Sunshine (2007) (WS1)

Nachdem ich in letzter Zeit mit „Europa Report“ und „Interstellar“ meine Vorliebe für Weltraumfilme wiederentdeckt habe, wollte ich unbedingt Danny Boyles „Sunshine“ eine weitere Chance einräumen. Nicht dass ich den Film vor 7 Jahren bei der Erstsichtung im Kino schlecht gefunden hätte, doch wurde ich seitdem das Gefühl nicht los, sein volles Potential nicht erkannt zu haben. Ein berechtigter Gedanke?

sunshine_ws1

Wenn ich mir meine damalige Besprechung so durchlese, dann kann ich sie auch heute noch unterschreiben – und doch habe ich den Film dieses Mal deutlich positiver wahrgenommen. Die ersten zwei Drittel sind wahrlich famos! Ich mag das Design, die beinahe schon fiebrige Atmosphäre je näher die Icarus II der Sonne kommt und die Konflikte, die sich unter der Crew entwickeln. Ein packendes Sci-Fi-Abenteuer, das uns – ähnlich wie andere Genrevertreter – in die Schuhe der Protagonisten zwängt und uns fragen lässt, wie wir wohl an ihrer Stelle gehandelt hätten.

Im letzten Drittel schlägt „Sunshine“ dagegen ziemlich unerwartet in einen Slasher um, was mich bei der ersten Sichtung wahrlich aus der Bahn geworfen hatte. Dieses Mal war ich allerdings darauf gefasst und konnte somit besser damit umgehen. Auch wenn die Jagdszenen auf der Icarus II durchaus spannend inszeniert sind und Bösewicht Pinbacker mehr Tiefe zu besitzen scheint, als man ihm zunächst zugestehen möchte, so hätte man den Film meiner Meinung nach stimmiger zum Abschluss bringen können.

Auf jeden Fall bin ich froh „Sunshine“ eine weitere Sichtung zugestanden zu haben, hatte ich doch viel Spaß bei dieser Reise ins Zentrum unseres Sonnensystems. Wahrlich kein perfekter Film, doch für Genrefreunde schon alleine aufgrund seiner audiovisuellen Stärken Pflicht. Nicht so episch wie Nolans jüngster Ausflug ins All, doch in den Weltraumszenen mindestens ebenso mitreißend. Auch wenn das letzte Drittel immer noch viel kaputt macht, so mag ich dem Film nach der heutigen Sichtung die Aufwertung um einen knappen Punkt nicht verwehren: 8/10 Punkte.

Die Auserwählten im Labyrinth (James Dashner)

labyrinth_dashnerLabyrinthe üben schon immer eine starke Faszination auf mich aus – und ich finde es immer noch tragisch, dass es in meiner Kindheit anscheinend noch keine Maislabyrinthe gab. Auf James Dashners „Die Auserwählten im Labyrinth“ wurde ich folglich auch einzig und allein aufgrund seiner Prämisse aufmerksam. Allerdings hatte ich das Buch zunächst verschenkt und sollte erst jetzt, im Fahrwasser der Verfilmung, dazu kommen es zu lesen. Aufgrund etlicher vernichtender Kritiken der Adaption, hatte ich meine Erwartungen ziemlich gesenkt – und war vielleicht gerade deshalb so angetan. So schnell habe ich schon lange kein Buch mehr verschlungen…

Die Prämisse ist so genial wie einfach: Jugendliche, deren Gedächtnis gelöscht wurde, finden sich im Zentrum – der sogenannten Lichtung – eines Labyrinths wieder. Tagsüber suchen sie im Labyrinth nach einem Ausgang, nachts schließen sich die Tore zur Lichtung und grausige Kreaturen ziehen hinter den Mauern ihre Kreise. Man erlebt all das durch die Augen eines Neuankömmlings, der sich – wie auch wir Leser – erst mit der Mythologie vertraut machen muss. Zunächst gibt es unzählige Fragen und Geheimnisse, welche erst nach und nach gelüftet werden. Eben das „Lost“-Prinzip, welches bei mir anscheinend immer noch tadellos funktioniert.

Anfangs ist die Sprache des Romans ein wenig ungewohnt, versucht Dashner doch eine Art eigene Jugendsprache zu etablieren, die sich auf der Lichtung entwickelt hat. Doch schon nach ein paar Seiten geht diese recht locker von der gedanklichen Zunge. Die Charaktere sind dabei weder sonderlich ausgefeilt, noch bleiben sie blass. Durch das hohe Tempo und die auf Hauptcharakter Thomas beschränkte Erzählperspektive, wird man als Leser einfach mitgerissen. Zumindest ging es mir so – und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Auch wenn „Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele“ bestimmt das bessere Jugendbuch ist, so habe ich „Die Auserwählten im Labyrinth“ doch stets mit großer Freude gelesen und wurde beinahe ebenso gut unterhalten wie von Suzanne Collins‘ Reihe. So ist es kaum verwunderlich, dass ich mir inzwischen den zweiten Band zugelegt habe habe schenken lassen und auch schon die ersten Kapitel gelesen sind. Besser als sein durch diverse Kritiken zur Verfilmung heraufbeschworener Ruf: 8/10 Punkte.

Media Monday #177

Nachdem es nun tatsächlich mit dem Hausbau losgeht, steht die kommende Woche ganz im Zeichen von weiteren Absprachen und Detailplanungen. Viele Termine, die im Alltag irgendwie untergebracht werden wollen. Doch heute sind erst einmal die aktuellen Fragen des Medienjournals an der Reihe. Und ihr so? Welches Thema beherrscht eure Woche?

media_monday_177

  1. Ben Affleck gefällt mir nicht nur als Schauspieler, sondern auch speziell als Regisseur – angefangen bei „Gone Baby Gone“ über „The Town“ bis hin zum Oscar-Gewinner „Argo“.
  2. Quentin Tarantino ist in meinen Augen ein vollkommen außergewöhnlicher Regisseur, weil er seit seinem ersten Film sein Ding durchzieht – und damit sowohl bei den Kritikern als auch an der Kinokasse äußerst erfolgreich ist.
  3. Der Abschied des Hauptcharakters von seiner Familie in „Interstellar“ wird mir als Szene unvergessen bleiben, denn Christopher Nolan hat dort alle Töne auf der emotionalen Klaviatur wirklich perfekt getroffen.
  4. George R. R. Martin hat mit „A Song of Ice and Fire“ eine derart spannende Welt geschaffen, die ich allerdings nur mit gut ausgebildeten Bodyguards betreten würde, weil die Überlebenschancen für aufrechte Recken recht gering sind.
  5. Als großer Fan von „Firefly“, würde ich es begrüßen, wenn Joss Whedon mit dem Kleingeld, das er mit seinen Marvel-Verfilmungen verdient, ein Sequel zu „Serenity“ anstößt.
  6. Einer der schönsten Aspekte am Hobby ‘Film’ ist, neben dem eskapistischen Vergnügen, der Austausch und die Diskussion mit Gleichgesinnten – für mich auch einer der wichtigsten Gründe dieses Blog zu führen.
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Indie Game: The Movie“ und das war ein wirklich unterhaltsamer Dokumentarfilm, weil er einen sehr persönlichen Blick auf einen besonderen Bereich der Spielebranche wirft.

Indie Game: The Movie (2012)

Eigentlich wollte ich nur einmal kurz in den Dokumentarfilm „Indie Game: The Movie“ reinschauen, dessen Besprechung im Second Unit-Podcast mich damals recht neugierig gemacht hatte. Doch ich blieb hängen. Nur noch schnell 10 Minuten, dann doch noch die Stunde voll machen – und schon saß ich staunend vor dem Abspann. Das kann eigentlich nur ein gutes Zeichen sein…

indie_game_the_movie_1

Ich bin mit Computer- bzw. Videospielen aufgewachsen. Eine ganz eigene Welt, die ich mir – mangels Interesse der Eltern – selbst erschließen musste. Zunächst auf dem Commodore C64, dann über den Game Boy und das legendäre SNES, bis hin zum PC. Noch ein kurzes Aufflackern der Liebe zum elektronischen Spiel mit dem GameCube, doch seit ca. 8 Jahren ist Schluss damit – auch wenn ich mir das in meiner Jugend niemals hätte träumen lassen. Interesse für die Spieleszene ist dennoch ungebremst vorhanden, wenngleich ich mich nur noch passiv via Podcasts und Blogs informiere. Kein Wunder also, dass auch „Indie Game: The Movie“ irgendwann auf meinem Radar auftauchten musste…

Der über Crowdfunding finanzierte Film ist formal wahrlich eine Pracht: wunderschön gefilmt und montiert, und mit einem tollen Soundtrack versehen. Das Zuschauen macht einfach Spaß. Auch inhaltlich bleiben kaum Wünsche offen, zeigt der Film doch einen sehr persönlichen und emotionalen Blick auf die unterschiedlichen Stadien diverser Indie-Game-Produktionen. Einzig ein wenig mehr Einblick in die tatsächlichen Arbeitsschritte hätte ich mir gewünscht, welche in der Dokumentation nur angedeutet werden. Dafür rücken die Entwickler und ihr Umfeld stark in den Vordergrund, was den einzelnen Geschichten eine sehr persönliche Note gibt.

Insgesamt kann ich „Indie Game: The Movie“ jedem ans Herz legen, der sich auch nur ein wenig für die Spielebranche interessiert. Ich war wirklich fasziniert und hätte mir gerne noch tiefere Einblicke gewünscht, die den Indie-Trend vielleicht mit der Spielentwicklung vor 30 Jahren in Bezug setzen, als ebenfalls Einzelkämpfer wahre Kultspiele produzieren konnten. Dennoch ein Doku-Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte: 8/10 Punkte.

Hausbau #2: Startschuss ins Ungewisse

Nachdem mein letzter Eintrag zum Hausbau fast schon wieder ein Vierteljahr zurückliegt, wird es Zeit für ein kurzes Update – zumal es nun endlich losgehen soll! Doch was genau hat sich eigentlich seit dem letzten Eintrag getan?

hausbau_2_kanal_3

  • Der Werkplan steht – zumindest beinahe. Einzig ein paar kleinere Details fehlen noch. Der Weg dahin war steinig, da dutzende Gewerke in den Plan eingeflossen sind und Kommunikation wirklich nicht die Stärke der meisten Handwerker ist. Der Kunde ist König gilt in diesem Bereich anscheinend nicht mehr.
  • Auch der Baubeginn ist ein heikles Thema: Ursprünglich für September angedacht, hat sich alles nach hinten verschoben; zwischendurch hieß es sogar wir könnten erst 2015 (und dann aufgrund des Winters wohl erst im März) beginnen. Folglich sind wir auf die Barrikaden gegangen, da solch eine große Verspätung auch mit finanziellen Einbußen, sprich zu zahlenden Bereitstellungszinsen, einhergehen würde. Nach einigen hitzigen Debatten wurde letzte Woche – inzwischen ist es Mitte November – der Kanalanschluss (siehe Foto) gelegt und nächste Woche soll endlich die Baugrube für den Keller ausgehoben werden.
  • Das liebe Geld bereitet mir immer noch Sorgen – obwohl wir eigentlich so gut geplant hatten. Es kommen beständig neue Kosten hinzu – und so manche Handwerksbetriebe setzen Angebote auf, die man lieber ganz genau studieren sollte: vollgestopft mit Mehrkosten, doch fällt ein ursprünglich geplantes Element weg, ist davon natürlich nichts zu lesen. Für Laien ist das alles ziemlich undurchsichtig und man muss auf jeden Fall sehr aufmerksam sein.
  • Angehenden Bauherren kann ich nur empfehlen sich alle Zusagen des Bauträgers schriftlich geben zu lassen. Wenn ich daran denke, was uns alles vor Vertragsunterzeichnung versprochen wurde und wie nun die Realität aussieht – da klaffen teils Welten. Nur nicht zu naiv sein. Inzwischen bevorzuge ich die Kommunikation per E-Mail, da man somit wenigstens etwas in der Hand hat. Allerdings sind Handwerker und E-Mail auch so ein Thema für sich.
  • Habe ich schon erwähnt, dass der Zinssatz seit dem Abschluss unserer Finanzierung noch einmal um ein Prozent gesunken ist? Lieber nicht drüber nachdenken…

Ihr seht: Es geht vorwärts. Gemächlich und behäbig, aber beständig vorwärts. Ich hoffe nun regelmäßiger Einträge mit Erfolgsmeldungen schreiben zu können. Vielleicht auch ab und an nur einmal schnell ein neues Foto. Es ist aufregend und wäre wirklich ein tolles Erlebnis, wenn es nicht so anstrengend, zeit- und schlafraubend wäre…

Tipps und Meditationsmaßnahmen für diese Phase des Hausbaus sind natürlich wieder gerne gesehen! 🙂

Interstellar (2014)

Aktualisierung: Ich habe „Interstellar“ am 25. Mai 2018 und am 16. Juni 2025 erneut gesehen und jeweils eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Normalerweise schreibe ich meine Besprechungen direkt im Anschluss an die Sichtung. Meist ändert sich meine Einstellung zum Film danach auch nicht mehr. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde habe ich es gestern allerdings nicht mehr geschafft, meine Kritik zu Christopher Nolans „Interstellar“ zu verfassen – und siehe da: Mein Eindruck des Films ist heute tatsächlich um einiges positiver als gestern direkt nach dem Kinobesuch. Kleinere Spoiler sind zu erwarten, allerdings werde ich keine konkreten Handlungselemente beschreiben.

Interstellar (2014) | © Warner Home Video

Interstellar (2014) | © Warner Home Video

Vorausschicken sollte ich wohl, dass der Rahmen des Kinobesuchs ungewöhnlich war, sprich ich habe erstmals einen der berühmten Deluxe-Kinosäle ausprobiert. Neben den exorbitanten Kosten von über 16 Euro pro Karte war ich tatsächlich angetan vom Erlebnis, doch dazu folgt eventuell noch ein gesonderter Eintrag. Der Rahmen war, sowohl von der Bequemlichkeit als auch von technischer Seite her gesehen, also perfekt. Und der Film? Nachdem ich im Vorfeld alles von ziemlichen Verrissen über reine Mittelmäßigkeit bis hin zu euphorischen Lobgesängen gelesen hatte, war ich zwar voller Vorfreude, aber dennoch etwas skeptisch.

Christopher Nolans „Interstellar“ beginnt zunächst als Familiendrama, das uns eine unbestimmte Zukunft zeigt, welche beinahe schon dystopische Züge trägt. Ich mochte diesen langsamen Aufbau, der uns die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander näherbringt, wirklich sehr. Da ich selbst Vater einer Tochter bin, hat mich dieses zentrale Handlungselement natürlich besonders angesprochen. Teil wirklich sehr emotional, wenngleich mich besonders das Finale in dieser Hinsicht auch ein wenig enttäuscht hatte. Da wurde wohl zu sehr auf ein sorgloses Ende gesetzt, was nicht zwangsweise zur Stimmung des vorherigen Films passte.

Während des Verlaufs der Geschichte gab es ein paar Stellen, da stolperte ich direkt über die Handlung. Der große Zufall, zum Beispiel, warum nun ausgerechnet Cooper (Matthew McConaugheys Charakter) für die Mission ausgewählt wurde, macht im ersten Moment überhaupt keinen Sinn. Die Auflösung erfährt man erst zwei Stunden später – und diese Art von abstrusem Logiksprung passiert nicht nur einmal. Hier hätte ich mir ein etwas weniger überkonstruiertes Drehbuch gewünscht, denn sonderlich komplex ist die Geschichte nicht.

Was die Balance zwischen Weltraumabenteuer und Familiendrama angeht, so hat der Film für mich wirklich gut funktioniert. Speziell die Montage während Coopers Aufbruch fand ich herausragend. Überhaupt bietet „Interstellar“ ein paar großartig inszenierte Momente, welche emotional voll ins Schwarze treffen. Auch die Rückkehr von der ersten Planetenmission fand ich fantastisch inszeniert, da die vorher viel diskutierte Relativitätstheorie in einem kurzen Moment ihre komplette Schockwirkung entfaltet. Wahrlich herausragend!

Am meisten Probleme hatte ich wohl mit dem Ende des Films, welches auch symptomatisch für die vorherigen Schwachpunkte steht: Es wirkt irgendwie ein wenig neben der Spur, was den Erzählton des Films angeht. Hier hätte ich mir mehr Mut zur Konsequenz gewünscht, was dem Film auch in einigen vorhergehenden Szenen abgeht. Der pompöse und fast schon klerikale Score Hans Zimmers dröhnt ebenso bedeutungsschwanger wie so mancher Monolog – dem gegenüber stehen schmissige Oneliner und überaus kitschig wirkende Szenen (ich sage nur Heureka). In diesen Momenten wirkt „Interstellar“ wie gewollt und nicht gekonnt; glücklicherweise hatte ich dieses Gefühl eher selten.

Fazit

Insgesamt ist „Interstellar“ nicht der erhoffte Meilenstein, wenngleich ich auch glaube, dass er bei einer weiteren Sichtung im Originalton durchaus noch hinzugewinnen kann. Allerdings hat Christopher Nolan den Film auch nicht verbockt, wie man anderswo teils lesen kann. Wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, würde ich das Weltraumabenteuer weniger im Dunstkreis von „2001: Odyssee im Weltraum“ als Robert Zemeckis‘ fantastischem „Contact“ sehen, der einen ähnlich emotionalen Weg beschreitet. Für mich rückblickend eine wahrlich lohnenswerte Kinoerfahrung, die ich nicht mehr missen möchte – inzwischen freue ich mich tatsächlich schon sehr auf die Zweitsichtung: 8/10 Punkte.

Abenteuer Kind #18: Tatütata, der zweite Geburtstag ist da!

In den letzten zwei Jahren hat der November für mich an Bedeutung gewonnen. Nicht nur ist der Sankt-Martins-Umzug ein Highlight für unsere beiden Kindergartenzwerge, auch der Geburtstag unseres Zwergofanten fällt in diesen eher düsteren Monat – dieses Jahr sogar in komprimierter Form: vormittags Geburtstagsfeier im Kindergarten (mit sehr beliebten Krakenmuffins), nachmittags zu Hause mit der Verwandtschaft, abends Laternenumzug mit dem Kindergarten und danach noch gemütliches Beisammensein. Puh, was für ein Tag!

krakenmuffins

Bereits in der Woche vor dem Geburtstag wurde ausführlich geklärt, wie alt unser denn Zwergofant werden würde. Hier ein typischer Dialog in deutlich verkürzter Form, wie er unzählige Male stattfand:

bullion: Wer hat denn als nächstes Geburtstag?
Zwergofant: Ick!
bullion: Und wie alt wirst du?
Zwergofant: Naiiin neun!
(Wir hatten zuvor schon geklärt, dass er nicht neun werden würde…)
bullion: Wie alt denn dann?
Zwergofant: Vier!
Zappelinchen: Nein, ich bin doch vier!
Zwergofant: Naiiin vier!
(Und das Ganze in unendlichen Variationen…)

zweiter_geburtstag_ist_da_1

Das Alter war letztendlich auch gar nicht so entscheidend, denn schon kurz nach dem Aufstehen war alles nur noch Tatütata: die Girlande, die Kerzen, der Kuchen und sogar die Geschenke. Als dann abends noch ein echtes Feuerwehrauto beim Laternenumzug dabei war, kannte die Freude keine Grenzen mehr.

feuerwehr_geburtstag

Auch die Leckereien standen ganz im Zeichen von Tatütata – und schon kurz nach dem Kaffeetrinken ging es auch schon raus auf den den Sankt-Martins-Umzug. Davor, dazwischen und danach gab es viel Freude, Gelächter und Trubel. Dennoch war ich froh, als ich gegen halb zwölf totmüde ins Bett gefallen bin. Das mit den stillen Stunden zum Tagesausklang versuchen wir dann im nächsten Jahr…

feuerwehr_kuchen_1

Kommendes Wochenende steht – neben letzten Vorbereitungen zum Baubeginn – die zweite Feier mit dem restlichen Familienteil an. Puh, davor am besten noch einmal Energie tanken – glücklicherweise ist mein Urlaub vorbei und der Kindergarten aufgrund von akuter Magen-/Darmgrippe unterbesetzt…

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

Man muss die Feste feiern wie sie fallen – auch am Martinstag.

Mehr aus der “Abenteuer Kind”-Reihe…

Media Monday #176

Eigentlich sollte ich schon längst im Bett sein, denn auch wenn morgen meine letzten Urlaubstage vor der Weihnachtszeit anbrechen, so müssen die Kinder früh in den Kindergarten und es gilt eine Geburtstagsfeier vorzubereiten. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Dennoch schlage ich mir die Nacht mit den Fragen des Medienjournals (und einem hustenden Kind) um die Ohren. Schlaf wird ohnehin überbewertet…

media_monday_176

  1. Halloween ist kaum vorbei und morgen geht die Karnevalszeit schon wieder los. Würdet ihr euch als Film-/Serien-/Buch-Figur verkleiden und wenn ja, als welche?
    Wie bereits in der Blogparade zu Halloween geschrieben, verkleide ich mich nicht gerne. In den 90ern konnte man noch mit schwarzem Anzug, weißem Hemd und schwarzer Krawatte als Mr. White, Mr. Pink usw. gehen – das waren noch Zeiten!
  2. Um beim Thema Kostüme beziehungsweise Make-Up zu bleiben: Etliche Schauspieler in „Cloud Atlas“ hätte ich in ihrer/seiner Rolle als unterschiedlichste Charaktere in unzähligen Zeitebenen kaum wiedererkannt, denn Tom Tykwer und die Wachowski-Geschwister haben darin Maske und Make-Up wirklich auf die Spitze getrieben.
  3. Ganz allgemein gesprochen, ist mir das Genre des Films, den ich gerade schaue im Moment das liebste Genre, einfach weil ich ihn mir auch aufgrund seines Genres ausgewählt habe und eben dieses gerade jetzt sehen möchte – das kann dann Sci-Fi, Drama, Komödie, Horror oder sonst etwas sein.
  4. Von „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ hätte ich mir weitaus mehr versprochen, als er/sie/es hat halten können, denn die schöne Idee des Films verpufft leider ziemlich im übertriebenen CGI-Overkill.
  5. Wenn allerdings „True Detective“ nicht Preise ohne Ende einheimst, dann weiß ich auch nicht, denn schließlich hat die HBO-Serie damit neue Standards für diese Erzählform gesetzt.
  6. Jetzt wo es kälter wird und man es sich eher mal mit einem guten Buch gemütlich macht, wozu würdet ihr am ehesten greifen (so denn zutreffend; soll ja immer noch Nicht-Leser unter meinen Lesern geben)?
    Im Moment bin ich recht begeistert von der „The Maze Runner“-Vorlage „Die Auserwählten im Labyrinth“ – folglich würde ich am ehesten wohl zum Nachfolger „Die Auserwählten in der Brandwüste“ greifen.
  7. Zuletzt gesehen habe ich „Crimson Tide“ und das war ein typischer Jerry Bruckheimer-Film der 90er Jahre, weil Bilder, Score und Militärthematik keinen Zweifel daran lassen – dennoch ein wirklich sehenswerter Film.

Crimson Tide (1995)

Mit Wolfgang Petersens „Das Boot“ (in der TV-Fassung) verbinde ich eine meiner ersten ernsthaften Erinnerungen an eine audiovisuell erzählte Geschichte, die mich noch Tage nach der Sichtung nicht losgelassen hat. Seitdem konnte kein anderer U-Boot-Film an dieses Erlebnis heranreichen. Auch an Tony Scotts „Crimson Tide“ bin ich erst gar nicht mit diesem Anspruch herangetreten, sondern habe mir nur einen spannenden Thriller erhofft…

crimson_tide_3

Schon während der ersten paar Minuten weiß man als Filmfreund wo und wann man sich befindet: in einer Jerry Bruckheimer-Produktion inmitten der 90er Jahre. Geleckte Bilder von aufmarschierenden Soldaten, dazu ein Hans Zimmer-Score, der auch aus „The Rock“ hätte stammen können. Pathos wird groß geschrieben und leicht könnte man „Crimson Tide“ als Propaganda abtun, doch dann kommt es zu ersten Spannungen zwischen unseren Hauptfiguren – und, wow, das Knistern in der klaustrophobischen Enge des U-Boots wird förmlich spürbar. Mit Denzel Washington (Doug Carlin, „Déjà Vu“) und besonders Gene Hackman (Edward Lyle, „Der Staatsfeind Nr. 1“) liefern sich zwei Schauspieler ein Duell, das von der ersten Sekunde an mitreißt und uns Zuschauer bei der Stange hält.

Mit James Gandolfini (Tony Soprano, „The Sopranos“) und Viggo Mortensen (Aragorn, „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“) sind auch die Nebenrollen erstklassig besetzt, was die Handlung in der bedrückenden Enge des U-Boots fast schon zu einem Kammerspiel werden lässt. Tony Scott wäre allerdings nicht Tony Scott, hätte er nicht auch visuell alle Register gezogen. Somit gibt es enorm temporeiche Actionszenen, die dem beengten Drehort entgegenwirken. Tolle anzusehen und der Handlung stets förderlich.

Auch inhaltlich hat „Crimson Tide“ mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Zwar wird nicht direkt Position bezogen, doch durch Denzel Washingtons Charakter klar gegen stumpfen Gehorsam Position bezogen. Man sollte sich somit nicht vom Militärgehabe blenden lassen, denn der Film regt – auch wenn er inhaltlich nicht perfekt ist – durchaus zum Nachdenken an und bietet mehr als plumpe Kriegsaction. Spannendes Unterwasserkino, das man sich als Genrefreund nicht entgehen lassen sollte: 8/10 Punkte.

Europa Report (2013)

Durch eine Besprechung von Flo Lieb wurde ich auf den Film „Europa Report“ aufmerksam. Auch wenn seine Kritik ziemlich vernichtend war, so hat das Setting doch eine ziemliche Faszination auf mich ausgeübt – zumindest genug, um selbst einmal reinschauen zu wollen. Ob meine Kritik wohlwollender ausfällt, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

europa_report_4

Zunächst einmal fällt der Film durch seine formalen Aspekte aus dem Rahmen. Im Grunde handelt es sich wohl um einen Beitrag zum Found-Footage-Kino, das in den letzten Jahren – und spätestens mit „Cloverfield“ – unerwartet populär geworden ist. Allerdings verzichtet „Eurpoa Report“ größtenteils auf die für diesen Inszenierungsstil typische Wackelkamera und fängt das Geschehen durch stationäre Aufnahmen aus Überwachungskameras ein. Zu Beginn konnte ich mich damit nicht so recht anfreunden, was auch an den scheinbar willkürlich gewählten Zeitsprüngen lag, welche die Orientierung zusätzlich erschwerten. Nach ca. einer halben Stunde war ich dann aber in der Handlung, deren Atmosphäre mit fortschreitender Dauer tatsächlich durch den Inszenierungsstil unterstützt wurde.

Man sollte nicht den Fehler machen und „Europa Report“ mit „2001: A Space Odyssey“, „Gravity“ oder vermutlich auch dem aktuell laufenden „Interstellar“ zu vergleichen – selbst wenn es eine thematische Verwandtschaft gibt. Sebastián Corderos Weltraumabenteuer ist Low-Budget-Sci-Fi, die den Zuschauer mit auf eine langsam und ruhig erzählte Reise nimmt. Gegen Ende werden dann sogar noch Erinnerungen an James Camerons großartigen „The Abyss“ wach. Die Atmosphäre ist teils sehr beklemmend, was durch die realistische Anmutung unterstützt wird.

Wer gerne Science-Fiction-Filme schaut, nicht immer Action benötigt und auch nur ein wenig mit Found-Footage anfangen kann, der kann tatsächlich Spaß mit „Europa Report“ haben – wobei Spaß vermutlich der falsche Ausdruck ist. Ich fand den Film faszinierend, teils bedrückend und mitreißend. Mit ein wenig mehr Gespür für Montage und Dramaturgie, hätte daraus durchaus ein kleiner Genreklassiker entstehen können: 7/10 Punkte.