Gone Girl (2014)

Nachdem wir gestern Abend spontan mit den Kindern schwimmen gegangen sind, war es danach zu spät für einen Film. Heute bestanden die Tagesaktivitäten aus dem Kaufen und Aufbauen neuer Möbel – und irgendwann hatte ich genug davon, so dass der Sichtung von „Gone Girl“ nichts im Wege stand. Schon lange befand sich der jüngste Film von David Fincher auf meiner Liste. Ob er meine hohen Erwartungen erfüllen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung. Spoiler sind zu erwarten.

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„Gone Girl“ hat meine Erwartungen nicht getroffen. Ich hatte mir einen Film erwartet, der einen beständig zweifeln lassen würde, ob der von Ben Affleck gespielte Ehemann nun seine Frau ermordet hat oder nicht. Die Frage nach der Schuld stellt sich nicht wirklich, denn noch bevor David Fincher nach ca. einer Stunde die erste große Enthüllung macht, scheint die Geschichte ziemlich eindeutig. Der Kniff des unzuverlässigen Erzählers (hier durch ein Tagebuch in die Handlung eingewoben) ist recht offensichtlich und eher dazu gedacht, die Charaktere in der Filmwelt in die Irre zu führen, als uns Zuschauer vor dem Bildschirm. Dies sorgt für eine ganz besondere Art der Spannung: Sie wird doch nicht wirklich…

Es ist als wolle Fincher sagen: Mir geht es nicht darum euch an der Nase herumzuführen, schaut euch die Beziehung an – darin liegt der wahre Horror! Und Recht hat er. Es gibt in dem Film keinen fehlerlosen Charakter. Jeder spielt nach seiner Agenda – und durch die von Rosamunde Pike großartig verkörperte psychopathisch veranlagte Ehefrau wird die dunkle Seite der Emotionen, die in jeder Beziehung zu finden sind, beinahe schon satirisch böse auf die Spitze getrieben.

Durch David Finchers abermals perfekte Inszenierung wirkt die dargestellte Welt – und speziell jede Beziehung darin – kalt, fremd und mechanisch. Emotionen sind kalkuliert und der äußere Schein ist wichtiger, als die Innenwelt. Eine perfekte Oberfläche für das perfekte Verbrechen? Obwohl ich als Zuschauer um die Verfehlungen der einzelnen Charaktere wusste, habe ich mit ihnen mitgefiebert. An das Gute in ihnen geglaubt – und bin selbst so mancher Lüge aufgesessen. Gegen Ende gibt es dann doch noch einmal eine schockierende Wendung, die in ihrer Konsequenz so perfide ist, dass man eigentlich nur hysterisch darüber lachen kann. In ihr offenbart sich auch die Schwäche unserer Hauptfigur, was den Kreis zum Anfang schließt. Der Schein des trauten Heims bleibt gewahrt.

Vielleicht sollte ich dankbar sein, dass meine Frau bei der Sichtung eingeschlafen ist, denn „Gone Girl“ zeichnet ein extrem düsteres Bild der Ehe. Dabei legt der Film öfter einmal den Finger in die Wunde, verlässt die rationale Ebene jedoch sogleich und gipfelt in einer Art satirischem Thriller, der mir wohl noch länger im Gedächtnis bleiben wird. Interessant auch die Frage, wie der Film wohl in einer anderen Schnittfassung funktioniert hätte, in der Ehemann Nick zusammen mit dem Zuschauer bis zum Ende ahnungslos geblieben wäre und man Amys Perspektive erst zum Schluss gesehen hätte. Ein in jeder Hinsicht empfehlenswerter Film: 9/10 Punkte.

Can a Song Save Your Life? – OT: Begin Again (2013)

Die letzte Urlaubswoche nähert sich erschreckend schnell ihrem Ende – und bisher hatte ich es nicht geschafft auch nur einen der noch geplanten Filme zu sehen. Heute jedoch gab es mit „Can a Song Save Your Life?“ tatsächlich großes Kino zu sehen, was zu Beginn nicht wirklich absehbar war. Umso glücklicher bin ich, diesem kleinen und doch großen Werk eine Chance gegeben zu haben – und ihr solltet das auch!

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Ich mag Musikfilme und -serien. Sehr sogar. Ebenso die kleinen, wunderbaren Feel-Good-Movies, die häufig unter dem Radar fliegen. Tatsächlich hat mich bei „Begin Again“ die Besetzung am meisten gestört – Keira Knightley und Mark Ruffalo sprechen nicht gerade für eine charmante Indie-Produktion. Dagegen steht die zauberhafte Geschichte sowie mit „Once“ ein Überraschungshit, den Regisseur John Carney zuvor inszenierte. Letztendlich sollten sich meine Sorgen als unbegründet herausstellen und „Can a Song Save Your Life?“ bewegt sich so zielsicher zwischen Indie und Blockbuster, wie auch die Geschichte zwischen Märchen und authentischem New-York-Portrait schwankt. Trotz Ecken und Kanten (und manchmal auch fehlenden Ecken und Kanten) ein absolut fantastisches Erlebnis.

Grundvoraussetzung für eine positiv wahrgenommene Sichtung sollte vermutlich Gefallen an Singer/Songwriter-Musik sein. Auch wenn das Ergebnis in diesem Film immer ein wenig zu glatt und überproduziert klingt, so sind die Wurzeln doch unverkennbar. Erstaunlicherweise wirkt „Begin Again“ gerade aufgrund seiner beiden Hauptdarsteller authentisch. Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass Knightley und Ruffalo so wunderbar harmonieren und ihre Rollen perfekt ausfüllen. Es funktioniert einfach – und das Beste: Der Film kommt ohne aufgesetzte Romanze aus, auch wenn es durchaus unverkennbare Spannungen zwischen Charakteren gibt. Danke dafür.

Neben all der wunderbar echt wirkenden New-York-Atmosphäre, ist der Film ganz klar ein großes Pop-Märchen. Am Ende sind alle glücklich und haben sich zum Positiven hin weiterentwickelt. Ein echtes Feel-Good-Movie eben, der es schafft nicht in Kitsch zu ertrinken. Die Musik ist zudem wirklich gelungen und unterstützt die Atmosphäre des gesamten Films. Einfach schön. Wer das erträgt, der kann mit „Can a Song Save Your Life?“ wunderbare 100 Minuten verbringen. Eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte.

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 – OT: The Hunger Games: Mockingjay – Part 1 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“ am 3. Februar 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Nachdem ich den ersten Samstag im neuen Jahr genutzt habe, um einen Abluftkanal für unseren Wäschetrockner zu legen, war am Ende des Tages eigentlich die Luft raus. Dennoch hatte ich Lust auf einen Film und so kam es, dass letztendlich „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“ den Weg auf den Bildschirm fand. Den vorletzten Teil der erfolgreichen Jugendbuch-Verfilmung hatte ich damals im Kino verpasst und somit war ich sehr gespannt auf die Umsetzung…

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 (2014) | © Studiocanal

Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 (2014) | © Studiocanal

Zu Beginn war es sehr ungewohnt so unmittelbar in die dystopische Welt von Panem zurückzukehren. Hätte ich zuvor jedoch die beiden Vorgänger „Die Tribute von Panem: The Hunger Games“ und „Die Tribute von Panem: Catching Fire“ geschaut, dann hätte die Sichtung des ersten Teils des Finales bestimmt nicht mehr im Januar stattgefunden. Schon nach ein paar Minuten war ich inhaltlich auch wieder voll drin, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich die Buchvorlage „Die Tribute von Panem: Flammender Zorn“ kenne und zu schätzen weiß. Für mich bildet die Trilogie wunderbar den Brückenschlag zwischen Jugendabenteuer und ernstzunehmender Dystopie.

Regisseur Francis Lawrence hält sich abermals dicht an die Vorlage, was in diesem Fall auch einfach ist, denn schließlich hat er zwei Filme Zeit die Geschichte zu Ende zu erzählen. Eigentlich hätte es diese Zweiteilung nicht gebraucht und es steckt bestimmt vor allem der Profitgedanke des Studios hinter dieser Entscheidung – und doch muss ich sagen, dass der Rhythmus der Erzählung funktioniert. Ich hätte nur ungern auf eine Szene verzichtet und fand es schön, Distrikt 13 im Detail kennenzulernen. Wie sich diese gewonnene Zeit nun auf das endgültige Finale niederschlägt, das ja eher zwiespältig aufgenommen wurde, kann ich allerdings noch nicht abschätzen.

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern, gibt es dieses Mal ein gänzlich anderes Szenario, sprich man verlässt das Jugendabenteuer und findet sich eher in einem Sci-Fi-Kriegsfilm wieder. Dies funktioniert erstaunlich gut, was wohl auch an der gewissen Härte liegt, mit der wir Zuschauer konfrontiert werden. Hinzu kommt das große Thema Propaganda sowie Instrumentalisierung von Heldenfiguren. Für die Zielgruppe hat der erste Teil von „Mockingjay“ wahrlich einiges zu bieten – und auch als erwachsener Zuschauer kann man viel Freude mit dieser Dystopie haben.

Fazit

Nach der Sichtung finde ich es fast etwas schade, nicht doch noch einmal einen Blick auf die Vorgänger geworfen zu haben. Auf „Mockingjay Teil 2“ freue ich mich auf jeden Fall schon sehr – und spätestens dann wird sich auch zeigen, ob die Zweiteilung letztendlich auch der Geschichte und nicht nur dem Konto des Produzenten dienlich ist: 8/10 Punkte.

Non-Stop (2014)

Heute stand ein weiterer Film auf dem Programm, der genau richtig für die Zeit zwischen den Jahren schien – ein spannender Thriller, den man mehr oder weniger aufmerksam verfolgen und dabei einfach nur eine gute Zeit haben kann. Ob der Action-Thriller „Non-Stop“ dieses Versprechen auch einlösen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Hatte ich mich gestern noch beschwert, dass „John Wick“ zu wenig Handlung besitzen würde, wurde ich heute mit dem Gegenteil konfrontiert: „Non-Stop“ ist so vollgestopft mit ausformulierten Gedanken und überkonstruierten Handlungsgerüsten, dass man selbst als wenig geübter Zuschauer im Geiste eine Checkliste für diese Art von Film abhaken könnte – Schema F par excellence. Das Flugzeug-Setting ist bereits aus Filmen wie „Flightplan“ bekannt und bietet letztendlich auch nur Versatzstücke bereits bekannter Motive. All das ist gefällig inszeniert, doch konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren das alles schon anderswo besser gesehen zu haben.

Liam Neeson spielt seinen gebrochenen Helden archetypisch, wie man es bereits aus den „Taken“-Filmen oder auch „The Grey“ kennt. Das funktioniert, ist aber inzwischen schon so abgedroschen, dass ich manchmal das Gefühl hatte, eher einer Parodie beizuwohnen. Überhaupt ist die gesamte Geschichte um den mysteriösen Killer im Flugzeug alles andere als plausibel und das Verhalten der aktiv handelnden Personen zerrt beständig an den Nerven – da ist schon einiges an Suspension of Disbelief gefragt, um als Zuschauer noch wirklich interessiert am Ball zu bleiben.

Letztendlich konnte mich „Non-Stop“ über weite Strecken brauchbar unterhalten – und am Ende wurde wenigstens jeglicher Realismus über Bord geworfen. Insgesamt war mir der Film jedoch zu gewollt erzählt und hat sich irgendwann in seiner viel zu konstruierten Handlung verloren. Tut nicht wirklich weh, aber muss man auch nicht gesehen haben: 5/10 Punkte.

John Wick (2014)

Aktualisierung: Ich habe „John Wick“ am 25. August 2021 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Obwohl noch etliche Filme im Regal warten, habe ich heute mit „John Wick“ erstmals einen Film via Streaming geschaut. Diese Wahl war entgegen bereits geäußerter Befürchtungen eine sehr bewusste Entscheidung, da der Film ohnehin schon länger auf meiner Liste stand. Davon abgesehen verlief die Sichtung technisch reibungslos, wenngleich ich auch das Bonusmaterial zum Film vermisst habe. Und was hat Rache-Thriller sonst noch so zu bieten?

John Wick (2014) | © STUDIOCANAL

John Wick (2014) | © STUDIOCANAL

Als ich in einer Sneakpod-Episode die Inhaltsangabe zu „John Wick“ hörte, erschien sie mir fast schon lächerlich – ein Hund als Auslöser für einen fulminanten Rachefeldzug? Tatsächlich wird diese Prämisse im Film aber glaubhaft verkauft und zeigt zugleich, dass man auf die Geschichte ohnehin nicht viel Wert legen sollte: Dieses Werk lebt von seiner Action, von den Kampfszenen und der beinahe schon comichaften Brutalität. Überhaupt scheint die von Keanu Reeves verkörperte Hauptfigur einer Comicwelt entsprungen zu sein, in der es besondere Orte mit ganz speziellen Regeln gibt. Umso überraschender, dass es sich hierbei um ein Originaldrehbuch handelt.

Die Kampfszenen sind wahrlich famos choreographiert und man erkennt sofort, dass dieser Aspekt den Regisseuren (beides erfahrene Stuntleute) am wichtigsten war. Und was soll ich sagen? Der Film funktioniert als knallharter Actioner im comichaft überzeichneten Gangstermilieu auch wunderbar! Es macht unglaublich viel Freude Keanu Reeves beim Austeilen zu treibenden Elektro-Beats zuzuschauen. Wer braucht da schon viel Handlung? Leider nur wird unser Antiheld bereits als so unbesiegbar angekündigt, dass man als Zuschauer nie am Ausgang des Films zweifelt. Dies nimmt tatsächlich Spannung und hätte geschickter gelöst werden können.

Noch eine Beobachtung am Rande: Alfie Allen spielt nahezu 1:1 seine Rolle als Theon Greyjoy aus „Game of Thrones“ nach, sprich er ist wieder der ungeliebte Sohn, der sich das Wohlwollen seines herrischen Vaters sichern möchte, dabei völlig über das Ziel hinausschießt und letztendlich für seine Taten büßen muss. Michael Nyqvist (Mikael Blomkvis, „Verblendung“) konnte ich als Oberbösewicht leider nicht so richtig ernst nehmen, dafür hat es mich gefreut Willem Dafoe und Adrianne Palicki (Tyra Collette, „Friday Night Lights“) zu sehen. Und der Hauptdarsteller? Keanu Reeves kicks ass!

Alles in allem ist „John Wick“ wunderbare Abendunterhaltung, die für gut 90 Minuten herrlich mitreißt und für grinsende Gesichter sorgt. Am Ende des Films bleibt aber nicht viel im Gedächtnis, was wohl auch der schwachen emotionalen Involvierung und der flachen Figurenzeichnung geschuldet ist. Ich würde empfehlen den Film im Doppel mit „The Raid“ oder „DREDD“ zu schauen – damit dürfte jedes Actionbedürfnis auf Jahre hin befriedigt sein: 7/10 Punkte.

Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – OT: The Hobbit: The Battle of the Five Armies – Extended Edition (2014) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ am 27. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Zum Abschluss der Weihnachtsfeiertage habe ich mir endlich die erweiterte Fassung von „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ angeschaut. Die Erwartungen waren nicht sonderlich groß, war doch bereits im Vorfeld bekannt, dass sich die meisten Ergänzungen auf die ohnehin bereits recht ausführliche Schlacht beschränken würden. Dennoch habe ich mich sehr auf das große Finale gefreut, da ich durch die Sichtungen der ersten beiden Teile wieder so richtig in Mittelerde angekommen war. Was hat die neue Schnittfassung also letztendlich zu bieten?

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Bei der heutigen Sichtung war ich sehr erstaunt, wie wenig Platz die titelgebende Schlacht doch letztendlich im Film einnimmt. Das Kampfgetümmel startet erst mit der 75. Minute und ist nach einer Stunde mit der 135. Minute auch schon wieder vorbei. Natürlich ist eine Stunde Schlacht nicht wenig, doch bietet der Film weit mehr Handlung als ihm die meisten Kritiker zugestehen wollen. Zudem sollte man die Trilogie, wie auch „Der Herr der Ringe“, als ein komplettes Werk sehen, was auch dadurch unterstützt wird, dass es z.B. zwischen „The Desolation of Smaug“ und „The Battle of the Five Armies“ weder einen Epilog noch einen Prolog gibt – die Filme könnten nahtlos hintereinander ablaufen und es würde dramaturgisch Sinn ergeben.

Tatsächlich finden sich die meisten Erweiterungen in den Schlachtszenen wieder: So gibt es u.a. eine komplett neue Sequenz zu sehen, in der die Zwerge auf einem Streitwagen gegen mehrere Trolle kämpfen – und die ist tatsächlich äußerst unterhaltsam. Auch der Gewaltgrad wurde noch einmal deutlich angehoben, was durchaus zum Filmuniversum passt. Daneben gibt es jedoch auch mehrere Handlungselemente, die vertieft wurden: Gandalf wird in Dol Guldur konkret auf die Ringe angesprochen, es gibt eine sehr schöne Unterhaltung zwischen Bilbo und Bofur und dem Abschied von den gefallenen Zwergen wird endlich entsprechend Zeit eingeräumt. All diese Erweiterungen werten den Film deutlich auf, wenngleich sie ihn auch nicht so bedeutend verändern, wie dies bei „Smaugs Einöde“ der Fall war.

Letztendlich speist sich mein positives Bild des Films wohl auch aus den hämischen Kommentaren, die „The Battle of the Five Armies“ in letzter Zeit abbekommen hat. Der Clip aus dem Making-of, der Peter Jacksons Verzweiflung aufgrund von Zeitdruck und Terminplan zeigt, war für viele der Beweis, dass der Regisseur sein Versagen am Werk zugegeben hat. Letztendlich wurde damit nur eine schwierige Produktionsphase beleuchtet, was sich bis zu einem gewissen Grad auch schon bei „The Desolation of Smauf“ wiederfand. Die nicht idealen Bedingungen und der Druck des Studios sind bestimmt mit Schuld am oft holprigen Eindruck, den die Filme hinterlassen. Mehr sollte man aber auch nicht in das Video hineininterpretieren, zumal gerade der dritte Teil trotz seiner schwierigen Produktionsphase wieder stringenter wirkt, als der direkte Vorgänger – so man die Filme überhaupt getrennt betrachten kann.

Mit der erweiterten Fassung von „Die Schlacht der Fünf Heere“ ergibt sich nun auch eine (vorerst) finale Rangliste der Filme und ihrer Schnittfassungen:

  1. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Extended Edition)
  2. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Extended Edition)
  3. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Kinoversion)
  4. „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ (Extended Edition)
  5. „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ (Kinoversion)
  6. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Kinoversion, HFR)

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Trilogie rund um den kleinen Hobbit. Sie pendelt sich insgesamt bei sehr soliden 8 Punkten ein, was nur im Anbetracht der ursprünglichen Erwartungshaltung gering erscheinen mag. Ich bin nun sehr neugierig, ob „Der Herr der Ringe“ nur in meinen verklärten Erinnerungen so viel besser ist, oder ob der Zahn der Zeit inzwischen an einer meiner Lieblingstrilogien genagt hat. Dazu kann ich vermutlich genau in einem Jahr mehr sagen. Hierfür gibt es erst einmal wohlverdiente: 8/10 Punkte.

Der Hobbit: Smaugs Einöde – OT: The Hobbit: The Desolation of Smaug – Extended Edition (2013) (WS2)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ am 26. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Meine weihnachtlichen Filmwochen gehen in die nächste Runde: Auch wenn ich heute nach diversen Vorbereitungen eigentlich viel zu müde gewesen bin, habe ich doch meine inzwischen dritte Sichtung von „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ angepackt. Glücklicherweise hat sich mein letztjähriger Eindruck bestätigt und der Film ist in der erweiterten Fassung mit 24 Bildern pro Sekunde deutlich besser als das katastrophale Kinoerlebnis mit HFR vermuten ließ…

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Nachdem mir „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ noch ganz frisch im Gedächtnis ist, komme ich nicht umhin gegenläufige Parallelen in der Struktur festzustellen: Hat Peter Jackson im ersten Teil seiner Trilogie den Aufbruch des unfreiwilligen Helden nahezu perfekt gestaltet, so überzeugt im Nachfolger eher das letzte Drittel. Bilbos erste Begegnung mit Smaug zählt für mich nach wie vor zu den Highlights der Filmreihe und ich könnte dem Spiel zwischen Martin Freeman und Benedict Cumberbatch wahrlich stundenlang zusehen: Die beiden harmonieren auch außerhalb von „Sherlock“ und selbst als Antagonisten gar wunderbar – von den imposanten CGIs einmal ganz zu schweigen. Man merkt hier deutlich, dass diese Szenen Peter Jackson sehr am Herzen lagen.

Der Einstieg in die Geschichte rund um Beorn funktioniert in der erweiterten Fassung erneut richtig gut. Die Abenteuer in Düsterwald und die Flucht aus dem Königreich der Waldelben dagegen mag mich immer noch nicht so wirklich überzeugen – zu actionreich, zu weit weg von der Buchvorlage und zu seicht in der erzählerischen Tiefe. Zwar gibt es auch in diesen Abschnitten immer wieder Szenen, die mir sehr gut gefallen (z.B. Bilbos Blick über das Blätterdach), doch insgesamt kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre.

Den starken Fokus auf Seestadt kann ich nur teils nachvollziehen – und auch wenn ich Stephen Fry stets sehr gerne sehe, so wirken diese überdrehten Szenen oft eher der Scheibenwelt entsprungen als in Mittelerde verankert. Dennoch mag ich die Atmosphäre und das wunderbare Theme, das Howard Shore für Seestadt geschrieben hat. Die erweiterten Szenen rund um Dol Guldur bringen den Film noch einmal deutlich nach vorne, da viele Zusammenhänge eben erst durch diese klar werden. Speziell die Bedeutung des Einsamen Berges für den Feind erschließt sich erst jetzt, was speziell im Hinblick auf „Die Schlacht der Fünf Heere“ wichtig ist.

Alles in allem hatte ich wieder viel Spaß mit „The Hobbit: The Desolation of Smaug“, doch an den Vorgänger reicht der Film einfach nicht heran. Dafür wurden die verschiedenen Versatzstücke einfach zu beliebig in dem Film untergebracht. Trotz meiner Kritik hat Jackson hiermit einen gelungenen Mittelteil geschaffen, der gekonnt auf das große Finale hinleitet, doch dazu an anderer Stelle mehr: 8/10 Punkte.

Schöne Bescherung – OT: Christmas Vacation (1989) (WS6)

Ich sehe „Schöne Bescherung“ jedes Jahr und bespreche den Film danach auf meinem Blog. Du möchtest die komplette Dosis Griswolds? Du findest alle Besprechungen hier!

Ich weiß, ihr wartet sehnlichst auf meine Besprechung von „Schöne Bescherung“ – und heute ist es endlich soweit: Zum siebten Mal habe ich den Film im Rahmen dieses Blogs nun schon gesehen – und natürlich will ich auch dieses Jahr wieder meine frischen Eindrücke mit euch teilen. Viel Spaß also mit dieser ganz persönlichen Einstimmung auf die Weihnachtstage…

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Eigentlich habe ich dieses Jahr im Rahmen meines Weihnachtsinterviews auf dem Babykeks-Blog schon alles zum Film gesagt, was man wissen muss, um eben nicht in die typischen Fettnäpfchen zu treten, die Clark Griswold gerade zu magisch anzieht. Aber natürlich liegt darin auch der Witz des Films – und falls ihr euch fragt, ja, ich habe wieder herzhaft gelacht. Selbst die abgedroschensten Slapstick-Nummern zünden noch, vom Wortwitz von John Hughes‘ Drehbuch einmal ganz zu schweigen.

Ich weiß nicht, ob es am neuen Haus liegt, doch Weihnachtsstimmung wollte sich bei mir bisher noch nicht so recht einstellen. Zwar haben wir heute den Weihnachtsbaum aufgestellt, doch verbrachte ich den restlichen Tag mit dem Aufbauen neuer Möbel und habe mich mit der immer noch nicht 100%ig richtig funktionierenden Heizung rumgeschlagen. „Christmas Vacation“ hat mich jedoch neu kalibriert – und somit dürfte ich morgen bestimmt besser auf die Festtage eingestimmt sein.

Wie geht es euch? Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung? Welche Filme helfen euch dabei? Bei mir hat „Schöne Bescherung“ wieder ebenso gut wie im letzten Jahr funktioniert – und da es nun sogar eine 25th-Anniversary-Ausgabe des Films gibt, wird diese Besprechungsreihe auch nächstes Jahr spannend weitergehen. Freut euch schon einmal darauf – ich könnte mir den Film jetzt schon wieder anschauen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise – OT: The Hobbit: An Unexpected Journey – Extended Edition (2012) (WS3)

Aktualisierung: Ich habe „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ am 25. Dezember 2023 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine aktualisierte Besprechung veröffentlicht.

Während alle Welt – und damit meine ich alle Welt – zurzeit völlig im „Star Wars“-Fieber zergeht, habe ich mich erneut einer anderen populären Saga angenommen. Meine inzwischen vierte Sichtung von „Der Hobbit: Eine unterwartete Reise“ markiert für mich auch dieses Jahr den Beginn der Weihnachtszeit und ich bin hoffnungsvoll die Trilogie noch 2015 zu beenden. Der Einstieg in diese mir inzwischen nur allzu bekannte Reise, war für mich schon einmal ein wunderbares Erlebnis…

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„The Hobbit: An Unexpected Journey“ war für mich bereits letztes Jahr zweifellos der stärkste Teil der Prequel-Trilogie. Dennoch hatte ich noch etliche Kritikpunkte, die auch dieses Mal nicht komplett verschwunden sind, doch inzwischen immer stärker in den Hintergrund treten. Negativ formuliert, gewöhne ich mich stetig an den Film und seine Schwächen. Positiv gesehen, konnten mich seine Stärken überzeugen, was wohl auch daran liegt, dass ich mich zum letzten Weihnachtsfest ausführlich mit der Entstehungsgeschichte des Films beschäftigt habe und somit nun tatsächlich alle Zwerge zweifelsfrei unterscheiden kann, in vielen Szenen besondere Details wahrnehme und so manche Design-Entscheidung besser verstehe.

Die erste Stunde des Films – und damit genau die oft verhasste Zeit in Beutelsend bis zum Aufbruch der Gefährten – finde ich immer noch perfekt. Hier hat Peter Jackson wirklich alles richtig gemacht und ich fühle mich so stark in Mittelerde zu Hause, wie bei „Der Herr der Ringe“ selbst. Auch hat sich abermals gezeigt, wie gut Jackson hier den Ton der eher kindgerechten Vorlage und die Bezüge zu seiner vorangegangenen Filmtrilogie verknüpft. In diesem ersten Teil funktioniert das für mich tatsächlich erstaunlich gut. Was die bestehenden Kritikpunkte (Radagast der Braune, Videospiel-Kamera in der Goblin-Höhle, Azog der Schänder usw.) angeht, so sind sie mir dieses Mal tatsächlich deutlich weniger negativ aufgefallen. In Erinnerung bleiben für mich ohnehin eher die wirklich starken Szenen, wie z.B. das Rätselraten zwischen Bilbo und Gollum. Einfach nur toll.

Bestimmt ist es keine objektive Wertung, doch ich liebe Peter Jacksons Mittelerde und während der vier Sichtungen von „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ hat sich der Film nun endgültig in mein Herz gespielt. Selbst wenn ich kommendes Jahr eher wieder zu „Der Herr der Ringe“ greifen werde, so werde ich dazwischen immer wieder gerne zu diesem chronologischen Anfang der Geschichte zurückkehren: 9/10 Punkte.

Baymax: Riesiges Robowabohu – OT: Big Hero 6 (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Baymax: Riesiges Robowabohu“ am 13. Mai 2022 erneut gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Auch wenn es bis 21 Uhr nicht so ausgesehen hat, habe ich doch noch einen Film angepackt. Zählt man den zugehörigen Kurzfilm dazu, dann sogar zwei. Wow. Eigentlich wollte ich mit meinem diesjährigen Besuch in Mittelerde beginnen, doch dann würde ich jetzt noch sitzen – und nach einem weiteren Tag im Möbelhaus und werkelnd im Haus, habe ich mich dann doch lieber für den deutlich kürzeren „Baymax: Riesiges Robowabohu“ entschieden. Eine sehr gute Wahl…

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Baymax: Riesiges Robowabohu (2014) | © Walt Disney

Tatsächlich stellt der Animationsfilm aus dem Hause Disney eine weitere Marvel-Verfilmung dar. Das zugehörige Comic „Big Hero 6“ zählt wohl nicht zu den bekanntesten, doch war es vielleicht deshalb eine so gute Wahl, um die Kombination aus Animation und Superhelden-Action zu testen. Die kreativen Köpfe hinter dem Film standen übrigens bereits bei dem famosen „Bolt: Ein Hund für alle Fälle“ hinter der virtuellen Kamera. Ähnlichkeiten sind durchaus vorhanden, speziell was die teils völlig überdrehte Action angeht.

Die Handlung des Films gliedert sich in zwei Teile: einen Coming-of-Age-Block rund um den jungen Erfinder Hiro und seinen Bruder sowie die Origin-Geschichte des im Original titelgebenden Superhelden-Sextetts. Den ersten Teil der Geschichte mochte ich um einiges lieber, was jedoch nicht bedeutet, dass der zweite Teil schlecht wäre. Speziell die charakterbildenden Momente zwischen Hiro und dem fantastisch gestalteten Gesundheitsroboter Baymax haben mich auch im weiteren Verlauf immer wieder begeistert.

In den Kampfszenen erinnerte mich „Baymax“ ein wenig an Pixars „Die Unglaublichen“ oder eben andere Marvel-Verfilmungen. Ab und zu habe ich mir vorgestellt, wie „Big Hero 6“ wohl als Realfilm gewirkt hätte – ein interessanter Gedanke, speziell da die Umgebung von San Fransokyo tatsächlich unglaublich realistisch wird. Doch auch das Charakterdesign ist ausgesprochen ansprechend und die menschlichen Charaktere wirken zu keinem Zeitpunkt wie Fremdkörper in der Kulisse. Aus technischer Sicht ein wahrer Genuss!

Fazit

Insgesamt gesehen mochte ich „Baymax: Riesiges Robowabohu“ wirklich sehr gerne. Ich habe mit Hiro und seinem Gesundheitsbegleiter mitgefiebert und wurde manchmal nur aufgrund der nicht enden wollenden Action aus dem Film gerissen. Ein Problem, an dem leider viele Marvel-Filme kranken. Dieser hier ist auf jeden Fall einer der besten und sei somit sowohl Animationsfilm- als auch Comicfilmfreunden ans Herz gelegt: 8/10 Punkte.