Abenteuer Kind #13: Drei Jahre

Nachdem diese Artikelreihe schon wieder viel zu lange ruht, nehme ich den dritten Geburtstag unseres Zappelinchens zum Anlass, um auch hier einmal wieder in meiner Rolle als Vater in Erscheinung zu treten. Drei Jahre. Es ist unglaublich. Einerseits kann ich mir kaum vorstellen, dass seit dieser irrwitzigen Nacht bereits drei Jahre vergangen sind, andererseits habe ich das Gefühl, dass sie schon immer bei uns gewesen ist. Vatergefühle eben.

drei

Nun ist sie also drei und wird in ein paar Monaten auch in den Kindergarten kommen. Gigantische Schritte. Siebenmeilenstiefel. Mindestens. Seit dem letzten Geburtstag ist auch unglaublich viel passiert: nicht nur die Annäherungsphase mit ihrem einzigen und wahrhaftigen Lieblingsbruder, auch der Besuch der Schnullerfee und der völlig problemlose Abschied von der Windel waren bedeutende Ereignisse. Ist das alles wirklich innnerhalb nur eines Jahres passiert?

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Doch eigentlich schreibe ich diesen Artikel ja nur für donvanone, denn dieser hatte uns zu einigen wunderbaren Leckereien inspiriert, die wir sogleich in die Tat umgesetzt haben (übrigens funktionieren auch No-Name-Oreos). Der restliche Geburtstag stand, wie man sieht, ganz im Zeichen von Maus, Elefant und Ente. Auf jeden Fall lecker!

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Da in den letzten drei Jahren etliche Cousins und Cousinen zu unseren zwei Räubern gestoßen sind, ging es auf der Feier entsprechend laut und turbulent zu. Wie eben ein Kindergeburtstag sein muss. Und das Schönste: auch die Erwachsenen wurden zeitweise wieder zu Kindern. Um 23:00 Uhr waren dann endlich die letzten Zeugnisse dieses wilden Nachmittags beseitigt und es wurde ersichtlich, dass der Tag auch bei den Eltern seinen Tribut gezollt hat…

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

Glücklicherweise sind Kinderlogik und Realität nicht dasselbe*.

* Das Zappelinchen voller Begeisterung am Tag nach der Feier:
„Noch einmal schlafen, dann habe ich wieder Geburtstag!“

Mehr aus der „Abenteuer Kind“-Reihe…

Blog Update: Finde (d)einen Film

Knapp 5 Jahre nach der letzten Aufräumaktion war es an der Zeit für etwas Neues. Nachdem ich durch meine Mitarbeit an der Film-Blogosphäre auf den Geschmack gekommen bin und meine Verzeichnisstruktur angepasst habe (d.h. Bündelung unter einer Hauptseite, Trennung von Literatur und Comics sowie Implementierung von Sprungmarken in den einzelnen Verzeichnissen), ist mir noch eine weitere Idee gekommen:

Finde (d)einen Film

Tags
Was hat es damit auf sich? Seit ich blogge habe ich Tags sträflich vernachlässigt. Ich habe nie den wirklichen Mehrwert gesehen und auf Besucher, die zufällig über einen globalen Tag auf meine Seite stolpern, keinen Wert gelegt. Folglich gibt es auf „Tonight is gonna be a large one.“ keine Tags und die Artikel werden nur grob unter Kategorien abgelegt. Soviel zur Vorgeschichte.

Idee
Nun wüsste ich manchmal selbst ganz gerne, welche Filme ich z.B. mit 10 Punkten bewertet habe. Oder welche Filme eine bestimmte FSK-Freigabe haben. Oder wie sich die durchschnittliche Laufzeit der gesichteten Filme verhält. Unterschiedlichste Kriterien, die ich teils kompliziert über die Suchfunktion steuern kann, dies aber auch nur sehr eingeschränkt.

Kriterien
Nun kommen wir wieder zu den oben erwähnten Tags: Ich habe mir eine Reihe von Kriterien überlegt, nach denen ich die besprochenen Filme gerne filtern können würde. Gesagt, getaggt. Aus diesem Gedanken ist die oben erwähnte Seite entstanden und ich habe begonnen meine Filme nachträglich mit den für mich relevanten Tags zu versehen:

  • Freigabe
  • Genre
  • Laufzeit
  • Produktionsland
  • Stil
  • Wertung

Herausforderungen
Eine flexible Kombination der verschiedenen Tags wäre zwar wünschenswert, doch ist dies – soweit ich es verstanden habe – nicht ohne zusätzliches Plugin oder manuelle Kombination der Tags möglich. An dieser Stelle mag sich noch einiges ändern, doch der Großteil der Arbeit fällt nun sowieso erst einmal auf das Taggen der relevanten Artikel (bisher habe ich gerade einmal 23 Filme geschafft).

Feedback
Was haltet ihr von der Idee bzw. Seite? Bietet diese Funktion für euch einen Mehrwehrt? Habt ihr vielleicht eine elegantere Lösung zur Hand, die auch auf WordPress.com-Blogs funktioniert?

Auch über generelles Feedback würde ich mich freuen:
Finde (d)einen Film

Run, Fatboy, Run (246)

An manchen Tagen sollte man das mit dem Laufen einfach lassen. Es hat schon damit angefangen, dass ich eine gute Stunde später aus der Arbeit gekommen bin, als eigentlich geplant. Die Kinder hatten mich natürlich sofort in Beschlag genommen und so kam ich noch später los (es ist sowieso wirklich hart sich nach der Wiedersehensfreude noch einmal zum Laufen aufzuraffen). Und dann? Dann hatte es immer noch 25 °C im Schatten…

Distance: 7.09 km
Duration: 00:42:55
Avg Speed: 9.91 km/h
Avg Pace: 6:03 min/km
Energy: 590 kcal

Ich hatte mir heute vorgenommen meine bekannte, mittellange Runde einmal andersherum zu laufen. Wegen der Steigung und so. Leider keine gute Idee, da ich mir zwar so die große Steigung am Anfang spare, doch sich der Rest der Strecke konsequent in gefühlt hunderten von Höhenmetern nach oben schraubt. Aber vielleicht war das auch nur die Wahrnehmung aufgrund der Hitze. Auf jeden Fall habe ich nicht einmal meinen 10 km/h-Schnitt halten können, was kein gutes Zeichen ist. An manchen Tagen sollte man eben einfach zu Hause bleiben.

Im ersten Ohr: Sneakpod #292 – Das Glück der großen Dinge
Im zweiten Ohr: Second Unit #62: Inception

Media Monday #105

Die Woche schickt sich an eine gute zu werden: Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Das wäre dieses Jahr tatsächlich ein Novum. Umso besser, dass ich ab Mitte der Woche Urlaub habe. Verdientermaßen natürlich. Zuvor gilt es aber noch die aktuellen Fragen des Medienjournals zu beantworten, die wieder einmal auf spannende Antworten hoffen lassen…

media_monday_105

  1. Der/die coolste FluchtwagenfahrerIn muss einfach dem Film „Ronin“ entspringen (d.h. Robert De Niro, Jean Reno, Natascha McElhone, Sean Bean usw.), da es in diesem die besten Fahrzenen zu sehen gibt – aber vermutlich wird nahezu jeder Ryan Goslings namenlosen Fahrer aus „Drive“ nennen…
  2. Filme, in denen die Natur als Feind dargestellt wird finde ich grundsätzlich interessant, besonders wenn es in die Richtung von „The Grey“ oder „The Hunter“ geht, d.h. die Natur ist das Setting und der Mensch der Fremdkörper, der in sie eindringt.
  3. Filme, in denen der Film gerissen ist kann ich ehrlich nicht mehr sehen.
  4. Der enttäuschendste Serienstart der letzten Jahre war für mich eindeutig „The River“, weil ich mir ein spannendes Dschungel-Abenteuer à la „Lost“ erhoffte, aber letztendlich billigsten Wackelkamera-Horror aus der Mottenkiste bekam.
  5. Jede gute SchauspielerIn war für mich lange Jahre untrennbar mit der Figur, die er/sie zuletzt überzeugend spielte verbunden, doch mit seinem/ihren neuen Film ist es ihm/ihr gelungen, sich von diesem Image freizuspielen.
  6. Ein(e) Buch(-Reihe), das/die ich gerne mal lesen würde, wenn ich denn ausreichend Zeit hätte, wäre die komplette „Scheibenwelt“-Reihe von Terry Pratchett. Zwar kenne ich bestimmt ein knappes dutzend Bücher, doch habe ich mich in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr damit beschäftigt (die BBC-Verfilmungen einmal ausgenommen).
  7. Mein zuletzt gesehener Film war „The Impossible“ und der war eine emotionale Tour de Force, weil Regisseur Juan Antonio Bayona darin eine wahre Begebenheit unglaublich intensiv und mitreißend umgesetzt hat.

Run, Fatboy, Run (245)

Nachdem es gestern den ganzen Tag geregnet hat und somit auch das verspätete Sonnwendfeuer ins Wasser gefallen ist (d.h. dieses Jahr gibt es keine feurigen Fotos), hatte ich meine läuferischen Ambitionen auf heute verschoben. Das Wetter war gnädig und bescherte mir sogar ein paar Sonnenstrahlen, was bei angenehmen 18 °C durchaus eine Wohltat nach dieser regnerischen Woche war.

Distance: 10.68 km
Duration: 01:03:47
Avg Speed: 10.05 km/h
Avg Pace: 5:58 min/km
Energy: 886 kcal

Da ich noch nicht weiß, ob ich kommende Woche zum Laufen komme, standen wieder einmal die 10 km auf dem Plan. Heute kam ich ziemlich gut voran und war sogar etwas schneller, als beim letzten Lauf auf dieser Strecke. Leider hat mein GPS etwas gesponnen und zeigte meist nur mittelmäßige Signalqualität an, was mich doch leicht irritierte. Letztendlich wurde der Lauf aber korrekt aufgezeichnet und somit bin ich diesen Juni die meisten Kilometer (genauer gesagt 52 km) seit gut eineinhalb Jahren gelaufen – auch wenn es mit dem letzten Tag des Monats eine recht knappe Geschichte war… 😉

Im Ohr: Celluleute Folge #66: Round Up

The Impossible – OT: Lo imposible (2012)

Teils finde ich Filme, die auf einer wahren Begebenheit beruhen faszinierend, teils schreckt mich solch ein realer Hintergrund eher ab. Als ich das erste Mal von „The Impossible“ hörte, fand ich die Geschichte interessant – und auch den zeitlichen Abstand zur Tsunami-Katastrophe von 2004 inzwischen passend gewählt. Der Trailer versprach bereits eine sehr emotionale Geschichte, doch war er nur ein schwacher Vorbote dessen, was der Film letztendlich auslösen sollte…

the_impossible_1

Ich hatte im Vorfeld kaum Kritiken gelesen und nahm nur einzelne Tendenzen wahr, wobei mir am ehesten die negativen Aspekte in Erinnerung blieben: Kritik daran ausgerechnet das Schicksal einer priviligierten westlichen Familie zu zeigen, die Einwohner Thailands als Nebenfiguren abzustempeln, eine zu manipulative Inszenierung usw. Letztendlich hat man sich bei „The Impossible“ dafür entschieden das Einzelschicksal einer Familie zu zeigen, die überlebt hat – und diese war eben priviligiert und stand im Zentrum ihrer Geschichte. Das ist der Ansatz des Films. Natürlich hätte man auch eine globalere Perspektive wählen können, doch dann wäre es eine ganz andere Art von Film geworden.

Was die Art der Inszenierung angeht, so ist sie voll und ganz darauf ausgerichtet Emotionen beim Zuschauer auszulösen. Ist das manipulativ? Sicher, doch Film ist eben Manipulation. Ich hatte während der gesamten knapp zwei Stunden kaum ein paar Minuten trockene Augen, doch sollte man das dem Film zu Vorwurf machen? Auch mich verärgern Filme, die auf Teufel komm raus Emotionen wecken wollen, doch nahm ich Ewan McGregor und Naomi Watts ihre emotionale Tour de Force zu jeder Sekunde ab und war einfach bei ihren Charakteren – ganz genauso, wie bei denen der exzellenten Kinderdarsteller. Da kann ich mir die härtesten Horror-Filme ohne große Gefühlsregungen anschauen, doch das Schicksal dieser fünfköpfigen Familie hat mich an der Sofakante gehalten und Fingernägel gekostet. Manipulation des Zuschauers? Sicher! Und was für eine…

Die Schauspieler sind großartig, die Inszenierung unglaublich nah am Geschehen dran – und dabei nicht nur bombastisch, sondern auch emotional aufwühlend. Leider kann das Drehbuch nicht mit dem Rest mithalten und so gab es ein paar Dialogzeilen, die doch recht forciert wirkten und offensichtlich nur zur Klärung diverser Umstände (z.B. beruflicher Hintergrund der Hauptpersonen) im Film landeten. Mit ein wenig mehr Feinschliff hätte hier noch ein großer Mehrwert geschaffen werden können.

Insgesamt hat mich „The Impossible“ wohl weniger unterhalten, als mitgerissen – wie absolut passend für diesen Film. Eine Welle der Emotionen, aus der ich so schnell nicht auftauchen konnte. Vielleicht liegt es an meiner Rolle als Vater, doch fand ich etliche Szenen einfach nur herzzerreißend – herzzerreißend beängstigend, herzzerreißend traurig und herzzerreißend schön. Ein kraftvoller Film, der inszantorisch aus dem Vollen schöpft, um eine einfache und doch umso packendere Geschichte zu erzählen: 8/10 Punkte.

Run, Fatboy, Run (244)

Nachdem juliaL49 (die zurzeit übrigens recht imposant für einen Halbmarathon trainiert) bei meinem letzten Lauf noch anmerkte, dass 12 °C die optimale Lauftemperatur sei, muss ich hier entschieden widersprechen. Die 32 °C letzte Woche waren sicherlich auch nicht optimal, doch 12 °C? Bei Wind und Nässe? Ende Juni? Nein, da schwitze ich doch lieber – und ja, ich weiß, dass die 12 °C durchaus begründet sind…

Distance: 7.23 km
Duration: 00:42:52
Avg Speed: 10.13 km/h
Avg Pace: 5:55 min/km
Energy: 599 kcal

Insgesamt war ich heute tatsächlich wieder schneller, doch Spaß gemacht hat der Lauf nicht sonderlich. Dennoch musste ich einfach raus. Zuviel um die Ohren, zuviel Zeug im Kopf. Insofern hat sich der Lauf auf jeden Fall gelohnt und ich konnte mein doch sehr negatives Kilometerkonto ein wenig aufbessern. Somit fehlen nur noch 9 km, um auf den Stand des letztjährigen Juni aufzuschließen…

Im ersten Ohr: Second Unit Special #15: Superman 1 & 2
Im zweiten Ohr: Spieleveteranen #50: Gezeichnet und gefilmt

Media Monday #104

Nach der extremen Hitze letzte Woche, lässt uns das aktuelle Wetter wieder kühlen Kopf bewahren – und dies ist bei den aktuellen Fragen des Medienjournals auch wieder bitter nötig. Wulf hat sich unsere Anmerkungen zum Jubiläums-Special zur 100. Ausgabe anscheinend zu Herzen genommen und seitdem ist eine Frage schwieriger spannender als die nächste…

media_monday_104

  1. Von allen Bond-Darstellern scheint Daniel Craig der ungewöhnlichste zu sein, jedoch ist seine Interpretation der Figur Bond wohl ebenso dem Zeitgeist geschuldet, wie dies auch bei Sean Connery, Roger Moore, Pierce Brosnan und den anderen Darstellern der Fall war.
  2. Es nervt mich ja ein wenig, dass SchauspielerIn Johnny Depp auf burtonesque Rollen abonniert zu sein scheint, denn ich glaube, dass er eigentlich mehr kann als Sparrow oder Wonka.
  3. Statt der althergebrachten Schauplätze wäre es toll, wenn mal ein Horrorfilm in/im einsamen Hotel? Im Weltall? Unter Wasser? In der U-Bahn? In einer Stadtwohnung? In den Bergen? Auf einer einsamen Insel? usw. spielen würde, denn… achja, gab es ja schon alles. Ich glaube im diesem Genre wurde schon jeder nur erdenkliche Schauplatz irgendwie verwurstet…
  4. Fiktive Produktmarken in Filmen wirken oft eher lachhaft (z.B. Finder-Spyder in diversen Serien als Subtitut für Google), doch ist mir das immer noch lieber als forctiert wirkendes Product Placement (z.B. Apple oder Toyota).
  5. Ganz besonders freue ich mich, dass der/die SeriendarstellerIn George Clooney den Sprung auf die große Leinwand geschafft hat, weil er die Filmlandschaft auch hinter den Kulissen bereichert hat – inzwischen kennt man es fast schon eher andersrum und Filmstars wandern zu Serienformaten ab (z.B. Glenn Close, Martin Sheen, Alec Baldwin, Kiefer Sutherland).
  6. Das Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ sollte jeder mal gelesen haben, denn es enthält etliche Weisheiten und ist zudem unglaublich unterhaltsam.
  7. Meine zuletzt gesehene Serienstaffel war die sechste Staffel von „Bones“ und die war recht unterhaltsam, weil sie teils interessante Kriminalfälle und durchaus nette Charaktermomente bot.

Run, Fatboy, Run (243)

Nachdem ich in der vergangenen Woche aufgrund der extremen Temperaturen (selbst ab 18:00 Uhr immer noch über 30 °C) nicht laufen war, musste ich mich dieses Wochenende auf jeden Fall einmal wieder aufraffen. Dies ist mir schwerer gefallen, als gedacht und so habe ich den Lauf fast bis zum letzten Moment aufgeschoben.

Distance: 10.66 km
Duration: 01:05:39
Avg Speed: 9.74 km/h
Avg Pace: 6:09 min/km
Energy: 892 kcal

Trotz mangelnder Motivation hatte ich mich bereits nach dem ersten Kilometer dafür entschieden, einmal wieder mehr als 10 km zu laufen. Das Wetter war dafür optimal – nicht zu warm und nicht zu kalt – und ich kam recht gut voran. Insgesamt bin ich recht zufrieden, auch wenn ich meinen 10 km/h-Schnitt nicht halten konnte. Heute war eben die Streckenlänge ausschlaggebend und somit konnte ich die Woche ohne Lauf zumindest ein wenig kompensieren.

Im Ohr: Nerdtalk Episode 304

Eine Reise in die Vergangenheit

Den heutigen Nachmittag habe ich damit verbacht, mich im Haus meiner Eltern durch verstaubte Kisten zu wühlen und die Erinnerungen an meine Kindheit in aufheben und wegschmeißen zu sortieren. Kein leichtes Unterfangen, doch darum soll es hier nicht gehen. Beim Stöbern bin ich auch auf Relikte meiner Computer- bzw. Videospiel-Karriere gestoßen, die eine ganze Flut an Erinnerungen ausgelöst haben…

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Angefangen hatte bei mir alles mit einem C64, der auch heute noch samt Floppy-Drive, Monitor und Nadeldrucker im Keller meiner Eltern steht. Natürlich war mein Hauptargument damals ihn für die Schule und für Hausaufgaben benutzen zu wollen. Eh klar. Wie ich die unzähligen Spielesammlungen (bei denen ein Spiel schlechter als das andere war, die man aber dennoch bis zum Umfallen gespielt hat) erklärt habe, weiß ich heute allerdings nicht mehr…

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Nachdem sich meine Eltern anscheinend daran gewöhnt hatten, dass ich sowieso nur zum Spielen vor dem Rechner sitze, bekam ich Weihnachten 1992 tatsächlich ein SNES geschenkt. Damit sollte eine neue Ära anbrechen. Gefühlt fotorealistische Grafik und Spiele die plötzlich Sinn machten. Das Problem war nur: es gab nicht mehr 30 Spiele für 15 DM – plötzlich sollten die Dinger 150 DM pro Spiel kosten! Somit war eisernes Sparen angesagt – und vielleicht weiß ich diesen Abschnitt meiner persönlichen Videospielgeschichte heute deshalb noch so zu schätzen: weil jedes einzelne Spiel verdient werden wollte – und sei es nur durch eiserne Überredungskünste im Vorfeld von Geburtstagen.

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Nach einer kurzen, aber intensiven Phase mit meinem geliebten Super Nintendo kam pünktlich zu meiner Konfirmation der Wunsch nach einem PC auf. Also habe ich die Nintendo-Konsole verkauft (was ich heute sehr bereue) und all mein Geld in meinen neuen Pentium 75 mit irrwitzigen 16 MB Arbeitsspeicher und einer gigantischen 850 MB Festplatte gesteckt. Man will sich ja nicht lumpen lassen. Der Umstieg vom SNES-„Wing Commander“ zum brandneuen „Wing Commander III: Heart of the Tiger“ raubte mir schier den Atem und ich war der neuen Plattform hoffnungslos verfallen.

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Hatte ich zu Beginn meiner PC-Karriere noch einen topmodernen Rechner, der selbst High-End-Spiele wie „Wing Commander III“ problemlos bewältigte, sah ich mich schon bald mit dem Problem der technischen Weiterentwicklung konfrontiert. Plötzlich war SVGA das Thema und weder CPU noch Grafikkarte wollten da mitmachen. Dennoch habe ich es versucht. Hochtakten, bis der Lüfter heult, Speichererweiterungen und sogar eine 3dfx-Voodoo-Karte mit gigantischen 4 MB-3D-Speicher wurden angeschafft – und plötzlich lief sogar das erste „Quake“ wieder mit brauchbarer Framerate.

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Obwohl ich auch auf den Rechnern nach meinem ersten PC noch ab und zu ein paar Spiele installierte und der Nintendo GameCube noch irgendwo im Regal verstaubt, war meine Spiele-Karriere seit der Ausmusterung des C64, des SNES und meines treuen Pentium 75 auf dem absteigenden Ast. Heute spiele ich leider überhaupt nicht mehr, da Job, Familie und andere Hobbies – wie regelmäßige Leser wissen – meine gesamte Aufmerksamkeit fordern. Dennoch halte ich diese Zeit in seltsam verklärter und warmer Erinnerung. Eine Zeit, als jede neue Power Play, PC Player und Video Games sehnlichst erwartet wurde und die einzige Sorge war, ob man durch diverse Tricks genügend EMS-Speicher in der config.sys und autoexec.bat für die neuesten Spiele freimachen konnte…