Von keiner zweiten laufenden Serie fühle ich mich als Zuschauer so verstanden und werde so gut unterhalten, wie durch die Abenteuer der Familie Braverman. Somit gelingt es „Parenthood – Season 3“ auch im aktuellen Serienjahr den Titel Beste Show einzustreichen – zumindest in meinen Augen. Deshalb freut es mich auch unglaublich, dass NBC die Serie um eine vierte Staffel verlängert hat. Doch nun erst einmal zurück zum turbulenten dritten Jahr…

Es hat sich so einiges getan bei den Bravermans: Adam und Crosby machen sich selbstständig und übernehmen ein berühmtes Aufnahmestudio, Julia und Joel sind dabei ein Baby zu adoptieren, Kristina bekommt ein Baby und fängt wieder an als Kampagnenberater zu arbeiten, Sarah und Mark wollen den nächsten Schritt wagen und Zeek muss sich mit unangenehmen Neuigkeiten auseinandersetzen. Dies war wohlgemerkt nur ein Bruchteil der Handlungsstränge, die zudem alle miteinander verwoben und mit unzähligen kleinen Details und wunderschönen Momenten angereichert sind. Idealisierter Familienwahnsinn, wie er nicht schöner erzählt werden könnte.
Ich bin immer noch begeistert, wie natürlich die Charaktere bzw. ihre Schauspieler in „Parenthood“ agieren. Das Leben der Bravermans wirkt echt und dennoch wohnt dem Familienportrait dieses kleine Quentchen Magie inne, das im echten Leben dann doch so häufig fehlt. Die in der vorangegangenen Staffel angerissenen Handlungsstränge werden konsequent fortgeführt, was jeden Fan der Serie restlos begeistern dürfte. Jeder Charakter bekommt wieder ausreichend Platz eingeräumt und dennoch hatte ich nach den 18 Episoden erneut das Gefühl, dass ich gerne mehr gesehen hätte. Glücklicherweise wird dieser Wunsch in Erfüllung gehen.
Die Inszenierung und besonders die musikalische Untermalung ist wieder einmal pefekt gelungen. Nicht nur gegen Ende der Staffel gibt es etliche Gänsehautmomente: Ob nun Noras Geburts mit SUCH GREIGHT HEIGHTS der wunderbaren THE POSTAL SERVICE unterlegt wird oder DEATH CAB FOR CUTIEs 8-minütiges I NEED YOU SO MUCH CLOSER die Wiedervereinigung von Jasemine und Crosby untermalt, emotional hat die Serie bei mir abermals voll ins Schwarze getroffen. Einfach nur schön und das ohne kitschig oder völlig aus der Luft gegriffen zu sein.
Ich für meinen Teil kann nur hoffe, dass die Serie in der nun leider wohl finalen vierten Staffel einen würdigen Abschluss findet. Ebenso wünsche ich mir eine europäische Veröffentlichung der Serie „Friday Night Lights“, die ebenfalls Showrunner Jason Katims‘ Feder entsprungen ist. Das kann doch nicht so schwer sein? Bereits jetzt konnte sich „Parenthood“ einen Platz unter meinen Top 5 der Dramaserien sichern. Genau so müssen TV-Serien geschrieben, gespielt und inszeniert sein: 10/10 (9.5) Punkte.