The Book of Eli

Es gibt Genres, die eine große Anziehungskraft auf mich ausüben. Zu diesen gehören alle Unterarten des Endzeitfilms. Das Leben nach der Apocalypse. Wie auch immer diese ausgesehen haben mag. Folglich war es nur eine Frage der Zeit, bis mir „The Book of Eli“ der Hughes-Brüder über den Weg läuft. Der Trailer sah interessant aus und so erhoffte ich mir neue Aspekte trotz der nur allzu bekannten Prämisse.

Audiovisuell ist der Film absolut beeindruckend. Stilisierte Endzeitbilder, die man in dieser Form wohl noch nicht gesehen hat. Entsättigte Landschaftsbilder werden von einem eindringlich wummernden Score begleitet. Unzählige Farbfilter geben der Wanderung unseres Helden einen surrealen Touch. Nein, diese Welt ist nicht mehr die unsrige. So wunderbar Elis Streifzug durch das wüstenartige Amerika auch anzusehen ist, so sehr hält uns diese überstilisierte Form der Inszenierung auch auf Distanz. Es fällt schwer Zugang zu dieser Welt zu finden.

Die Handlung des Films ist von Anfang auf mysteriös getrimmt. Der einsame, wortkarge Held mit undurchsichtiger Mission. Leider jedoch wirkt gerade dieser Mystery-Aspekt seltsam fehl am Platz. Eli scheint unverwundbar und was es mit dem Buch auf sich hat, erschließt sich schon alleine aufgrund des Filmtitels. Besonders das Ende des Films wirkt hier extrem aufgesetzt und gezwungen. Ja, man kann religiöse Schriften so oder so auslegen. Gutes oder Schlechtes mit ihnen bewirken. Keine Frage. Mich stört nicht der Grundgedanke des Films, sondern das reichlich platte Drehbuch. Ein fähigerer Autor hätte da wahrlich mehr herausholen können.

Richtig gut gefallen hat mir das westernartige Duell zwischen Eli (Denzel Washington) und Carnegie (Gary Oldman). Hier wird eine schöne Atmosphäre heraufbeschworen, die in ihren besten Momenten an die „Mad Max“-Trilogie erinnert, deren Qualität jedoch zu keinem Zeitpunkt erreicht wird. Trotz teils völlig überzeichneter Charaktere nimmt sich der Film viel zu ernst, was natürlich auch in seiner Thematik begründet ist. Dennoch hätte man da – nein, das Drehbuch ist wirklich nicht gelungen – etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen können.

Endzeitfans dürften, trotz seiner Schwächen, Spaß an dem Film haben. Die spärlich eingesetzte Action ist zwar fragwürdig, aber stets gut inszeniert. Leider ist die Geschichte größtenteils recht hanebüchen, was – besonders gegen Ende – ziemlich viel kaputt macht. Zum einmal Schauen kann man jedoch durchaus eine Empfehlung aussprechen. Man sollte sich nur nicht zu viel erwarten: 6/10 Punkte.

Heat Wave (Richard Castle)

Zu meinem letzten Ausflug in die Welt der geschriebenen Wörter hat mich eine TV-Serie verleitet. Richard Castles „Heat Wave“ entspringt der ersten Staffel der humorvollen Krimiserie „Castle“, welche mir besonders in ihrer zweiten Staffel sehr ans Herz gewachsen ist. Was lag also näher, als mich nach meinem Stieg Larsson-Marathon diesem kleinen, aber doch sehr feinen Krimi zu widmen?

Das Buch liest sich wie eine Episode der Serie, nur dass die Charaktere nicht denen der Show entsprechen. Der Roman „Heat Wave“ entspringt direkt der Serienhandlung und wurde darin von dessen Hauptcharakter Richard Castle geschrieben. In dieser fiktiven Welt funktioniert das Buch tadellos. Richard Castle würde wohl genau so schreiben, wie der ungenannte Autor des vorliegenden Romans.

Da die Figuren und Ereignisse von „Heat Wave“ jedoch von Richard Castle auf den Serienfiguren rund im Detective Kate Beckett basieren, könnte man einfach die Namen der Charaktere austauschen und hätte ein astreines Drehbuch für eine Episode der Serie vorliegen. Einzig und allein die Beziehung von James Rook (Richard Castle) und Nikki Heat (Kate Beckett) hat im Roman schon eine andere Ebene erreicht – wenn auch nur körperlich. Der verbale Schlagabtausch bleibt glücklicherweise erhalten.

Für Fans der Serie ist „Heat Wave“ ein großes Lesevergnügen. Ich hatte enorm viel Spaß mit dem Buch und freue mich nun umso mehr auf die dritte Staffel. So etwas nenne ich einmal gelungenes crossmediales Marketing. Gut geschrieben, äußerst kurzweilig und im Geiste der Serie. Bitte mehr davon: 8/10 Punkte. Der Nachfolger „Naked Heat“ steht übrigens bereits in den Startlöchern…

Run, Fatboy, Run (106)

Wo ist sie nur hin, die liebe Motivation? Heute ging ja einmal so wirklich gar nichts vorwärts. Das Wetter war zwar beinahe optimal (etwas zu kalt für kurze und etwas zu warm für lange Laufkleidung), doch die Beine waren enorm schwer und der Kopf hat zudem auch noch gebrummt.

Länge: 6,70
Laufzeit: 00:41:00
kCal: 570
min/km: 6:07

Die Zeit ist nicht wirklich der Rede wert, doch ich hatte sie während des Laufs weit schlechter erwartet. Nun habe ich meine zwei Läufe für diese Woche bereits hinter mir und vielleicht gesellt sich noch ein dritter Lauf dazu. Man muss die Zeit jetzt ja noch nutzen. Ich mag noch gar nicht daran denken, bald schon wieder in der Dunkelheit los zu müssen.

Rizzoli & Isles – Season 1

Meist informiere ich mich selbst, was es denn Sehenswertes im Bereich Film oder Serien gibt. Auf „Rizzoli & Isles – Season 1“ wäre ich jedoch nie ohne meine Frau gestoßen. Diese liest nämlich mit Begeisterung die literarische Vorlage der amerikanischen Autorin Tess Gerritsen, was die Serie automatisch in unser Pflichtprorgramm katapultiert hat.

Da auch ich mit Teilen der Vorlage vertraut bin, waren wir beide folglich sehr neugierig, was man aus dem uns bekannten Stoff gemacht hat. Die Pilotepisode basiert auf dem Roman „Der Meister“ und man darf sich als Kenner der Bücher auf einige vertraute Szenen freuen. Nach der ersten Episode waren wir – trotz offensichtlichen Unterschieden zur Vorlage – also recht angetan, wenngleich ich auch nicht verstehen kann, warum man mit „Die Chirurgin“ den äußerst spannenden Beginn der Krimireihe außen vor gelassen hat.

Neben ein paar wenigen handlungsübergreifenden Episoden rund um den Serienmörder Charles Hoyt (in den Büchern Warren Hoyt), gibt es hauptsächlich Einzelepisoden zu bewundern, die von der Handlung an Serien wie „Bones“ oder „Castle“ erinnern. Nette und fast immer recht spannende Krimigeschichten, die von ihren Charakteren leben. Das titelgebende Gespann funktioniert gut als weibliche Variation der typischen Buddy-Movie-Konstellation und Jane Rizzolis Familie bildet einen ausreichend farbenfrohen Hintergrund für die Krimifälle.

Krimifreunde werden auf jeden Fall ihren Spaß mit der Serie haben, die den üblichen Verdächtigen des Genres in nahezu nichts nachsteht. Teils hatte ich den Eindruck, die Autoren müssten erst den richtigen Ton finden, denn oft ist die Serie realistisch und brutal, dann wiederum soapig und eher humorvoll. Doch insgesamt kann ich keine gröberen Schnitzer erkennen. Nicht wirklich mein Genre, doch für den Krimisnack zwischendurch allemal besser als „CSI“ und Konsorten: 7/10 Punkte.

True Blood – Season 3

Wo ist der aktuell angesagteste Treffpunkt für übernatürliches Getier? Natürlich in Bon Temps. Mit Alan Balls „True Blood – Season 3“ geht die schwüle Südstaatensaga rund um Sookie Stackhouse in die nächste Runde und findet zu alter Stärke zurück. Vampire, Werwölfe, Gestaltenwandler und Co. Hier wird dem Zuschauer wirklich alles geboten.

Im direkten Vergleich zur zweiten Staffel macht „True Blood“ im dritten Jahr wieder einiges besser. Hatte mich der Handlungsstrang rund um Maryann doch eher genervt, konzentriert sich die Geschichte nun wieder mehr auf seine Hauptfiguren. Es gibt weitere Einblicke in die Gesellschaftsstruktur der Vampire und das Geheimnis um Sookies Fähigkeiten wird weitgehend aufgedeckt. Hinzu kommen schöne charakterbildende Szenen, welche uns z.B. an der Vampirwerdung Eric Northmans teilhaben lassen.

Die neu eingeführten Figuren machen Spaß und ergänzen „True Blood“ um frische Aspekte. Besonders Russell Edgington hätte manchmal Szenenapplaus verdient, da er gezielt den oftmal trashigen Charme der Serie unterstreicht. Sein TV-Auftritt wird wohl unvergessen bleiben. Ansonsten öffnen die Charaktere einmal mehr die übernatürliche Büchse der Pandora, was natürlich allerlei Komplikationen nach sich zieht – besonders für Jason Stackhouse (was für ein Trottel), aber das ist ja nichts Neues.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Staffeln ist das diesjährige Finale eher schwach ausgefallen und endet ohne den beinahe schon obligatorischen bombastischen Cliffhanger. Zwar würde ich ohne Frage direkt weiterschauen, doch hat man schon spannendere Staffelfinale erlebt. Wenigstens war der letzte Auftritt von Eric Northman schon wirklich lässig. Freunde der Serie werden so oder so auch im dritten Jahr wieder viel Spaß mit den schrulligen Bewohnern der übernatürlichen Südstaaten haben: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (105)

Nachdem ich letzte Nach viel zu wenig geschlafen und heute einen proppenvollen Arbeitstag hatte, wollte ich nur noch nach Hause und mich mit meinen zwei Mädels auf das Sofa kuscheln. Doch dann hat es aufgehört zu regnen und – um es realistisch zu betrachten – irgendwann muss ich schließlich meine zwei wöchentlichen Läufe platzieren. Also habe ich mich raus in den grauen Matsch gewagt und tapfer meine Runde gedreht.

Länge: 6,70
Laufzeit: 00:40:00
kCal: 570
min/km: 5:58

Die heutige Zeit kann sich durchaus sehen lassen. Zwar hat das Laufen nicht so viel Spaß gemacht, wie noch am Wochenende im Sonnenschein, doch letztendlich hat mich die Tristesse der abendlichen Landschaft wahrscheinlich schneller nach Hause getrieben. Viele Worte, wenig Sinn: Mit dem heutigen Lauf kann ich durchaus zufrieden sein.

Run, Fatboy, Run (104)

Beim heutigen Lauf gab es gleich zwei Premieren. Da es zum ersten Mal seit zwei Wochen beinahe schon sommerliche Temperaturen hatte, konnte ich endlich mein neues Laufshirt ausprobieren. Und was soll ich sagen? Mit ihm läuft es sich gar formidabel! Weiterhin habe ich heute tatsächlich meine Runde erweitert und zwar um ziemlich genau 620 Meter. Das mag nicht viel erscheinen, entspricht aber immerhin eineinhalb Runden auf der Aschenbahn, was – wir erinnern uns – zu Schulzeiten oft entscheidend war.

Länge: 6,70
Laufzeit: 00:41:00
kCal: 570
min/km: 6:07

Mit der Zeit bin ich durchaus zufrieden. Mal sehen, ob sie sich für die neue Runde eher als gut oder schlecht herausstellt. Generell fand ich die erweiterte Strecke sehr angenehm zu laufen. Nach zwei Dritteln hatte ich meinen Tiefpunkt, doch am Ende habe ich sogar noch ein kleines Eck drangehängt, welches vorab nicht auf meinem Plan stand. Ich hätte wahrlich nicht gedacht, dass ich gleich beim ersten Mal so gut durchkomme. Da lohnt sich das regelmäßige Laufen (Training möchte ich es nicht nennen) anscheinend doch.

R.I.P. Bloglines

Nachdem es – nicht nur in letzter Zeit – immer wieder technische Probleme gab, streicht Bloglines nun leider endgültig die Segel. Man hatte es ja schon immer wieder befürchtet, doch letztendlich wurde die Übermacht des Google Readers wohl doch zu groß. Somit gab es heute folgende traurige Nachricht auf dem beliebten Feedreader zu lesen:

Ich werde meine täglichen Besuche auf Bloglines vermissen. Meines Erachtens war der Feedreader deutlich schlanker und deshalb auch schneller als das Google-Pendant. Doch nun hat man ja leider nicht mehr viel Wahl und somit ich bin schweren Herzens umgestiegen.

Wenn jemand unter meinen Lesern ebenfalls mit Bloglines unterwegs war, sollte er/sie sich seine/ihre Feeds noch rechtzeitig exportieren, um einen reibungslosen Umstieg zu garantieren.

So long, and thanks for all the feeds!

Legaler Download: Harvey Danger – The Show Must Not Go On & Dead Sea Scrolls

Nachdem sich HARVEY DANGER letztes Jahr aufgelöst hatten, gab es gestern ziemlich spontan gute Nachrichten für alle Fans. Wie bereits das famose Vorgängeralbum LITTLE BY LITTLE bieten HARVEY DANGER auf ihrer Webseite neue und alte Songs zum kostenlosen Download an.

Hier der Link zur Download-Seite:
HARVEY DANGER – THE SHOW MUST NOT GO ON & DEAD SEA SCROLLS

Der posthum veröffentlichte Abschiedssong ist ein wunderbares Geschenk an die Fans und auch die Sammlung aus B-Seiten, Raritäten und Live-Aufnahmen birgt so manchen Schatz. Thank you for the music!

The Weakerthans – Live at the Burton Cummings Theatre

THE WEAKERTHANS sind leider eine Band, deren Liveauftritte in greifbarer Nähe leider rar gesäht sind. Dabei ist die Truppe aus Winnipeg, Kanada eine famose Liveband. Somit war es nur eine Frage der Zeit bis mit LIVE AT THE BURTON CUMMINGS THEATRE eine Livealbum auf den Markt kommt, das kaum Wünsche offen lässt. Es enthält nicht nur eine Konzert-CD mit 18 Songs und famoser Atmosphäre, sondern bietet den gleichen Inhalt als Video-DVD in Dolby Digital 5.1 abgemischt. Ein famoses Erlebnis.

Für mich sind THE WEAKERTHANS so oder so über jeden Zweifel erhaben und wenn man diesem Konzert beiwohnt, das sie in ihrer Heimatstadt gespielt haben, dann weiß man auch warum diese Band so fantastisch ist. Ob mit EVERYTHING MUST GO! leise Töne oder mit ASIDE treibende Kracher gespielt werden, das Publikum geht wunderbar mit und die Live-Atmosphäre lässt keine Wünsche offen.

Auch für – oder besonders für – Neueinsteiger hält diese CD/DVD-Combo einen gigantischen Gegenwert parat. Für knapp 13 Euro gibt es eine sehr gute Auswahl an Songs (wenngleich auch einige meiner Lieblinge fehlen), die Lust auf mehr macht. Die Konzert-DVD ist zudem mehr als nur eine Beigabe und rechtfertigt für Fans sowieso schon allein den Kauf der Scheibe. Musik, die einfach glücklich macht.

Anspieltipp:
TOURNAMENT OF HEARTS (Ausschnitt der Live-DVD)