicht leicht das Gesehene emotional einzuordnen. Was das Genre angeht, bewegt sich der Film irgendwo zwischen Horror und Coming-of-Age, was ohnehin schon eine interessante Mischung ist. Auch die Charaktere sind nicht leicht zu greifen. Man fühlt sich von ihnen abgestoßen und fiebert dennoch mit ihnen mit. Die Trostlosigkeit der Wohnsiedlung sickert aus jedem einzelnen Frame – und doch gibt es irgendwo da draußen Hoffnung.

Der 80er Jahre Look ist Regisseur Matt Reeves („Cloverfield“) wirklich exzellent gelungen. Einzig ein paar CGI-Elemente wirken ein wenig befremdlich, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass dies durchaus beabsichtigt war, um die animalische Seite Abbys zu unterstreichen. Am meisten konnten mich jedoch die beiden Jungdarsteller Kodi Smit-McPhee, den ich bereits in „The Road“ toll fand, und Chloë Grace Moretz, die ich seit „Kick-Ass“ immer für ein wenig überbewertet hielt, begeistern. Wirklich fantastische Leistungen!

Auch wenn ich die leise Stimme in meinem Kopf nicht ganz verdrängen kann, die behauptet das schwedische Original wäre bestimmt noch besser gewesen, wird mir „Let Me In“ wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Genau solche Genrefilme will ich sehen. Aufgrund des Remake-Faktors lasse ich bei der Bewertung noch wenig Luft für das Original – obwohl es ja häufig so ist, dass einem die Fassung, die man zuerst gesehen hat, auch weiterhin besser gefällt: 8/10 Punkte.

Man of Steel (2013)

Auch wenn mich der Film nie so wirklich interessiert hat, wurde ich nun doch schwach und habe mir Zack Snyders „Man of Steel“ angesehen. Superman und ich sind bisher keine großen Freunde. Auch mit Zack Snyder habe ich so meine Schwierigkeiten. Keine sonderlich guten Voraussetzungen – auch wenn der Trailer, der letztes Wochenende vor „Battleship“ lief, schon verdammt gut aussah. Und was hatte der Film selbst nun zu bieten?

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In meiner damaligen Besprechung zu Bryan Singers „Superman Returns“ hatte ich mir noch eine echte Modernisierung im Stile von „Batman Begins“ gewünscht. Diese habe ich nun auch bekommen. So irgendwie. Zumindest werden sich dies Zack Snyder, David S. Goyer und Christopher Nolan wohl gedacht haben. Auch mag es sein, dass sie die Comics – ich selbst kenne sie nicht – perfekt auf die Leinwand transportiert haben. Selbst wenn das alles so ist, komme ich doch nicht umhin festzustellen, dass der Film komplett an meiner Vorstellung von Superman (die zugegebenermaßen größtenteils durch Jerry Seinfeld und „Die Abenteuer von Lois & Clark“ geprägt wurde) vorbeigeht.

Während der ersten 20 Minuten wusste ich nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Da steht doch tatsächlich ein bärtiger Russell Crowe, der in gnadenlosem Overacting überkandidelte Dialoge von sich gibt. Als seltsam kostümiertes Alien-Mensch-Wesen. Achja, auf einen Flugdrachen springt er auch noch. Durch die von Pathos geschwängerte Ernsthaftigkeit der Inszenierung wirkt das alles einfach nur befremdlich – dabei bin ich eigentlich immer für Sci-Fi, Monster und Fantasyelemente zu haben.

Dann befinden wir uns auf der Erde und der Film wird in meinen Augen richtig gut. Clark Kent muss sich selbst finden und wir bekommen Rückblenden in seine Kindheit zu sehen. Sonnendurchflutete Bilder einer Farm in Kansas, Kevin Costner als Ziehvater und erste Heldentaten. So hatte ich mir das vorgestellt! Auch das erste Auftreten von Lois Lane fand ich gelungen. Zwischen Henry Cavill, der einen wirklich guten Superman abgibt, und Amy Adams entsteht tatsächlich eine gewisse Chemie, auch wenn die Szenen der beiden viel zu knapp bemessen sind und – was ich extrem schade fand – nie ein Geheimnis um die Identität Supermans gemacht wird.

Ab der Hälfte des Films tritt dann Michael Shannon als General Zod auf den Plan, der Crowes Overacting fortführt und viel Alien-Trara veranstaltet. Auf mich wirkte das auch inhaltlich unglaublich billig, vermutlich weil Snyder diese Elemente so bedeutungsschwanger inseniert hat. Zudem wird jeder Hauch einer Zweideutigkeit eliminiert, da wirklich jeder Charakter meint, den Zuschauern durch ein Substitut auf der Leinwand alles haarklein erklären zu müssen. Langweilig! Ebenso wie die Action, die zwar toll anzusehen, letztendlich aber ermüdend redundant ist.

Die beste Einstellung folgt übrigens in einer Rückblende kurz vor dem Ende, als der junge Clark Kent in einem selbstgebastelten Umhang vor seinen Zieheltern posiert. Diese ist übrigens bereits im Trailer zu finden. Auch die Daily Planet-Szene nach dem Finale macht Lust auf mehr, doch war die Zerstörungsorgie davor einfach zuviel, so dass ich selbst in einer Fortsetzung wohl nicht mehr unbefangen an diese Art von Superman anknüpfen könnte.

All dies liest sich nun vermutlich extrem negativ, doch hatte ich durchaus Spaß mit dem Film. Leider hatte ich zu oft das Gefühl, dass man mit nur kleinen Änderungen am Drehbuch so viel mehr hätte erreichen können. Potential ist auf jeden Fall vorhanden und teils zaubert Snyder wahrlich tolle Bilder auf die Leindwand, doch dann taucht wieder General Zod auf und gestikuliert wild herum. Für mich ungefähr auf einem Level mit Bryan Singers 2006er „Superman Returns“ – nur mit ganz anderen Stärken und leider ebenso vielen Schwächen: 6/10 Punkte.

Co-Review: Der große Gatsby – OT: The Great Gatsby (2013)

Normalerweise schreibe ich meine Filmbesprechungen direkt nach der Sichtung. Bei Baz Luhrmanns Verfilmung von „Der große Gatsby“ hat es allerdings eine Woche gedauert, bis der Blogeintrag fertig war. Woran das liegt? Philipp von Das Cinemascope hatte mich zu einem Co-Review eingeladen, was ich natürlich gerne angenommen habe. Die folgende Besprechung zu „The Great Gatsby“ findet ihr auch auf Philipps Blog – schaut doch mal rein!

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Philipp: „The Great Gatsby“. Ein großer Name. Hier also eine Neuauflage des Klassikers aus dem Jahr 2013. Wie hat dir der Film denn so gefallen?

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Battleship (2012)

Kennt ihr das? Manchmal schwört man sich Filme nie zu sehen, nur um dann in einem schwachen Moment doch einzuknicken. Peter Bergs „Battleship“ ist da so ein Kandidat. Schon alleine dass es sich um eine Verfilmung des Brettspieles „Schiffe versenken“ handelt, lässt mich verzweifelt mit dem Kopf schütteln. Von den miserablen Kritiken einmal ganz zu schweigen. Warum nur konnte ich meine Finger dann doch nicht von dem Film lassen?

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Neulich hatte ich mir noch einmal den Trailer angesehen, weil ich wissen wollte wie Taylor Kitsch in dem Film wirkt, der mich in jeder Episode von „Friday Night Lights“ (FNL) aufs Neue begeistert. Plötzlich sehe ich da auch Jesse Plemons, der in der Football-Serie ebenfalls eine der Hauptrollen besetzt, mich zudem als fieser Todd in „Breaking Bad“ überzeugt hat und in „Star Wars VII“ die Hauptrolle spielen soll. Dann fällt mir noch auf, dass Regisseur Peter Berg ja ebenfalls bei FNL hinter der Kamera stand und als Produzent tätig war. Schon war meine Neugierde geweckt – und das obwohl der Trailer nur nach Krawall-Action aussah.

Die ersten paar Minuten fand ich wirklich herrlich: Taylor Kitsch als Verlierertyp mit langen Haaren könnte direkt FNL entsprungen sein. Tim Riggins wie er leibt und lebt. Leider nur ohne dessen Charme. Nach der Verwandlung zum 08/15-Actionhelden hatte ich auch schon beinahe wieder vergessen, was mich eigentlich an dem Film gereizt hatte. Schon unglaublich, wie viel ein gutes Drehbuch für einen Schauspieler ausmachen kann. Wirklich schade, dass Kitsch bisher nur Kinoflops hatte – obwohl ich ihn in „John Carter: Zwischen zwei Welten“ ja wirklich gut fand. Eigentlich kann er mehr, wie er in FNL beständig bewiesen hat.

Abseits von den Schauspielern bietet der Film einige Schauwerte, laute Actionszenen und doofen Humor. Ich hatte dabei meinen Spaß, wusste aber in jedem Moment, dass dieser nicht anhalten wird. Über kurz oder lang stellten sich erste Ermüdungserscheinungen ein und die unzähligen Explosionen haben angefangen mich zu langweilen. Wer nun am Ende welches Schiff zerstört, war im Prinip auch egal. Viel Bumm, wenig Hirn. Noch weniger Herz.

Letztendlich fand ich „Battleship“ auch nicht doofer als die anderen Krawall-Actioner da draußen, aber auch nicht gelungener. Das Design der Alien-Schiffe fand ich launig, das der Aliens selbst dagegen unglaublich mies. Über Jesse Plemons hatte ich ich mich in jeder Szene gefreut und am Ende war der Film dann eben irgendwann vorbei. Unterhaltsam, aber auch schon wieder vergessen. Eben am unteren Ende des Durchschnitts: 5/10 Punkte.

Silent Hill: Revelation (2012)

Vermutlich hätte es mir eine Warnung sein sollen, dass ich gut 10 Minuten kämpfen musste, bis die Blu-ray endlich vom Player gelesen wurde. Vielleicht eine Art der Qualitätssicherung, von der ich bisher noch nichts wusste. Doch da es letztendlich noch geklappt hat, wollte ich mir „Silent Hill: Revelation“ natürlich auch ansehen. Zur Einordnung meiner Besprechung: Ich kenne keines der Spiele, doch Christophe Ganses Verfilmung des ersten Teils mochte ich sehr. Spoiler sind zu erwarten.

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Zu Beginn des Films war ich stark verwirrst, bricht er doch komplett mit dem fantastischen Finale des Vorgängers. Warum ist die Tochter wieder zurück in der realen Welt? Ein paar Minuten später wurde dieser abstruse Reset völlig hanebüchen aufgeklärt. Ahja. Die erste Hälfte des Films fühlte sich ein wenig wie eine 80er Jahre Horror-Fortsetzung an. Ich musste öfter an die „A Nightmare on Elm Street“-Reihe denken, in der sich Realität und Albtraum auch stets vermischt haben. Die Entscheidung, ob dies im Jahre 2012 jedoch ein Qualitätsmerkmal ist, lasse ich an dieser Stelle bewusst offen.

Die Schockszenen des Films funktionieren größtenteils und ich saß oft doch recht angespannt auf der Sofakante. Allerdings bin ich auch sehr empfänglich für diese Art der Inszenierung – zumindest wenn es sich um irrationalen Horror handelt. Sobald die Handlung – wenn man sie so nennen mag – jedoch weiter vorangeschritten war, ist auch die Angst verflogen und hat einem beinahe schon hysterischen Lachen Platz gemacht. Genauso vorhersehbar wie die meisten Schockeffekte, ist auch die Geschichte. Jedes Mal wenn ich mir dachte ‚Die werden doch nicht…‘ kam es dann auch so. Angefangen beim Twist – wenn man ihn so nennen mag – um Vincent, bis hin zur Auflösung des gesamten Mumpitz. Untertroffen wurde das alles nur noch von den absolut haarsträubend geschriebenen Dialogen.

Es war ja zu erwarten, doch nach dem atmosphärisch wirklich tollen ersten Teil, hatte ich mir wenigstens nettes Sightseeing in Silent Hill erwartet. Doch selbst da versagt der Film. Was Sean Bean, Kit Harington, Malcolm McDowell und Carrie-Anne Moss in diesen Film getrieben hat? Wer die ersten beiden zusammen sehen will, der sollte sich lieber noch zum dutzendsten Mal die erste Staffel „Game of Thrones“ anschauen. Die folgenden Punkte gibt es nur, weil ich dem Film zugestehen muss, dass er mich doch ein paar Mal gepackt hat und er ein bis zwei nette Bilder liefern konnte. Muss man aber wirklich nicht sehen: 3/10 Punkte.

Pacific Rim (2013)

Momentan lese ich – zumindest sporadisch wenn es die Zeit erlaubt – das wunderbare „Cabinet of Curiosities: My Notebooks, Collections, and Other Obsessions“ über Guillermo del Toros filmisches Schaffen. Mein Interesse für den Regisseur befindet sich zurzeit folglich auf dem Höhepunkt, was meine Vorfreude auf „Pacific Rim“ nur noch weiter anfeuerte. Heute war es dann endlich soweit. Ob mich der Film trotz der durchwachsenen Kritiken begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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„Pacific Rim“ ist wahrlich der bildgewordene Big-Budget-Traum eines jeden Jungen. Riesige Roboter kloppen sich mit fantastischen Monstern. Während des Prologs bekam ich den Mund vor Staunen gar nicht mehr zu. So viele Details, so viele Bilder, so viel zu entdecken. Selten hätte ich mir mehr gewünscht einen Film auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Es gelingt Guillermo del Toro unglaublich gut diese Welt lebendig und, bei aller Überzogenheit, glaubwürdig erscheinen zu lassen. Endlich einmal wieder eine originäre Mythologie – selbst wenn diese nur aus Versatzstücken bereits bekannter Werke besteht. Bravo!

Für kleine und große Jungs ist der Film folglich bereits aufgrund seiner Monster und Roboter eine Erfahrung. Wer als Kind auch gerne mal mit Actionfiguren gespielt hat und sonntagnachmittags den einen oder anderen „Godzilla“-Streifen im Privatfernsehen verfolgte, bei dem dürfte der Film ohnehin schon gewonnen haben. Leider können die Charaktere nicht mit der liebevoll austaffierten Welt mithalten, denn weder Konflikte, Entwicklungen oder Dialoge sind hier der Rede wert. Dies schadet dem Unterhaltungswert von „Pacific Rim“ zwar kaum, doch hätte mit ein wenig mehr Feinschliff am Drehbuch noch ein deutlich besserer Film entstehen können.

Unter den unzähligen überladenen Effektfilmen der vergangenen Jahre wüsste ich keinen, der unterhaltsamer und sympathischer wäre, als Guillermo del Toros Ausflug in die Spielzimmer unserer Kindheit. Ein Film, der Charlie Day („It’s Always Sunny in Philadelphia“) als verrückten Wissenschaftler besetzt, kann auch gar nicht so verkehrt sein. Keinesfalls perfekt und möglicherweise schon bald wieder vergessen, doch für zwei Stunden einfach nur wow! Davon dürfte gerne ein Sequel kommen: 8/10 Punkte.