We’re gonna chase this light!

Wenn man nach einem 12-Stunden-Tag mit viel Arbeit, miesem Wetter und nervtötendem Straßenverkehr nach Hause kommt, dann ist es schön etwas vorzufinden, über das man sich freuen kann. Wie das hier zum Beispiel:

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Nach dem letzten verpassten Konzert (ich glaube noch zu Zeiten von BLEED AMERICAN) kommen JIMMY EAT WORLD endlich wieder nach Bayern – und dieses Mal bin ich dabei!

Shaun of the Dead (2004) (WS1)

Entgegen meiner ursprünglichen Planung für die Gruselfilmnacht gab es nicht „Der Exorzist“, sondern auf vielfachen Wunsch etwas Lustiges – folglich haben wir uns für „Shaun of the Dead“ entschieden. Was sonst würde unter diesen Voraussetzungen auch näher liegen?

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Auch wenn ich den Film nun zum inzwischen schon dritten Mal gesehen habe, gab es auch für mich noch so einiges an Details zu entdecken. Kann es sein, dass der Film von Sichtung zu Sichtung besser wird? So gut wie gestern hat er mir noch nie gefallen. Der Film hat für mich auf all seinen Ebenen funktioniert: Als reine Komödie, als Satire und als Zombiefilm. Unglaublich wie viele Ebenen Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost in ihrem Kinodebüt untergebracht haben. Noch erstaunlicher ist allerdings, wie gut diese miteinander funktionieren.

Auch ist mir dieses Mal besonders aufgefallen, wie übertrieben und doch genial das Foreshadowing der kommenden Ereignisse eingesetzt wird. Fantastisch. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Neben der lockeren Genialität, die das kreative Trio umweht, sammelt der Film vor allem durch Insidergags bei mir Sympathiepunkte – was in mir den unbezwingbaren Drang weckt, einmal wieder „Spaced“ anschauen zu wollen.

„Shaun of the Dead“ hat es auf meiner persönlichen Rangliste nun ganz nach oben unter meine Lieblingsfilme geschafft – und ich versinke beinahe vor Schande im Boden, wenn ich bedenke, dass ich „Hot Fuzz“ immer noch nicht gesehen habe. Wie auch immer: Diese romantische Komödie mit Zombies wird einer der wenigen aktuellen Zombiefilme sein, die ihre Zeit überdauern. Und eine der wenigen romantischen Komödien. Ein waschechter Kultfilm: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Silent Hill (2006)

Da ich an Halloween anderweitig unterwegs war, gab es gestern Abend mit etwas Verspätung meine diesjährige Gruselfilmnacht. Aufgrund aktiver Beteiligung meiner Mitseher bei der Filmwahl, hat sich das Programm etwas anders gestaltet, als ursprünglich geplant. Den Anfang machte die Videospielverfilmung „Silent Hill“ – ein Film, der mir damals im Kino besonders durch seine eindringliche Atmosphäre im Gedächtnis geblieben ist.

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Vorausschicken muss ich, dass ich das Videospiel nie gespielt habe – und dennoch beschleicht mich das Gefühl, es hier mit einer äußerst akuraten Umsetzung zu tun zu haben. Kameraeinstellungen, Handlungen der Hauptfigur, das Lösen von Rätseln. All das scheint einem Spiel entsprungen. Für Kenner muss das ein wahres Fest sein und ich wünschte mir „Resident Evil“ wäre in einer ähnlichen Form verfilmt worden.

Wie bei der ersten Sichtung, hat mich die Atmosphäre in der Stadt auch dieses Mal wieder in ihren Bann gezogen. Der Film wirkt unglaublich dicht. Ein audiovisuelles Meisterwerk. Der Score ist gut – richtig gut. Besonders für einen Horrorfilm. Besonders für eine Videospielverfilmung. Das Design von Stadt und Monstern ist ebenso grandios. Ich habe selten einen visuell beeindruckenderen Horrorfilm gesehen. Hier überzeugt das Werk von Christophe Gans auf ganzer Linie.

Inhaltlich offenbaren sich dagegen einige Schwächen. Der Handlungsstrang um den Vater ist etwas ablenkend und oft nutzlos. Sein Erscheinen macht einzig und allein Sinn, um die Idee der verschiedenen Dimensionen zu etablieren. Den Rest hätte man sich sparen können. Die endgültige Auflösung ist mir immer noch etwas zu plump. Letztendlich handelt es sich bei dem großen Mysterium um Hölle und Vorhölle einzig und allein um eine simple Rachegeschichte. Aber gut. Das gibt es in jedem Geisterfilm irgendwie – und „Silent Hill“ schlägt davor wenigsten einen anderen Weg ein. Die Darstellung der dunklen Seelenwelt Alessas macht nämlich erst wirklich Sinn, wenn man ihre Geschichte kennt.

Den blutrünstigen Racheengel in der Kirche fand ich am Ende beinahe etwas zu viel des Guten. Zu viel Splatter um des Splatters willen. Aber nun gut, gehört vielleicht in diese Welt. Umso gelungener fand ich die letzten Szenen. Irgendwie untypisch.

„Silent Hill“ hat mir auch dieses Mal sehr gut gefallen. Besonders die Atmosphäre ist grandios und ich wünschte mir, die Videospiele gespielt zu haben. Kein gewöhnlicher Horror- oder Gruselstreifen. Eher ein düsteres Fantasyabenteuer – und als solches funktioniert der Film für mich überraschend gut: 7/10 Punkte.

It’s Always Sunny in Philadelphia – Season 1 to 3

Das Ende der dritten Staffel möchte ich als Grund nehmen, etwas über „It’s Always Sunny in Philadelphia“ zu schreiben. Eine außergewöhliche Serie, der es meiner Meinung nach deutlich an Aufmerksamkeit in der deutschen Blogosphäre mangelt.

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Im Grunde handelt die Serie von fünf Freunden, die eine Bar betreiben. Mehr oder weniger erfolgreich. Notorischer Geldmangel verleitet die Gang recht häufig zu dubiosen Aktionen. Hinzu kommen komplizierte verwandschaftliche Verhältnisse und absolute Gewissenlosigkeit. Wer eine politisch korrekte Serie sucht, ist hier definitiv falsch. Den besten Eindruck vom Inhalt der Geschichten, gibt wohl eine Auflistung ausgewählter Episoden:

  • The Gang Gets Racist
  • The Gang Finds a Dead Guy
  • The Gang Goes Jihad
  • Charlie Goes America All Over Everybody’s Ass
  • The Gang Solves the North Korea Situation
  • Dennis Looks Like a Registered Sex Offender

Der Inhalt der jeweiligen Folge entspricht dann auch ziemlich genau dem, was man erwarten würde. Trotz diverser Respektlosigkeiten ensteht nie der Eindruck von aufgesetztem ‚Wir wollen schockieren!‘ Die Figuren sind teils so neben der Spur, dass man eher Mitleid als Verachtung empfindet – überhaupt sollte man die Serie nicht zu ernst nehmen. Dann macht sie auch richtig Spaß – und ich meine richtig Spaß. Mehr als einmal konnte ich nicht mehr vor lachen. Besonders diese Szenen aus Sweet Dee’s Dating a Retarded Person haben für Lachkrämpfe gesorgt.

Die Schauspieler – allen voran Charlie Day – sind grandios. Danny DeVito ist wahrlich in meinem Ansehen gestiegen. Was für ein fieser, kleiner Kotzbrocken seine Figur doch ist. Toll gespielt. Die Inszenierung erinnert in ihrem Dokustil etwas an „Curb Your Enthusiasm“ – wobei Larry Davids Verhalten gegenüber dem der Gang wirklich harmlos ist.

Kritipunkte gibt es nicht viele. Es ist einfach eine andere Art von Serie. Keine, bei der man die Charaktere wirklich ins Herz schließen kann – oder vielleicht doch. Aber eben auf außergewöhnliche Arte und Weise. So oder so ist „It’s Always Sunny in Philadelphia“ mehr als einen Blick wert: 9/10 Punkte.

Felicity – Season 4

Alles hat ein Ende. Auch liebgewonnene Serien. Der Abschied ist dann oft wirklich ein solcher und fällt dementsprechend schwer. Als gestern Abend die letzte Episode von „Felicity – Season 4“ über den Bildschirm geflimmert ist, war das schon ein komisches Gefühl. Dabei liegt die Sichtung der ersten Folgen noch gar nicht so lange zurück.

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Die vierte Staffel beschreitet – zumindest anfänglich – bekannte Wege und setzt inhaltlich ziemlich direkt nach Staffel 3 an. Zwischen den Charakteren kommt es zu unausweichlichen Spannungen und man merkt als Zuschauer, dass sich Felicity nun endlich zwischen Ben oder Noel entscheiden muss bzw. wird. Ich selbst stellte zu diesem Zeitpunkt fest, wie wenig mich die doch etwas soapige Unentschlossenheit der Hauptfigur gestört hat. Man konnte es irgendwie nachvollziehen, was eindeutig für die Autoren von Noel und Ben spricht.

Mit der 17. Episode folgt schließlich ein Wendepunkt. Die Serie hätte hiermit ihr perfektes Ende gefunden – und ich bin könnte wetten, dass J.J. Abrams und Co. sich einer Verlängerung auf 22 Folgen zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher waren. Die letzten 5 Episoden fallen somit etwas aus dem Rahmen und wirken fast etwas aufgesetzt. Für sich genommen fand ich die Zeitreise-Idee allerdings grandios. Auch die Umsetzung (besonders in der Anstalt) hat deutlich gezeigt, wohin sich Abrams mit seinen Serien einmal bewegen wird.

Das letztendliche Finale wirkt auf mich nicht ganz so gelungen, wie das nach der 17. Folge hätte sein können. Auch das plötzliche Auftauchen einer eigentlich verstorbenen Figur, lässt die Sache etwas holprig erscheinen. Zwar wird diese Unstimmigkeit in den DVD-Extras erklärt – das Endergebnis wirkt dennoch etwas unfertig. Trotz der Mängel finde ich das Serienende gelungen. Es ist schön noch einmal alle bekannten Figuren zu sehen. Sich zu verabschieden: Es war eine schöne Zeit in New York!

Im Nachhinein müsste ich die vorangegangenen Staffeln – insbesondere die ersten beiden – aufwerten. Die vierte ist eindeutig die schwächste – aber selbst die schwächste Staffel einer grandiosen Serie ist immer noch 8/10 Punkte wert. Da ich Aufwertungen bis jetzt unterlassen habe, schiebe ich einfach eine Gesamtbewertung für „Felicity“ hinterher: 9/10 Punkte. Allen Freunden von J.J. Abrams Erzählstil sei die Serie noch einmnal besonders ans Herz gelegt.

Zeitraffer

Nun bin ich bereits seit einem Monat in meinem neuen Job. Ich habe mein erstes Gehalt erhalten und die ersten Hürden genommen. Rückblickend erscheint mir die Zeit unglaublich komprimiert. Es ist so viel passiert. So viel nicht passiert – und all das in so kurzer Zeit.

Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt nicht mehr selbst an Grafiken, Videos und Animationen zu werkeln. Nicht mehr Dinge einfach auszuprobieren, mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen – und ich vermisse es. Vermisse es wirklich. Ob dieses Gefühl jemals verschwinden wird? Vielleicht im nächsten Monat…

Auch meine Freizeit hat sich verändert. Freunde und Familie werden vernachlässigt – von meinem Medienkonsum einmal ganz zu schweigen. Es wird von Tag zu Tag klarer, wie behütet man doch in der Welt des Studiums noch war – denn letztendlich war man hier einzig und allein für sich selbst verantwortlich.

Das waren meine Gedanken zum Feiertag. Ich werde mich nun wieder den Freizeitpflichten widmen, denn die gibt es ja schließlich auch noch… 😉

Krieg der Welten – OT: War of the Worlds (2005)

Normalerweise bin ich über aktuelle Kinofilme stets mehr als nur ausführlich informiert. Besonders wenn es sich um große Hollywoodproduktionen handelt. Bei Steven Spielbergs „Krieg der Welten“ war das anders. Ich hatte keine Artikel darüber gelesen, keine Trailer gesehen, keine Plakate oder ähnliches. Erst als der Film im Kinoprogramm aufgetaucht ist habe ich ihn wahrgenommen. Die Sichtung erfolgte somit ziemlich spontan und ich war schwer begeistert.

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„Krieg der Welten“ ist ein typisches Spielberg-Vehikel. Dies mag vielen Leuten bitter aufstoßen. Für mich dagegen – als bekennender Spielberg-Freund – zeigt der Film einmal wieder eine ausgewogene Mischung aus Familiendrama und bombastischem Actionkino. Die klassische Geschichte von H.G. Wells wurde in die heutige Zeit verlegt, ansonsten bleibt alles beim Alten. Selbst die etwas angestaubte Auflösung wurde übernommen. Für mich ergibt sich daraus eine gelungene Interpretation des Klassikers.

Die Qualitäten des Films liegen für mich zum einen in den eher ruhigen Szenen innerhalb der zerrütteten Familie mit all den zwischenmenschlichen Spannungen sowie in den grandios inszenierten Weltuntergangsszenarien. Die Flucht mit dem Auto bis zur Fähre ist wahrlich erschütternd und absolut mitreißend. Die Dreibeiner wirken beinahe lebendig und stets bedrohlich. Mehr als einmal kommt Endzeitstimmung auf – wobei wir auch schon bei den Kritikpunkten angelangt wären.

Spielbergs Film wirkt für mich über weite Strecken einfach zu gehetzt. Zu komprimiert. Die Geschichte schreit gerade zu nach einer epischen Umsetzung. Durch die ausführliche – und absolut gelungene – Einführung der Charaktere und der knappen Laufzeit von nicht einmal zwei Stunden bleibt zu wenig Zeit vom Aufstieg bis zum Fall der Tripoden. Hier wäre meiner Meinung nach weit mehr drin gewesen – auch was Charaktertiefe und -entwicklung angeht.

Für mich ist „Krieg der Welten“ ein ausgezeichneter Unterhaltungsfilm. Natürlich sollte man Spielbergs Art Geschichten zu erzählen mögen – aber das gilt ja für jeden Regisseur. Einer der wenigen Filme, bei denen ich auf einen Extended bzw. Director’s Cut gehofft hätte: 8/10 Punkte.

Mathilde: Eine große Liebe – OT: Un long dimanche de fiançailles

Ich muss zugeben, dass ich von Jean-Pierre Jeunets „Die fabelhafte Welt der Amelie“ beim ersten Mal nicht sonderlich begeistert war. Da ich allerdings „Die Stadt der verlorenen Kinder“ für sehr gelungen halte, habe ich dem Pariser Märchen eine zweite Chance gegeben – und dieses Mal ist auch bei mir die Magie übergesprungen. Warum ich das erzähle? Vermutlich um meinen gemischten Gefühlen Ausdruck zu verleihen, die mich vor der Sichtung von „Mathilde: Eine große Liebe“ beschlichen haben. Gemischt sind nun auch meine Eindrücke von dem Film. Wenngleich es sich größtenteils um eine gelungene Mischung handelt.

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Die Geschichte um die große Liebe von Mathilde und Manech ist typisch für Jeunet. Mit typisch meine ich allerdings weniger die Handlung, sondern eher deren Umsetzung. Man begibt sich als Zuschauer in eine fast schon surreale Welt. An Orte wie aus Träumen. Man trifft auf Personen, die teils einem Cartoon entsprungen scheinen. Im Vergleich zu „Delicatessen“ oder „Die Stadt der verlorenen Kinder“ wurden diese Elemente zwar deutlich zurück gefahren, sie dominieren dennoch die Atmosphäre des Films – und das meine ich nicht nur auf die audiovisuelle Wahrnehmung bezogen.

„Un long dimanche de fiançailles“ bietet fantastische Bilder und grandiose skurille Einfälle. Optische Spielereien und verrückte Parallelhandlungen. Typisch Jeunet eben. Und hier habe ich Probleme mit dem Film: Die fundamentale Liebesgeschichte packt mich nicht wirklich. Emotional bin ich eher kalt gelassen. Zu sehr stehen die surrealen Elemente – so gelungen diese auch sind – im Vordergrund. Das Grauen des Krieges kämpft zudem um die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Hier wirkt der Film auf mich etwas holprig. Zwischen einer sehr persönlichen Reise und fast schon phantastisch anmutenden Erzählungen der Kriegskameraden hin und her gerissen.

Der Film ist – so man Jeunet mag – auf jeden Fall eine Sichtung wert. Zumindest beim ersten Mal, bei dem man noch mit Mathilde jedes Puzzleteil neu entdeckt. Ich habe mich wahrlich famos unterhalten, bin mir aber sicher, dass die Anzahl der Folgesichtungen begrenzt sein wird: 8/10 Punkte.

Findet Nemo – OT: Finding Nemo (2003)

Eine aktualisierte Besprechung des Films habe ich am 30. August 2018 veröffentlicht.

Auch wenn in meinem Regal bestimmt noch ein gutes Dutzend ungesehener DVDs steht, habe ich mich gestern Abend einmal wieder für Pixars „Findet Nemo“ entschieden – und es hat sich erneut voll und ganz gelohnt.

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Selbst in der inwzischen dritten oder vierten Sichtung des Films entdecke ich immer noch neue Details. Es ist einfach unglaublich, wie lebendig Pixar die Unterwasserwelt dargestellt hat. Ein Meer von Farben. Überall Bewegung. Licht und Schatten. Ein grandioses Erlebnis. Viele Gags laufen beinahe unbemerkt im Hintergrund ab und im Korallenriff weiß man anfangs gar nicht, wohin man nun schauen soll um nichts zu verpassen. Ein wahrer Augenschmaus.

Die Geschichte des Films ist relativ einfach. „Finding Nemo“ eben. Doch aufgrund der Fülle an Eindrücken und der wirklich urkomischen Charaktere, fällt dieser Aspekt nicht sonderlich negativ auf. Dadurch, dass die Geschichte zwei Handlungsstränge – Marlin und Dory sowie Nemo – besitzt, wird jegliche Langeweile vermieden. Beide Schauplätze ergänzen sich grandios und werten die Geschichte meiner Meinung nach deutlich auf.

Ich mag Buddy-Movies, ich mag Road-Movies und ich liebe Filme, die das Meer zum Thema haben. In „Findet Nemo“ werden diese Genres so kombiniert, wie man es noch nie gesehen hat. In erster Linie natürlich kindgerecht, doch mit unzähligen Witzen und Anspielungen angereichert, die mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Hinzu kommt eine herausragende Animation, die auf wirklich komischen Figuren basiert – dabei stelle ich es mir gar nicht so einfach vor, einem Fisch wirklichen Charakter zu geben. So ganz ohne Arme und Beine. Eine weitere Meisterleistung Pixars.

Für mich reiht sich „Findet Nemo“ nahtlos ins qualitativ hochwertige Portfolio der Animationsschmiede ein. Minimale Schwächen in der Geschichte werden mit fantastischen Einfällen und Charakteren ausgeglichen. Die grandiose Animation ist natürlich die Krönung. Genial: 10/10 Punkte.

Jimmy Eat World – Chase This Light

chasethislight.jpgWenn ein neues Album der erklärten Lieblingsband erscheint, dann ist das stets ein Grund zur Freude. So auch dieses Mal. Richtig kennengelernt habe ich JIMMY EAT WORLD eigentlich mit BLEED AMERICAN. Ein Album das heute noch zu meinen ewigen Favoriten zählt. Kurz darauf besorgte ich mir das beinahe noch bessere CLARITY – und ich liebte es. Als FUTURES erschien war ich einer der ersten im Plattenladen und habe – welch Überraschung – die Songs sofort ins Herz geschlossen.

Über die drei Alben haben sich JIMMY EAT WORLD verändert, ohne jedoch ihren Biss zu verlieren. CLARITY ist nach wie vor der Rohdiamant ihrer Discographie. Ungeschliffen und grandios. BLEED AMERICAN bleibt für mich wohl stets das persönlichste Album des Quartetts und FUTURES hat mich – auch thematisch – durch das Studium begleitet. Für mich drei perfekte Langspieler. Die Musik, die Texte, die Stimme. All das ist unverkennbar und entführt mich noch heute in ferne Gedankenwelten.

Was bringt nun also CHASE THIS LIGHT? Das erste Mal höre ich ein Album der Band, das mir nicht sofort ans Herz wächst. Zwar ist der typische Sound durchaus vorhanden, doch irgendetwas fehlt. Hat sich verändert. Zum ersten Mal kann ich die Kritiker verstehen, die meinen JIMMY EAT WORLD wären zu glatt geworden. Vielleicht ist es einfach auch noch zu früh eine endgültige Meinung abzugeben. Das wird es sein. Immerhin hat sich der Höreindruck seit dem ersten Durchgang – und der ersten Ernüchterung – deutlich gesteigert. Ich bleibe dran und bin zuversichtlich, dass auch CHASE THIS LIGHT seinen Platz in meiner Musik finden wird. Ob es allerdings – wie seine Vorgänger – einen Stammplatz bekommt, das wird die Zeit zeigen.

Den Opener BIG CASINO kann man sich übrigens auf jimmyeatworld.com anhören.