Ein bedeutsames Wochenende

Normalerweise versuche ich all zu private Dinge aus dem Blog herauszuhalten. Doch die Ereignisse an diesem Wochenende waren/sind so einschneidend, dass ich sie euch nicht vorenthalten mag: Begonnen hat alles Anfang Februar. Stimmt nicht. Begonnen hat alles eigentlich vor sieben Jahren. Anfang Februar habe ich nur den nächsten Schitt unternommen, der letztendlich in diesem bedeutsamen Wochenende gipfelte.

Freitag Abend wurde ich auf meinen Junggesellenabschied entführt. Startschuss war um 18:00 Uhr. Die Ziellinie haben wir um ca. 4:00 Uhr morgens überquert. Um die Götter gnädig zu stimmen und zum Helden aufzusteigen, musste ich in der Zwischenzeit allerlei lustige Aufgaben erfüllen. Letztendlich habe ich stolze 219 von 230 Punkte erreicht.

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 Die Überbleibsel einer langen Nacht

Der restliche Streifzug durch die Nacht war recht feuchtfröhlich und durchaus interessant. Noch nie zuvor hatten mich so viele Männer angesprochen. Alle mit Beileidsbekundungen und tollen Beziehungstipps. Auch die meisten Frauen zeigten sehr interessante Reaktionen und ich war insgeheim stets froh, mir über nächtliche Zufallsbekanntschaften keinen Kopf machen zu müssen.

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 Die vorletzte Runde

Je später die Stunde, desto lustiger wurden Spiele und Leute. Zusammenfassend war die Nacht wirklich superlustig und ich hatte so viel Spaß, wie man sich das von einem Junggesellenabschied nur wünschen kann. Auch meine bessere Hälfte hatte anscheinend viel Spaß, wenngleich sie am nächsten morgen weitaus fitter ausgesehen hat, als ich mich gefühlt habe.

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 Die andere Uniform

Dann kam also der nächste Morgen. Ich war müde, aufgeregt und letztendlich einfach nur glücklich. Die Trauung war sehr schön und ist wie im Flug vergangen. Ich kann das alles immer noch gar nicht realisieren. Die anschließenden Feierlichkeiten im Kreise der Familie(n) boten dann etwas Zeit zum Durchatmen.

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 Verheiratet!

Zurückblickend bin ich nun superglücklich aufgrund der gelungenen zwei Tage. Inzwischen konnten wir auch etwas Schlaf nachholen und das große Ereignis etwas verdauen – bis die kirchliche Hochzeit nächsten Sommer dann erneut Aufregung mit sich bringt.

Nun freue ich mich nach zwei anstrengenden, aber wirklich superschönen Wochenenden auf ein paar ruhige Fernsehgammelabende. 😉

Done!

So bin ich Sonntagmorgen zu einem Abenteuer gestartet, das vor einigen Stunden ein glückliches Ende gefunden hat:

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 Platznot

Nun ist es vollbracht. Zwei schweißtreibende Drehtage und alles ist im Kasten. Ich bin wirklich superzufrieden. Alle Sorgen aus dem Vorfeld haben sich zerstreut. Das Drehteam war supernett und hat dabei sehr professionell gearbeitet. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sind die Schauspieler auch richtig aus sich herausgegangen und es gab ein paar tolle Darbietungen zu sehen. Die Locations (besonders das Museum) boten eine tolle Optik, wodurch wirklich schöne Einstellungen möglich waren. Besonders Dolly und Kran haben sich als wahrer Glücksgriff für sanfte Kamerafahrten erwiesen. Anbei gibt es schon ein paar Teaser-Fotos:

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 Das Wichtigste (neben den Personen)

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 Im Foyer des Museums

Nun befinden sich knapp 20 GB hochauflösendes Videomaterial auf meinem Rechner, das auf genaue Sichtung und Auswahl wartet. Danach folgt der Rohschnitt. Feinschnitt. Postproduction. Vertonung. Schnitt des Making Of. Und bestimmt noch einiges mehr, das mir gerade nicht einfällt. Ich werde euch hier auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Dann auch mit Personen im Bild. 😉

Nun bin ich einfach zu kaputt und müde um noch mehr zu schreiben. Es war auf jeden Fall eine wirklich tolle Erfahrung. Regie führen. Davon träume ich schon seit ich ein kleiner Junge war. Mit einem Team, das wirklich alles gibt, ist das auch gar nicht so schwer, wie man – in diesem Fall: ich – sich das im Vorfeld vorstellen mag.

PS: Danke für’s Daumen drücken! 😀

Let’s Roll!

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Es geht los! Heute habe ich bereits Kamera-, Ton- und Lichtequipment abgeholt und mich mit meinem Drehteam besprochen. Morgen kommen dann noch Dolly und Kamerakran dazu. In meiner Wohnung hat es heute Nachmittag ausgesehen, wie in einer Lagerhalle.

Mit der Kamera habe ich auch bereits etwas herumgespielt und konnte nun endlich das sehen, was ich schon immer vermutet hatte: Die Farbauflösung von heruntergerechnetem HDV-Material ist um einiges höher, als die von DV (siehe Bild). Dieser von mir gewählte Ansatz dürfte mir beim Keying zugute kommen.

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 YUV: DV vs. HDV

In den nächsten Tagen werde ich wohl nicht viel Zeit zum Schreiben und Lesen finden. Ich denke Mittwoch dürfte es so langsam ruhiger werden. Dann melde ich mich mit hoffentlich gelungenen Aufnahmen und etwas Making Of-Material zurück. Panik? Panik! 😀

Eitelkeiten

Was tun wenn man seine Sonnenbrille vergessen hat? Den ganzen supersonnigen Ostermontag die Augen zusammengekneifen und in die Sonne blinzeln? Oder doch nach einer Leihbrille fragen?

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Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, was nicht wenige belustigte Kommentare nach sich gezogen hat. Dabei war ich mir so sicher einen neuen Trend entdeckt zu haben. 😉

American Beauty (1999)

Zum Abschluss des langen Filmsonntags, hat sich gestern noch ein DVD-Abend mit Sam Mendes „American Beauty“ ergeben. Mit der ersten Sichtung des Films verbinde ich einige ganz besondere Momente und auch die noch folgenden haben den Film zu etwas Besonderem gemacht. Auch gestern habe ich wieder festgestellt, dass kaum ein Film komischer, ernsthafter, optimistischer, deprimierender, fröhlicher und trauriger zugleich daher kommt. Kurzum: Ein Meisterwerk.

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Die Geschichte von Lester Burnham – genial verkörpert von Kevin Spacey – mag wie eine Satire auf den uramerikanischen way of life erscheinen. Die typischen Vorstädte, verbohrter Patriotismus und konservatives Gedankengut. Doch „American Beauty“ ist viel mehr. Wer kann sich nicht mit Lester identifizieren? Wer hat nicht bereits einen Lebensweg eingeschlagen, der irgendwie endgültig erscheint? Der Film treibt diese Ängste auf die Spitze und wirkt doch jederzeit real und nachvollziehbar, was zu großen Teilen den wirklich fantastischen Schauspielleistungen aller Beteiligten zuzuschreiben ist.

Die gewählte Erzählform ist interessant und außergewöhnlich. Durch die Vorwegnahme des Endes wird keineswegs Spannung herausgenommen. Sie wird eher gefördert. Ein stetiges, beunruhigendes Erwarten liegt den gesamten Film über in der Luft. Dazwischen gibt es unzählige wirklich komische Szenen, die teilweise so beängstigend treffend und zielsicher sind, dass einem das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt. Das große Finale ist ein Meisterstück der Montage: Zugleich traurig und hoffnungsvoll. Selbst nach der – ich weiß nicht wievielten – gestrigen Sichtung, war ich noch lange in der Gedankenwelt des Films gefangen. Das schaffen nicht viele Filme.

Die Inszenierung ist perfekt. Kamera, Score, Montage. Da gibt es wirklich nichts auszusetzen. Ein für ein Kinodebut in jeder Hinsicht beeindruckender Film. Und nicht nur dafür. Der Film macht nachdenklich. Ob man nicht auch selbst etwas mehr leben sollte. Ob man zufrieden ist. Nach der Sichtung gestern war ich es: 10/10 Punkte.

House of Wax (2005)

Zu manchen Filmen kann man einfach nicht viel sagen. Um solch einen Fall handelt es sich bei „House of Wax“. Ein Horrorfilmchen, wie tausend andere. Nichtssagend wie tausend andere und morgen garantiert vergessen.

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Erwähnenswert ist eventuell das Aufgebot an Jungstars. So dürfen Eliza Cuthbert („24“), Jared Padalecki („Gilmore Girls“, „Supernatural“) und Chad Michael Murrey („Dawson’s Creek“, „Gilmore Girls“) um ihr Leben rennen/schreien. Ergänzt werden die unwilligen Opfer durch Paris Hilton, was dann ungefähr dem Niveau des Films gerecht wird.

Neben einem Nichts von Handlung gibt es wenigstens schön anzusehende und äußerst aufwendige Kulissen. Gegen Ende muss dem Studio zudem der Geldhahn geplatzt sein, da – völlig überzogene und unfreiwillig komische – Effektlawinen auf den Zuschauer einprasseln. Die Idee mit dem Wachs wird wenigstens konsequenzt durchgezogen. Visuell nett anzusehen. Inhaltlich einfach nur dumm.

Mehr fällt mir wirklich nicht ein. Zwar kein Totalausfall, doch absolut spannungsarm und belanglos. Kann man sehen, wenn man zuviel Zeit hat – was heute bei mir ausnahmsweise einmal der Fall war: 3/10 Punkte.

Die Passion Christi – OT: The Passion of the Christ

Pünktlich zu Ostern kommt Mel Gibsons kontrovers diskutiertes Bibeldrama „Die Passion Christi“ als TV-Erstausstrahlung natürlich zur richtigen Zeit. Auch für mich, denn mich hat schon länger interessiert, was denn nun dran ist, an dem oft als skandalös bezeichneten Werk.

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Vorausschicken sollte ich, dass ich durchaus gläubiger Christ bin, wenngleich ich mit der Kirche selbst nicht allzu viel anfangen kann. Ebenfalls muss ich über so manch in der Bibel geschildertes Ereignis eher schmunzeln, als dass es in mir ein Gefühl der Erfurcht auslöst. Vielen Dingen stehe ich folglich eher skeptisch gegenüber, wenngleich ich mir sicher bin, dass Gott in irgendeiner Form existiert. Ob Jesus – und damit Gottes Sohn – nun wirklich so, wie in der Bibel überliefert, auf Erden gewandelt ist, darüber mag ich mir kein Urteil erlauben. Dennoch glaube ich, dass auch hier ein wahrer – historischer – Kern zugrunde liegt.

Ich habe versucht an den Film möglichst objektiv heranzugehen, wenngleich ich mir eigentlich sicher war, ihm nicht sonderlich viel abgewinnen zu können. Letztendlich hat es mich überrascht, wie mitreißend Gibson die Darstellung von Jesus letztem Gang doch gelungen ist. Rein inszenatorisch erinnert der gesamte Film an die letzten Minuten von „Braveheart“. Es wird in Zeitlupe gefoltert, es gibt Großaufnahmen des Leidenden und der Schmerz wird fast körperlich spürbar. Unterbrochen wird die Folterorgie durch Rückblenden, die eine emotionale Bindung herstellen. Was die Folterszene in „Braveheart“ zu einer der eindringlichsten des gesamten Films gemacht hat, verliert hier etwas an Wirkung. Teils konnt ich zwar fast nicht mehr hinsehen, doch wurden das körperliche Leiden und der Sadismus der Wachen zu sehr in den Vordergrund gerückt. Meiner Meinung nach hätte man auf eine ausgewogenere Mischung von Rückblenden und dem Leidensweg setzen sollen. Die gewählte Erzählform an sich weiß nämlich durchaus mitzureißen.

Teils habe ich das Gefühl gehabt die Verfilmung eines Romans zu sehen, den ich seit Kindestagen nicht mehr gelesen habe. Viele Zitate und Begebenheiten sind mir aus dem Religionsunterricht noch sehr präsent gewesen und es war teils wirklich interessant diese perfekt inszeniert auf dem Bildschirm zu sehen. Diese perfekte Inszenierung ist gleichzeitig jedoch auch ein Manko des Films. Gibson wollte – nach eigener Aussage – den Leidensweg Christi so darstellen, wie er sich zugetragen hat. Gegen dieses Vorhaben spricht allerdings die viel zu emotionale Art der Inszenierung. Es wird in Bildern geschwelgt, es gibt unzählige Zeitlupenaufnahmen, die Montage ist sehr manipulativ usw. Der Film wirkt für seinen Inhalt technisch zu perfekt. Andererseits wüsste ich auch nicht, wie man diesen Anspruch hätte besser umsetzen können. Dokumentarstil? Ohne emotionale Inszenierung? Ich weiß es nicht.

Die letzte große Frage, die sich mir stellt: War es überhaupt nötig diesen letzten Abschnitt aus Jesus Leben in dieser emotionalen Detailversessenheit zu zeigen? Ich bin mir nicht sicher. Andererseits: Welcher Film ist schon nötig? Insgesamt lässt mich Gibsons Werk recht unschlüssig zurück. Der Film konnte mich durchaus packen, selbst die Gewaltdarstellung finde ich gerechtfertigt. Allerdings hätte man die Geschichte inhaltlich ausgewogener erzählen können, denn dann wäre die emotionale Bindung auch mit weniger Gewaltszenen vorhanden gewesen und man hätte sich nicht allein auf den Schockeffekt und das Mitgefühl der Zuschauer verlassen müssen.

Es wäre bestimmt interessant zu wissen, wie bibelfeste und sehr gläubige Menschen den Film aufnehmen. Ebenso wie Menschen ohne Glauben, für die das Gesehene wohl jeglicher Grundlage entbehrt. Ich selbst bereue die Sichtung nicht, wenngleich der Film für mich auch etwas schwierig zu greifen ist. Deshalb wollte ich eigentlich auch auf eine Bewertung nach der klassischen Punkteskala verzichten. Doch letztendlich handelt es ja nur um einen Film. Die Umsetzung einer Geschichte. Und als diese ist der Film – trotz Schwächen und seiner besonderen Position – durchaus mitreißend und in starken Bildern erzählt, wenngleich ich es wohl bei dieser einen Sichtung belassen werde: 7/10 Punkte.

300 (2007)

Eine aktualisierte Besprechung des Films habe ich am 29. Oktober 2014 veröffentlicht.

Gestern Abend war ich endlich einmal wieder im Fremdsprachenkino in Nürnberg. Somit mein dritter Kinobesuch diese Woche. Unglaublich. Wohl das erste mal seit den seeligen Schultagen. Der Anlass war Zack Snyders „300“. Ein Film, der mir bereits nach dem Trailer wie geschaffen für eine O-Ton-Sichtung schien. Viel Action, markige Sprüche und mit „This is Sparta!“ einen catch phrase, der sich bereits so ins Gedächtnis gebrannt hatte, dass eine synchronisierte Fassung für mich undenkbar gewesen wäre.

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Zunächst zum Look des Films: Ich hatte anfangs befürchtet, dass mir die doch sehr künstliche Optik irgendwann auf den Senkel geht. Tat sie nicht. Sie passt perfekt zum Inhalt und man möchte – so man auf brutales Abschlachten steht – jeden einzelnen Frame nehmen und an die Wand hängen. Visuell ist der Film brilliant. Noch nie wurde so ästhetisch gestorben. Noch nie waren Kampfszenen trotz äußerster Brutalität so stilisiert. Es mag seltsam klingen, doch der Film ist wunderschön anzusehen. Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: Visuell eine Bombe – und vermutlich deswegen letztendlich auch so umstritten.

Die Handlung kann mit der optischen Pracht nicht im Geringsten mithalten. Die Kampfszenen stehen klar im Vordergrund und wenn man als Zuschauer auch froh um etwas Ruhe ist, können die stillen Szenen in Sparta leider nicht wirklich überzeugen. Es fehlt die Identifikation mit den Figuren. Auch wenn Gerald Butler wirklich eine beeindruckende Vorstellung abliefert, so bleibt sein König Leonidas eher eindimensional, wenngleich auch die eindeutig stärkste Figur in dem Schlachtengemälde.

Auf dem Schlachtfeld fehlt zudem etwas die Spannung, da Spartas Kämpfer dem Feind ohnehin überlegen sind. Als Zuschauer ergözt man sich nun also an der bombastischen Optik, wird dem bunten Treiben aber schon bald überdrüssig. So ist es zumindest mir ergangen. Das Ende war dann auch relativ schnell abzusehen. Zwar wieder grandios inszeniert, aber eben nicht emotional bindend. Doch darüber mag ich hinwegsehen, da „300“ in keiner Sekunde einen Hehl daraus macht, eine Comicverfilmung zu sein. Ich störe mich auch nicht an den wie aus dem Ei gepellten Kämpfern oder der äußersten Brutalität. Und schon gar nicht an den historischen Ungenauigkeiten. Wer dem Film solche Dinge vorwirft, sollte lieber bei den Geschichtsbüchern bleiben.

Neben Handlungsschwächen weist „300“ – trotz wirklich gelungener humorvoller Szenen – leider auch unfreiwillige Komik auf. Man merkt hier teils mehr als deutlich, dass manche Dinge, die auf dem Papier funktionieren, sich nicht 1:1 auf das Medium Film transportieren lassen. Hier hätte es mehr Feinschliff im Skript bedurft.

„300“ ist ein bombastischer Kracher von einem Film. Visuell brilliant, inhaltlich leider eher schwach. Trotzdem – oder gerade deshalb – sollte der Film auf der großen Leindwand gesehen werden. Spaß macht er allemal. Allein die FSK-Freigabe löst bei mir Kopfschütteln aus, denn gerade die comichafte Gewaltstilisierung schätze ich als weit gefährlicher ein, als abschreckende Brutalität à la „Pans Labyrinth“. Schon alleine aufgrund der Optik ist „300“ auf jeden Fall sehenswert: 7/10 Punkte.

Geständnis

Nun, da überall vermehrt Meldungen über Fakeblogger und dubiose – aber erfolgreiche – Marketingkampagnen auftauchen, fühle ich mich gedrängt euch ein Geständnis zu machen. Auch ich bin nicht der filmverrückte Diplomand, der ich vorgebe zu sein. Ich werde bezahlt.

Angeheuert von einem Konglomerat, dem u.a. die Bluth Company und Larry David angehören, werde ich in Naturalien (Frozen Bananas) bezahlt, um meine Meinung zu diversen Film- und Fernsehproduktionen unter das Volk2.0 zu bringen und damit schleichend den weltweiten Einfluss der Bluth Company zu erweitern.

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Ihr fragt euch bestimmt: „Du verkaufst dich für ein paar Frozen Bananas?“ Und ihr habt recht. Nach erfolgreichem Abschluss der Kampagne werde ich in ein Model Home der o.g. Bluth Company ziehen und meinen persönlichen Frozen Banana Stand leiten.

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Wer kann da schon nein sagen?

Born to be Wild – OT: Wild Hogs

Nach über einem halben Jahr war ich gestern endlich einmal wieder in der Sneak. Gehofft hatte ich auf „300“, meine schlimmste Befürchtung war – nach Sichtung des Trailers – „Herr Bello“. Mit dem letztendlich gezeigten „Born to be Wild“ hatte ich überhaupt nicht gerechnet, doch bereits nach den ersten paar Minuten war klar, was für ein Film die Zuschauer in den nächsten 100 Minuten erwartet.

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So kam es dann auch: Eine seichte, stargespickte Hollywood-Komödie von den ersten Minuten bis zum bitteren Ende. Tim Allen sehe seit „Galaxy Quest“ sehr gerne. Auch John Travolta mag ich ich als Schauspieler. William H. Macy ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Eigentlich also gute Voraussetzungen. Doch leider kann das Skript mit der eigentlich witzigen Grundidee überhaupt nicht mithalten. Bereits die Charakterisierung der Hauptfiguren läuft nach Schema F ab: In getrennten Kapiteln ohne Zusammenhang und Ausnutzung der durchaus vorhandenen Gruppendynamik. Zudem wird der Prolog viel zu breitgetreten und bis die Truppe endlich losfährt, stellen sich bereits erste Ermüdungserscheinungen ein.

Doch dann startet die Bikertour und damit kommt auch der Film in Fahrt. Im Mittelteil kommt es somit zu einigen gelungenen Scherzen und einem superlustigen Gastauftritt von John C. McGinley – dem Menschenfreund Dr. Cox – als schuler Cop. Im Laufe der Handlung finden unsere vier Freunde ihren Erzrivalen in dem – von Ray Liotta verkörperten – Kopf einer Bikergang. Nach einigen Desastern trifft die Truppe in der kleinen Stadt Madrid ein, in der unser Computerfreak (William H. Macy) endlich sein Mädchen (immer gerne gesehen: Marisa Tomei) findet und es zum Showdown mit den verfeindeten Bikern kommt.

Die letzte halbe Stunde kocht gerade zu über vor übermäßigem Kitsch, vorhersehbaren Handlungen und schlechten Scherzen. Einzig der Gastauftritt von Peter Fonda – als Übervater aller Biker – konnte noch ein Schmunzeln auf meine Lippen zaubern. Ansonsten ist das Ende des Films eine Ansammlung all der Faktoren, die mir Hollywood-Komödien teils wirklich madig machen. Schade drum.

Letztendlich ist „Born to be Wild“ ein typischer Sneak-Film. Ohne Anspruch, für einen normalen Kinoabend undenkbar und im Rahmen der Sneak trotzdem unterhaltsam: 5/10 Punkte (1 für iCat, 1 für John C. McGinleys schwulen Cop, 1 für Marisa Tomei, 1 für Peter Fonda und 1 für teils ganz nette Gags).