Jumper

Da der geplante Kinobesuch leider ins Wasser gefallen ist, bin ich auf Doug Limans „Jumper“ ausgewichen. Ein Film, der mich aufgrund seiner Prämisse trotz der verhaltenen Kritiken gereizt hat. Ein Fehler?

Wer hat sich noch nie gewünscht alleine durch die Kraft der Gedanken zu reisen? Teleportation. So einfach. Eine wunderbare Ausgangssituation für eine Geschichte. Was man hier hätte abfeuern können. Komplexe Regeln, unzählige Begegnungen und gebrochene Charaktere. Leider jedoch wurde in „Jumper“ allein auf die audiovisuelle Tube gedrückt.

Der Film basiert lose auf dem identisch betitelten Roman von Steven Gould, welcher allerdings deutlich mehr Tiefe besitzen soll. Warum man die offensichtlichen Möglichkeiten in der Verfilmung nun ungenutzt ließ? Wie so oft eine Frage, die wohl nur die Produzenten beantworten könnten. Anscheinend wurde die Geschichte von Beginn an auf eine Trilogie ausgelegt, wovon man – bis auf den dämlichen Cliffhanger – leider nicht sonderlich viel merkt.

Der Film ist kein kompletter Reinfall und bietet über knapp 80 Minuten Laufzeit durchaus gute Unterhaltung. Hayden Christensen bleibt leider völlig blass, nur Jamie Bell bringt etwas Abwechslung in die lahme Geschichte. Was bleibt ist ein nett anzusehendes Actionfeuerwerk mit netter Idee, dem es jedoch an emotionaler Kraft und Handlungstiefe mangelt: 5/10 Punkte.

Braveheart (1995) (WS1)

Normalerweise ist die technische Präsentation eines Films für mich nebensächlich, so lange sich diese keine groben Schnitzer leistet. Es ist der Inhalt, der überzeugen muss. Nach meiner gestrigen Sichtung von Mel Gibsons „Braveheart“ auf Blu-ray muss ich den Zusammenhang zwischen Inhalt und Technik für mich jedoch neu definieren. Ich habe mich in den Film verliebt. Ein zweites Mal. Und das nach all den Jahren.

Meine innige persönliche Beziehung zu Mel Gibsons Epos habe ich ja bereits in meinem ersten Eintrag zu diesem dargelegt. Die gestrige Sichtung unterstützt die damals gewonnenen Eindrücke nicht nur. Es ist tatsächlich so, als hätte ich den Film mit neuen Augen gesehen. Als wäre ein Schleier verschwunden. Bisher waren meine Sichtungen von Filmen auf Blu-ray zwar nett, aber eben auch nicht mehr. Doch bei der Sichtung von „Braveheart“ hat mir diese neue Technik zu einem ganz neuen Filmerlebnis verholfen. Absolut beeindruckend.

Der Film selbst ist für mich immer noch über jeden Zweifel erhaben. Es gibt wohl nur wenige Filme, die ich als so perfekt empfinde. Leiseste Töne, lauteste Action. Messerscharfe Dialoge und große Emotionen. Der Film besitzt einfach alles. Auch war ich nach dem Ende wieder ziemlich mitgenommen und das obwohl ich es bestimmt schon ein dutzend Mal gesehen habe. Pathos in seiner ergreifendsten Form. Danach hätte ich den Film am liebsten noch einmal von vorne gesehen, was ja wohl alles sagt.

Äußerst beeindruckt haben mich dieses Mal die Nebendarsteller, welche perfekt in ihre Rollen passen. Es ist eine Freude ihnen zuzusehen. Trotz der enormen Lauflänge von knapp drei Stunden gibt es keinerlei Längen und jede Szene ist wichtig für den Film. Erwähnen muss ich auch noch einmal James Horners famosen Score, welcher für mich stets zu den besten seiner Art gehören wird. Einfach nur traumhaft.

„Braveheart“ ist nach wie vor einer meiner absoluten Lieblingsfilme und endlich der Grund, warum sich der Umstieg auf Blu-ray gelohnt hat. Ein famoses Filmerlebnis, dem hoffentlich noch weitere folgen werden. Inzwischen begleitet mich der Film tatsächlich schon beinahe 15 Jahre. Unglaublich. Ich möchte kein Jahr davon missen: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

Anmerkung: Dieses Prädikat werde ich in Zukunft Filmen verleihen, welche ich zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zähle. Es mag Filme geben, die ihre 10 Punkte absolut verdienen. Jedoch gehört mehr dazu, um einen Platz unter meinen Lieblingsfilmen zu bekommen. Diese Unterscheidung soll ab sofort hiermit getroffen werden.

Dexter – Season 4

Wie nahezu jedes Jahr seit Beginn der Show war auch „Dexter – Season 4“ einmal wieder eines der Highlights des aktuell laufenden Serienjahres. Ich kenne wohl kaum eine andere Serie, die solch einen gelungenen Spannungsbogen aufweist und diesen auch von vorne bis hinten halten kann.

Zum ersten Mal in seiner Karriere als Serienkiller (und neuerdings auch Familienvater), sieht sich Dexter mit einem ebenbürtigen Gegner konfrontiert. Wie er selbst durchlebte auch Trinity – so sein durchaus aussagekräftiger Name – ein Kindheitstrauma und je weiter Dexter mit seinen Ermittlungen voranschreitet, desto mehr Gemeinsamkeiten offenbaren sich ihm. Die Konfrontation ist unvermeidbar und das Zusammenstoßen der beiden Schwergewichte ist in jeder Szene an Spannung nicht zu überbieten. Im wahrsten Sinne des Wortes: Der pure Wahnsinn.

Mit John Lithgow hat man glücklicherweise einen Schauspieler gefunden, der es mit Michael C. Hall aufnehmen kann. In jeder Hinsicht. Absolut großartig. Ich mochte Lithgows Darstellung ja bereits als Bösewicht in Renny Harlins „Cliffhanger“, doch was er hier abfeuert kann kaum noch überboten werden. Beängstigend und beunruhigend. Die Szenen zwischen Hall und Lithgow sind so intensiv gespielt, dass die Welt außerhalb dieser Begegnungen still zu stehen scheint.

Auf die weitere Handlung möchte ich nun nicht näher eingehen, da ich sonst zu viel verraten würde. Als Kritikpunkte sehe ich ein paar weniger gelungene Nebenhandlungsstränge sowie einige Wendungen, welche mir zu forciert erschienen. Besonders die finale Episode war im Hinblick auf die gesamte Staffel dann doch ziemlich enttäuschend. Auch mit dem fiesen Cliffhanger konnte ich mich nicht so recht anfreunden, da dieser nicht fies – im Sinne von spannend – sondern einfach nur fies war.

Für Freunde der Serie ist die vierte Staffel von „Dexter“ über große Strecken eine weitere Offenbarung. Sie hat mir – bis auf das Ende – noch besser gefallen, als die vorangegangene und ich ordne sie qualitativ knapp hinter der zweiten Staffel ein. Ich kann mir nun ziemlich gut vorstellen, wie die Geschichte voranschreiten wird und zum ersten Mal sehe ich dieser Entwicklung mit Sorge entgegen. Doch ich lasse mich auch nächstes Jahr gerne überraschen, was die findigen Autoren aus der Prämisse erschaffen werden: 9/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (054)

Nachdem ich unter der Woche aufgrund einer hartnäckigen Erkältung pausieren musste, war ich nun einmal wieder Laufen. Eigentlich wollte ich noch einmal aussetzen, doch da ich seit heute morgen ein komisches Pfeifen im Ohr habe, dachte ich etwas Bewegung kann nicht schaden.

Länge: 5,41
Laufzeit: 00:36:00
kCal: 433
min/km: 6:39

Das Pfeifen ist zwar noch da, doch der Lauf hat mir gut getan. Die Zeit ist soweit ganz brauchbar und relativ fit fühle ich mich auch. Zudem ist die kristallklare Winterluft eine wahre Freude. Da hatte ich Glück, dass ich eben noch die letzten Sonnenstrahlen mitnehmen konnte.

Blood Diamond (2006)

Nachdem ich den Film schon seit dessen Erscheinen sehen wollte, habe ich mir gestern Abend endlich Edward Zwicks „Blood Diamond“ angesehen. Ein beindruckender und daneben noch viel bedrückenderer Ausflug in die dunkle Geschichte Afrikas.

Wer hier ein romantisch verklärten Blick auf den schwarzen Kontinent erwartet, dürfte bitter enttäuscht werden. Bereits die Anfangsszene zeigt mit brutaler Wucht, welcher Ton hier angeschlagen wird. Ein Dorf wird ausgelöscht. Einfach mal so. Wenn die Kamera hier das erste Mal die mordenden Kindersoldaten einfängt, kann man nicht so wirklich glauben, was man da eben gesehen hat. Grausam, brutal und düster.

Auch der von Leonardo DiCaprio gespielte Diamantenschmuggler Danny Archer ist alles andere als ein strahlender Held. Verschlagen, zynisch und vom Leben gezeichnet geht es ihm nur um die titelgebenden Diamanten. Steine mit denen Kriege finanziert werden. Es ist wirklich erschreckend, welche Zusammenhänge in diesem Film deutlich gemacht werden und man möchte als Zuschauer gar nicht wissen, welche Auswirkungen unsere konsumbestimmte Überflussgesellschaft sonst noch auf das Leben bzw. Sterben in den Entwicklungsländern hat.

Der Film selbst ist großartig inszeniert und besetzt. Die Kamera ist stets mitten drin und man möchte manchmal am liebsten die Augen verschließen aufgrund der Gräueltaten, die sie einfängt. Leonardo DiCaprio mag teils etwas zu jung für seine Rolle wirken, doch ist seine Darstellung wirklich beeindruckend. Ein Charakter mit Tiefe. Ebenso hat mir Djimon Hounsou als verzweifelter Familienvater gefallen, dessen Kampf so ganz anders motiviert ist als Archers.

Als Kritikpunkt könnte man anführen, dass die Balance zwischen Abenteuerfilm und anklagendem Geschichtsdrama nicht immer ausgewogen ist. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass sich der Film mehr auf eine Richtung festgelegt hätte. Allerdings wäre dann wohl entweder die inhaltliche Tiefe oder das mitreißende Element verloren gegangen. Somit möchte ich festhalten, dass „Blood Diamond“ ein nahezu auf ganzer Linie überzeugender Film ist, den man wohl nicht so schnell vergisst: 9/10 Punkte.

The Sopranos – Season 3

Der aktuelle Serienmarathon geht mit „The Sopranos – Season 3“ weiter. Erneut eine Staffel voll kurioser Gegebenheiten, dreckigstem Abschaum und doch erstaunlich viel Herz. Herrliche Dialoge und schwärzester Humor. Definitiv großes Kino.

Nachdem ich nun bereits die herausragende Qualität der Serie hervorgehoben habe, kann ich die weiteren Lobeshymnen dezenter ausfallen lassen. Letztendlich wirkt diese Staffel wie ein klassischer Mittelteil einer Filmreihe. Vorangegangene Handlungsstränge werden aufgegriffen und Verknüpfungen zu neuen werden gelegt. Es gibt keine Auflösung und die Charaktere befinden sich inmitten großer Veränderungen. Weniger stringent als die zweite Staffel, doch vielleicht gerade deshalb noch einen Tick besser.

Mit Ralphie – genial gespielt von Joe Pantoliano – bekommt Tony einen wunderbaren Gegenspieler zugewiesen. Das Beziehungskonstrukt, welches sich zwischen beiden entspinnt, ist wahrlich famos aufgebaut. Ebenso die Berührungspunkte zwischen Jackie Jr. und Meadow, welche zusätzlich für Zündstoff sorgen. Das Pulverfass steht somit mehr als nur einmal kurz vor dem Explodieren.

Besonders gelungen fand ich übrigens die Episode „Pine Barrens“, welche das komische Potential des Duos Paulie und Christopher ausschöpft und dabei haarscharf an der Grenze zum Wahnsinn vorbeischrammt. Exzellent. Man merkt hier wirklich deutlich, wie doppelschichtig die Charaktere doch angelegt sind. Oberflächlich eine seichte, humorvolle Episode unter deren Oberfläche es jedoch brodelt.

Auch die dritte Staffel von „The Sopranos“ hat mich wieder einmal voll und ganz überzeugt. Da sie mir sogar noch etwas besser gefallen hat als die vorangegangenen, gebe ich zum ersten Mal die absolut verdiente volle Wertung: 10/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (053)

Der übliche Wochenendlauf. Dieses Mal wohl eher Wochenendschlittern. Es war tatsächlich schweineglatt auf den Wegen. Da musste man teils ganz schön aufpassen, was jetzt natürlich eine gute Ausrede für die wieder einmal nicht verbesserte Zeit ist.

Länge: 4,96
Laufzeit: 00:33:00
kCal: 412
min/km: 6:39

Meine Motivation war heute aber auch wirklich im Keller und ich kann somit froh sein, mich überhaupt aufgerafft zu haben. Wenigstens die raureife Landschaft war schön anzusehen. Übrigens bin ich 2009 inzwischen schon mehr Kilometer gelaufen, als 2008 – genauer gesagt 138 km. Woohoo!

Terminator: Die Erlösung – Director’s Cut – OT: Terminator Salvation (2009)

Wie so oft in letzter Zeit gab es mit McGs „Terminator: Die Erlösung“ einmal wieder einen Nachklapp zu einer bekannten und beliebten Trilogie mit großer Fansbasis. Milking the Franchise. Dennoch hatte ich mich wirklich auf den Film gefreut und wurde auch entsprechend gut unterhalten.

Zunächst einmal war ich froh, dass man nicht wieder in der Vergangenheit ansetzt und das bekannte Fluchtszenario durchspielt. Seit den Flashforwards in „Der Terminator“ bin ich schon heiß auf die düstere Zukunft. Nun endlich war es soweit. In diesem aktuellen Film befindet sich Skynet allerdings noch im Aufbau, so dass die Welt eher an Endzeitfilme wie „Mad Max“ erinnert, als an die aus den „Terminator“-Filmen bekannten Bilder. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Leider ist die Geschichte – wie bereits schon in „Terminator 3: Rebellion der Maschinen“ – eher als Alibi für ausufernde Actionszenen zu sehen. Diese sind dafür wirklich sehenswert und machen enorm viel Spaß. Auch die Handlung birgt durchaus Potential, doch leider wurden die Schwerpunkte falsch gesetzt. Was will man als Fan sehen? Natürlich einen aufstrebenden John Connor, wie wir ihn uns seit „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ erhoffen. Leider ist Christian Bales John Conner ein derartiger Unsympath, dass selbst Nick Stahls blasse Interpretation im dritten Teil mehr Sympathien für sich verbuchen konnte.

Neben dem Erzählstrang um John Connor gibt es mit Marcus Wright eine neue Figur, die doch tatsächlich mehr her macht, als die vermeintliche Hauptfigur. Dadurch verschiebt sich die Gewichtung der Mythologie jedoch, was dem Film letztendlich schadet. Gegen Ende wirkt die Geschichte auch leider ziemlich konstruiert, was so manchen Effekt verpuffen lässt. Dafür gibt es noch einen herrlichen CG-Arnie zu sehen, der besonders Fans des ersten Teils Freudentränen in die Augen treiben wird.

Alles in allem ist „Terminator Salvation“ ein unterhaltsamer Actionfilm mit tollem Setting und vielversprechender Zukunft. Die Geschichte ist eher nebensächlich und wer den Film nicht beständig mit den zwei unantastbaren Klassikern vergleicht, kann auf jeden Fall seinen Spaß haben. Hat mir sogar einen Tick besser gefallen, als der zweite Aufguss: 6/10 Punkte.

Long Way Down (2007)

Nachdem mich vor gut zwei Jahren bereits der Vorgänger ausgezeichnet unterhalten hatte, habe ich mir mit „Long Way Down“ nun endlich Ewan McGregors und Charlie Boormans zweiten Motorradtrip angesehen. Auch für nicht Motorrad-affine Zuschauer wie mich ein beeindruckendes Erlebnis.

Wurde in „Long Way Round“ eine Reise durch den europäischen bzw. asiatischen Kontinent dokumentiert, geht es dieses Mal quer durch Afrika. Neben Ewan McGregor und Charlie Boorman ist auch wieder Kameramann Claudio mit von der Partie. Ergänzt wird unser Motorradtrio durch das Produzententeam, welches sich erneut in robusten Jeeps fortbewegen darf. Ein minutiös geplantes Abenteuer, welches dennoch genügend Spielraum für ein gewisses Maß an Spontanität beinhaltet.

Im Prinzip bekommt man genau das zu sehen, was man nach dem Vorgänger erwarten würde. Tolle Landschaften, interessante Begegnungen und zwei sympathische Reiseleiter. Für wahre Motorradfreunde gibt es auch wieder ausreichend technische Probleme und zwischenmenschliche Konflikte werden für Dramafreunde natürlich auch nicht außer acht gelassen. Charlie Boorman und Ewan McGregor sind bei all dem einmal wieder so sympathisch, dass ich auch bei einer dritten Reise nicht nein sagen würde.

Vermutlich gefällt mir die Serie so gut, weil ich eben nicht zur Hauptzielgruppe gehöre und mich das inszenierte Abenteuer deshalb auch nicht wirklich stört. Die Jungs haben ihren Spaß, was man ihnen auch ansieht und das Abenteuer besteht eben aus kalkulierbaren Risiken und interessanten Begegnungen. Mehr braucht es auch gar nicht. Eine äußert unterhaltsame Reisedoku mit tollen Bildern und sympathischen Reisenden: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (052)

Mal wieder ein abendlicher Lauf. Dieses Mal tatsächlich nur die etwas kürzere Nachtstrecke. War ohnehin schon schwer genug sich aufzuraffen bei dieser Eiseskälte. Nun ist mir aber wenigstens warm.

Länge: 4,20
Laufzeit: 00:28:00
kCal: 349
min/km: 6:39

Erstaunlicherweise war ich im Durchschnitt nur genauso schnell bzw. langsam – kommt eben ganz auf den Blickwinkel an – wie auf der längeren Strecke. Insgesamt hat mich der Lauf also nur wenig befriedigt zurückgelassen und ich hoffe der nächste wird wieder besser.